de beaugrande, robert; dressler, wolfgang ulrich (1981) - einführung in die textlinguistik...

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  • DE GRUYTER

    Robert-Alain de Beaugrande, Wolfgang Ulrich Dressier

    EINFHRUNG IN DIE TEXTLINGUISTIK

    KONZEPTE DER SPRACH- UND LITERATURWISSENSCHAFT

  • Dieses Buch ersetzt das in 2. Auflage 1973 erschienene Buch E in f h r u n g in die Textlinguistik*4 von Wolfgang Dressier.

    CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek

    Beaugrande, Robert-A lain de:Einfhrung in die Textlinguistik / Robert-Alain de Beaugrande ; Wolfgang Ulrich Dressier. - Tbingen : Niemeyer, 1981.

    (Konzepte der Sprach- und Literaturwissenschaft ; 28)NE: Dressier, Wolfgang U.:; GT

    ISBN 3-484-22028-7 ISSN 0344-6735

    Max Niemeyer Verlag Tbingen 1981ABe Rechte Vorbehalten. Ohne ausdrckliche Genehmigung des Verlages ist es nicht gestattet, dieses Buch oder Teile daraus auf photomcchanischem Wege zu vervielfltigen. Printed in Germany.Satz: Williams, London. Druck: Sulzberg-Druck, Sulzberg im Allgu

  • Inhaltsverzeichnis

    V o rred e ...............Zur Zeichensetzung

    0. VORWORT .

    IXX

    XI

    I. GRUNDBEGRIFFE 1Textualitt. Sieben Kriterien der Textualitt: Kohsion; Kohrenz; Intentionalitt; Akzeptabilitt; Informativitt; Situationalitt; Intertextualitt. Konstitutive und regulative Prinzipien: Effizienz; Effektivitt ; Angemessenheit.

    Vorlufer der Textlinguistik: Rhetorik; Stilistik; Literaturwissenschaft; Kulturanthropologie; Tagmemik; Soziologie; Diskursanalyse; Funktionelle Satzperspektive. Deskriptive/Strukturelle Linguistik: Systemebenen ; Harris Diskursanalyse ;Coserius Umfelder; Harwegs Substitutionsmodell;Text als bersatzmige Einheit. Transformationsgrammatik und ihre Folgen: Heidolphs und Isenbergs Vorschlge; Textgrammatik des Konstanzer Projekts; Petfis Textstruktur/ Weltstruktur-Theorie; van DijksTextgrammatiken; Mel'cuks Sinn * Text-Modell; die Entwicklung des Transformationsbegriffs.

    Pragmatik. Systeme und Systematisierung. Beschreibung und Erklrung. Modularitt und Interaktion. Kombinatorische Explosion. Das prozedurale Wesen des Textes. Verarbeitungsleichtigkeit und Verarbeitungstiefe. Abschluschwellen. Virtuelle und aktualisierte Systeme. Kybernetische Regulierung. Kontinuitt. Stabilitt. Problemlsung: Tiefe-zuerst-Suche, Breite-zuerst-Suche und Mittel-Zweck-Analyse. Abbildung. Prozeduranschlu. Mustervergleich. Phasen der Textproduktion: Planung; Ideation; Entwicklung; Ausdruck; grammatische Synthese; Linearisierung und Nachbarschaft. Phasen der Textrezeption: grammatische Analyse; Konzeptabrufung; Ideenabrufung; Planabrufung. Umkehrbarkeit von Produktion und Rezeption. Quellen

    II. DIE ENTWICKLUNG DER TEXTLINGUISTIK 15

    III. DER PROZEDURALE ANSATZ 32

    V

  • fr prozedurale Modelle: Knstliche Intelligenz; Kognitive Psychologie. Operationstypen.

    IV. KOHSION ...................................................................................... 50Die Funktion der Syntax. Der Oberflchentext in aktiver Speicherung. Engmaschige Muster: Phrase, Teilsatz, Satz. Erweiterte bergangsnetzwerke. Grammatische Abhngigkeiten. Regeln als Prozeduren.Mikro-Zustnde und Makro-Zustnde. Warteliste. Wiederholungsmuster: Rekurrenz; partielle Rekunenz; Parallelismus; Paraphrase. Verdichtungsmuster: Pro-Formen; Anaphora und Kataphora; Ellipse; Gewinn-Verlust- Relation zwischen Gedrngtheit und Klarheit. Signalisierungsrelationen:Tempus und Aspekt ; Aufdatierung; Junktion: Konjunktion, Disjunktion, Kontrajunktion und Subordination; Modalitt. Funktionelle Satzperspektive. Intonation.

    V. KOHRENZ...................................................................................... 88Sinn und Bedeutung. Nicht-Determiniertheit, Mehrdeutigkeit und Polyvalenz. Sinnkontinuitt. Textwelten. Konzepte und Relationen. Verbindungsstrke: determinierendes, typisches und zuflliges Wissen.Zerlegung. Prozedurale Semantik. Aktivierung. Chunks und globale Muster. Aktivierungsverbreitung. Episoden-Gedchtnis und semantisches Gedchtnis. konomie. Frames, Schemata, Plne und Skripts. Vererbung. Primrkonzepte und Sekundrkonzepte. Operatoren. Aufbau eines Text-Welt-Modells. Inferenzziehung. Weltwissenskorrelat. Referenz.

    VI. INTENTIONALITT UND AKZEPTABILITT........................... 118Intentionalitt. Reduzierte Kohsion. Reduzierte Kohrenz. Der Begriff der Intention. Sprechakttheorie. Performative. Grices Konversationsmaximen: Kooperation, Quantitt, Qualitt, Relevanz sowie Art und Weise. Die Begriffe der Handlung und Diskurshandlung. Plne und Ziele. Skripts. Interaktive Planung. Kontrolle und Vermittlung. Akzeptabilitt. Beurteilung von Stzen. Beziehungen zwischen Akzeptabilitt und Grammatikalitt. Billigung von Plnen und Zielen.

    VII. INFORMATIVITT.......................................................................... 145Aufmerksamkeit. Informationstheorie. Die Markov-Kette. Statistische und kontextuelle Wahrscheinlichkeit. Drei Stufen der Informativitt.Trivialitt, Defaults und Prferenzen. Aufwertung und Abwertung. Diskontinuitten und Diskrepanzen. Motivationssuche. Direktionalitt. Verbindungsstrke. Aufhebung und Wiederherstellung der Stabilitt.Quellen der Erwartung: die reale Welt; Fakten und Glauben; Normal- anordnungsstrategien; formale sprachliche Konventionen; Signalisierung der Informativitt;Textsorten; unmittelbarer Kontext. Negation.Bestimmtheit. Ein Zeitungsartikel und ein Sonett. Erwartungen auf verschiedenen Ebenen. Motivationen fr Unerwartetheit.

    VI

  • VIII. SITUATIONAUTT 169Situationsmodelle. Vermittlung und Evidenz. Kontrolle und Lenkung. Dominanzen. Bemerken. Normalanordnungsstrategien. Frequenz. Aufflligkeit. Verhandlung. Exophora. Lenkung. Plne und Skripts. Planroutinen und ihre Eskalation. Gewinn-Verlust-Relation zwischen Effizienz und Effektivitt. Strategien der Situationslenkung und Situationskontrolle.

    Textsorten und Sprachtypologie. Funktionell definierte Textsorten: Deskriptive, narrative und argumentative Texte; literarische und poetische Texte; wissenschaftliche und didaktische Texte. Text- Anspielung. Konversation. Probleme und Variablen. Kontrolle und Lenkung. Reichmans Kohrenzbeziehungen. Diskurs-Welt-Modelle. Inhaltswiedergabe von Texten. Auswirkungen von Schemata. Abstrahierung, Konstruktion und Rekonstruktion von Spuren. Inferenzziehung und Aktivierungsverbreitung. Wechselwirkung von Textwissen und Weltwissen. Textualitt bei Wiedergabe-Experimenten.

    X. FORSCHUNG UND INTERDISZIPLINRE ANWENDUNG____216Kognitionswissenschaft: Fertigkeiten rationalen menschlichen Verhaltens; Intelligenz. Texte als Trger der Forschung: Soziologie; Kulturanthropologie; Psychiatrie und Neuropsychologie. Lesen und Lesbarkeit. Schreiben. Literaturwissenschaft: Deautomatisierung; Abweichung; generative Poetik; literarische Kritik als Abwertung und Aufwertung. bersetzungswissenschaft: wrtliche und freie bersetzung; quivalenz der Erfahrung; literarische bersetzung. Kontrastive Linguistik. Fremdsprachenunterricht. Semiotik. Computerwissenschaft und knstliche Intelligenz. Verstehen verstehen.

    IX. INTERTEXTUALITT 188

    Bibliographie......................Abkrzungsverzeichnis

    233271273281

    Personenregister Sachregister. . .

    vn

  • Vorrede

    Dieses Buch erscheint gleichzeitig mit der englischen Fassung, Introduction to Text Linguistics (London, Longman), wurde aber einige Monate spter fertig- gestellt und konnte weitere Literatur bercksichtigen. Ferner wendet sich diese deutsche Fassung bewut an den deutschsprachigen Leser, wodurch der Anteil englischer Beispieltexte gegenber der englischen Fassung stark zurck- tritt. Fr eine eingehendere Behandlung vieler grundlegender Probleme des Ansatzes dieses Buches verweisen wir auf Beaugrande, Text, Discourse, and Process (Norwood, New Jersey, Ablex, 1980).

    Hier versuchen wir in einer neuen Form auch den nicht spezialisierten Leser in das Gebiet der Textlinguistik im weitesten Sinn einzufhren, wobei wir die schon lnger vertraute Linguistik bersatzmiger sprachlicher Beziehungen mit einem weiten Fcher interdisziplinrer Untersuchungen ber die Produktion, die Rezeption und den Gebrauch von Texten in menschlicher Interaktion zu verbinden suchen. Der persnliche und briefliche Kontakt mit vielen hier zitierten Forschern hat uns sehr geholfen. Ebenso sind wir unseren Studenten an der Universitt Bielefeld, an der University of Florida, Gainesville, und an der Universitt Wien fur Diskussion und Mitarbeit zu groem Dank verpflichtet.

    IX

  • Zur Zeichensetzung

    Sprachbeispiele werden in einfachen Anfhrungszeichen ohne zustzliche Interpunktion gebracht (z.B. langsame Kinder*) oder eingerckt, mit fortlaufend durchnummerierter Zahl des vollstndigen Textbeispiels in runden Klammem, z.B.

    (1) LANGSAM SPIELENDE KINDER Andere Zitate werden in doppelten Anfhrungszeichen gesetzt (z.B.: exakte44 Wissenschaften). Hauptbegriffe werden in KAPITLCHEN eingefuhrt. Termini werden dann durch S p e r r d r u c k hervorgehoben, wenn wir damit unseren eigenen terminologischen Gebrauch betonen wollen. So weit wie mglich, haben wir dabei die Terminologie ausgeglichenem nicht den Leser durch Anhufung verschiedener Termini einzelner Forscher zu verwirren. In jedem der zehn mit rmischen Ziffern bezeichneten Kapitel werden die einzelnen Paragraphen jeweils mit arabischen Ziffern durchgezhlt, wodurch wir detaillierte Indices and Querverweise dem Leser an die Hand geben knnen.

    X

  • I. Grundbegriffe

    1. Zunchst geben wir sechs Sprachbeispiele, die zum Teil hnlich, zum Teil verschieden sind:1

    (1) LANGSAM SPIELENDE KINDER

    (2) The King was in the counting house, counting all his money;The Queen was in the parlor, eating bread and honey;The Maid was in the garden, hanging out the clothes;Along came a blackbird and pecked off her nose.

    (3) Twenty-year-old Willie B. is a diehard TV addict. He hates news and talk shows, but he loves football and gets so excited over food commercials that he sometimes c

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