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Post on 21-May-2020

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  • FROHE WEIHNACHTEN,

    STRESSIGE WEIHNACHTEN

    Frohe Weihnachten! Das sagt sich manchmal so leicht. Was für die Einen eine besinnliche Zeit ist, bedeutet für die anderen Stress pur. Und das bei Arbeitsbedingungen, die ganz be- stimmt kein Geschenk sind. Im Handel, in der Logistik - oder bei Amazon-Angestellten ist Weihnachten alles andere als froh. Wir haben das mal zusammengestellt. Oh, Du gar nicht so fröhliche Weihnachtszeit ...

    Frohe Weihnachten bei Amazon:

    Gerade investiert Amazon Millionen in eine Werbe- kampagne. Amazon-Mitarbeiter finden es in den Spots ach so schön, dort arbeiten zu dürfen. Die Wahrheit ist: Amazon verweigert noch immer Ge- spräche über Tarifverträge, sie wollen die Arbeitsbe- dingungen weiter alleine bestimmen. Das heißt für die Beschäftigten ständige Leistungskontrolle durch Vorgesetzte, Kameras und Algorithmen, immer noch schneller zu arbeiten. Kurze Inaktivität fällt sofort auf, das ist Stress pur. Gleichzeitig fallen re- gelmäßige Gehaltserhöhungen aus.

    Weil wir das ändern wollen, streiten und streiken wir da, wo Beschäftigte sich organisieren, für Tarif- verträge und Verbesserungen. Seid dabei!

    Frohe Weihnachten im Handel:

    Weihnachten ist Stress pur im Handel. Man erwartet Freundlichsein von 9 bis 20 Uhr oder länger. Und das unter schwierigen Bedingungen. Z.B. bei Kar- stadt und Kaufhof vor dem Hintergrund der Fusion, oder bei real, von der Metro-Familie zum Verkauf ausgeschrieben. Mitarbeiter*innen werden durch Tarifverträge mit der Pseudo-Klein-Gewerkschaft DHV immer schlechter gestellt.

    Unser Kampf für die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen geht weiter. Das braucht Überzeu- gungs– und Organisationskraft.

    Frohe Weihnachten im LKW:

    Eigentlich kriegen LKW-Fahrer*innen in Deutsch- land Mindestlohn. Eigentlich. In Wirklichkeit ist der Druck der Arbeitgeber*innen so groß, dass Trickse- reien z.B. bei den Pausenzeiten an der Tagesord- nung sind. So wird der Mindestlohn umgangen. Oder Kolleg*innen aus dem Osten Europas. Die ver- dienen einen Hungerlohn, schlafen wochenlang im LKW.

    Darum setzen wir uns in Deutschland für Verbesse- rungen ein und kämpfen jenseits der Grenzen - in der Internationalen Transportarbeiter-Föderation.

    Frohe Weihnachten in der Paket-Zustellung:

    Menschenunwürdig sind die Zustände hier, vor al- lem Weihnachten. In der Paketzustellbranche haben sich zum Teil mafiöse Strukturen etabliert. Unter- nehmen wie Hermes engagieren Firmen, die wiede- rum andere Firmen beauftragen, die dann Fah- rer*innen aus der Ukraine, aus Moldawien oder aus Weißrussland in die Lieferfahrzeuge setzen. Solange werden Stundenlöhne von 4,50 Euro oder sechs Euro gezahlt - und das bei Arbeitszeiten von zwölf oder sogar 16 Stunden pro Tag.

    Wir konnten die Nachunternehmerhaftung durch- setzen. Wer am Kopf der Kette verantwortlich ist, haftet jetzt. Noch besser: Sich organisieren und für gute Tarifverträge einsetzen

    Auch unsere Geschenke kommen mit großer Mühe an. ver.di-Kolleg*innen im (Online-)Handel, in der Logistik und in der Zustellung machen möglich, dass wir uns am Ende freuen können. Danke - und frohe Weihnachten!

    Informationen: Matthias Büschking,

    Tel. 0511-12400105

    matthias.bueschking@verdi.de

    AUSGABE 12/2019

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