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Ben Siegel

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  • B E NS I E G E LS K U L P T U R E N

  • Wir untersttzen die Knstlerunserer Region

    Herausgeber Sdwestbank AG, 70178 Stuttgart

    Redaktion Renate Kurz, Sdwestbank AG

    Ausstellung Sdwestbank AG, Rotebhlstrae 125, 70178 Stuttgart

    09.04. 07.05. 2008

    Text Arie Hartog, Gerhard-Marcks-Haus, Bremen

    Gestaltung Kienle gestaltet, Stuttgart

    Druck Jung & Brecht, Weil im Schnbuch

    Alle Rechte vorbehalten, Sdwestbank AG und die Autoren, Stuttgart 2008

  • B E NS I E G E LS K U L P T U R E N

    B E NS I E G E LS K U L P T U R E N

  • Die Beziehung zwischen Material und Form gehrt zu den ein-

    fachsten und gleichzeitig schwierigsten Kapiteln der Geschichte

    der Skulptur. Einfach, weil sich jeder vorstellen kann, dass ein

    Werkstoff, der Widerstand leistet, den Knstler anders heraus-

    fordert als ein geschmeidiger, leicht zu bearbeitender. Schwierig,

    weil aus dieser einfachen Beobachtung eine Unzahl an Fehl -

    urteilen folgt, die dadurch verstrkt werden, dass der in Stein

    arbeitende Bildhauer in einer Gesellschaft ohne Hand werk zu

    einer Art Vorzeigehandwerker geworden ist. Die besondere Dyna-

    mik des skulpturalen Prozesses, bei der die Widerstndigkeit des

    Materials die Dauer, keineswegs aber die Intensitt und die Rich-

    tung der sthetischen Auseinandersetzung bestimmt, wird dage -

    gen kaum wahrgenommen, obwohl sich genau dort die Knstler

    von den Handwerkern trennen.

    Ben Siegels Arbeiten sind voller Spuren einer langwierigen und

    komplexen Auseinandersetzung mit dem Material. Michelangelos

    immer wieder zitierte Bemerkung, er schle eine Idee aus einem

    Stein, hat sich in der figrlichen Bildhauerei der Moderne radikal

    gewandelt, und Siegel gehrt zu den Bildhauern, die jen seits von

    diesem prinzipiellen Bruch ansetzen (wer diese Figuren klassi-

    zis tisch nennt, sollte zurck ins Proseminar). Anstelle der idea-

    listisch verklrten Einheit einer zndenden Idee, die nur auf Be-

    freiung vom lstigen Material wartet, steht eine unauffllige und

    zugleich radikale Vielheit, die sich rumlich und krperlich durch

    B E NS I E G E LU N A U F F LLI G EV I E LH E I T

  • den Werkstoff uert. Auf den ersten Blick scheint es, als wrden grobe Formen aus einem Block

    herausgelst und diese weiter bearbeitet; als wrde eine Figur wie schon immer aus dem Stein

    herausgeschlt. Allein den menschlichen Gestalten in den Arbeiten Siegels fehlt der groe

    Gegen satz zum Stein: Es ist nie Fleisch gegen Marmor, sondern ein strukturierter Stein, in dem

    man einen Menschen erkennt. Die diversen Zwischenstufen des Arbeitsprozesses bleiben ber

    den Stein verteilt sichtbar, und so zeigt sich eine Skulptur, die auch das eigene Entstehen darstellt

    und nie vordergrndig ein Thema.

    Die einfach zu erkennende Menschendarstellung im Werk von Ben Siegel ist Figur, weil man sie

    erkennt, nicht weil sie den skulpturalen Prozess beherrscht. Durch das Motiv bekommen die

    einzelnen plastischen Elemente eine rumliche Wertigkeit, die viel weiter geht als glatt versus

    roh, rund versus eckig usw., die sogenannten abstrakten Qualitten der Bildhauerei. Die Erin -

    ne rung an den menschlichen Krper gibt Linien, Formen und den verschiedenen Bezie hungen

    zwischen ihnen eine Wertigkeit, die sowohl synchron als auch gegenlufig zur Gestaltung der

    anderen visuellen Elemente verlaufen kann. Siegels Arbeiten konfrontieren den Betrachter mit

    einem Vexierbild: Stein und /oder Figur, Form und /oder Figur, Stein und /oder Form. Auch hier

    keine forcierte Einheit wie das Credo aller Klassizisten lautet , sondern eine Synchronizitt

    der Eindrcke. Auch Titel und Darstellung sind nie wirklich eine Einheit.

    Ihre Mehrdeutigkeit entwickeln die Arbeiten von Ben Siegel dadurch, dass sie nie ein einziges

    Signal senden, sondern mehrere mgliche Punkte fr die menschliche Aufmerksamkeit be inhalten.

    Die in der Skulptur verborgene Menschendarstellung ist dann das erste Signal, worauf zuge-

    geben manche allergisch reagieren. Wer aber bereit ist, weiter zu sehen und die Spuren und die

    zeitlichen Ablufe, die sich in diesem langsamen Material verbergen zu verfolgen, entdeckt eine

    Bildhauerei, in der die Figur die Skulptur erst ermglicht.

  • LIEBESPAAR1990 Bronze | Hhe 45cm

    MENSES1997 Bronze | Hhe 34cm

  • BARBARIN1990 Kalkstein | Hhe 105cm

    PERSEUS1993 Kalkstein | Hhe 106cm

  • MANIPULATION2000 Kalkstein | Hhe 32cm

    BULIMIE1998 Marmor | Hhe 45cm

  • DER ABGEWANDTE BLICK1998 Untersberger Marmor | Hhe 147cm

  • BLACK (FEAR II)2001 Untersberger Marmor | Hhe 208cm

    BLICK ZURCK2000 Untersberger Marmor | Hhe 252cm

  • LHOMME DEBOUT2003 Bardiglio | Hhe 207cm

    SCHREITENDER1993 Kalkstein | Hhe 240cm

  • KLEINE DEPRESSION1994 Carrara Marmor | Hhe 84cm

    DER ABSCHIED1998 Untersberger Marmor | Hhe 42cm

    DER ABSCHIED1998 Bronze nach Stein | Hhe 42cm

  • RESTLESS2006 Untersberger Marmor | Hhe 50cm

    VERLUST I (LOST LOVE)2001 Kalkstein | Hhe 36cm

    SENNA1994 Untersberger Marmor | Hhe 115cm

  • GYPTEN1997 Bronze | Hhe 195cm

  • CRASH1995 Untersberger Marmor | Lnge 250cm

  • INSOMNIA1998 Krastaler Marmor | Lnge 45cm

    PRIDE2007 Untersberger Marmor | Hhe 163cm

  • MENSCHENOPFER1995 Untersberger Marmor | Lnge 195cm

  • SCHWANGER II2006 Untersberger Marmor | Hhe 55cm

    DREAMER2006 Untersberger Marmor | Hhe 48cm

  • CYSTITIS2001 Kalkstein | Hhe 73cm

  • DIE HAARNADEL2001 Kalkstein | Hhe 91cm

  • GYPTERIN I2004 Ahorn gefasst | Hhe 67cm

    HUMAN STAIN2003 Esche gefasst | Lnge 83cm

  • VOLUPTAS2004 Ahorn | Hhe 94cm

  • JO1994 Pappel | Hhe 105cm

  • Geboren 1966 in Stuttgart | 19891996 Studium der Bildhauerei bei Alfred Hrdlicka in Wien | 1996 Bhnenbild

    zu Oskar Kokoschkas Mrder, Hoffnung der Frauen, in Zusammenarbeit mit Alfred Hrdlicka und Eva Schrer,

    Fest spielhaus Hellerau, Dresden | 1996 1998 Lehrauftrag in der Meister klasse von Alfred Hrdlicka | 1998 2000

    Lehrauftrag an der Universitt fr Angewandte Kunst, Wien | 2001 Gastprofessur an der Hochschule der Knste,

    Bremen | seit 2004 Kursleiter fr Bildhauerei und Aktzeichnen an der Internationalen Som merakademie,

    Zakynthos (Griechenland).

    A U S G E W H LT E A U S S T E L L U N G E N

    1991 1. Preis und Ausfhrung von zwei Gedenktafeln zur Urauffhrung von Mo zarts Requiem in St. Michael, Wien

    1992 Der menschlicher Krper, Skulp turen, Stadt Wien | 1994 Figur, Skulpturen, BAWAG Foundation, Wien

    1995 Tradition und Verweigerung, Kunst im sakralen Raum, Kunsthalle Krems Minoritenkirche, Krems | 1996

    Neue Ge sichter, Steinskulpturen, Grafik, Bron ze plastiken, Galerie Hilger, Wien | 1997 Linien, Skulpturen,

    Grafik, Wirt schafts kammer, Wien | Von Kopf bis Fu, Skulpturen, Bron zeplastiken, Druckgrafik, Galerie Hilger,

    Wien |1998 Kunst der Gegenwart, Skulpturen, Tulln (sterreich) |2000 Figur, Skulpturen, Galerie Hilger, Wien

    2001 Kon fron tation, Steinskulpturen, Grafik, Druckgrafik, Bronze plas tiken, Kunst im Schlossquadrat, Wien

    2003 Einsamkeit, Steinskulpturen, Holzskulpturen, Zeichnungen, Radierungen, Holzschnitte, Kunst im Schloss-

    quadrat, Wien | Galerie Fischinger, Stuttgart | 2004 Galerie M-Art, Wien | Carne, ATK, Stuttgart | 2005 Skulp-

    turen und Papiere, Skulpturen, NART, im Schlo zu Spitz (sterreich) | Skulpturen, mit Alfred Hrdlicka,

    Bruno Gironcoli und Herbert Flois, Skulpturen, NART, Burg Gars-Thunau (sterrreich) | 2006 Skulpturen,

    Galerie Chobot, Wien (A) | Teilnahme an internationalen Bild hauer symposien in sterreich und Deutschland

    Lebt und arbeitet in Wien und Stuttgart.

    B E NS I E G E LB I O G R A F I E

  • B E NS I E G E L

    S K U L P T U R E N

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