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  • Das staatliche Gesundheitssystem kann dem steigenden Bedarf an modernen medizinischen Leistungen nicht nachkommen. Immer mehr private Anbieter erscheinen auf dem Markt. Große Unternehmen investieren in die Errichtung hochmoderner Krankenhäuser in Städten wie Mumbai, New Delhi, Chennai und Hyderabad.

    Aber wie ihre staatlichen Konkurrenten sind die privaten Anbieter in hohem Maße auf Importe an- gewiesen. Bei der Produktion von Medizintechnik liegt Indien weit unter dem Weltmarktniveau: Die Einfuhrquote machen etwa 70 Prozent aus, in den vergangenen fünf Jahren haben sich die Importe verdoppelt.

    Der indische Gesundheitssektor

    Offi ziellen Statistiken zufolge gibt es heute mehr als viermal so viele Kliniken und Krankenhäuser wie in den 1950er Jahren. Ihre Zahl ist von 9 200 im Jahr 1951 auf rund 43 000 im Jahr 2000 gestiegen. Die Zahl der Betten nahm im gleichen Zeitraum von rund 117 000 auf knapp 900 000 zu, die der Ärzte von 61 800 auf etwa 500 000. Inoffi zielle Statistiken gehen indes von insgesamt 1,5 Millionen Betten im Land aus. Aber auch diese Schätzung liegt noch weiter unter der WHO-Norm von 1 Bett/ 300 Personen.

    Medizintechnik: Das ungenutzte Potenzial Der Medizinmarkt gilt als neuer Motor der indischen Wirtschaft. Die Wirtschaftsreformen in den vergangenen zehn Jahren haben den Lebensstandard großer Teile der Bevölkerung erheblich gesteigert. Das Konsum- verhalten der etwa 250 Millionen Menschen, die der Mittelschicht zugerechnet werden, hat sich geändert. Medizinische Versorgung rückt immer mehr in den Vordergrund. Moderne Behandlungsmethoden sind gefragt, das Bewusstsein für „Lifestyle“-Krankheiten wächst. Eine wachsende Zahl zum Teil in westlichen Ländern ausgebildeter Ärzte ist offen für neue Therapieformen.

    Für die Grundversorgung (Primary Care) und die all- gemeine medizinische Versorgung (Secondary Care) sind die einzelnen Bundesstaaten zuständig. Die tech- nischen Neuerungen auf dem Gebiet der Medizintechnik stellen viele Regierungen jedoch vor unlösbare Probleme. Es fehlen die Mittel, um das Inventar aufzurüsten. Zur Unterstützung der Bundesländer stellt die indische Zentralregierung in jedem Jahresplan weiteres Geld zur Verfügung. Hilfe leisten außerdem internationale Hilfs- organisationen wie WHO und IMF.

    Primary Care Secondary Care Tertiary Care

    Primary Health Centres

    Primary Health Posts

    Urban Health Posts

    District- und Taluk-Hospitals

    Community Health Centres

    ESI*- und Public- Sector-Hospitals

    Medizinische Colleges & Krankenhäuser

    23 000 13 200 1 500 4 400 2 400 1 200 120

    Staatliche Gesundheitsversorgung: Anzahl der Einrichtungen

    Quelle: Mahavadi/McKinsey Analysis*ESI-Hospitals: Krankenhäuser für Beamte

    MEDICA.de Auslandsmärkte: Indien

    Staatliche Gesundheitsversorgung: Anzahl der Einrichtungen

    *ESI-Hospitals: Krankenhäuser für Beamte Quelle: Mahavadi/McKinsey Analysis

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    Der private Sektor hat einen Anteil von 70 Prozent an der medizinischen Versorgung, stellt aber nur ein Drittel der gesamten Betten. Mit etwa 120 privaten Kliniken und Krankenhäusern ist er im Bereich „Tertiary Care“, zu dem besonders Spezialkliniken zählen, vertreten. Bekannte Konzerne investieren in so genannte Nursing Homes (fünf bis zehn Betten) und Corporate Hospitals (100 bis 500 Betten) in den Großstädten, wo eine wachsende Klientel mit mittlerem und höherem Einkommen für die entsprechende Nachfrage sorgt. Mumbai und Delhi sind die Zentren privater Krankenhäuser.

    Neben dem Gefälle zwischen Stadt und Land gibt es weitere regionale Unterschiede: Der Süden ist wesentlich besser mit nicht öffentlichen Einrichtungen ausgestattet als der Norden. So sind etwa in Andhra Pradesh 92 Prozent der Betten in privater Hand und in Kerala immer noch 67 Prozent, während es beispielsweise in Rajasthan und Chandigarh ausschließlich öffentliche Einrichtungen gibt.

    Beispiele für die dynamische Entwicklung des Sektors sind Apollo, Max Healthcare und Hinduja. Die erste und bisher erfolgreichste Corporate Hospital Group im Privatsektor war Apollo. Die Kette von Krankenhäusern, Kliniken und Apotheken hat eine Nutzungsrate von mehr als 80 Prozent. Apollo ist auch auf einem Sektor

    aktiv, der Informationstechnologie mit Medizintechnik verbindet: Die Gruppe hat bereits drei Telemedizin- Verbindungen im Land hergestellt, zuletzt zwischen seinem Indraprastha Hospital in New Delhi und dem Naga Hospital in Kohima, Nagaland. Die Verbindung erlaubt Medizinern in dem entlegenen Bundesland im Nordosten, sich direkt von Experten in der Hauptstadt anweisen zu lassen.

    Max Healthcare hat in New Delhi ein Pfl ege- und Diagnosezentrum und zwei Kliniken eröffnet und will über das ganze Land expandieren. Mit einem Service, der von der Gesundheitsvorsorge bis zum kompletten Krankenhaus reicht, will das Tochter-Unternehmen der Max India Ltd. eine umfassende Gesundheitsversorgung aufbauen. So genannte Nachbarschaftskliniken sollen rund um die Uhr Vorsorge, Ambulanz und Behandlungen chronischer Krankheiten bieten, ebenso Pathologie und Radiologie. Umfassendere Behandlungen sollen Medizin- zentren ermöglichen, in denen Spezialisten und Chirurgen arbeiten. Kleinere Kliniken und große Krankenhäuser, in denen auch Forschung betrieben wird, sollen dem ambitionierten Programm die Krone aufsetzen. Max ist der erste private Healthcare-Anbieter in Indien, der von der Asian Development Bank ein Darlehen in Höhe bekam. Höhe: 20 Millionen Dollar.

    Überblick über die führenden Corporate Hospital Groups

    Quelle: Deutsch-Indische Handelskammer / Business Standard *(Umrechnungsrate: 1 = 54,66 Rs)

    Unternehmen Gegenwärtiger Stand Geplante Expansion Investitionsplan

    Max Healthcare Kooperation mit Harvard Medical International Inc.

    Krankenhäuser und Diagnostik- zentren in Delhi

    2 Spezialkrankenhäuser in Delhi (in 2 Jahren)

    Rs. 450 crore

    Apollo Hospital Enterprises, Chennai

    39 Krankenhäuser 10 Kliniken 91 Apotheken

    Managementübernahme von 28 Krankenhäusern in Indien und im Ausland (Schwerpunkt Golfstaaten)

    Rs. 30 crore

    Escorts Group, Delhi

    Herzklinik und Forschungs-zentrum in New Delhi, Forschungszentrum in Faridabad

    2 Spezialkrankenhäuser (155 Betten) in Amritsar und Jaipur (3 Jahre), 25 Herzzentren landesweit (3 Jahre)

    Rs. 200 crore

    Wockhardt Limited, Mumbai

    Herzklinik in Bangalore, Krankenhaus mit Forschungsinstitut und Nierenklinik in Kolkata, Health Foundation in Kolkata, Herzklinik in Mumbai

    Mehrere Spezialkrankenhäuser landesweit (in 3 Jahren)

    Rs. 500 crore

    Aditya Birla Group, Mumbai

    15 Krankenhäuser Spezialkrankenhaus mit 400 Betten in Pune

    Rs. 100 crore

    PD Hinduja National Capital and Research Centre, Mumbai

    Spezialkrankenhaus in Mumbai 1 Spezialklinik 2 Behandlungszentren

    Rs. 107 crore

    Fortis Healthcare Herzklinik und Forschungszentrum in Mohali/Chandigarh

    Keine Angaben Keine Angaben

    MEDICA.de, Auslandsmärkte: Indien

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    Die Hinduja-Gruppe errichtete in den 50er Jahren ein 30-Betten-Krankenhaus in Mumbai, gefolgt von der Gründung des P.D. Hinduja National Hospital and Medical Research Centre 1976 und der Errichtung eines 300-Betten-Spezialkrankenhauses 1986. Heute bietet die Einrichtung alles von Allgemeinmedizin bis hin zu zahnärztlichen Behandlungen an, bildet Schwestern aus und beherbergt in einem eigenen Wohnkomplex Mediziner aller Disziplinen.

    Escorts hat Ende 2002 angekündigt, in den kommenden Jahren 25 so genannte Heart Command Centres im ganzen Land zu bauen. Sie werden in Krankenhäusern mit Kapazitäten von 50 bis 100 Betten errichtet. Zehn dieser Herzzentren sind bereits fertiggestellt, einige haben ihren Betrieb

    aufgenommen. Die Kosten werden – je nach Ausstattung - mit zehn bis 60 Milionen Rs beziffert. (Umrechnungsrate: 1 € = 54,66 Rs.) Weitere Corporate Hospitals wurden von Wockhardt, Birla, Ranbaxay, Escorts und anderen Industriekonzernen gegründet. Nur wenige dieser Konzerne – wie Wockhardt und Ranbaxy - sind Hersteller von Pharmazeutika; die meisten kommen aus dem Sektor Maschinenbau.

    Der Markt für Medizintechnik

    Das Volumen des indischen Marktes für Medizintechnik wird auf 270 Millionen Euro geschätzt. Der lokale Anteil wird – je nach Quelle – auf ein Viertel bis ein Drittel beziffert, die jährliche Wachstumsrate der einheimischen

    2000-01/Geschätztes

    Marktvolumen

    2010-11/Schlechtester Fall:

    Gleicher Anstieg wie

    in vergangenen 5 Jahren

    2010-11/Normaler Fall:

    Gleicher Anstieg

    + Zunahme von

    Versicherungen

    2010-11/Bester Fall:

    Gleicher Anstieg

    + Zunahmen Versicherungen

    + Einführung

    von Qualitätsnormen

    Importe 980 2 820 2 680 5 700

    Lokaler Anteil 420 1 880 4 020 3 800

    Gesamt 1 400 4 700 6 700 9 500

    Geschätztes Volumen des indischen Marktes für Medizintechnik

    Quelle: Mahavadi/McKinsey AnalysisQuelle: Mahavadi/McKinsey AnalysisAngaben in Rs 10 Mio.Angaben in Rs 10 Mio. (Umrechnungsrate: 1 = 54,66 Rs)

    Produktion auf zwölf bis 13 Prozent. Prognosen gehen von einer Steigerung um das Drei- bis Siebenfache bis zum Jahr 2010 aus. Der lokale Anteil dürfte dabei zwar deutlich zunehmen, der totale Bedarf an Importen aber weiterhin stark ansteigen – nach vorsichtigen Schätzungen wenigstens um das Doppelte.

    Als Katalysator für eine weitere Zunahme des Marktvolumens

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