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  • ZBFS Zentrum Bayern Familie und Soziales

    Wegweiser fr Menschen mit Behinderung

    Rechte und Nachteilsausgleiche

    www.zbfs.bayern.de

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    Inhaltsbersicht Vorwort ...................................................................................... 4 Teil I: Die Feststellung der Behinderung Behinderung, Merkzeichen und Schwerbehindertenausweis Was ist eine Behinderung? ........................................................... 5 Wer ist schwerbehindert? ............................................................. 6 Wer kann einem schwerbehinderten Menschen gleich- gestellt werden? ............................................................................ 6 Was sind Merkzeichen und welche Bedeutung haben sie? ......... 8 Wozu dient der Schwerbehindertenausweis? ............................ 11 Gilt der Schwerbehindertenausweis auch im Ausland .............. 12 Das Verfahren bei der Regionalstelle des ZBFS Wie werden der Grad der Behinderung und die Merk- zeichen festgestellt? ................................................................... 14 Wo erhalte ich Antragsvordrucke? ............................................. 15 Was sollten Sie bei der Antragstellung beachten ....................... 15 Wo muss ich den Antrag einreichen? ......................................... 17 Wann ist ein Antrag bei der Regionalstelle des ZBFS nicht erforderlich? ................................................................................ 18 Teil II: Rechte und Nachteilsausgleiche Beruf Kndigungsschutz ...................................................................... 19 Zusatzurlaub ............................................................................... 20 Freistellung von Mehrarbeit ........................................................ 21 Inklusion behinderter Angehriger des ffentlichen Dienstes ... 21 Teilzeitarbeit ............................................................................... 21 Begleitende Hilfe im Arbeitsleben ............................................... 22 Integrationsfachdienste............................................................... 24 Ruhestand .................................................................................. 24 Steuer Lohn- und Einkommensteuer ..................................................... 25 Kraftfahrzeugsteuer .................................................................... 29 Hundesteuer ............................................................................... 30

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    Auto Parkerleichterungen .................................................................... 31 Befreiung von der Gurtanlege- und Schutzhelmtragepflicht....... 36 Befreiung von Fahrverboten in Umweltzonen ............................ 36 Steuerermigung/-befreiung ..................................................... 36 Preisnachlass beim Neuwagenkauf ........................................... 37 Automobilclubs ........................................................................... 37 Zentralschlssel fr Behindertentoiletten .................................. 37 ffentliche Verkehrsmittel Freifahrt....................................................................................... 39 Hilfen bei Reisen mit der Deutschen Bahn AG .......................... 42 Nachteilsausgleiche im Flugverkehr ........................................... 43 Behindertenfahrdienste............................................................... 43 Kommunikation/Medien Ermigung des Rundfunkbeitrags ............................................ 44 Ermigung der Telefongebhren .............................................. 45 Blindensendungen ...................................................................... 45 Zugnglichmachung von Dokumenten ....................................... 46 Verwendung von Gebrdensprache bei Behrden .................... 46 Wohnen Wohnungsbaufrderung ............................................................. 47 Wohngeld .................................................................................... 47 Barrierefreies Wohnen ................................................................ 48 Widerspruch gegen Wohnungskndigung.................................. 48 Bausparen und Vermgensbildung ............................................ 49 Sozialversicherung Kranken-/Pflegeversicherung ..................................................... 50 Rentenversicherung/Pensionierung von Beamten ..................... 52 Blindengeld ............................................................................... 53 Blindenfhrhunde ..................................................................... 53 Hilfen nach dem SGB XII (Sozialhilferecht)............................ 54

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    Teil III: Ausblick Geplante nderung des Sozialgesetzbuches Neuntes Buch (SGB IX) durch das Bundesteilhabegesetz ................................ 56 Teil IV: bersichten Dienste der offenen Behindertenarbeit .......................................... 57 Regionalstellen des ZBFS .......................................................... 59 Integrationsfachdienste............................................................... 61 Brgertelefon .............................................................................. 68 Die wichtigsten GdB- und Merkzeichen-abhngigen Rechte ..... 69

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    Vorwort Menschen mit Behinderung stehen unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung. Am 26. Mrz 2009 ist zudem die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in Deutschland in Kraft getreten. Sie verpflichtet uns, die volle Verwirklichung der Menschenrechte und Grundfreiheiten fr alle Menschen mit Behinderung ohne jegliche Diskriminierung zu gewhrleisten und zu frdern. Im Bayerischen Aktionsplan vom 12. Mrz 2013 sind die Manahmen zur Umsetzung der UN-BRK enthalten. Eine der Manahmen ist die Information ber die wich-tigsten Ansprche und Rechte von Menschen mit Behinderung. Auch das Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) mit sei-nen Regionalstellen in allen sieben Regierungsbezirken leistet zur Umsetzung der UN-BRK seinen Beitrag. Auf Antrag stellt es den Grad der Behinderung und die gesundheitlichen Merkmale als Voraussetzung fr die Inanspruchnahme verschiedener Nach-teilsausgleiche fest. Selbstverstndlich stehen das ZBFS und seine Regionalstellen den Menschen mit Behinderung bei der Antragstellung mit Rat und Tat zur Seite. Die Vision der UN-BRK ist die Inklusion. Das bedeutet, dass Menschen mit und ohne Behinderungen von Anfang an in allen Lebensbereichen selbstbestimmt leben und zusammenleben. Dieses Ziel ist nur zu erreichen, wenn der Mensch mit Behinde-rung ber die entsprechenden Informationen verfgt, die ihm eine uneingeschrnkte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ermg-lichen. Dieser Wegweiser informiert ber die wichtigsten Ansprche und Rechte sowie ber die Anschriften der zustndigen Stellen.

    Emilia Mller, MdL Bayerische Staatsministerin fr Arbeit und Soziales, Familie und Integration

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    Teil I: Die Feststellung der Behinderung Behinderung, Merkzeichen und Schwer-behindertenausweis Was ist eine Behinderung? Eine Behinderung im Sinne des Gesetzes liegt vor, wenn die

    krperliche Funktion, geistige Fhigkeit oder seelische Gesundheit

    eines Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit lnger als sechs Monate von dem fr das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher seine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beein-trchtigt ist. Dies ist in 2 Abs. 1 Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX) geregelt. Beeintrchtigungen, die krzer als sechs Monate andauern, und alterstypische Beeintrchtigungen gelten nicht als Behinde-rung im Sinne des Gesetzes. Die Schwere der Behinderung wird durch den Grad der Behinde-rung (GdB) ausgedrckt. Der GdB wird von Ihrer Regionalstelle des Zentrums Bayern Familie und Soziales (Versorgungsamt) in Zehnergraden von 20 bis 100 festgestellt.

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    Wer ist schwerbehindert? Schwerbehindert sind Personen

    mit einem GdB von wenigstens 50, sofern sie ihren Wohnsitz, ihren gewhnlichen Aufenthalt

    oder ihre Beschftigung auf einem Arbeitsplatz1 rechtm-ig in Deutschland haben.

    Schwerbehinderte Menschen erhalten auf Antrag einen Schwer-behindertenausweis (siehe Seite 11). Wer kann einem schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden? Personen mit einem GdB von 30 oder 40 sollen auf Antrag schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden, wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen ge-

    eigneten Arbeitsplatz1 nicht erlangen oder nicht behalten knnen und

    ihren Wohnsitz, ihren gewhnlichen Aufenthalt oder ihre Be-schftigung auf einem Arbeitsplatz1 rechtmig in Deutsch-land haben.

    Eine behinderungsbedingte Arbeitsplatzgefhrdung kann z. B. vorliegen bei wiederholten oder hufigen behinderungsbedingten Fehlzeiten, verminderter Arbeitsleistung auch bei behinderungs-gerecht ausgestattetem Arbeitsplatz, Abmahnung oder bei Abfin-dungsangeboten im Zusammenhang mit behinderungsbedingt verminderter Leistungsfhigkeit. Die Gleichstellung ist lediglich fr den besonderen Kndigungs-schutz (Seite 19) und fr Leistungen des Integrationsamtes zur begleitenden Hilfe im Arbeitsleben (Seite 22) von Bedeutung. Die Anerkennung als Schwerbehinderte(r) ist damit nicht verbunden. Ein allgemeiner Stellenabbau begrndet keine Gleichstellung.

    1 Arbeitspltze sind alle Stellen, auf denen Arbeitnehmer, Beamte, Rich-ter sowie Auszubildende und andere zu ihrer beruflichen Bildung Einge-stellte mit mindestens 18 Stunden in der Woche beschftigt werden.

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    Die Gleichstellung erfolgt durch die fr den Wohnort zustndige Agentur fr Arbeit. Den Antrag mssen Sie unmittelbar bei der Age

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