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  • REISEN ZU HELVETAS-PROJEKTEN Einzigartige Begegnungen ber kulturelle Grenzen hinweg

    Reiseveranstalter:

    2015

  • Tourismus als Motor fr Entwicklung

  • GLOBOTREK-REISEN ZU HELVETAS-PROJEKTEN 2015 3

    Zum Standard von Reiseberichten aus Entwick-

    lungslndern gehren einige negative Clichs:

    Betteln, Stehlen, Armut, Schmutz. Es ist wie in den

    touristischen Anfangszeiten hier in der Schweiz

    vor hundert und mehr Jahren. Damals beklagten sich reiche

    Englnderinnen und Englnder ber die Horden schmutziger

    Kinder, die in der Schweiz bettelnd um sie herumtobten. Sie

    entsetzten sich ber die Frauen, die mit einem Sugling im

    Arm berteuerte Frchte oder Milch anboten. Die dstere

    Schweigsamkeit der Bergler legten sie als Unhflichkeit

    aus. Die Schweiz war fast wie ein Drittweltland, sagte der

    englische Tourismusautor Diccon Bewes krzlich in einem

    Interview.

    Doch sehr schnell wurden Hotels, Eisenbahnen, Schiffe

    und Bergbahnen gebaut. Sie vernderten das Bild und die

    Struktur des Landes. Fachleute wurden ausgebildet, und im

    Kielwasser der touristischen Flaggschiffe entstanden zahl-

    reiche kleine und mittlere Unternehmen. Fast hundert Jahre

    lang war der Tourismus in der Schweiz ein wichtiger Motor

    fr den Fortschritt.

    Das kann er auch in Entwicklungslndern sein. Wenn

    die Gewinne aus dem Tourismus im Land selber reinvestiert

    werden. Wenn die Arbeitenden in der Tourismusbranche eine

    gute Ausbildung erhalten. Und wenn die Lhne ber das

    nackte berleben hinaus Mglichkeiten erffnen, ein eige-

    nes kleines Unternehmen aufzubauen.

    Doch all das geschieht viel zu selten. Gewinne von

    grossen nationalen oder internationalen Unternehmen flies-

    sen ins Ausland ab. Schlecht gebildete Mnner und Frauen

    sind gezwungen, zu Tiefstlhnen zu arbeiten, und fr eine

    Unternehmensgrndung bleibt ihnen weder Zeit noch Geld.

    Daran wird sich nichts ndern, solange die Reiseveranstalter

    in ihrer Planung die sozialen Verhltnisse ausklammern.

    Das beschftigt auch eine Entwicklungsorganisation wie

    Helvetas. Mit Berufsbildungsprojekten in tourismusnahen

    Branchen und durch unsere Partnerschaft mit Globo trek

    tragen wir zu einem Tourismus bei, der mglichst vielen Men-

    schen zugute kommt. Gemeinsam mit lokalen Veranstaltern

    streben wir eine breite Verteilung der Einknfte an und fr-

    dern damit die Entwicklung eines Landes.

    Unsere Reisenden sehen das Leben nicht mehr durch

    die getnten Scheiben eines klimatisierten Busses, sondern

    sie begegnen Menschen, die ihr eigenes Schicksal in die

    Hand genommen haben. So tragen auch sie zu einer Ent-

    wicklung bei, die den Menschen ein wrdiges Leben ohne

    Betteln und Kleinkriminalitt ermglicht.

  • Wildseide und idyllische RuheBesuch in Sandrandahy, einem Dorf im madagassischen Hochland, wo Wildseide in mhseliger Handarbeit in schne Produkte verwandelt wird.

    Text: Hanspeter Bundi, Fotos: Flurina Rothenberger

    Zwischen Sonnenuntergang und Nacht leuchten die hohen

    und schmalen Ziegelhuser Madagaskars von innen heraus.

    Es ist, als wrden sie die Sonnenwrme abgeben, die sie im

    Lauf des Tages gespeichert haben. Tiefrot glhend stehen

    sie vor den dunklen Bumen des Hochlandes. Das atembe-

    raubende Schauspiel, das wir auch bei unserer Fahrt hinauf

    zu den Seidenweberinnen von Sandrandahy beobachten

    knnen, dauert nur einige Minuten, dann legt sich die Nacht

    ber das Land.

    Es ist dunkel, als wir im Dorf ankommen. Weil das Dorf

    oder ist es schon ein kleines Stdtchen? noch nicht ans

    Stromnetz angeschlossen ist, sind die Strassen leer und ohne

    Licht. Im Kegel der Autoscheinwerfer sehen wir einige we-

    nige Dorfbewohner, ausserhalb sind die Silhouetten dunkler

    Huser auszumachen. In einigen Fenstern ist das warme

    Licht von Kerzen.

    Wir werden von Philbertine Razamamalada erwartet.

    Die 56-jhrige Seidenweberin, die neben Madagassisch

    Franzsisch spricht, hat vier Zimmer ihres Hauses fr Gste

    eingerichtet. Sie hat schon einige Male Reisegruppen emp-

    fangen, und sie weiss, was die Gste aus dem Norden wollen.

    Ihre Zimmer sind wohltuend einfach und fast klsterlich leer.

    Das Essen ist abwechslungsreich und sorgfltig gekocht.

    Aufgetischt wird in einem Versammlungs- und Schulungs-

    raum der Seidenweberinnen. Am ersten Abend essen wir bei

    Kerzenlicht, wir legen uns frh schlafen.

    Am andern Morgen erkunden wir den Ort. Ein klei-

    ner Markt. Zwei, drei belebte Strassen mit Werksttten und

    Kramlden. Die katholische Kirche und die Gebetshuser

    evangelikaler Gruppen. Ein einfaches Spital. Viele Kinder

  • GLOBOTREK-REISEN ZU HELVETAS-PROJEKTEN 2015 5

    auf dem Weg zur Schule. In allen Teilen des Ortes stehen

    auffllig viele gut erhaltene Huser mit geschlossenen,

    manchmal sogar vernagelten Tren und Lden. Es sind

    die Huser von Familien, die ausgewandert sind, fr die es

    aber Ehrensache ist, das Haus ihrer verstorbenen Eltern

    und die Grabsttten der Familie zu unterhalten.

    Es sind immer die Mnner, die wegziehen wollen, sagt

    uns spter eine der Weberinnen. Die Frauen wollen blei-

    ben. Sie wollen da leben und die Kinder grossziehen, wo

    ihre toten Vorfahren liegen, und dafr wollen sie sich eine

    Existenz aufbauen. Weil die meisten Landparzellen dafr

    zu klein und die Arbeitspltze rar sind, bestreiten sie ihren

    Lebensunterhalt mit der Seidenweberei.

    Fast hundert Seidenweberinnen und drei Seiden-

    weber der Gegend haben die Kooperative Sahalandy

    gegrndet. Helvetas half ihnen beim Aufbau und bei der

    bernahme unbekannter Technologien, der Handspindeln

    zum Beispiel, wie die Wollspinnerinnen in den sdamerika-

    nischen Anden sie benutzen. Nur wenige Jahre nach der

    Grndung der Kooperative stehen die Frauen auf eigenen

    Beinen, denn sie hatten gleich zu Beginn etwas Glck mit

    ihrem Verkauf. An einer Messe fr gerechten Handel in

    den USA nahmen sie ein Mehrfaches von dem ein, was

    sie unten in der Stadt beim Verkauf an Touristen erhalten.

    Die meisten brauchen das Geld vor allem fr die Ausbildung

    ihrer Kinder und folgen damit einem wichtigen Grundsatz

    der Gegend: Wenn die Kinder spter einmal besser leben

    sollen als die hart arbeitenden Eltern, brauchen sie eine gute

    Schulbildung.

    Bei ihrer Arbeit haben sich die Frauen der Koopera-

    tive darauf eingestellt, dass Besucherinnen aus Europa und

    Nordamerika ihnen zusehen, und sie zeigen gern, wie aus

    unansehnlichen Kokons der wilden Seidenraupen im Verlauf

    von mehr als einem Dutzend Arbeitsgngen farbige Schals

    werden. Schals, die in ihrer Qualitt und ihren Farben auch

    anspruchsvolle Kuferinnen begeistern.

    Obwohl die Frauen einige neue Techniken gelernt ha-

    ben und obwohl sie ihre Schals zu einem guten Preis verkau-

    fen knnen, ist es in Sandrandahy und vor allem in den umlie-

    genden Weilern, als habe die Zeit ihren Lauf angehalten. Auf

    einer Reisebene zwischen den Orten teilen niedrige Erdwlle

    die Felder in teils winzige Parzellen ein. Entenfamilien suchen

    im Wasser nach Nahrung. Zwischen den Reispflanzen sind

    fingergrosse Fische auszumachen, dieselben, die es auch

    auf dem Markt zu kaufen gibt. Nach der Ernte werden die

    Felder trockengelegt, zuerst abgeweidet und dann mit Hilfe

    von Ochsen umgepflgt.

    Man mchte bleiben und in die Ruhe eintauchen. Doch

    der Besuch in Sandrandahy ist nur ein kleiner Abschnitt der

    Reise durch Madagaskar. Die Insel zwischen Afrika und Asien

    ist so gross, die Landschaften sind so abwechslungsreich

    und die vielen Nationalparks so attraktiv, dass jeder und jede

    schon bald weiterziehen will oder muss.

  • Globotrek ist ein fhrender Reise-

    veranstalter fr Trekking- und Erlebnis-

    reisen und hat sich zum Ziel gesetzt,

    dem Urgedanken des Reisens gerecht

    zu werden dem Aufbruch zu neuen

    Horizonten. Zu Fuss neue Welten ent-

    decken heisst auch, Zeit fr die Lang-

    samkeit zu haben. Zeit, die Landschaft

    auf sich wirken zu lassen, und Zeit fr echte Begegnungen.

    Zeit, Geschichten am Lagerfeuer zu lauschen, in die Stille

    einer Wstennacht einzutauchen und das ein malige Farben-

    spiel, das der Sonnenaufgang auf die schneebedeckten

    Hima layariesen zaubert, bei einer dampfenden Tasse Tee zu

    erleben. Das Nachtlager bei Nomaden, Begegnungen am

    Wegesrand und das Zusammensein mit den einheimischen

    Begleitern sollen Menschen verschiedenster Herkunft fr

    bleibende, unvergessliche Stunden, Tage oder Wochen zu-

    sammenfhren. Wo ntig wird auch mal auf touristischen

    Komfort verzichtet, um dem Land, seiner Natur und seinen

    Menschen nherzukommen. Weitere Informationen finden

    Sie auf www.globotrek.ch

    Helvetas ist eine erfahrene und grosse Schweizer Ent-

    wicklungsorganisation. In 33 Lndern Afrikas, Asiens, Sd-

    amerikas und Osteuropas trgt Helvetas dazu bei, die Le-

    bensbedingungen benachteiligter Menschen in lndlichen

    Regionen zu verbessern. Mit Wasserversorgungen, Sanitr-

    projekten und Brcken. Mit der Entwicklung von kleinbu-

    erlichen Betrieben und lokalen Mrkten. Mit der Frderung

    von Bio-Landwirtschaft und schonender Waldnutzung. Mit

    Bildung und mit Projekten fr Demokratie und Frieden.

    Im Jahr 2013 haben mehr als 469200 Men