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  • Schutz gegen elektrischen Schlag: Neufassung der DIN VDE 0100-410:2007-06

    Erluterungen zur Neufassung der DIN VDE 0100-410 vom Juni 2007

    Entsprechend der angepassten bzw. genderten Bestimmung nach DIN VDE0100-410 vom Juni 2007 besteht dieSchutzmanahme gegen elektrischenSchlag aus einer geeigneten Kombinationvon zwei unabhngigen Schutzvor-kehrungen, nmlich einer Basisschutz-vorkehrung und einer Fehlerschutz-vorkehrung, oder einer verstrktenSchutzvorkehrung, die den Basisschutz(Schutz gegen direktes Berhren) und den Fehlerschutz (Schutz bei indirektemBerhren) bewirkt.

    Ein weiterer zustzlicher Schutz ist festge-legt als Teil einer Schutzmanahme unterbestimmten Bedingungen von ueren Ein-flssen, zum Beispiel entsprechend nachfol-gendem Abschnitt 415 sowie in bestimmtenBetriebssttten, Rumen und Anlagenbesonderer Art gem den Teilen 7xx derErrichtungsbestimmung DIN VDE 0100.

    Neue Aufgliederung der DIN VDE 0100-410:2007-06 in die Abschnitte

    410 Einleitung411 Schutzmanahme: Automatische

    Abschaltung der Stromversorgung412 Schutzmanahme: Doppelte (zweite)

    oder verstrkte (erste) Isolierung413 Schutzmanahme: Schutztrennung414 Schutzmanahme: Schutz durch

    Kleinspannung mittel SELV oder PELV415 Zustzlicher Schutz

    und den Anhngen

    A Vorkehrungen fr den Basisschutz (Schutz gegen direktes Berhren) unter normalen Bedingungen

    B Vorkehrungen fr den Basisschutz (Schutz gegen direktes Berhren) unter besonderen Bedingungen

    C Schutzmanahmen zur ausschlie-lichen Anwendung, wenn die Anlage

    nur durch Elektrofachkrfte oder elektrotechnisch unterwiesene Personenbetrieben und berwacht wird.

    Die neue Aufgliederung der DIN VDE 0100-410:2007-06 mit den genanntenAbschnitten hat sich gegenber der bisher bekannten Nummerierung als auchhinsichtlich der zugehrenden Bedeutunggendert.

    Dazu wurden in der neuen DIN VDE 0100-410:2007-06 nachstehende nderungengegenber der alten Fassung vorgenommen:

    a) Neustrukturierung der fr den Errichter relevanten Schutzvorkehrungen undSchutzmanahmen in der Reihenfolge ihrer Anwendungshufigkeit; Basisschutz nunmehr im Anhang, weil er fr den Errichter durch die Betriebs-mittel normalerweise vorgegeben ist;

    b) Zusammenfhrung von mglichen Schutzmanahmen und Anwendung derSchutzmanahmen; siehe Anmerkung;

    Schutzmanahmen und deren Anwendung SIcherheitsaspekte bei der Errichtung von NiederspannungsanlagenDie Grundregel des Schutzes gegen elektrischen Schlag lautet: Gefhrliche aktive Teile drfen nicht berhrbar sein und berhrbare leitfhige Teile drfen weder unter normalen Bedingungen noch unter Einzelfehlerbedingungen zu gefhrlichen aktiven Teilen werden. Diese Grundregel ist die Basis fr alle erforderlichen Manahmen, die bei der Errichtung elektrischerAnlagen zu bercksichtigen sind, insbesondere dann, wenn es keine speziellen Festlegungen gibt und damit Eigeninitiative auf der Basis vorgegebener Schutzziele notwendig werden.

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    Technische Information Nr. 2/2009tipp

    Hager Tehalit Vertriebs GmbH & Co. KG Zum Gunterstal 66440 Blieskastel Telefon 06842 945-0 Telefax 06842 945-7666 www.hager.deTechnische nderungen vorbehalten Stand: 01/2009

  • Hager Tehalit Vertriebs GmbH & Co. KG Zum Gunterstal 66440 Blieskastel Telefon 06842 945-0 Telefax 06842 945-7666 www.hager.deTechnische nderungen vorbehalten Stand: 01/2009 2

    Technische Information Nr. 2/2009 tipp

    c) Anpassung der Begriffe an das Internationale Elektrotechnische Wrterbuch (IEV) nach IEC 60050-826 bzw. DIN VDE 0100-200:2006-06;z.B. wurde der Begriffserklrung des Hauptpotenzialausgleichs die Benennung Schutzpotenzialausgleich ber die Haupterdungsschiene zugeordnet;

    d) differenzierte Abschaltzeiten fr TT-Systeme;

    e) im TT-System als Alternative zur Anforderung an den Erder der Anlage zustzlich auch die Anforderung an denSchleifenwiderstand;

    f) FELV der Schutzmanahme automati-sche Abschaltung der Stromversorgung zugeordnet

    g) Mitfhren des Schutzleiters bei Verwendung von Betriebsmitteln mit Doppelter oder verstrkter Isolierung (Schutzklasse II);

    h) zustzlicher Schutz fr Steckdosen-Stromkreise im Laienbereich und fr Endstromkreise im Auenbereich durch Fehlerstrom-Schutzeinricht-ungen (RCDs) mit einem Bemess-ungsdifferenzstrom von 30 mA;

    i) zustzlicher Schutzpotenzialausgleich als zustzlicher Schutz;

    j) zwischen SELV- und PELV-Stromkreisen gengt die Basisisolierung.

    Anmerkung: In der Neustrukturierung wurdezum Schutz gegen elektrischen Schlagspeziell> das Anwenden der Schutzmanahme

    (frher im Teil 470) mit> der Konzeption der Schutzmanahme

    (Teil 410) zusammengefhrt.

    SchutzebenenNach wie vor werden drei Schutzebenenangefhrt:

    Basisschutz Schutz gegen direktesBerhren

    Die zugeordnete Schutzvorkehrung wirddurch Gehuse, Umhllungen, Abdeck-ungen bzw. der Luft als Basisisolierung der aktiven Teile in bereinstimmung mitAnhang A oder falls zutreffend mitAnhang B der Bestimmung realisiert.

    Fehlerschutz Schutz bei indirektemBerhren

    Der Fehlerschutz wird mittels einesSchutzpotenzialausgleichs ber dieHaupterdungsschiene - einer Verbindungaller inaktiven Leitungen und Teile miteinem Schutzleiter - und automatischerAbschaltung der Stromversorgung durcheine Schutzeinrichtung, z.B. durch eineberstrom-Schutzeinrichtung oder durcheine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD)in bereinstimmung mit Abschnitt 411 derBestimmung bewirkt.

    Zustzlicher Schutz Schutz bei direktem Berhren

    Dieser zustzliche Schutz zum Fehler-schutz ist - als zustzliche Schutz-manahme beim Versagen des Basis- und des Fehlerschutzes - erreichbar durcheine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD)mit einem Bemessungsdifferenzstrom 30 mA; siehe dazu Abschnitt 415.oder neu durch die VarianteZustzlicher Schutzpotenzialausgleich(bisher zustzlicher Potenzialausgleich).Dieser zustzliche Schutz darf nicht alseinzige, alleinige Schutzmanahmeangewendet werden, sondern nur alsZusatzschutz!

    Sicherheit durch selektive Abschaltungbeachten

    Um Totalausflle der elektrischenVersorgung auszuschlieen (Anlagen-verfgbarkeit), ergnzt die DIN 18015 Teil2: Die Zuordnung von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) zu denStromkreisen ist so vorzunehmen, dassdas Abschalten eines Fehlerstrom-Schutzschalters nicht zum Ausfallaller Stromkreise fhrt.

    bergeordnet sollten gegebenenfalls selektive Fehlerstrom-Schutzeinrichtungenden Gesamtfehlerstrom berwachen.

    Im brigen sollte eine Selektivitt durcheine Aufteilung der Stromkreise auf mehre-re Schutzeinrichtungen sowie durch eineTrennung von Licht- und Steckdosen-Stromkreisen erfolgen; EDV-Anlagen oderTiefkhlschrnke sollten grundstzlichimmer separat geschtzt werden.

    Durch die Zuordnung zu jedem einzelnenEndstromkreis werden unerwnschteAbschaltungen fehlerfreier Stromkreise,hervorgerufen durch Aufsummierungbetriebsbedingter Ableitstrme oder durchtransiente Stromimpulse bei Schalthand-lungen vermieden.

    Schutzziel ist, mglichst alle Steckdosen-Stromkreise, mit einem zustzlichen Schutzdurch Fehler-strom-Schutzeinrichtungen(RCDs) mit einem Bemessungsdifferenzstromnicht grer als 30 mA zu versehen.

    Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen zumSchutz gegen elektrischen Schlag

    Fr die Schutzmanahmen zum Schutzgegen elektrischen Schlag sind ausschlie-lich netzspannungs-unabhngige Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) zugelassen.

    Dabei sind folgende Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) zulssig:

    a) Typ A zur Auslsung bei Wechselfehler-strmen und pulsierenden Gleichfehler-strmen

    - ohne eingebaute berstrom-Schutz-einrichtung (RCCB) nach DIN VDE 0664-10 und DIN VDE 0664-11; siehe Bild 1.1

    - mit eingebauter berstrom-Schutz-einrichtung (RCBO) nach DIN VDE 0664-20 und DIN VDE 0664-21; siehe Bild 1.2

    b) Typ B zur Auslsung bei Wechselfehler-strmen, pulsierenden und glatten Gleichfehlerstrmen

    - ohne eingebaute berstrom-Schutz-einrichtung (RCCB) nach E DIN VDE 0664-100.Dieser arbeitet bei Wechsel- und pulsierenden Gleichfehlerstrmennetzspannungs-unabhngig, bei glatten Gleichfehlerstrmen netzspannungs-abhngig;

    - mit eingebauter berstrom-Schutz-einrichtung (RCBO) nach E DIN VDE 0664-200.Dieser arbeitet bei Wechsel- und pulsie-renden Gleichfehlerstrmen netzspan-nungs-unabhngig, bei glatten Gleich-fehlerstrmen netzspannungs-abhngig;

    c) Fehlerstrom-Auslser (RCUs oder RC Units) zum Anbau an Leitungsschutz-schalter nach DIN VDE 0664-20:2005-06, Anhang G;

    d) Leistungsschalter mit Fehlerstrom-Auslsern (CBRs) nach DIN VDE 0660-101:2004-03, Anhang B.

    Fr die geforderten Schutzmanahmen nachDIN VDE 0100 Schutz gegen elektrischenSchlag und Brandschutz sind derzeit nach-stehende Fehlerstrom Schutzeinrichtungen(RCDs) nicht zulssig:

    Ortsfeste Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen(RCDs) zur Schutzpegelerhhung: - in Steckdosen-Ausfhrung (SRCDs)

    nach Entwurf DIN VDE 0662:1993-08- ortsvernderliche Fehlerstrom-Schutzein-

    richtungen PRCDs nach DIN VDE 0661-10:2004-06

    Natrlich knnen diese Einrichtungen auffreiwilliger Basis eingesetzt werden, wennSchutzmanahmen nach DIN VDE 0100nicht ausdrcklich gefordert sind. Mit diesen Einrichtungen SRCDs und PRCDszur Schutzpegelerhhung wird die Ma-nahme Zustzlicher Schutz durch Fehler-strom-Schutzeinrichtungen (RCDs) alsSchutz bei direktem Berhren (im normalenBetrieb bei Versagen der anderen Schutz-manahmen oder hnlich) und auch derFehlerschutz als Schutz bei indirektemBerhren aufgrund der Anforderungen zurAuswahl nach DIN VDE 0100-530 nichterreicht, ohne Zweifel jedoch eineVerbesserung des Schutzes, also eineSchutzpegelerhhung.

    SRCDs sind noch nicht genormt.

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