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  • niko.paech@uni-oldenburg.de | www.postwachstumsoekonomie.org | www.voeoe.de

    Befreiung vom berfluss

    Pldoyer fr eine Postwachstumskonomie

    Mnchner Forum Nachhaltigkeit

    05. Juli 2013

    Niko Paech

    Carl von Ossietzky Universitt Oldenburg

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    Grnes Wachstum Wachstumskritik

    Prmisse: konomisches Wachstum kann durch Technik- und Systeminnovationen von

    Stoff- und Energiestrmen entkoppelt werden. kologische Effizienz und Konsistenz

    Prmisse: Permanentes konomisches Wachstum kann weder kologisch entschrft, noch durchgehalten werden und ist berdies

    nicht erstrebenswert.

    Institutionaler Wandel Eigentum Marktalternativen Geldreformen Internalisierung BGE Rolle der Politik

    konomie

    konomie

    Soziales

    kologie

    Soziales

    Expansion

    Kontraktion

    kologie

    Dogmenhistorie des Nachhaltigkeitsdiskurses

    Substanzieller Wandel Industrierckbau De-Globalisierung Suffizienz Subsistenz Soziale Praktiken Emergenz/Kollaps

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    Wachstumskritik Wachstumszwnge

    Postwachstumskonomik

    Postwachstumskonomie

    Entkopplung scheitert

    Peak Everything

    Psychische Grenzen

    Verteilung/Resilienz

    Angebotsseite

    Nachfrageseite

    Subsistenz

    Regionalkonomie

    Sustainable SCM

    Suffizienz

    Institutionen

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    Absolute versus relative Entkopplung? Die Letztere gelingt, aber sie ist aber keine Lsung, sondern Verschrfung des Problems!

    Woran scheitert die Entkopplung?

    Globalisierte Produktions- und Daseinsbedingungen: Absolute Entkopplung entpuppt sich als Verschiebebahnhof.

    Aufgrund unterschiedlicher Rebound-Effekte ist absolute Entkopplung schon theoretisch nicht widerspruchslos darstellbar.

    Objekt- versus Subjektorientierung: Produkte/Technologien knnen nicht per se nachhaltig sein, sondern nur Lebensstile

    Moralisches Dilemma: Wie verantwortbar ist es, auf einen technischen Fortschritt zu setzen, der (noch) nicht existiert?

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    Entkopplung heit, Konsum und Mobilitt zu schtzen

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    Grnes Wachstum: Entkopplung durch Effizienz und Konsistenz?(am Beispiel des Klimaschutzes)

    Dematerialisierung durch Effizienz Minimierung des Einsatzes an kologischen Ressourcen Quantitative Optimierung

    kologisierung durch Konsistenz Geschlossene Kreislufe: Wirtschaftstil der Biosphre Qualitative Optimierung: Regenerative Energietrger

    BIP

    Zeit

    CO2

    CO2-Emissionen

    Wertschpfung

    Primrenergie

    Wertschpfung

    CO2-Emissionen

    Primrenergie

    CO2

    Wirtschaftswachstum = Zunahme der in Geld

    gehandelten Wertschpfung

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    Absolute versus relative Entkopplung? Die Letztere gelingt, aber sie ist aber keine Lsung, sondern Verschrfung des Problems!

    Woran scheitert die Entkopplung?

    Globalisierte Produktions- und Daseinsbedingungen: Absolute Entkopplung entpuppt sich als Verschiebebahnhof.

    Aufgrund unterschiedlicher Rebound-Effekte ist absolute Entkopplung schon theoretisch nicht widerspruchslos darstellbar.

    Objekt- versus Subjektorientierung: Produkte/Technologien knnen nicht per se nachhaltig sein, sondern nur Lebensstile..

    Moralisches Dilemma: Wie verantwortbar ist es, auf einen technischen Fortschritt zu setzen, der (noch) nicht existiert?

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    Quelle: IEA 2009 und BMU 2010

    Aktuelle Rolle der erneuerbaren Energietrger im globalen Mastab

    Globaler Anteil an Solar- und Windenergie: 0,2 % (in Worten: nullkommazwei)

    Klimaschutz ist weniger eine Frage des technischen Wandels als der Reduktion von Ansprchen

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    Bislang erweist sich die absolute Entkopplung des BIP als(1) wirkungslos und kehrt sich (2) mittlerweile sogar um(Beispiel: CO2-Emissionen im globalen Mastab)

    Globaler Durchschnitt:

    E = Primrenergieverbrauch

    GP = Bruttosozialproduktin Kaufkraftparitten

    P = Population

    F = Emissionen

    Konsistenz (F/E )

    +

    Effizienz (E/GP )

    =

    Entkopplung (F/GP )Quelle: Global Carbon Project

    Absolute CO2-Menge

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    Absolute versus relative Entkopplung? Die Letztere gelingt, aber sie ist aber keine Lsung, sondern Verschrfung des Problems!

    Woran scheitert die Entkopplung?

    Globalisierte Produktions- und Daseinsbedingungen: Absolute Entkopplung entpuppt sich als Verschiebebahnhof.

    Aufgrund unterschiedlicher Rebound-Effekte ist absolute Entkopplung schon theoretisch nicht widerspruchslos darstellbar.

    Objekt- versus Subjektorientierung: Produkte/Technologien knnen nicht per se nachhaltig sein, sondern nur Lebensstile.

    Moralisches Dilemma: Wie verantwortbar ist es, auf einen technischen Fortschritt zu setzen, der (noch) nicht existiert?

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    Quelle: Wuppertal Institut

    Wettlauf zwischen Effizienz und Wachstum (des Wohnraums)

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    Grnes Wachstum scheitert an zwei unlsbaren Problemen

    bertragung von Ressourcen/Leistungen Nutzung/Lagerung/Instandhaltung/Entsorgung

    Konsum

    Entstehungsseite:Dematerialisierung

    der gestiegenenGterproduktion?

    BIP-Zuwachs

    Qu

    elle

    n

    Sen

    ken

    Verwendungsseite:Dematerialisierung

    des gestiegenenEinkommens?

    Grnes Wachstum wrde voraussetzen, Steigerungen des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf der Entstehungsseite UND der Verwendungsseite, von Umweltschden zu entkoppeln. Aber das ist schon theoretisch unmglich wie soll es dann in der Praxis gelingen?

    Materielle Rebound-Effekte:Welche zustzliche Produktion, ohne die kein Wachstum mglich ist, lsst sich vollstndig von kologischen Schden entkoppeln?

    Finanzielle Rebound-Effekte:Wie lsst sich das Einkommen, welches durch grnes Wachstum notwendigerweise entsteht, ohne kologische Schden verwenden?

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    Absolute versus relative Entkopplung? Die Letztere gelingt, aber sie ist aber keine Lsung, sondern Verschrfung des Problems!

    Woran scheitert die Entkopplung?

    Globalisierte Produktions- und Daseinsbedingungen: Absolute Entkopplung entpuppt sich als Verschiebebahnhof.

    Aufgrund unterschiedlicher Rebound-Effekte ist absolute Entkopplung schon theoretisch nicht widerspruchslos darstellbar.

    Objekt- versus Subjektorientierung: Produkte/Technologien knnen nicht per se nachhaltig sein, sondern nur Lebensstile

    Flucht in den Fortschrittsglauben: Wie verantwortbar ist es, auf einen technischen Fortschritt zu setzen, der gar nicht existiert?

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    Orientierung an der 2C-Leitplanke: Budgetansatz des WBGU

    Globalbudget: 750 Mrd. Tonnen CO2 bis 2050 Bei ca. 7 Mrd. Menschen jhrliche Pro-Kopf-Emissionen von rund 2,7 t CO2.

    Wer das individuelle CO2-Budget (2,7 Tonnen pro Jahr) nicht als Rahmenbedingung jeder weiteren Entwicklung akzeptiert, will entweder keinen Klimaschutz oder keine globale Gerechtigkeit!

    Kann dieses Ziel auf Basis grner Produkte oder Technologien erreicht werden?.

    Zeit

    CO2-intensive Lebensstile

    Unterversorgte Lebensstile

    heute zuknftig?

    CO2

    Zielkorridor mit Schwankungsbreite2-3 t

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    Grnes Wachstum delegiert die Verantwortung an Produkte und Technologien aber gibts berhaupt nachhaltige Produkte?

    Ist der Fahrer dieses Wagens ein

    Klimaschtzer?

    Ist die Fahrerin dieses Wagens eine

    Klimasnderin?

    Einzelne Produkte oder Handlungen ganz gleich wie kologisch konsistent oder effizient lassen keine Rckschlsse auf Nachhaltigkeit bzw. Klimaschutz zu, solange nicht die anderen Handlungsfelder der betreffende Personen bercksichtigt werden.

    Moralische Kompensation: Bionade trinkende Viel-Flieger Die einzig kongruente Zielvariable besteht in individuellen ko- bzw. CO2-Bilanzen.

    Produkte, die per se nachhaltig sind, gibts gar nicht, sondern nur nachhaltige Lebensstile!

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    Individuelle CO2-Bilanz als bergang von der Objekt zuSubjektorientierung: 2,7 Tonnen pro Kopf und Jahr

    Nachhaltige Lebensstile erfordern, nicht am Detail zu feilen, sondern die dicken Brocken aus der individuellen kobilanz zu entfernen.

    Die Behauptung, es sei richtig, einfach irgendwo anzufangen, fhrt leider in die Irre: (a) Symbolische Kompensation lenkt von den brisanten Handlungsfeldern ab.(b) Abarbeitung an unwichtigen Details; fr die Hot Spots fehlen dann Zeit u. Energie.(c) Mit den Nachhaltigkeitssymbolen steigt das, was sich kompensieren lsst!

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    Entkopplung scheitert systematisch aus vielen Grnden

    1. Was heit Grnes Wachst

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