Das Trauma Deutschlands

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<p>Das Trauma der Vertreibung</p> <p>Fronleichnam 1945: Das Trauma des Brnner TodesmarschesDie Deutschen in der mhrischen Hauptstadt mssen ber Nacht die Heimat verlassen. Was dann in der Nacht zum 31. Mai 1945 beginnt, ist in die Geschichte als der Brnner Todesmarsch eingegangen. Im Mai vor 65 Jahren geht auch in Bhmen und Mhren der Zweite Weltkrieg endlich zu Ende. Die traumatisierten berlebenden, Tschechen und Deutsche die Juden waren bereits von den Nazis vernichtet worden kriechen aus den Kellern. Man knnte nun an den Wiederaufbau gehen. Auch in Brnn (Brno) etwa, der Hauptstadt Mhrens. Einheimische Tschechen sagen zu ihren deutschen Nachbarn: Es wird alles wieder gut werden, jetzt sind endlich die Nazis fort, nun wird alles wieder wie frher! Viele Deutsche wrden das nur allzu gern glauben. Es wird aber tglich schlechter, die Deutschen werden entlassen, sie drfen nur mehr manuelle Arbeit leisten, sie mssen ausnahmslos weie Armbinden tragen (N = nemec = Deutscher). Prsident Edvard Bene (Benesch) besucht Brnn, es ist der Auftakt fr das Kommende. In Koleje, einem ehemaligen tschechischen Studentenheim, das whrend der Nazi-Zeit der Gestapo als Gefngnis gedient hat, spricht Bene zu Arbeitern und Studenten. Er ruft nach Rache, er entfacht in den Zuhrern einen Hass, der sich blind auch gegen Schuldlose richtet. Die Menge ist bereit zur Tat.</p> <p>Alle Deutschen raus!Was dann in der Nacht zum 31. Mai 1945 (Fronleichnam) beginnt, ist in die Geschichte als der Brnner Todesmarsch eingegangen. Am spten Abend wird die Parole ausgegeben: Vechny nemci ven! Alle Deutschen raus! Trupps bewaffneter Arbeiter und Partisanen eilen von Haus zu Haus, die Gewehrkolben donnern an die Tren: Packt das Wichtigste, ihr msst fort! In zwei Stunden msst ihr auf dem Hauptplatz gestellt sein. 15 Kilo Gepck, mehr nicht! Es handelt sich vornehmlich um Frauen, Kinder und alte Menschen, wie die Augenzeugen berichten. Die wehrfhigen Mnner sind noch nicht heimgekehrt oder gefallen oder</p> <p>in Kriegsgefangenschaft. In der Morgendmmerung formierte sich ein Zug von 35.000 Menschen, der sich in Richtung Sden nach sterreich in Bewegung setzte. Alle paar Meter ein Posten, das Gewehr griffbereit, Kolbenschlge fr die Erschpften. Wegen eines Gewitters erreicht der Zug Pohrlitz (heute Pohoelice) mit nassen Kleidern, durstig und hungrig. Verseuchtes Wasser fhrt zu ersten Ruhrerkrankungen, Hunderte sterben, auch durch Misshandlungen. Wer sich nicht mehr weiterschleppen kann, wird am Ende des Zuges erschossen und in den Straengraben gestoen.</p> <p>Augenzeuge AndroschAm nchsten Abend erreicht man die sterreichische Grenze, Bauern helfen, aber die Tausenden sind zu viel. Wieder sterben Hunderte, sie werden in Massengrbern entlang der Brnnerstrae bis Wien verscharrt. (Heuer, am 3. Juni 2010, wird die Sudetendeutsche Landsmannschaft die diversen Bestattungsorte aufsuchen.) In Mhren, hart an der Grenze zu Niedersterreich, liegt Piesling, ein kleines Dorf. Dort, bei Verwandten, erlebt 1945 die Familie Hans und Lia Androsch mit dem kleinen Sohn Hannes hnliches. Bis zwlf Uhr mittags, erinnert sich der sptere Finanzminister und Vizekanzler, mussten alle deutschen und deutschstmmigen Bewohner ihr Dorf verlassen. Auch der Onkel und die Tante. Sie gingen in ihrem schwarzen Sonntagsstaat. Zum Abschied sind sie niedergekniet und haben die Trschwelle geksst. Mutter Lia Androsch stellte ihren Sechsjhrigen zum Fenster und sagte: Schau dir an, was hier passiert. Du darfst es dein ganzes Leben nicht vergessen.</p> <p>Ein Stachel im Fleisch der EUEr hat es nicht vergessen. In Prag, in Brnn und anderswo im EU-Mitgliedsland Tschechien wrde man diese Ruchlosigkeit zwar gerne vergessen, wren da nicht die sterreicher, die sich mit derlei Verbrechen nicht abfinden. Nur der tschechische Dichterprsident Vclav Havel war in seiner Amtszeit auf dem Hradschin fair genug, die Vertreibung von rund drei Millionen (deutschen) Brgern aus ihrer angestammten Heimat als Schandfleck zu bezeichnen. Als Bundesprsident Heinz Fischer heuer ohnehin recht milde von einem schweren Unrecht sprach, zeigte sich der tschechische Senatsprsident Pemysl Sobotka berrascht, dass ein Spitzenpolitiker sterreichs noch heute die Entscheidung der Weltmchte angreife, die Edvard Bene doch nur umgesetzt habe.</p> <p>Menschliche AbschiebungDie Wahrheit sieht natrlich anders aus. Zwar stimmten die siegreichen Alliierten im Potsdamer Protokoll 1945 der Forderung der SR-Regierung Bene zu, die deutsche Minderheit im Lande ordentlich abzuschieben, doch von Enteignung, Vermgensentzug, Schaffung von Konzentrations- und Zwangsarbeitslagern war im Potsdamer Cecilienhof keine Rede.</p> <p>Whrend dieser Konferenz der Groen drei (Stalin, Truman, Attlee) vom 17. Juli bis 2. August war die gewaltsame Vertreibung der Deutschen schon fast abgeschlossen. Der Sowjetdiktator Stalin hatte also nicht ganz unrecht, als er meinte, es gbe in Bhmen, Mhren, Schlesien und Ostdeutschland sowieso nur mehr eine deutsche Restbevlkerung, die Masse der Deutschen sei bereits nach Deutschland geflchtet. So kamen alle Ermahnungen der Alliierten an den tschechoslowakischen Prsidenten Bene zu spt. Es wird notwendig sein..., insbesondere kompromisslos die Deutschen in den tschechischen Lndern und die Ungarn in der Slowakei vllig zu liquidieren... Bene nach seiner Rckkehr aus dem Londoner Exil am 16. Mai 1945 vor einer begeisterten Menge auf dem Altstdter Ring in Prag. Er hatte sein Ziel nach vielen Jahren Vorarbeit erreicht. Denn schon 1938, als Hitler die Tschechoslowakei immer strker bedrohte, schlug Bene in einem internen Schreiben vor, Deutschland einen Teil des Sudetenlandes abzutreten (rund 5.000 von 28.000 Quadratkilometern, also circa 18 Prozent) und gleichzeitig einen groen Teil der in der Tschechoslowakei verbleibenden deutschsprachigen Bevlkerung (nach Bene' berschlgigen Berechnungen etwa 2,2 Millionen) zwangsweise auszusiedeln. Im Londoner Exil whrend des Weltkrieges hatte Bene weiter an der Rechtlosmachung der deutschen Mitbrger gearbeitet: Das Kaschauer Programm vom 5. April 1945 legte dann die Basis fr vier Prsidentendekrete noch vor der Potsdamer Konferenz. Dabei ging es um die Ungltigkeit von Vermgensgeschften, um Bestrafung und um die Konfiskation des Grundbesitzes. Mit einer Note vom 3. Juli ersuchte dann die tschechische Regierung die Alliierten um Aufnahme des Vertreibungsprogramms in die Tagesordnung von Potsdam. Da war die wilde Vertreibung lngst durchgefhrt.</p> <p>Das Massaker von PostelbergWhrend das offizielle Tschechien zu den Verbrechen weiter schweigt, denkt die jngere Generation weit europischer. Am 6. Mai lief im tschechischen Fernsehen zur besten Sendezeit die Dokumentation Tten auf tschechische Art von David Vondrek. Ein Amateurfilmer hatte im Mai 1945 Hinrichtungen in der Prager Siedlung Boislavka aufgenommen. Zu sehen ist eine lange Reihe von ber 40 Mnnern in Zivilkleidung. Die meisten, aber nicht alle, sollen Deutsche gewesen sein. Sie stehen am Straenrand mit dem Rcken zur Kamera und fallen von Kugeln getroffen in den Graben. Anschlieend zermalmt ein Lkw der Roten Armee die Krper. Regisseur Vondrek verweist auch auf das bekannte Massaker an deutschen Zivilisten im nordbhmischen Postelberg (Postoloprty). ber 760 Mnner zwischen 15 und 60 Jahren wurden hingerichtet: Die Toten von Postelberg sind Teil des grten Massenmordes zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und den Ereignissen im bosnischen Srebrenica 1995. Seit dem Mai 2005 steht ein Bene-Denkmal gegenber dem Prager Auenamt.</p> <p>Quelle: "Die Presse" Digital GmbH &amp; Co KG, Hainburger Strae 33, 1030 Wien, 28.05.2010, http://diepresse.com/home/politik/zeitgeschichte/569798/index.do?_vl_backlink...</p> <p>Tten auf tschechische ArtNeues Filmmaterial zeigt Hinrichtung deutscher Vertreibungsopfer (Bild.de)Ostpreuen-TV - Ostpreuischer Rundfunk - www.youtube.com/watch?v=ZKh-pl995Q__________________________ weitere Informationen: 01.06.2010: "Tten auf Tschechisch" Ein Amateurfilm sorgt in Prag fr Aufregung www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/1195017/; 20.05.2010: CDU-Politiker Brhmig lobt Dokumentarfilm ber Verbrechen an Deutschen www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M55dc22bdf08.0.html;</p> <p>"Friedenspolitiker anno 1934: Polens starker Mann Marschall Pilsudski und Joseph Goebbels</p> <p>Irrtum Gndigste, die Revision ist lngst unterwegsVerdrngte Tatsachen ber die Vorgeschichte des Zweiten WeltkriegesVon Max Klaar (*)</p> <p>Es ist der tapferen Erika Steinbach zu verdanken, in der CDU-Bundestagsfraktion unlngst die Mitschuld Polens am Kriegsausbruch thematisiert zu haben, was dann prompt ffentlich wurde. Ihre Aussage: Ich kann doch nichts dafr, dass Polen im Mrz 1939 mit der Mobilmachung begann lste einen Sturm der Entrstung der</p> <p>Tugendwchter der politischen Korrektheit aus. Hauptargument war dabei, dass die damalige Teilmobilisierung Polens nur eine Reaktion auf die deutsche Besetzung der Tschechei gewesen sei. Doch in der darauffolgenden Diskussion erinnerten groe Zeitungen, darunter die FAZ, an eine in diesem Zusammenhang noch viel wichtigere Tatsache: die polnische Generalmobilmachung vom 29. August 1939. Damit wurde das verdrngte Faktum ffentlich, dass Polen am 1. September 1939 an der Grenze zu Deutschland mobilgemacht bereit stand. Von berfall im Sinne eines Angriffs auf einen ahnungslosen und unvorbereiteten Gegner kann demzufolge niemand sprechen. Lassen Sie uns der Frage nach dem Mitverschulden Polens am Kriegsausbruch noch ein wenig genauer nachgehen. Es geht dabei nicht darum, Deutschland reinzuwaschen zumal Schuld ebenso wie Verdienst nie ganze Lnder oder Vlker treffen kann, sondern immer nur einzelne Personen. Es geht einfach darum, der Wahrheit ber die tatschlichen Ablufe etwas nher zu kommen. Ein altes polnisches Sprichwort lautet: Pki swiat em, Polak Niemcowi nie bedzie bratem Solange die Welt bestehen wird, wird der Pole niemals des Deutschen Bruder sein. Diese Aussage setzt folgerichtig fort, was schon 1848 in Prag auf dem groen AllSlawen-Kongress gesungen wurde: Brder, Sensen in die Hnde! Auf zum Kampfe lasst uns eilen! Polens Knechtschaft hat ein Ende, lnger wollen wir nicht weilen. Sammelt Scharen um euch alle. Unser Feind der Deutsche falle! Plndert raubet, senget, brennet. Lasst die Feinde qualvoll sterben. Wer die deutschen Hunde hnget, wird sich Gottes Lohn erwerben. Ich, der Propst, verspreche euch fest dafr das Himmelreich. Jede Snd wird euch vergeben, selbst der wohlbedachte Mord, den der Polen freies Leben untersttzt von Ort zu Ort. Aber Fluch dem Bsewicht, der vor uns fr Deutschland spricht. Polen soll und muss bestehen. Papst und Gott versprechens mir. Russland, Preuen muss vergehen. Heil dem polnischen Panier. Darum jauchzet froh darein: Polzka zyje, gro und klein! Wann htte auer in der Nazizeit je ein Deutscher derartiges ber ein Nachbarvolk gesungen? Nun knnte man ja ber eine solche Merkwrdigkeit des 19. Jahrhunderts schmunzeln und dem polnischen Klerus, der diese Geisteshaltung ber Generationen hinweg gegen das Land der Reformation schrte, sanft entgegnen, im Bestreben der Gegenreformation doch wohl nicht so recht auf dem Pfade Christi gewesen zu sein. Das knnte man aber nur dann, wenn das, was die Deutschen seit Beginn des 20. Jahrhunderts durch Polen erleben und erleiden mussten, nicht geschehen wre denn das war nun einmal allzu oft und zwar schon lange vor dem 1. September 1939 die Umsetzung dieser antideutschen Hetze. Am Ende standen millionenfacher Mord und Vertreibung, Diebstahl, Ausraubung und Behalten des Raubes und des Diebesgutes bis auf den heutigen Tag. Aber Vertreibung verjhrt als Verbrechen gegen die</p> <p>Menschlichkeit genauso wenig wie die dabei vollzogenen Enteignungen einschlielich des Landraubes. Die polnische kommunistische Regierung (und bald das gesamte offizielle Polen leider vielfach bis heute) berief sich unter Geschichtsflschung auf ein vermeintliches Recht, uraltes deutsches Land zurckerobern zu drfen, weil es im frhen und hohen Mittelalter einmal zum damaligen polnischen Staat gehrt htte. Schon in Versailles beanspruchten polnische Offizielle als Westgrenze die Linie RgenBerlinHof ja sogar BremenHannover-KasselNrnberg. 1928 gipfelte der wste polnische Nationalismus in Gebietsforderungen von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Diese polnischen Maximalforderungen waren und bleiben genauso historisches Unrecht, wie es die Forderung der Russen auf Rckgabe Alaskas oder ein Verlangen der Franzosen auf Wiederinbesitznahme Louisianas wre. Die Nachkommen der Germanen sagen ja auch nicht, dass sie die Verluste der spten Vlkerwanderungszeit rckgngig machen mssten mit Forderungen auf Portugal und Spanien, Italien, Tunesien und so weiter; wohlweislich, denn die heute dort Lebenden zu vertreiben, um selber dort siedeln zu knnen, wre ein schreiendes Verbrechen. Polen brach mit dem Landraub seit 1945 bis heute internationales Recht; es hatte und hat ebensowenig wie die Tschechei einen rechtmigen Anspruch auf die deutschen Ostgebiete noch einen Anteil an deren 700-jhriger Kultivierung durch die deutschen Siedler, die das bewerkstelligten. Vergessen hat Polen auch das berschwngliche Dank-Telegramm von 1916, das ihre Fhrer an die beiden deutschen Kaiser fr die Errettung vom russischen Joch richteten; darin hie es: An diesem Tage, wo das polnische Volk erklrt, dass es frei sei und einen selbstndigen Staat mit eigenem Knig und eigener Regierung erhalten wird, durchdringt die Brust eines jeden freiheitsliebenden Polen das Gefhl der Dankbarkeit gegen diejenigen, die es mit ihrem Blute befreit und zur Erneuerung eines selbstndigen Lebens berufen haben ... Daher senden wir den Ausdruck unserer Dankbarkeit und die Versicherung, dass das polnische Volk seinen Bundesgenossen die Treue zu bewahren imstande sein wird ... Diese dankbare Treue hielt keine drei Jahre, dann erlebten die Deutschen im Osten ab Ende 1918 noch vor Versailles und lange vor Hitler offene Gewalt bis hin zum Mord, Raub, millionenfache Verdrngung und Polonisierung. Haben unsere lieben Nachbarn in der EU schon vergessen, was Korfanty und seine Soldateska in Oberschlesien anrichteten? Von der Missachtung und Flschung von Volksabstimmungen ganz zu schweigen. Hat sich Polen je dafr entschuldigt, Verantwortung bernommen oder gar etwas wieder gut gemacht, wo es noch mglich war und ist? Man lese doch einmal nach, was der ehemalige Prsident des Senats der Freien Stadt Danzig, Dr. Hermann Rauschning, in dem Buch Zehn Jahre Polnischer Politik schrieb. Er war ein erklrter Hitlergegner. Kleiner Auszug gefllig? Wohlan: ... es lassen sich die einzelnen polnischen Manahmen zur Verdrngung des Deutschtums als die planmigen Auswirkungen eines wohldurchgebildeten Systems nachweisen, das sowohl von den verantwortlichen Leitern des Staates als auch aller Parteien getragen wurde. Grte Teile seiner [=Deutschlands] Ostprovinzen wurden dem beutegierigen</p> <p>Polen zugeteilt, das gleich zu Beginn seiner Existenz nichts eiligeres zu tun hatte, als die beiden Konzentrationslager Szczypiorno und Stralkowo zu errichten, in...</p>

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