Ich weiß, ich darf es nicht, aber ich mach es trotzdem

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<ul><li> Folie 1 </li> <li> Ich wei, ich darf es nicht, aber ich mach es trotzdem </li> <li> Folie 2 </li> <li> OOPS, I DID IT AGAIN Compliance?? Was ist das?? Mag. Kathrin Sacherer 3. Medizinische Abteilung SMZ OST Donauspital (derzeit Mutterschutz) </li> <li> Folie 3 </li> <li> Rauchen Sie??? </li> <li> Folie 4 </li> <li> Wissen Sie um die Risiken? </li> <li> Folie 5 </li> <li> Folie 6 </li> <li> Wollten Sie schon mal aufhren??? </li> <li> Folie 7 </li> <li> Was hat Sie daran gehindert ? </li> <li> Folie 8 </li> <li> OOPS I DID IT AGAIN !!!! </li> <li> Folie 9 </li> <li> Haben Sie bergewicht ?? </li> <li> Folie 10 </li> <li> Wissen Sie um die Risiken? </li> <li> Folie 11 </li> <li> Folie 12 </li> <li> Schon mal erfolgreich eine Dit durchgefhrt und das Gewicht gehalten ?? </li> <li> Folie 13 </li> <li> Was hat Sie daran gehindert ? </li> <li> Folie 14 </li> <li> OOPS I DID IT AGAIN !!!! </li> <li> Folie 15 </li> <li> Sie wissen also um die meisten der Risiken und sind trotzdem incomplient ??? </li> <li> Folie 16 </li> <li> Genau SO geht es den meisten Dialysepatienten!! Wissen ist NICHT gleich Verhaltensnderung!!!! </li> <li> Folie 17 </li> <li> Compliance Offenbar ein wichtiges Thema Pub Med: Compliance: 90057 Treffer Non Compliance: 31794 Treffer </li> <li> Folie 18 </li> <li> Compliance Das befolgen von rztlichen Anordnungen und Manahmen seitens des Patienten Spiegelt dabei ein asymmetrisches Arzt Patient Verhltnis wieder Charakterisiert den Patienten als passiven Empfnger dem bei Non Compliance einseitig die Schuld bzw. Verantwortung zugewiesen werden kann. Horne R (2006) </li> <li> Folie 19 </li> <li> Das funktioniert allerdings nicht! </li> <li> Folie 20 </li> <li> Rand CS (1993), Reeds ( 2007) Adhrenz als Ziel zum Gemeinsamen Werken Symmetrisches Arzt Patient Verhltnis Steht fr ein Behandlungsbndnis Partnerschaftlich hinsichtlich des Wunsches den Therapieerfolg zu erzielen Verantwortung bernehmen beide </li> <li> Folie 21 </li> <li> Das hrt sich ja recht einfach an! </li> <li> Folie 22 </li> <li> Compliance/ Adhrenz Frderung ist INDIVIDUELL UNTERSCHIEDLICH!! Es gibt KEIN Rezept!! </li> <li> Folie 23 </li> <li> Folie 24 </li> <li> Gefragt sind: Empathie der Helfer Patients need to be supportet not to be blamed! Keinerlei Be- oder Verurteilungen Unbedingte Wertschtzung Vertrauen in die Kompetenz des Patienten Einbeziehen des Umfeldes: Niemand ist alleine Krank! UND: KREATIVITT UND FLEXIBILITT BEI DEN HELFERN!!! </li> <li> Folie 25 </li> <li> Helfer Patient Beziehung Bevormundung/ Lenkung Selbstbestimmung Geringschtzung Wertschtzung autoritrere Stilpatriachalisch/ frsorglicher Stil partnerschaftlich/ integrativer Stil Laisse faire Stil </li> <li> Folie 26 </li> <li> Fallbeispiele 1 3x Krbissuppe </li> <li> Folie 27 </li> <li> Fall A: Krbissuppe </li> <li> Folie 28 </li> <li> Fall B: Krbissuppe </li> <li> Folie 29 </li> <li> Fall C: Krbissuppe </li> <li> Folie 30 </li> <li> Fallbeispiele 2 3x berschreitung der Trinkmenge </li> <li> Folie 31 </li> <li> Fall A berschreiten der Trinkmenge Peter F. 10 Jahre Dysplastische Nieren Arbeiterfamilie Dialysezeit 4 Monate Sowohl mit dem Patienten als auch seiner Familie wurde immer wieder die Notwendigkeit der Flssigkeitsreduktion besprochen </li> <li> Folie 32 </li> <li> So gehts weiter.... Kleine Flaschen Zuckerl lutschen Zitrone lutschen Belehrungen Immer wieder Eltern und Patientenschulung Kein Erfolg, Frustration und immer hufiger Kritik am Kind </li> <li> Folie 33 </li> <li> Die Lsung Token System Verhaltensmodifikation durch Verstrkung Langfristige Lsung Gewnscht war: Rennautobahn Aufbau von Wochen und Monatsplnen Token: Rennautopickerl Zwischenerfolge belohnt durch Rennautos Rennautobahn gabs nach 6 Monaten </li> <li> Folie 34 </li> <li> Token Systeme zur Verstrkung die fr alle transparent sind Die Teilerfolge fhren auerdem zu einem stark verbessertem Kompetenz- und Selbstwertgefhl Vor allem bei Kindern sehr gut einsetzbar </li> <li> Folie 35 </li> <li> Fall B berschreitung der Trinkmenge Franz H. 18 Jahre Chronische Glomerulonephritis 2 Jahre Dialyse Stndig massiv berwssert Zustzliche Dialysetermine Schwnzte stndig Dialyse </li> <li> Folie 36 </li> <li> So gehts weiter... Stndiges Zureden Schimpfen Nachtelefonieren Elterngesprche Ununterbrochener Mittelpunkt des Dialyseteams durch sein Verhalten </li> <li> Folie 37 </li> <li> Non Compliance als Macht Macht im KH hat meist das Personal Interaktion erfolgt asymmetrisch Patient hat das Gefhl durch Non Compliance Macht ber das Personal zu erreichen und diesem eins auszuwischen Und er hat Recht!!!! Vorsicht: Diese Gedanken laufen meist unbewusst ab </li> <li> Folie 38 </li> <li> Lsung Freundliches neutrales Personal Kein Nachtelefonieren Keine Gesprche ber Trinkmenge und verpasste Dialysezeiten Nach vier Woche fragt Franz H: Sagen sie interessieren Sie sich gar nicht mehr fr mein Gewicht? Antwort: Httest du gerne, dass ich mich dafr interessiere? </li> <li> Folie 39 </li> <li> Fall C berschreitung der Trinkmenge Markus M 45 Jahre oberes Management Hypertensive Nephropathie Dialyse seit 5 Monaten Liebhaber von Traubensaft stndige berwsserung, hohes Kalium Gesprche, wenig Erfolg Zusammensto zwischen dem Patienten und einer jungen Schwester die ihn maregelt und Vorwrfe macht Patient wird uerst trotzig und aggressiv </li> <li> Folie 40 </li> <li> Wenn Aggressionen (Vorwrfe) aggresiv machen.... Hinter jeder Aggression (Vorwurf) steckt ein Wunsch!!! </li> <li> Folie 41 </li> <li> Mgliche Grnde fr Aggressionen Aggressionen sind ein Zeichen von Schuldgefhlen!...ich wnschte mir, ich htte anders/./ gehandelt. Aggressionen sind ein Zeichen von Angst!...ich habe Angst vor Vernderung. Aggressionen sind ein Zeichen dafr, dass andere Parteien (rzte-Schwestern-Psychologen-etc....) Kommunikationsschwierigkeiten haben....ich will in Eure Probleme nicht involviert werden... Aggressionen sind ein Zeichen eines Wunsches nach Kontrolle....ich will nicht alles Dir berlassen. Ich will mitbestimmen Aggressionen sind ein deutliches Zeichen der Patienten, dass sie die Erwartungen der Helfer (hinsichtlich ihrer Krankenrolle,...) im Moment nicht erfllen knnen....lass mich so sein, wie ich bin... Etc... </li> <li> Folie 42 </li> <li> Die Lsung Manager und junge Schwester hatten bei ihrer Aggression den selben Wunsch: Nimm mich wahr, und respektiere mich als erwachsenen Mann der selbst fr sein Handeln verantwortlich ist/ als kompetente Schwester Viele Gesprche in denen vor allem die eigene Kompetenz im Umgang mit der Krankheit besprochen wurde. </li> <li> Folie 43 </li> <li> Nicht das Verhalten, sondern den mglichen dahinterliegenden Wunsch fokussieren und der Person stets mit Respekt begegnen. "Problem talking creates problems. Solution talking creates solutions Steve de Shazer </li> <li> Folie 44 </li> <li> Und nicht vergessen: Incompliance beginnt schon sehr frh... </li> <li> Folie 45 </li> <li> Mglichkeiten zur Verbesserung der Adhrenz Dem Patienten Kompetenz zutrauen Immer wieder aktuelles Krankheitsgeschehen hinterfragen Subjektive Paiententheorien beachten Hypothesen ber den Grund der Non Compliance bilden und diese mit dem Patienten besprechen Verstndliche Informationsvermittlung (klar, einfach, anschaulich) DER PATIENT IST KOMPETENT!!!!!!! Mller (2006) </li> <li> Folie 46 </li> <li> Mglichkeiten zur Verbesserung der Adhrenz Eine nicht verurteilende Grundhaltung als Vorraussetzung: Patients need to be supported not to be blamed Versuchen zu Verstehen welche Grnde beim Einzelnen fr Non Compliance bestehen Non Compliance ist bereichsspezifisch Unbedingte Wertschtzung + Emotionale Wrme Empathie Kongruenz/ Echtheit Verbalisieren emotionaler Inhalte Keine Beurteilungen oder Verurteilungen (Patient ist nicht ihr FEIND und NICHT ihr FREUND) </li> <li> Folie 47 </li> <li> WHO : 50% der verordneten Medikamente werden nicht richtig eingenommen 25 % der selbst gewnschten Arzttermine und 50 % der vorgegebenen Termine werden nicht wahrgenommen 53 % der Patienten verstehen die Instruktionen nicht, 28 71 % der Empfehlungen werden vergessen Therapieabbrche bei chronisch erkrankten Menschen innerhalb des ersten Erkrankungsjahres 50 % (2006) </li> <li> Folie 48 </li> <li> Studien Schmidt &amp; Hartmann 2009 Metaanalyse 19 Studien, HD Non Compliance Raten &gt; 50% ( Medikation) Kutner &amp; McClellan (2002) Multicenter 119 HD, 51 PD Indikatoren Auslassen Dialyse, Phosphatlevel 1/3 der HD &amp; PD Patienten incompliant bei min. 1 Indikator Jngere Patienten hhere Incompliance Kein Zhg. Zwischen Modalitt und Incompliance Fritsch (2009) Zhg. Schwesterliche Untersttzung (DSE, Dialysis Staff Encouragement Subscale) &amp; Flssigkeitskontrolle bei HD Sig. Zhg. von schwesterl. Untersttzung &amp; Flssigkeitskontrolle Self empowerment </li> <li> Folie 49 </li> <li> Der Dialysepatient ist hinsichtlich seiner Einbindung in ein starres Behandlungsschema, seiner Prozessabhngigkeit und seiner ausgeprgten Komorbiditt ein besonders belasteter Patient. Das Leben des Dialysepatienten ist durch Ditvorschriften, rigide Dialysezeiten und strenge Einnahmeschemata fr zahlreiche Medikamente gekennzeichnet. Durch diese Einschnitte im Alltagsleben ist das chronische Nierenversagen ein klassisches Beispiel fr eine mit potenziell hoher Non - Compliance konfrontierte Erkrankung. Karamanidou C, Clatworthy J, Weinman J, Horne R (2008) Der Dialysepatient und die Compliance </li> <li> Folie 50 </li> <li> Rollenerwartungen an den Arzt Universale Hilfsbereitschaft Affektive Neuralitt Funktionale Spezifitt Uneigenntzigkeit / Altruismus Kompetenz </li> <li> Folie 51 </li> <li> Erwartungen an die Krankenrolle Befreiung von normalen Rollenpflichten /Erwartungen Nicht verantwortlich fr die Erkrankung Sozial verpflichtet gesund werden zu wollen und die Krankenrolle anzunehmen Sozial verpflichtet professionelle Hilfe aufzusuchen und entsprechend der therapeutischen Anweisungen zu handeln </li> <li> Folie 52 </li> <li> Interaktion erfolgt asymmetrisch Hilfe suchen vs. Helfen/ Probleme haben vs. Probleme lsen Situation ist durch das Personal strukturiert Unterschiedliche Schichtzugehrigkeit Wissensgeflle, elaborierter vs. restringierter Sprachcode Soziale Kontrollfunktion </li> <li> Folie 53 </li> <li> Spezielle Probleme Vertrauen Definition eines gemeinsamen Gegenstandes und einer Zielsetzung Koordination der Handlung der beteiligten Personen Wunsch nach Unabhngigkeit und Autonomie - fr normales Leben essentiell Realitt: ABHNGIGKEIT (Maschine, Arzt, Pflegepersonal) Hohe Anforderung an dr Dialyse: Dit, Trinkmenge, Medikamenteneinnahme Macht </li> <li> Folie 54 </li> <li> Die Macht liegt meist beim Personal draus resultieren Verleugnung Verdrngung Depression Aggression Widerstand gegen auferlegten Zwang (REAKTANZ!!!!!) Regression </li> <li> Folie 55 </li> <li> Abhngigkeit zwingt Patienten auf frhere Entwicklungsstufe Patient erscheint: anspruchsvoll, fordernd, aggressiv Team verstrkt die Haltung unbewusst durch berfrsorgliches dominierendes Verhalten gelernte Hilflosigkeit (Seligman, 1999 ) </li> <li> Folie 56 </li> <li> bertragung / Gegenbertragung Gefhle der Kindheit werden wieder erlebt und auf das Team projiziert (Transaktionsanalyse) Team reagiert unbewusst wie berforderte Eltern gegenber aufsssigem Kind Enttuschung und Aggression beiderseits (Strauch&amp;Rathuser, 1985; Wrenck, 2007) </li> <li> Folie 57 </li> <li> Mglichkeiten zur Verbesserung der Adhrenz Eine nicht verurteilende Grundhaltung als Vorraussetzung: Patients need to be supported not to be blamed Versuchen zu Verstehen welche Grnde beim Einzelnen fr Non Compliance bestehen Non Compliance ist bereichsspezifisch Unbedingte Wertschtzung + Emotionale Wrme Empathie Kongruenz/ Echtheit Verbalisieren emotionaler Inhalte Keine Beurteilungen oder Verurteilungen (Patient ist nicht ihr FEIND und NICHT ihr FREUND) </li> <li> Folie 58 </li> <li> Mglichkeiten zur Verbesserung der Adhrenz Dem Patienten Kompetenz zutrauen Immer wieder aktuelles Krankheitsgeschehen hinterfragen Subjektive Paiententheorien beachten Hypothesen ber den Grund der Non Compliance bilden und diese mit dem Patienten besprechen Verstndliche Informationsvermittlung (klar, einfach, anschaulich) DER PATIENT IST KOMPETENT!!!!!!! Mller (2006) </li> <li> Folie 59 </li> <li> Vermeidbare Fehler in der Gesprchsfhrung Nichtbeantworten von Fragen und Einwnden des Patienten Raten statt Fragen auch in Bezug auf die Befindlichkeit (Achtung: Vorurteile) Suggestivfragen und direktive Gesprchsfhrung auf der Basis zu frh gebildeter Hypothesen Verbleibende Unklarheit bezgl. Therapie Themenwechsel statt Antwort Zurckhalten von Informationen Zu wenig Ermutigung (Nochmals: Der Patient ist kompetent und dieses Gefhl mssen wir ihm auch geben!!) </li> </ul>

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