visavis economy 07/2008 - meister der finanzen

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„Österreich ist der Wirtschaftsstandort im Spitzenfeld.“ Die Alpenländer Österreich, Liechtenstein und die Schweiz als Standorte der Spitzenklasse. Logistik Die großen Potenziale in Europas Osten.

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  • Michael Bartenstein,sterr. Wirtschaftsminister

    sterreich ist derWirtschaftsstandort

    im Spitzenfeld.

    LogistikDie groen Potenzialein Europas Osten.

    ImmobilienLohnende Investitionenin solides Wachstum.

    LuxemburgSprungbrett zu inter- natio nalen Mrkten.

    MEISTER DERFINANZENDie Alpenlnder sterreich, Liechtenstein und dieSchweiz als Standorte der Spitzenklasse.

    Ausgezeichnet

  • Kundenbegeisterung ist unser Business.

    Servicewste? Da lachen doch die Zebras!Tierisch gute Servicequalitt, die Spa macht!

    VCS-08-004 AZ_VIS-A-VIS 1 27.06.2008 9:38:30 Uhr

  • EDITORIAL

    VISAVIS ECONOMY 7/08 3

    Magazin 3Editorial; konomische Auswirkungen derEuropameisterschaft; Zukunft des Costu-mer Service, Ausblick auf die BromesseOrgatec im Oktober.

    Privatschulen 5Nach der Reduzierung der Abzugsfhigkeitvon Schulgeld kommen auf Eltern, die ihreKinder auf nichtstaatliche Schulen schicken,neue finanzielle Lasten zu.

    Messen 6Die internationalen Kommunikationsplatt-formen in Deutschland nehmen wieder anBedeutung zu. Steigende Umsatzzahlen las-sen auf eine positive Zukunft schlieen.

    Die Europameister 9Die Alpenregion steht durch die Fuball-europameisterschaft im Fokus der Welt-ffentlichkeit. sterreich, die Schweizund Liechtenstein spielen wirtschaftlich inder Ersten Liga Europas.

    Luxemburg 17Durch Mehrsprachigkeit, qualifizierte inter-nationale Arbeitskrfte und hohe Investi-tionsrenditen gilt das Groherzogtum alsSprungbrett zu europischen und auer-europischen Mrkten.

    Immobilien 21Erfreuliche Konjunkturaussichten besche-ren der Branche eine solide Entwicklung,auch wenn diese mit nachlassendemKonsumverhalten der Verbraucher zurecht-kommen muss.

    Logistik 23Europische Logistiknetzwerke werden imGleichklang mit dem Zusammenwachsender Staatengemeinschaft engmaschiger.

    Speichern und sichern 27In der Informations- und Telekommunika-tionstechnik spielen die Ablage und derSchutz von Daten eine groe Rolle.

    Zweitmrkte 31Der Zweitmarkt fr geschlossene Invest-mentfondsanteile lebt auf. Anleger knnenderzeit ihre Beteiligung zu guten Konditio-nen vorzeitig verkaufen.

    Britische Policen 33Es ist seit jeher ein traditionsreiches Duell,Deutschland gegen das Vereinigte Knig-reich nicht nur im Fuball. In Bezug aufdie Renditen knnen britische Lebensver-sicherer zumindest vorerst den Sieg frsich verbuchen.

    Hidden Champions 39Sie stehen selten im Fokus der ffentlich-keit. Heimlich, still und leise haben sie da-fr gesorgt, dass ihre Produkte millionen-fach weltweit im Einsatz sind: mittelstn-dische Unternehmen aus Deutschland mithervorragenden Expansionsaussichten.

    Das Themenportal im Netz aktuelleNachrichten aus Wirtschaft und IT:www.visavis.de

    NewsletterKostenloses Abonnement der VISAVIS-Pressenews unter:www.visavis.de/newsletter

    Teure BildungDer schulpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Patrick Meinhardt,ber die geplante Abschaffung der steu-erlichen Abzugsfhigkeit des Schulgeldes:www.visavis.de/interviews

    Die Europameisterschaft ist zu Endeund schon zeichnen sich erste positive Ef-fekte fr die Wirtschaftsstandorte der Gast-geberlnder ab. In unserer Titelreportagebewertet die renommierte LiechtensteinerJournalistin Kornelia Pfeiffer (Liechten-steiner Volksblatt) die Qualitten der Al-penlnder, die mehr zu bieten haben alsUhren, Kse und Ski.

    Andreas Holpert vom LuxemburgerWort schliet sich mit einer Reportage berunseren kleinen Nachbarn im Westen an,fr den die deutsche Abgeltungsteuer eine

    besondere Herausforderung wird. Aber auchdie Attraktivitt britischer Policen resultiertaus den Besonderheiten des deutschen Steu-errechts, wie Sabine Olschner in ihremBeitrag darlegt.

    Fachautor Armin Hille zeigt in unse-rer Logistikreportage die groen Potenzia-le fr Transportdienstleister in Osteuropaauf, whrend Christiane Appel, Chefredak-teurin von m + a Report, in ihrer Reportageden Aufschwung des MessestandortesDeutschland analysiert.

    In weiteren Reportagen widmen sichunsere Autoren den Themen Immobilienals gefragte Investition, dem Bedeutungs-gewinn von Zweitmrkten, Speicherkapa-zitten und IT-Sicherheitslsungen fr dieWirtschaft, den Privatschulen und HiddenChampions.

    Abschlieend mchten wir noch aufunsere groe VISAVIS-Nachhaltigkeitsaus-gabe im September hinweisen und unsereSpezialausgabe Arbeitswelten ankndi-gen, die im Oktober pnktlich zur Orgatecerscheinen wird. Wir wnschen Ihnen ei-nen schnen Sommer. Ihre Redaktion

    Das Beste aus Europa

    IMPRESSUM Verlagsanschrift: Auguststrae 19-29, 53229Bonn; Tel.: 02 28/ 3 07 94-0, Fax: 02 28/ 3 07 94-10, Vanity:07000 / visavis, E-Mail: [email protected], http://www.visavis.de; Chefredaktion: Wolfgang Haselbauer; Schlussredak-tion: Andreas Hodapp-Schneider; Redaktion: BernhardHaselbauer, Oliver Hammel, Frank Grootens, Ellen Drechsler,Laura Mendelssohn, Jennifer Walther, Cornelia Hornschild,Martina Sauer, Peter Hanser (Saarbrcken), Martina Bart-lett-Mattis (Nrnberg), Ina Schmidt (London), ChantalSnchal (Frankreich) Verlag: VISAVIS Verlags GmbH; Layout:Andreas Schnittker, Marcel Rohland; Bildmaterial teilweiseentnommen von www.photocase.com; www.pixelio.de;www.sxc.hu Druck: Weiss-Druck GmbH & Co. KG, Industrie-strae 7, 52156 Monschau; Geschftsfhrer: Bernhard Ha-selbauer. Verbreitete Auflage: 135.000 Exemplare. 130.000Exemplare liegen der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLANDbei. ISSN: 0942-8615; Konzeption und Marketing: newpu-blic communication KG, Bonn; www.newpublic.org

  • 4 VISAVIS ECONOMY 7/08

    MAGAZIN

    Auch wenn die Schweiz und sterreichbereits in der Vorrunde der diesjhrigen Fu-balleuropameisterschaft ausgeschieden sind,hoffen die Alpenlnder inklusive Liech-tenstein auf den positiven Effekt des Eventsfr ihre Wirtschaftsstandorte. Zu diesemZweck legten die drei Lnder millionenschwe-re Imagekampagnen auf, die auch jenseitsvon Sport und Tourismus fr Mitnahmeef-fekte sorgen sollen.

    Vor zwei Jahren hatte Deutschlandenorm von der WM profitiert durcheinen kleinen Sommeraufschwung undauch bei den Sympathiewerten im Aus-land. Schweizer und sterreichischekonomen hoffen nun ihrerseits auch indiesem Jahr auf eine Sonderkonjunktur.

    In Wien soll die Initiative ster-reich am Ball insbesondere die nicht-sportlichen Aspekte betonen. Die EMbringt sterreich geschtzte Wertschp-fungseffekte von 321 Millionen Euro.Dazu wird es rund 5.400 neue Vollzeit-arbeitspltze geben, so Heinz Palme,Koordinator der Bundesregierung und

    Geschftsfhrer der Kampagne. Dr. Chris-tian Helmenstein, Chefkonom der Indus-triellenvereinigung (IV) rechnet mit Wert-schpfungseffekten von 640,8 Mio. Euro.Insgesamt sollen laut IV durch die EMknapp 13.400 Jobs entstehen.

    Beim westlichen Nachbarn ist manebenfalls hoffnungsvoll und rechnet mit hn-lichen Summen. Nicole Wespi, Sprecherindes Schweizer Euro 2008 Komitee sieht

    ebenfalls Deutschland als Vorbild, das es imZuge der WM 2006 geschafft habe, vonseiner trockenen Art wegzukommen. Wirwollen auch gern als freundlich und emo-tional gesehen werden.

    In einer ersten Bilanz sprechen dieVerantwortlichen von durchweg positivenEffekten auf das Image und die Sympathie-werte der Schweiz. Die Gastgeberkam-pagne hat gegriffen, so das Fazit der Pro-jektorganisation ffentliche Hand.

    Beide Lnder rechnen nun mit einemImagezuwachs der den Alpenlndern einnachhaltiges Ansehen als attraktiver Wirt-schaftsstandort beschert. www.oesterreich-am-ball.at, http://www.mittendrin08.li,http://www.switzerland.com

    Mehr als reine Almromantik

    Die Zukunft des Customer ServiceDas Marktumfeld der Kun-

    denservices wird sich weiterhinrasant verndern: Produktinno-vationen, beschleunigter tech-nischer Fortschritt, demografi-scher, kultureller und ethnischer

    Wandel sowie genderte Kun-denerwartungen sind die He-rausforderungen fr die Service-anbieter von morgen. Wie siehtder Customer Service 2025 inDeutschland aus? Was muss ein

    Unternehmen heute tun, umden Serviceanforderungen derZukunft erfolgreich begegnenzu knnen?

    Bereits zum zweitenMal in Folge hat die ViventoCustomer Services GmbH (VCS)ein Branchenfachbuch heraus-gegeben. Das aktuelle Fach-buch prsentiert verschiedeneBeitrge hochkartiger Exper-ten aus Wissenschaft, Praxisund Medien, die ihre Zukunfts-vorstellungen und -szenarienber die Branche darlegen aus unterschiedlichen Pers-pektiven heraus.

    Die einzelnen Beitrge the-matisieren einige der am meis-ten diskutierten Zukunftsaspek-te der Branche. Die Leser erhal-ten Denkanste, die ihre eige-nen berlegungen und Planun-gen bereichern knnen. Der Sam-melband bietet damit einenberblick ber die wichtigenThemen von morgen, welchedie Branche bewegen.

    Das Buch Die Zukunft desCustomer Service ist im Gab-ler-Verlag erschienen und absofort im Handel erhltlich. Vi-vento Customer Services GmbH(Hrsg.): Die Zukunft des Custo-mer Service Analysen, Strate-gien, Konzeptionen, erste Auf-lage 2008, ca. 180 S. geb., ca.39,90 Euro, ISBN 978-3-8349-0708-0. Weitere Informationenunter: www.vivento-cs.de

    Die wichtigste Kommunikationsformim Geschftsleben sind Meetings. Allein inEuropa werden tglich Millionen von Be-sprechungen abgehalten. Da partizipativesManagement sowie Entscheidungsfindungdurch Teamarbeit mehr und mehr Vorranghaben, ist die Effektivitt von Meetings heu-te wichtiger denn je, so Gabriele Zienterra,Managementtrainerin, Coach und Psycho-login am Zienterra Institut fr Rhetorik undKommunikation in Bornheim bei Bonn.

    Sie rt ihren Kunden, Meetings als wich-tigen Aspekt des Geschftslebens zu sehen.Fest steht, dass Angestellte im Marketing-bereich durchschnittlich 21 Stunden proWoche bei Besprechungen verbringen, Fh-rungskrfte sogar 69 Prozent ihrer Arbeits-zeit. Bevor Sie das nchste Mal eine Bespre-chung einberufen, berlegen Sie bitte, wasSie erreichen mchten und welche anderenKommunikationsformen Sie einsetzen knn-ten, so Zienterra. Fragebgen, eine kurze No-tiz, Einzelgesprche oder eine schriftlicheIdeensammlung knnen als Alternative zustundenlangen Gruppenmeetings dienen.

    Das heit nun aber nicht, dass Sie alleMeetings absagen sollen. Gute Meetings er-zeugen Synergie, sie sind unerlsslich fr ei-nen herausragenden Geschftserfolg, betontGabriele Zienterra. www.rhetorik-online.de

    Effizientere Mee-tings gestalten

  • BILDUNG

    VISAVIS ECONOMY 7/08 5

    A ls der Europische Gerichtshof imHerbst 2007 die steuerliche Benach-teiligung auslndischer Privatschulenbemngelte, griff Berlin zu einer bildungs-politisch bedenklichen Lsung: der Abschaf-fung der Steuervorteile. Bisher konnten El-tern das Schulgeld als Sonderausgabe gel-tend machen und bis zu 30 Prozent abset-zen. Der im April 2008 vorgelegte Referen-tenentwurf sah bereits fr das laufende Jahreine Deckelung bei 3.000 Euro vor, pro Jahrsollte dieser Maximalbetrag dann um 1.000Euro gesenkt werden und 2011 auf Null zu-rckgehen. Fr Patrick Meinhardt, bildungs-politischer Sprecher der FDP-Bundestags-fraktion, ein Skandal: Der EU-Gerichtshofhat klar entschieden, dass die Bundesre-

    gierung im Unrecht ist, wenn sie unterschied-liche Kriterien fr den Besuch von Privat-schulen in der EU anlegt. Dieses Urteil dannso zu interpretieren, dass die steuerliche Ab-setzbarkeit gestrichen wird, macht deutlich,wie falsch diese Bundesregierung denkt.

    Die Fraktionen von FDP und Grnensowie einige Abgeordnete der Union konn-ten das Schlimmste verhindern, sodass derEntwurf, der Ende Juni das Kabinett pas-sierte, vorerst nur die Begrenzung der Ab-setzbarkeit auf 3.000 Euro festlegt. DieserTeilerfolg trstet kaum ber die drohendenzustzlichen Belastungen hinweg. Damitwerden besonders Eltern benachteiligt, dieihr grundgesetzlich garantiertes Wahlrechtin Bezug auf die Bildung und Erziehungihrer Kinder dadurch ausben, dass sie die-se an eine freie Schule schicken, warnt

    Michael Bchler, Prsident des Bundesver-bandes Deutscher Privatschulen. Die Kr-zungen treffen nicht nur die Eltern, sondernbelasten letztlich die Steuerzahler insge-samt. Derzeit besuchen ber 656.000 Sch-ler die 2.860 allgemeinbildenden Privat-schulen in Deutschland.

    DR. HARTMUT FERENSCHILD, Geschfts-fhrer LEH-Service GmbH, Trger von 21Landerziehungsheim-Internaten, zeigt dasProblem auf: Faktisch liegt die Kosten-erstattung zwischen 55 und 80 Prozent dertatschlichen Aufwendungen. Die Privat-schulen und deren Elternschaft verhelfenauf diese Weise dem Staat zu Einsparung-en von jhrlich rund zwei Milliarden Euro.Nicht der Staat finanziert den reichen El-tern die Privatschulbesuche, sondern um-gekehrt finanzieren diese die staatlichenSchulen mit.

    Wichtig sind Privatschulen als Impuls-geber mit kleineren Klassen, individuellerFrderung, besserer Personalausstattung undMehrsprachigkeit. Bildungseinrichtungenmssen auch im Wettbewerb um die besteBildung stehen. Das wissen die Schulen infreier Trgerschaft. Staatliche Schulen kn-nen von ihnen lernen, so Meinhardt.

    Die Stiftung Louisenlundbietet zum Schuljahr 2008/09 alserstes norddeutsches Internatzwei Wege zur qualifizierten Hoch-schulreife, die in Deutschlandund international anerkannt sind: das Abitur und dasInternational Baccalaureate (IB).

    Louisenlund ist ein staatlich anerkanntes Gym-nasium, das nach 13 Jahren zum Abitur fhrt. AbKlasse elf besuchen die Schler eine vielseitig ange-legte Profiloberstufe, die ihnen eine umfassende All-gemeinbildung ermglicht.

    Als anerkannte IB World School bietetLouisenlund das Diploma Programme an. In Klasseelf und zwlf ist die Unterrichtssprache Englisch. DasIB-Examen erfolgt nach 12 Schuljahren.

    Kleine Lerngruppen ermglichen intensiveund persnliche schulische Frderung. Certificatesaus dem IB-Programm (z. B. Economics) ergnzendas Abitur. Ein attraktives Gilden-Programm (z.B.Theater, Sport oder Feuerwehr) untersttzt sinnvoll

    den Fachunterricht. Wei-tere Informationen unter:www.louisenlund.de

    Fit frs Leben

    Privat und besser !

    Advertorial

    von Andreas Hodapp-Schneider

    SCHULE Der Wegfall der Privatschulen knnte den Steuerzahlerteuer zu stehen kommen. Verbnde und Parteien protestieren.

  • D ie Zeiten der Umsatzstagnation sindfr die Messeveranstalter mit Sitz inDeutschland laut Ausstellungs- undMesse-Ausschuss der deutschen Wirtschaft(Auma) vorbei. Die Veranstalter erreichten2007 nach vorlufigen Ergebnissen einenUmsatz von rund 2,65 Mrd. Euro nach 2,55Mrd. Euro im Jahre 2006 und jeweils rund2,4 Mrd. Euro in den Jahren davor. Zuneh-mend mehr Geschft ziehen die Veranstal-ter aus Services, denn mit dem Vermietenallein ist es schon lange nicht mehr getan.Fr 2008 rechnet der Berliner Messever-band mit einem Gesamtumsatz zwischen2,7 und 2,8 Mrd. Euro.

    Messen made in Germany erfreuen sichgroer Nachfrage. Die Messewirtschaft istauf den Wachstumspfad zurckgekehrt underwartet fr 2008 Aussteller- und Besu-cherzahlen, die selbst die Rekordjahre 2000und 2001 bertreffen drften. Der Verbandkalkuliert mit 180.000 Ausstellern und rund10,3 Millionen Besuchern. Aber auch in denZeiten des wirtschaftlichen Abschwungs ha-ben sich die meisten deutschen Leitmessenals stabilisierende Ereignisse erwiesen.Zwei Drittel der Leitmessen finden inDeutschland statt, und die Teilnahmedaran gilt vielen Unternehmen als un-verzichtbar. Leitmessen bringen alleweltweit relevanten Marktfhrer einerBranche zusammen und ziehen im nchs-ten Schritt viele kleinere und mittlereUnternehmen nach. In einem engen Zeit-raum finden sich auf Produkt- und An-bieterseite alle wichtigen Unternehmeneiner Branche zusammen, und damitkonzentriert sich das komplette aktuel-le Weltmarktangebot an einem Ort. Dashat eine hohe Magnetkraft.

    DIE WELTMARKTFHRERSCHAFT beruhtnicht nur auf der langen Messetradition.Die Messelandschaft hat viel zu bieten: guteKonzepte, vielversprechende Services, Aus-stellungsmglichkeiten, die flexibel den Be-drfnissen der verschiedensten Branchengerecht werden, und eine effiziente Logis-

    tik hervorragende Rahmenbedingungenfr eine erfolgreiche Branche. Die Veran-stalter investieren: in Konzepte und fralle sichtbar in Gelnde. Von Hamburgbis Friedrichshafen wurde und wird gebautund modernisiert. Das Wort berkapazit-ten hrt man dennoch nicht gern, denn die

    MESSEWIRTSCHAFT

    Zurck

    von Christiane Appel

    6 VISAVIS ECONOMY 7/08

    Ein gesundheitsbewusst und anspre-chend gestaltetes Bro, in dem sich dieMitarbeiter wohlfhlen, schafft nicht nureine angenehme Arbeitsatmosphre undbeflgelt die Kreativitt, sondern unter-sttzt auerdem eine nachhaltige, auf dieZufriedenheit und die Gesundheit der An-gestellten ausgerichtete Unternehmenskul-tur, womit nicht zuletzt der Erfolg einesUnternehmens gefrdert wird.

    Dies hat auch die Wirtschaft erkanntund lsst Taten folgen, die sich in einerextrem positiven Entwicklung der Bro-ausstatterbranche niederschlagen: Fr dasJahr 2007 hat der Verband Bro-, Sitz- undObjektmbel ein Umsatzplus von rund 15Prozent gemeldet. Fr das laufende Jahrrechnet der Verband mit einem Umsatzan-stieg von vier bis sechs Prozent.

    Auch die internationale LeitmesseOrgatec Office & Object in Kln trgtdem gestiegenen Interesse Rechnung. Sieprsentiert sich in diesem Jahr unter demTitelthema Erfolgsfaktor Bro mit einervergrerten Ausstellungsflche und attrak-tiven Sonderveranstaltungen rund um Ent-wicklungen und Trends einer wirtschaft-lich, aber auch menschlich gestalteten Ar-beitswelt. Die Themenmesse erstreckt sichin diesem Jahr ber sechs Hallen und ver-fgt damit ber eine Ausstellungsflchevon rund 130.000 m2. Die Messe zeichnetsich auerdem durch eine hohe Internatio-nalitt nicht nur auf Besucher-, sondern

    I love my office Verliebt ins BroLEITMESSE Einrichtung, Licht, Boden, Akustik und Medientechnik alldies trgt zu einem optimal gestalteten Arbeitsumfeld bei.

    KULTUR Arbeitsatmosphre, Kreativitt, Zufrieden-heit der Mitarbeiter und der Unternehmenserfolgwerden durch die Broausstattung beeinflusst.

    Strke!zur alten

    UNVERZICHTBAR Messen dienen als internationale Kommunika-tionsplattformen. Ihre Bedeutung nimmt stndig zu.

  • Hallen sind die Produktionskapazitten derMessegesellschaften. Die Flchen mssenvorgehalten werden, um berhaupt dieein oder andere Messe an Land zu ziehen.

    B2B-GESCHFTE OHNE DIESE internatio-nalen Kommunikationsplattformen sindkaum denkbar. Wichtigste Messeziele sinddas Knpfen und Vertiefen weltumspan-nender Geschftskontakte. Der Export fngtvor der Haustr an. Im Schnitt kommen 53Prozent der Aussteller aus dem Ausland.Die deutsche Industrie hat einen echtenStandortvorteil: Sie kann bereits auf ihrenMessebeteiligungen im Inland mit ihremExportmarketing beginnen, unterstreichtPeter Neven, Geschftsfhrer von Auma, an-

    gesichts der Rekordzahl auslndischer Be-sucher. Er ist berzeugt, dass auch deshalbdie Bedeutung von Messen hher ist, als somanche betriebswirtschaftliche Analysedas deutlich macht: Unternehmen kom-men ihren Kunden auf Messen entgegen.

    TROTZ REDUZIERTER Wachstumsprognosefr die Wirtschaft verzeichneten die inter-nationalen Messen ein bemerkenswert gu-tes erstes Halbjahr. Und auch an das zweiteHalbjahr sind die Erwartungshaltungen hoch,verzeichnet es doch zugkrftige Veranstal-tungen: In Leipzig lockt die GC Games Con-vention, in Berlin die Funkausstellung IFA,und in Stuttgart belegt die AMB das ge-samte Gelnde. Die Online Marketing Ds-seldorf (OMD) zeigt am 17. und 18.9., wasdie Branche vermag, in Hamburg ist es dieSMM Shipbuilding, Machinery & MarineTechnologie. Starken Zulauf drften auchdie IAA Nutzfahrzeuge in Hannover oderdie Expo Real in Mnchen haben. High-Season ist in Kln: Da geben sich die alle

    zwei Jahre stattfindende Photokina und dieOrgatec, Office und Object die Ehre. Letzt-genannte widmet sich dem ErfolgsfaktorBro und macht deutlich, wie sich ein op-timal gestaltetes Arbeitsumfeld positiv aufden Unternehmenserfolg auswirken kann.

    Entsprechend der Dichte der Leitmes-sen gut aufgestellt ist die Dienstleistungsbran-che. Was temporre Unternehmensprsen-tationen betrifft, setzen deutsche Messebau-unternehmen die Benchmarks. Der Messe-auftritt hat im Marketing-Mix besonderenStellenwert, betont Elfie Adler, Geschfts-fhrerin des Famabs, Verband Direkte Wirt-schaftskommunikation, Rheda-Wiedenbrck,und macht klar, dass Messebauunterneh-men mehr knnen als nur Stnde bauen.

    Fr Peter Neven sind Messen als multi-funktionales Marketing- und Kommunika-tionsinstrument nicht zu ersetzen. Wer neueKunden gewinnen, wer Kunden von neuenProdukten begeistern will, kann auf Messennicht verzichten, denn nur dort kann manberzeugend Emotionen vermitteln.

    auch auf Ausstellerseite aus. Voraussicht-lich werden rund 60 Prozent der Ausstelleraus dem Ausland anreisen. Neben Deutsch-land prsentiert Italien als Marktfhrer derBranche das umfangreichste Angebot.Auch Spanien, Grobritannien oder Polensind mit zahlreichen Stnden vertreten.

    Die Aussteller bilden mit ihren indivi-duellen Lsungen alle relevanten Themender gesamten Wertschpfungskette der B-ro- und Businesswelt ab. So ist die Messenicht nur fr Nutzer-Unternehmen, son-dern auch fr Architekten, Designer, denBrofachhandel und Facility Manager ausdem In- und Ausland von Interesse.

    Inhaltlich zieht sich das Motto Er-folgsfaktor Bro wie ein roter Faden durchdie Veranstaltung und macht deutlich, wiesich ein optimal gestaltetes Arbeitsumfeldauf den Unternehmenserfolg auswirken kann.Sonderschauen zu den SchwerpunktthemenLicht, Boden, Akustik und Medientechnikinformieren die Besucher ber Mglichkei-ten einer optimalen Brogestaltung.

    Auerdem gehen die Veranstalter mitdem Ultima Office, das in Zusammenarbeitmit dem Zukunftsforschungsbro Z_punktgestaltet wurde, der Frage nach, welchenHerausforderungen der Arbeitsplatz derZukunft gerecht werden muss. Hierfrwird bereits im Vorfeld ein Think Tank zur

    Zukunft des Bros geschaffen. Im Internetsind alle Interessierten aufgerufen, sich aneiner Online-Befragung zu beteiligen undsich hierfr individuelle Visionen vomBro von morgen per Video-Statement an-zuschauen. Auch auf der Messe selbst (21.-25. Oktober) wird die Think Tank-Ideedurch weitere Videostatements und Teams,die Besucher und Aussteller befragen, fort-gefhrt. So entsteht ein individueller undzugleich kollektiver Denkprozess, zu demzahlreiche Menschen unterschiedlichsterHerkunft und verschiedenster beruflicherAusrichtung beitragen. Die interessantes-ten Ergebnisse dieses Prozesses werdenauf der Messe in knstlerischer Form um-gesetzt und von Experten in verschiedenenthemenbezogenen Foren diskutiert.

    Der Andrang gibt den innovativenKonzepten des Messeteams der Orgatecrecht: Mehr als 700 Unternehmen aus 40Lndern werden erwartet. An den Erfolgder Messe glaubt auch Oliver P. Kuhrt, Ge-schftsfhrer der Koelnmesse: Das Kon-zept, das zukunftsorientierte Themen undLsungen prsentiert, Trends identifiziertund so Impulse fr die gesamte Branchegeneriert, erweist sich als sehr erfolgreich.Die Teilnahme namhafter Unternehmenaus aller Welt an der Orgatec 2008 belegtdies eindeutig. www.orgatec.de

    HINWEIS

    Pnktlich zur diesjhrigen Orgatec plant die VISAVIS-

    Redaktion ein Special zum Thema Arbeitswelten.

    Bei Interesse melden Sie sich bitte unter Telefon

    0228 / 30794-0 oder [email protected]

  • Welchen Nutzen erhofft sich Wien von derFuball-EM?Erstens profitiert Wien von den Gsten, diezu den Spielen nach Wien kommen, zwei-tens von den 5.000 Journalisten, die whrendder Euro 2008 von hier aus und ber Wienberichten. Und drittens kann sich Wien auch ber die Medien als wirtschaftlicherfolgreiche Metropole prsentieren.Warum stellen sich Stadt und Region ge-rade fr Unternehmen, die in Zentral-, Ost-und Sdosteuropa ttig sind, als idealerAusgangspunkt dar?Wien ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort,der sich durch seine geografische Lage imHerzen Europas, hervorragend ausgebilde-te Fachkrfte sowie ein hohes Ma an Le-bensqualitt auszeichnet. Seit dem EU-Bei-tritt sterreichs hat Wien verstrkt ausln-dische Investoren angezogen. Jedes zweiteUnternehmen, das nach sterreich kommt,whlt Wien als Standort. Das belegen dierund 300 internationalen Unternehmen, dieihre Mittel- und Osteuropa-Zentrale hier er-richtet haben. Umgekehrt siedeln sich im-

    mer mehr Unternehmen aus dem CEE-Rauman und nutzen Wien als Sprungbrett in denWesten. Das ungebremste Interesse und En-gagement internationaler Investoren ist einVertrauensbeweis fr den Wirtschaftsstand-ort Wien und zeigt, dass Wien trotz der EU-Erweiterung nicht an Attraktivitt verlorenhat. Im Gegenteil: Durch seine Nhe zu denMrkten Mittel- und Osteuropas erfllt Wiendie Funktion einer zentraleuropischen Dreh-scheibe und punktet nicht zuletzt durch seinelange Erfahrung im Ostgeschft. Wiens Be-triebe waren unter den ersten auf dem ost-europischen Markt, verfgen daher bergroe Erfahrung und agieren als Trffnerfr nachfolgende Unternehmen. In vielenLndern Zentral- und Osteuropas sind Wie-ner Unternehmen mittlerweile die grtenauslndischen Kapitalgeber.Welche Vorteile bietet der Standort?Wien punktet durch seine historisch ge-wachsenen Verbindungen, seine engenwirtschaftlichen Verflechtungen und seineNhe zu Ost-Mitteleuropa und zum West-balkan sowie durch den Flughafen Wien als

    dem zentralen Hub fr die neuen Mrktedes CEE-Raums. Keine anderen europi-schen Hauptstdte liegen so nahe beieinan-der wie Wien und Bratislava. Beide Stdte-profile ergnzen sich exzellent. Die Stand-ortschwchen des einen sind die Standort-strken des anderen. Wenn beide Stdte ge-meinsam ihre Vorteile zu nutzen wissen,verfgen sie ber einen im neuen Europaeinmaligen Mix aus attraktiven Standortbe-dingungen.Wie entwickelt sich der Standort in dennchsten Jahren?Wien wird auch weiterhin von der Entwick-lung der starken CEE-Mrkte profitieren.Bereits heute geht ber ein Fnftel der Wie-ner Exporte in die neuen EU-Mitgliedsln-der. Voraussichtlich wird die Nachfrage inden CEE-Lndern weiter steigen. Mittel-und Osteuropa ist eine der wichtigstenWachstumsregionen. Auerdem entwickeltsich Wien zu einer technologie- und dienst-leistungsorientierten Wirtschaft. Die meis-ten der neu angesiedelten Unternehmenkommen aus den Wachstumsbranchen IKT,Life Sciences oder Finanzdienstleistung die Umwelttechnologien nicht zu verges-sen. Die Wirtschaftskammer Wien forciertQualitts- und Innovationssteigerung. Wirengagieren uns in einer langjhrigen Part-nerschaft mit der Technischen UniversittWien in der Vernetzung von Wissenschaftund Wirtschaft. Dabei knnen Unternehmenrasch und einfach auf das Wissen der Wis-senschaftler zurckgreifen. Zukunftsorien-tierte Standortpolitik beinhaltet zudem diequalitative Frderung von Ausbildung, denAusbau der Infrastruktur sowie eine inten-sive Bestandspflege. Im Sinne einer nach-haltigen Entwicklung sollte am StandortWien auch eine Basis an Produktions-, Lo-gistik- und Grohandelsunternehmen erhal-ten bleiben. Dazu gehrt eine Flchenpoli-tik, die Produktions- und Industriestandorteauch langfristig absichert. Klare Aussagendazu erwarten wir vom Betriebsflchen-konzept der Stadt Wien, das derzeit finali-siert wird. Die laufende Optimierung derVerkehrsanbindungen ist gleichermaen Be-standspflege und Zukunftsvorsorge. Dazuzhlen etwa die wirtschaftliche Absiche-rung des Flughafens, der rasche Ausbau derWest- und Sdbahn sowie die stabile Wei-terentwicklung der Wasserstrae Donau.Im Hinblick auf den Gterumschlag sindauch Strae und Schiene in der RegionWien auszubauen. www.wko.at/wien

    Wien Tor nach OsteuropaSTANDORT Brigitte Jank, Prsidentin der Wirtschaftskammer Wien, be-tont im Interview mit VISAVIS die Strken der Stadt und Region.

    ROLLE Durch seine Nhe zu den Mrkten Mittel- undOsteuropas erfllt Wien die Funktion einer zentraleuro-pischen Drehscheibe, erklrt Brigitte Jank.

    8 VISAVIS ECONOMY 7/08

    TITELTHEMA

    Quel

    le:O

    neye

  • Alpen

    Der

    dergute Ruf

    STRKE Liechtenstein, sterreich und die Schweiz haben sich zuden attraktivsten Wirtschaftsstandorten Europas entwickelt.Sie berzeugen durch gute nachbarschaftliche Beziehungen.

    VISAVIS ECONOMY 7/08 9

    D as Fuballfest in den Alpen ist abge-pfiffen. Die Schweiz, sterreich und mittendrin Liechtenstein sindjedoch mehr als Top-Adressen fr Spitzen-sportler. So waren Produkte und Private Ban-king mit dem Label Swissness 2007 be-gehrt wie nie zuvor. Um die hohe Lebens-qualitt im Alpenland zu sichern, hat derSchweizer Bundesrat in Bern die Wachs-tumspolitik 2008 bis 2011 neu formuliert.Und der Finanzplatz ist dabei, sich fr dieZukunft zu rsten.

    DER INNOVATIONS- UND Wachstumsmo-tor in sterreich ist die Industrie. Ebenfallsfrher als andere expandierten Banken undVersicherungen in Mittel-, Ost- und Sd-osteuropa. Der Bankplatz sterreich undhier besonders Wien entwickelt sich zurinteressanten Alternative zu anderen Finanz-pltzen rund um den Globus.

    ALS HEIMLICHE STRKE gilt die Exportwirt-schaft im 35.000-Einwohner-Land Liech-tenstein, das rund 30.000 Arbeitspltze hat.Bank-, Versicherungs- und Fondsplatz leis-ten somit einen beachtlichen Beitrag zum

    Wohlstand Liechtensteins. Und: Liechten-steinische Banken stehen seit Jahrzehntenfr Stabilitt, Rechtssicherheit und Tradi-tion im Private Banking. Der gute Ruf desBankenplatzes beruht auf diesen Fakten,erlutert Michael Lauber, Geschftsfhrerdes Liechtensteiner Bankenverbandes dieVorteile des Frstentums.

    Nicht selten wird der Finanzplatz auchals Auenstelle des Finanzplatzes Zrichbezeichnet. Alle drei Alpenlnder ster-reich, die Schweiz und Liechtenstein ste-hen dazu, dass die Privatsphre ein Wert ist,den es zu schtzen gilt.

    WIE MIT EINEM rohen Ei, so ist es auch mitder Privatsphre: einmal aufgeschlagen,immer aufgeschlagen: Vom genetischenCode bis zur Finanzinformation, vom Pa-parazzi-Journalismus bis zur Internet-Kom-munikation es gibt fast nichts mehr, wasdem Zugriff des Staates oder einiger Pri-vatpersonen verborgen bleibt. Das Privatescheint in Gefahr. Manches Land versucht,am Wert der Privatsphre wenn auch durchviele Ausnahmen und Bedingungen durch-lchert festzuhalten. So bleibt Liechten-

    steins Wirtschaftspolitik beim Leitmotiv:Transparenz wo ntig, Privatsphre womglich. Privatheit und Privateigentum ge-hren zusammen im Kleinstaat zwischender Schweiz und sterreich. Zugegeben: DasBankkundengeheimnis, das dem der Schweiz

    SPITZENPOSITION sterreichs Wirtschaft ist ausgezeich-net aufgestellt und sterreich als Standort allemal, machtBundeswirtschaftsminister Martin Bartenstein deutlich.

    von Kornelia Pfeiffer

  • Das Frstentum Liechtenstein hat vorzwei Jahren sein 200-jhriges Bestehen alssouverner Staat gefeiert. Beigetragen zudieser langen Geschichte und zur positivenEntwicklung haben zweifellos die engeVerbundenheit mit der Schweiz und dieTatsache, dass sich Liechtenstein im Laufeder Zeit von einem Agrarstaat in eine pro-sperierende Industrie- und Finanzdienst-leistungswirtschaft entwickelt hat. Dabeihat das Land schon im 19. Jahrhundert berden Zollvertrag mit sterreich /Ungarn oderdie Mitgliedschaft im Deutschen BundPartnerschaften gesucht und gefunden, diezum wirtschaftlichen Aufschwung undpolitischen berleben beigetragen haben.Dies galt besonders durch die erwhntenVertrge mit der Schweiz sowie im spten20. Jahrhundert durch die Mitgliedschaftbeim Europarat, der EFTA, dem Europ-

    ischen Wirtschaftsraum EWR und bei denVereinten Nationen. Der Kleinstaat Liech-tenstein hat damit auch den Schritt in einmultinationales und globales Zeitalter ge-tan, ohne die bilateralen Verbindungen zuseinen Nachbarn zu schwchen.

    Erstaunlich ist nicht nur die lange Ge-schichte, sondern auch die heutige Diver-sitt der Wirtschaft. Sind andere kleine po-litische Einheiten in der Regel von der Aus-richtung auf einen Wirtschaftszweig ge-prgt, weist Liechtenstein eine berdurch-schnittlich starke Exportindustrie, einen in-ternational ttigen Finanzdienstleistungssek-tor und ein regional ausgerichtetes Gewer-be auf. Diese Struktur bildet die Grundlagefr die Einbettung der liechtensteinischenWirtschaft in jene des Europischen Wirt-schaftsraums, dessen Rechtsnormen frLiechtenstein gelten. Ein wirtschaftlich stark

    entwickelter Kleinstaat muss Standortbe-dingungen bieten, die besser sind als die-jenigen seiner Umgebung. Das FrstentumLiechtenstein ist gut damit gefahren, dassder Staat sich auf die Festsetzung der Rah-menbedingungen beschrnkt und durch dieinternationale Zusammenarbeit allen Wirt-schaftsbereichen einen mglichst hinder-nisfreien Zugang zu den regionalen, euro-pischen und weltweiten Mrkten sichert.

    Dies gilt nicht nur fr industrielle Pro-dukte, sondern auch fr Finanzdienstleis-tungen. Gerade in diesem Bereich hat dieinternationale Kooperation in den letztenJahren eine starke Ausweitung erfahren.Eine wichtige Voraussetzung bildet diemoderne Finanzmarktaufsicht in Liechten-stein, welche die Umsetzung der hohenStandards sicherstellt. Das Vertrauen in ei-nen Finanzplatz hat wesentlich mit der po-litischen Stabilitt und der Professionalittder Aufsichtsorgane zu tun.

    Dass Liechtenstein wie die Schweiz undandere Lnder das Prinzip der Diskretion frBankkundendaten hoch hlt, entspricht ei-ner grundstzlichen Haltung. Unabhngigvon der rechtlichen Ausgestaltung einerknftigen internationalen Zusammenarbeitwird dieser Aspekt in der Beziehung zwi-schen Bank und Kunden weiterhin einenhohen Stellenwert genieen.

    Die VP Bank ist vor ber 50 Jahren alsPrivatbank fr die Vermgensverwaltungentstanden und hat diese Zielsetzung biszur heutigen international ttigen VP BankGruppe weiterentwickelt. Das Aktionariatmit der nach dem Grnder der Bank be-nannten gemeinntzigen Stiftung als Haupt-aktionr steht fr Stabilitt und langfristigeZielsetzungen. Gerade die letzten Monatehaben gezeigt, dass Gre allein keine Si-cherheit bietet. Sicherheit basiert auf derVerantwortung gegenber den Kunden.

    Die VP Bank hat heute Kunden aus derganzen Welt. Sie ist damit ein Teil der glo-balen Vernetzung des Standorts Liechten-stein, aber auch ein Teil der Werte, welchedie Entwicklung dieses Kleinstaates pr-gen, der in zunehmendem Mae zu einerPlattform fr Ttigkeiten in neuen Mrktengeworden ist. Die VP Bank Gruppe ist ber-zeugt, dass sich gerade fr eine Bank in derGrenordnung und mit der Strategie derVP Bank Gruppe groe Chancen bieten,die Zukunft zum Wohle ihrer Kundinnenund Kunden erfolgreich zu gestalten. Infosunter: www.vpbank.com

    Vertrauen in den PartnerLIECHTENSTEIN Politische Stabilitt sowie eine florierende Industrie-und Finanzdienstleistungswirtschaft sprechen fr den Standort.

    VERTRAUEN Hans Brunhart, ehemaliger Regierungschef in Liechtenstein und seit 1996 Prsident des Verwaltungsratesder VP Bank, sieht Partnerschaften als wichtige Grundlage des Standortes Liechtenstein.

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  • VISAVIS ECONOMY 7/08 11

    nachgebildet ist, gilt als Markenzeichen. Wersich jedoch die Mhe macht, sieht rasch,dass Liechtenstein viel mehr bietet als nurein Bankgeheimnis: Das kleine Land machtauch als Hightech-Standort, als kleiner Ex-portweltmeister und mit Familienunterneh-men, die Weltmarken sind, auf sich aufmerk-sam. Forschungsintensive Spitzentechnolo-gie geht als Hauptexportprodukt in alleKontinente. Die Exportindustrie gilt alsheimliche Strke des Wirtschaftsstandortes.

    Liechtensteins Industrie ist mit ihrenProdukten auf allen internationalen Mrk-ten vertreten. 2007 legte die Exportindus-trie sie erwirtschaftet 40 Prozent der Wert-schpfung krftig um 16 Prozent zu undlieferte Waren fr 4,2 Milliarden Franken in137 Lnder der Erde. Hinzu kommen Ex-porte fr rund 800 Millionen Franken in dieSchweiz. 65 Prozent der Exporte gehen indie Europische Union. Deutschland undsterreich gehren wie die Schweiz zuden wichtigsten Handelspartnern. Zugleichhaben Industrieunternehmen wie etwa Hilti,Ivoclar Vivadent, ThyssenKrupp Presta rund um den Globus eigene Produktionsstt-ten eingerichtet.

    BANK-, VERSICHERUNGS- UND Fondsplatzerwirtschaften rund 30 Prozent des Brut-toinlandsproduktes und leisten somit einenbeachtlichen Beitrag zum WohlstandLiechtensteins. Bis Ende 2007 ist der Fi-nanzstandort Liechtenstein stark gewach-sen. Das verwaltete Kundenvermgen klet-terte auf 277,7 Milliarden Franken. Nichtselten wird der Finanzplatz auch als Au-enstelle des Finanzplatzes Zrich bezeich-net. Auch fr Versicherungen ist Liechten-stein ein europischer Sonderfall: Es ist daseinzige Land, von dem aus Versicherungs-produkte im EU-Binnenmarkt und in derSchweiz vertrieben werden knnen.

    PRIVATE INSURING MADE in Liechtensteinpasst daher der sterreichischen Uniqa-Gruppe gut ins Konzept. Uniqa Liechten-stein hat nicht nur einen Namen als Kunst-und Musikinstrumentversicherung, sogar in

    der Schweiz und Deutschland, sondern istauch fr den Konzern das Zentrum frPrivate Insuring. Die Marke, die auf denStirnbndern sterreichischer Skirennlu-fer zu lesen ist, konzentriert sich von Vaduzaus auf vermgende Privatkunden. Sie hatsich spezialisiert auf intelligente Produktemit den Privilegien der liechtensteinischenLebensversicherung.

    Die Finanzakteure in Liechtenstein pfle-gen solide Geschftsmodelle. So verfolgendie drei groen Banken LGT Group, Lan-desbank-Gruppe und VP Bank Gruppe konsequent Onshore-Strategien in Europa,

    dem Mittleren Osten und in Asien. Die VPBank Gruppe begann schon vor mehrerenJahren neue Mrkte zu erschlieen. Heutesteuert der wichtige Schweizer Markt einViertel der verwalteten Kundenvermgenbei. Zugleich standen die vergangenen zwlfMonate im Zeichen markanter Projekte: Miteiner neuen Bank in Singapur und einerneuen Vermgensverwaltungsgesellschaft inHongkong und in Dubai haben der Mittlereund Ferne Osten hchste Prioritt. Undauch in Deutschland will die VP Bank imOnshore-Private-Banking wachsen und ihreMarktprsenz von Mnchen aus erweitern.

    Die Nhe zu den dynamischen Mrkten Sd-und Osteuropas machen den Brsenplatz Wienschon seit lngerer Zeit zum etablierten Player imosteuropischen Raum. Als Raiffeisen Centrobankim Januar 2003 das erste Index-Zertifikat auf denvon der Wiener Brse berechneten CECE-Indexemittierte, war dies eine Innovation. Erstmals gabes fr Privatanleger ein einfaches und kostengns-tiges Zugangsprodukt zu den aufstrebendenAktienmrkten der Lnder Polen, Ungarn undTschechien. Der CECE-Index konnte sich in denfolgenden Jahren mehr als verdreifachen und be-scherte Anlegern saftige Gewinne.

    Seit 2006 rcken die Lnder Sdosteuropasverstrkt in den Blickpunkt vieler Investoren. ber-proportionales Wachstum und stark steigende Kur-

    se gelten fast schon als Synonym fr die Aktien-mrkte in Bulgarien, Rumnien, Slowenien und Kro-atien. Das hohe Wirtschaftswachstum sowie dieEU bzw. die EWU-Beitrittsfantasie sind die Motorendes Aufschwungs.

    Die Region Ost- und Sdosteuropa gilt alsjene mit dem zweithchsten Wirtschaftswachstumnach China und Indien. Eine Potenzialwachstums-analyse der Osteuropa-Spezialisten von RaiffeisenResearch zeigt, dass der Aufholprozess noch langenicht abgeschlossen ist. Das Wirtschaftswachstumder SEE-Staaten (Rumnien, Bulgarien, Kroatien,Serbien und Bosnien) sowie der CE-Lnder (Polen,Ungarn, Tschechische Republik, Slowakei und Slo-wenien) sollte bis 2020 deutlich ber jenem deralten EU-12 liegen.

    Nichtsdestotrotz konnten sich auch diemeisten osteuropischen Mrkte nicht dem globalschwachen Aktienumfeld der vergangenen zwlfMonate entziehen und mussten teilweise deutlicheKursrckgnge hinnehmen. Die Frage nach demrichtigen Einstiegszeitpunkt ist schwer zu beant-worten, doch gerade der mittel- bis lngerfristigorientierte Anleger knnte jetzt attraktive Kaufgele-genheiten vorfinden.

    Zusammenfassend kann gesagt werden,dass nicht nur die Mrkte in Ost- und Sdosteuro-pa dynamisch gewachsen sind, sondern auch dieAngebotsbreite und -tiefe an Zertifikaten auf Ba-siswerte dieser Region rasant zugenommen hat.Als Osteuropa-Spezialist bietet Raiffeisen Centro-bank eine Vielzahl an klassischen Marktzugangs-produkten an. Die Palette reicht von Garantie- undBonus-Zertifikaten ber Index-Zertifikate bis hin zuHebelprodukten und spricht somit alle Anleger-typen von sicherheits- bis tradingorientiert an.Weitere Informationen unter: www.rcb.at

    Erfolgsstory Osteuropa

    DYNAMISCH Wer investieren will, kommt an den Ln-dern Ost- und Sdosteuropas nicht vorbei, die sich durchstarkes Wachstum und steigende Kurse auszeichnen.

    Indizes der Wiener Brse- RTX (Russland)- RTX MID CAP (Russland)

    - CECE (Polen, Ungarn, Tschechien)- SETX (Slowenien, Rumnien, Bulgarien, Kroatien)- CECExt (CECE & SETX)- CECE Branchenindizes- ShortCECE- CECE MID CAP- CTX (Tschechien)- HTX (Ungarn)- KTX (Kasachstan)- PTX (Polen)- RDX (Russland)- ROTX (Rumnien)- UTX (Ukraine)

    Indizes der Brse Stuttgart- S-BOX DIMAC Osteuropa Performance-Index

    Basket Zertifikate von RCB- Ost-Basket (Rumnien, Bulgarien, Kroatien)- Ost-Basket XL (Trkei, Estland, Slowenien, Rumnien, Bulgarien, Kroatien)- Take-Over Ost Basket- CEE Telecom-Basket- Ost-Basket - Next Generation (Serbien, Kroatien)- Ost-Basket - UK (Ukraine, Kasachstan)- Trkei Value Basket

    Indizes der Ljubljana Stock Exchange- SBI TOP

    Aufstrebende Aktienmrkte bieten gute Gewinnchancen.

    WEITERE INFORMATIONEN UNTER:

    @+ www.wsoe.at+ www.bankenverband.li+ www.voebb.at+ www.swissbanking.org

    + www.fhs.ch

  • Welche Rolle spielt die Versicherungs-branche beim Aufschwung des Wirt-schaftsstandortes Liechtenstein?Das Frstentum Liechtenstein hat whrendder Euro 2008 mit dem Slogan Mittendringeworben. Dieses Mittendrin lsst sichauch als Erfolgsfaktor fr den Aufschwungdes Wirtschaftsstandortes ausmachen, be-sonders fr die rasante Entwicklung desFinanzplatzes Liechtenstein. Der Schweizhistorisch verbunden, ist das Frstentum1995 dem Europischen Wirtschaftsraumbeigetreten und ermglicht damit allenMarktteilnehmern, die Privilegien des Stand-ortes im gesamten EWR anzubieten. Dis-kretion, Flexibilitt und politische Stabili-tt sind die Highlights unseres Landes. DieVersicherungsbranche nutzt die Vorzgedes Standortes, indem sie ihre Lsungenim freien Dienstleistungsverkehr offeriert.Der Erfolg gibt der Branche recht: Jhrlichwerden enorme Zuwachsraten verzeichnet,PrivateInsuring aus Liechtenstein ist Fix-bestandteil von jedem guten Vermgens-veranlagungskonzept.Wie setzt die Uniqa LebensversicherungAG das in Liechtenstein verankerte Kon-zept der Privatheit um?Wir ermglichen unseren Kunden, ihrePrmien nicht wie blich in einem kollek-tiven Deckungsstock verwalten zu lassen.Vielmehr bieten wir die Veranlagung in ei-

    nem individuellen, nur fr diesen Vertragangelegten Sonderdeckungsstock. Fr un-sere Versicherungsnehmer heit das: Ma-geschneiderte Veranlagung in einer PrivateInsuring-Police, Schatulle statt Einheits-topf! Die Privatheit wird von den idealenRahmenbedingungen der liechtensteini-schen Lebensversicherung abgerundet:Das Versicherungsgeheimnis ist in der Ver-fassung des Frstentums verankert.Welche Strken und Chancen ergebensich durch die Einbettung in den Uniqa-Konzern mit bewusst sterreichischerIdentitt?Unsere Einbettung in den Konzern ergibtausgezeichnete Synergieeffekte fr unsund unsere Schwestergesellschaften. Wirknnen auf deren profunde Kenntnis derlokalen Mrkte mit ihren regionalen Vor-schriften zurckgreifen. Im Gegenzug bie-ten wir den anderen Uniqa-Gesellschaftendie Mglichkeit, ihre regionalen Angeboteum unsere PrivateInsuring-Lsungen zu er-gnzen. Somit knnen wir gemeinsam de-ren Kunden, die privilegierte Veranlagun-gen im Ausland suchen, innerhalb des Kon-zerns eine High-End-Lsung aus Liechten-stein anbieten. Die sterreichische Identittpasst sehr gut zum Standort Liechtenstein das Frstentum orientiert sich neben derSchweiz sehr stark an sterreich, das bila-terale Verhltnis ist traditionell ein gutes.

    Welche Produkte sind angesichts interna-tionaler Trends zukunftsweisend?Seit der Pionierzeit des Versicherungsstand-ortes Liechtenstein 1995 hat sich die Pro-duktentwicklung grundlegend gewandelt.Durch die konsequente Ausrichtung als Fi-nanzdienstleister am Puls der Zeit stehenindividuelle Lsungen im Vordergrund: Esgeht zunehmend um Makonfektion frdie Veranlagung. Ein Beispiel ist die indi-viduell gemanagte PrivateInsuring-Police aufder Basis eines exklusiv fr den Vertrag ge-fhrten Depots. In dieser intelligenten Ver-knpfung von Private Banking und PrivateInsuring zu einem Kompetenz-Netzwerkknnen Bank und Vermgensverwalter aufWunsch weiterhin ihre bewhrten Funktio-nen ausben und die Vertragspartner pro-fitieren von den Privilegien der Lebensver-sicherung. Hand in Hand mit dem Trendzur individuellen Versicherungslsung gehtin zahlreichen Lndern die Erkenntnis, dassauch die Altersvorsorge zunehmend selbst-gesteuert wird und jeder Einzelne dafrverantwortlich zeichnet. In diesem Zusam-menhang wird das bedarfsorientierte Ab-laufmanagement zentrale Bedeutung erlan-gen. Nach dem Vermgensaufbau suchtder Kunde attraktive, garantierte Finanzl-sungen. Hier sehe ich durch die Longlife-Thematik ein groes Potenzial fr flexibleIndividualrenten. Weitere Informationenunter: www.uniqa.li

    Schatulle statt EinheitstopfINDIVIDUELL Christian Strasser, geschftsfhrender Verwaltungsrat inVaduz, ber die Vorteile der Versicherungsbranche in Liechtenstein.

    VORTEIL Christian Strasser betont: Wir bieten mage-schneiderte Veranlagung in einem individuellen, nur fr die-sen Vertrag angelegten Sonderdeckungsstock.

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  • UHREN, SCHOKOLADE, BANKEN, Kse das fllt Menschen in Deutschland, Japan, denUSA, China und weiteren 62 Lndern derErde ein, wenn sie an die Schweiz denken.Das Land, in dem Albert Einstein forschteund das Bond-Girl Ursula Andress aufwuchs,steht fr erstklassige Produkte, Waren undMarken. Das Schweizer Kreuz, die Alpen-landschaft mit Matterhorn und Vierwaldstt-ter See, das Bild von Zuverlssigkeit, Spit-zenqualitt, Exklusivitt all das gehrtzur Marke Schweiz. Die politische Sonder-rolle der Schweiz in Europa und die Finanz-welt werden jedoch auch kritisch beugt.

    Die Schweizer Banken bewegen sichzurzeit in zwei Welten: So sind die beidenGrobanken in Zrich, UBS und CrditSuisse, von der US-Hypothekenkrise starkbetroffen. Zudem erreichen den SchweizerFinanzplatz aus den USA ungute Signale.Es geht um die Frage, ob die UBS das soge-nannte Qualified-Intermediary-Abkommenkorrekt umgesetzt hat. Das QI-Abkommenmacht die Banken faktisch zu assoziiertenAuenstellen des amerikanischen Fiskus.Allerdings haben UBS wie CS in den letz-ten Jahren ihr Onshore-Geschft in denwichtigen europischen Mrkten und in denUSA ausgebaut.

    DER FINANZPLATZ SCHWEIZ verwaltete En-de Mrz 2008 rund 4,732 Billionen Fran-ken an Kundenvermgen. Jetzt ist er dabei,sich fr die Zukunft zu rsten. Interessiertwartet die Finanzbranche auf Ergebnissedes im September 2007 vorgestellten Mas-terplan Finanzplatz Schweiz, um den Fi-nanzplatz nachhaltig zu strken. Der hatnmlich an Wachstumstempo eingebt.Ziel ist es, die Schweiz nach London undNew York als Top-3-Finanzzentrum zu eta-blieren. Derzeit erwirtschaftet die Finanz-branche etwa 18 Prozent der SchweizerWertschpfung.

    Die Marke Schweiz hat viele Marken-Manager: Bei den Anmeldungen von Pa-tenten ist die Schweiz Weltmeister, die Un-ternehmen genieen weltweit einen gutenRuf fr ihre Spitzenqualitt. Um die hoheLebensqualitt im Alpenland zu sichern,hat der Schweizer Bundesrat die Wachs-tumspolitik 2008 bis 2011 neu formuliert.Auf mehreren Ebenen will die Politik dieBedingungen fr die Wirtschaftsentwick-lung verbessern: Von der Pole-Position auswill der Wirtschaftsstandort seine Positionim globalen Wettbewerb strken. Dabei

    Der Kanton Jura, jngster Kantonder Schweiz, darf bald 30 Jahre Unabhn-gigkeit und soziale wie wirtschaftliche Dy-namik feiern. In unmittelbarer Nhe vonBasel, Deutschland und Frankreich gele-gen, hat der Kanton sich die internationa-le Entwicklung auf die Fahne geschrieben.

    Politische Abkommen mit europi-schen, afrikanischen und asiatischen Ln-dern sowie eine stark exportorientierteWirtschaft prgen den Kanton. Trotz sei-ner geringen Einwohnerzahl von nur rund70.000 findet man auf der ganzen Weltein Stck Schweizer Jura. Wenn Sie egal wo Sie sind auf Ihre Uhr sehen,weil Sie wissen wollen, wie spt es geradeist, besteht eine sehr hohe Wahrscheinlich-keit, dass Sie dabei ein Stck Know-howaus dem Jura betrachten.

    Dank seiner privilegierten Lage be-findet sich der Kanton Jura im Herzen derMikrotechnologie und vor den Toren einesder weltweit grten Chemie- und Phar-mazentren. Der Jura ist seit Jahrhunder-ten vor allem eine Uhrenregion. Die Uh-renindustrie wchst weiterhin stark, wobeisie sich auf prestigetrchtige Marken undein dichtes Netz von stark diversifiziertenZulieferern sttzen kann.

    Mit der Uhrenindustrie hat sichauch die Mechanik und Maschinenindus-trie entwickelt. Bereiche,in denen sich der Jura in-zwischen ebenfalls einenNamen gemacht hat. Diehohe technische Speziali-sierung erlaubt die Beliefe-rung von Chemie-, Pharma-und Medizinaltechnik-Un-ternehmen, aber auch derNahrungsmittel- und Auto-mobilindustrie.

    Um neue Branchen zuentwickeln, bietet der Kan-ton Jura neben finanziellerund steuerlicher Unterstt-zung fr bestehende, tradi-tionell starke Industriezwei-ge, vor allem Hilfe fr Be-

    reiche mit enormem Entwicklungspoten-zial, wie Life-Science oder Informations-technologie. In den letzten Jahren fhltensich pro anno mehr als zwanzig belgische,franzsische und deutsche Unternehmenvon den vorteilhaften Strukturen (verfgba-res Land, niedrige Sozialkosten, qualifizier-te Arbeitskrfte, finanzielle Untersttzung,politische Stabilitt, Arbeitsfrieden etc.)angezogen und siedelten sich erfolgreichim Jura an.

    Die verkehrstechnischen Rahmenbe-dingungen des Kantons verbessern sichzunehmend. Fr 2011 ist die Erffnungder nahe der jurassischen Grenze gelege-nen TGV-Linie Rhein-Rhne geplant.Dies rckt Paris in unmittelbare Nhe derSchweiz (Reisezeit unter drei Stunden).Nach Fertigstellung der Autobahn A16(Transjurane) wird die Region ber einedirekte Verbindung zwischen SchweizerMittelland und Frankreich verfgen. DerEuroAirport Basel-Mulhouse trgt mitnur 45 Autominuten Entfernung zur opti-malen Verkehrsanbindung bei.

    Im Kanton Jura untersttzt die Wirt-schaftsfrderung einheimische und aus-lndische Unternehmen, die sich in derRegion niederlassen mchten, tatkrftigbei ihrer gesamten wirtschaftlichen Akti-vitt. Informationen: www.jura.ch/eco

    Im Herzen von EuropaSTANDORT Der Schweizer Kanton Jura ist zentral gelegen und bietet optima-le Bedingungen fr Unternehmen in einer wunderschnen Region.

  • Innovative Services helfen nicht nurden Kunden, den Alltag zu managen, sieleisten auch einen Beitrag zur gesamtwirt-schaftlichen Entwicklung. Die TelekomAustria Group fungiert als technologischerBrckenkopf und versorgt Menschen in neunLndern Mittel-, Ost- und Sdosteuropasmit modernsten Informations- und Kom-munikationsservices. Damit vertrauen ins-gesamt mehr als 2,4 Millionen Kunden imFestnetz und ber 15,4 Millionen in derMobilkommunikation auf die Produkte undServices der Telekom Austria Group, diemit rund 17.600 Mitarbeitern im Geschfts-jahr 2007 einen Umsatz von 4,9 MilliardenEuro erwirtschaftet hat, erlutert BorisNemsic, CEO der Telekom Austria Groupund CEO von mobilkom austria.

    Als Markt- und Innovationsfhrer insterreich investiert die Telekom AustriaGroup in die Entwicklung innovativer Kom-munikationsdienste und in die dafr not-wendige High-Tech-Infrastruktur, die auchim Rahmen der Vorbereitungsarbeiten frdie Fuball-Europameisterschaft weiteraufgerstet wurde.

    Ausfallsichere Netzwerke sowie gutausgebildete Arbeitnehmer gelten als wich-

    tige Faktoren, welche die Attraktivitt desWirtschaftsstandortes sterreich mitbe-stimmen. Darber hinaus belegen interna-tionale Studien den hohen Stellenwert, denIKT (Informations- und Kommunikations-technologien) fr die Entwicklung einesLandes haben: Alleine fr sterreich gibt esSchtzungen, dass 2007 Investitionen inIKT 0,35 Prozentpunkte des gesamten BIP-Wachstums von 2,15 Prozent darstellen.

    Auerhalb sterreichs gehren Ge-sellschaften in Liechtenstein, Tschechien,Slowenien, Kroatien, den Republiken Ser-bien und Mazedonien, Bulgarien und Wei-russland zur Telekom Austria Group. Als1999 Vipnet in Kroatien als erstes ausln-disches Mobilfunkunternehmen der Tele-kom Austria Group on air ging, wurde derGrundstein fr eine auf Wertzuwachs fo-kussierte Expansion gelegt. Die seither inden sdosteuropischen Lndern gesammel-ten Erfahrungen waren eine gute Basis, umerfolgreich in weitere Mrkte vorzudrin-gen. Nach dem Launch der beiden neuenMobilfunkunternehmen in der RepublikSerbien und der Republik Mazedonien imSommer 2007 wurde im Oktober dessel-ben Jahres die mehrheitliche bernahme

    des weirussischen MobilfunkanbietersVelcom besiegelt.

    Bei allen ihren Auslandsunternehmensetzt die Telekom Austria Group auf einenstark lokal geprgten Ansatz. Dies trifftsowohl auf den Marktauftritt als auch aufdie Mitarbeiter und das Management zu.So zhlt die frhzeitige Einbeziehung lo-kaler Spezialisten in die Unternehmens-fhrung der Tochterfirmen zu einem wich-tigen Erfolgsfaktor. Denn dadurch flieteinerseits das Wissen um rtliche Gegeben-heiten in die Arbeit ein, und andererseitsknnen die Arbeitnehmer von dem in derTelekom Austria Group vorhandenen Know-how profitieren. Basierend auf den sehr gu-ten Erfahrungen dieses offenen Fhrungs-stils finden zwischen den einzelnen Ge-sellschaften regelmig institutionalisierteAustauschprogramme statt, die den be-ruflichen und kulturellen Dialog frdern.

    Motivierte und gut ausgebildete Mit-arbeiter und der Einsatz innovativer Tech-nologien fr die Kommunikationsdienste derZukunft ermglichen eine positive Pers-pektive fr die Telekom Austria Group undleisten gleichzeitig einen Beitrag zur Ent-wicklung der Region, so Boris Nemsic.Weitere Informationen im Internet unter:www.telekomaustria.com

    Think global, act localKREATIV Mit innovativen Telekommunikationsdienstleistungen punktetdie Telekom Austria Group sowohl am Heimmarkt als auch in Osteuropa.

    ZUFRIEDEN Wir profitieren von den fundierten Kennt-nissen rtlicher Spezialisten, unterstreicht Boris Nemsic,CEO der Telekom Austria Group.

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    scheint Made in Switzerland begehrt wienie zuvor. Die Exporte stiegen Ende 2007auf 197,3 Milliarden Franken. Erfolgreichkonzentriert sich die Wirtschaft auf hher-wertige Segmente wie Uhren, Przisions-maschinen, Chemie und Pharmazie. Im Taktder Zeit tickt auch die Zukunft im Jurabo-gen. Die Schweizer Uhrenindustrie sie kon-zentriert sich auf die Stdte La Chaux-de-Fonds im Kanton Jura sowie Le Locle, Bielund Grenchen zeigt sich als berfliegerim Exportgeschft. Die Ausfuhren erhh-ten sich auf rund 16 Milliarden FrankenEnde 2007 ein Rekord. Luxusuhren sindgefragt. Wer an die Schweiz denkt, sprichtvon ihren Uhren, erklrt Jean-DanielPasche, Prsident Federation of the SwissWatch Industry FH. Das Label ist einewichtige Referenz fr die Konsumentenund lsst sie rund um Welt an Begriffe wieQualitt, Przision, Tradition oder Innova-tion denken. In der Uhrenproduktion spie-gelt sich wider, wofr Swissness in einerglobalisierten Welt steht.

    DER INNOVATIONS- UND Wachstumsmo-tor in sterreich ist die Industrie auchwenn Kaiserin Sissi auf einem Westenta-schen-Computer durch Wien begleitet und2007 fr den Tourismus ein Rekordjahrwar. Zwei Drittel des Wirtschaftswachs-tums verdankt sterreich dem technologi-schen Wandel, der Forschung und Innova-tion. Die Unternehmen entwickeln eine be-merkenswerte Dynamik, selbst die Klein-und Mittelbetriebe forschen mit Erfolg undbringen neue Produkte und Waren auf denMarkt.

    Unter den Innovationsstandorten derEuropischen Union liegt die Alpenrepublikauf Platz fnf und zeigt sich entschlossen,sich nach Schweden und Finnland unter diebesten Drei in Europa weiter nach oben zuarbeiten. sterreichs Wirtschaft ist ausge-zeichnet aufgestellt und sterreich als Stand-ort allemal, erklrte Bundeswirtschafts-minister Martin Bartenstein. sterreichsetzt jetzt 2,35 Prozent des BIP fr For-schung und Entwicklung ein und wird ei-nes der wenigen Lnder der EU sein, das2010 das Ziel des Lissabon-Prozesses errei-chen wird, nmlich eine Forschungsquotevon drei Prozent. Fnf Industriebranchensind besonders stark in Forschung und Ent-wicklung: Maschinenbau, Automobilzulie-ferer, Nachrichtentechnik, elektronischeBauteile und Pharmaunternehmen.

    Jedes zweite Mobiltelefon weltweit istmit Minilautsprechern bestckt, die aus derWiener Entwicklungsabteilung eines inter-national ttigen Konzerns stammen einBeispiel fr Spitzenforschung aus ster-reich. Die Kommunikationssysteme geh-ren zur kritischsten Infrastruktur fr Wirt-schaft und Gesellschaft. Durch Innovationdem Land sterreich international eine Po-sition im Spitzenfeld sichern, das will auchdie Telekom Austria Group. Das grteTelekommunikationsunternehmen des Lan-des betreut 15,4 Millionen Mobilfunkkun-den und 2,4 Millionen Festnetze.

    Im Land an der Donau, die Mitteleu-ropa und Osteuropa verbindet, hat die Wirt-schaft eine besonders gnstige Ausgangs-position. Kein anderer Staat der Europi-schen Union profitiert mehr vom Ende desOst-West-Konflikts und den Erweiterungs-schritten der EU als eben sterreich, dasseine traditionellen Kernmrkte aus den Ta-gen der Habsburger Monarchie wiederge-wonnen hat. Unmittelbar nach dem Fall desEisernen Vorhangs expandierten Bankenund Versicherungen in die EU-Beitrittsln-der. Sie gehren heute zu den fhrendenInstitutionen der Region. Umgekehrt sinddie aufstrebenden Lnder Osteuropas einTeil der sterreichischen Erfolgsgeschichte.Bereits ein gutes Fnftel des Exports gehtnach Osteuropa. Russland entwickelt sicham schnellsten zu einem Top-Wachstums-markt fr die sterreichische Wirtschaft.2007 erwies sich sterreich als Exporteu-ropameister. Die Ausfuhren erhhten sich

    um 9,8 Prozent auf 113,9 Milliarden Euro.80 Prozent der sterreichischen Produktebleiben in Europa.

    Als Trffner nach Osteuropa punktetsterreich auch bei deutschen Unternehmen.Und mit einer Krperschaftssteuer von nur25 Prozent gilt es als Land fr internatio-nale Investoren. Die Steuerreform 2001machte die Alpenrepublik steuerlich attrak-tiv. Auch deshalb konnte sich der Finanz-platz sterreich als Finanzmarkt fr Zen-tral-, Ost- und Sdosteuropa etablieren. 2007stammten bereits 42,6 Prozent des Gewinnsvor Steuern aus diesem Geschftsfeld. Pri-vate Banking gewinnt an Bedeutung.

    Ein Institut hat das Potenzial der osteu-ropischen Mrkte frh erkannt: die Raiff-eisen Centrobank, eine Tochter der Raiff-eisen Zentralbank sterreich. Das Geldins-titut wurde als Best Private Bank in s-terreich ausgezeichnet.

    DER BANKPLATZ STERREICH und hierbesonders Wien sieht sich als interessan-te Alternative zu anderen Finanzpltzenrund um den Globus. Der Platz ist strenggeregelt, das Bankgeheimnis staatlich ver-ankert. Als Tor zum Osten fr den Westenund als Tor zum Westen fr den Osten spieltsterreich als Finanzzentrum und alsSprungbrett fr Handel und Investitioneneine beachtliche Rolle. Die Internationali-sierung der Wirtschaft macht sich bezahltund geht krftig weiter.

    SICHERHEIT Die Liechtensteiner Banken stehen seitJahrzehnten fr Stabilitt, Rechtssicherheit und Tradition imPrivate Banking, betont Michael Lauber.

    SCHWEIZ Die Uhrenindustrie ist ein sehr wichtiger Sek-tor. Sie beschftigt 45.000 Personen, die auf mehr als600 Unternehmen verteilt sind, so Jean-Daniel Pasche.

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    LUXEMBURG

    Fortis Assurances Luxembourg, ein Unter-nehmen der Fortis-Gruppe, ist seit mehr als150 Jahren in Luxemburg prsent. Der zweit-grte Lebensversicherer Luxemburgs pro-fitiert vom freien Dienstleistungsverkehr inder EU und gehrt dank seiner effizientenund klar strukturierten Produkte zu denfhrenden Anbietern in Europa.

    Herr Knig, mit der fondsgebundenen In-vestmentpolice Liberty 2 Invest bietetFortis Assurances Luxembourg ein neuesProdukt speziell fr den deutschen Marktan. Wodurch zeichnet es sich aus?Mit Liberty 2 Invest ist es uns gelungen, einin jeder Hinsicht flexibles und anpassungs-fhiges Versicherungsprodukt zu entwickeln,das die persnlichen Wnsche und Bedrf-nisse des Versicherungsnehmers in beson-derem Mae bercksichtigt. Dabei handelt essich um eine fondsgebundene Lebensversi-cherung gegen Einmalbetrag, die ihre Str-ken in der individuellen Vorsorgeplanungeiner anspruchsvollen Kundenklientel vollausspielt. Neben den blichen Steuervortei-len einer Lebensversicherung also der vor-teilhaften 50-prozentigen Besteuerung derErtrge, wenn der Berechtigte 60 Jahre altund der Vertrag mindestens zwlf Jahre ge-laufen ist liegt der besondere Clou bei Li-berty 2 Invest in der hundertprozentigen Im-plementierung der nach luxemburgischemAufsichtsrecht vorgesehenen Anlageinstru-mente in den verschiedenen Anlageklassen.Dem Versicherungsnehmer ermglichen die-se Instrumente einen wesentlich flexiblerenund umfangreicheren Gestaltungsspielraumbei der Planung seiner individuellen Vor-sorge. Der Vertrieb in Deutschland erfolgtausschlielich ber Privatbanken, AssetManager und Family Offices und wird vonunserem deutschsprachigen Expertenteamin Luxemburg gesteuert.Die neue Fondspolice wird in zwei Va-rianten angeboten. Welche Unterschiedegibt es zwischen beiden Vertragstypen?Bei den zwei Varianten handelt es sich ge-nauer gesagt um zwei integrierbare Lsun-gen. Mit dem Multisupport-Portfolio kannder Kunde ab einem Betrag von 15.000 Euroin unsere Investmentpolice einsteigen. Da-bei stehen derzeit 187 externe Publikums-fonds und sieben hausinterne Kollektivfondszur freien Auswahl, die entsprechend derverfolgten Anlagestrategie auch miteinan-der kombiniert werden knnen. Ein Fonds-wechsel ist jederzeit mglich. Sollte derVersicherungsnehmer zustzliches Kapitalinvestieren wollen, besteht die Mglichkeit,

    ab einem Betrag von 500.000 Euro in unse-re Luxusklasse einem Individualfondsmit mageschneidertem Portfolio umzu-steigen. Dieses Portfolio ermglicht wesent-lich weit gefcherte Anlageinstrumente imRahmen unserer Luxemburger Investment-police. Der Kunde profitiert hier von einerwesentlich individuelleren Gestaltung sei-nes VertragesWie schneidet Liberty 2 Invest in Hinblickauf die 2009 kommende Abgeltungsteuer ab?Sptestens ab dem 1. Januar 2009 wird dieInvestmentpolice als klarer Gewinner derneuen Besteuerung dastehen, wenn der Fis-kus pauschal 25 Prozent Abgeltungsteuer plusSolidarittszuschlag und gegebenenfallsKirchensteuer auf Zinsertrge, Dividendenund Kursgewinne einbehlt. Durch den Ab-schluss einer Liberty 2 Invest-Investment-police bleiben sowohl laufende Ertrge desPortfolios als auch entsprechende Kursge-winne bis zur spteren Auszahlung steuerfrei. Durch diese Steuerstundung kannder Zinseszinseffekt seine volle Wirkungentfalten. Auch Umschichtungen innerhalbder Police werden nicht von der Abgeltung-steuer erfasst.In Deutschland wird in den nchsten Jah-ren mehr Vermgen vererbt werden als je-mals zuvor. Welchen Gestaltungsspielraumbietet Ihre Investmentpolice in diesem Punkt?Bei einer gezielten Nachlassplanung gibt eseine Vielzahl erbschafts- und schenkungs-steuerlicher Aspekte zu beachten. Mit derrichtigen Gestaltung unserer Investmentpo-lice knnen wertvolle Freibetrge in Anspruchgenommen werden, die meist ungenutztbleiben und einen Erbschafts- oder Schen-kungsbetrag ganz erheblich schmlern kn-nen. ber eine entsprechende Bezugsrechts-regelung knnen viele Fehler vermieden wer-den. Die steueroptimierte bertragung vonVermgen an Dritte wie die an Kinder undEnkelkinder des Versicherungsnehmers istzum Beispiel ein solches Highlight der Li-berty 2 Invest Police. Auch nach der ber-tragung knnen die Eltern oder Groelternber die Verfgbarkeit des Vermgens ihrerNachkommen entscheiden. Weitere Infor-mationen unter: www.fortisinsurance.lu

    Individuell und steueroptimiertINTERVIEW Falko Knig, International Market Manager bei Fortis Assurances Luxembourg, erlutert imGesprch mit VISAVIS die Vorzge einer Luxemburger Investmentpolice.

    LSUNG Mit Liberty 2 Invest bieten wir ein individu-elles und steueroptimiertes Produkt fr die Vorsorge-und Nachlassplanung, unterstreicht Falko Knig.

  • AttraktivKompetenz

    durch

    VISAVIS ECONOMY 7/08 17

    FINANZPLATZ Das kleine Groherzogtum Luxemburg ist in derFinanzwirtschaft ganz gro. Anleger schtzen die innovativenFinanzdienstleistungsprodukte und das Bankgeheimnis.

    L uxemburg bietet einen hohen Lebens-standard und zhlt weltweit zu densichersten Wohnorten. Die Mehrspra-chigkeit der Bevlkerung, qualifizierte in-ternationale Arbeitskrfte und hohe Investi-tionsrenditen bewegen viele Unternehmendazu, Luxemburg als Sprungbrett zu euro-pischen und auereuropischen Mrktenzu nutzen. Das Umfeld ist zudem ideal frGeldgeschfte und Vermgensmanagement.Daher ist Luxemburg ein international aner-kannter und renommierter Finanzplatz.

    Auf den ersten Blick erstaunt es, dassdas Groherzogtum mit seinem geringenweltpolitischen Einfluss zu den Volkswirt-schaften mit der hchsten Wirtschaftskraftund beeindruckenden Wachstumsratenzhlt. Garant fr den Erfolg ist der Finanz-sektor, der rund ein Drittel der nationalenWertschpfung ausmacht. Ausschlaggebenddafr, dass Luxemburg sich in den letzten40 Jahren zu einem fhrenden Finanz-dienstleistungszentrum entwickelt hat, istdie Souvernitt des Staates mit einem ent-sprechenden Handlungsspielraum.

    Der gesetzliche Rahmen ist die Basisfr einen erfolgreichen und vielseitigen Fi-nanzplatz, erklrt Budgetminister Luc Frie-

    den, der auch fr den Finanzsektor zustn-dig ist. Allein die Existenz eines eigenenRessortministers macht die Bedeutung derFinanzwirtschaft fr Luxemburg deutlich.Der Finanzplatz, weltweit der siebtgrte,

    ist aber nicht nur Triebfeder der Wirtschaft,sondern auch Jobmotor: Etwa 65.000 Ar-beitspltze hngen vom Finanzgewerbe ab.Der Standort bietet ein hohes Ma an Pla-nungssicherheit. Die Regierung reagiertnicht nur flexibel auf sich verndernde Rah-menbedingungen. Auch werden EU-Geset-ze, die die Finanzindustrie betreffen, schnel-ler umgesetzt als anderswo. Ein professio-nelles aufsichtsrechtliches System ist ge-prgt vom konstruktiven Miteinander allerBeteiligten. Mit kurzen und unkomplizier-ten Entscheidungswegen wird direkt auf dieAnforderungen des Finanzplatzes einge-gangen. Das gesetzliche und reglementari-sche Umfeld ist darauf ausgerichtet, An-lage- und Versicherungsprodukte fr deninternationalen Markt anbieten zu knnen,betont Fernand Grulms, Geschftsfhrer derFinanzagentur LuxembourgForFinance.

    Dass Luxemburg in einer globalisiertenWelt keine Insel ist, machte die internatio-nale Finanzkrise deutlich. Das Nettoresultatder Banken ist 2007 gegenber dem Vor-jahr um 20 Prozent gesunken. Dafr warendie hohen Wertberichtigungen verantwort-lich, die infolge eines erheblichen Wertever-falls zahlreicher Finanzinstrumente gebil-

    SICHERHEIT Der Erhalt des Bankgeheimnisses stehtin Luxemburg nicht zur Diskussion, erlutert MinisterLuc Frieden einen der Vorteile des Finanzplatzes.

    von Andreas Holpert

  • 18 VISAVIS ECONOMY 7/08

    LUXEMBURG

    det werden mussten. Jean-Jacques Rommes,Direktor der Luxemburger Bankenverei-nigung ABBL: Trotz der Finanzkrise war2007 ein erfolgreiches Jahr, auch deshalb,weil sich Luxemburger Banken hauptsch-lich auf das Privatkunden- und Fondsge-schft, nicht so sehr auf das Investment-banking konzentrieren.

    Der Finanzplatz profitiert von drei we-sentlichen Standbeinen: Private Banking,Investmentfonds und Versicherungen. Imvergangenen Jahr hat Europas grte Pri-vatbank, Sal Oppenheim, seinen Konzernsitzvon Kln nach Luxemburg verlagert. Ende

    2007 existierten insgesamt 156 Banken inLuxemburg. Mit 43 Tochtergesellschaftenoder Niederlassungen kamen die meistendavon aus Deutschland.

    IM FONDSGESCHFT KONNTE Luxemburgtrotz Krise die Erfolgsgeschichte fortset-

    zen. Mit einem Plus von zwlf Prozent beiminsgesamt verwalteten Fondsvermgen liezwar die Dynamik etwas nach. Die Aktivi-tten haben jedoch noch immer Potenzialund tragen auf dem erreichten Niveau enormzur Strke des Finanzplatzes bei. Bemer-kenswert ist, dass ber das ganze letzte Jahrdie Nettozuflsse positiv geblieben sind unddie Zahl der Neugrndungen von Fonds um30 Prozent zugenommen hat, erklrt Camil-le Thommes, Generaldirektor der Invest-mentfondsvereinigung Alfi.

    Im Versicherungsgeschft stand dasJahr 2007 im Zeichen einer erwarteten Kon-solidierung. Es wurde daher ein Rckgangum etwa fnf Prozent verzeichnet. Paul Ham-melmann, juristischer Berater des Versiche-rungsverbands ACA, sieht jedoch mit vor-sichtigem Optimismus dem laufenden Jahrentgegen. Die Zahlen geben ihm Recht: ImVergleich zum ersten Trimester 2007 stie-gen die Prmieneinnahmen bis Mrz 2008um insgesamt 11,03 Prozent.

    LUXEMBURG IST DER wichtigste Privat-bankplatz in der EU. Im Fondsbereich istdas Land Nummer eins in Europa und welt-weit hinter den USA die Nummer zwei. Frpaneuropisch operierende Lebensversi-cherer ist das Groherzogtum erste Wahl,aber erst die Kombination von Private-Ban-king-Dienstleistungen und kreativer Invest-mentfondsindustrie machen Luxemburg zueinem fhrenden europischen Finanzplatz.

    In Luxemburg gibt es Finanzprodukte,die es zu Hause nicht gibt, erklrt FernandGrulms von der Finanzagentur den Unter-schied zu Deutschland. Gerade im Versi-cherungsgeschft wird der Vorsprungdurch Innovation deutlich. Eine Spezialittder Versicherer sind individuell verwaltetePolicen als Mantelstruktur fr Investments.Gegenber fondsgebundenen Lebensver-sicherungen aus Deutschland bercksichti-gen diese Investmentpolicen in hohem Ma-e die persnlichen Wnsche und Bedrf-nisse des Versicherungsnehmers, erklrtFalko Knig, International Market Mana-ger bei Fortis Assurances Luxembourg. Da-bei wird durch die strikte Trennung der ein-gebrachten Vermgenswerte des Kundenvom Vermgen der Gesellschaft ein hchst-mglicher Anlegerschutz garantiert.

    Anlegerschutz wird in Luxemburg ohne-hin grogeschrieben. Die Prioritt grndetauf der Erkenntnis, dass Integritt des Plat-zes und das Vertrauen der Anleger unser

    Herr Rollinger, die Fortuna Bank ist in der lu-xemburgischen Bankenlandschaft gleich inmehrfacher Hinsicht ein Unikat. Schildern Sieuns bitte die Hintergrnde!Als einzige Bank mit 100 Prozent luxemburgi-schem Kapital verfgt die Fortuna Bank mit ihremSitz in der Hauptstadt Luxemburg ber 88 JahreErfahrung. Unabhngigkeit, Tradition, Erfahrungund Kompetenz machen das Bankhaus zu einemerfolgreichen Unternehmen. Nicht Expansion undWachstum, sondern wirtschaftliches Know-howund ganzheitliche Kundenbetreuung prgen unse-re Unternehmenspolitik. Unsere Strken sindFaktoren wie Individualitt, Flexibilitt und Kunden-nhe. Als recht kleine Bank knnen wir den indivi-duellen, persnlichen Kontakt zu jedem Kundenflexibel sowie direkt gestalten.Luxemburger Banken erwirtschaften einenGroteil ihrer Ertrge grenzberschreitend. Giltdies auch fr die Fortuna Bank?Von dem multinationalen Umfeld Luxemburgs pro-fitiert natrlich auch die Fortuna Bank, die einenTeil ihrer Ertrge grenzberschreitend erbringt. Un-sere mehrsprachigen und hoch qualifizierten Mit-arbeiter sowie unsere sicheren Anlagenproduktesind der Grundstein fr unsere erfolgreichen Ge-schftsbeziehungen im Ausland.Mit welchen Produkten glauben Sie, insbesonde-re bei der deutschen Kundschaft anzukommen?Die Fortuna Bank versteht sich als Universalbankund bietet ihren Kunden smtliche Bankgeschftean. Mit dem Kunden werden Anlageziel und Risiko-grad festgelegt. Individuelle Portfolio-Gestaltung,fundierte Beratung und regelmige Berichterstat-tung sind die Kernstcke. Von Anleihe- bis hin zuAktienfonds bietet die Fortuna Bank auch eineBandbreite zur Veranlagung. Desweiteren kommt

    uns unsere schlanke Verwaltung zugute, die kos-tengnstig fr schnelle Entscheidungen und gr-ere Kundenzufriedenheit sorgt.Gerade komplexe Bankleistungen sind jedochmit einem hohen Erklrungsbedarf verbunden.Erweisen sich die Landesgrenzen als hinderlich?Fr die Fortuna Bank sind die Landesgrenzen nicht(besonders) hinderlich, da jeder unserer Mitarbei-ter mindestens zwei Sprachen beherrscht. Gut ge-schulte Mitarbeiter sowie modernste Technik un-tersttzen die Fortuna Bank bei der Arbeit und sor-gen fr Klarheit und Transparenz bei der Abwick-lung der Bankgeschfte. Infos: www.fortuna.lu

    Kurze Entscheidungswege

    GRENZBERSCHREITEND Nicolas Rollinger, geschfts-fhrendes Verwaltungsratsmitglied, Fortuna Bank: Ausln-dische Kunden schtzen unsere Bankdienstleistungen.

    Interview mit Nicolas Rollinger, Fortuna Bank.

    WEITERE INFORMATIONEN UNTER:

    @+ www.luxembourgforfinance.lu+ www.abbl.lu+ www.alfi.lu+ www.aca.lu

  • grtes Kapital sind, stellt Grulms klar. Vordiesem Hintergrund ist auch das Ringen umden Erhalt des Bankgeheimnisses zu verste-hen. Die Angst vor dem glsernen Kun-den besteht in Luxemburg nicht. Zwarwird auch im Groherzogtum seit dem 1.Juli 2005 eine Quellensteuer auf Zinseinknf-te von EU-Auslndern erhoben, allerdingsohne dass ein automatischer Informations-austausch mit den Finanzmtern stattfindet.Daran wird nach Aussage von Budgetmi-nister Luc Frieden auch die durch die Liech-tenstein-Affre wieder angefachte Diskus-sion ber eine Ausweitung der Richtlinienichts ndern.

    DER SCHUTZ DER Privatsphre ist ein wich-tiges Glied in der Kette. Fr das Geschftder Banken mitentscheidend sind auerdemIndividualitt, Flexibilitt und Kundennhe,erklrt Nicolas Rollinger, geschftsfhrendesVerwaltungsratsmitglied der Fortuna Bank.

    Der Finanzplatz Luxemburg ruht sichnicht auf seinen Lorbeeren aus. Neben ei-ner strikten Kostenkontrolle gilt die Innova-tionskraft als wesentliche Herausforderungzum Erhalt der Wettbewerbsfhigkeit. DieEinfhrung von Mobiliarpfandbriefen ist ei-ne Neuerung, die den Wettbewerb belebenwird, ist Jean-Jacques Rommes von derABBL berzeugt. Mikrofinanz-Fonds undneue Kompetenzen im Bereich Islamic Fi-nance sind neue Nischen, die es zu besetzengilt. Die geschftliche Basis von Luxemburgwird stndig erweitert und verbessert.

    Der Finanzplatz Luxemburg ist zwi-schenzeitlich aufgrund der rechtlichenRahmenbedingungen zu einem attraktivenStandort fr die Lebensversicherungs-branche geworden. Das gilt vor allem frVersicherungen des privaten Bereichs. Ne-ben der besonderen Expertise im Private-Banking-Geschft bestehen erheblicheVorteile in der Produktgestaltung sowie derTransparenz der Kostenstruktur. Zudemgewhrleistet die luxemburgische Gesetz-gebung hchstmglichen Anlegerschutz.

    Bereits seit 1996 entwickelt die Vor-sorge Luxemburg Lebensversicherung S.A.vom Finanzplatz Luxemburg aus individu-elle Lebensversicherungslsungen. Fastzwlf Jahre Erfahrung im Bereich fonds-gebundener Altersvorsorge ermglichen esihr, Dienstleistungen mit einem hohenIndividualisierungsgrad anzubieten.

    Zwei Produktvarianten sind auf-grund ihrer Leistungsstrke und Flexibili-tt besonders hervorzuheben: Mit GlobaltopReturn bietet die Vorsorge S.A. einderzeit einmaliges Produkt aus dem Be-reich Variable Annuities am DeutschenMarkt an: eine fondsgebundene Renten-versicherung mit Kapitalgarantie und deraktuell hchsten garantierten Kapitalab-findung. Anders als bei herkmmlichenFondspolicen werden die Anlagerisikenbei Global topReturn mittels der Kapi-talgarantie begrenzt.

    Durch eine garantierte Verzinsungvon drei Prozent auf die Anlagebeitrgeerhlt der Kunde ein garantiertes Kapitalzum Ende der Aufschubzeit plus dieChance auf mehr Rendite. Denn er partizi-piert zustzlich an den fr dieses Produktzusammengestellten Anlagestrategien.

    Zudem bietet Global topReturn viel-seitige Gestaltungsmglichkeiten, bei-spielsweise in Bezug auf Beitragszahlung,Zusatzversicherungsschutz, Leistung so-wie Anlagewechsel.

    Die Produktlinie LuxVORlife alsindividuelle Form der Lebensversicherungist auf die spezifischen Bedrfnisse ver-mgender Privatkunden zugeschnitten.

    Gegenber der direkten Anlage in Wert-papieranteile bieten Lebensversicherungenbereits heute erhebliche Steuervorteile beider Kapitalertragsteuer sowie Erbschafts-und Schenkungssteuer; mit der Abgel-tungsteuer ab 2009 werden noch weiterehinzukommen. Besonders vorteilhaft frden Kunden ist die Freiheit der Kapitalan-lagen, die den Versicherungslsungen derVorsorge S.A. zugrunde liegen. In Luxem-burg knnen neben Investmentfonds auchalle bertragbaren Wertpapiere (z. B. An-leihen, Aktien, Zertifikate usw.) sowie Fi-nanzinstrumente (z.B. Geldmarktinstrumen-te, Derivate, Optionen) als Anlage einerfondsgebundenen Versicherung dienen.

    Die Vorsorge S.A. ist damit ein idea-ler Partner, wenn es um Vermgensauf-bau, Vermgenssicherung und eine kom-petente Positionierung gegenber Mitbe-werbern geht. www.vorsorge-leben.de

    VISAVIS ECONOMY 7/08 19

    Zukunft mageschneidertINDIVIDUELL Frank Wittholt, Generalbevollmchtigter der Vorsorge S.A., be-schreibt die Vorzge luxemburgischer Lebensversicherungen.

    LEISTUNGSSTARK Ideale rechtliche Rahmenbedin-gungen machen Luxemburg zu einem attraktiven Standortfr Lebensversicherungen, so Frank Wittholt.

    Hintergrundinformation

    Die Vorsorge Luxemburg S.A. ist eine 100 %-Be-teiligung der Vorsorge Lebensversicherung AG,einem Unternehmen der Ergo Versicherungs-gruppe. Fr ihre Kunden verwaltet die Vorsorgeein Fondsvolumen von ber eine Mrd. Euro.KREATIV In Luxemburg gibt es Finanzprodukte, die

    weltweit einzigartig sind, beschreibt Fernand Grulms dieVormachtstellung auf dem Finanzsektor.

  • 20 VISAVIS ECONOMY 7/08

    IMMOBILIEN

    Stark steigende Energiekosten ver-teuern die Ausgaben fr das Wohnen. Einegute Wrmedmmung und moderne Anla-gentechnik halten zumindest die Heizkos-ten auf einem bezahlbaren Niveau. Zur Fi-nanzierung von energetischen Gebudesa-nierungen und Modernisierungen stehenzahlreiche Programme der KfW Frder-bank und der BayernLabo zur Verfgung.

    Etwa jeder dritte Euro, den bayerischeHaushalte pro Monat fr den privaten Kon-

    sum ausgeben, wird fr das Wohnen aufge-wendet. Der Anteil an Haushaltsenergie hatsich dabei auf rund 16 Prozent erhht. DiePreissteigerungen betrafen vor allem Zen-tralheizung und Fernwrme, Gas und l.

    Die Energieeffizienz von Wohngebu-den wird deshalb auf dem Immobilien-markt eine wachsende Rolle spielen. DieEinfhrung des Energieausweises soll Trans-parenz und Wettbewerb auf dem Markt frWohnimmobilien strken. Nach der neuen

    Energieeinsparverordnung (EnEV 2007)werden fr Wohngebude bis Baujahr 1965Energieausweise ab dem 01.07.2008 ver-pflichtend, fr alle anderen Wohngebudeab dem 01.01.2009. Bis zum 01.10.2008drfen fr alle Wohngebude Verbrauchs-ausweise erstellt werden. Bei Verkauf undNeuvermietung ohne Nachweis drohen Bu-gelder bis zu 15.000 Euro. Der Energieaus-weis soll Auskunft ber die Energieeffi-zienz und damit ber die bauliche und anla-gentechnische Qualitt des Gebudes geben.

    Eigentmer von Gebuden mit gutenenergetischen Werten werden auf demWohnungsmarkt Vorteile haben. Das Wis-sen um die Energieeffizienz hilft ihnen, dieSchwachstellen eines Gebudes zu erken-nen und die Verbesserungsmanahmen anzu-gehen. Deshalb begleiten den Energieaus-weis unverbindliche Modernisierungsemp-fehlungen. Um deren Umsetzung zu forcie-ren, bietet die KfW Frderbank bundesweitzahlreiche Frderprogramme an. Umfang-reiche energetische Sanierungen sind imCO2-Gebudesanierungsprogramm fr-derfhig. Zur Finanzierung von Einzelma-nahmen zur Energieeinsparung und CO2-Minderung sowie von Modernisierungensteht das Programm Wohnraum Moderni-sieren zur Verfgung. Die Programmekologisch Bauen und Solarstrom Er-zeugen sowie das Programm zur Frde-rung erneuerbarer Energien runden dasAngebot der KfW Frderbank ab.

    Um das Angebot der KfW Frderbankfr die Eigentmer von bayerischen Wohn-immobilien weiter zu verbessern, bndeltdie BayernLabo Bundes- und Landesfrde-rung. Im Rahmen des Bayerischen Moder-nisierungsprogramms zur Frderung vonenergetischen Sanierungen und Moderni-sierungen von Wohngebuden mit mehr alsdrei Wohnungen reicht die BayernLabozinsverbilligte Kapitalmarktdarlehen aus.

    Alle Frderprogramme der KfW Fr-derbank und der BayernLabo sind mitein-ander kumulierbar, soweit nicht fr diesel-ben Manahmen gleichzeitig Mittel aus ei-nem anderen Programm in Anspruch ge-nommen werden. ber die KfW-Darlehenberaten alle Banken und Sparkassen. DieDarlehen der BayernLabo knnen bei derzustndigen Bezirksregierung, der Landes-hauptstadt Mnchen oder den StdtenNrnberg und Augsburg beantragt werden.Infos:www.kfw.de, www.wohnen.bayern.de,www.bayernlabo.de

    2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 200780

    90

    100

    110

    120

    130

    140

    150

    160

    170

    [Index 2000 = 100]

    Indexierte Verbraucherpreisentwicklung fr Haushaltsenergie in Bayern

    Quel

    le: B

    ayris

    ches

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    Strom Gas Heizl Feste Brennstoffe Zentralheizung / Fernwrme

    163,0162,0

    143,4

    125,6

    114,8

    In die Zukunft investierenENERGIEKOSTEN Mit Wohnraumfrderprogrammen knnen Immobilien-eigentmer die Wohnqualitt verbessern und zugleich Energie sparen.

    KONDITIONEN Mit den niedrigen Zinsstzen aus den angebotenen Frderprogrammen rechnen sich Investitionen in dieenergietechnische Modernisierung eines Wohngebudes wie etwa eine optimale Dmmungsschwelle.

    Programm(Laufzeit/tilgungsfreie Anlaufjahre/Zinsbindung)

    Nominal in %

    CO2-Gebudesanierungsprogramm(30/5/10)

    3,50

    4,80

    3,55

    5,44Wohnraum Modernisieren(30/5/10)

    KfW Frderbank

    CO2-Gebudesanierung(30//10)

    2,80

    3,95

    Stand: 12.06.2008

    Quel

    le: B

    ayer

    nLab

    o

    2,96

    4,15Wohnraummodernisierung(30//10)

    BayernLabo (Bayrisches Modernisierungsprogramm)

    Effektiv in %

    Preisentwicklung fr Haushaltsenergie in Bayern

  • VISAVIS ECONOMY 7/08 21

    D em deutschen Immobilienmarkt be-scheinigen Experten auch fr diesesJahr eine solide Entwicklung. Diegute Konjunktur sorgt fr eine rege Nach-frage, auch wenn die Konsumneigung durchstark gestiegene Energiepreise zuletzt starkgetrbt wurde. Jedoch rentiert sich nicht auto-matisch jede Investition in die bleibendenWerte. Insbesondere wer Renditeobjekte imBlick hat, sollte regionale Unterschiede be-achten und nur auf eine sehr gute Lage set-zen. So steigen die Preise vor allem in den Bal-lungszentren der groen Stdte, whrendsie auf dem Land oftmals rckgngig sind.

    Der Wunsch, in den eigenen vier Wn-den zu wohnen, steht bei vielen Menschenganz oben auf der Priorittenliste. Auch frdie private Altersvorsorge spielen Immobi-lien eine entscheidende Rolle.

    Wer sich mit dem Gedanken trgt, inImmobilien zu investieren, findet gnstigeBedingungen fr einen Eigenheimbau oder-kauf, da die Zinsstze noch relativ niedrigsind. Fr die Finanzierung gibt es zahlrei-che Mglichkeiten. Die Kunst besteht da-rin, verschiedene Verfgungs- und Frder-varianten so zu mischen, dass das individuel-le Konzept fr den Bauherrn oder Kuferoptimal ist. Bausparvertrag, Bankdarlehen,Frderdarlehen und dann demnchst dieWohneigentumsrente, auch Wohn-Riestergenannt: Die Auswahl ist gro.

    Fr jeden Geldbeutel gibt es die richti-ge Finanzierung. Auch die Vollfinanzierungeinschlielich der Nebenkosten im Aus-land gang und gbe ist hierzulande mitdem Vorschreiten auslndischer Banken imKommen. Damit gehen nicht grundstzlich

    hhere Risiken einher als bei einer Teil-finanzierung. Gefhrlich wird es allerdingsdann, wenn die Eigentmer gezwungen sind,das Objekt zu verkaufen, da hier der Ver-handlungsspielraum beim Verkaufspreis deut-lich geringer ist. Aus diesem Grund solltengerade Vollfinanzierer auf eine gute Lageder Immobilie achten.

    UM DIE WOHNEIGENTUMSQUOTE zu er-hhen, bieten der Bund ber die KfW Fr-derbank und auch die Lnder Frderpro-gramme an, die mit uerst gnstigen Kon-ditionen aufwarten. Beantragt werden ms-sen sie ber die Hausbank. Die KfW Frder-bank hat zum Beispiel ein Wohneigentums-programm sowie Programme zur Wohn-

    raummodernisierung und energetischenSanierung im Angebot. Letztere sind insbe-sondere fr jene interessant, die ein lteresObjekt energietechnisch auf den neuestenStand bringen wollen. hnliche Manah-men gibt es auch auf Lnderebene, wie etwavon der Bayern Labo. Die Programme vonBund und Lndern knnen in der Regel mit-einander kombiniert werden.

    Die Sanierung eines Gebudes unterenergetischen Gesichtspunkten spielt inZeiten steigender Energiepreise eine we-sentliche Rolle. Manahmen zur Reduktiondes Energieverbrauches sind gefragt.

    Laut einer aktuellen Studie des BremerEnergie Instituts, die von der KfW Frder-bank und dem Bundesministerium fr Ver-kehr, Bau und Stadtentwicklung in Auftraggegeben wurde, knnen durch die im Rah-men des CO2-Gebudesanierungsprogrammszwischen 2005 und 2007 effektiv gefrder-ten Energiesparmanahmen bis Ende 2008bereits Heizkosten in Hhe von rund500.000 Euro eingespart werden. Dies ent-spricht einer Reduktion des Energiever-brauchs in den sanierten Gebuden um biszu 50 Prozent. So ist die energetische Ge-budesanierung nicht nur ein wichtigerSchritt fr den Klimaschutz, sondern si-chert Wohnungseigentmer und Mieter lautDetlef Leinberger, Vorstandsmitglied derKfW Bankengruppe, auch gegen die stetigsteigenden Energiepreise ab.

    Sptestens mit Einfhrung des Energie-passes werden klimaschdliche Objektewohl deutlich im Preis sinken, sodass Ma-nahmen zur Energieeinsparung letztlichauch dem Werterhalt dienen.

    von Waltraud Pochert / Jennifer Walther

    SINNVOLL Detlef Leinberger, KfW Bankengruppe: Ener-giesparmanahmen reduzieren nicht nur die Heizkosten,sie dienen auch dem Werterhalt eines Gebudes.

    Gutefr

    KonditionenInvestoren

    BETONGOLD Durch die immer noch relativ niedri-gen Hypothekenzinsen sind Anlagen in Immobi-lien nach wie vor uerst attraktiv.

  • Produktivittssteigerung in der La-gerlogistik darin sind sich alle Experteneinig basiert auf effizienten Kommissio-nierprozessen. 60 bis 65 Prozent der Ge-samtkosten im Lager und 50 bis 60 Prozentdes Personaleinsatzes entfallen auf dieKommissionierung und bieten ein erheb-liches Rationalisierungspotenzial fr dieNahtstelle zwischen Lagerung und Distri-bution. Im Fokus stehen insbesondere dy-namische, weitgehend automatisierte Kom-missioniersysteme und ganzheitliche L-sungen, die in Kombination mit leistungs-starken und marktgerechten frdertechni-schen Bausteinen den schnellen und wirt-schaftlichen Zugriff auf das Lagergut er-mglichen.

    Als hundertprozentige Tochter derBertelsmann AG und eingebunden in diearvato AG liefert die Vereinigte Verlags-Auslieferung (VVA) von ihren drei Stand-orten Gtersloh, Verl und Gilching fr mehrals 200 Verlage Bcher, CDs, Zeitschriftenund Spiele in den Handel und an die Leser.2005 entschloss sich das Unternehmen, dieProzesse zwischen dem vorhandenen Hoch-regallager mit 60.000 Palettenstellpltzenund der Versandfertigung neu zu konzep-tionieren. Den Zuschlag fr Planung undAusfhrung als Generalunternehmer frdie Intralogistik erhielt Mitte 2005 SSI Sch-fer Noell aus Giebelstadt. Basis der Kon-

    zeption sind ein neues, viergassiges Auto-matisches Kleinteilelager (AKL) sowie vierModule mit jeweils sechs Schfer CarouselSystemen (SCS). Fr die informationstech-nische Basis sowie die durchgngige Trans-parenz und reibungslose Steuerung deroperativen Prozesse zwischen Hochregalla-ger (HRL) und Versandfertigung sorgt zu-dem die Lagerverwaltungssoftware antvon SSI Schfer, die unter dem kundensei-tig vorhandenem Host System fr das HRLdie nachgelagerten Prozesse im AKL undin den SCS steuert.

    Die Wareneingnge, 90 Prozent B-cher und Tontrger, zehn Prozent sonstigeErzeugnisse, werden von den Verlagen avi-siert und direkt aus den Druckereien ange-liefert. Die Erfassung der Wareneingngeerfolgt nach Lnge, Breite, Hhe, Gewichtund mit einem Foto des jeweiligen Covers.Als titelreine Paletten werden die Ladehilfs-mittel dann an einem I-Punkt fr die chao-tische Einlagerung im HRL oder in den an-deren Hauptlgern mit einer Gesamtkapazi-tt von mehr als 150.000 Palettenstellpltz-en bereitgestellt. Parallel dazu erfolgt dieBestckung des AKL. Bei einer Kapazittvon 24.000 Behlterpltzen knnen somitrund 35.000 Artikel gelagert werden. In den270 Durchlaufkanlen des AKL und den 49Palettenstellpltzen sind durchweg schnell-drehende A-Artikel bereitgestellt.

    Die weniger schnell drehenden B- undC-Artikel sind in Gtersloh in den jeweilssechs Karussellsystemen der vier SCS-Module eingelagert. Bei optimaler Raum-nutzung lassen sich mit dem System nachdem Kommissionierprinzip Ware-zum-Mitarbeiter bis zu 1.500 Bcher pro Stun-de lagern und eine 50 Prozent hhere La-gerverdichtung erzielen.

    80 Prozent der Auftrge gehen berTag im arvato-Logistikzentrum ein. Auf derBasis batch-basierter Prozesse werden sienachts fakturiert und gehen am kommen-den Tag in den Versand. Parallel dazu wer-den 20 Prozent Eilauftrge auf einer soge-nannten Schnellschiene noch am Tag desAuftragseingangs kommissioniert und aus-geliefert. Fr ihre Kommissionierung sind

    im AKL lngs der Durchlaufkanle sechsPick-by-light-Pltze eingerichtet. Die Auf-tragsdaten werden vom Hostsystem an dasLVS ant bertragen, das die Kommissio-nierprozesse anstt und steuert.

    Auf ihrem weiteren Umlauf gelangendie Auftragsbehlter in das Schfer Carou-sel System. Die im SCS gelagerten Artikelwerden ebenfalls nach dem Prinzip Warezum Mitarbeiter an acht Pick-to-tote-Ar-beitspltzen bereitgestellt. Die Ein- undAuslagerung der Behlter im SCS erfolgtdurch vollautomatische Handlingssystemein den rotierenden Karuss