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  • der Palitzsch-Gesellschaft e.V. ____________________________________

    Jg. 17 (2016) Nr. 2 (Mrz /April)

    Informationsblatt

    - Zum Vortrag am 17. Mrz -

    Komet Bennett, 1970 mit bloem Auge sichtbar

    Photo: Privatbesitz, Quelle unbekannt

  • 2

    Programm der Palitzsch-Gesellschaft e.V.

    Mrz / April 2016

    Ansprechpartner: Dr. Thomas Betten betten-thomas@web.de

    und: siehe letzte Seite

    Die Treffen des Palitzsch-Astroclubs und die Vortrge sind ffentlich. Interessenten sind jederzeit willkommen.

    Leitung: Gert Weigelt, (0351) 2008975, gertw@telecolumbus.net

    03. Mrz

    19.00 Uhr

    Vortrag und Diskussion

    Raumfahrt und Gravitation

    Gert Weigelt (PaG)

    Palitzsch-Museum,

    Gamigstr. 24

    17. Mrz

    19.00 Uhr

    Vortrag

    Kometen, Tod und Teufel

    Kometenforschung von Aristoteles ber Palitzsch zu Rosetta

    Prof. Dr. Dieter B. Herrmann, Berlin

    Veranstaltung des Palitzsch-Museums

    und der Palitzsch-Gesellschaft e.V.

    Veranstaltungsort:

    Hle-Gymnasium

    (Aula)

    Hle-Str. 16

    Eintritt frei

    07. April

    19.00 Uhr

    Vortrag

    Sind wir allein im All?

    - eine philosophische und astronomische Frage -

    Dr. Dietmar Scholz (PaG)

    Veranstaltung der Palitzsch-Gesellschaft e.V. und ihres Science-Fiction-Clubs

    Palitzsch-Museum, Gamigstr. 24

    21. April

    19.00 Uhr

    Vortrag

    Entdeckung von Exoplaneten

    Prof. Dr. Gnther Rdiger AIP Potsdam

    Veranstaltung des Palitzsch-Museums und der Palitzsch-Gesellschaft e.V.

    Palitzsch-Museum, Gamigstr. 24

    Eintritt frei

    noch bis zum

    31. Mrz 2016

    Im Palitzsch-Winkel

    Die astronomisch-knstlerischen Arbeiten von

    Ursula und Siegfried Seliger aus Prohlis

    Sonderausstellung des Palitzsch-Museums und der Palitzsch-Gesellschaft e.V.

    Palitzsch-Museum, Gamigstr. 24

    freitags Eintritt frei

  • 3

    Sagt die Spezielle Relativittstheorie eine Massenzunahme voraus?

    Bei Recherchen zur Speziellen Relativittstheorie ist mir aufgefallen, dass in ber 80%

    der mir zur Verfgung stehenden Physiklehrbcher seit den Zwanzigern des letzten Jahr-hunderts von einer Massenzunahme bei vergrerter Bewegungsgeschwindigkeit eines

    massebehafteten Objektes gesprochen wird und selbst in den neuesten (Lehr-)Bchern

    der letzten Wochen die relativistische Masse nicht ausgestorben ist. Es kann vermutet

    werden, dass diese Darstellung auf die ersten mehr allgemeinverstndlichen Bcher von

    Max Born zurckgehen. Einstein hat sich lange Zeit nicht klar zu diesem Thema geu-

    ert. So haben das viele Buchautoren bernommen und jahrelang wurde dieser Fakt

    nicht kritisch reflektiert. Seit den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts wird dies

    nachgeholt: Einstein hat 1948 in einem Brief an Lincoln Barnett geschrieben:

    "Es ist nicht gut, von der Masse

    eines bewegten Krpers zu sprechen, da fr M keine klare Definition gegeben werden

    kann. Man beschrnkt sich besser auf die Ruhe-Masse m. Daneben kann man ja den

    Ausdruck fr Momentum und Energie geben, wenn man das Trgheitsverhalten rasch

    bewegter Krper angeben will."

    Das M fr die Masse ist heute nicht mehr blich. Doch im Faksimile des Originals wie

    in der offiziellen deutschen bersetzung ist ein M (und nicht m) zu sehen. Es sollen hier

    die Originale zitiert werden. Vielleicht wollte Einstein mit M einen Unterschied zur

    Ruhe-Masse m aufzeigen.

    Im Lehrbuch Bergmann/Schfer, Bd.1, 11. Auflage von 1998 "Mechanik, Relativitt,

    Wrme" findet sich auf S. 94 folgender Text:

    " Albert Einstein hat 1905 postuliert, da man jede Masse m in eine Energie E0 = mc

    umwandeln kann und umgekehrt. Hier sei eine Bemerkung zum Sprachgebrauch ange-

    fgt: Bei groen Geschwindigkeiten v, die nicht mehr vernachlssigbar klein gegen die

    Lichtgeschwindigkeit c sind (c 3108 m/s ), nimmt die Masse scheinbar zu. Man

    schreibt dies durch eine Beziehung:

    .

    Es hat sich eingebrgert, m(v) als relativistische Masse (auch als mrel lesbar; Anm. G.W.)

    oder bewegte Masse zu bezeichnen und m0 (v = 0) als Ruhemasse. Diese Bezeichnun-

    gen sind jedoch irrefhrend! Einstein hat dies ausdrcklich betont. Es gibt nmlich nur

    eine wirkliche Gre m0 mit den Eigenschaften der Masse, und diese ist vollkommen unabhngig von der Geschwindigkeit.

  • 4

    Fr v = 0 besitzt diese Masse die Ruheenergie E0 = m0 c. Was sich mit der Geschwin-digkeit ndert, ist allein die Energie.

    Masse ist definiert durch die Summe ihrer Eigenschaften: Trgheit, Schwere und

    Energieinhalt."

    Ich habe gut zwei Dutzend Bcher lteren und neueren Datums auf obige Aussagen ge-

    prft. In der berwiegenden Mehrzahl spricht man von relativistischer Masse.

    Ein Artikel von L.B. Okun in Physics Today vom Juni 1989, S. 31 mit der Titel

    L.B. Okun, The Concept of Mass in the Einstein Year, State Research Center, Institute of Theoretical and Experimental Physics, 117218 Moscow, Russia, February 2, 2008.

    nimmt zu der aktuellen Faktenlagen, dass weiterhin flschlicherweise von relativisti-

    scher Masse gesprochen wird, kritisch Stellung. Hier ein kurzer Auszug:

    Der pdagogische Virus der relativistischen Masse...

    Das schwierige Thema zeigt ebenfalls, welche Bedeutung die Interpretation einer Theo-

    rie und die damit/dadurch gefundenen Messwerte haben. Natrlich wei kein Mensch

    wirklich was Masse ist. Es kann bis heute auch keiner erklren, was Kraft oder Zeit

    wirklich ist. Aber es bleibt dennoch das sehr groe Problem der richtigen Deutung /

    Erklrung von E = m c im Raum."

    Das wird auch heute noch schockierend neu fr viele Menschen sein, die es so falsch

    gelehrt bekommen haben. Doch Fakt ist, dass es keine Massenzunahmen, sondern eine Energiezunahme bei Geschwindigkeiten im Bereich v > 0 gibt. Im Buch "Physik der

    Raumzeit" von Taylor und Wheeler befrworten beide namhafte Autoren die Auffas-

    sung, dass wir eine Energiezunahme und keine Massenzunahme haben. Sie berufen sich

    dabei klar auf die Sichtweise von Okun. Es bleibt dabei: Relativistische Masse gibt es

    nicht.

    Inzwischen sind es mehr Bcher mit der richtigen Darstellung geworden. Die

    "Theoretische Physik" von Bartelsmann et.al, die letzte Ausgabe von Gerthsen Physik

    sind Beispiele, wo es eine richtige Darstellung gibt bzw. empfohlen wird, die moderne

    Sichtweise der Energiezunahme zu verwenden.

    Im Giancoli Physik Lehr- und bungsbuch, Seite 1247 (3.,erweitere Auflage 2010)

    findet sich ebenfalls der Hinweis auf die Problematik:

    "Wir mssen jedoch bei der Verwendung der relativistischen Masse vorsichtig sein. Wir knnen sie nicht einfach in Gleichungen wie F = m a oder

    (Ekin ist die klassische kinetische Energie, Anm. G.W.)

    einsetzen. Wenn wir beispielsweise die Gleichung

  • 5

    (Fr mrel kann auch m(v) geschrieben werden, Anm. G.W.)

    in F = m a setzen, erhalten wir eine Gleichung, die keine korrekte Vorhersage fr das

    Experiment liefert. (Anmerkung G.W.: Die Gleichung wre als

    zu schreiben.)

    Wenn wir jedoch das zweite Newtonsche Axiom in seiner allgemeinen Form

    F = dp dt

    aufschreiben, erhalten wir ein korrektes Resultat. Das zweite Newtonsche Axiom lautet dann in seiner allgemeinsten Form:

    mit

    und ist relativistisch gltig. Wenn wir von der Masse eines Krpers sprechen, meinen

    wir stets seine Ruhemasse. (m0 mit festem Wert, ist Impuls; Anm. G.W.)

    Aus der quivalenz von Energie und Masse kann man herleiten, dass die kinetische

    Energie Ekin bei hohen Geschwindigkeiten offensichtlich nicht durch die Beziehung

    beschrieben werden kann. Weder fr die Ruhemasse noch fr die relativistische Masse

    gilt diese Beziehung. Die Herleitung dessen und der kinetischen Energie soll nicht Ge-

    genstand dieses Beitrages sein und kann in Giancoli Physik Lehr- und bungsbuch,

    Seite 1248ff (3., erweitere Auflage 2010) nachgeschlagen werden.

    Aus dem Giancoli kann entnommen werden, dass die kinetische Energie eines Objektes

    mit der Masse m0 und der Geschwindigkeit v als

    angegeben werden kann. Bitte beachten, fr v = c ist diese

    Gleichung nicht definiert, da sich nur Objekte mit m = 0

    (wie z. B. das Photon) mit der Vakuum-Lichtgeschwin-

    digkeit c bewegen knnen.

  • 6

    Mit oben angegebenem Lorentzfaktor

    wird die Beziehung fr die (relativistische) kinetische Energie

    .

    Aus dieser Beziehung erkennt man, dass fr die Beschleunigung eines Objektes mit ei-

    ner Ruhemasse grer Null eine immer grer werdende Energie aufgebracht werden muss, je weiter sich dessen Bewegungsgeschwindigkeit v der Vakuumlichtgeschwindig-

    keit c nhert, ohne diese aber jemals erreichen zu knnen.

    Ich vermute, dass das Dargestellte nicht die letzte berraschung beim immer besseren

    Verstehen der Einsteinschen Theorien sein wird. Es ist dennoch erstaunlich, dass sich

    so viele Autoritten fehlerhaft zum Thema geuert hatten. Albert Einstein wusste

    schon, warum er meinte: "Autorittsdusel ist der grte Feind der Wahrheit."

    Gert Weigelt

    Aus der Geschi

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