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  • Institut für Produktion und Industrielles Informationsmanagement

    Universität GH Essen

    Fachbereich 5: Wirtschaftswissenschaften Universitätsstraße 9, D – 45141 Essen

    Tel.: ++49 (0) 201 / 183 - 4007 Fax: ++49 (0) 201 / 183 - 4017

    Arbeitsbericht Nr. 1

    STICKELS theoretische Begründung des Produktivitätsparadoxons der Informationstechnik

    – Darstellung, Analyse und Rekonstruktion aus der Perspektive des ‘non statement view’ –

    Univ.-Prof. Dr. Stephan Zelewski

    E-Mail: stephan.zelewski@pim.uni-essen.de

    Internet: http://www.pim.uni-essen.de/mitarbeiter/person.cfm?name=pimstze

    Essen 1999

    Alle Rechte vorbehalten.

  • Zelewski: Produktivitätsparadoxon der Informationstechnik Seite I

    Inhaltsüberblick: Seite

    1 Rahmenlegung .......................................................................................................................... 1

    1.1 Überblick über das Produktivitätsparadoxon der Informationstechnik ............................ 1

    1.2 Präsuppositionen des Produktivitätsparadoxons ............................................................... 2

    1.3 Problemstellung ................................................................................................................ 3

    2 Rekonstruktion einer theoretischen Begründung des Produktivitätsparadoxons ............. 8

    2.1 Rekonstruktionsprämissen ................................................................................................ 8

    2.2 Darstellung von STICKELS Miniaturtheorie ..................................................................... 10

    2.3 Exkurs zur zentralen Aussage der Miniaturtheorie ......................................................... 33

    2.4 Anmerkungen zur Formalisierung der Miniaturtheorie .................................................. 48

    2.5 Eine Rekonstruktion der Miniaturtheorie STICKELS aus der Perspektive des Strukturalistischen Theorienkonzepts ...................................... 56

    2.5.1 Einführung in das Strukturalistische Theorienkonzept ....................................... 56

    2.5.2 Strukturalistische Rekonstruktion der Miniaturtheorie ...................................... 62

    2.5.2.1 Terminologischer Apparat ................................................................... 62 2.5.2.2 Gesetzesartige Aussagen ..................................................................... 66 2.5.2.3 Anwendungsbedingungen ................................................................... 71

    3 Zusammenfassung und Ausblick .......................................................................................... 84

    4 Literaturverzeichnis: .............................................................................................................. 87

  • Zelewski: Produktivitätsparadoxon der Informationstechnik Seite II

    Zusammenfassung

    Es werden Probleme verdeutlicht, die bei der Formulierung von Theorien im Bereich der Wirt- schaftsinformatik auftreten können, und zugleich Optionen der Theoriegestaltung aufgezeigt, die sich zur Überwindung jener Probleme ergreifen lassen. Dabei stehen die Aspekte der Formalisie- rung und der Strukturierung „wohlgeformter“ Theorien im Vordergrund des Untersuchungsinteres- ses. Den Ausgangspunkt bilden konventionelle Theorieformulierungen, wie sie im Rahmen des „statement view“ allgemein üblich sind. Als Beispiel hierfür wird eine anspruchsvolle Theorie he- rausgegriffen, die STICKEL 1997 zur theoretischen Begründung für das Produktivitätsparadoxon der Informationstechnik publiziert hat. Um einige der Probleme, die mit STICKELS Theorieformulierung verknüpft sind, zu akzentuieren und entsprechende Lösungsvorschläge für eine modifizierte Theo- riegestaltung herauszuarbeiten, wird auf das Strukturalistische Theorienkonzept des „non statement view“ zurückgegriffen. Es stellt u.a. ein übersichtlich gegliedertes Strukturschema für wohlformu- lierte Theorien zur Verfügung. Hierdurch übt es auf den Theoriegestalter einen „heilsamen Zwang“ aus, sich sorgfältig um die Identifizierung der wesentlichen gesetzesartigen Aussagen und die Spe- zifizierung der Anwendungsbedingungen einer Theorie zu kümmern.

  • Zelewski: Produktivitätsparadoxon der Informationstechnik Seite 1

    1 Rahmenlegung 1.1 Überblick über das Produktivitätsparadoxon der Informationstechnik

    Das Produktivitätsparadoxon der Informationstechnik1) wird seit einigen Jahren in der einschlägigen Fachliteratur aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert2). Es geht von der zunächst unreflektier- ten, lediglich intuitiven Vermutung aus, daß Unternehmen ihre Produktivität3) durch Investitionen in arbeitsunterstützende Informationstechnik (im folgenden kurz als IT angesprochen) steigern müßten. Also sollte sich in der Realität feststellen lassen, daß eine positive Korrelation zwischen der Unternehmensproduktivität einerseits und dem Ausmaß an informationstechnischen Investitionen andererseits besteht. Tatsächlich existiert aber eine breite Palette empirischer Befunde, von denen die vorgenannte mutmaßliche Korrelation nicht bestätigt wird. Statt dessen lassen die Studien für einzelne Realitätsbereiche, die von ihrem jeweiligen Untersuchungsdesign bestimmt werden,

    • entweder keine statistisch signifikante positive Korrelation zwischen Unternehmensproduktivität und IT-Investitionen erkennen (Produktivitätsparadoxon i.w.S.)4),

    • oder sie zeigen sogar eine statistisch signifikante negative Korrelation zwischen den beiden vorgenannten Kenngrößen auf (Produktivitätsparadoxon i.e.S.)5).

    Ein Paradoxon im ursprünglichen Wortverständnis kommt allerdings nicht allein durch diese kon- traintuitiven empirischen Befunde zustande, da eine – zumindest partielle – Gegenläufigkeit von Unternehmensproduktivität und IT-Investitionen an sich noch kein „widersinnig“ erscheinendes Phänomen darstellen muß. Denn es läßt sich kein zwingendes Argument dafür nennen, daß Investi- tionen im allgemeinen oder gar Investitionen in arbeitsunterstützende Informationstechnik im be- sonderen notwendig produktivitätserhöhend wirken. Vielmehr läßt sich eine Fülle von Investitionen vorstellen, bei denen der Investitionsaufwand den Investitionsertrag übersteigt, so daß eine Durch- führung der Investitionen produktivitätsmindernd wirken müßte.

    1) Das Produktivitätsparadoxon der Informationstechnik wird fortan der Kürze halber auch nur als Produktivitätspa- radoxon angesprochen.

    2) Vgl. z.B. ROACH (1991), S. 85f.; MORRISON/BERNDT (1991); BRYNJOLFSSON (1992); BRYNJOLFSSON (1993); DUÉ (1993); BRYNJOLFSSON/HITT (1994); LOVEMAN (1994); mehrere Beiträge in dem Sammelwerk HARRIS (1994); STICKEL (1995); HITT/BRYNJOLFSSON (1995); BRYNJOLFSSON/YANG (1996); GIMLIN/RULE (1996), S. 2f. u. 13ff.; STICKEL (1997); PILLER (1997), insbesondere S. 13ff. (mit einem umfassenden und typisierenden Überblick über entsprechende Veröffentlichungen in den Abbildungen 8 und 9 auf S. 16ff.); STRASSMANN (1997a), S. 119ff.; STRASSMANN (1997b); STRASSMANN (1997c); ABDEL-HAMID (1997) [eine bemerkenswerte, weil „selbstreferen- tielle“ Diskussion des Produktivitätsparadoxons der Informationstechnik: es wird die Entwicklung der Produktivi- tät bei Investitionen in Informationstechnik untersucht, die ihrerseits in der Gestalt von computergestützten Ent- wicklungswerkzeugen zur Produktion von Software dient]; PILLER (1998); BRYNJOLFSSON/HITT (1998); STRASSMANN (1999a); STRASSMANN (1999b). Mitunter klingt das Produktivitätsparadoxon der Informationstech- nik auch nur mehr oder minder deutlich am Rande an; vgl. z.B. HUBER (1990), S. 51; CORSO/PAOLUCCI (1997), S. 215 u. 222.

    3) Im Rahmen dieses Arbeitsberichts werden Probleme der Definition und der empirischen Messung von Produktivi- tätskennzahlen nicht näher thematisiert. Die Existenz solcher Probleme wird keineswegs bezweifelt; doch läßt ihre Diskussion hinsichtlich der hier interessierenden Rekonstruktion einer Theorie zur Erklärung des Produktivitätspa- radoxons keine nennenswerten Erkenntnisse erwarten. Vgl. statt dessen zur Produktivitätsdefinition und -messung, speziell im Kontext der Informationstechnik, z.B. STRASSMANN (1990), S. 75ff.; HITT/BRYNJOLFSSON (1995), S. 11f. u. 26ff.; STRASSMANN (1999c), S. 61ff.

    4) Vgl. zu dieser weit gefaßten Formulierung des Produktivitätsparadoxons im Sinne einer fehlenden positiven Korre- lation z.B. ROACH (1991), S. 85; BRYNJOLFSSON (1993), S. 67f.; STICKEL (1997), S. 66, 67 u. 71.

    5) Vgl. zu dieser eng gefaßten Formulierung des Produktivitätsparadoxons im Sinne einer negativen Korrelation z.B. ROACH (1991), S. 85; BRYNJOLFSSON (1993), S. 67f.; STICKEL (1997), S. 65, 66, 67 u. 71.

  • Zelewski: Produktivitätsparadoxon der Informationstechnik Seite 2

    1.2 Präsuppositionen des Produktivitätsparadoxons

    Ein Produktivitätsparadoxon kommt strenggenommen erst dann zustande, wenn neben die zuvor angesprochenen empirischen Befunde drei zusätzliche implizite Annahmen6) hinzutreten. Im ein- zelnen wird vorausgesetzt, daß:

    q sich die Entscheidungsträger in Unternehmen rational verhalten, d.h. daß sie nur solche Investi- tionen in arbeitsunterstützende Informationstechnik beschließen, von denen sie eine Erhöhung der Unternehmensproduktivität erwarten (Rationalitätspräsupposition),

    q die Erwartungen der Entscheidungsträger hinsichtlich der prognostizierten Produktivität

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