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Download Türen in Fluchtwegen Nr - .Seite 3 1.2 Schweizerische Vorschriften und Normen Die gesetzlichen Grundlagen

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  • Seite 1

    Tren in Fluchtwegen Nr.012 mechanisch bettigte Fluchtwegtren

    Einleitung

    Dieses Merkblatt soll Trenhersteller, Architekten, Planer und Generalunternehmer in der

    Umsetzung der Vorschriften und Normen untersttzen.

    ____________________________________________________________________________

    Inhaltsverzeichnis 1. Allgemeines 1.1 Begriffe und Definitionen 1.2 Schweizerische Vorschriften und Normen 1.3 Europische Normen 1.3.1 Wichtige EN-Normen

    2. Schutzziel 2.1 Tren in Fluchtwegen mssen jederzeit als solche erkannt werden 2.2 Tren in Fluchtwegen mssen jederzeit in Fluchtrichtung ohne Hilfsmittel rasch geffnet werden knnen 2.3 Tren in Fluchtwegen mssen jederzeit sicher bentzt werden knnen 2.4 Tren in Fluchtwegen sind auch Tren in Rettungswegen

    3. Allgemeine Anforderungen 3.1 Trbreiten

    4. Notausgangstre 4.1 Anwendungsbereich fr Notausgangstren 4.2 Ausnahmeflle 4.3 Bemerkungen zur Anwendung von Notausgangdrcker

    5. Panikausgangstre 5.1 Anwendungsbereich fr Panikausgangstren 5.2 Vorteile mit Panikstangen 5.3 Bemerkungen zur Anwendung von Panikstangen 5.4 Zustzliche Bedienungsprobleme mit Panikstangen

    6. Funktionen von mechanischen Panikschschlssern 6.1 Drcker

    7. Anwendungsbeispiele fr mechanische Fluchtwegtren 7.1 Die Tre im Fluchtweg ist von beiden Seiten immer frei begehbar 7.2 Die Tre im Fluchtweg ist gegen die Fluchtrichtung nur fr Berechtigte ffenbar (leichte Verriegelung) 7.3 Die Tre im Fluchtweg ist gegen die Fluchtrichtung nur fr Berechtigte ffenbar (Einbruchhemmende Verriegelung)

    ANHANG I Auszug aus den VKF Brandschutzvorschriften 2017

    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Verband Schweizerische Trenbranche, Tel. 043 411 44 68, Fax 043 411 44 69, www.vst.ch, info@tueren.ch ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Version 2017_01, ersetzt Version 2013 Copyright by VST

    Technisches Merkblatt

    http://www.vst.ch/mailto:info@tueren.ch

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    1. Allgemeines Dieses Merkblatt soll dazu dienen, Tren in Fluchtwegen so zu planen und zu gestallten, dass sowohl die gesetzlichen als auch die betrieblichen Anforderungen erfllt werden knnen. ber die gesetzlichen Mindestanforderungen an Tren in Fluchtwegen entscheidet die zustndige Brandschutzbehrde und sobald Arbeitspltze betroffen sind auch das Arbeitsinspektorat. Die Fluchteigenschaft ist eine von vielen Anforderungen an Tren. Falls zustzliche Anforderungen wie Brandschutz, Schallschutz, Einbruchschutz usw. an eine Tr gestellt werden, kann es zu Ausfhrungsproblemen und Widersprchen kommen. Hier muss zusammen mit allen Beteiligten (Behrden, Hersteller, Architekt, Planer und Bauherr) eine praktikable Lsung gefunden werden.

    1.1 Begriffe und Definitionen: Fluchtweg Als Fluchtweg gilt der krzeste Weg, der a Personen zur Verfgung steht, um von einer beliebigen Stelle in Bauten und Anlagen ins Freie an einen sicheren Ort zu gelangen; b der Feuerwehr und den Rettungskrften als Einsatzweg zu einer beliebigen Stelle in Bauten und Anlagen dient. Fluchtwege sind gleichzeitig Rettungswege. Rettungsweg Der Weg, den die Interventionskrfte benutzen, um Personen zu retten oder das Ereignis zu bekmpfen. Grundstzlich: Die VKF fordert: Jeder Fluchtweg ist auch ein Rettungsweg. Die rtliche Feuerwehr kann jedoch zustzlich bestimmte Interventionseingnge als Standardangriffswege bezeichnen. Anmerkung: In den Europischen Normen wird der Fluchtweg als Rettungsweg bezeichnet. Interventionskrfte Sammelbegriff aller Einsatzkrfte wie Polizei, Sanitt, Feuerwehr usw. Interventionsweg Gemss VKF identisch mit dem Rettungsweg. Panik Panik ist ein Zustand usserster Angst vor gegenwrtiger oder angenommener (Lebens-)Gefahr. Die Wahrnehmung einer wirklich oder vermeintlich ernsten Bedrohung kann in einem Gebude mit grosser Personenbelegung zu einer Massenpanik fhren, bei welcher Personen ihre Selbstkontrolle verlieren und kopflos und unberlegt flchten. Trifft diese in Panik fliehende Menschenmenge auf eine geschlossene Fluchttre, kann ein gefhrliches Gedrnge entstehen, das ein normales ffnen der Tre ber einen Drcker stark erschwert oder verunmglicht! Anmerkung: Im Gegensatz zu den VKF-Vorschriften machen die europischen Normen einen Unterschied zwischen Notausgang und Panikausgang! EN-Norm Europische Normen EN, die im Auftrag der europischen Kommission erstellt wurden (Mandat), werden als harmonisierte Normen gekennzeichnet und beinhalten den Anhang ZA, ZB usw. Die harmonisierten europischen Normen fr Verschlsse fr Tren in Rettungswegen gelten als Stand der Technik und mssen eingehalten werden. prEN pr = proposal = Vorschlag noch nicht verabschiedete Norm. Freigabekraft Ist die senkrecht zur Trflgeloberflche an der Bettigungsstange angreifende Kraft, die erforderlich ist, um das (die) Sperrelement(e) aus dem (den) Sperrgegenstck(en) zurckzuziehen bzw. freizugeben, so dass die Tr geffnet werden kann.

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    1.2 Schweizerische Vorschriften und Normen Die gesetzlichen Grundlagen fr die Planung von Fluchtwegen und Tren in Fluchtwegen bildet die VKF Brandschutznorm 15, die seit dem 1. Januar 2015 in Kraft ist. Des weiteren den neuen Brandschutzrichtlinien die seit dem 01. Januar 2017 in Kraft sind. Diese gelten fr die ganze Schweiz. Weitere Anforderungen sind geregelt in: Verordnung 4 zum Arbeitsgesetz

    Verordnung 832.30 ber die Verhtung von Unfllen und Berufskrankheiten Wegleitung zur Verordnungen 4 des Arbeitsgesetzes des SECO EKAS Richtlinie 1511 EKAS Wegleitung durch die Arbeitssicherheit Nr. 6029 Diese Vorschriften und Normen beschreiben nicht das Produkt selbst, sondern die objektbezogenen Auslegungen und Funktionen der zu verwendenden Bauteile und / oder Einrichtungen. Die Anforderungen der Brandschutzbehrde und der Arbeitsinspektorate sind als Mindestanforderungen zu betrachten.

    1.3 Europische Normen Die europischen Normen bei Tren in Fluchtwegen beschreiben technische und funktionale Anforderungen fr mechanische und elektrische Verschlsse von Notausgangs- und Paniktren, nicht aber die Anwendung der funktionsbereiten Tren. Fr die korrekte Ausfhrung und Funktionstauglichkeit der Tren in Fluchtwegen (inklusive der notwendigen Verkabelungen) ist alleine der Hersteller verantwortlich, der die Tre als Notausgangs- oder Paniktre ausstattet und in Betrieb nimmt!

    1.3.1 Wichtige Europische Normen: SN EN 179 Schlsser und Baubeschlge Notausgangsverschlsse mit Drcker oder Stossplatte fr Tren in Rettungswegen Anforderungen und Prfverfahren SN EN 1125 Schlsser und Baubeschlge Paniktrverschlsse mit horizontaler Bettigungsstange fr Tren in Rettungswegen Anforderungen SN EN 14351-1 Fenster und Tren Produktnorm, Leistungseigenschaften Teil 1: Fenster und Aussentren ohne Eigenschaften bezglich Feuerschutz und/oder Rauchschutzeigenschaften pr EN 14351-2 Fenster und Tren - Produktnorm, Leistungseigenschaften - Teil 2: Innentren ohne Feuerschutz- und/oder Rauchdichtheitseigenschaften;

    2. Schutzziel Das Schutzziel muss bei der Planung, Konstruktion und Ausfhrung (Herstellung) beachtet werden. Auch sind die Tren so einzubauen, zu betreiben und instand zu halten, dass das Schutzziel whrend der ganzen Nutzungsdauer der Tre erfllt bleibt. Die konkreten Anforderungen an Tren in Fluchtwegen sind Bestandteil des Sicherheits-, Brandschutz- und Fluchtwegkonzeptes. Der Betreiber ist verantwortlich, dass die notwendigen Massnahmen getroffen werden, um die Sicherheit zu gewhrleisten. 2.1 Tren in Fluchtwegen mssen jederzeit als solche erkannt werden. Tren in Fluchtwegen sind gut sichtbar zu bezeichnen, z.B. durch leuchtende oder nachleuchtende Rettungszeichen. Die Bezeichnungen drfen nicht durch Vorhnge, Einrichtungen usw. verdeckt werden. .

    Piktogramm oberhalb einer

    Tr in Fluchtweg

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    2.2 Tren in Fluchtwegen mssen jederzeit in Fluchtrichtung ohne Hilfsmittel rasch geffnet werden knnen. Gemss den Normen SN EN 179 und SN EN 1125 muss ein Fluchtwegtrverschluss so gebaut sein, dass er die Tre von der Innenseite mit einer einzigen Handbewegung innerhalb einer Sekunde freigibt, ohne dass ein Schlssel oder eine vergleichbare Vorrichtung erforderlich ist. 2.3 Tren in Fluchtwegen mssen jederzeit sicher bentzt werden knnen. Das ffnen der Tren darf nicht durch Gegenstnde oder beispielsweise Schnee behindert werden. Dies ist durch geeignete Massnahmen zu gewhrleisten. Die Tren mssen standortgerecht ausgefhrt sein. Sie drfen nicht aus der Fhrung fallen und sich im Normalbetrieb nicht soweit verformen (Standfestigkeit bei Klimadifferenzen, Einwirkung von Feuchtigkeit usw.), dass sie nicht mehr geffnet werden knnen. In explosions- oder erhht brandgefhrdeten Rumen sind nur Drehflgeltren zulssig, die sich in Fluchtrichtung ffnen lassen (keine Schiebe oder nach innen ffnende Tren). Die Paniktren mssen sich unter Vorlast von 1000 N ffnen lassen. 2.4 Tren in Fluchtwegen sind auch Tren in Rettungswegen, die den Rettungskrften als Zugang ins Gebude dienen, mssen von aussen mit geeigneten Mitteln (z.B. Feuerwehrschlssel) geffnet werden knnen. 2.5 Bei Tren in Fluchtwegen mit Anforderungen an die Einbruchhemmung sind zustzlich die SN EN 1627, nationaler Anhang NA 7 zu bercksichtigen (siehe auch VST-Merkblatt 007-1). 3. Allgemeine Anforderungen 3.1 Trbreiten Die nutzbare Breit