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  • lfrchte im kologischen LandbauInformationen fr die Praxis

  • Unter Mitarbeit vonBritta Arp (Abteilung 3 Vollzug, Agrarrecht, Frderung) Martin Hnsel, Wolfgang Karalus, Hartmut Kolbe, Martina Schuster (Abteilung 7 Pflanzliche Erzeugung) Ulf Jckel (Abteilung 9 Tierische Erzeugung)

    lfrchte im kologischen LandbauInformationen fr die Praxis

  • Inhalt

    Vorwort 2

    1 Allgemeine Grundlagen 31.1 Bedeutung und Nutzungsmglichkeiten von lsaaten 3

    1. 1.1 le und Fette als Nahrungsmittel 41. 1. 2 Einsatz als Futtermittel am Beispiel Rapskuchen 9

    1.2 Rechtliche Grundlagen 111.3 Standortansprche und Artenwahl 131.4 Fruchtfolge 141.5 Dngung 171.6 Bodenbearbeitung und Unkrautregulierung 251.7 Krankheiten und Schdlinge 281.8 Aufbereitung und Lagerung am Beispiel Raps 331.9 Sortenwahl 351.10 Wirtschaftliche Bewertung des Anbaus 36

    2 Spezielle Angaben zu den Kulturarten 462.1 Winterraps (Brassica napus L. var. napus ssp. oleifera) 462.2 Sommerraps (Brassica napus L. var. napus ssp. oleifera) 612.3 Sonnenblumen (Helianthus annuus L.) 632.4 llein (Linum usitatissimum L.) 682.5 Weier Senf (Sinapis alba), Brauner Senf oder Sareptasenf (Brassica juncea), Schwarzer Senf (Brassica nigra) 722.6 Leindotter (Camelina sativa (L.) Crantz.) 772.7 lmohn (Papaver somniferum L.) 802.8 Saflor (Carthamus tinctorius L.) 832.9 Sojabohne (Glycine max (L.) Merr.) 862.10 Weitere Arten 89

    3 Literaturverzeichnis 91 Anhang 94

  • 02 |

    Der Anbau von lpflanzen dehnte sich in den vergangenen Jahren auf den ko-Betrieben in Sachsen stetig aus. Bei relativ niedrigen Anbau-anteilen von 3 bis 4 Prozent bestehen aber wei -terhin interessante Wachstumspotenziale. Dazu trgt auch die Nachfrage der lmhlen nach den gngigen lpflanzenarten wie Raps, Sonnenblu-men und Lein bei. Neben einer Verwendung als Speisel werden viele le auch im medizinischen und kosmetischen Bereich eingesetzt. Teilweise knnen fr diesen Anbau kleinere Flchen genutzt werden, sodass sich hier prfenswerte Produk-tionsnischen ergeben.

    In die Bewertung des Anbaus mssen auch die Pressrckstnde der Verarbeitung, die Presskuchen, einbezogen werden. Als Eiweikomponen ten im Kraftfutter ergnzen sie das knappe Angebot an Krnerleguminosen. Neben direkten betriebswirt-schaftlichen Chancen bieten die lpflanzen in-direkte wirtschaftliche Effekte durch die Auf-lockerung getreidebetonter Fruchtfolgen. Der Anbau der wichtigsten lpflanzen verlangt eine ausgefeilte Produktionstechnik. Der Raps stellt zum Beispiel hchste Anforderungen an die Stickstoffversorgung. Hinzu kommen schwer einschtzbare Risiken durch Krankheiten und Schdlinge. An die Qualitt der geernteten l-saaten werden ebenfalls hohe Ansprche gestellt. Insgesamt ist der Wissensbedarf fr den Anbau von lpflanzen hoch und das Informationsan -ge bot fr den kologischen Landbau teilweise noch knapp.

    Mit der hier vorliegenden Broschre sollen vor allem Informationen fr den Anbau in der Praxis, fr die Beratung und fr die Ausbildung bereit-gestellt werden. Die Beschreibung der Anbauver-fahren beinhaltet auch eine Reihe bisher nicht oder kaum angebauter Arten, um ihre Anbau-mglichkeiten besser einschtzen zu knnen.

    Norbert Eichkorn

    Prsident des Schsischen Landesamtes fr Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

    Vorwort

  • | 03

    1.1 Bedeutung und Nutzungsmglichkeiten von lsaatenIn der EU findet ein biologischer Anbau von lpflan-zen in grerem Umfang in Rumnien (26 491 ha), in Italien (16 880 ha) und in Frankreich (15 262 ha) statt. In Deutschland lag die mit lpflanzen be-wirtschaftete Flche im Jahr 2007 bei einem An-teil an der Ackerflche von 2,1 Prozent. Davon ent fielen 4 000 ha auf Winter- und Sommerraps, 1 600 ha auf Sonnenblumen, 550 ha auf Soja-bohnen und 600 ha auf llein (ZMP 2008). Die Entwicklung der Flchenanteile von lsaa-ten im kolandbau in Sachsen schwankte in den letzten Jahren zwischen 2 und 3 Prozent und lag 2008 bei 3,3 Prozent (Tab. 1).Mit steigender Nachfrage der lmhlen und zu-nchst noch niedrigen Getreidepreisen in den vergangenen Jahren wurden lpflanzen zuneh-mend interessant. Vielfach wurde der Anbau erst einmal getestet. Aber mittlerweile verfgen die Betriebe schon ber einige Jahre Anbauerfahrung.

    1 Allgemeine Grundlagen

    Tabelle 1 Entwicklung des kologischen Anbaus von lsaaten in Sachsen

    Aufgrund zu geringer Ertrge wurde der Anbau aber auch z. T. wieder eingestellt. Die Grnde la-gen beim Winter- und Sommerraps vor allem im Auftreten von Krankheiten und Schdlingen oder in einer unzureichenden Nhrstoffbereitstellung, whrend beim Anbau von llein Probleme mit einer starken Verunkrautung auftraten. Vom angebauten Flchenumfang spielt der Win-terraps die grte Rolle (Tab. 2). In klimatisch gnstigen Gebieten kann die Sonnenblume fr einen Anbau in Betracht kommen. Die sonstigen lfrchte umfassen einen relativ groen Anbau-umfang. Der Anbau von Weiem Senf nimmt da-bei den grten Anteil ein. Die Nutzung erfolgt zur Krnergewinnung (Speisesenfherstellung) und zur Saatgutvermehrung.Fr die Markt- und Preisentwicklung liegen keine erhobenen Daten vor. Der Absatz wird aber als unproblematisch eingeschtzt. Hierbei muss be-sonders auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Qualittskriterien geachtet werden.

    Jahr 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008

    Anteillsaatenan AF (%)

    3,4 2,2 2,5 3,3 2,2 2,6 3,4 3,3

    Umfang (ha) 365,2 253,6 300,0 441,5 229,8 339,7 419,1 494,0

    Quelle: Agrarfrderung, LfULG, Abt. 2

  • 04 |

    Fruchtart Anbauflche 2007 (ha) Anbauflche 2008 (ha)

    Winterraps 308 283

    Sommerraps 0 0

    Sonnenblumen 24 61

    Sojabohne 0 < 1

    llein 4 0

    sonstige lfrchte 83 149

    Tabelle 2 Flchenumfang kologisch angebauter lpflanzen in Sachsen (anerkannte Flchen und Umstellungsflchen)

    Quelle: Agrarfrderung, LfULG, Abt. 2

    1.1.1 le und Fette als Nahrungsmittelle liefern in der Ernhrung einen hohen Anteil an Energie und enthalten die fettlslichen Vita-mine A, D, E und K. Zu den Vorzgen der pflanz-lichen le und Fette zhlen die geringen Anteile an gesttigten Fettsuren. Im Gegensatz zu tie-rischen Fetten betragen die einfach und mehr-fach ungesttigten Fettsuren oftmals mehr als 80 Prozent und die gesttigten Fettsuren liegen z. T. deutlich unter 20 Prozent (Tab. 3). Eine Son-derstellung nimmt Kokosl mit einem hohen Anteil an gesttigten Fettsuren ein.

    Da die Aufnahme von gesttigten Fettsuren zu einer Erhhung des Serumcholesterinspiegels fhrt, kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Er-krankungen zunehmen. Aus diesem Grund soll-ten pflanzliche le und Fette in der Ernhrung bevorzugt werden. Sie enthalten auch essenzielle Fettsuren wie die Alpha-Linolensure, die der Krper nicht selbst erzeugen kann.Pflanzenle stehen als Speisel in einer groen Auswahl zur Verfgung. Olivenl und Rapsl enthalten hohe Anteile an lsure (einfach un-gest tigte Fettsure). Die Anteile an Linolsure

    gesttigte Fettsuren einfach ungesttigte Fettsuren

    mehrfach ungesttigteFettsuren

    Ursprung tierisch und pflanzlich meistens pflanzlich meistens pflanzlich

    Konsistenz bei Zimmertemperatur fest flssig flssig

    enthalten in Wurst, Fleisch, Butter, Kse, Kokosfett

    Speisel Speisel

    in Speiselen vor allem als Palmitin- u. Stearinsure

    hoher Anteil an lsure in Raps- u. Olivenl

    hoher Anteil an Alpha-Linolensure in Lein- und Leindotterl

    Tabelle 3 Eigenschaften gesttigter und ungesttigter Fettsuren

  • | 05

    (zwei fach ungesttigte Fettsure) sind in Son-nenblumenl und Distell hoch. Die hchsten Anteile an Alpha-Linolensure (dreifach unge-sttig te Fettsure) weist Leinl auf. Hinsichtlich des Fettsuremusters verfgt das Rapsl ber ein ernhrungsphysiologisch optimales Verhltnis der verschiedenen Fettsuren und gehrt daher zu den wertvollsten len (Abb. 1).Weitere Verwendungsmglichkeiten von len sind die Margarineherstellung und die Nutzung als Zusatzstoff in der Speise- und Swarenher-stellung. Weitere Hinweise zu len und Fetten unter www.dgfett.de.

    Leindotterl

    Leinl

    Sojal

    Saflorl (Distell)

    Sonnenblumenl

    Rapsl

    Olivenl

    0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 %

    gesttigte Fettsuren lsure Linolsure Alpha-Linolensure

    Abbildung 1 Fettsurezusammensetzung einiger Pflanzenle

    Quelle: Matthus (2007), Claupein & Reinbrecht (2005), Schuster (1992)

    Fr die Verwendung als Speisel sind Parameter wie der lgehalt, die Fettsurezusammensetzung, der Oxidationszustand und der Tocopherolgehalt (Vitamin E) wichtig.Der lgehalt ist genetisch festgelegt und wird ber die Sortenwahl einer lsaat bestimmt. Auch die Fettsurezusammensetzung der lsaaten un ter -scheidet sich fruchtartenspezifisch und schwankt in natrlichen Grenzen. Neben dem Einfluss von Fruchtart und Sorte spielen daher auch Stand-ortfaktoren eine Rolle.le, Fette und fetthaltige Lebensmittel unter-liegen whrend ihrer Lagerung verhltnismig schnell oxidativen Vernderungen, wenn sie un-geschtzt der Einwirkung von Luft (Sauerstoff)

  • 06 |

    ausgesetzt werden. Licht, Wrme und Metall-spuren, hauptschlich Kupfer, beschleunigen die Autoxidation. Linol- und Linolensure sind sehr instabil, da die Oxidationsempfindlichkeit auch mit der Anzahl der Doppelbindungen ansteigt. Der Widerstand, den Fette und le der Autoxi-dation entgegensetzen, wird als Oxidationssta-bilitt bezeichnet. Diese drckt die Zeitspanne aus, bis die Ranzigkeit eintritt. Der Oxidationszustand von len wird mit der Peroxidzahl beschrieben. Eine wichtige Gruppe der Fettbegleitstoffe, die antioxidativ wirksam sind und damit den oxida-tiven Verderb von Speiselen verzgern knnen, sind die Tocopherole, die auch als Vitamin E be-zeichnet werden. Natrlich vorkommende Toco-pherole werden nur von Pflanzen gebildet.Weizenkeiml weist mit knapp 200 mg/l l den hchsten Gehalt auf; es besteht zu drei Vierteln aus -To copherol. Diese Menge an Tocopherol wird gen

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