Arnim, Hans von, Plutarch Über Dämonen Und Mantik

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<ul><li><p>PLUTARCH BER DMONENUND MANTIK</p><p>VON</p><p>H. VON ARNIM</p><p>VERHANDELINGEN DER KONINKLIJKE AKADEMIEVAN WETENSCHAPPEN TE AMSTERDAM</p><p>AFDEELING LETTERKUNDE</p><p>JOHANNES MLLER AMSTERDAM 192 1</p><p>Gene</p><p>rate</p><p>d on</p><p> 201</p><p>5-03</p><p>-14 </p><p>20:4</p><p>1 GM</p><p>T / </p><p> http</p><p>://hd</p><p>l.han</p><p>dle.</p><p>net/2</p><p>027/</p><p>mdp</p><p>.390</p><p>1503</p><p>9624</p><p>047</p><p>Publ</p><p>ic D</p><p>omai</p><p>n in</p><p> the </p><p>Unite</p><p>d St</p><p>ates</p><p>, Goo</p><p>gle-</p><p>digi</p><p>tized</p><p> / h</p><p>ttp://</p><p>ww</p><p>w.h</p><p>athi</p><p>trus</p><p>t.org</p><p>/acc</p><p>ess_</p><p>use#</p><p>pd-u</p><p>s-go</p><p>ogle</p></li><li><p>PLUTARCH BER DMONEN UND MANTIKDie Frage, in wie- weit Plutarch's usserungen ber Dmonen u.</p><p>Mantik, sowohl in ihrem Lehrinhalte wie in ihrer dichterisch-mythischenEinkleidung, von lteren Philosophen (Xenokrates, Poseidonios) abhngen, in wie weit sie eigne Gedanken Plutarch's selbstndig formen,ist deswegen philosophiegeschichtlich wichtig, weil die Beurteilungnicht nur Plutarch's selbst sondern auch der bedeutenden Mnner,die als seine Quellen in Betracht kommen, wegen der Drftigkeitunserer sonstigen Kenntnis dieser Mnner, durch die Beantwortungdieser Frage entscheidend beeinflusst wird. Ob Xenokrates Mythennach Art der platonischen gedichtet, ob Poseidonios die Unsterblichkeitder Seele und die Seelen Wanderung gelehrt hat, ist wichtig fr dasGesamtbild der beiden Mnner; u. fr die Beurteilung Plutarch'sselbst macht es viel aus, ob man ihm, in Fragen von so grosserBedeutung fr seinen religisen Glauben u. seine Weltanschauung,ganz unselbstndiges bernehmen fertiger Vorlagen u. geformtenGedankenstoffes zutrauen darf oder nicht.</p><p>Es scheint mir, dass diese Fragen durch die bisherigen verdienstvollen Untersuchungen, auch durch R. Heinze's Xenokrates, nichtganz erledigt sind, sondern erneuter Prfung bedrfen.</p><p>i. DE GENIO SOCR ATIS(reden des simmias u. theanor)</p><p>Die Unterhaltung ber das Daimonion des Sokrates, die Plutarchdie Befreier Thebens 379 am Tage der Befreiung selbst fhren lsst,zerfllt in zwei Teile, die durch die dramatische Handlung u. durchPersonenwechsel von einander geschieden sind. Im ersten Tei/ (cp. 9 12)sind der Seher Theokritos, Pheidolaos v. Haliartos, Galaxidoros u.</p><p>Gene</p><p>rate</p><p>d on</p><p> 201</p><p>5-03</p><p>-14 </p><p>20:4</p><p>1 GM</p><p>T / </p><p> http</p><p>://hd</p><p>l.han</p><p>dle.</p><p>net/2</p><p>027/</p><p>mdp</p><p>.390</p><p>1503</p><p>9624</p><p>047</p><p>Publ</p><p>ic D</p><p>omai</p><p>n in</p><p> the </p><p>Unite</p><p>d St</p><p>ates</p><p>, Goo</p><p>gle-</p><p>digi</p><p>tized</p><p> / h</p><p>ttp://</p><p>ww</p><p>w.h</p><p>athi</p><p>trus</p><p>t.org</p><p>/acc</p><p>ess_</p><p>use#</p><p>pd-u</p><p>s-go</p><p>ogle</p></li><li><p>4 PLUTARCH BER DMONEN UND MANTIK</p><p>Polymnis, der Vater des Epameinondas, an der Errterung ber dasWesen des sokratischen Daimonion beteiligt, im zweiten 7V//(cp. 2024)der aus Platon's Phaidon als Pythagor'er u. Sokratesschler bekannteSimmias u. der Pythagor'er Theanor, der just am Vorabend desBefreiungstages aus Italien kommend in Theben eingetroffen ist, umnach dem Grabe des in Theben verstorbenen Pythagor'ers Lysis, desLehrers des Epameinondas, zu sehen u. den Shnen des Polymnisihre Auslagen fr Pflege u. Unterhalt des greisen Lysis zurck zuerstatten. Im ersten Teil vertritt Galaxidoros gegen Einwendungen desPheidolaos u. Polymnis die Auffassung des sokratischen Daimonionals usseres Zeichen oder Omen (xXjtv r, mapfiq), das von Sokratesals gttliche Warnung gedeutet worden sei, whrend die beidenPythagor'er im zweiten Teil das Daimonion als innere, nicht sinnlich,sondern geistig vernommene Stimme eines Dmons deuten. Obgleichdie Auffassung des Galaxidoros, die er auf Terpsion den Megarikerzurckfuhrt, im zweiten Teil nicht widerlegt wird (denn was Simmiasgegen Galaxidoros ausgefhrt hatte, hat Kapheisias, der Berichterstatterdes ganzen Gesprchs, weil er abwesend war, nicht mitangehrtcp. 20 p. 588c), so ist doch klar, dass Plutarch sie missbilligt u. selbstauf der Seite der Pythagor'er steht. Das zeigt die Abfolge der beidenTeile u. die grssere Autoritt des Simmias u. des Theanor gegenberdem Galaxidoros, der ja selbst den Simmias, weil er mit Sokratesin tglichem Verkehr gestanden hat, 581 f fr massgeblich erklrt.Plutarch entscheidet sich fr die zweite der beiden Ansichten, frdie, welche er als die pythagoreische kennzeichnet, indem er sie durchzwei Pythagorer vertreten lsst; aber auch die erste Ansicht, fr dieTerpsion als Gewhrsmann angefhrt wird, hat Plutarch sicherlicheinem lteren Philosophen entnommen. In dem stoischen Systemder Weissagungslehre , das Cicero im 1. Buch de divinatione nachPoseidonios dargestellt hat, gehren die omina, zu denen die vonGalaxidoros besprochnen jrrap/xot' u. xkrjiveq zu rechnen sind, in dasGebiet nicht der naturalis, sondern der artificiosa divinatio.Aus dem 1. Buch de div., wo 102 104 von den omina (xXyj&amp;iv;?)gehandelt wird, ist dies wegen der Unklarheit der Disposition nichtso leicht zu erkennen wie aus der klar disponirten Widerlegung im2. Buch, wo 83. 84 die omina als eine Art der artificiosadivinatio erscheinen u. erst mit 100 zur naturalis divinatio</p><p>Gene</p><p>rate</p><p>d on</p><p> 201</p><p>5-03</p><p>-14 </p><p>20:4</p><p>1 GM</p><p>T / </p><p> http</p><p>://hd</p><p>l.han</p><p>dle.</p><p>net/2</p><p>027/</p><p>mdp</p><p>.390</p><p>1503</p><p>9624</p><p>047</p><p>Publ</p><p>ic D</p><p>omai</p><p>n in</p><p> the </p><p>Unite</p><p>d St</p><p>ates</p><p>, Goo</p><p>gle-</p><p>digi</p><p>tized</p><p> / h</p><p>ttp://</p><p>ww</p><p>w.h</p><p>athi</p><p>trus</p><p>t.org</p><p>/acc</p><p>ess_</p><p>use#</p><p>pd-u</p><p>s-go</p><p>ogle</p></li><li><p>PLUTARCH BER DAMONEN UND MANTIK 5</p><p>bergegangen wird. In diesem Abschnitt werden 84, neben denx).&gt;?(?v$, der tpedis ofFensio' u. der cabruptio corrigiae', auch die4sternumenta' = mappat erw'ahnt. Diese Einordnung entspricht auch derDefinition I 34: est enim ars in iis, qui novas res coniectura perse-quuntur, veteres observatione didicerunt ; carent autem arte ii, quinon ratione aut coniectura observatis ac notatis signis, sed concitationequadam animi futura praesentiunt. Nun haben bekanntlich Peripatetikerund Akademiker nur die naturalis divinatio der Traume, derEkstase, des Enthusiasmus anerkannt u. allein die Stoiker auch dieartificiosa divinatio verteidigt u. philosophisch zu begrundenversucht. Ein Philosoph , der das Daimonion des Sokrates als omenauffasste u. fr untrglich hielt, wie der von Plutarch im 1. Teilbercksichtigte, kann kaum einer andern Schule als der stoischenaogehrt haben. Zwar haben nach Cic. de div. I 102 auch diePythagorer auf omina geachtet. Aber es ist unwahrscheinlich , dassMitglieder der pythagoreischen Schule das Daimonion des Sokratesunter die omina gerechnet haben sollten statt wie die Pythagorerin Plutarch's 2. Teil zur naturalis divinatio. Galaxidoros fasstdas Daimonion des Sokrates, ganz entsprechend der von Cicero vor-getragenen posidonischen Doctrin, als ein ausseres Zeichen (o^jasfov =signum) auf, das wo es sich um Dinge handelt, die dem menschlichenVerstand unzuganglich sind (i^Xa xa v-vAi1.cr.p-.0L ts&gt; Xoyta;u.2), von derGottheit den Menschen gegeben wird. Es ist ein wws tipiv -rt iaccyuks,dessen Bedeutung Sokrates durch Erfahrung bestatigt gefunden hatte(-tipt. fcfaiwdiA&amp;os). Dass dieselbe Anschauung der ganzen aus Posei-donios geschpften Verteidigung der artificiosa divinatio im</p><p>1 Buch de div. zugrundeliegt , braucht nicht erst durch einzelneStellen belegt zu werden. Stoisch klingen in der Rede des Galaxidorosde genio cp. 1 1 besonders die Worte : </p></li><li><p> PLUTARCH BER DMONEN UND MANTIK</p><p>Chrysipp Sto. Frg. II 973 p. 282, wie es der stoische Determinismusfordert. Von diesem Standpunkt erscheint es als eine Gnade derGottheit, wenn sie eine fr den menschlichen Verstand unlsbareAporie durch ein solches Zeichen, sei es auch nur ein tsternumentum',entscheidet. So wird dem Einwand des Pheidolaos cp. 12 in., dassetwas so unbedeutendes u. nichtiges wie mapfioi oder xX&gt;j</p></li><li><p>PLUTARCH BER DMONEN UND MANTIK Jdass wenn etwas von Plutarch's Darlegungen ber das sokratischeDaimonion aus Poseidonios geschpft ist, dies nur die von Galaxidorosim i. Teil vertretene Ansicht sein kann, nicht aber die im 2. Teilvon Simmias u. Theanor vorgetragene Theorie. Um diese als posido-nisch zu erweisen drfen wir uns nicht auf de div. I 64 berufen, woPoseidonios die Weissagung auch daraus erklren will : quod plenusar sit immortalium animorum, in quibus tamquam insignitae notaeveritatis appareant". Denn da handelt es sich ausschliesslich um Trume,whrend Simmias bei Plutarch gerade darauf das Hauptgewicht legt,dass eine reine, affectfreie Seele auch im wachen Zustand die Xiystder Dmonen zu vernehmen vermge, u. ausdrcklich die Ansichtbekmpft, die solche Offenbarungen auf die Schlummernden beschrnkt, 589 d: ot z Tiolloi x.a.ztzdcipBo-j'm oovzai ts daiixoviov ctvBp'jTiotrrccSstasiv (</p><p>'</p><p>d'iyprf/ xa v toi ypovev xoiw xivovai, Sccv-iloltzov /jyo'JvTat xai amsnav, v </p><p> ti oi'oizo tov jtAouutxov </p></li><li><p>8 PLUTARCH BER DAMONEN UND MANTIK</p><p>divinus impetus als ausschliessenden Gegensatz gegenber u. willdie Voraussagen derjenigen qui se a corpore avocent et ad divinarumrerum cognitionem cura omni studioque rapiantur" weil sie aus derratio entspringen, nicht als Weissagungen gelten lassen. Simmiasdagegen bei Plutarch fhrt das Daimonion des Sokrates aur seinenvovg zurck, der von einem starkeren, gttlichen voxJc, berhrt dessenXyct vernimmt. Plutarch kann also unmglich, was er seinem Simmiasin den Mund legt, aus Poseidonios geschpft haben.</p><p>Simmias erklart das sokratische Daimonion fr eine innere Stimme,die man ohne Vermittlung eines krperlichen Organs vernimmt,indem der lyog eines Damons sich direct, durch eine rein geistigeBerhrung auf unsern vov; bertragt : Xyov dctyxovoq dvext yuvng itpanx-fxevov a'jt t rjXovjxivr,) zoi voavxog und gleich darauf: 6 d xovxpEtVrovos vovq oryu tkv e'jpjv. tyvyjcv intBiyydvdiv ia vojSevtl Es istnicht unglaublich, sagt Simmias, Cno xa xpeinovoq vo-jv xat tyvyr,? BeiozpaqdyziSai SOpaSev ?tt.n-:o[jJvY}q r,v ny vxev inufhv Xyo; iiyeiv itpoq xr/ov.</p><p>Diese Denk- und Ausdrucksweise ist mit den obersten Grundsatzender stoischen Philosophie unvereinbar u. auch fr einen eklektischenStoiker, wie Poseidonios, unmglich. Das dVjXovftsvov (= irju.aivoius.vov)und vorjSv ist nach stoischer Auffassung unkrperlich. Es kann alsoweder auf einen Krper noch auf ein andres Unkrperliches durchBerhrung Wirkungen ausben. Tb noiov zat nxiyov ltiu srziv. VonSimmias dagegen wird dieses voriSiv als der wirkende Factor in demOrFenbarungsvorgang dargestellt: r,i aai u.dlina zo vorfih yjXcxitv 'xt t&amp;vaf"vxata/xaSsiv ivkniv. An Stelle von zo voj3jv steht 589 b gleichbedeutendswojSeig lyoq. An dieser Stelle wird zuerst der ^r/r, voriiaia die Bewegungdes Leibes zu einer Handlung zugeschrieben , dann aber verbessert sichSimmias selbst und macht den "kyoq woriSeiq zur Bewegungsursache : o -rij?xtvjjOTwg zp-oq , y.aB' cv f, tyvyji vor,iaia phuzat zaq pixaiq rov yxov,(a)aXXov (</p></li><li><p>PLUTARCH BER DAMONEN UND MAN TIK 9</p></li><li><p>IO PLUTARCH BER DMONEN UND MANTIK</p><p>Aber mit der stoischen Tonoslehre, die sich auf pneumatische Krperbezieht, hat auch dies nichts zu thun. Der Mensch wird hier miteiner Puppenspielfigur verglichen, die durch ein System von Schnrenbewegt wird. Die Triebe sind die Schnre, die vom Xyo; aus, indem sie alle zusammenlaufen, angezogen u. gespannt werden u. so dieGlieder des Leibes mitanspannen (ovvsvrowts). So vergleicht schonPiaton Leg. I 644 d e den Menschen mit einer solchen Puppe u. dierac3rj u. den Xoyujfis mit Drhten aus verschiedenem Metall. DieserPiatonstelle steht Plutarchs Darlegung viel nher als der stoischenTonoslehre. Denn von den naturphilosophischen, psychologischen u.ethischen Anwendungen der Tonoslehre, die fr die Stoa bezeichnendsind, findet sich bei Plutarch nichts. Auch die von Heinze S. 103angefhrten Stellen aus Cic. de div. sind nicht beweisend. Der Verkehrmit den immortales animi findet nach Poseidonios nur im Schlafu. Traum statt. Die wachen Seelen diiungunt se a societatedivina (I 110). Erst wenn sich im Schlaf die Seele vom Leibebefreit hat, kann sie wider mit der multitudo animorum con-sentientium in coniunctio treten und dadurch das Zuknftigeschauen (II 119). Gerade diese Trennung der Seele vom Leibe istfr Poseidonios die Vorbedingung des Eintritts in die Gemeinschaftmit Gott u. den unsterblichen Seelen ; Simmias sagt von solcherTrennung nichts: ihm gengt es schon, wenn sich die Seele nichtmehr als ntig mit dem Leibe vermischt hat. Die societas divina,die conunctio animorum consentientium, die cognatiodivinorum animorum, durch welche die Menschenseelen weissagen lernen, ist offenbar etwas ganz anderes als die bertragungeines Xoyoc durch einen einzelnen Dmon auf eine einzelne Seele,wie sie Simmias schildert. Diese Gemeinschaft der krperfreien Seelenunter einander u. mit Gott ist ein Gedanke, der mit dem Pantheismusder Poseidonios in engstem Zusammenhang steht. Dass Poseidoniosdas Daimonion des Sokrates ganz anders erklrt hat, wurde schonoben dargelegt.</p><p>Simmias lsst auf seine Erklrung des sokratischen Daimonion(cp. 20) zu weiterer Besttigung noch einen Mythos, den Timarchmythos folgen (cp. 21 23), von dem spter zu handeln sein wird.Dann folgt in cp. 24 die Rede das Pythagoreers Theanor, die sichselbst als Verteidigung des von Simmias vertretenen Standpunktes</p><p>Gene</p><p>rate</p><p>d on</p><p> 201</p><p>5-03</p><p>-14 </p><p>20:4</p><p>3 GM</p><p>T / </p><p> http</p><p>://hd</p><p>l.han</p><p>dle.</p><p>net/2</p><p>027/</p><p>mdp</p><p>.390</p><p>1503</p><p>9624</p><p>047</p><p>Publ</p><p>ic D</p><p>omai</p><p>n in</p><p> the </p><p>Unite</p><p>d St</p><p>ates</p><p>, Goo</p><p>gle-</p><p>digi</p><p>tized</p><p> / h</p><p>ttp://</p><p>ww</p><p>w.h</p><p>athi</p><p>trus</p><p>t.org</p><p>/acc</p><p>ess_</p><p>use#</p><p>pd-u</p><p>s-go</p><p>ogle</p></li><li><p>PLUTARCH BER DMONEN UND MANTIK I I</p><p>einfhrt (Sav'xdju $' tote \mb liixixio-j Is-pjxivoig nzpi avxo'J d'jomarnavjaitivcc). Plutarch selbst hat also angenommen, dass Theanor auf demBoden derselben Philosophie wie Simmias steht (beide sind ja Pytha-goreer) u. hat wahrscheinlich die Gedanken, die er Theanor in denMund legt, aus derselben Quelle wie die des Simmias entnommen.Theanor fhrt den schon von Simmias ausgesprochnen Gedanken,dass nur Upo u. iaifxvioi ovdjagg die Stimmen der Dmonen vernehmenknnen, weiter aus. ber die Frage, wie solche Offenbarungen zustandekommen, sagt er nichts, sondern acceptirt einfach die Ansichtdes Simmias. Dagegen ussert er sich genauer ber die Wesen, vondenen solche Offenbarungen ausgehen und ber die, denen sie zuteilwerden. Die Urheber der Offenbarung hatte Simmias als Dmonenbezeichnet, ohne sich ber ihr Wesen auszusprechen; daneben hatteer Ausdrcke wie vv xpctrrovMv, 6 xo xpscrravos voOg, xmo vo xpefaiovog</p><p>'tuu tyu/rig uo-JpoLz gebraucht. Erst der Timarchmythos hatte ber dieNatur der Dmonen genauere Aufschlsse gegeben, die aber mit dervorausgehenden Rede nicht ganz im Einklang stehen. Whrendnmlich in dieser die Weissagung aus Mitteilungen von Dmonenabgeleitet wird, die von der die Offenbarung empfangenden Seeleverschieden sind, ist der weissagende Dmon im Timarchmythos einunabtrennbarer Teil dieser Seele selbst, nmlich der Teil der Seele,der bei ihrer Einkrperung ausserhalb des Leibes geblieben ist, ihr vw/g.Auch krperfreie Seelen spielen im Timarchmythos als Dmonen eineRolle, aber zur Erklrung der Weissagung u. des sokratischen Dai-monion werden sie nicht herangezogen. In diesem Punkte nun gehtdie Theanorrede den Weg der Simmiasrede, nicht den des Timarchmythos. Sie kennt keinen zu der einzelnen Menschenseele gehrigenu. von ihr unabtrennbaren Dmon; sie fhrt die inneren Offenbarungenauf Mitteilungen teils der Gtter selbst, teils anderer Seelen zurck,die nachdem sie die Kmpfe des irdischen Lebens berstanden haben,wegen ihrer 'J.ptrr, zu Dmonen geworden sind u. nun an dem hnlichen Streben der noch eingekrperten Seelen wohlwollend Anteilnehmen u. denjenigen Seelen, die nach erfolgreicher Zurcklegungeiner Reihe von Lebe...</p></li></ul>