Das Buch Der Medien - Oswald Mutze Verlag - Von F. Pavlicek

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Grundstze der spiritistischen Lehre und der Mediumschaft(Medialitt)Der Leser findet in diesem Buch Antworten auf Fragen wie: Woher kommen wir?, Wohin gehen wir?, Wozu sind wir berhaupt auf der Erde und weshalb leiden wir? Dieses Buch ist fr alle Leser, die dem spirituellen und esoterischen Weltbild hinter die Kulissen schauen mchten. Auch und gerade fr skeptische Leser bietet es zusammen mit dem ersten Band "Das Buch der Geister" einen mhelos lesbaren und fundierten Einstieg. Denn: "Indem der Autor bewies, da alle flschlich als "bernatrlich" bezeichneten Tatsachen bestimmten Gesetzen unterworfen sind, reihte er sie in die Ordnung der Naturerscheinungen ein, und zerstrte so die letzten und strksten Elemente des Aberglaubens." Auch ganz konkrete Fragen zu verschiedenen geistigen Ebenen werden sehr eindrucksvoll und zufrieden stellend beantwortet.

TRANSCRIPT

Der experimentelle Spiritismus. Allan Kardec

Das Buch der MedienWegweiser der Medien und der Anrufer,eine besondere Belehrung ber die Geist.er, ber die Theorie aller Art Kundgebungen, ber die Mittel fr den Verkehr mit der unsichtbaren Welt, Entdeckung der Mediumitt, ber Schwierigkeiten und Klippen, welchen man bei der Ausbung des Spiritismus begegnen kann.

Leipzig,Druck und Verlag von Oswald Mutze.

Einleitung.

Die Erfahrung bekrftigt uns alle Tage die Ansicht, dass die Schwierigkeiten und die Geringschtzung, welchen man bei der Ausbung des Spiritismus begegnet, in der Unkenntniss der Grundstze dieser Wissenschaft ihren Grund haben, und wir sind so glcklich, im Stande gewesen zu sein, zu beweisen, dass die Mhe, welche wir uns gegeben haben, um unsere Anhnger gegen die Klippen des Noviciates zu schtzen, ihre Frchte getragen hat, und dass man es dem aufmerksamen Lesen dieses Werkes zu danken hat, dieselben vermeiden zu knnen. Es ist ein ganz natrlicher Wunsch bei Personen, welche sich mit dem Spiritismus beschftigen, selbst mit den Geistern in Verkehr treten zu knnen. Dieses Werk ist dazu betltimmt, ihnen den Weg dazu zu ebnen, indem wir sie an der Frucht unserer langen und mhevollen Studien theilnehmen lassen, denn man wrde sich eine sehr falsche Idee machen, wenn man denken wrde, es genge, um in dieser \Vissenschaft eingeweiht zu sein, wenn man nur weiss, wie die Finger auf den Tisch zu legen sind, um ihn in Bew,egung zu bringen, oder wie ein Bleistift zu halten sei, um zu schreiben. Eben so wrde man sich tuschen, wenn man glauben wrde, man finde in diesem Werke eine allgemeine, untrgliche Anweisung, um Medien zu bilden. Obwohl ein Jeder

den Keim der erforderlichen Eignung in sich enthlt, es zu werden, so ist diese Eignung dennoch sehr verschieden, und die Entwickelung derselben hngt von Ursachen ab, welche man sich nicht nacq Belieben geben kann. Die Regeln der Dichtkunst, der Malerei und der Musik machen weder Dichter noch Maler noch Vi! tuosen aus jenen, die dazu nicht die Anlage haben; sie' fhren uns nur bei Anwendung der natrlichen Talente. Eben so verhlt es sich mit unserer Arbeit. Ihr Gegenstand besteht darin, die Mittel anzudeuten, wie man, die mediumistische Fhigkeit entwickeln knne, so weit es die Anlage eines Jeden gestattet; besonders aber darin, wp' die Fhigkeit vorhanden ist, wie man davon einen ntzlichen Gebrauch machen knne. Allein dieses ist nicht das einzige Ziel, welches wir uns vorgesetzt haben. Ausser den eigentlichen Medien gibt es ~ine Menge Menschen, die sich mit den spiritischen Erscheinungen beschftigen. Diese bei ihren Beobachtungen zu geleiten, ihnen die Klippen anzudeuten, welchen si~ bei einer neuen bache begegnen msen; sie mit der Art und Weise bekannt zu machen, wie man sich mit den Geistern unterhlt, ihnen die Wege zu bezeichnen, gute Kundgebungen zu erhalten, dies ist die Aufgabe, welche wir erfassen mssen, selbst auf die Gefahr hin, eine unvollstndige Arbeit zu unternehmen. Man wird daher nicht berrascht silin, in unserem Werke Belehrung zu finden, die bei dem ersten Anblicke fremd erscheinen knnte; aber die Erfahrung wird ihre Ntzlichkeit zeigen. Wenn man dies mit Fleiss studirt hat, wird man die Thatsachen besser begreifen, deren Zeuge man sein wird; die Sprache so manchen Geistes wird weniger fremdartig erscheinen. Diese praktische Anweisung bezieht sich daher nicht ausschliesslich auf die Medien, sondern berhaupt auf alle diejenigen, welche in der Lage sind, die spiritischen Erscheinungen zu sehen und zu beobachten.1

Einige Personen haben gewnscht, dass wir ein kurzgefasstes Handbuch verffentlichen sollten, welches die Anweisung enthielte, wie man sich mit den Geistern in Verbindung setzen knne; sie glauben, dass ein solches Werkchen vermge seiner Wohlfeilheit leicht verbreitet werden und ein grosser Hebel zur Vermehrung der Medien sein knnte. Was uns. betrifft, wir. betrachten ein solches Bchelchen fr mehr schdlich als ntzlich, wenigstens fr die gegenwrtige Zeit. Die Ausbung des Spiritismus ist mit sehr vielen Schwierigkeiten umgeben, und ist nicht immer frei von Unaimehmlichkeiten, welchen nur ein ernstes und grndliches Studium v'Ii';'l;Jeugen kann. Es wre zu befrchten, dass eine zu kurz gefasste Anleitung mit Leichtfertigkeit gemachte Erfahrungen hervorrufen wrde, die man sodann Ursache htte zu bereuen. Es sind dies Sachen, mit denen zu spielen weder zulssig noch klug ist, und wir glauben, dass wir einen schlechten Dienst geleistet haben wrden, wenn wir sie dem ersten besten Wagehals zur Verfgung stellten, dem es einfallen knnte, sich mit den Todten zu unterhalten. Wir wenden uns an Meuschen, . welche in dem Spiritismus ein ernstes Ziel erblicken, welche seine volle Wichtigkeit begreifen und die mit den Kundgebungen mit der unsichtbaren Welt kein Spiel treiben. Wir haben eine praktische Anleitung in der Absicht verffentlicht, um die Medien zu leiten. Dieses Werkchen ist heute bereits vergriffen, und obwohl es in einer ausschliesslich ernsten und wichtigen Absicht gemacht wurde, so werden wir es nicht wieder abdrucken lassen, weil wir es noch nicht fr vollstndig halten, um alle Schwierigkeiten zu erklren, denen man begegnen kann. Wir ersetzen es durch dieses Werk, in welchem wir alle Lehren einer langen Erfahrung und eines wissenschaftlichen Studiums vereinigt haben. Es wird dazu beitragen I wir hoffen es wenigstens, dem Spiritismus seinen inne,!-ohnenden, ernsten Charakter zu geben und zu verhten, darin einen Gegenstand frivoler BMchftigung und Unterhaltung zu sehen.I

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Zu diesen Betrachtungen fgen wir noch eine sehr wichtige hinzu: es ist nmlich der ble Eindruck, welchen der Anblick von leichtsinnig und ohne Kenntniss der Ursachen unternommene Versuch auf inoch unerfahrene oder schlecht aufgelegte Personen hervorbringt. Er bringt den Nachtheil , sich von der Geisterwelt eine falsche Idee zu machen, sie dem Gesptte Preis zu geben und oft eine begrndete Kritik zu veranlassen. Das ist der Grund, warum die Unglubigen durch solche Cirkel sehr selten bekehrt und nicht geneigt werden, dem Spiritismus seine ernste Seite abzugewinnen. Die Unwissenheit und Leichtfertigkeit gewisser Medien haben weit mehr Unheil angerichtet, als man in Betreff der Meinung der meisten Menschen glauben sollte. Der Spiritismus hat seit elDlgen Jahren grosse Fortschritte emacht i aber dieser Fortschritt ist unermesslich, seit derselbe den Weg der Philosophie betreten, weil er durch auf{{eklrte Menschen beurtheilt und anerkannt wurde. Heut zu Tage ist er kein Schauspiel mehr .. Er ist eine Lehre, ber welche jene nicht mehr lachen, welche sich ber die tanzenden Tischchen lustig machten. Wenn wir uns bemhen, ihn auf diesen Weg zu fhren und daselbst zu unterhalten, so sind wir berzl:lugt, dass wir ihm mehr ntzliche Anhnger zufhren, als wenn wir ohne Ueberlegung Kundgebungen hervorrufen wrden, welche man missbrauchen knnte. Wir haben davon alle Tage den Beweis durch die Anzahl Anhnger, welche bloss das Buch der Geister erweckt hat. Nachdem wir in dem Buche der Geister den philosophischen Theil der spiritischen Wissenschaft behandelt haben, geben wir in diesem Werke den praktischen Theil lum Nutzen Aller derjenigen, welche sich mit den Manifestationen beschftigen wollen, sei es fr sich selbst, oder um sich die Ersoheinungen zu erklren, nach deren Anblick es sie gelsten knnte. Sie werden darin die Klippen

sehen, denen man begegnen kann und so werden sie darin ein Mittel haben, um sie zu vermeiden. Diese beiden Werke, obwohl eines die Folge des anderen ist, sind bis auf einen gewissen Punkt unabhngig von einander i aber wir rathen demjenigen, der sich damit ernstlich wird beschftigen wollen, ZUVQrdas Buch der Geister zu lesen, welches die Grund-Principien enthlt, ohne deren Kenntniss einige Theile dieses Werkes vielleicht schwer zu verstehen sind. Diese zweite Ausgabe enthielt wichtige Verbesserungen, die daher viel vollstndiger ist, als die erste. Sie wurde mit einer ganz besonderen Sorgfalt von den Geistern corri girt, welche dazu eine Menge von Bemerkungen und Instructionen von dem grssten Interesse beigefgt haben. Da sie das Ganze durchgeforscht und nach ihrem Belieben Antweder gebilligt oder abgendert hahen: so kann man sagen, dass es grossen Theils ihr Werk ist i denn ihr Einfluss beschrnkte sich nicht auf gewisse eigens bezeichnete Artikel i wir haben ihre Namen nur damals angefhrt, wenn es uns nthig schien, um gewisse, mehr ausgedehnte Citationen zu charakterisiren, dass sie nmlich wrtlich von ihnen kommen, sonst htten wir sie fast auf einer jeden Seite citiren mssen, besonders bei den auf gestellte Fragen erfolgten Antworten, was uns aber als nutzlos erschien. Bei einem solchen ltegenstande kommt es, wie man weiss, nicht auf die Namen an; das Wesentlichste besteht darin, dass die gesammte Arbeit dem vorgesetzten Zwecke entspricht. Die gnstige Aufnahme der ersten und zweiten Ausgabe lsst uns erwarten, dass auch diese mit einer nicht geringeren Gunst werde aufgenommen werden.

V orwort zur ill. Auflage.Hiermit bergeben wir dem Publikum die IH. Auflage des "Buch der Medien" und freuen uns zu konstatiren, dass sich dieselbe infolge qes gediegenen Inhaltes und des stets steigenden Interesses an der erhabenen Geisteslehre so bald nthig machte. Um den noch fernstehenden 'und berhaupt weiteren Kreisen den Ankauf des b,eliebten und hochgeschtzten Werkes zu ermglichen, ist der Preis auf f> Mark ermssigt worden und so hoffen wir, dass die bewhrte Anziehungskraft d~m Buche des franzsischen spiritistischen Vorkmpfers auch ferner treu bleibe, zum Nutzen unserer hohen Sache und zum Wohle unserer Mitmenschen!

Das Buoh' der Medien.

Erstes Hauptstock.

1. Der Zweifel in Betreff des Daseins der Geister hat zur Hauptursache die Unkenntniss ihrer wahren Natur. Man denkt sich dieselben im Allgemeinen als Wesen ausserhalb der Schpfung, deren Nothwendigkeit nicht dargethan is~. Viele kennen sie nur aus den phanatRstischen Erzhlungen, mit denen man sie eingewiegt hat, wie man beilufig die Geschichte aus den Romanen kennen lernt, ohne zu untersuchen, ob die Erzhlungen, wenn sie von lcherlichen Beistzen befreit werden, nicht auf einer wahren Grundl~ge beruhen; sie sehen daran nur die lcherliche- (absurde) Seite, ohne sich Mhe zu geben, -die' bjttere ,Rinde zu beseitigen, um die Mandel zu entdecken, ~ie verwerfen Alles, so wie es jene bezglich der lteligion thuD', -die sich' ber gewisse Missbruche aufhalten und- dann" alle~ v~rwirren und verachten. . ., "" Man mag sich von den Geistern was ilnmer fr einen Begriff machen, so.grndet siGh ~ieser ~la.uJ>e ~othwendi~~'rAllan Kardee, "Buch der Medien." :..'

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, f d . Vorhandensein des intelligenten Princips Welse au as , t mit der absoluten Wegausserhalb der Materie; er 1S, b W1'r nehmen unseren , . P' 's unverem ar. leugnung dIeses nnClp H' scheiden aus diesem Leben, Ausgangspu~kt von dem m der Individualitt der Seele von dem Uebe.rl,ebe~ und :~:oretisch und dogmatisch, der welche der Spmtuahsmus k d' darthut. Sehen wir einstSp~ritismus aber offe~:a~t~:e~g im eigentlichen Sinne ab, we1~:n v~r ~: ::~~::folgerUngen, und wird werden sehen, ma wir gelangen wer en, zu welchen Consequenzen D ' d Seele und ihre Indivi2. Sobald man das asel~ e~uss man auch zugeben: SO dualitt einmal anerkan~t hat, d Wesenheit sei als der .e von emer an eren . erstens, d ass SI d' ' 801 von ihm getrennt 1St, so denn sobal SIe emm d .e K" orper, ' E' schaften' zweitens, ass SI hat sie nicht mehr seme Igen 't ~eil man ihr Freud b ihr eigenes Selbst~ewusstsein" eS1, ze;in unthtiges Wesen, und Leid zuschreIbt, sonst war~ tels keine Seele zu haben. und es wre fr uns eh~e~, sos:~~e airaend wohin, was wird Dieses zugegeben, ge ,16" . aus ihr und wohin ~eht, sIe? GI ben geht sie entweder in Nach dem gewohnhchen au . t der Himmel , d' H"lle' aber wo IS den Himmel oder In le 0 '1 dass der Himmel oben , H"ll ? Man sagte vorma s, und dIe 0 e 'b bedeutet im Universum und die Hlle unten seI; a er "':tas die runde Gestalt d das Unten seI man 1h das Oben un , ' un der Gestirne kennt, we c e unserer Erde und dIe Be~eg ,g gewissen Momente oben 'k d das was In emem dl' h bevnr t, ass , "\f St den in dem unen lC en ist, im Verlaufe von, ~w~ we~:hem 'sich das Auge in unRaume zum Unten WIr " m ermesslicher Weite verhert ~ ter den unteren Orten auch Es ist zwar wahr, dass ma~ un b was ist aus diesen die 'riefen der Erd~ v~rstan ~e: :eologie durchgeforscht Tiefen geworden, seIt SIe von worden sind?, d concentrischen Sphren W 80S ist gleIchfalls aus en F den Himmel die man den Himmel des euers, d gewor en,

der Sterne nannte. seit man weiss, dass die Erde nicht den Mittelpunkt der Welt bildet und dass selbst unsere Sonne nur eine von den Millionen der Sonnen ist, die im Weltenraume glnzen' und von denen eine jede den Mittelpunkt eines planetarischen Wirbels bildet? Wie verschwindet da die Wichtigkeit der Erde, wenn sie sich in das Unendliche verliert, Mit welchem unberechtigten Vorrechte wre dieses kaum wahrnehmbare Sandkorn, das sich weder durch seine Grsse, noch durch seine Stellung, noch durch einen besonderen Beruf auszeichnet, allein von vernnftigen Wesen bewohnt? Die Vernunft w~igert sich die Nutzlosigkeit des Unendlichen anzunehmen und alles sagt uns, dass diese Welten bewohnt sind, Wenn sie nun bewohnt sind, so liefern sie doch auch ihr Contingent zur Seelenwelt. Aber noch einmal, was wird aus diesen Seelen, da die Astronomie und Geologie die ihnen angewiesenen Wohnungen vernichtet hat und besonders seit die so vernunftgemsse Lehre von der Menge der Welten ihre Anzahl ins Unendliche vermehrt hat? Da sich die Lehre ber Localisirung der Seele mit den Grundstzen der Wissenschaft nicht vertrgt, so bestimmt ihnen eine andere mehr logische Lehre zum Aufenthalte nicht einen begrenzten und beschrnkten Ort, sondern den 'V eltraum. Es ist eine ganz unsichtbare Welt, in deren Mitte wir leben, welche uns umgiebt und uns bestndig berhrt. ,1st das etwas Unmgliches, ist das eine Sache, die der Vernunft widerspricht? Keineswegs, im GegentheiJ, Alles sagt uns, dass es gar nicht anders sein kann, Aber was wird aus den knftigen Belohnungen und Strafen, wenn ihr ihnen ihre besonderen Orte wegnehmet? Sehet, der Unglaube an einen Ort der Strafen und Belohnungen ist berhaupt dadurch hervorgerufen, weil man diese Orte unter unannehmbaren Bedingungen darstellt, aber sagt, dass die Seelen ihr Glck oder Unglck aus sich selbst schpfen, dass ihr Schicksal von ihrem moralischen Zustande abhngig ist, dass eine Vereinigung sympathetischer und guter Seelen die Quelle ihres Glckes ist, dass sie nach dem1*

Grade ihrer Reinigung Sachen durchdringen und durchschauen die vor den grberen Seelen verborgen sind; und die gan~e Welt wird es ohne Mhe begreifen. Sagt ihnen ferner dass sie zu dem hchsten Grade ihrer Veredlung , .h nur durch die Anstrengungen, die sie machen, um SlC zu verbessern und erst nach einer Reihe von Prfungen, die zu ihrer Reinigung dienen, gelan gen i dass die Engel jene Seelen sind welche den hchsten Grad der Veredlung schon erreicht haben. und den Alle bei einem guten Willen erreichen knnen; dass die Engel Boten Gottes si.nd, um die Vollstreckung seines Willens im ganzen Umversum zu. berwachen dass sie ber diese ruhmvolle Sendung glcklich sind: ~nd ihr gebt ihrer Glckseligkeit ein viel ntzlicheres und anzglicheres Ziel, als jenes der bestndi~en Anschauung, was nichts anderes wre, als eine ~est~dlge' Nutzlosigkeit. Sagt ferner, dass die Dmo~e (Teufel~ mchts anderes sind, als die Seelen der Bsen, dIe noch mcht gelutert sind die aber zur Veredlung ebenso gelangen. knnen, wie die Anderen, und das wird der Gerechtigkeit und GiiteGottesmehr entsprechen, als die Lehre, dass mall' zum Unglcke geschaffen und zu einer ewigen Strafe bestimmt sei! . Noch ein,mal, das ist es, was nur die strengste Vernunft, die rigorseste Logik, mit einem Worte der gute Sinn zulassen kann. Nun denn die Seelen, welche den Raum erfllen, sind es die man ~igentlich Geister nennt. Die Geister sind al;o nichts anderes als die menschlichen Seelen von ihrer krperlichen Hlle entblsst. ~ enn. die .G~ister besondere Wesen wren, so wre ihr Dasem VIel zweIfelhafter; wenn man aber zugiebt, dass es Seelen giebt, so muss man auch die Geister zugeben, die nic):1tsanderes sind als die Seelen. vVenn man zugiebt, dass die Seelen sich berall befinden, so muSS man auch annehmen, dass die Geister berall sind. Man kann das Dasein der Geister nicht leugnen, ohne zugleich die Existenz der Seelen zu verwerfen.

3. Es ist dies wahrlich eine viel vernnftigere Theorie, al8 eine andere; aber ist es schon viel, dass einer Theorie weder die VerilUnft noch die Wissenschaft widerspricht, so ist es noch mehr, wenn sie durch die Thatsachen noch erhrtet ist, denn dann hat sie die Billigung der Vernunft und die Erfahrung fr sich, diese Erscheinung der Kundgebungen der Geister, welche daher den offenbaren Beweis von dem Dasein und von dem Ueberleben der Seelen bilden. Aber bei vielen Menschen beschrnkt sich der Glaube nur nuf dieses, sie geben die Existenz der Seelen und folgerungsweise auch jene der Geister zu, aber sie leugnen die Mglichkeit des Verkehres mit ihnen aus dem Grunde, weil immaterielle Wesen nicht auf die Materie wirken knnen. Dieser Zweifel grndet sich auf die Unkenntniss der wahren 'Wesenheit der Geister, von denen man sich gewhnlich einen sehr falschen Begriff macht; denn man stellt sich dieselben als abstracte, vage und unbestimmte Wesen vor, was sie nicht sind. Stellen wir uns zuvor den Geist in Verbindung mit dem Krper vor. Der Geist ist das vorzglichere Wesen, weil er ein denkendes und berlebendes Wesen ist; der Krper ist nur eine Zugabe des Geistes, eine Hlle, ein Kleid, welches er verlsst, wenn es abgenutzt ist. Ausser dieser materiellen Hlle hat der Geist noch eine zweite halbmaterielle, welche ihn mit der ersten verbindet. Beim Tode befreit sich der Geist von dieser Hlle, nicht aber von der zweiten, welcher wir den Namen Perisprit geben. Diese halbmaterielle Hlle, welche die menschliche Gestalt annimmt, bildet fr sich einen flchtigen, dunstartigen Krper, um fr uns in seinem normalen Zustande unsichtbar zu sein, der aber dennoch einige Eigenschaften von der Materie besitzt. Der Geist ist also kein Punkt, keine Abstraction, sondern ein bestimmtes und begrenztes Wesen dem nichts anderes fehlt, als sichtbar und tastbar zu sein' um den anderen menschlichen Wesen zu gleichen. Warurr: sollte er daher auf die Materie keinen Einfluss nehmen?

Vielleicht, weil sein Krper flchtig ist? Aber findet der Mensch nicht bei den am meisten verdnnten Flssigkeiten, welche man schon fr unwgbar hlt, wie z. B. die Electricitt, die mchtigste Triebkraft? Hat nicht das unwgbare Licht einen chemischen Einfluss auf die wgbare Materie. Wir kennen nicht dil.'innere Beschaffenheit des Perisprits; stellen wir uns dieselbe aber als von der electrischen Materie oder von einem anderen subtilen Stoffe gebildet vor, warum sollte es nicht eben dieselbe Eignung haben, wenn es von einem Willen geleitet wird? 4, Da das Dasein der Seele und jenes von Gott, von denen das Erstere die Folge des Anderen ist, die Grundlage des ganzen Gebudes bildet, so ist es wichtig, sich zu versichern, bevor man noch irgend eine spiritische Discusion beginnt, ob die angeredete Person diese Grundlage zugiebt; ob sie auf die, Fragen: "Glauben Sie an Gott'? Glauben Sie, dass Sie eine Seele haben? Glauben' Sie an das Fortleben der Seele nach dem Tode jlll verneinend antwortet, oder ob sie ganz einfach sagt: "Ich weiss es nicht, ich wnschte, dass es so wre, aber ich bin davon nicht berzeugt," was meistens nur eine artige Verneinung ist, in eine weniger schneidende Form gehllt, um das nicht zu scharf zu verletzen, was man rcksichtsvolle V orurtheile nennt. Es wre brigens auch unntz einem Blinden die Eigenschaften des Lichtes zu erklren, der das Licht nicht zugeben wollte; denn schliesslich sind die spiritischen Manifestationen nichts anderes als Wirkungen der Eigenschaften der Seele. Mit einem solchen muss man eine ganz andere Ordnung der Gedanken verfolgen, wenn man seine Zeit nicht verlieren will. Ist aber die Grundlage zugegeben, nicht aber bloss wahrscheinlich, sondern alM unbestritten wahr,' so wird davon die Existenz der Seelen ganz natr~ lich abgeleitet, 5. Es bleibt noch die Frage zu beantworten, ob sich der Geist dem Menschen mittheiloen knne? Das ist, ob er

mit ihm seine Gedanken austauschen knne? W . der Mensch, als ein in einem K ', .. as 1st denn Warum sollte sich ein freier G emgezwangter Geist? nicht mittheilen knnen eb eIS e,mem g~fangenen Geiste '" ,en so, WIe es eIn fre' M h mIt einem Emgesperrten thut? Sobald Ier ensc der Seele zU"iebt so I'St e 'ht ..man das Ueberleben 0' s mc vernu ft' d' 1f der Zuneigung zu leugnen. Da die n I~" le o~tdauer es nicht natrlich zu denke d d~eelen uberall smd, ist n, ass Ie Seele e' W cl as uns im ]~eben geliebt hat k m~s esens, mit uns in Verkehr zu tret ,zu u~s ommt! d~ss sie wnscht, ' Mittel bedient die ihr eVn f~~ dass SIe slCh dabei jener ' zur er ugung stehe ? H t . L een b nicht auf die Materie ihres K" n, a SIe im es nicht sie welche se' B ,orpers emgewirkt? Ist , me eweglln 1 ' sollte sie nach dem T d' . gen eItete '? Warum o e 1m Emv t .. d ' anderen, in einen K . ~rs an msse mit einem diesem lebenden Krp::er elI~hverleibtenGeiste sich nicht Ir aus el en um ib G d k ollenbaren, so wie ein St .', re e an en zu , ummer slCh emes S . h d (lenen kann um flich v t.. dl' h pI ec en en beI ',. ers an IC zu machen? . Sehen WIr emmal von d , T . die, Sache fr uns unbestr'tt en I hatsachen ab, welche ' 1 en mac len bet ht ' a Iseme einfache Hyp th ' ' rac en WIr es 0 ese, WIr fordern die U 1" b' au f , uns zu beweisen . h ng au 1gen leugnen; denn ihre p'e -:-: nl,lCt 1\~ber durch biosses Weg'rson IC eh J.ffeinun 't k ' sondern durch unwiderl b B ' g 18 em Gesetz, mglich sei. Wir stell eg are f ~welse, dass dieses nicht , I' en uns au Ihren Stanil kt d sie (Ie spiritischen Eh' . pun, un da rsc emungen mit Htilf d ~rperwelt gegebenen Gesetze erkl" e er fr die sie doch aus diesen Vorrathska are~ wollen.' so mgen lIlatischen physische h 'h mmern Irgend emen mathe, n, c emISC en mecha . h d sophischen Beweis sch" ~ d' msc en 0 er philoop en, un durch a und b 'd h' von dem Grundsatze cl D ' ' Je oc Immer I ' es asems und de F tb ( er Seele ausgehend b ' m 01' estehen 1) ewelsen: D ass das Wesen, welehes in uns whrend d I b 1 (enkt, nach dem T cl 'h es ~e ens :2) 1 0 e DIC t denken msse' une wenn es denkt d ' ' msse, welche es .geliebt~a:'S DIcht an Jene denken

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3) und wenn es an jene denkt, welche es geliebt. hat, dass es nicht wnschen sollte, sich ihnen mitzuthellen; 4) wenn es berall sein knne, dass es nicht an unserer Seite seine knne; . 5) wenn es an unserer Seite ist, dass es sich uns mcht mittheilen knne; . .. 6) dass es mitte1st seiner flchtigen Hlle auf dle trage Materie nicht einwirken knne; 7) wenn es auf die trge Materie einwirken kann, dass es keinen Einfluss auf ein anderes belebtes Wesen haben knne; '8) wenn es auf ein belebtes Wesen einwirken kann, dass es seine Hand nicht ausstrecken knne, um damit zu schreiben; '9) wenn es diess vermag, dass es nicht auf ge.gebene Fragen antworten, und dem Fragstellenden seme G~danken nicht bertragen knne. Wenn uns dle Gegner des Spiritismus werden bewiesen haben, dass dieses nicht mglich sei, und zwar durch so off~n. kundige Beweise, wie Galilei bewiesen hat, dass SlC? die Sonne nicht um die Erde bewege, dann we~den Wlr es anerkennen, dass ihre Zweifel begrndet smd. ~u 'I Unglcke beschrnkt sich ihre Argumentation llrem . h d 't bloss auf diese Worte: "Ich glaube es mc. t, as 1S . .. l'ch" Sie werden uns ohne Zwe1fel sagen, Ja unmog I . . d dass es uns zukomme, die WirklichkeIt der Kun gebungen zu beweisen. 'Vir beweisen sie ihne.n thatschlich und durch Vernunftgrnde, wenn Sie aber weder das Eine noch das Andere annehmen wollen, wenn sie auch das leugnen, was sie selbst sehe~, so ist es ihre Sache, zu beweisen, dass unse~ Urt~e falsch ist, und dass die Thatsachen unmglich smd.

Zweites Hauptstock.

7. \~ e~n ~er Glaub.e an die Geister und ihre Kundgebungen em lsohrter Begnfl, das Produkt eines Systems wre so knnte er mit einem Anscheine von Vernunft der ]llusio~ verdchtig erscheinen j aber man sage uns doch, warum man ihn so lebhaft bei allen alten und neuen Vlkern und in den heiligen Bchern aller bekannten Religionen antrifft r Einige Kritiker sagen: "Es ist darum, weil der Mensch zu allen Zeiten eias 'Wunderbare geliebt hat." Was ist aber nach neuer 1l1einung das 'Vunderbare'? - Das was bernatrlich ist. - Was versteht ihr unter dem Ueberatrlichen? - Was gegen die Gesetze der Natur ist, - Ihr k:nnt also so gut diese Gesetze, dass es euch mglich ist, die Gre~ze der All~acht Gottes zu bezeichnen? Nun gut, so bewelset, dass dIe Existenz der Geister und ihle Kundgebungen gegen das Naturgesetz sind' dass dieses nicht Eines, der Naturgesetze ist und sein kann I Folget der spll'ltlschen Lehre, und sehet, ob diese Verkettung nicht alle Kennzeichen eines wunderbaren Gesetzes an sich tragt, welches, alles aufklrt, was bisher die philosophischen Gesetze lllcht aufzulsen im Stande waren. Das Denken ist eine Wirkung des Geistes; die Mglichkeit auf die Materie einzuwirken, auf unsere Sinneswerkzeuge einf'n Eindruck zu machen, und in Folge dessen einen Gedanken uns zu bertragen, ist das Ergebniss, wenn wir uns EO ausdrcken knnen ,

seiner physiologischen Constitution. Dabei giebt es nichts Uebernatrliches, nichts Wunderbares. Dass ein todtel' Mensch, und zwar ganz todt, - krperlich wieder auflebet, dass seine zerstreuten Glieder sich vereinigen sollten, um seinen Krper wieder zu bilden, das ist wunderbar, bernatrlich und phantastisch, das wre eine Abweichung vom Naturgesetze, welche Gott nicht eintreten lassen knnte, ausser durch ein Wunder; aber es giebt nichts solches in der spiritischen Lehre. 8) Man wird aber sagen: "Ihr gebet ja dennoch zu, dass ein Geist einen Tisch aufheben, und ihn ohne Untersttzungspunkt in der Luft erhalten knne. Ist dies nicht eine Abweichung von dem Gesetze der Schwere? Ja, eine Abweichung von einem bekannten Gesetze. Aber hat dIe Natur schon ihr letztes Wort gesagt? Bevor man die aufsteigende Kraft gewisser Gase erforscht hat, wer htte das gesagt, dass eine schwere, viele Menschen tragende Maschine ber die Anziehungskraft triumphirell werde? Erscheint dieses nicht in den Augen des gemeinen Volkes als wunderbar, als diabolisch? Wenn Jemand vor einem Jahrhunderte behauptet htte, eine Depesche auf einer Entfernung von 500 Meilen zu schicken, und die Antwort darauf in einigen Minuten zu erhalten, so htte man ihn fr einen Narren gehalten, und wenn er es wirklich gethan htte, so htte man geglaubt, dass ihm der Teufel zur Verfgun~ steht, denn damals war nur der Teufel im Stande, so schnell zu gehen. Warum sollte also ein unbekanntes Fluidum nicht auch die Eigenschaften besitzen, unter gewissen Umstnden die Wirkung der Schwere aufzuheben, so wie der Wasserstoff die Schwere eines Ballons authebt? Dieses ist, im Vorbergehen sei es bemerkt, ein Vergleich, nicht aber eine Gleichstellung, und nur um durch Analogie zu zeigen, dass die Sache, physisch genommen, nicht unmglich ist. Denn dieses ist der Grund, warum die Gelehrten, welche bei Beobachtungen dieser Art Erscheinungen auf dem Wege der Gleichstellung vorgehen wollten, sich geirrt haben. Zuletzt,

die Thatsache ist da, alles Leugnen kann' sie nicht ver schwinden machen; denn Leugnen heisst nicht Beweisen, fr uns ist nichts bernatrlich. Das ist Alles, was wir vorlufig sagen knnen. 9) Wenn die Sache erwiesen ist, wird man sagen, so nehmen wir sie an, wir nehmen sogar die Ursache an, welche ihr eben angefhrt habt, nmlich die von einem unbekannten Fluide, aber wer bewEliset das Einwirken der Geister, darin liegt das Wunderbare, das Uebernatrliche. Hier benthiget man einen Beweis, der nicht an seinem Platze wre, und er wrde uns eine doppelte Mhe kosten; denn er geht aus allen anderen Theilen dieser Lehre hervor. Abel' um ihn mit einigen Worten zu wiederholen, so sagen wir, dass er sich in der Theorie auf diesen Grundsatz grndet : Jede intelligente Wirkung muss eine intelligente Ursache haben, und in der Praxis l1uch die Wahrnehmung, dass die spiritischen Erscheinungen, indem sie Beweise von Intelligenz gegeben haben, ihre Ursache ausserhalb der Matefle haben mssen; dass diese Intelligenz, da sie den dabei Anwesenden nicht angehrt, - diess ist eine Erfahrungssache, - ausserhalb ihrer sein msse, und da man das handelnde Wesen nicht sehen konnte, so war es also ein unsichtbares Wesen. So ist man von Beobachtung zu Beobachtung dahin gekommen, zu erkennen, dass dieses unsichtbare 'Vesen, dem man den Namen Geist gab, nichts anderes ist, als die Seele derjenigen, welche krperlich gelebt haben, und die der Tod von ihrer groben, sichtbaren Hlle befreit hat, indem er ihnen nur eine therische Hlle, die in ihrem normalen Zustande unsichtbar ist, gelassen hatt. Da ist das \Vunderbare und Uebernatrliche auf seine einfache Bedeutung zurckgefhrt. 'Venn einmal das Dasein der unsichtbaren Wesen dargethan ist, so ist ihr Einfluss auf die Materie das Resultat der Eigenschaft ihrer fluidischen Hlle. Dieser .Einfluss ist ein intelligenter, denn bei ihrem Ableben haben sie nur ihren Krper verloren, aber sie

haben ihre Vetnunft die ihr Wesen bildet, behalten. Da ist der Schlssel zu allen Erscheinungen, welche man mit Unrecht fr bernatrlich gehalten hat. Das Dasein der Geister ist aber kein vorgefasstes System. eine ungebildete Hypothese, um die Thatsachen zu erklren; es ist ein Resultat von 'Wahrnehmungen und die natrliche Folge des Daseins der Seele. Diese Sache zu leugnen, heisst die Seele und ihre Eigenschaften verleugnen. 10. l!'r Diejenigen, welche die Materie als die einzige Kraft der Natur betrachten, ist alles wunderbar und bernatrlich was durch die Gesetze der Materie nicht erklrt werden kann, und fUr sie ist das Wunderbare gleichbedeutend mit Aberglauben. Nach dieser Ansicht wre die Religion, die sich auf das Dasein eines unkrperlichen Princips grndet, ein Gewebe von Aberglauben. Sie wagen diess nicht laut zu sagen, aber sie sagen es doch in der Stille, und sie glauben den Anstand gewahrt zu haben, indem sie zugeben, dass man fr das Volk eine Religion brauche, und dazu, um die Kinder weise zu machen. Aber Eines von Beiden , entweder ist das religise Princip wahr, oder es ist falsch. Ist es wahr, so ist es das fr die ganze Welt, ist es aber falsch, so ist es nicht besser fr die unwissenden als fr die aufgeklrten Leute. j 1. Diejenigen, welche den Spiritismus im Namen des Wunderbaren angreifen, sttzen sich hauptschlich auf das materialistische Princip, indem sie durch Wegleugnllng alles ausserhalb der Materie befindlichen Wirkens das Dasein der Seele wegleugnen. Untersuchet aber den Grund ihres Gedankens, prfet wohl den Sinn ihrer Worte, ihr werdet immer dasselbe Princip finden, wenn auch nicht kategorisch formulirt, so doch unter dem Deckmantel einer anscheinenden Philosophie, womit sie es bedecken. Indem sie Alles auf Rechnung des Wunderbaren schieben, was von dem Dasein der Seele abgeleitet wird, sie bleiben sich getreu; da sie die Ursache nicht allerkennen , so drfen sie auch ihre Wirkungen nicht zugebp,n. Daher kommt bei ihnenI

die vorgefasste Meinung, die sie unfhig macht, den Spiritismus grndlich zu beurtheilen; weil sie von dem Principe des Ableugnens Alles dessen ausgehen, was nicht materiell ist. Was uns betrifft, folgt wohl daraus, weil wir die Wirkungen, die eine Folge des Daseins der Seele sind zug~ben, dass wir deshalb alle Erscheinungen. die sich als wunderbar darstellen, annehmen? Sind wir deshalb die Verfechter aller Trumereien, die Schler aller Utopien und von allen Excentritten? Da msste man den Spiritismus wenig kennen, um so zu denken. Aber unsere Gegner nehmen es nicht so genau. Die Nothwendigkeit der Kenntnisse dessen, wovon so reden, ist ihre geringste Sorge. Nach ihrer Meinung ist das Wunderbare absurd das ist ihr Urtheil ohne alle Widerrede. Sie glauben einen unwiderleglichen Beweis entgegen zu stellen, wenn sie, nachdem sie gelehrte Untersuchungen ber die Verzckten des heiligen MCdard, ber die Camisarden*) in den Cevennen oder ber die Nonnen von Loudun angestellt haben, dahin gelangt sind, darin offenkundige Thatsachen vom Aberglauben, den Niemand leugnet, gefunden zu haben' aber sind denn diese Geschichten das Evangelium des S~iritismus? Haben seine Anhnger je geleugnet, dass diese Marktschreierei einige Thatsachen fr sich ausgebeutet hat, dass tlamit die Einbildungskraft gesteigert wurde, und dass der Fanatismus vieles bertrieben hat'? Der Spiritismus ist vor Abschweifungen, die man in seinem Namen machen kann , eben so wenig geschtzt, als die wahre Wissenschaft vor den Missbruchen der Unwissenheit, und die wahre Religion vor den Ausschritten des Fanatismus. Viele Kritiker beurtheilen den Spiritismus nur nach den. Mrchen von Feen und den Volkssagen , die ber sie gedIChtet wurden j es ist eben so, als wenn man die Geschichte auf Grundlage der historischen Romane und Trauerspiele beurtheilen wollte.

1~. Um ber eine Sache absprechen zu knnen, muss man nach den Regeln der Logik sie kennen, denn die Meinun~ eines Kritikers hat nur insofern einen Werth, als er mit voller Kenntniss ber die Sache spricht, dann kann seine Meinung, wenn sie auch falsch wre, in Betracht gezogen werden; aber von welchem Werthe ist sie ber einen Gegenstand, den er gar nicht kennt? Der wahre Kritiker muss Beweise geben nicht nur von seiner Ausbildung, von einer grndlichen Kenntniss des Gegenstandes, den er behandelt, von einem gesunden Urtheile und von einer erprobten Unparteilichkeit, denn sonst knnte der erste, beste Musikant sich das Recht anmassen, den Rossini, und ein Stmper den Raphael bekritteln. 13. Der Spiritismus nimmt daher nicht alle fr wunderbar und bernatrlich gehaltenen Thatsachen an, weit entfernt, er weist vielmehr die Unmglichkeit von einer grossen Anzahl derselben, und das Lcherliche gewisser Meinungen nach, welche eigentlich zu reden, den A berglallben bilden. Es ist zwar wahr, dass in dem, was er zugiebt, es Sachen gebe, die fr die Unglubigen lauter pure Wunder sind, oder anders gesagt: Aberglauben; sei es, aber besprecht also nur diese Punkte, denn ber die anderen giebt es nichts zu sagen, und ihr predigt den Bekehrten. Wenn ihr das angreift, was er selbst verwirft, so beweiset ihr euere U nkenntniss der Sache und eure Argumente schlagen fehl. Aber wo bleibt der Glaube des Spiritismus stehen? wird man sagen: Leset, beobachtet, und ihr werdet es wissen. Jede Wissenschaft erwirbt man sich nur mit der Zeit und durch das Studium; nun denn der Spiritismus, welcher die schwierigsten Fragen der Philosophie und alle Zweige der gesellschaftlichen Ordnung berhrt, der den physischen und moralischen Menschen zugleich umfasst, ist fr sich selbst eine ganze Wissenschaft, eine ganze Philosophie, die man nicht in ein paar Stunden erlernen kann, wie eine jede andere Wissenschaft. Es wre ehen so lcherlich, den ganzen Spiritismus in einem drehenden Tische zu sehen,

als es kindisch wre, die ganze Physik in gewissen Spielwerkzeugen der Kinder zu. erblicken. Wer sich mit der Oberflche nicht begngen will, dem gengen nicht Stunden, sondern Monate und Jahre, um alle Geheimnisse desselben zu ergrnden. Nach diesem schliesse man auf den Grad des Wissens und den Werth der Meinung derjenigen, die sich das Recht der Beurtheilung anmassen, weil sie ein oder zwei Experimente geseben haben, die sehr oft nur in zerstreuter Art und aus Zeitvertreib vorgenommen wurden. Sie werden ohne Zweifel sagen, dass sie nicht Muse haben, die ganze diesem Studium nthige Zeit zu widmen. Sei es, Niemand zwingt sie dazu; wenn man aber keine Zeit hat, eine Sache zu lernen, so menge man sich nicht hinein, drlvOll zu reden, viel weniger noch, sie zu beurtheilen, weun man der Leichtfertigkeit nicht beschuldigt werden will. Nun denn, eille je hhere Stellung man in der 'Vissen~chaft einnimmt, desto weniger iRt man zu entschuldigen, einen Gegenstand leichtfertig zu behandeln, den man nicht kennt. 14. Wir fassen unsere Lehre in folgenden Stzen zusammen: 1) Alle spiritischen Erscheinungen haben das Dasein der Seele,. ihr Ueberleben des Krpers und ihre Kundgebungen zur Grundlage. 2) Da sich diese Erscheinungen auf ein Naturgesetz grnden, so haben sie nichts Wunderbares und nichts Uebernatiirliches im gewhnlichen Sinne des Wortes an sich. 4) Viele Erscheinungen werden darum fr bernatrlich gehalten, weil man davon die Ursache nicht kennt; da ihnen der Spiritismus eine Ursache zuweist, fhrt er sie wieder in das Bereich der natrlichen Erscheinungen zurck. 4) Unter den Thatsachen, welche fr bernatrlich erklrt werden, sind viele, deren Unmglichkeit der

Spiritismus na,?hweist, und welche er in den Aber~lauben zurckweist. 0) Obwohl der Spiritismus in manchem Volksglauben den Grund der Wahrheit anerkennt, so bernimmt er keineswegs die Brgschaft fr alle phantastischen, durch die Einbildungskraft geschaffenen Erzhlungen. 6) Den Spiritismus nach jeden Thatsachen zu beurtheilen, die er nicht zugiebt, heisst seine Unkenntniss an den Tag legen und alles Ansehen seiner Meinung benehmen. .. 7) Die Erklru~g der Thatsachen, die der Spiritismus zulsst, das Darthun ihrer Ursachen und moralischen Folgen bildet fr sich eine eigene Wissenschaft, eine ganze Philosophie, welche ein ernstes, anhaltendes und tiefes Studium erfordert. 8) Der Spiritismus kann nur denjenigen als einen ernsten Kritiker betrachten, der mit Geduld und Beharrlichkeit eines ernsten Beobachters Alles gesehen. Alles studirt und Alles erwogen hat; der von diesem Gegenstande so viel weiss, wie der aufgeklrteste Anhnger, der daher seine Kenntnisse anderswoher geschpft haben wird, als aus den Romanen der Wissenschaft, dem man keine Thatsache vorlegen kann, ohne davon Kenntniss zu haben, kein Argument, welches er nicht durchgedacht htte, der zurckweist, aber nicht durch biosses Ableu gnen, sondern durch andere schlagenden Grnde, und der endlich den ~ewhrten Thatsachen eine mehr logische Ursache beIZumessen im Staude ist. Ein solcher Kritiker ist noch zu finden. 15. Wir haben gerade das Wort Wunder ausgesprochen. .Eine kurze Betrachtung dieses Gege~standes wird in diesem Kapitel ber das Wunderbare mcht am unrechten Orte sein. In seiner ersten Auffassung und nach seiner Etymologie bedeutet das Wort 'Vunder, .eine ausserordentliche Sache wunderbar anzusehen; aber dleses

Wort hat sich, wie viele Anderen von seiner ursprnglichen Bedeutung entfernt. Heut zu Tage bedeutet es nach der franzsi~chen Akademie einen Akt der gttlichen Macht gegen die Naturgesetze. So ist in der That nur seine angenommene Bedeutung, und nur durch einen Vergleich und als Metapher gebraucht man es bei gewhnlichen Sachen die uns berraschen und deren Ursache uns nicht be~ kannt ist. Es f~Iit uns nicht ein, zu erforschen, ob es Gott fr gut geschlenen hat, unter gewissen Umstnden, die von ihm selbst gegebenen Naturgesetze aufzuhehen, wir haben nur das Ziel zu zeigen, dass die spiritischen Erscheinuncren so b , ausserordenthch Sle auch sein mgen, niemals diese Gesetze aufheben, dass sie keinen wunderbaren Charakter haben ebenso wenig als sie wunderbar und bernatrlich sind' Ei~ . "runder lsst sich nicht erklren; die spiritischen Er~ schemun~en d~gegen lassen sich auf die vernnftigste Art erklren j I:lie sind also keine Wunder, sondern einfache Thatsachen, die ihre Begrndung in den allgemeinen Gesetzen finden. Das Wunder hat ausserdem noch eine andere Eigenschaft, es ist nmlich ungewhnlich und isolirt. Also sobald eine Sache sozusagen nach Belieben und durch verschiedene Personen hervorgebracht wird, so kann sie kein Wunder sein. Die Wissenschaft macht in den Augen der Unwissenden alle Tage Wunder. Das ist der Grund, warum diejenigen, welche mehr wussten als das Volk, meistens fr Zauberer gehalten wurden j und da man glaubte, dass eine jede bermenschliche Wissenschaft vom Teufel komme, so verbrannte man sie. Heut zu Tage, wo man gebildeter ist, begngt man sich damit, sie ins Irrenhaus zu schicken. Wenn ein Mensch, der wirklich gestorben ist, wie wir es Eingangs gesagt haben, durch die gttliche Dazwischenkunft wieder zum Leben gebracht wird, so ist diess ein wahres Wunder, weil diess gegen die Naturgesetze ist; wenn aber dieser Mensch nur den Schein des Todes hat ,Allan Kurdec, "Buch der Medie "

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wenn in ihm noch ein ,Rest der verborgenen Lebensfhigkeit vorhanden ist, und wenn die Wissenschaft oder ein magnetischer Akt es dahin bringt, ihn wieder zu beleben, so ist das fr aufgeklrte Menschen eine natrliche Erscheinung, aber in den Augen des unwissenden Volkes wird diese That fr ein Wunder gelten und der Urheber dessen wird entweder mit Steinwrfen verfolgt, oder verehrt werden, je nach seinem individuellen Charakter. Wenn ein l)hysiker in der Mitte gewisser Felder einen elektrischen Drachen aufsteigen und den Blitz auf einen Baum' fallen lsst, so wird man diesen neuen Prometh"us gewiss wie mit einer diabolischen Macht ausgerstet betrachten. Und dieser sogenannte Prometheus scheint uns nur ein Vorgnger Franklins zu sein; aber wenn Josua die Bewegung der Sonne oder vielmehr der Erde aufhiilt, das ist ein wahres Wunder; denn wir kennen keinen Magnetiseur, der Macht genug htte, ein solches Wunderwerk zu bewirken. Eines der ausserordentlichsten unter allen spiritischen Erscheinungen ist ohne Widerrede die unmittelbare Schrift j denn diese zeigt uns in auffallendster Weise die Thtigkeit der verborgenen Intelligenzen j allein sobald diese Erscheinung durch verborgene Wesen bewirkt wird, so ist sie eben so wenig wunderbar, wie alle anderen Phnomene, die man den unsichtbaren Agentien verdankt, weil diese verborgenen Wesen, welche den Raum erfllen, eine von den Naturkrften bilden, eine Kraft, deren Einfluss sowohl auf die materielle als auch auf die moralische Welt unausgesetzt wirkt. Indem uns der Spiritismus diese Kraft erklrt, gibt er uns einen Schlssel zu einer Menge unerklrter und auf eine andere Weise unerklrbarer Thatsachen, die in den veraangenen Zeiten fr ein Wunder gelten konnten, er enthllt uns zugleich den Magnetismus, ein, wenngleich nicht unbekanntes, so doch schlecht aufgefasstes Gesetz, oder um richtiger zu reden: man kannte seine Wirkungen, denn diese sind zu allen Zeiten hervorgebracht worden, aber

man kannte nicht das Gesetz, und die Unkenntniss des Gesetzes hat den Aberglauben erzeugt. Sobald man dieses Gesetz erkannte, verschwand das 'Vunderbare, und die Erscheinungen traten in die Reihe der natrlichen Dinge. Deshalb machen die Spiriten eben so wenig Wunder, wenn sie bewirken, dass sich ein Tisch dreht, oder dass die Verstorbenen schreiben, als ein Arzt, der einen Scheintodten wieder belebt und ein Physiker, der den Blitz fallen lsst. Derjenige, welcher behaupten wrde, mit Hlfe dieser Wissenschaft Wunder zu wirken, wre mit der Sache entweder unbekannt, oder ein Spassmacher. 16. Die spiritischen , sowie die magnetischen Erscheinungen mussten fr Wunder gelten, so lange man deren Ursache nicht kannte. Nun denn, da die Skeptiker, die starken Geister, das heisst diejenigen, welche ein ausschliessliches Privilegium auf die Vernunft und den guten Sinn haben, nicht glauben, dass eine Sache mglich sei, sobald sie dieselbe nicht' verstehen, so ist diess der Grund, warum alle fr wunderbar gehaltenen Thatsachen den Gegenstand ihres Gelchters bilden; und da die Religion eine Menge solcher Thatsachen aufzuweisen hat, so glauben sie auch nicht an die Religion, und von da bis zum vlligen Unglauben ist nur ein Schritt. Indem der Spiritismus den grssten Theil dieser Thatsachen aufklrt, unterlegt er ihrem Bestehen den wahren Grund. Derselbe kommt daher der Religion zu Hlfe, indem er die Mglichkeit gewisser Thatsachen nachweist, die, wenn sie den Charakter des 'Wunderbaren nicht an sich tragen, dennoch nicht weniger ausserordentlich sind. Aber desshalb ist Gott nicht weniger gross, nicht weniger mchtig, dass Er seine Gesetze nicht aufgehoben hat. Zu welchem Quodlibet hat nicht die Entfhrung des heil. /{upertin Anlass gegeben. Nun denn, das Hngen schwerer Krper in der Luft ist eine Thatsache, die der Spiritismus erklrt, wir waren davon selbst persnliche Augenzeugen, und Herr Horne und auch andere Leute von unserer Bekannt2*

schaft haben zu verschiedenen Malen das vom heil. Kupertin hervorgebrachte Phnomen erneuert. Dieses Phnomen tritt daher an die Reihe der gewhnlichen Erscheinungen. 17. Unter die Thatsachen dieser Art muss man in erster Linie die Erscheinungen der Geister zhlen, weil sie die hufigsten sind. Jene von der Salette, welche auch die Geistlichkeit theilt, hat fr uns nichts Seltenes. Gewiss~ wir knnen zwar nicht behaupten, dass die Sache wirklich geschehen ist, denn wir haben davon nicht den materiellen Beweis, aber fr uns ist sie mglich in Anbetracht dessen, dass uns Tausende von hnlichen neueren Erscheinungen bekannt sind. Wir glauben daran, nicht nur weil ihre Wirklichkeit fr uns erwiesen ist, sondern vorzglich darum, weil wir uns darber vollkommen Rechnung legen knnen, auf welche Art und Weise sie hervorgebracht werden knnen. Man wolle sich zu der Theorie hinwenden, welche wir spter von den Erscheinungen der Geister geben, und man wird sehen, dass diese Erscheinung so einfach und wahrscheinlich wird, dass eine Menge physischer Erscheinungen nur darum wunderbar erscheint, weil man davon den Schlssel nicht hat. Ganz anders verhlt sich die Sache mit der Person, die sich der Salette vorge8tell~ hat, ihre Identitt ist uns durchaus nicht erwiesen, wir behaupten bloss, dass diese Erscheinung stattfinden knne, das Uebrige gehrt nicht in unser Bereich. In dieser Beziehung kann ein Jeder seine Ueperzeugung wahren; der Spiritismus hat keinen Grund, sich damit zu beschftigen; wir sagen nur, dass die mitte1st des Spiritismus hervorgebrachten Thatsachen uns neue Gesetze entdecken, und uns den Schlssel zu einer Menge Sachen geben, die bernatrlich scheinen; wenn einige davon, welche als wunderbar erscheinen, darin eine logische Erklrung finden, so ist es ein Grund mehr, sich nicht zu beeilen, das zu leugnen, was man nicht versteht. Die spiritischen Phnomene sind durch gewisse Personen constatirt, gerade darum, weil sie nach einem gewhn-

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lichen Gesetze hervorkommen . Dung trgt. Gebet ihnen ei ,w~.von man SIch keine Rech. Zweifel verschwindet. ne ra IOnelle Grundlage, und der Die Erklrung ist doch ein m" ht' zeugung in diesem Jahrhu d . t ac Igel' Hebel der Ueberman da W .' beza hl en muss. Auch findn er . e wo 1I s ort DIcht keiner Thatsache Augenze en SIC a e Tage Leute, die von . ugen waren die '. . sICh bewegen" noch ein Med' h!b DIe eInen TIsch und die dennoch so fest u"blUm sc :el end gesehen haben~ . erzeugt SInd wie w' . bl rum, weIl sie gelesen und v t d' Ir, oss danur das glauben sollte was :.::n ~n ~aben. Wenn man sehen hat, so wrden' s h mIt eIgenen Augen ge'. IC unsere Ueberze wellIge Dlllge beschrnken ugungen auf

h

Drittes Hauptstck.

. natrliches und sehr lbliches Begeh,ren 18. Em ganz S ' 't' mus welches man mcht . A h" gers des plrlls , eines Jeden n an . t d . Proselyten zu machen. genug untersttzen kann, ISI'htaesr'n haben wir uns vorge. d' A beit zu er elC , Um Ihnen le. l' We zu erforschen, um ihnen unsere nommen, den slchersten g Anstrengungen zu erspare~. S. itismus sei fr sich eine Wir haben gesagt '. er plr Phl'losophie. Derjenige . h ft eme ganze 'lI ganze Wlssensc a, 11 Ernstes kennen lernen Wl , also, welcher denselben ~ en ten Studium als erste der muss sich ~aher eme: "be;:z:Ugt sein, dass er diese Bedingung unterzlehen, un, u . el'ne andere spielend erso wemg Wle , Wissenscha fteenb .. , ' b "h t wie wir es bereits D l' SplrItlsmus eru l' , , lernen kann. e 1 he die Menschheit mter lle Fragen, we c h gesagt ha b en, a I' h nd man muss ibm da er . . F ld ist unermess lC , U esslren;. selD e. Stand unkte betrachten. . vorzghch aus dlesem . G;ister bildet ohne Zweifel dle Der Glaube an dle . ht mehr um einen aufgeGrundlage; allein er engt :lC wenig als der Glaube klrten Spiriten zu ~den, e e.n 80 Theolo'gen zu machen. .. d 1St um emen an Gott genugen , h f welche Art man am l' untersuC en, au Lasst uns d ah e .. t m Ziele gelangen kann. sichersten bei diesem Unterncdh e hzudasWort. Unterricht" 'h Adepten urc . " .. Lasst euch , 1 l' . k ~ Unterricht von einer erhobten nicht abschrecken, es 1St em

Lehrkanzel oder Tribne; es ist nur ein Unterricht der einfachen Conversation. Jedermann, der bemht ist, einen Anderen zu berzeugen, sei es auf dem Wege der Belehrung, oder auf jenem der Experimente, der gibt Unterricht. Unser Wunsch geht dahin, dass unsere Mhe nicht ohne Frchte sei, das ist der Grund, warum nach unserer Ansicht einige Andeutungen gegeben werden mssen, welche auch jenen zu Statten kommen werden, die sich von selbst unterrichten wollen; sie werden darin das Mittel finden, viel sicherer und viel schneller zum Ziele zu gelangen. 19. Man glaubt allgemein, dass es zur Ueberzeugung gengt, auf Thatsachen zu weisen. Das scheint in der That der richtige Weg zu sein; und doch lehrt uns die Erfahrung, dass diess nicht immer der beste Weg sei, denn man trifft oft Personen, welche die offenkundigsten Thatsachen durchaus nicht berzeugen. Wovon hngt das ah? Das ist eben, was wir nun nher betrachten wollen. Im Spiritismus ist die Frage der Geister eine Nebenfrage und eine Folgerung. Das ist nicht das Ziel der Reise, und das ist vorzglich der Fehler, in welchen man verfllt, und welcher uns gegenber gewissen Personen zum Falle bringt, Da die Geister nichts anderes sind, als die Seelen der Menschen, so ist der wahre Punkt der Reise das Dasein der Seele. Nun denn, wie kann der Materialist zugeben, dass noch Wesen ausser der materiellen 'Velt bestehen, da er glaubt, dass er selbst nichts anderes ist, als Materie? Wie kann er an Geister ausserhalb seiner glauben, wenn er nicht glaubt, dass er selbst einen besitzt? Umsonst wrde man vor seinen Augen die greifbarsten Beweise anhufen, er wird Alle bestreiten, weil er das Princip nicht anerkennt. J edel' methodische Unterricht muss von dem Btlkannten zum Unbekannten schreiten. Fr den Materialisten ist das Bekannte die Materie j gehet daher von der Materie aus, und trachtet ihn bei ihrer Beobachtung zu berzeugen, dass in ihr eine Sache bestehe, welche sich den Gesetzen der Materie entzieht; - mit einem Worte,

bevor ihr ihn zum Spiriteu macht, trachtet ihn zuvor zum Spiritualisten zu machen. Aber da gibt es eine andere Ordnung der Dinge, eine ganz besondere Belehrung, wozu man durch andere Mittel schreiten muss. Ihm von Geistern zu reden, bevor man ihn berzeugt hat, dass er eine Seele habe, das hiesse dort anfangen, wo man endigen sollte j denn er kann die Conclusion nicht zugeben, wenn er die Prmissen nicht zulsst. Bevor man es daher bernimmt, einen Unglubigen zu berzeugen, wre es auch durch Thatsachen, ist es nthig, sich seiner Meinung in Bezug auf die Seele zu versichern, das heisst, ob er auch an seine Existenz an sein Ueberleben bezglich des Krpers, an seine Individualitt nach seinem Tode glaube. Wenn seine Antwort verneinend ist, so wre es eine vergebliche Mhe, ihm von den Geistern zu reden. Das ist die Regel. Wir behaupten nicht, dass sie keine Ausnahme erleidet, aber dann gibt es wahrscheinlich etwas Anderes, was ihn weniger widerspenstig macht. 20. Unter den Materialisten muss man zwei Klassen unterscheiden. In die erste Klasse reiben wir diejenigen, welche es aus System sind j bei diesen besteht kein Zweifel, es ist eine vllige Ableugnung, welche sie auf ihre Art vertheidigen. In ihren Augen ist der Mensch nichts als eine Maschine, die nur solange geht, als sie' aufgezogn ist die sich abntzt , und von der nach dem Tode nichts anderes brig bleibt, als das Gerippe. Ihre Anzahl ist zum Glcke sehr eingeschrnkt, und bildet nirgends eine hochgeschtzte Schule. Wir haben es nicht nthig, uns auf die beklagenswerthen Folgen zu berufen, welche fr die menschliche Ordnung durch die Verbreitung einer solchen Lehre erwachsen wrde. Wir haben uns hinlnglich ber diesen Geaenstand in- dem Buche der Geister geu8sert. (N r. 117, Schlussfolgerung IH.) Wenn wir gesagt haben, dass der Zweifel bei den Unglubigen in Anbetracht einer vernnftigen Erklrung verschwindet, so muss man davon die Materialisten ausnehmen,

,

b

be~on?ers jene, die alle Kraft und das ganze intelligente PrInZlp ausserhalb der Materie wegleugnen. Die Meisten beharr~n bei i~rer Meinung aus Stolz j sie glauben aus SelbstlIebe dabei beharren zu mssen j sie verbleiben dabei trotz und gegen alle Beweise des Gegentheils weil sie nicht unterliegen wollen. Mit solchen Leuten ist' nichts zu thun. Man darf Rich nicht ein Mal durch die Ehrlichkeit derjenigen tuschen lassen, welche sagen: "Lasst mich sehen, und ich werde glauben." Es giebt auch solche die viel weiter gehen und sagen: "Ich werde sehen und 'dennoch nicht glauben." 2 L Die zweite Klasse der Materialisten und zwar die viel zahlreichere, - denn der wahre Materi~lismus ist eine widernatrliche Denkungsart, - begreift jene, die es aus Gleichgltigkeit sind und man kann sagen, aus Mangel des Besseren j sie sind es nicht aus b erlegtem Vorsatze und wnschen nichts sehnlicher als zu glauben, denn di~ Unw~ssenheit ist fr sie eine Qual. Sie besitzen eine ungewisse Ahnung der Zukunft, aber diese Zukunft ist ihnen mit solchen Farben geschildert worden, welche ihre Vernunft nicht annehmen kann; daher stammt ihr Zweifel ~nd als Folge davon ihre Unglubigkeit. Bei diesen ist Ihr Unglaube nicht systemmssi~. Bietet ihnen daher etwas Vernnftiges, und sie werden es mit Eifer annehmen. Diese knnen es auch begreifen, denn sie sind uns viel nher, als sie es ohne Zweifel selbst glauben. Mit den Ersteren redet nie von der Offenbarung, nie von den Engeln, nie von dem Paradiese, sie wrden es nicht ver. ~tehen, sondern versetzt euch in ihre Lage und beweiset Ihnen Anfangs, dass die Gesetze der Physiologie nicht A lies zu e.rklren vermgen, das Andere kommt dann von selbst. Ganz anders verhlt sich die Sache, wenn der Unglaube nicht ein vorstzlicher ist, denn dann ist der Glaube nicht absolut null, er ist ein durch Unkraut erstickter Keim welche aber ein Funke wieder beleben kann' es ist ei~ blinder, dem man sein Gesicht wieder giebt, ~nd der sich

glcklich schtzt, das Licht wieder zu sehen; es ist ein Schiffbrchiger, dem man ein Rettungsbrett vorhlt. 22. An der Seite der sogena.nnten Ma.terialisten giebt es eine dritte Klasse von Unglubigen, die dem Namen nach zwar Spiritualisten, aber dennoch sehr widerspenstig sind. Das sind die Unglubigen aus bsem Willen. Diese wren rgerlich zu glauben, denn dieses wrde ihre Ruhe bei dem Genusse der materiellen Freuden trben. Sie frchten darin die Verdammung ihres Ehrgeizes, ihrer Selbstsucht und ihrer menschlichen Schwchen zu finden, so lange diese ihr Vergngen bilden. Sie schliessen ihre Augen, um nicht zu sehen, und verstopfen ihre Ohren, um nicht zu hren. Diese muss man nur bedauern. 23. Wir werden nun zur Erinnerung von einer vierten Kategorie reden, welche wir die eigenntzigen Unglubigen, oder Unglubige vom schlechten Glauben nennen wollen. Diese wissen recht wohl, was sie von dem Spiritismus zu halten haben; aber sie verdammen ihn augenscheinlich aus Grnden des eigenen Interesses. Von diesen ist nichts zu reden, weil mit ihnen nichts anzufangen ist. Wenn sich der Materialist offenbar irrt, so hat er doch fr sich die Entschuldigung des "vermeintlichen" guten Glaubens; man kann ihn gewinnen, indem man ihm seinen Irrthum beweist; hier aber ist es eine Aufgabe, bei welcher alle Beweisgrnde scheitern. Die Zeit wird ihnen die Augen ffnen und ihnen zeigen, - vielleicht mit ihrem Schaden, _ wo~in ihr wahres Interesse gelegen ist. Denn da sie die Verbreitung der Wahrheit nicht behindern knnen, werden sie von dem Strome hingerissen werden, und mit ihnen die V ortheile, welche sie zu beschtzen glaubtln. 24. Ausser diesen verschiedenen Gattungen Jon Opponenten giebt es eine unzhlige Menge Unterschiede, unter welche man die Unglubigen aus Kleinmuth rechnen kann. Der Muth wird ihnen kommen, wenn sie sehen werden, dass sich die Anderen nicht verbrennen. Die Unglubigen aus religisem Skrupel. Ein aufgeklrter Unterricht wird

sie belehren, dass sich der Spiritismu~ nur auf d'le re 1" " IglOsen Grundlagen stutzt, und dass er einen jeden Glauben beachtet, dass es zu seinem Wirken gehrt Jene d' l' '., G f"hl . ' n wre 1glOsen e u e mItzuteilen , die keine haben , d'lese Ib en b'el Jenen zu . d . bestrken. bei denen sie nur sch wan k en d sm. Dann glebt es Unglubige aus Hochmuth aus Wl'd h s. ,,,.. ,erspruc geIst, aus Glelchgultlgkelt, aus Leichtsinn etc. . 25. Wir ,kn~en hier eine Gattung nicht weglassen wIr 'p nennen SIe dIe ., Unglubigen aus Betrug . S'le b egrel'ft' Jene ersonen, dIe " . von emem bertriebenen GI au ben zum Ungla~ben ubergmgen, weil sie Verachtung erfahren haben, und hIerdurch Alles verlassen u n d verwor fen , .,' entmuthigt haben. SIe smd 10.. dem ~alle desjenigen, der den guten ~la~,ben ~eugn~n wurde, weIl er getuscht worden ist. Das 1St uberdles dIe Folge eines nicht vollstndigen St u d'lUms '" des SP1l'1tIS~USund Mangel an Erfahrung. Wenn Jemand v,~n ~en GeIstern ~ystifi~irt worden ist, so ist es hauptsachlIch .~arum, weIl, er sIe ber das befragte, was sie nicht sagen durfen und DIcht sagen knnen, oder weil er ber de~ Gegenstand nicht genug aufgeklrt ist, um die Wahr~elt von d.e~ ,Lge zu unterscheiden. Viele endlich sehen 1ll dem Sp1l'1tls,mu~,nur ein neues Mittel zur Wahrsagerei und, gl~uben, dIe ~elster seien dazu gemacht, um uns gute E.relgmsse z.u verkunden. Nun denn die leichtfertigen und dIe Spottgeister machen sich nichts daraus, sich auf ihre Koste~. zu unterhalten. So kndigen sie den jungen Mdchen Ihre Manner, den Ehrgeizigen ihre Ehrenstellen Erbschaften ve,~borg,ene Schtze eic. an. Daher stalI1me~ oft die Be~ t~ugerelen, vor denen aber ein ernster und kluger Mensch Sich stets zu wahren versteht. 26. .Eine sehr zahlreiche Klasse, die zahlreichste von Allen, .dIe ~an aber unter die Opponenten nicht einreihen k~nn, .~st ,dIe de~ ,Unschlssigen. Sie sind im Allgemeinen glUudsatzhch Sp1l'1tualisten, ,bei mehreren ist eine unbes~lmmte Anschauung spiritischer Ideen, ein VorO'efhl fr eine Sache, die sie nicht angeben knnen; es fehlt ihren

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28 die christliche Nchstenliebe nur eine schne Maxime , das sind unvollendete Spiriten. 3) Solche, die sich nicht damit bl'gngen, die spiritische Moral zu bewundern, sondern die sich darnach richten und alle Folgestze desselben annehmen. In der Ueberzeugung, dass das irdische Dasein eine vorbergehende Prfung sei, bemhen sie sich, diese kurze Zeit dazu zu bentzen, um auf dem Wege des Fortschrittes zu gehen, welcher sie allein in der Hierarchie der Geisterwelt zu erheben vermag, indem sie sich bestreben, das Gute zu thun, und ihre bsen Neigungen zu unterdrcken. Ihre Berichte sind stets verlsslich, denn ihre Ueberzeugung entfernt sie von einem jeden bsen Gedanken. Die Nchstenliebe ist in allen Dingen ihre Lebensregel, das sind die w a h ren S p ir i t e n oder vielmehr christliche Spiriten. 4) Es giebt endlich exaltirte Spiriten. Das menschliche Geschlecht wrde vollkommen sein, wenn es die Dinge von der guten Seite nehmen wrde. Die Uebertreibung ist in Allem schdlich. In dem Spiritismus erzeugt sie ein blindes, und betreffend die Sachen der unsichtbaren Welt ein kindisches Vertrauen, und lsst uns zu leicht und ohne Controlle das annehmen , was das Nachdenken und die Untersuchung als abgeschmackt oder unmglich darthun wrde. Aber der Enthusiasmus berlegt nicht, er verblendet. Solche Anhnger sind dem Spiritismus mehr schdlich als ntzlich j diese sind am Allerwenigsten geeignet zu berzeugen, weil man ihrem Urtheile mit Recht nicht traut; sie sind bei dem besten Glauben der Spielball bald der Spott geister , bald von Menschen, die ihre Leichtglubigkeit auszubeuten suchen. Wenn sie allein die Folgen tragen mssten, so wre das Uebel nur halb so gross. Das Schlechteste dabei ist, dass sie ohne es zu wollen, die Waffen den Unglubigen

Gedank~n nichts als geordnet und formulirt zu ~erde~. Der Spiritismus ist fr sie ein Lichtlltrahl, das 1St e~n Licht welches den Nebel verscheucht; auch nehmen Sle ihn ~it Eifer an, denn er befreit sie von der Angst der Unwissenheit. . 27. Wenn wir von da aus unsere Augen auf d1e verschiedenen Kategorien der Glubigen werfen, .so ~nden wir zuerst Spiriten die davon nichts wissen. Es 1St eIgentlich zu sagen ein~ Abart oder eine Schattirung von der vorhergehenden Klasse. Ohne von der spiritistischen Lehre je reden gehrt zu haben, besitzen si~ ein angeboren~s Gefhl von den gros sen Grundstzen, d1e daraus entsprl~gen, und dieses Gefhl macht sich in einigen Zgen 1hrer Schriften und ihrer Reden geltend und zwar so leb.haft, dass man sie, wenn man sie hrt, fr vollkommen ElDge~ weihte halten mchte. Man findet deren eine zahlreiche Menge unter den heiligen und profanen Schriftstellern, unter den Dichtern, Rednern, Moralisten und Philosophen der alten und neuen Zeit. 28. Unter Denen, welche ein directes St~dium zur Ueberzeugung gebracht hat, kann m~n unters~he1den:. 1) Solche, welche einzig und allem an ~1~. Mamfes~ationen glauben. Fr sie ist der Spmt1smus eme Erfahrungswissenschaft, eine Reihe von mehr oder weniger merkwrdigen Thatsachen. 2) Solche welche in dem Spiritismus etwas Anderes als Thatsachen erblicken j sie begreifen seinen philosophischen Theilj sie bewundern ~ie M.oral, die. dara.us entspringt, aber sie befolgen Sle mcht. Sem Emfluss auf ihren Charakter ist unbedeutend oder null' sie ndern nichts an ihren Gebruchen und sie \vrden sich nicht einen einzigen Genuss versagen. Der Habschtige bleibt immer ein K~a~ser, der hochmthige stets aufgeblht, der Neld1sc~e oder Eiferschtige immer feindselig. Fr solche 1St

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geben, die mehr die Gelegenheit suchen zu lachen als sich zu berzeugen I und die es nicht unterlassen, das Lcherliche von Einigen Allen beizumessen. Das ist ohne Zweifel weden gerecht noch vernnftig; a\>er man weiss dass die Gegner des Spiritismus nur ihre Ansicht ais gehaltreich gelten lasse~ j ?as gr~dlich zu kennen, wovon sie reden, das 1st Ihre germgste Sorge. . 29 Die Mittel zur Ueberzeugung sind ausserordenthch verschi'eden, je nach dem Individuum. Das, was den E~nen berzeugt, macht keine Wirkung bei einem Anderen. D~eser ist durch gewisse materielle Manifestationen berzeugt, Jener durch verstndige Mittheilungen; die grsste Anzahl ab~r . durch Vernunftsschlsse. Wir knnen selbst sagen, dass fur die Meisten von denen, die nicht durch Belehrung .vorbereitet sind, die materiellen Erscheinungen von wemg ~ewicht sind. Je mehr diese Phnomene ausserordenthch sind, je mehr sie sich von den gewhnlichen ~rscheinung.en entfernen desto mehr Widerstand finden SIe, und d~e8 aus eine; einfachen Ursache; weil man nmlich natrlIch geneigt ist, eine Sache zu bezweif~ln, di~ der Billi~ung der Vernunft entbehrt i ein Jeder SIeht SIe von semem ?esonderen Gesichtspunkte an, und er~lr~ sich'.s auf ~eme eigene Art. Der Materialist sieht darm. eme rem phySIsche Sache oder einen Betrug; der Unwrssende und Aberglubische eine teuflische oder bernatrliche Sache, whrend eine vorausgehende Belehrung fol.gerec~t di~ v~rgef~ssten Meinungen zerstrt, und wenn mcht dI~ 'V ukhchkert, ~o doch die Mglichkeit der Sache nachweIst. M~n b.~gr.erft sie bevor man sie gesehen hat Sobald aber dIe Moghchkei~ anerkannt ist, so ist schon drei Viertel der Ueberzeugung bewerkstelligt. . . .. . 30. Ist es erspriesslich emen erprchten Unglaubrgen berzeugen zu suchen? Wir haben es schon ges~gt, .das hngt von der Ursache und von. der Besch~ffenher~ semes Unglaubens ab. Gar oft lsst Ihn der Elfer, mIt dem

m~n ihn zu berze~gen sucht, an seine persnliche Wichtigke~.t g~auben, ~as 1st fr ihn ein Grund mehr, sich widerspanstlg zu zeIgen. Derjenige, welcher sich weder durch Worte noch durch Thaten berzeugen lsst der muss . h der P"f ru ung d es Unglaubens unterziehen. ' Man musssrc es der ~ or~~hung ~erlassen, gnstigere Umstnde fr ihn herbeizufuhren. VIele Leute wnschen die Aufklrung zu b.ekommen, um eure Zeit nicht mit Jenen zu verlieren die Sie zurc~weisen, wendet euch daher an Menschen' von gutem Wl1l~n. ~erenZ. a~l viel grsser ist, als man glaubt, und we~n slCh rhr BeIspIel vervielfltigen wird, so wird es den Wlderst~n? ~ehr als die biossen Worte besiegen. Der .. wahre Spmt WIrd es nie unterlassen, wohlthtig zu sein, b~trubte ~erzen zu erleichtern, ihnen Trost zu spenden, dre VerzweIfelnden zu beruhigen, moralische Reformen zu machen ~ das ist eben seine Mission, und darin findet er eben seme Befriedigung. Der Spiritismus ist in der Luft er verb~eitet sich durch die Kraft der Thatsachen und e; macht Jene glcklich, die sich dazu bekennen. W e~n seine systematischen Gegner ihn um sich ertnen hren werden und zwar selbst bei ihren Freunden, dann werden sie ihr~ Abgeschiedenheit begreifen, und werden gezwungen sein entweder zu schweigen, oder sich zu ergeben. ' 31. .um in dem Unterrichte des Spiritismus so vorzug~.hen, WIe man es bei den anderen Wissenschaften thun wurde, msste man die ganze Reihe der Erscheinungen, die man hervorzubringen vermag, von dem einfachsten angefangen bis zum Schwierigsten, nach und nach zeigen. Aber. das kann nicht sein. Denn es ist unmglich, einen expel'lme~talen Curs des Spiritismus zu machen, wie es bei der Physrk und Chemie geschieht. Bei den Naturwissenschaften :Jat man e~ mit den Rohstoffen zu thun, und beh~J.Jdelt sre nach lllkr, und ist fast immer gewiss, ihre "nkungen lenken zu knnen; bei dem Spiritismus aber h~~ J1]ar~ es mit Intelligenzen zu thun, die ihren freien "rllen naben, und die uns alle Augenblicke beweisen ,

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dass sie nicht unseren Launen unterworfen sind; man muss daher beobachten, den Erfolg abwarten, und sich dessen bei seinem Eintreten bemchtigen. Auch sagen wir es aufrichtig, dass ein Jeder, der sich schmeicheln wrde, den Erfolg nach seinem Belieben hervorbringen zu knnen, entweder nur ein Ignorant oder Betrger sein knne. Das ist der Grund, warum der wahre Spiritismus sich nie. als ein Schauspiel zeigen, oder die Bhne der Marktschreierei betreten wird. Es ist auch undenkbar zu glauben, dass die Geister blos darum erscheinen sollten, um sich zu zeigen, oder um sich der Erforschung, wie die Schaugegenstnde Preis zu geben. Die Phnomene knnten also fehlschlagen damals, wenn man sie benthigen wrde, oder sie knnten sich in einer ganz anderen Reihenfolge darstellen als man es wnschte. Setzen wir noch hinzu, dass zur H~rvorbringung derselben Personen, welche mit einer besonderen Anlage ausgerstet sind, benthigt w~r,den und dass diese Anlagen nach der Befhigung des IndlVlduums ins Unendliche verschieden sind. Da es nun ausserordentlich selten ist, dass dieselbe Person alle Fhigkeiten besitzt so ist diess um eine Schwierigkeit mehr, denn man ~sste immer eine wahre Sammlung von Medien zur Verfgung haben, was doch nicht mgli~h ist. , Das Mittel, diesem Uebel vorzubeugen, Ist sehr emfach. Man muss nmlich mit der Theorie anfangen. Hier werden alle Erscheinungen anschaulich gemacht, man k~nn sich, davon Rechnung geben, man kann ihre MglichkeIt begreIfen, man kann die Bedingungen erkennen, unter welchen man sie hervorbringen kann, und auch die Hindernisse, denen man begegnen kann. In welcher Ordnun~ sie so~ann durch die Umstnde herbeigefhrt werden, so gIbt es nIchts mehr, was berraschen knnte. Dieser Vorgang verschafft uns auch einen anderen Vortheil: er erspart nmlich demjenigen, der es unte~nehmen will, eine Menge von Enttuschungen. Gegen dIe Schwierigkeiten gerstet, kann er sich in Acht nehmen,

und es vermeiden, auf eigene Kosten sich Erfahrung zu sammeln. Seit wir uns wre ' mit dem Spiritismus beschftiO'en 0 , es uns sc hwer, dle Anzahl von Personen anzugeben, die zu uns gekommen sind, und wie viele wir unter diesen gesehen haben, die bei den offenkundigsten Thatsachen gleichgltig oder unglubig geblieben sind, und die erst spter nur durch eine wohlbegrndete .Erklrung zur UeberzeugunO' gebracht wurden. Wie viele Andere sind durch den Unter: richt zur Ueberzeugung gebracht worden; wie Viele sind endlich berzeugt worden, ohne etwas gesehen zu haben nur dadurch, weil sie die Sache aufgefasst haben! Wi~ reden aus Erfahrung, und das ist der Grund unserer Behauptung. Die beste :Methode,' den Spiritismus zu lehren ist, sich zuvor an den Verstand, dann erst an die Auge~ zu wenden. Diese Methode werden wir bei unseren Lectionen befolgen, und wir knnen uns dazu nur Glck wnschen. 32. Das vorhergehende Studium der Theorie hat noch einen anderen Vortheil, nmlich den, die Grsse des Zieles . und, dj~ Tragweite 'der Wissenschaft unmittelbar zu zeigen. DerJemge, der damit anfngt, einen sich drehenden oder klopfenden Tisch zu besehen, ist mehr zum Lachen aufO'elegt, weil er sich schwerlich denken kann, dass aus ein:m Tische eine die Menschheit beglckende (wiederherstellende) Lehre abstammen knne. Wir haben immer bemerkt dass diejenigen, welche glauben, ohne zuvor etwas geseh~n zu haben, nur darum nicht oberflchlich sind, weil sie gelesen und begriffen haben, vielmehr am meisten berlegen. Sie halten sich mehr an die Sache als an die I!'orm, fr sie ist der philosophische Theil die Hauptsache, die eigentlich sogenannten Phnomene sind eine Zuthat. Sie sagen: .,Wenn es auch keine Phnomene gbe, so wrde dennoch die Philosophie bestehen, welche allein die unauflslichen Probleme auflst, welche allein von der Vergangenheit und von der Zukunft des Menschen die vernnftigste Theorie auf.Allnn Kardee, .,Buch der Medien."

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stellt. :N un denn, sie ziehen eine Lehre vor, die Alles aufklrt, einer solchen, die nichts aufklrt oder schlecht aufklrt. Wer nur nachdenkt, der begreift recht wohl, dass man die Manifestationen weglassen knnte, und dass die Lehre dennoch bestehen wrde. Die Manifestationen kommen nur, um dieselbe zu befestigen und zu bestrken; allein sie bilden nicht ihre wesentliche Grundlage. Der ernste Beobachter verschmht sie nicht, im Gegentheile; aber er wartet gnstige Umstnde ab, die es ihm erlauben, davon Zeuge zu sein. Zum Beweise unserer Behauptung diene das, dass viele Personen von der Lehre einen Begriff hatten, bevor noch von den Manifestationen die Rede war, welche ihren Ideen nur eine Hlle, einen Sammelpunkt verlieh. 33. Uebrigens wre es nicht recht zu sagen, dass diejenigen, die mit der Theorie anfangen, an praktischen Beobachtungsgegenstnden Mangel haben, sie haben im Gegentheile solche, die in ihren Augen weit mehr Gewicht haben mssen, als selbst solche, die man vor ihren Augen hervorbringen konnte, das sind die hufigen spontanen Manifestationen, von denen wir in den folgenden Hauptstcken reden werden. Es gibt wenig Menschen, die davon wenigstens nicht vom Hrensagen eine Kenntniss htten; Viele haben sie an sich selbst erfahren, haben aber denselben nur eine geringe Aufmerksamkeit gewidmet. Die Theorie gibt ihnen die Aufklrung dazu und wir behaupten, dass diese Thatsachen ein grosses Gewicllt haben, weil sie sich auf unwiderlegliche Zeugnisse sttzen, denn da kann man keine V orbereitung, noch ein Einverstndniss voraussetzen. Wenn die hervorgerufenen Phnomene nicht bestnden, so wrden die spontanen dennoch bestehen; und es wre schon viel, wenn der Spiritismus nur das zur Folge htte, hievon eine vernnftige Aufklrung zu geben. Die meisten von denen, welche im V oraus lesen, behalten die Erinnerung an diese Thatsache und sie sind fr sie eine Besttigung der Theorie.

~4. Man wrde sich ber unsere Anschauungsweise s~hr uren, .wenn man annehmen wollte, dass wir anrathen, dIe Tha~sachen zu vernachlssigen; denn wir gelangten nur durch dIe Thatsachen zur Theorie, Es ist wahr, dass wir dazu eine bestndige Arbeit von mehreren Jahren und Tausende von Beobachtungen gebr~t haben' aber nachdem uns die Thatsachen gedient haben, und u~s noch alle ~age d~en~n, ~ren wir mit uns selbst im Widerspruche, Ihre WIchtigkeIt zu bestreiten, besonders darum weil wir ein Buch schreiben, um sie kennen zu lernen. Wir sagen nur, dass sie ohne Unterweisung nicht gengen, die Deberzeugung zu erzielen; dass ein vorausgehender Unterricht indem er die V orurtheile beseitigt und zeigt, dass sie nicht~ Vernunftwidriges enthalten; uns zur Annahme derselben vorbereitet. Es ist wahr, dass unter zehn ganz neuen Personen, die einer experimentalen Sitzung beiwohnen werden, sie mgen in den Augen der Anhnger noch so befriedigend sein, neun sein werden, die ohne Ueberzeugung davon gehen werden, und einige mehr unglubig als zuvor, weil die Experimente ihrer Erwartung nicht' werden entsprochen haben. Ganz anders wird es sein bei jenen die durch . emen vorausgegangenen Unterricht sich davon Rechnung geben knnen. Fr sie ist es ein OontrollMittel aber nichts berrascht sie, selbst das Misslingen nicht ~eil sie . ' WIssen, unter welchen Bedingungen sich die Thatsachen darstellen, und weil man nicht zu fragen braucht, was sie hervorbringen knne. Ein vorausgehender thatschlicher Unterricht setzt sie auch in den Stand, sich alle Anomalien aufzuklren, und berdies~ gestattet er ihnen darin eine Menge Details gewahr zu werden , oft sehr' kleine Ulltersehiede (delikate Nuancen), die fr sie eben so viele Mittel der Ueberzeugung sind, die aber dem unwissenden Beobachter entgehen.) Das ist der Grund, der uns veranlasst zu unseren experimentalen Sitzungen nur jene Personen zllzulassen, welche hinlngliche Vorkenntnisse besitzen um zu begreifen, was man da macht, berzeugt, dass A~dere

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ihre Zeit daselbst verlieren wrden, oder Veranlassung wren, dass wir die unsere verlren. 35. Diejenigen, welche bich diese Vorkenntnisse durch das Lesen unserer Werke erwerben wollen, denen rathen wir, sie in folgender Ordnung zu lesen: 1) Was ist der Spiritismus?) Diese Broschre enthlt nur dreissig Seiten j und ist eine kurz gefasste Darstellung der Grundstze der spiritischen Lehre, ein allgemeiner Ueberblick , der es gestattet, das ganze unter einem eingeschrnkten Rahmen zu umfassen, In wenigen Worten sieht man das Ziel, und man kann ber seine Tragweite urtheilen. l\Ian findet darin berdies die Antwort auf die hauptschlichsten Fragen und Einwendungen, welche N eulinge natrlicher Weise zu stellen geneigt sind. Diese erste Lectre, welche nur wenige Zeit in Anspruch nimmt, ist die Einfhrung, welche ein viel tieferes Studium erleichtert. 2) Das Buch der Geister.**) Dieses enthlt die ganze von den Geistern selbst diktirte Lehre mit der ganzen Philosophie und allen moralischen Folgestzen, d. i. die Enthllung der Bestimmung des Menschen, die Einweihung in die Natur der Geister und in die Geheimnisse des Lebens nach dem Tode. Wenn man es liest so begreift man, dass der Spiritismus , Z' ein ernstes Ziel habe, und nicht zum bIossen eltvertreib da sei. 3) Das Buch der Medien. Dieses ist bestimmt, die Manifestationen in der Praxis durch Angabe der geeignetsten Mittel zu lenken, um mit den Geistern zu verkehren. Es ist ein Wegweiser theils fr die Medien, theils fr die Anrufer und eine Ergnzung des Buches der Geister.--*-) Was ist der Spiritismus?"

4) Die Ge s chi ch ted e s S pi r i t i sm u s vo (J"' B d' R' n ..Jasar au 1 Itt~r von Vesme. Aus dem Italienischen bersetzt und mIt Anmerkungen versehen von FeiJgenhauer. Erster Band: Das Alterthum, 570 S, (LeipziO' 0 Mt) Z ' 1:>' uze. - ~'~ weIter Band: Mittelalter und Neuzeit. 570 S (L~IpZlg: V~rlag Von Oswald Mutze), . 5) "DIe BIblIothek frSpiritualismus"*) D' ,t . S Ies IS.. eme ammlung verschiedener theoretischer Erklarungen und hervorgehobener Stcke , welche das ", erganzen, was lD den zwei vorhergehenden Werken gesagt wurde, und die gewissermassen eine Art Anw~n,dung davon bilden. Man kann diese zwar gleichZeItI~, le~en, abe~ es wird viel vortheilhafter und verstandhcher sem, sie erst vorzglich nach d Buche der Geister zu lesen. em D~ is~ noch ~twas, was uns betrifft. Diejenigen, die Alles m emer WIssenschaft kennen lernen wollen " th d' W ' , mussen I~O wen Igel' else alles lesen, Alles was ber diesen Ge~enstandd,geSChrieben worden ist j entweder Alles oder ,~eDlgste,ns, Ie Hauptsachen, und sie drfen sich nicht auf emen elUzlgen Schriftsteller beschrnken' sie mu"s d' \\' k d f" , sen Ie _ ~r, e a ur und a~ch jene dagegen lesen, sowohl die Kntlken als auch dIe Lobreden' ,n sie mu"sse SIC ' h' lD d'Ie , verschIedenen Systeme einweihen um durch d V . I' , eren erIeie g lUng urthellen zu knnen In dieser Be ' h .d . , . zle ung WIr 'Oll uns k,em 'Yerk, weder vergttert noch bekrittelt, III der AbSICht, In kemer Hinsicht auf die M . d' . I b' elDung, Ie iUall SIC 1 Ildet, einen Einfluss zu nehmen 1 d . ' , . n em WIr S h unser c erflem beItragen stellen WI'r uns' d' R'h k ' In Ie BI e' 'olllmt ~ns l1~cht zu, zugleich Richter und Partei z~ . em: und WIr besItzen nicht die lcherliche Anmassung die ~~lJZlgen Ausspender des Lichtes zu sein, Dem Leser ko'mmt zu, an dem Guten oder Bsen, an dem Wahren oder r alsehen Alltheil zu nehmen.

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*") In deutscher Uebersetzung in Leipzig. Preis 4 Mk,

(Leipzig, OSlVald Mutze,) Preis 20 Pf, zu beziehen durch USlVald Nutze

J ci z~) .Ausfhrlic,her .Katalog hierber erschien bei Oswald Mut~e in . p Ig, derselbe 1st dlrect sowie durch jede Buchhandlung zu beziehen.

IV. HauptstOck.Systeme.36. Als die fremdartigen Erscheinungen des Spiritismus begonnen haben, sich zu produciren, oder besser gesagt, als sie sich in der neuesten Zeit wiederholt haben, war das erste Gefhl, das sie hervorbrachten, der Zweifel an ihrem Bestande und noch mehr bezglich ihrer Ursache. Als sie sich durch unwiderrufliche Zeugnisse bewhrt haben, und durch Erfahrungen, die ein Jeder machen konnte, so geschah es, dass sie ein Jeder nach seiner Art, nach seinen persnlichen Ansichten, nach seinem Glauben erklrte. Daher rhren die verschiedenen Systeme, welche eine mehr aufmerksame Beobachtung auf ihren wahren Werth zurckfhren musste. Die Gegner des Spiritismus glaubten in dieser Verschiedenheit der Meinungen einen Grund zu finden, indem sie sagten, dass die Spiriten selbst unter einander nicht einig sind. Das war ein armseliger Grund, wenn man bedenkt, dass die Schritte einer jeden im Entstehen begriffenen Wil!senschaft nothwendiger Weise ungewiss sind, bis es die Zeit gestattet, die Thatsachen zu sammeln und zu ordnen, welche die Ansicht begrnden. Je mehr sich die Thatsachen ergnzen, je mehr sie beobachtet werden, desto mehr verlieren sich die anfnglichen Ideen, und die Einheit wird hergestellt, wenigstens in den wesentlichsten Punkten, wenn nicht in allen Einzelheiten.

So war es auch bei dem Spiritismus; er konnte der allgemeinen Regel nicht entgehen, und er musste sich vermge seiner Natur mehr als ein anderer Gegenstand der Verschiedenheit der Auslegung hingeben. Man kann daher sagen, da~s er in die~er Beziehung viel schneller fertig war, als dIe anderen WIssenschaften, seine Vorgnger, z. B. die Medicin, welche noch jetzt die grssten Gelehrten scheidet. 37. Um dem fortschreitenden Gange der Ideen zu folgen, muss man der methodischen Reihenfolge nach diejenige .an die Spitze stellen, welche man das System der NegatIOn (Ableugnung) nennen kann. Das sind die Gegner des Spiritismus. Wir haben ihre Einwendungen in der Vorrede dieses Werkes und in dem Schlusse des Buches der Geister, so wie auch in dem kleinen Werkchen widerlegt, welches betitelt ist: ,,"Was ist der Spiritismus." Es wre berflssig hier darauf zurckzukommen. Wir begngen uns nur mit zwei Worten die Grnde zu erwhnen auf welche sie sich sttzen. ' Die spiritischen Phnomene sind von zweifacher Art: theils physische, teils intelligente Erfolge. Nachdem sie das Dasein der Geister aus dem Grunde leugnen, weil sie nichts ausserhalb der Materie zugeben, so lsst sich begreifen, dass sie die intelligenten Erfolge auch leugnen. Was die physischen Erfolge bet.rifft, so erklren sie dieselben von ihrem Gesichtspunkte und ihre Grnde knnen unter folgende vier Systeme eingereiht werden. 38. Das System der Marktschreier ei (Charlatanism us). Unter den Gegnern schreiben Viele diese Erfolge dem Aberglauben zu, aus dem Grunde, weil Einiges nachgeahmt werden konnte. Diese Voraussetzung wrde alle 8piriten zu Narren, und alle Medien ohne Rcksicht auf ihre Stellung, ihren Charakter, ohne Rcksicht auf ihre "Wissenschaft und Ehrenhaftigkeit zu Narrenmachern verwandeln. Wenn diese Ansicht eine Antwort verdiente, so wrden wir sagen, dass gewisse physische Phnomene auch durch die Gaukler nachgeahmt werden, und dass dieses

gegen die wahre Wissenschaft nichts beweist. Es ?ibt brigens Personen, deren Oharakter jeden Verdacht emes Betruges beseitigt, und man msste alle Lebensart und alle Hflichkeit verleugnen, um ihnen ins Gesicht sagen zu knnen dass sie des Oharlatanismus schuldig sind. In einem ;ehr achtbaren Salon erlaubte sich ein sogenannter wohlerzogener Herr eine derartige Bemerkung, wo~~uf ~hm die Dame des Hauses erwiderte: "Mein Herr! da Sle mcht befriedigt sind, so wird man Ihnen bei der Thr Ihr Geld zurckgeben", und gab ihm mit einem Winke zu verstehen, was da am besten zu thun wre. Kann man aber sagen, dass es nie einen Missbrauch gegeben haber Man msste, um dieses zu glauben, zugeben, dass alle Menschen vollkommen sind. Man missbraucht Alles, selbst die heiligsten Sachen, warum sollte man nicht auch den Spiritismus missbrauchen? Aber der schlechte Gebrauch, den man von einer Sache macht, kann der Sache selbst keinen Schaden bringen. Die Oontrolle. die man in Absicht auf den guten Glauben der Leut~ haben kann, besteht in ihren Beweggrnden zum Handeln. Da, wo es keine Spekulation gibt, hat der Oharlatanismus nichts zu thun. 39. System der Narrheit. Einige wollen aus Herablassung wohl den Verdacht des Abergla.ubens. vermei,den und behaupten das diejenigen, welche dle Anderen mcht , , d betrgen, dennoch sie selbst die Betrogenen sm , was ~o viel sagen will, dass sie geistesschwach sind. Wenn dle Unglubigen dabei weniger Anstand beo~ac~ten, so, sa~en sie ganz einfach, dass man ein Narr Sel, mdem Sle swh auf diese Art ohne Umstnde das Vorrecht eines gesunden Verstandes zuschreiben. Das ist das grosse Argument derjenigen, die keinen besseren Grund entgegenstel~cil knnen. Uebrigens ist die Art des Streites wegen semer, Abgedroschenheit schon lcherlich geworden und verdlent es nicht dass man seine Zeit damit verliert, ihn zu widerlegen: Die Spiriten werden dadurch bri~ens gar n~cht in Aufregung gebracht, sie ergreifen khn lhren Thell und

trsten sich mit dem Gedanken, dass sie genug Menschen zu Genossen ihres Unglcks haben, deren Verdienst nicht bestritten werden kann. Man muss es in der 'I'hat bekennen, dass diese Narrheit, - wenn es eine Narrheit ist - einen eigenthmlichen Oharakter habe, nmlich den, vor~ zglich die aufgeklrte Klasse zu ergreifen, unter welcher der Spiritismus bisher eine unmenschliche Mehrzahl seiner Anhnger zhlt. Wenn man in ihrer Zahl einige Excentrisehe findet, so bewei!'en diese gegen die Lehre eben so wenig, als einige religise Narren etwas gegen die Religion, die nrrischen Musikfreunde gegen die Musik , die verrckten . Mathematiker gegen die Mathematik beweisen. Alle Ideen haben exaltirte Fanatiker gefunden und man msste mit einer sehr stumpfen Urtheilskraft begabt sein, um die Uebertreibung einer Sache mit der Sache selbst zu verwechseln. Wir verweisen wegen nherer Auseinandersetzung dieses Gegenstandes auf Unsere Brochure: "Was ist der Spiritismus" und auf "Das' Buch der Geister", Einleitung XV. 40. Das Sys t em der Hall uci na tio n. Eine andere weniger beleidigende Meinung, weil sie einen etwas wissenschaftlichen Anstrich hat, - besteht darilJ, alle Phnoliene auf Rechnung der Tuschung der Sinne zu legen, also dass der Beobachter sehr guten Glaubens wre, das zu sehen, was er nicht sieht. Wenn er einen Tisch sieht, wie er sich hebt, und ohne alle Sttze in der Luft schwebt , so htte sich der Tisch von seiner Stelle gar nicht gerhrt; er sieht ihn in der Luft durch eine Art Luftspiegelung, oder durch eine bewirkte Strahlenbrechung, wie jene, welche uns einen Stern oder einen anderen Gegenstand im Wasser ausserhalb seiner wirklichen Stellung sehen lsst. Strenge genommen, wre dies mglich, aber diejenigen, welche Zeugen dieser Erscheinung waren, konnten den Abstand ~lUsserZweifel setzen, indem sie unterhalb des gehobenen Tisches gingen, was doch schwerlich mglich gewesen wre, wenn er den Fussboden nicht verlassen htte. Anderer.

seits ist es mnchmal geschehen, dass der Tisch durch's Fallen gebrochen ist. Kann man da auch sagen, dass die~es nur eine optische Tuschung sei? Eine sehr bekannte physlOlogische Ursache kann es ohne Zweifel machen, dass man glaubt, eine Sache bewege sich, die sich nicht rhrt, oder dass man glaubt, man drehe sich selbst, wenn man unbewegt ist. Wenn aber mehrere Personen rings herum. um einen Tisch durch eine so schnelle Bewegung fortgenssen werden dass sie Mhe haben ihm zu folgen, dass Einige da.von ~uweilen auf die Erde geworfen werden, wird man da sagen, dass Alle vom Schwindei erg~iffen sind, wie ein Trunkenbold, der sein Haus vorbei gehen sieht? 41. Das System der knarrenden Muskel. We~n es nicht so bei dem Sehen war, so kann es eben so wemg bei dem Hren sein. Wenn die gemachten Schlge von einer ganzen Versammlung geh. Aus dem, was wir so eben gesehen haben, wird gewiss Niemand die Dazwischenkunft einer verborgenen Macht entdecken, und diese Sachen liessen sich vollkommen durch den Einfluss eines laufenden, magnetischen oder electriRchen, oder was immer fr eines Fluidums erklren. Und so war in der That die erste iiber diese Phnmene gegebene Aufklrung, und sie konnte mit Recht als sehr logisch gelten. Sie wrde ohne Zweifel Bestand gehabt haben, wenn nicht andere Thatsacheu zum Vorschein gekommen wren, ihre Unzulnglichkeit zu zeigen. Diese Thatsachen sind gegebene Beweise einer Intelligenz, denn da eine jede intelligente Wirkung eine intelligente Ursache haben muss, !So bleibt es einleuchtend, dass, selbst zugegeben, dass die Electricitt, oder ein anderes Fluid dabei seine Rolle spiele, sich dazu eine andere Ursache beimenge. Wer war diese Ursache? Was fr eine Intelligenz war das? Das ist es, was die Folge der Beobachtungen kennen gelehrt hat., 66. Damit ei1le Manifestation intelligent s('i,'~ dtw.:i es 1'li8bt, dass sie sprechend, geistig oder weise sei, es gengt, dass sie eine freie und willkrliche Handlung bewel&e, eine Absicht darstelle oder auf einen Gedan keil

antworte. Gewiss, wenn man eine Wetterfahne durch den Wind getrieben sieht, so ist man sicher, dass sie nur einem Einflusse folgt; wenn man aber in den Hemechanischen wegungen sem Ende keiner fremden Beihlfe bedurfte; aber die Heilmittel wurden ihm durch einen Anderen angesagt. Dieser Andere war nicht da, desshalb konnte er auch nichts sagen. Fr sich allein war er nichts anderes als Somnambule und unter dem Beistande seines Engeldoktors, wie er ihn nannte, war Cl' ein somnambules Medium. 174. Das somnambulische Hellsehen ist eine Befhigung,

die von dem Organis..nus abhngt, und die ganz unabhngig ist von der geistigen Erhabenheit, dem Fortschritte und selbst von dem moralischen Zustande des Subjectes. Ein Somnambuler kann also sehr hellsehend sein und doch unfhig, gewisse Fragen zu lsen, wenn sein Geist wenig vorgeschritten ist. Derjeni~e, welcher aus sich selbst spricht, kann also gute oder schlechte, wahre oder falsche Sachen sagen, mehr oder weniger Zartgefhl und Bedenklichkeit in seinem Vorgange ussern, je nach dem Grade sittlicher Hhe oder Niedt'igkeit seines Geistes. In solchem Falle kann der Beistand eines fremden Geistes sein Ungengendes ersetzen; aber ein Somnambuler kann auch von einem lgenhaften. leichtsinnigen und selbst von einem bsen Geiste Beistand erhalten, ebenso gut wie ein Medium. Hier ist es vorzglich ersichtlich, dass die moralischen Eigenschaften einen grossen Einfluss ausben, um gute Geister anzuziehen. (Man sehe das Buch der Geister: Somnambulismus Nr. 425 unrl hier weiter das Rauptstck : Deber den moralischen Einfluss dp-s Mediums.)

175. Wir werden hier nur zur Erinnerung von dieser speciellen Art von Merlien rerlen, weil dieser Gegenstand eine fr unsern Plan zu weitlufige Darstellung erfordern wrde. Wir wissen brigens, dass ein Arzt, einer unserer Freunde. sich vor~enommen hat, den Gegenstand in einem besonderen Werke ber intuitive Medien zu behandeln. 'Wir erwhnen nur, dass diese Gattung Mediumitt hauptschlich in der Gabe gewisser Personen besteht, durch die blosse Beriihrung, durch einen Blick und selbst durch eine Bewegung ohne Mitwirkung eines Medicamentes zu heilen. Man wird sagen, dass diess nichts Anderes sei, als der Magnetismus. Es ist einleuchtend, dass hier das magnetische Fluid eine grosse Rolle spielt; allein, wenn man dieses Phnomen mit Aufmerksamkeit betrachtet, so erkennt man

ohne Mhe, dass dabei noch mehr ist. Die gewhnliche Magnetisirung ist eine fortgesetzte, regelmssige und methodische Behandlung, aber hier gehen die Sachen ganz anders vor. Fast alle Magnetiseure sind befhigt zu heilen, wenn sie es verstehen, sich dabei angemessen zu benehmIJn; whrend bei den heilenden Medien die Heilkraft eine spontane ist, und einige besitzen sie sogar, ohne je von dem Magnetismus etwas gehrt zu haben. Der Einfluss einer verborgenen Kraft, worin die Mediumitt besteht, wird in gewissen Umstnden sichtbar. Er ist es besonders dann, wenn man betrachtet, dass die Mehrzahl Personen, welche man mit Recht fr heilende Medien erklren kann, ihre Zuflucht zum Gebete nehmen, was eine wahre Anrufung ist. (Siehe oben Nr. 131.) 176. Hier sind die Antworten, die uns auf gestellte Fragen von den Geistern ber diesen Gegenstand ertheilt wurden. 1) Kann man die Personen, welche mit einer magnetischen Kraft versehen sind, als eine eigene Gattung Medien betrachtpn? "Und ihr wollet daran zweifeln?" 2) Jedoch whrend ein Medium ein Vermittler ist zwischen dem Geiste und dem Menschen, so schpft der Magnetiseur seine Kraft aus sich selbst, scheint also nicht der Vermittler einer fremden Macht zu sein? "Das ist ein lrrthum. Die magnetische Kraft hat ihren Sitz ohne Zweifel im Menschen, aber sie wird durch die Einwirkung des Geistes, welchen er zur Hlfe ruft, vermehrt. Wenn du zum Beispiel in der Absicht magnetisirst, um zu heilen, und du dabei einen guten Geist anrufest, der sich fr dich und fr den Kranken interessirt, so untersttzt er deine Kraft und deinen Willen; er dirigirt dein Fluid und 'ferleiht ihm die nthigen Eigenschaften." 3) Es giebt aber doch sehr gute Magnetiseure, die an die Geister gar nicht glauben?

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8)

9)

"Glaubst du, dass die Geister nur auf diejenigen einwirken, welche an sie glauben? Diejenigen, welche zu guten Zwecken magnetisiren I werden von guten Geistern untersttzt. Jedermann, der Gutes will ruft . ' SIe, ohne es zu wissen, ebenso wie er durch die Begierde zum Bsen und durch schlechte Absichten unbewusst schlechte Geister anruft." wenn derjenige, der die Kraft besitzt, an den Einfluss der Geister glaubte, wrde er wirksamer handeln? "Er wrde Sachen verrichten, die ihr fr Wunder halten wrdet." Haben gewisse Personen wirklich die Gabe durch die blosse Berhrung zu heilen, ohne Beihlfe der magnetischen Einflsse? "Ganz gewiss! Habt ihr davon nicht zahlreiche Beispiele ?" 1st in einem solchen Falle blass die magnetische Kraft oder bloss der Einfluss der Geister vorhanden '? "Das Eine wie das Andere. Diese Personen sind wahre Medien, weil sie unter dem Einflusse der Geister handeln; aber das will nicht sagen, dass sie auch schreibende Medien seien, wie ihr es versteht." Kann man diese Macht bertragen '? "Die Macht nicht; aber die Kenntniss der zur Ausbung nthigen Dinge, wenn man die Macht besitzt. Mancher wrde nicht vermuthen, dass er diese Kraft besitzt, wenn er nicht glauben wrde, dass sie ihm bertragen wurde." Kann man durch das blosse Gebet Heilungen bewirken? "Ja, manches Mal, wenn es Gott erlaubt, aber vielleicht erheischt das Wohl des Kranken, dass er noch leidet, und ihr glaubet dann, dass euer Gebet nicht erhrt worden ist." Giebt es zu diesem Zwecke wirksamere Gebetsformelll als andere?

"Nur der Aberglaube allein kann gewissen Worten eine besondere Kraft zuschreiben, und nur unwissende Geister und Lgner knnen solche Ideen unterhalten indem sie Formeln vorschreiben. Doch kann e~ geschehen, dass fr wenig aufgeklrte Personen, welche die rein spirituellen Sachen nicht begreifen knnen die Anwendung einer Formel ihnen Vertrauen ein~ flsset. In diesem Falle ist es nicht die Formel welche wirksam ist, sondern der Glaube, welcher durcl~ die an die Anwendung der Formel geknpfte Idee gestrkt wird."8. l)neumatographisehe ~Iedlell.

177. Man benennt mit diesem Namen jene Medien, welche geeignet sind, die directe Schrift zu erhalten was . ' mcht allen schreibenden Medien verliehen ist. Diese Gabe ist bis heut zu Tage noch sehr selten; sie entwickelt sich wahrscheinlich durch Uebung. Aber, wie wir es gesagt haben, ihr praktischer Nutzen beschrnkt sich auf die offenkundige Darthuung der Einwirkung einer verborgenen Macht bei den Manifestationen. Nur die Erfahrung kann uns darber belehren, ob wir sie besitzen. Man kann es versuchen , und brigens kann man darber den Schutzgeist durch die anderen Communications-Mittel befragen. Nach der grsseren oder kleineren Kraft des Mediums bekommt man einfache Zge, Zeichen, Buchstaben, Worte, Stze und selbst ganze Seiten. Es gengt gewhnlich, einen zusammengelegten Bogen Papier, an was immer fr einen, oder an den vom Geiste bezeichneten Ort durch zehn Minuten oder eine Viertelstunde, manches Mal auch lnger, liegen zu lassen. Das Gebet und die Sammlung des Geistes sind die wesentlichen Bedingungen. Das ist der Grund, warum man es fr unmglich halten kann, etwas in einer Versammlung wenig ernsthafter Personen oder solcher, die nicht mit sympathischen oder wohlwollenden Gefhlen beseelt wren, zu erhalten.

(Siehe: .die Theorie ber die directe Schrift, VIII. Hauptstck, die Werksttte der unsichtbaren Welt Nr. 127 und die folgenden; dann XIIHauptstck : Pneumatographie.) Wir werden die schreibenden Medien insbesondere in den folgenden Hauptstcken behandeln.

XV. Hauptstuck.

Meeballisehe, Intuitive, balbmeeballisebe, Insplrlrte oder onfrehvlJllge Medien und Iledlen mit elDem Vorgefbl.

178. Unter allen Mittheilungsarten ist die Handschrift die einfachste, bequemste und auch das vollstndigste Mittel. Nach diesem muss man mit allen Krften streben, denn dieses gestattet es, mit den Geistern einen ununterbrochenen und ebenso regelmssigen Verkehr zu unterhalten, wie er unter uns besteht. .Man muss sich derselben um so mehr befleissigen, als es jenes Mittel ist, wodurch die Geister am Besten ihre Natur und den Grad ihrer Vollkommenheit und Niedrigkeit enthllen. Durch die Leichtigkeit sich auszudrcken, machen sie uns ihre intimsten Gedanken be~ kaunt, und setzen uns so in den Stand, sie zu beurtheilen und nach ihrem Werth zu schtzen. Die Schreib fhigkeit ist berdies8 die Gabe, welche am meisten empfnglich ist, durch die Uebung sich zu entwickeln.

179. Wenn man gewisse Umstnde, welche bei der Bewegung eines Tisches, eines Krbchens oder eines schreibenden Brettchens zum Vorschein kommen, betrachtet, so kann man an dem Einflusse nicht zweifeln, welcher durch den Geist auf diese Gegenstnde unmittelbar genommen wird. Das

Krbchen wirft sich manches Mal mit einer solchen Gewalt herum, dass es den Hnden des Mediums entwischt. Manches Mal richtet es sich gegen gewisse Personen im Kreise auf, um sie zu schlagen; wieder ein anderes Mal verrathen seine Bewegungen gefhlvolle Theilnahme. Dasselbe findet statt, wenn die Bleifeder in die Hand genommen wird. Oft wird die Bleifeder mit Kraft weit weggeworfen, oder die Hand zittert krampfhaft wie das Krbchen, und schlgt mit Zorn auf den Tisch, selbst dann, wenn das Medium sich in der grssten Ruhe befindet, und sich darber wundert, seiner selbst nicht Herr zu sein. Sagen wir im Vorbergehen, dass solche Erscheinungen immer das Dasein unvollkommener Geister andeuten. Die wahrhaft erhabenen Geister sind stets ruhig, wrdevoll und wohlwollend. Wenn sie nicht gehrt werden, so 'liehen sie sich zurck und Andere nehmen ihre Stelle ein. Der Geist kann daher unmittelbar seinen Gedanken ausdrcken, sei es durch die Bewegung des Gegenstandes, wobei die Hand des Medium nur der Sttzpunkt ist, sei es durch die Einwirkung auf der Hand selbst. Wenn der Geist unmittelbar auf die Hand wirkt, so giebt er dieser eine von dem Willen des Mediums gnzlich unabhngige Bewegung. Sie geht ohne Unterbrechung und ohne Zuthun des Mediums fort, so lange der Geist etwas zu sagen hat, und bleibt stehen, wenn er beendigt hat. Das Charakteristische bei dieser Erscheinung ist der Umstand, dass das Medium nicht die geringste Kenntniss von dem hat, was es schreibt, die gnzliche Unkenntniss bildet in diesem Falle das, was man ein passives oder mechanisches Medium nennt. Diese Gabe ist darum schtzbar, weil sie keinen Zweifel ber die Unabhngigkeit der Gedanken des schreibenden Geistes zulsst.

180. Die Uebertragung des Gedankens findet auch durch die Vermittlung des Geistes des Mediums oder besse~

g:sagt: .seiner S~ele statt; weil wir mit diesem Namen den e~nverlelbten GeIst bezeichnen. Der fremde Geist wirkt in dI~sem Falle nicht auf die Hand, um sie zum Schreiben zu brmge? Er hlt. sie nicht, er begleitet sie nicht, er wirkt auf dIe Seele, mIt welcher er sich identificirt. Die Seele bewegt unter diesem Einflusse die Hand, und die Hand b~we~t die Bleifeder. Bemerken wir hier eine zu wissen w.lChtige Sache, nmlich, dass der fremde Geist den eigenen nIcht ersetze, denn er kann die Seele nicht ersetzen , er b eh errsc h t SIe aber ohne ihr Wissen und prgt ihr seine W'll . , Tl . 1 en em. Bei diesem Umstande ist die Rolle der Seele nicht absolut passiv; sie ist es, welche den Gedanken des fremden Geistes empfngt und ihn fortpflanzt. In dieser Lage weiss das Medium, was es sr.hreibt, obwohl das nicht sein. eigener Gedanke ist,. es ist das, was man ein intuitives M~dlUm nen~t. Man wird sagen, wenn dem so ist, so beweIse~ uns lllchts, dass es der fremde Geist ist, welcher schreIbt, und nicht der des Mediums. Der Unterschied ist in der That manches Mal sehr schwer zu machen' aber es kann sein, dass daran wenig gelegen ist. Jedes Mal kann ~an den eingegebenen Gedanken daran erkennen, dass er lIle vorgedacht wurde. Er entsteht in dem Verhltnisse a~s man schreibt, und oft ist er einer vorhergehenden Idee' (he man sich gebildet hatte, ganz entgegengesetzt. E~ kann auch ganz ausserhalb dem Bereiche der Kenntnisse \lnd der Fhigkeiten des Mediums liegen. _ Die Rolle eines mechanischen Mediums ist die einer Maschine, das intuitive Medium handelt, wie es ein 001. metscher oder Uebersetzer thun wrde. Dieser muss den Gedanken, um ihn bersetzen zu knnen, in der That verstehen, sich ihn gewissermaassen eigen machen um ihn getreulich wieder zu geben, und doch ist dieser' Gedanke llicht sein, eI' geht nur durch sein Gehil'l1 dureIl. Dies ist in der That die Rolle des intuitiven Mediums.

181. Bei dem rein mechanischen Medium ist die Bewegung der Hand unabhngig von seinem Willen; bei dem intuitiven Medium ist die Bewegung freiwillig und facultativ, Das halbmechanische Medium nimmt an diesen Zustnden Antheil; es empfindet einen ohne das Zuthun seiner Hand gegebnen Impuls, aber zugleich hat es das Bewusstsein dessen, was es schreibt, in dem Verhltnisse , als sich die Worte bilden. Bei dem ersten, dem rein mechanischen, folgt der Gedanke dem Akte der Schrift, bei dem Zweiten, dem intuitiven, geht er ihm voran, und bei dem Dritten begleitet er ihn. Die letztgenannten Medien sind die zahlreichsten.

182. Jedermann der, sei es im normalen Zustande, oder sei es in einem Zustande der Extase, fremde Oommunicationen zu seinen vorgehabten Ideen erhlt, kann in die Kategorie die inspirirten Medien eingereiht werden. Es ist, wie man sieht, eine Abart der intuitiven Mediumitt mit dem Unterschiede, dass dabei der Einfluss eler verborgenen Macht noch weniger fhlbar ist, denn bei den Inspirirten ist es viel schwieriger, den eignen Gedanken von dem eingegebenen zu unterscheiden. Was den letzteren kennzeichnet ist die Spontanitt. Die Inspiration kommt uns von den Geistern, welche uns zum Guten oder zum Bsen beeinflussen wollen, aber sie ist hufiger das Werk von denjenigen, die uns wohlwollen, und wir begehen oft das Unrecht, ihren Rath schlgen nicht zu folgen; die Inspiration passt sich allen Verhltnissen des Lebens an, bei Entschlssen, welche wir fassen solle~. In dieser Beziehung kann man sagen, dass Jedermann ein Medium sei j denn es giebt Niemanden, der nicht seine Schutz- und Familiengeister htte, die sich aus allen Krften bemhen, ihren Gnstlingen heilsame Ge-

d,Lnken einzuflssen. WenlJ man von dieser Wahrheit innigst berzeugt wre, so wrde man fters zur Inspiration zu seinem Schutzengel seine Zuflucht nehmen, im Momente, wo man nicht weiss, was zu reden und was zu thun sei. Man rufe nur mit Andacht und Vertrauen im Falle der Noth. und man wird sehr oft erstaunen ber die Ideen, welche un~ wie durch einen Zauberschlag zukommen werden, sei es, dass man sich zu etwas zu entschliessen, oder etwas zu componiren hat. Wenn kPine Idt'e kme, so mge man warten. Dafr dass die Idee, welche dann kommt, eine fremde ist, dient als Beweis die Erwgung, dass wenn sie die unsere wre, man ihrer ja stets Herr gewesen sein wrde, und es wre kein Grund, warulll sie nicht nach unserem \-Villen sogleich zum Vorschein gekommen wre. Derjenige, der nicht blind ist, braucht nur die Augen aufzumachen, um zu sehen, wann er will. Eben so Ilat auch Derjenige, welcher Ideen hat, sie stets zu seiner Verfgung; wenn sie ihm nicht nach seinem Willen kommen, so ist es darum, weil er sie anderswo zu schpfen bemssiget ist, als in seiner Vorrathskamrner. Zu dieser Kategorie kann man noch Jene zuzhlen die ohne mit einer aussergewhnlichen Intelligenz versehen zu sein, und ohne aus dem normalen Zustande zu treten , lichte intelligente Augenblicke haben, welche ihnen momentan eine ungewhnliche Leichtigkeit der Oonception und Beredsamkeit und zuweilen auch das Vorgefhl der Zukunft verleihen. In diesen Momenten, welche man eben die Begeisterung nennt, berfliessen die Ideen, folgen eiuander und verbinden sich und verketten sich so zu sagen von selbst, und durch einen unfreiwilligen fast fieberhaften Impuls. ~~s kommt uns vor, dass eine hhere Intelligenz komme, uns zu untersttzen, und dass unser Geist von einer Last befreit werde.

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183. Menschen von Genie in jener Richtung: Knstler, elehrte, Literaten sind unstreitig vorgerckte Geister, die I'on sich selbst befhigt sind, grosse Dinge zu begreifen; aber ausserdem eben auch deshalb, weil sie fr fhig gehalten 15*(j

werden dass Geister, welche die Erfllung gewisser Arbeiten wnsch'en, und ihnen die nthigen Ideen einflssen, sind sie sehr oft Medien, ohne es zu wissen. Sie besitzen aber doch eine unbestimmte Ahnung von einer fremden Hlfe; denn Derjenige welcher die Begeisterung beansprucht, macht eben eine Anr~fung. Warum wrde er, wenn er nicht erhrt zu werdeu hoffte, so oft anrufen: "Mein guter Genius, komme mll' zu Hlfe!" Die folgenden Antworten besttigen diese Behauptung. W elches ist die erste Ursache der Begeisterung? "Ein Geist, der sich durch den Gedanken mittheilet." Hat ehe Inspiration nur die Enthllung wichtiger Sachen zum Gegenstande? N ein sie hat oft auf die allergewhnlichsten Umn , '11 stnde des Lebens Bezug. Zum Beispiel: Du Wi st irgend wohin gehen, eine innere Stimme sagt Dir, es nicht zu thun, weil es fr Dich gefhrlich wre; oder sie sagt Dir, eine Sache zu thun, an welche Du nicht denkst. Das ist eine Inspiration. Es giebt sehr wenige Personen, welche in gewissen Momenten nicht . . .. mehr oder wemger mspIflrt gewesen waren. Kann z. B. ein Autor, ein Maler, ein Musiker in den Momenten der Begeisterung als Medium betrachtet werden? Ja denn in solchen Momenten ist ihre Seele frei, , . und wie von der Materie entblsst. SIe erlangen einen Theil der geistigen Fhigkeiten, und erhalten viel leichter die Mittheilungen anderer Geister, die SIe inspiriren. U

die Folgen der gegenwrtigen Verhltnisse und die Verkettung der Ereignisse vorauszusehen. Aber oft ist es auch die Wirkung von verborgenen Oommunicationen, und vorzglich in diesem Falle kann man Denjenigen, die mit dieser Fhigkeit begabt sind, den Namen Medium mit einer Vorahnung:geben, eine Abart der begeisterten Medien.

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184. Die Vorahnung ist eine weltberhmte Anschauung knftiger Dinge Gewisse Personen besitzen ~iese An~age mehr oder weniger ausgebildet. Sie knnen dIeselbe emer Art zweiten Gesichtes verdanken, was es ihnen ermglicht,

XVI. Hauptstck.Besondere Befhigung der Medien. - Synoptisches Tableau der verschiedenen Abarten von Medien. 85. AusseI' den eben aufgezhlten Arten Medien stellt die Mediumitt eine unzhlige Menge von Nancen dar, welche die sogenannten speziellen Medien bilden, und VOll einer hesonderen noch nicht definirten Begabung abhngen, abgesehen von den Eigenschaften und Kenntnissen des sich manifestirenden Geistes. Das Wesen der Communication ist immer relativ zu der Natur des Geistes, und trgt den Stempel seiner Erhabenheit, oder seiner Niedrigkeit, von seiner Weisheit oder Unwissenheit, und auf diese Art findet man bei ihm in Rcksicht seiner hierarchischen Stellung eine unbestrittene Neigung, sich mit einer Sache lieber als mit einer anderen zu beschftigen. Die Klopfgeister z. B. verrichten nur physische Manifestationen, und unter denen, welche intelligente Manifestationen geben, giebt es: poetische, musikalische, zeichnende, moralisirende, gelehrte und medizinische Geister. Wir reden von Geistern der mittleren Ordnung; denn bei einem gewissen Grade angelangt, verschmelzen die Fhigkeiten in der Einheit der Vervollkommnung. Aber neben der Fhigkeit des Geistes gicbt es jene des Mediums, welches fr ihn ein mehr oder weniger.bequemes, mehr oder weniger

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biegsames Werkzeug darbietet und in welchem es besondere Eigenschaften findet, die wir nicht beurtheilen knnen. Machen wir einen Vergleich. Ein sehr geschickter Musiker hat mehrere Violinen unter der Hand, welche im Allgemeinen alle als gute Instrumente gelten wrden, aber ein vollkommener Knstler macht unter ihnen einen grossen Unterschied. Er findet darin Nancen von der grssten Delicatesse, welche ihn bewegen, die eine zu whlen und die andere zu verwerfen; Nancen, die er mehr durch Intuition begreift, sie aber nicht nher angeben kann. Eben so verhlt es sich mit den Medien. Bei einer gleichen Beschaffenheit der medianimischen Kraft wird der Geist dem Einen oder dem Anderen den Vorzug geben, nach Art der Mittheilung, die er geben will. ::)0 sieht man z. B. Personen als Medien merkwrdige Poesien schreiben, obwohl sie unter gewhnlichen Umstnden niemals zwei Verse zu machen vermocht oder gewusst haben; Andere dagegen, welche Dichter sind, und die als Medien trotz ihres entgegengesetzten Wunsches niemals anders als in Prosa zu schreiben vermochten. Ebenso verhlt es sich mit dem Zeichnen, mit der Musik u. s. w. Es giebt auch solche, welche zwar keine wissenschaftlichen Kenntnisse, aber eine besondere Befhigung fr gelehrte Mittheilungen haben. Andere sind fr historische Studien j wieder Andere dienen den Geistern viel leichter als moralische Dolmetscher, mit einem Worte: von welcher Art die Biegsamkeit des Mediums sein mag, die Mittheilungen, welche es mit der grssten Leichtigkeit erhlt, tragen an sich gewhnlich einen besonderen Stempel. Es giebt auch solche, die eitlen gewissen Gedankenkreis nicht berschreiten, und sobald sie sich davon entfernen, erhalten sie nur unvollstndige, lakonische und oft falsche Oommunicationen. Abgesehen von den Ursachen der Befhigung theilen sich die Geister mit einer grsseren oder geringeren Vorhebe durch diesen oder einen anderen Vermittler (Medium) mit, je nach ihrer Sympathie; so wird derselbe Geist bei

I . j

brigens gleichen Umstnden mit gewissen Medien viel verstndlicher blos darum, weil ihm diese besser zusagen. 186. Man wre daher im Irrthume, wenn man denken wrde, dass man blos darum, weil man ein gutes Medium bei der Hand hat, wenn es auch die leichteste Schreibfhigkeit hiitte, von ihm gute Communicationen aller Art erhalten wird. Die erste Bedingung ist ohne Widerrede, sich der Quelle zu versichern, woher sie ausgehen, das heisst, bezglich der EigenschaftEIn des Geistes, der sie bertrgt; aber es ist nicht weniger nthig, auf die Eigenschaften des Werkzeuges, das man dem Geiste giebt, Bedacht zu nehmen; man muss daher die Natur des Mediums studieren, so wie man die Natur des Geistes studiert, denn das sind die zwei wesentlichen Elemente, um ein gengendes Resultat zu erhalten. Es giebt noch ein Drittes, das eine eben so wichtige Rolle spielt: es ist die Absicht, der innere Gedanke, das mehr oder weniger lbliche Gefhl des Fragestellers, und das ist begreiflich. "Damit eine Communication gut ist, muss sie von einem guten Geiste herkommen; und damit dieser gute Geist sie bertragen knne, so braucht er ein gutes Werkzeug: und damit er sie bertragen wolle, so muss ihm der Zweck auch zusagen." Der Geist, welcher in dem Gedanken liest, urtheilt darber, ob die Frage, die man ihm vorlegt, eine ernste Antwort verdient, und ob die Person, die sie an ihn richtet, auch wrdig ist, sie zu berkommen; im contrren Falle verdient er nicht seine Zeit, um den guten Saamen auf einen Felsen zu streuen, und dann machen sich die leichtfertigen und die Spottgeister lustig, weil sie, da sie sich wenig um die Wahrheit bekmmern, die Sache nicht so genau nehmen und gewhnlich wenig um die Absicht und die Mittel besorgt sind. Wir wiederholen hier die Hauptgattungen der Mediumitt, um davon gewissermaassen ein synoptisches Bild zu geben, welches alle bisher in den vorhergegangenen Hauptstcl,en Beschriebene umfassen, und die Nr. anzeigen

soll, wo davon die Rede ist und die weitere Errterung vorkommt. Wir haben die verschiedenen Gattungen Medien nach Analogie der Ursachen und Wirkungen gruppirt, ohne dass diese Klassifikation etwas Absolutes htte. Einigen begegnet man oft, Andere hingegen sind selten und selbst ausnahmsweise, was wir ausdrcklich erwhnen. Diese letzten Anzeigen sind alle von den Geistern angegeben worden, die brigens dieses Tableau mit einer besonderen Sorgfalt durchgesehen und mit zahlreichen Bemerkungen und durch neue Kategorien vervollstndigt haben, in der Art, dass es so zu sagen gnzlich ihr Werk ist. Wir haben ihre textuellen Bemerkungen durch Anfhrungszeichen angedeutet, wenn wir erachtet haben, sie hervorheben zu sollen. Sie stammen meistens von Erast und Socrates her. 187. Man kann die Medien in zwei grosse Kategorien theilen, und zwar: die Me die D fr p h y s i s c he Man i fes tat ion e n, d. h. solche, welche Krfte besitzen fr Einwirkungen der Geister auf die Materie, also fr sichtbare Erscheinungen. Dann die Me d ie n fr in tell e ctu elle Einwirkungen der Geister. Alle zwischen liegenden Verschiedenheiten der Medien beziehen sich mehr oder weniger auf die eine oder die andere der beiden Hauptkategorien. Wenn man die verschiedenen, unter dem medianimischen Einflusse hervorgebrachten Phnomene zergliedert, so sieht man, dass bei einer jeden eine physische Wirkung vorkommt, und dass sich an diese physische Wirkung sehr oft eine intelligente Erscheinung anknpfe. Die Grenze zwischen beiden lsst sich manches Mal schwer bestimmen, was aber keine nachtheiligen Consequenzen hat. Wir verstehen unter der Benennung Medien fr intelligente Effecte diejenigen, welche insbesondere mehr als Vermittler zu regelmssigen und aufeinander folgenden Mitteilungen dienen knnen. (Nr. 133.)

188.

Verschiedenheiten,

welche anen gemeinschaftlich

Gattungen sind.

der

ftledlumltt

Se n si ti v e Me die n sind Personen, welche befhigt sind, das Dasein der Geister durch einen allgemeinen, oder localen, unbestimmten oder materiellen Eindruck zu empfinden. Die meisten unterscheiden die guten oder bsen Geister nach Art des Eindruckes. (Nr. 164.) Die zarten sehr empfindlichen Medien mssen sich der Communicationen mit den heftigen Geistern oder mit solchen enthalten, deren Eindruck peinlich ist, wegen der Ermdung, die daraus hervorgeht. Die na t rl ich e Il 0 der u n be w u s s t e nM e die n sind solche, welche die Phnomene spontan, ohne irgend eine Theilnahme des eigenen Willens und am hufigsten unbewusst hervorbringen. (Nr. 161.) ji'acultative oder freiwillige Medien sind solche welche die Kraft haben, die Phnomene durch einen Akt ihres freien Willens hervorzubringen. (Nr. 160.) Wie gross auch dieser Wille sein mge, so vermgen sie nichts, wenn der Geist dazu nicht einwilligt, wodurch der Beweis fr Einfluss einer auswrtigen 1\-1 acht vorliegt

Medien fr Klopfgeister sind solche, durch deren Einfluss sich Lrm und geklopfte Scblge erzeugen. Eine sehr gewhnliche Abart der Medien mit oder ohne ihren Willen. Be weg end () Me die n sind solche, welche die Geister benutzen, um die Bewegung trger Krper hervorzubringen. Sehr gewhnlich beweglich. (NI'. 61.) Medien der Uebertragung und des Hebens sind solche, deren animrtle electrische Kraft die Geister brauchen, um das Uebertragen der trgen Krper durch die Luft und ihr Schweben daselbst ohne alle Untersttzung

hervorzubringen. Es gieht auch solche Medien, welche sich selbst heben knnen. Sie sind mehr oder ~weniger selten, je nach der Entwicklung des Phnomens, \ sehr selten in dem letzteren Falle. (N r. 75-80.) Medien fr musikalischp. Effecte,~sie}bewirken das Spiel gewisser Instrumente ohne Berhrung. Sie sind sehr selten. (N r. 24-.) Medien fr Geistererscheinungen sind solche, welche fluidische oder tastbare, und fr die Umstehenden sichtbare Geister - Erscheinungen hervorbringen knnen Kommen sehr ausnahmsweise vor. (NI'. 100, Frage 27. NI'. 104.) M:edien fr Ueberbringungen sind solche, welche den Geistern bei der Ueberbringung materieller Gegenstnde Beistand leisten knnen. Eine Abart der bewegenden Medien und fr die Uebertragung. (Ausnahmsweise vorkommend. (NI'. 96.) Nchtliche Medien sind solche, welche gewisse physische Eflekte nur in der Dunkelheit erzielen. Hier folgt die Antwort eines Geistes auf die Frage, um zu erfahren, ob man diese Medien als eine besondere Abart betrachten knne. Man kann in ihnen ohne weiteres eine Abart erkennen, aber dieses Phnomen hngt mehr von den umgebenden Umstnden als von der Natur des Mediums und des Geistes ab. Ich kann hinzufgen, dass einige diesem Einflusse der Umgebung entgehen, und dass die Mehrzahl nchtlicher Medien durch Uebung dahin gelangen knnte, eben so gut beim Tage, wie bei der Nacht zu handeln. Diese Art l\ledien sind wenig zahlreich, und man muss es erwhnen, dass die Charlatane von dieser Bedingung begnstigt, die Anwendung von Betrug, der Bauchredekunst ulld der akustischen Rhren benutzen, und die Leichtglubigkeit missbrauchen, indem sie sich fr Medien ausgeben, um 'I'baler einzusammeln. Aber dies ist unwichtig, denn die 'I'ascbenspieler im Zimmer, so wie die Taschenspieler auf

den ffentlichen Pltzen werden auf eine grausame Art entlarvt werden, und die Geister werden ihnen beweisen, dass es nicht gut ist, sich in ihr Geschft zu mischen. Ja ich wiederhole es, gewisse Charlatane werden auf ihre Finger in einer derben Art geklopft werden, um sie von dem Handwerke falscher Medien abzuschrecken. Uebrigens wird das nur eine kurze Zeit dauern. Erast. Pneumatographische Medien sind diejenigen, welche eine directe Schrift berkommen. Ein sehr seltenes Phnomen und durch die Taschenspielerei besonders sehr leicht zum Nachahmen. (NI'. 177.) An me l' k u n g. Die Geister bestanden darauf, dass wir die directe Schrift gegen unsere Meinung unter die Phnomene der physischen Ordnung einreihen sollen, aus dem Grunde sagen sie, weil die intelligenten Effecte jene sind, bei welchen sich der Geist des materiellen Gehirnes des Mediums bedient, was bei der directen Schrift nicht stattfindet. Die Handlung des Mediums ist hier ganz materiell, whrend bei einem schreibenden Medium und selbst bei dem ganz mechanischen das Gehirn immer eine active Rolle spielt. He i 1end e Me die n sind solche, die die Kraft haben zu heilen oder durch die Auflegung der Hnde oder durch das Gebet die Krankheit zu erleichtern. Diese Gabe ist nicht wesentlich medianimisch, Ilie gehrt allen Rechtglubigen an, ob sie nun Medien sind oder nicht. Sie ist oft nur ein erhhter Grad der magnetischen Kraft, welche nthigen Falls von dem Beistande guter Geister untersttzt wird. (NI'. 175.) Weckende Medien sind Personen, welche die Macht haben, durch ihren Einfluss bei Anderen die Schreib fhigkeit zu wecken. Hier ist vielmehr eine magnetische Wirkung als ein Act der sogenannten Mediumitt im engeren Sinne j denn nichts beweist uns die Intervention des Geistes. Auf

jeden Fall gehrt diess in die Reihe der physischen Effecte. (Man sehe das Hauptstck "ber die Bildung der Medien.")190. Speclelle \Jedlen fr physische Effecte. Fiihlgkeiteu. Verschiedene

Hr end e Me die n sind solche, welche die Geister nehmen. (NI'. 165.) Es giebt Viele, die sich einbilden zu hren, was nur in ihrer Einbildung ist. Sprechende ;vre,die'n, welche unter dem Einfluss der Geister reden. Genug hufig. (NI'. 166.) Sehende Medien sind solche, welche die Geister im Zustande des Wachens sehen. Das zufllige und unvermuthete Sehen eines Geistes bei einer besonderen Gelegenheit kommt sehr hufig vor; aber das stetige oder facultative Sehen der Geister ohne Unterschied ist eine Ausnahme. (NI'. 167.) Es ist eine Fhigkeit, welcher dem gegenwrtigen Zustand der Organe wiederstrebt; desshalb ist es von Vortheil, nicht immer denjenigen aufs Wort zu glauben, welche behaupten, die Geister zu sehen. Ins pi l' i rt e Me d ie n sind solche, denen die Gedanken durch die Geister eingegeben werden, sehr oft ohne ihr Wissen, sei es fr die gewhnlichen Verrichtungen des Lebens, oder fr die Arbeiten der Intelligenz. (182.) 1\1 e dien mi t ei n er Vor ah nun g sind Personen, welche unter gewissen Umstnden eine unbestimmte Anschauung der knftigen, alltglichen Dinge haben. (NI'. 184.) Pro p he ti s ehe Me die n, eine Abart der inspirirten Medien oder jener mit der Vorahnung, welche mit ErJaubniss Gottes mit grsseret Gewissheit als die Medien der Vorahnung die Enthllung der zuknftigen Dinge von einem allgemeinen Interesse erhalten, und die sie beauftragt sind , den anderen Menschen zu ihrer Richtschnur mitzutheilen.

"Es giebt wahre Propheten, aber es giebt deren noch mehr falsche, welche die Trume ihrer Einbildungskraft fr Offenbarungen halten, wenn es nicht Betrger sind, die sich dafr aus Ehrgeiz angeben." (Man sehe das Buch der Geister NI'. 6:24. Charakter des wahren Propheten".) 80mllambule Medien sind solche, welche im Zustande des Somnambulismus den Beistand der Geister geniessen. (NI'. 172.) Ekstatische Medien sind solche, welche im Zustande der Ekstase von Seiten der Geister Enthllungen erhalten. "Viele Exaltirten sind das Spiel ihrer eigenen Einbildungskraft und der trgerischen Geister, welche ihre Exaltation benutzen. Diejenigen, welche den vollen Glauben verdienen, sind sehr selten." Male nd e und ze ich n end e Me die n sind diejenigen, welche unter dem Einflusse der Geister malen und zeichnen. 'ViI' reden von denen, welche ernsthafte Sachen erhalten i denn man kann diesen Namen gewissen Medien nicht geben, welche die Spottgeister groteske Sachen machen lassen, welche der letzte 8chler verwerfen wrde. Die leichtfertigen Geister sind Nachahmer. Zu jener Zeit, als die merkwrdigen Zeichnungen vom Jupiter erschienen, da stand eine Menge angeblich zeichDPnder Medien auf, welche die Spottgeister die lcherlichsten Sachen machen liessen. Einer unter ihnen wollte unter Anderem die Zeichnungen vom J upiter verdunkeln, wenn schon nicht durch die Qualitt, wenigstens durch die Dimension. Er hiess ein Medium ein Monument zeichnen, welches eine gengende Anzahl Bogen umfasste, um die Hhe zweier Stockwerke zu erreichen. Andere liessen die sogenannten Portrts machen, welche wahre Carricaturen bilden. Musikalische Medien sind diejenigen, welche unter dem Einflusse der Geister Musik machen, componiren oder schreiben. Es giebt meehanische, halbmechanische, intuitive

und inspirirte musikalische rarische Communicationen. Effecte.)

Medien, eben so wie fr lite(Siehe Medien fr musikalische

Schreibende oder psychographische Medien sind solche, welche die Gabe besitzen, unter dem Einflusse der Geister selbst zu schreiben. M ec h an isc h schreibende Med ien sind solche, deren Hand einen unfreiwilligcn Eindruck erhlt, und die davon keine Kenntniss haben, was sie schreiben. 8ehr selten. (NI'. 179.) Schreibende halbmechanische Medien sind solche, deren Hand unfreiwillig fortgeht, die aber die augenblickliche Kenntniss der Worte und Stze nach Maassgabe der Scbrift haben. Sie sind die hufigsten. (Nr.) 181. Intuitive Medien sind solche, denen sich die Geister durch den Gedanken offenbaren, und deren Hand von ihrem Willen geleitet wird. Sie unterscheiden sich von den inspirirten Medien darin, dass die letzteren es nicht nthig haben, zu schreiben, whrend das intuitive Medium den Gedanken niederschreibt, der ihm so eben ber einen bestimmten und beschriebenen Gegenstand eingegeben wird. (NI'. 180) Sie kommen sehr hufig vor, sind aber dem Irrthum sehr ausgesetzt, weil sie oft nicht unterseheiden knnen, was von den Geistern , und was von ihrer eigenen Thatkraft kommt. Polygraphische Medien sind jene, deren Sdlrift sich mit dem Wechsel des Geistes 1 der sich offenbart, verndert, oder welche geeignet sind, dieselbe Schrift hervorzubringen, welche der Geist bei seinen Lebzeiten hatte. Der ersterwhnte Fall ist sehr hufig, der zweitl3

(Nr. 219.)

nmlich

betreffend

die Identitt

der Schrift

,

itlt seltener.

Po.lyglotte Medien sind solche, welche die Fhigkeit haben, m Sprachen zu reden oder zu schreiben die ihnen ' unbekannt sind. Sind sehr selten. ?ngebildete Medien sind solche, welche als Medien schre~ben, ohne im gewhnlichen Zustande weder lesen noch schr.eIben z~ k?nnen: Sie sind viel seltener als die Vorigen. Es Ist dabeI eme vIel grssere materielle Schwierigkeit zu berwinden.

1\)2.

11. Naeh Art der Einwirkung

der Anlage.

N ~uli n g e al s Me die n sind solche, deren Fhigkeiten noch .mcht vollstndig entwickelt sind, und die die nthige EntwIcklung noch nicht besitzen. D n pro d u k ti v e Me die n sind solche, welche nur unbedeutende Sachen erhalten, einzelne Silben, Zeichen und Buchstabe~ ohne gehrige Folgen. (Siehe das Hauptstck von der BJldung der Medien.) Gemachte oder gebildete Medien sind solche deren medianimische Fhigkeit vollstndig entwickelt ist' wel~he ?ie erhaltenen Mittheilungen mit Leichtigkeit, Ge~ n~UlgkeIt und ohne Anstand bertragen. Man begreift, dass dI:ses Resultat nur durch Uebung zu erreichen ist whrend bel den Anfngern von Medien die Communicatione~ langsam und schwierig sind. . Lakonische catlOnen, obwohl hllung. Medien sind solche, deren Communi. leicht, dennoch kurz sind und ohne Ent-

Deutliche Medien. Die Mittheilungen, welche sie e~halten, haben di~ ganze Breite und die ganze Ausdehnung, dIe man nur von eIDem vollkommenen Schriftsteller erhalten kann. Di~se !h~gkeit der LeIChtIgkeIt in hngt von der Ausdehnung der Verbindung der Fluide und von ab. Die

Geister suchen sie auf, um die Gegenstnde zu behandeln, welche grosse Enthllungen enthalten. Erfahrene Medien. Die Leichtigkeit in der Ausfhrung ist eine Sache der Uebung, welche man oft in einer kurzen Zeit erlangt, whrend die Erfahrung das Resultat eines ernsten Studiums aller Schwierigkeiten ist, welche sich bei der Ausbung des Spiritismus darstellen. Die Erfahrung giebt dem Medium den llthigen Takt, die Natur der Geiste!', welche sich manifestiren, abzuschtzen, ihre guteu oder bsen Eigenschaften nach den kleiusten Anzeichen zu beurtheilen, und die Hinterlist der Truggeister zu erkelllleu, welche sich unter dem Scheine der Wahrheit einschleichen wollen. Man begreift leicht die Wichtigkeit dieser Eigell3chaft, ohne welche alle brigeIl ohne wahren NutzeIl sind. Der Uebelstand besteht darin, dass viele Medien die Erfahrung, die Frucht des Studiums mit der Geschicklichkeit verwechsellJ, welche die Organisation hervorbrillgt. Sie halten sich fr gemachte Meister, weil sie leicht ,chreiben, sie verschmhen jeden Rath, und werden so die Beute lgenhafter, heuchlerischer Geister, welche sie kdern, illdem sie ihrem Ehrgeize schmeichellJ. (Siehe hier weiter das Hauptstck von der Beherrschung.) L e n k sam e Me die n sind solche, deren Fhigkeit sich leichter zu verschiedenen Arten der Communicationen fgt und durch welche sich alle Geister oder beilufig alle spontan oder nach Anrufung manifestiren knnen. Diese Art Medien nhert sich sehr den sensitiven Medien. Exclusive Medien, durch welche sich ein Geist mit Vorliebe manifestirt, selbst' mit Ausschluss aller Anderen, und der durch Vermittlung des Mediums fr diejenigen antwortet, welche man ruft, das hngt immer ab von dem Mangel an Lenksam keit. Wenn der Geist gut ist, so kann er dem Medium in einer lblichen Absicht aus Sympathie anhngen, wenn er bse ist, so geschieht es immer in der Absicht, das Medium in seiue Abhngigkeit zu bringen.Allau Kurde., "Bueb der Medien."

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Das ist mehr ein Fehler, als eine gute Eigenschaft, und der Beherrschung sehr nahe. (Siehe das Hauptstck von der Beherrschung.) Medien fr Evocationen. Die lenksamen Medien sind natrlich die geeignetsten fr diese Art Communicationen und fr die Fragen, welche man im Einzelnen an die Geister stellen kann. Es giebt in dieser Beziehung ganz besondere Medien. "Die Antworten beschrnken sich fast immer auf eine bestimmte Sache, welche mit der Entwicklung der allgemeinen Gegenstnde unvereinbarlich ist." Medien fr spontan Dictirtes. Sie erhalten vorzugsweise spontane Mittheilungen von Seite der Geister, die sich einfinden ohne gerufen worden zu sein. Da diese Gabe einem Medium speciell zukommt, so ist es schwierig und manches Mal sogar unmglich, durch selbes eine Anrufung zu machen. "Doch sind sie besser eingerichtet, als die von der vorhergehenden Gattung. Verstehet, dass man hier unter Einrichtung die materielle Gehirneinrichtung begreiftj denn man braucht oft, ja ich sage immer, eine grssere Summe von Intelligenz fr das spontan Dictirte als fr die Anrufungen. Versteht aber hier unter spontan Dictirtem das, was diesen Namen wirklich verdient, nicht aber einige uno vollstndigen Stze, einige gewhnlichen Gedanken, die sich in allen menschlichen Hirnksten befinden.

Ver s mac h end e Me die n: sie erhalten viel leichter gereimte Communicationell als Andere, sie sind hufig fr schlechte Verse, aber sehr selten fr gute. Poetische Medien: ohne Verse zu erhalten, haben die Communicationen, die sie erhalten, etwas Dunstiges, Sentimen tales, nichts Rauhes lsst sich darin wahrnehmen, und sie sind mehr als Andere zum Ausdrucke der zarten und

gefhlvollen Empfindungen geeignet. Alles ist darin ungewiss, und es wre unntz, von ihnen etwas Bestimmtes zu fordern. Sie sind sehr hufi/.{. Pos i ti v e Me die n: ihre Communicationen haben gewhnlich einen Charakter der Reinheit und Bestimmtheit, welche fr die umstndliche Auseinandersetzung und vollstndige Belehrung sich so gerne anpasst. Sie sind sehr selten. Literarische Medien: sie haben weder das Ungewisse der poetischen Medien, noch die gemessene Krze der positiven Medien, sondern sie reden mit Weisheit. ihr Styl ist correct, elegant, und oft von einer merkwrdigen Beredsamkeit. Incorrecto Medien: sie knnen sehr gute Sachen bekommen, Gedanken von der reinsten Moralitt; aber ihr Styl ist zerstreut, incorrect, berhuft von \Viederholungen und VOllunpassenden Ausdrcken. Die materielle Illkorrectheit des Styls ist gewhnlich die Folge des Mallgels intellectueller Bildung des Mediums, welches in diesel' 8eziehun~ fr den Geist kein gutes \V erkzeug ist. Dem Geiste liegt wenig daran, fr ihn ist der Gedanke das Wesentliche, und er berlsst auch die Freiheit, der Sache die entsprechende Form zu geben. So verhlt es sich nicht mit den falschen und unlogischen Gedanken, welche eine Mittheilung enthalten kann , diese sind immer ein Zeichen der Niedrigkeit des sich kundgebenden Geistes. Historische Medien sind solche, welche eine besondere Begabung fr historische Enthiillungen haben. Diese Gabe ist so wie alle anderen von den Kenntnissen des Mediums unabhngig, denn man sieht oft Leute von keiner Ausbildung und selbst Kinder ber ihren Bildungsgrad erhabene Gegenstnde behandeln. Eine seltene Gattung solcher positiven Medien. Wissenschaftliche Medien, wir sagen nicht gelehrte Medien, denn sie knnen oft sehr unwissend sein, und nichts destoweniger sind sie zu lVlittheilungen, welche auf die \Vissenschaft Bezug haben, speciell mehr geeignet.16*

Medicinische Medien: ihre Arbeit ist bestimmt den ' als Dolmetscher' fr medicinische Anordnungen leichter zu dienen. Man darf sie nicht mit den heilenden Medien verwechseln, drnn sie thun durchaus nichts anderes. als den Gedanken des Geistes bertragen, und haben vo~ sich selbst gar keinen Einfluss. Sind genug hufig. Re 1i gi se Me die n: sie erhalten viel leichter Mittheilungen religisen Charakters, oder welche religise Fragen behandeln, abgesehen von ihrem Glauben oder von ibren Gewohnheiten. Philosophische und moralische Medien. Ihre Mittheilungen haben im Allgemeinen moralische und Fragen einer hohen Philosophie zum Gegenstande. Sehr hufig fr die Moral. Alle diese Nuancen sind Verschiedenheiten der Begabung guter Medien. Was diejenigen betrifft, welche eine besondere Eignung fr gewisse wissenschaftliche, historische medicinische oder andere ber ihren dermaligen Wissenskreis gehende Communicationen besitzen , so seid berzeugt , dass sie diese Kenntnisse in einer frheren Existenz besessen haben, und dass sie bei ihnen in einem verborgenen Zustande geblieben sind. Sie bilden einen Theil des dem sich manifestirenden Geiste nthigen Gehirn-Materiales. Das sind die Elemente, welche ihm den Weg erleichtern um seine eigenen Ideen zu offenbaren; denn diese Medien' sind fr ihr. mehr intelligente Werkzeuge und mehr biegsam, als es ein unvernnftiger Mensch wre. Medien fr gemeine und unflthige Communi('.a t ion e n. Diese Ausdrcke kennzeichnen die Art Communicll.tionen, welche gewisse Medien zu erhalten pflegen, und die Natur der Geister, welche sie ertheilen. Wer immer die spiritische Welt nach allen Graden der Stufenleiter studirt hat, der weiss, dass es dort Geister giebt, deren Verkehrtkeit jener der verdorbenen Menschen gleichet, und die sich darin gefallen, ihre Gedanken mit den grbsten Worten auszudrcken. Andere weniger Verworfene begngen sich mit

. GeIstern

gemeinen Ausdrcken. Man begreift es, dass solche Medien den Wunsch hegen mssen, von diesem Vorzuge befreit zu sein, welchen ihnen diese Geister gewhren, und sie mssen jene beneiden, wekhe in den erhaltenen Communicationen niemals ein unanstndiges Wort gehabt haben. Es gehrt dazu eine befremdende Beirrung der Ideen, und man msste auf den guten Sinn verzichten, wenn man glauben wollte, eine solche Sprache knne von den guten Geistern kommen.

Ruh i g e Me die n: sie schreiben stets mit einer gewissen LtwgsamUeit, ohne die geringste Aufregung zu erfahren. Sc h ne 11e Me die n: sie schreiben mit einer grsseren Schnelligkeit, als sie es im gewbnlichen Zustande thun knnten. Die Geister offenbaren sich ihnen mit Blitzesschnelligkeit, man kann sagen, dass sie einen Ueberfluss vom Fluid besitzen, welcher es ihnen gestattet, sich augenblicklich mit dem Geiste zu identificiren. Diese Eigenschaft hat aucb manches Mal ihren Nachtheil, dass nmlich die Schnelligkeit der Schrift diese fr jeden Anderen ausseI' dem Medium sehr schwer leserlich macht. Sie ist auch sehr ermdend, denn sie verschwendet unntz sehr viel Fluid. COllvulsi ve (krampfhafte) Medien: sie befinden sich in einem Zustande einer fast fieberhaften Aufregung. Ihre Hand und manches Mal ihr ganzer Krper ist von einem Zittern befallen, welches sie nicht bemeistern knnen. Die wichtigste Ursache davon ist ohne Zweifel in der Organisation; aber sie hngt auch sebr von der Natur der Geister ab, die sich ihnen offenbaren. Gute und wohlwollende Geister machen immer einen sanften und angenehmell Eindruck, die bsen hingegen einen peinlichen. "Diese Medien sollen nur selten von ihrer medianimischen Gabe Gebrauch machen, deren zu hufiger Gebrauch ihr Nervensystem angreifen knnte. (Hauptstck VOll der Idelltit~Lt, VOllder Unterscheiduug der guten und bsen Geister.)"

Wir erwhnen ihrer nur im Allgemeinen zur Erinnerung und um das Tableau zu vervollstndigen, in der Vor aussetzung, dass sie hier weiter in den besonderen Kapiteln werden behandelt werden: Deber den moralischen Einfluss der Medien, ber die Beherrschung, von der Identitt der Geister und in Anderen, worauf wir besonders aufmerksam machell. Man wird darin sehen, welchen Einfluss die Tugend oder das Laster des Mediums auf die ~icherheit der Mittheiluugen ausben kann, und wie diejenigen beschaffen sind, die man mit Grund als unvollkommene oder gute Medien betrachten kann.

Be la ger t e Med i e n, welche sich von lstigen und trgerischen Geistern nicht losmachen knnen, die sich aber nicht beirren lassen. Ver b 1end e te Me di e n sind solche, welche von trgerischen Geistern missbraucht werden, und die sich ber die Natur der Communicationen, die sie erhalten, tuschen. B ehe l' l' S c h t e Me die n sind solche, welche der moralischen, oft auch der materiellen Herrschaft eines bsen Geistes unterliegen. Lei c h t s i n ni g e Me die n sind solche, die ihre Befhigung nicht ernsthaft betrachten, und sich deren nur zur Unterhaltung und zu nichtigen Sachen bedienen. Gleichgltige Medien sind solche, die von den moralischen Lehren, die sie erhalten, keinen Nutzen ziehen und ihr Betragen und ihre Gewohnheiten in nichts nderu. Ei n ge b i 1d e te Me die n sind solche, welche sich einbilden, allein im Verkehre mit hheren Geistern sich zu befinden. Sie glauben an ihre Unfehlbarkeit und betrachten Al~es, was nicht von ihnen kommt, als untergeordnet und lrrlg.

S t 0 1z e Me die n sind solche, die sich auf die berkommenen Communicationen etwas einbilden; sie gla.uben vom Spiritismus nicht mehr lernen zu mssen, und beziehen die Lehren nicht auf sich, welche sie oft von den Geistern bekommen. Sie begngen sich nicht mit den Gaben, die sie haben, sie wollen sie Alle besitzen. Re i z bar e Me die n, eine Abart der stolzen Medien, sie werden durch die Kritik belddigt, der ihre Communicationen als Object unterzogen werden knnen. Sie rgern sich liber den kleinlichsten Widerspruch, und wenn sie das zeigen, was sie bekommen, so geschieht dieses darum, um es bewundern zu lassen, nicht aber um eine Belehrung zu fordern. Gewhnlich verschmhen sie jene Personen, welche ihnen nicht unbedingt Beifall zollen und verlassen die Geseilschaften, wo sie nicht imponiren und herrschen knnen. Lasset sie gehen sich anderswo zu brsten, und mehr " Ohren zu suchen, oder sich in die Einsamkeit zugefllige rckzuziehen i die Gesellschaften, welche sie von ihrer Gegenwart befreien, erleiden keinen grossen Verlust." Eraste. Loh n s ch t i g e M e die n, die ihre Fhigkeitverwerthen. Ehr gei z i ge Me cl i e n sind solche, die ohne ihre Fhigkeit zu verwerthen, daraus einen Vortheil zu ziehen hoffen. Medien von einem schlechten Glauben sind solche, welche, obwohl sie reelle Gaben besitzen, jene simuliren, die sie nicht haben, um sich ein Ansehen zu gebeu. Man kann den Personen den Namen eines Mediums nicht beilegen, welche keine medianimische Befhigung haben und ihre Effecte nur durch Taschenspielerei hervorbringen. Egoistische Medien, die sich ihrer Befhigung nur zu ihrem eigenen Vortheile bedienen, und welche ihre erhaltenen Communicationen fr sich erhalten. Ei f er s c h t ig e Me die n sinu diejenigen, welche andere mehr geschtzte Medien mit Verdruss ansehen, welche ihneu berlegen sind. Alle schlechten Eigenschaften haben nothwendiger Weise ihr Widerspiel im Guten.

Ern s t e Me die n sind solche, die sich ihrer Gaben nur zum Guten und zu Sachen von wahrem Nutzen bedienen. Sie wrden das fr eine Entweihung derselben halten, wenn sie sich derselben zur Befriedigung der Neugierigen oder Gleichgltigen oder zu biossen Spielereien bedienten. Bescheidene Medien sind solche, die sich aus den berkommenen Communicationen kein Verdienst machen, so schn sie auch sein mgen; sie betrachten sich dabei als Fremde und halten sich vor Mystificationen nicht gesicbert. Weit davon, uneigenntzige Rathschlge zu fliehen, bitten sie sogar darum. Erg e ben e M e die n sind solche, die es begreifen, dass ein Medium eine Mission zu erfllen hat, und dass es, wenn es nthig ist, seine Neigungen, seine Gewohnheiten, seine Vergngungen, seine Zeit und selbst seine materiellen Interessen dem Wohle Anderer opfern msse. Si c her e Me d ie n sind solche, welche ausser der Leichtigkeit in der Ausfhrung, durch ihren eigenen Charakter, durch die Erhabenheit der Geister, von denen sie untersttzt werden, das meiste Vertrauen verdienen, und die am allerwenigsten ausgesetzt sind, betrogen zu werden. Wir werden spter sehen, dass diese Sicherheit durchaus nicht von dem mehr oder weniger achtbaren Namen abhngt, welchen die Geister abnehmen. "Es ist unbestritten, ihr sehet es wohl ein, dass, indem man die guten und bsen Eigenschaften der Medien bespricht, diess Widersprche und bei einigen seIhst Aergerniss hervorbringen wird. Aber was liegt daran? Die Mediumitt verbreitet sich von Tag zu Tag immer mehr, und ein Medium, welches diese Betrachtungen bel aufnehme, wrde beweisen, dass es kein gutes Medium sei, das heisst, dass es von einem bsen Geiste geleitet werde. Uebrigens wie ich es gesagt habe, alles dieses wird nur eine Zeit dauern, und die schlechten Medien, nmlich diejenigen, welche ihre

Fhigkeiten missbrauchen, oder nicht gebrauchen, werden die traurigen :Folgen davon empfinden, so wie es Einigen schon geschehell ist, sie werden auf ihre eigenen Kosten kennen lernen, was das kostet, eine Gabe, die ihnen Gott nur zu ihrem moralischen Fortschritte verliehen hat, zum Vortheile ihrer irdischen Leidenschaften zu verwenden. Wenn ihr sie auf den guten Weg nicht zurckfhren knnt, so bedauert sie, denn ich kann es sagen, das sind von Gott Verstossene. " Eraste. Dieses Tableau ist von einer grossen 'Wichtigkeit, nicht nllein fr die aufrichtigen Medien, welche im guten Glauben dasselbe lesend, trachten werden sich von den Klippen, denen sie ausgesetzt sind, zu verwahren, sondern auch fr alle Diejenigen, welche sich der Medien bedienen, weil es ihnen den lVIaassstab giebt, von dem, was sie vernnftiger Weise von ihnen erwarten knnen. Es sollte bestndig vor den Augen Desjenigen sein, der sich mit Manifestationen beschftigt, ebenso wie die spiritische Stufenleiter, wovon sie die Ergnzung ist. Diese beiden Tableaux wiederholen alle Grundstze der Doctrin, und werden mehr als ihr es glaubt, dazu beitragen, den Spiritismus auf den wahren Weg zu bringen. 198. Alle Arten Medien haben eine unbegrenzte Menge Abstufungen in Absicht auf ihre Intensitt j es giebt deren mehrere, die sozusagen nur Nuancen darstellen, die aber nichts desto weniger Thatsachen einer besonderen Begabung bilden. Es ist begreiflich, dass es usserst selten ist, dass die Gabe eines Mediums strenge auf eine einzige Gattung eingeschrnkt wre; dasselbe Medium kann ohne Zweifel mehrere Fhigkeiten besitzen; aber es giebt dabei immer eine vorherrschendll, das ist nur diejenige, welche es auszubilden trachten soll, wenn sie ntzlich ist. Es ist ein grosser Fehler, wenn man um jeden Preis die Ausbildung einer Fhigkeit erzwillgen will, die man nicht besitzt. Man soll jene F~thigkeit cultiviren, deren Anlage man in sich erkennt; ab.:Jr Anderen nachzujagen, das heisst zuerst seine Zeit verlieren, und zweitens

XVII. Hauptstck.RillIunfl lIm' Medien. Entwickhtnfl der MelIiu'Initt. Ve'rnderung der Schrift. Verlust und Unterbrechung der Mediumitt. Entwicklung der ~Iedjumltiit.

200. Wir werden uns hier hauptschlich mit den schreibenden Medien beschftigen, weil es die am meisten verbreitete Art der Mediumitt ist, und berdies weil es zugleich die einfachste und bequemste Art ist, jene nmlich, welche die befriedigendsten und vollstndigsten Resultate liefert. Es ist auch diejenige, die sich jedermann wnscht. Es giebt unglcklicher Weise bis heut zu Tage kein Kennzeichen, welches uns auch nur annherungsweise andeuten wrde, dass ~a? diese Gabe besitzt. Die phrischen Zeichen, welche el.mge P~rsonen fr ~olche Anzetn gehalten haben, haben nIchts Sicheres an siCh. Man trifft sie bei Kindern und Greisen. bei Mnnern und Frauen, mag das Temperament, der Zustand der Gesundheit, der intellectuelle oder moralische Grad der Entwicklung wie immer beschaffen sein. Es giebt nur ein einziges Mittel, das Vorhanden sein derselben :.m erproben, nmlich es zu versuchen. Man kann die 8chrift, wie wir es angegeben haben, mitte1st des Krbchens, Brettchens oder unmittelbar mit der Hand erhalten. Da dieses letzte Mittel das leichteste ist , und man kann sageu, das einzige, welches heut zu Tage angewendet wird, so laden wir dazu ein, sich de!lsen zu be-

dienen. Der Vorgang ist sehr einfach. Er besteht einzig und allein darin, einen Bleistift und Papier zu nehmen, und sich in die Lage einer schreibenden Person zu versetzen ohne weitere Vorbereitung. Aher um zum Ziele zu gelangen, sind einige Rathschlge unerlsslich. 201. Was die materielle Lage betrifft, so empfehlen wir Alles zu vermeiden, was die freie Bewegung der Hand behindern knnte. Es ist sogar vorzuziehen, dass sie nicht auf dem Papier ruhe; die Spitze der Bleifeder muss hinlnglich aufliegen, um zu schreiben, aber nicht zu viel, um Widerstand zu leisten. Alle diese Vorsichten werden unntz, sobald man dahin gelangt ist, gelnfig zu schreiben; denn dann hlt es kein Hinderniss auf. Das sind nur die Vorsichtsmaflssregeln fr den Schler. ~O~. Es ist alles Eins, sich einer Feder oder Bleifeder zn bedienen. Manche Medien ziehen die Feder vor, aber sie passt nur fr diejenigen, welche bereits gebildet sind, und die bedchtlich schreiben. Es giebt einige, die mit einer solchen Geschwindigkeit schreiben, dass der Gebrauch einer Feder fast unmglich wre, oder wenigstens sehr unbequem. Eben so verhlt es sich, wenn die Schrift zackig und unregelmssig ist, oder wenn man es mit heftigen Geistern zu thun hat, die mit der Spit/.e schlagen und sie brechen, indem sie dabei das Papier zerreissen. 203. Der Wunsch eines jerlen angehenden Mediums ist natrlich , sich mit dem Geiste von Pf>rsonen zu besprechen, die ihm theuer sind; aber er muss seine Ungeduld mssigen, denn der Verkehr mit einem bestimmten Geist ist mit materiellen Schwierigkeiten verbunden, welche ihn fu r clen Anfnger unmglich machen. Damit sich ein Geist offenharen knne, muss zwischen ihm und dem Medium eine fluidische Beziehung hestehen, die sich nicht immer augenblicklich bewerkstelligt, Nur nach Maassgahe der Entwicklung der Fhigkeit erlangt das Medium nach und nach die erforderliche Eignung sich mit einem jedem Geiste, Jer kommt, in Verbindung 1.11 setzen Es kaun also geschehen, dass (lerjenige, mit dem man verkehren will, sich nicht in den gnstigen

Ums~nden befind~t, um es zu thun, obwohl er anwesend ist; so WIe es auch sem 1< ann, dass er weder die Mglichkeit noc~l die ~~rlau bniss hat, dem Rufe zu folgen, der an ihn gerIchtet 1st. Desshalb darf man bei dem Versuche nicht darauf bestehen, einen bestimmten Geist mit Anschluss aller Anderen zu rufen; denn es geschieht oft, dass sich die fluidischen Beziehungen mit ihm nicht mit der grssten Leichtigkeit darstellen, welche Sympathie man auch fr ihn heget. Bevor man daher daran denken kann, von diesem oder jenem Geiste Oommunicationen zu erhalten, muss man an der Ausbildung der Mediumitt arbeiten und muss daher . ' emen allgemeinen Anruf machen, und sich insbesondere an seinen Schutzgeist wenden. Hier giebt es keine Beschwrungsformel. Wer immer eine solche vorschtzen wrde, der kann geraden \V eas fr einen Gaukler betrachtet werden; denn die Form is~ fr die Geister nichts. Jedoch muss jede Anrufung immer im Namen Gottes geschehen. Man kann sie in folgende oder auch in andere gleichlautend Worte kleiden: "Ich bitte Gott, den Allmchtigen, einem guten Geiste zu gestatten sich mir zu offenbaren, und mich schreiben zu lassen. Icl: bitte auch meinen 8chutzengel, mir gtigst beistehen zu wollen, und die bsen Geister zu entfernen." Man wartet hierauf, bis ein Geist sich offenbart, indem er etwas schreibt. Es kan n sein, dass es jener ist, den man wnscht; eben so wie es auch geschehen kann, dass es ein unbekannter Geist ist, oder der 8chutzengel. Auf jeden Fall giebt er sich gewhnlich zu erkennen, indem er seinen Namen unterschreibt. Aber dann entsteht die Frage ber seine Identitt, eine Frage, welche eine grosse Erfahrung erfordert, denn es gieht wenig Anfiinger I welche der Tuschung nicht ausgesetzt wren. Wir werden davon in einem abgesonderten Hauptstcke handeln. Wenn man ganz bestimmte Geister zu rufen vor hat , so ist es wesentlich, im Anfange sich nur an jene Geister zu wenden, die man als gut und sympathisch kennt, und die einen Grund haben knnen zu kommen, wie die Eltern

oder Freunde. In diesem Falle kann die Anrufung also formulirt werden: "Im Namen des allmchtigen Gottes hitte ich den Geist des N. N. sich mir zu offenbaren." - oder so: "Ich bitte Gott denf Allmchtigen, dem Geiste des N. N. zu erlauben, sich mir zu offenbaren,lhder auf eine andere diesem Gedanken entsprechende Art.*) Es ist nicht weniger nthig, dass die ersten Fragen BO gestellt werden, dass die Antwort darauf mit einem einfachen Ja oder Nein erfolgen knne, als zum Beispiele: "Bist du da? Willst du mir antworten Kannst du mich schreiben machen? u. s. w. Spter ist diese Vorsicht nicht nthig Es handelt sich anfnglich, um den Verkehr einzuleiten, die Hauptsache besteht darin, dass die Frage nicht werthlos sei, dass sie nicht :Spuren von eigenen Privat-Interessen an sich trage, und dass sie besonders der Ausdruck eines wohlwollenden und sympathetischen Gefhles fr den Geist sei, an welchen man sich wendet. (Siehe hier weiter unten das besondere Hauptstck ber die Anrufungen.) 204. Eine noch wichtigere Sache als die Art der Anrufung ist die Ruhe, die Sammlung, verbunden mit dem lebhaften Verlangen und dem festen Willen, dass es gelinge. Unter dem Willen hier verstehen wir nicht einen flchtigen Willen, der uach einem jeden Ruck (Einfall) handelt, und der alle Augenblicke durch andere Beschftigullgen ullterbrochen wird, sondern eineu ernsten, anhaltenden und festen Willen ohne Ungeduld und fieberhaftes Verlangen. Die Sammlung wird durch die Einsamkeit begnstigt, durch Jie Stille ulld durch die Beseitigung alles dessen, W:l,S eine Zerstreuung verursachelJ kann. Dann bleibt nur eine Sache

r

*) Es wre aber ein Krosser Irrthum, wenn ullch solcher Anrufungsformel man liberzeugt spin wollte, dass der sich manif,'stirend,' Geist nun anch wirklich mit dem angcrufenPll idl'ntisch spi, obgleich l'r sich als solclwn ausgiebt. Mau lege de.n Geiste Fra~en llller s(>Pzielle Flle vor, die nur ihm und ucm Fra~er, in keinem F:dle dplll Mrdium bekannt sind. Z. B. an welcher Krankhl'it ('r st,lrb, Wl'r bei seinem Scheiden aus dem Krprr zugegen war? H. dgl.

zu thun brig, nmlich alle Tage diA Versuche durch zehn Minuten oder eine Viertelstunde jedesmal mehr zu erneuern, und dies durch 14 Tage, einen Monat, zwei Monate und wenn es nthig ist, noch mehr fortzusetzen. Wir kennen Medien, die sich erst nach Ablauf von Monaten der Uebung gebildet haben, whrend andere gleich das erste Mal flssig schrieben 205. Um unntze Versuche zu vermeiden, kann man einen ernsten, vorgerckten Geist durch ein anderes Medium darber befragen. Aber man muss hier bemerken, dass wenn man an die Geister die Frage stellt, um zu erfahren, ob man ein Medium sei, so antworten sie fast immer bejahend, was aber nicht behindert, dass die Versuche oft misslingen. Das ist leicht zu erklren. Man stellt an den Geist eine allgemeine Frage, und er antwortet auf eine allgemeine Weise. Nun denn, wie man weiss, nichts ist elastischer als die medianimische Befhigung, weil sie sich unter den verschiedenartigsten ]'ormen und in sehr ver schiedenen Graden darstellen kann. Man kann also ein Medium sein, ohne es gewahr zu werden, in einer anderen Beziehung als man denkt. Auf die unbestimmte Frage: "Bin ich ein Medium?" kann der Geist mit ja antworten, auf die viel bestimmtere: "Bin ich ein schreibendes Medium '?" kann er mit nein antworten. Man muss auch auf die Natur des Geistes, welchen man fragt, Rcksicht nehmen; denn eE giebt deren so leichtfertige und so unwissende, dass sie aufs Geradewohl wie wahrhaft unbesonnene Menschen antworten. Desshalb sage:! wir, sich an aufgeklrte Geister zu wenden, die im Allgemeinen gern auf diese Frage antworten, und in dem Falle, wo ein Erfolg zu erwarten ist, den besten Weg dazu zeigen*) 2UG. Ein Mittel, welches oft gelingt, besteht darin, ein gutes, lenksames, schon ausgebildetes schreibendes Medium*1 Mltn mge aber nie vergessen, dass mglicher Weise kein aufgeklrter, sondern ein leichtsinniger Foppgeist sicb als aufgeklrter, ja hoher Geist sich manifestirt. Nur in lngerem Verkehren wird man uft dies erkennen.

als H lfsmittel zu gebrauchen. Wenn dieses seine Hand oder seine Finger auf die Band legt. die schreiben soll, so ist es selten, Jass diese nicht sogleich schreibt. Man begreift, was in diesem Falle geschieht. Die Hand, die dIe Bleifeder hlt, wird gewissermaassen ein Anhngsel von der Hand des Mediums, wie es ein Krbchen oder Brettchen wre. Nichts desto weniger wird diese Uebung sehr ntzlich sein, wenn man sie anwenden kann; weil sie oft und regelmssig wiederholt, das materielle Hinderniss berwinden hilft, und die EntlVicklun~ der Fhigkeit frdert. Es gengt auch manches 1\'1 al, in dieser Absicht den Arm od er die Hand desjenigen, der scbreiben will, stark zu magnetisi ren. Oft beschrnkt sich der Magnetiseur darauf, seine Hand auf die Schulter zu legen, und wir baben gesehen, wie einige unter diesem Einflusse schnell geschrieben haben. Dieselbe Wirkuug kann auch ohne alle Berhrung durch Jeu blosen Willen hervorgebracht weruen. Es ist leicht begreiflich, dass das V l'l'trauen des Magnetiseurs in seine eigene Macht, um dieses Resultat hervorzubringen, hier eine grosse Rolle spielen muss, und dass ein unglubiger Magnetiseur wenig oder gar keine Wirkung hervorbringen wrde. Uebrigens ist die Mitwirkung eines erfahrenen Leiters bisweilen sehr ntzlich, um den Anfnger eine Menge Vorsichten beobachten zu lassen, die er sonst oft zum N achtheile der Schnelligkeit des Fortschrittes vernachlssiget Es ist besonders nthig, ihn ber die Natur der ersten Fragen und ber die Art zu belehren, wie er sie stellen solle. Seine Rolle ist die eines Lehrers, den man entbehren kann, sobald man gengend eingebt ist. 207. Ein anderes Mittel, welches auch mchtig zur Entwickelung der SchreiLJfhigkeit beitragen kann, besteht darin, eine gewisse Anzahl Personen zu versammeln, die Alle von demselben Wunsche und vor. einer gemeinsamen Absicht belebt sind. Da sollen sie alle gleichzeitig bei einem vollkommenen ~tillschweigen und mit einer religisen ~ammlull~ zu schreiben versuchen, indem ein J erler seinenAllau K'lrdec, "Buch der MrAieu.'"

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Schutzgeist, oder einen anderen sympathischen Geist anruft. Einer aus ihnen kann zugleich, ohne besondere Bezeichnung und fr alle Glieder der Versammlung einen allgemeinen Anruf an die guten Geister machen, indem er zum Beispiel sagt: "Im Namen des allmchtigen Gottes bitten wir die guten Geister sich gtigst den anwesenden Pertlonen offenbaren zu wollen." Es ist selten, dass unter ihrer Amahl nicht einip;e deutliche Zeichen der Mediumitt geben, oder selbst in kurzer Zeit nicht gelufig schreiben wrden. Man begreift es leicht, was in diesem Falle geschieht. Die durch eine gemeinsame Absicht vereinigten Personen bilden ein collectives Ganzes, dessen Macht und Empfnglichkeit durch eine Art magnetischen Einflusses vermehrt wird, welcher zur Entwicklung der Schreibfhigkeit beitrgt. Unter den durch den vereinigten Willen angezogenen Geistern giebt es einige, die in den anwesenden Personell geeignete Werkzeuge finden, wenn nicht den Einen, so doch on9) s wal b

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=

J'rllOellullllUeru

9r4115 uub 'raulill.

=

Ju OeafeOenbut~ jtbe ~u~~anbrunll'

'S'eraeidlnill'e Illatts

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