teebrief nr 3 - betrachtungen 2498 nach buddha

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Jeder kann dauerhaft sinnerfüllt und mit tiefer Klarheit im Ozean des Seins existieren. Und während wir üben dieses zu realisieren, durchschreiten wir, wie Millionen vor uns, einen zehn-stufigen Pfad. Ihnen allen hierbei und hierfür Mut zu machen ist Grundlage auch dieses Teebriefes und Teil meiner Teeschulen im Bundesgebiet. Denn wer von Ihnen möchte nicht die wundervolle Stimmung und Gelöstheit der wenigen Urlaubsstunden dauerhaft als Lebensgrundlageim Alltag haben. Eine Grundstimmung, die Sie und ich auch hatten, als wir an verschiedenen Orten gemeinsam Tee tranken und uns über vieles unterhielten, was uns real beschäftigt. Auch Ihre Briefe und Emails sprechen hiervon. …

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  • M. Stai Knipphals - Teebrief Nr 3 // 2498 nach Buddha // Seite 1

    Teeweg-SchuleCARPE DIEM

    M. Stai KnipphalsBetrachtungenBrief 3 // 2498 nach Buddha

    2

  • Konnichi wa.

    Guten Tag.

    Mit herrlich herbstlichen Farben und dem Klang der Zugvgel

    erfreut diese Jahreszeit einen jeden, der die Augen nicht abwendet und sich vom tglichen Druck nicht ablenken lsst.

    Ehemals Grnes und sommerlich Schattenspendendes wandelt

    sich wie eh und je in leuchtend Gelbes; zeigt sich mitunter auch schon einmal in feurigem Rot und lsst die Natur erneut glhend

    erblhen. Bei warmen Temperaturen durchstrmt die Farbenpracht uns alle. Vergessen sind die Mhen und das harte

    Eis des Frhlings, das die jungen Triebe damals zu berwinden

    hatten. Die Astern und Chrysanthemen erblhen orange, hier und da sogar die blauen Azaleen. Spte Winden zeigen ihren weien

    Kelch und finden Einzug in der Tokonoma (Bildnische), whrend der alte, irdene Kessel leise vor sich hinsummt und das Wasser

    wohltemperiert fr Tee zu frher Stunde bereithlt. Ein Bchlein

    pltschert in der Nh und Meisen sammeln emsig zwitschernd. Der Duft von Sandelholz liegt zart im Raum und verbindet sich mit

    dem des Tees aus frisch gefllter Natsume (Dose).Die kstlich labende Ruhe trgt die Welt des Seins; friedvoll und

    mit groer Leichtigkeit. Der Blick geht ungebrochen weit, auch der

    nach innen. Woran sollt er auch haften? Die Wellen des Meeres wehen salzig-wrzige Luft herbei und tragen einen im Beweglos-

    Treiben. Kein Gestern, kein Morgen.

    Das stille Kommen und Gehen im Ein- und Ausatmen erzeugt keine Wirbel, keine Hast, keine Gier und keine Furcht. Jeder

    Schwimmer kennt diesen Zustand, und wei ums reglos auf dem Wasser liegen. Sommer fr Sommer sehnen wir alle uns danach

    und erleben stets aufs Neue diese beglckenden Erfahrung: ber

    M. Stai Knipphals - Teebrief Nr 3 // 2498 nach Buddha // Seite 2

  • uns der blaue Himmel und unendliche Weite mit lachenden

    Mwen (nicht nur auf Sylt). Wir liegen im frischen Nass und um uns herum der Duft des Meeres. Jeder Augenblick gleicht da

    einem Sich-Erneuern, sich freuen und auftanken. Atemzug fr Atemzug. Still und tief, voll innerem Frieden und groem Glck.

    Kein Muss, kein Du-Sollst, kein Hast-Du-Schon, keine Ideologie

    und auch kein sonstiges von uns erschaffenes Welterklrungs-modell fern der Realitt trbt diese kstlichen Augenblicke voll

    inniger Zufriedenheit und tiefer Verbundenheit mit allem. All die

    blichen Konstrukte versagen und sind vollends hinfllig angesichts dieser umfassenden Erfahrung. Der Ozean wird

    gleichsam zum Ort tiefer Erkenntnis, wird zum Ozean des Seins schlecht hin. Ein lachendes Wegwerfen all der ideologischen

    Schwimmringe kann man beglckt nur jedem empfehlen.

    Schlielich bentigt kein Mensch irgendwelche Hilfsmittel, um sich frei im Meer zu bewegen, nicht wahr?

    Diese Erfahrung machen wir alle. Immer wieder. Oft ohne es zu

    merken auch im Alltag. Dieser zwingt uns zwar seinen Willen auf,

    gebiert Hast und Sorge, Gier und Zorn; doch die tiefe Erfahrung in uns allen bleibt. Und auch die Frage, wie man auerhalb des

    Urlaubs am Meer solch ein freies Sein dauerhaft leben kann. Denn es ist offenkundig: Dies ist der zu uns allen gehrende

    Normalzustand. Jeder will ihn, jeder mchte ihn und jeder mchte

    M. Stai Knipphals - Teebrief Nr 3 // 2498 nach Buddha // Seite 3

  • mit diesem Grundklang seinem Tagewerk nachgehen knnen.

    Ohne all die Beigaben, die wie Ballast an uns zerren und unser aller Leben beeintrchtigen.

    Jedem ist dies berall mglich. Jeder kann dauerhaft sinnerfllt

    und mit tiefer Klarheit im Ozean des Seins existieren. Und

    whrend wir ben dieses zu realisieren, durchschreiten wir, wie Millionen vor uns, einen zehn-stufigen Pfad.

    Ihnen allen hierbei und hierfr Mut zu machen ist Grundlage auch

    dieses Teebriefes und Teil meiner Teeschulen im Bundesgebiet. Denn wer von Ihnen mchte nicht die wundervolle Stimmung und

    Gelstheit der wenigen Urlaubsstunden dauerhaft als Lebens-grundlage im Alltag haben. Eine Grundstimmung, die Sie und ich

    auch hatten, als wir an verschiedenen Orten gemeinsam Tee

    tranken und uns ber vieles unterhielten, was uns real beschftigt. Auch Ihre Briefe und Emails sprechen hiervon.

    Sind Sie mit dem, wie es ist, zufrieden und knnen ferner

    vollkommen achtsam und voll Respekt mit Ich-freiem

    Bewusstsein handeln? Dann helfen Sie anderen dies auch zu erlangen. Kommen Ihnen aber hierbei Zweifel, dann mag ein

    Weiterlesen Ihnen den weiteren Weg aufzeigen und helfen, dieses fr sich zu realisieren. Hierbei drfen Sie bitte nie vergessen, dass

    es Ihnen mglich ist, nur eventuell noch nicht wie. Haben Sie

    Geduld mit sich und ben unter fachkundiger Anleitung von Meistern. Das ist wichtig, denn die ersten zehn oder zwlf Jahre

    sollten Sie intensiv mit ihm ben. Er kennt all die Ausreden und Manver des ICHs. Er wei, dass das ICH sich irrtmlich isoliert

    im Meer der anderen ICHs sieht. Aber ist ein Tropfen Wasser im

    Ozean wirklich einzeln und getrennt vorhanden?

    M. Stai Knipphals - Teebrief Nr 3 // 2498 nach Buddha // Seite 4

  • Beim Nachfolgenden greife ich drei wesentliche Ihrer Themen auf:

    Klare Weite, nichts von heilig Triffst du den Buddha, so tte den BuddhaDie 10 Ochsenstufen

    Ihrer Frage nach dem Zusammenhang dieser Themen werde ich

    nachgehen, um Ihnen allen etwas an die Hand zu geben, das Ihnen helfen mag. Etwas, das Sie genau genommen eigentlich

    schon alle lngst haben und wissen; was fr alle gleichermaen gilt und daher hilfreich ist. Auch fr jene, die noch nicht den

    Zenweg betreten haben. Wobei bedacht sein sollte, dass

    derjenige, der anfngt zu fragen, schon begonnen hat, echte Antworten und eine alles umfassende Klarheit zu erlangen.

    Stellen sich im Leben Hrden gleich welcher Art in den Weg, so

    scheint der Blick auf Lsungen oft versperrt. Trotz brillanten

    Denkens und aller Bemhungen zeigt sich kein Ergebnis, mit dem wir leben mchten oder leben knnten.

    Dennoch, und dass kann Ihnen gar nicht deutlich genug versichert werden, liegt es nicht an Ihrer Unfhigkeit. Andernfalls

    wrde es bedeuten, dass Sie nicht in der Lage wren, das Leben

    zu meistern. Was etwa so absurd ist, wie die Aussage, Delphine knnten nicht schwimmen.

    Was nur zutrifft, wenn der Delphin an Land liegt. Aber selbst dann kann er von seinem Naturell her schwimmen. Er sollte nur nicht in

    einem verstaubten Tal nach dem Ozean suchen. Egal wie

    verlockend ihm dort die objektiven H2O-Daten oder eine Pftze als Ozean vorgegaukelt werden. Auch seine Psyche ist

    vollkommen okay, sollte er je daran zweifeln, wenn er auf dem Trockenen herum strampelt, denn er wei tief in sich, dass er in

    den Ozean gehrt; selbst wenn viele andere bereits aufgegeben

    und resigniert haben und trichterweise nun am falschen Ort nach dem Meer suchen.

    M. Stai Knipphals - Teebrief Nr 3 // 2498 nach Buddha // Seite 5

  • Fr uns Menschen der Neuzeit steht fest, wir haben bislang in

    einem Tal nach dem Ozean gesucht. Heute wissen wir: Die Erde ist keine Scheibe und naturwissenschaftliche Daten nahezu ohne

    Relevanz fr den Alltag.

    Beide Methoden

    A) willkrlich meinen, spekulieren, glaubenB) objektive Datenberge anhufen

    sind letzten Endes untauglich. Die uralte Kernfrage ist und bleibt: Wo ist das Meer und wie lerne ich darin schwimmen?

    Oder wie ein Zen-Freund es einmal formulierte: Wo bitte gehts

    zum echten Leben?

    So oder so hnlich sehen es sehr viele und wollen der groen Frage nachgehen und den Kern erfassen.

    Wir alle spren, mal mehr mal weniger, dass es mglich und anders sein msste; wann immer wir aus der Bequemlichkeit des

    Alltags oder der selbst erzeugten very-busy-Situation als

    Fluchtverhalten herausfallen, weil uns das Leben zeigt, dass es so nicht geht.

    M. Stai Knipphals - Teebrief Nr 3 // 2498 nach Buddha // Seite 6

  • Folgt man diesem Impuls des vorerst nur Ahnens, kann man

    schon bald recht gut erkennen, dass man bislang nur in der falschen Richtung gesucht hat. Man ist gar nicht unfhig oder nur

    ein Trumer vom Ozean. Nur die unkritisch bernommene und sehr lange eingetrichterte Blickrichtung hat ein echtes Erkennen

    verhindert. Mehr nicht.

    ndert man die Blickrichtung, ffnen sich zunehmend andere Perspektiven. Schritt fr Schritt verlsst man das enge Tal und

    nhert sich dem Meer. Und je weniger Ideologien und Auffassungen man auf die Reise mitnimmt, desto schneller

    gelangt man voran.

    Dieses ist jedem mglich. Unabhngig von Bildung und Herkunft.

    Mag es auch ein wenig dauern, bis das Gehen und Finden des Ozeans gelingt. bung ist hierbei unerlsslich. Tag fr Tag. Doch

    dieses ben macht nun endlich Sinn. Und mit dem Hin-Schreiten

    zum Kern, statt eines Fort-Schreitens von ihm, schrft sich Ihr Blick, da man die alten Zpfe und Schleier nun nicht mehr

    bentigt und als berflssigen Ballast lchelnd abschttelt.

    Viele Zuschriften seit dem letzten Teebrief waren voll der Klage

    ber die Banker, Wirtschafts-Manipulatoren, Fanatiker der einen oder anderen Richtung und die offenkundige Unfhigkeit der

    Politiker. Was eigentlich erstaunlich ist. Seit Platon wissen wir doch, dass dem so ist. Was ist daran neu? Es ist eine betrbliche

    Wahrheit. Vergessen wir nie: Nur derjenige versucht sich immer

    anderer zu bemchtigen, der seiner selbst nicht mchtig ist.

    Die fatale Tragweite des heutigen Unwesens dieser will ich gar nicht ausblenden oder herunterspie

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