pfarrbrief st. marien, weihnachten 2015

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Weihnachtspfarrbrief der Pfarre 4502 St. Marien

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  • PfarrbriefSt. Marien

    Weihnachten 2015 www.dioezese-linz.at/stmarien

    so warten vielleicht viele Menschen in so warten vielleicht viele Menschen in

    unseren Tagen auf ...ein gutes Wort, auf einenunseren Tagen auf ...ein gutes Wort, auf einen

    positiven Asylbescheid, auf einepositiven Asylbescheid, auf eine

    Einladung zu einer Tasse Kaffee oder Tee, auf ...Einladung zu einer Tasse Kaffee oder Tee, auf ...

  • 2 Vorwort

    Liebe Samareinerinnen,liebe Samareiner!

    unser Bundesprsident kommt zu unsnach St. Marien! Oder unser Papst Franzis-cus gibt sich die Ehre, uns zu besuchen!Was wrden wir als Gemeinde tun? Naklar, ihnen einen groen Empfang berei-ten, einen ganz groen Bahnhof. Freilich,das wird wohl nie geschehen. Und dochkann ich Ihnen voller Freude verknden,dass wir in Krze einen ganz hohen Gasterwarten drfen, der uns hier in St. Marienbesuchen will, der jeden Einzelnen besu-chen will. Sollten wir diesem Gast nichtauch einen groen Empfang bereiten?Mssten wir unserem Gott, der in JesusMensch wird, nicht auch einen groenBahnhof bereiten? Ist es uns berhauptnoch bewusst, was da geschieht? Oder istdieser Besuch nur noch reine Routine,nach dem Motto: Alle Jahre wiederkommt das Christuskind .Wir feiern Weihnachten: Gottkommt zu uns! Es ist das Festder Freude und der Liebe. WeilGott Mensch wird, drfen wiruns freuen und andere mit un-serer Freude anstecken. Aberwie, wenn es doch alle Jahreimmer wieder dasselbe ist? Bestimmt ken-nen Sie die Geschichte von Schuster Kon-

    rad, der etwas Eigenartiges erlebt hat undam Schluss selbst ganz erstaunt war undein groes Geschenk bekommen hat.An diesem Morgen war Konrad, der Schuster,

    schon sehr frh aufgestanden, hatte seine Werk-

    statt aufgerumt, den Ofen angezndet und den

    Tisch gedeckt. Heute wollte er nicht arbeiten.

    Heute erwartete er einen Gast. Den hchsten

    Gast, den Ihr Euch nur denken knnt. Er erwar-

    tete Gott selber. Denn in der vorigen Nacht hatte

    Gott ihn im Traum wissen lassen: Morgen werde

    ich zu dir kommen. Nun sa Konrad also in der

    warmen Stube am Tisch und wartete, und sein

    Herz war voller Freude. Da hrte er drauen

    Schritte und schon klopfte es an der Tr. Da ist

    er, dachte Konrad, sprang auf und riss die Tr

    auf. Aber es war nur der Brieftrger, der von der

    Klte ganz rot und blau gefrorene Finger hatte

    und sehnschtig nach dem heien Tee auf dem

    Ofen schielte. Konrad lie ihn herein,

    bewirtete ihn mit einer Tasse Tee und

    lie ihn sich aufwrmen. Danke,

    sagte der Brieftrger, das hat gut

    getan. Und er stapfte wieder in die

    Klte hinaus. Sobald er das Haus ver-

    lassen hatte, rumte Konrad schnell die

    Tassen ab und stellte saubere auf den

    Tisch. Dann setzte er sich ans Fenster, um seinem

    Gast entgegenzusehen. Er wrde sicher bald kom-

    Stellen Sie sich vor ...,

  • Vorwort 3

    Dr. Georg Huber, PGR-Obmann Mag. Franz Landerl, Pfarrassistent

    men. Es wurde Mittag, aber von Gott war nichts

    zu sehen.

    Pltzlich erblickte er einen kleinen Jungen, und als

    er genauer hinsah, bemerkte er, dass dem Kleinen

    die Trnen ber die Wangen liefen. Konrad rief

    ihn zu sich und erfuhr, dass er seine Mutter im

    Gedrnge der Stadt verloren hatte und nun nicht

    mehr nach Hause finden konnte. Konrad legte

    einen Zettel auf den Tisch, auf den er schrieb:

    Bitte warte auf mich. Ich bin gleich zurck! Er

    lie seine Tr unverschlossen, nahm den Jungen an

    der Hand und brachte ihn nach Hause. Aber der

    Weg war weiter gewesen, als er gedacht hatte, und

    so kam er erst heim, als es schon dunkelte. Er er-

    schrak fast, als er sah, dass jemand in seinem

    Zimmer am Fenster stand. Aber dann tat sein

    Herz einen Sprung vor Freude. Nun war Gott

    doch zu ihm gekommen.

    Im nchsten Augenblick erkannte er die Frau, die

    oben bei ihm im gleichen Haus wohnte. Sie sah

    mde und traurig aus. Und er erfuhr, dass sie drei

    Nchte lang nicht mehr geschlafen hatte, weil ihr

    kleiner Sohn Petja so krank war, dass sie sich

    keinen Rat mehr wusste. Er lag so still da, das

    Fieber stieg und er erkannte die

    Mutter nicht mehr. Die Frau tat

    Konrad leid. Sie war ganz allein

    mit dem Jungen, seit ihr Mann ver-

    unglckt war. Und so ging er mit.

    Gemeinsam wickelten sie Petja in

    feuchte Tcher. Konrad sa am

    Bett des kranken Kindes, whrend die Frau ein

    wenig ruhte. Als er endlich wieder in seine Stube

    zurckkehrte, war es weit nach Mitternacht.

    Mde und ber alle Maen enttuscht legte sich

    Konrad schlafen. Der Tag war vorber. Gott war

    nicht gekommen. Pltzlich hrte er eine Stimme.

    Es war Gottes Stimme. Danke, sagte die

    Stimme, danke, dass ich mich bei dir aufwrmen

    durfte danke, dass du mir den Weg nach Hause

    zeigtest danke fr deinen Trost und deine Hilfe.

    Ich danke dir, Konrad, dass ich heute dein Gast

    sein durfte. (Maria Lorentz)

    Wir stehen kurz vor Weihnachten. Wirwarten wie Konrad, dass Gott zu unskommt und bei uns einzieht. Und so wiewir warten viele Menschen auf ein gutesauf ein gutesWort, auf eine Einladung , auf eine ErmuWort, auf eine Einladung , auf eine Ermu--

    tigung.tigung.

    Schuster Konrad wurde von Gott besucht.Er hat es gar nicht gemerkt, dass Gott dawar, in dem Postboten, der gefroren hatte,in dem Kind, das sich verlaufen hatte undin der Frau, die die Sorge um ihr Kindnicht schlafen lie. Vielleicht mssen wirnur unsere Augen weiter aufmachen, damitauch wir sehen knnen, wenn uns Gott be-gegnet. Es wre doch eine gute Idee, wennwir ganz bewusst die Augen offen undnach Gott Ausschau halten. Manchmal be-gegnet er uns ganz anders als wir uns dasvorstellen. Vielleicht entdecken wir ihn

    mitten in unserem Alltag. Das istmein Wunsch fr uns alle: Dasswir Begegnung erfahren, durchgute Worte, durch Ermutigungen,durch

    Ich wnsche uns, dass wir Gott inunseren Mitmenschen begegnen. JedenTag und immer und immer wieder. Unddann knnen wir froh und nicht routine-migsingen:

    Alle Jahre wieder!

  • 4 Gedenksttte

    Gedenksttte fr totgeborene KinderWir freuen uns sehr ber die vielen guten Rckmeldungen ber unsere neu errichteteGedenksttte fr totgeborene Kinder auf unserem Pfarrfriedhof. Am Fest Allerheiligenkonnten wir im Rahmen der Grbersegnung auch diesen Ort segnen. Mge er in Zu-kunft allen als Ort der Trauer, des Gedenkens, des Innehaltens dienen, die in ihrer Ge-schichte und Biographie auch Kinderverloren oder Kinder tot auf die Welt ge-bracht haben.Wir drfen daran glauben, dass auch sie ihrenPlatz bei Gott und in seinem Plan haben,auch wenn das Betroffenen im Augenblickschwer fllt zu glauben. Vielleicht ist es sowie die Glasscheibe auf unserer Gedenk-sttte, die in zarten Gelbtnen das vorhan-dene Licht verstrkt bzw. das Lichtdurchscheinen lsst. Ich mchte allen danken, die sich fr die Um-setzung stark gemacht haben, in erster Liniedem Arbeitskreis mit Christine Aufreiter,Agnes Blaimschein, Karl Leblhuber, KonradPalmanshofer, Gerold Schiesser, BrigitteThomasberger.Ich danke der Fa. Gollner/Kunststeinmetz-betrieb aus Gallneukirchen fr die guteDurchfhrung und Ausfhrung des Kunst-werkes.Bei den Kosten von ca. 7.500,00 dankenwir Bgm. Helmut Templ, LH Dr. Josef Phringer, den Gliederungen der Pfarre (KBW,KMB und kfb), aber auch den Goldhaubenfrauen der Ortsgruppe St. Marien fr die Un-tersttzung, zudem Bestatter Oberhuber und Raiffeisenbank St. Marien.Wenn Sie mithelfen wollen, den Restbetrag zu finanzieren, sind wir fr eine Spende aufdas Konto der Pfarre mit Vermerk Gedenksttte dankbar. (IBAN AT03 3453 00000001 1338).

    E I N L A D U N G

    Wir mchten alle Betroffenen und Interessierten zu einer kleinen Lichtmeditation amSonntag, 27. Dezember, um 18 Uhr, am Friedhof bei der Gedenksttte einladen.

  • Gebetshaltung Knien 5

    Besonders das Knien wird von Nichtka-tholiken als das typisch Katholische er-kannt, hat es doch weder imevangelisch-lutherischen Gottesdienstnoch im orthodoxen Gottesdienst einenOrt und ist ChristInnen anderer Konfes-sionen fremd.Fr viele Katholiken ist vielleicht erstaun-lich, dass es in der Allgemeinen Einfh-rung in das Messbuch (AEM) dazu heit:Soweit keine andere Regelung getroffenwird, soll man in allen Messfeiern stehen: vom Gabenge-bet bis zum Endeder Messe, mit denfolgenden Aus-nahmen: Wenndie Platzverhlt-nisse oder einegroe Teilnehmer-zahl oder anderevernnftigeGrnde nichtdaran hindern, sollman zur Konse-kration (Wand-lung) knien" (Nr.21).Das Knien nach dem Sanctus ist katho-lisch, weltkirchlich nur eine lobenswerteTradition und keinesfalls der Normal-fall. Die eigentliche Gebetshaltung derChristInnen des ersten Jahrtausends wardas Stehen in der Erwartung des kommen-den Christus. Erst mit der beginnendenVerehrung des eucharistischen Brotes im

    11. Jahrhundert fand das Knien Eingang inden Gottesdienst, blieb aber bis ins 13.Jahrhundert im Sonntagsgottesdienst sogarverboten. Kritiker des Kniens weisen aufdie Herkunft der Haltung aus dem Kaiser-kult hin. Der Kaiser forderte das Knien alsZeichen der Unterwerfung und Huldigung,der Knechtschaft. Eine Haltung also, dieChristInnen, welche von Jesus ausdrck-lich als Freunde, Kinder oder Erbenbezeichnet werden, im Verhltnis zu Gottnicht gem ist.

    Warum knien wirdann aber in derMesse? Das Knienin der Messe isteine Haltung derEhrfurcht, der An-dacht und desSchauens: desHinschauens aufdas Geschehender Wandlung,Des Hinschau-ens und Stau-nens auf JesusChristus, der in

    Brot und Wein gegenwrtig ist.Vor keinem Menschen knien ChristInnen nur vor Gott! Im Knien wird zum Aus-druck gebracht, wie klein der Mensch ist.Wenn wir im Gottesdienst zum Vaterunser wieder aufstehen, wird

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