EINSATZ VON SKYPE IM UNTERNEHMEN - Fraunhofer ESK fraunhofer esk1 fraunhofer-institut fr eingebettete systeme und kommunikationstechnik esk einsatz von skype im unternehmen chancen und risiken

Download EINSATZ VON SKYPE IM UNTERNEHMEN - Fraunhofer ESK  fraunhofer esk1 fraunhofer-institut fr eingebettete systeme und kommunikationstechnik esk einsatz von skype im unternehmen chancen und risiken

Post on 06-Feb-2018

213 views

Category:

Documents

1 download

Embed Size (px)

TRANSCRIPT

<ul><li><p>2016 Fraunhofer ESK 1</p><p>F R A U N H O F E R - I N S T I T U T F R E I N G E B E T T E T E S Y S T E M E U N D K O M M U N I K AT I O N S T E C H N I K E S K</p><p>EINSATZ VON SKYPE IM UNTERNEHMEN</p><p>CHANCEN UND RISIKEN</p></li><li><p>2016 Fraunhofer ESK 2</p><p>EINSATZ VON SKYPE IM UNTERNEHMEN</p><p> Leitung des Autorenteams: Thomas Messerer</p><p>F R A U N H O F E R - I N S T I T U T F R E I N G E B E T T E T E S Y S T E M E U N D K O M M U N I K AT I O N S T E C H N I K E S K</p><p>Chancen und Risiken</p><p>Titelbild: PantherMedia/Goodluz</p></li><li><p>2016 Fraunhofer ESK 3</p><p>Einsatz von Skype im Unternehmen</p><p>1. Zusammenfassung 4</p><p>2. Vor- und Nachteile von Skype 6</p><p>2.1 Vorteile 6</p><p>2.2 Nachteile 7</p><p>3. Fazit und Empfehlungen 9</p><p>INHALTSVERZEICHNIS</p></li><li><p>2016 Fraunhofer ESK 4</p><p>1 ZUSAMMENFASSUNG</p><p>Gegenstand dieser Studie ist der Internet-Telefoniedienst Skype, der sich grundstzlich an Endanwender rich-</p><p>tet. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob und unter welchen Umstnden sich dieses Skype-Angebot auch </p><p>fr den Einsatz in Unternehmen eignet. </p><p>Microsoft bietet darber hinaus eine Skype-Lsung (ehemals Lync) an, die sich ausdrcklich an Unternehmen </p><p>wendet. Deren Markenname ist Skype for Business. Dieser Dienst wird in der vorliegenden Studie nicht un-</p><p>tersucht; dazu hat das Autorenteam (unter Leitung von Thomas Messerer) eine eigene Kurzstudie verfasst.</p><p>Der Internetdienst Skype steht in erster Linie fr Telefonie ber das Internet, die Firma gehrt inzwischen zu </p><p>Microsoft. Neben Telefonie ermglicht er auch Telefon-Konferenzen mit bis zu 25 Personen, Desktop-Video-</p><p>Telefonie (mit bis zu 10 Teilnehmer), Instant Messaging, Anzeige des Erreichbarkeitsstatus, Datei- und </p><p>Bildschirmbertragung und gegen Entgelt auch bergnge in klassische Telefonnetze. Skype-Clients sind </p><p>kostenfrei fr verschiedene Betriebssysteme verfgbar und knnen auf Arbeitsplatzrechnern und Smartphones </p><p>genutzt werden. </p><p>Skype basiert auf der Peer-to-Peer-Technologie (P2P), welche durch die Dezentralisierung gegenber traditio-</p><p>nellen Client-Server-Netzwerken eine hhere Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit bietet. Bei frheren Versionen </p><p>wurden u.U. die Rechner von Nutzern als Supernodes genutzt, um darber Verbindungen aufzubauen. Heute </p><p>sind diese Supernodes von Microsoft gehostet, wodurch die Gefahr der Belastung von Unternehmens- </p><p>ressourcen nicht mehr besteht. Die Benutzerregistrierung und der Verbindungsaufbau erfolgen ber Skype-</p><p>Server, wenn mglich wird anschlieend eine direkte Verbindung zwischen zwei Clients (Peers) hergestellt. </p><p>Falls die Clients nicht direkt miteinander kommunizieren knnen, wird die Verbindung mittels zwischenge-</p><p>schalteter Server aufgebaut, Chatnachrichten laufen ebenfalls ber Skype-Server von Microsoft. </p><p>Skype bietet einen grundlegenden Satz an Kommunikationsfunktionen an, weitergehende Komfortfunktionen </p><p>herkmmlicher Telefonanlagen bietet Skype nicht. Zudem muss mit einer geringeren Systemverfgbarkeit </p><p>gerechnet werden, und Notrufe ber Skype sind nicht erlaubt, sodass Skype keinen Ersatz fr die klassische </p><p>Telefonie darstellt. Einige Merkmale, allen voran die Mglichkeit verschlsselter Kommunikation bei gleichzeiti-</p><p>ger Einfachheit im Gebrauch, sind jedoch auch fr die Projektarbeit mit externen Partnern interessant und wer-</p><p>den vielfach bereits genutzt. Vorteile von Skype gegenber herkmmlicher Telefonie (incl. VoIP) liegen in der </p><p>einfachen Installation und Nutzung ber verschiedene Systemplattformen hinweg.</p></li><li><p>2016 Fraunhofer ESK 5</p><p>Ein Kritikpunkt ist, dass die von Skype eingesetzten Protokolle nicht offengelegt sind und dass der Code der </p><p>Software keiner berprfung zugnglich ist, sodass Sicherheitskonzepte und deren Implementierung nicht </p><p>berprfbar sind. Zudem kann der Nutzer nicht kontrollieren, ber welche Wege bzw. Server seine Daten </p><p>transportiert werden. Auch das Schlsselmaterial liegt vollstndig in den Hnden von Microsoft.</p><p>Die Kritik an Skype ist berechtigt, die Risiken sind aber abzuwgen. Im Vergleich zu den Risiken weitgehend </p><p>ungeschtzter herkmmlicher Telefonie ist auch eine nicht berprfbare Verschlsselung vorteilhaft, da diese </p><p>gegen das Abhren whrend der bertragung im Internet schtzt. Die geschftliche Nutzung von Skype in </p><p>Unternehmen kann unter bestimmten Bedingungen befrwortet werden, wenn der Nutzen die Risiken </p><p>berwiegt. </p><p>Bei der Nutzung von Skype muss aber beachtet werden, dass Microsoft und damit auch amerikanische </p><p>Nachrichtendienste durchaus auf die Kommunikationsinhalte zugreifen knnen. Letztendlich mssen die </p><p>Nutzer ber die Risiken aufgeklrt werden und im Gebrauch entsprechende Vorsichtsmanahmen beachten.</p><p>Nachfolgend werden die Vor- und Nachteile von Skype aufgefhrt und kurz beschrieben. Eine Wertung wird </p><p>nicht vorgenommen, da diese immer auf den Einzelfall anzupassen ist.</p></li><li><p>2016 Fraunhofer ESK 6</p><p>2.1 Vorteile</p><p> Skype bietet verschlsselte Kommunikation ber das Internet. Dies bieten zwar auch andere VoIP-Dienste, </p><p>Skype hat aber eine weitaus grere Nutzerbasis. </p><p> Meist problemlose Funktion auch hinter Netzwerk-Firewalls: Die Applikation kennt die Firewall-Techniken zur </p><p>Kontrolle von Datenstrmen, analysiert die konkrete Netzwerkumgebung und konfiguriert sich automatisch </p><p>so, dass trotz Firewall- und NAT-Systemen kommuniziert werden kann. </p><p> Plattformunabhngigkeit: Skype funktioniert auf den Betriebssystem-Plattformen Windows, Mac OS X, </p><p>Linux, iOS und Android. Die aktuellste Version ist erfahrungsgem immer die Windows-Version. </p><p> Keine groen Investitionen notwendig, als Basis reicht ein Rechner mit Mikrofon und Lautsprecher aus. Fr </p><p>weitergehende Nutzung knnen ein Headset und eine Videokamera sinnvoll sein. </p><p> Einfache Bedienung: Die Oberflche ist einfach und intuitiv bedienbar. Es gibt benutzerfreundliche Hilfen zur </p><p>Konfiguration der Audiogerte und der Kamera. </p><p> Alle Kommunikationsdienste sind unter einer Oberflche zusammengefasst. </p><p> Erreichbarkeitssteuerung und Anwesenheitsinformationen (Presence): Die nach auen hin sichtbare </p><p>Prsenzinformation kann der Nutzer steuern, der Benutzer hat Zugriff auf die Prsenzinformationen seiner </p><p>Kontakte. </p><p> Mit Skype kann anonym bzw. pseudonym kommuniziert werden, nach auen hin ist nur der Nickname sicht-</p><p>bar. </p><p> Parallelnutzung zweier Clients mglich, z.B. auf Arbeitsplatzrechner und Mobiltelefon. Ankommende Anrufe </p><p>werden an beiden Gerten signalisiert, die Verbindung kann an einem Client angenommen werden. Auf IM </p><p>kann an beiden Gerten parallel geantwortet werden. </p><p> Skype ist kostenlos, abgesehen von den Gebhren fr Gesprche in ffentliche Telefonnetze</p><p>2 VOR- UND NACHTEILE VON SKYPE</p></li><li><p>2016 Fraunhofer ESK 7</p><p>2.2 Nachteile</p><p>Den genannten Vorteilen stehen aber auch Nachteile gegenber:</p><p> Fehlende Standardisierung und fehlende Interoperabilitt, es wird ein proprietres Kommunikationsprotokoll </p><p>verwendet. Dies zeigt sich besonders an folgenden Stellen:</p><p> Es gibt lediglich Schnittstellen zur klassischen Telefonie. </p><p> Chat funktioniert nur innerhalb des Skype-Netzwerkes, jeder Partner, mit dem kommuniziert werden </p><p>soll, bentigt eine Skype-Benutzerkennung.</p><p> Schnittstellen zu Verzeichnisdiensten bspw. per LDAP sind nicht vorgesehen. </p><p> Die Leistungsmerkmale von Skype reichen nicht an die von Telefonanlagen heran. Merkmale wie Chef-</p><p>Sekretrfunktion, Rckfrage und Teamfunktionen gibt es nicht. </p><p> Skype kann nicht fr Notrufe verwendet werden. </p><p> Eingeschrnkter Support: Bei Problemen mit der Software ist eine Kontaktaufnahme mit dem Hersteller nur </p><p>per E-Mail mglich, telefonische Anfragen zur Problemlsung knnen nicht gestellt werden. </p><p> Die Sicherheit der Verschlsselung kann nicht gewhrleistet werden, da sie in der Hand von Microsoft liegt </p><p>und nicht unabhngig berprft werden kann. Vor allem weil das Schlsselmaterial nicht vom Nutzer selbst, </p><p>sondern vom Skype-System (Client oder Server) erzeugt wird, ist seine Vertrauenswrdigkeit stark einge-</p><p>schrnkt. </p><p> Dadurch, dass jeder Nutzer seinen Skype-Namen selbst whlen kann und weitere Angaben nicht berprft </p><p>werden, ist die Identitt der Gegenseite nicht zweifelsfrei feststellbar, wenn der Partner nicht persnlich be-</p><p>kannt ist. </p><p> Bei der automatisierten Prsenzsteuerung knnen die Kontakte das Nutzerverhalten berwachen. Allerdings </p><p>kann der Erreichbarkeitsstatus auch manuell gesteuert werden.</p></li><li><p>2016 Fraunhofer ESK 8</p><p> Da Skype unabhngig von den Internetprovidern arbeitet, kann fr die Kommunikation ber das Internet </p><p>keine Dienstgte garantiert werden. Es werden oft Netze verschiedener Provider durchlaufen, was die </p><p>bertragungsqualitt negativ beeinflussen kann. Die Situation hat sich in den letzten Jahren durch steigende </p><p>bertragungskapazitten in allen Netzebenen verbessert, Qualittsprobleme bei Audio- und </p><p>Videoverbindungen knnen trotzdem nicht ausgeschlossen werden. </p><p> Die fr den Einsatz im Unternehmen wichtige Verfgbarkeit des Dienstes wird von Microsoft nicht garan-</p><p>tiert. Das gilt zum einen fr die technische Verfgbarkeit, zum anderen aber auch fr den Fortbestand des </p><p>Angebots generell. </p><p> Unabhngig von technischen Themen wird Skype von manchen Mobilfunkprovidern technisch blockiert, </p><p>oder ist vertraglich verboten.</p></li><li><p>2016 Fraunhofer ESK 9</p><p>In Unternehmen ist Skype schon aufgrund der fehlenden Notrufmglichkeit, mangelnder Verfgbarkeits- </p><p>garantien und des eingeschrnkten Funktionsumfangs kein Ersatz fr Telefonanlagen wie sie heute im </p><p>geschftlichen Einsatz blich sind. </p><p>Die Vorteile von Skype gegenber herkmmlicher Telefonie liegen in der einfachen Installation, der Nutzung </p><p>ber verschiedene Systemplattformen hinweg sowie in der Verschlsselung der Kommunikation. Skype bringt </p><p>als Kommunikationsmedium jedoch zahlreiche Sicherheits- und Rechtsfragen mit sich. Nach Meinung des </p><p>Autorenteams sind derzeit erhebliche Sicherheitsrisiken vorhanden. Zum einen ist die Vertraulichkeit der </p><p>Kommunikation nicht gewhrleistet, zum anderen ist nicht gewhrleistet, dass Skype auch langfristig (kosten-</p><p>los) angeboten wird.</p><p>Nach einer Abwgung von Nutzen und Sicherheitsbedenken wird eine Nutzung von Skype daher aktuell nur in </p><p>begrndeten Ausnahmefllen empfohlen!</p><p>Zu diesem Schluss fhrten insbesondere die gesetzlichen Vorgaben in den USA fr Zugriffsmglichkeiten durch </p><p>US-Nachrichtendienste auf Verbindungs- und Kommunikationsdaten. Bei internationalen Kontakten ist Skype </p><p>einer unverschlsselten Kommunikation vorzuziehen, da hier sonst noch weniger kontrollierte </p><p>Nachrichtendienste die Kommunikation berwachen knnen.</p><p>Die leitungsgebundene Telefonie erscheint fr die Kommunikation ber ffentliche Netze innerhalb </p><p>Deutschlands und Europas noch einigermaen sicher. Da in den deregulierten Kommunikationsmrkten </p><p>Europas vor allem Kostenaspekte ber die Wegewahl entscheiden, knnen aber auch fr innerdeutsche </p><p>Verbindungen keine Aussagen mehr zur Leitungsfhrung getroffen werden.</p><p>Bei der Nutzung von Telefonanschlssen deutscher oder europischer Provider haben die Kunden jedoch eine </p><p>gewisse Rechtssicherheit. </p><p>Fr eine sichere Sprachkommunikation mit beliebigen Partnern in der Welt, die nicht auf spezielle Endgerte </p><p>oder Software angewiesen ist, und die auch vor Nachrichtendiensten sicher ist, gibt es derzeit keine Lsung. </p><p>Fr den Austausch sicherheitsrelevanter und geschftskritischer Informationen werden Skype und </p><p>unverschlsselte Telefonie prinzipiell nicht empfohlen!</p><p>3 FAZIT UND EMPFEHLUNGEN</p></li><li><p>2016 Fraunhofer ESK 10</p><p>Impressum und Kontakt</p><p>Einsatz von Skype im Unternehmen - Chancen und Risiken</p><p>Herausgeber und Kontakt</p><p>Fraunhofer-Institut fr Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK</p><p>Hansastr. 32</p><p>80686 Mnchen</p><p>Telefon: 089 547088-0</p><p>Fax: 089 547088-220</p><p>info@esk.fraunhofer.de</p><p>www.esk.fraunhofer.de</p><p>Leitung des Autorenteams:</p><p>Thomas Messerer</p><p>Redaktion:</p><p>Hans-Thomas Hengl</p><p>Telefon: 089 547088-396</p><p>hans-thomas.hengl@esk.fraunhofer.de</p><p>Bitte rufen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben, weitere Informationen oder ein konkretes Angebot</p><p>wnschen.</p><p> Fraunhofer-Institut fr Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK, Mnchen 2016.</p><p>Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck sowie bersetzung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.</p></li></ul>

Recommended

View more >