Zukunft Führung - zukunft- ?· die Kommunikation und Kommunikationswege ... alle Teile müssen gesund…

Download Zukunft Führung - zukunft- ?· die Kommunikation und Kommunikationswege ... alle Teile müssen gesund…

Post on 17-Sep-2018

213 views

Category:

Documents

0 download

TRANSCRIPT

zusammen__fhrenphotocase/katharina9Zukunft Fhrung eine spannende Expedition[Befunde]2 3Transparente Strukturen, sichere Planbarkeit, sta-bile Vorhersagen, berschaubare Anforderungen an Chefs und die Qualitt ihrer Fhrungsarbeit alles Begriffe aus der Vergangenheit? Wunsch-denken? Gab es das jemals? Wie sieht Fhrung in Zukunft aus? Was wird sich ndern? Wie erleben wir die Unternehmenswirklichkeit heute und voraussichtlich in einigen Jahren? Was heit das fr Organisations- und Personalentwicklung? Und knnen Fhrungskrfte sich darauf vorbereiten?Im Nachdenken ber das Thema Fhrung tauchen eine Menge Fragen auf. Unsicherheiten werden grer, nicht erst seitdem die Krise auch die letzten Mauern einer inneren Sicherheit und Stabilitt in den Unternehmen und auch in den Menschen ins Wanken gebracht hat. Verantwortungsvolle Fh-rungskrfte fragen sich, was sie angesichts der Rahmenbedingungen tun und wie sie Mitarbeiter fhren knnen.Fhrung und Zusammenarbeit stehen schon seit ber fnfzig Jahren im Fokus der Trainings- und Beratungsfirma Coverdale Team Management GmbH. Die Entwicklung der letzten Jahre hat uns neugierig gemacht darauf, wohin die Reise geht. Wie sieht die ideale Fhrungskraft in Zukunft aus und in welchem Kontext wird sie das Unternehmen und die Mitarbeiter fhren?Auf unserer Suche nach Antworten haben wir uns auf eine Reise begeben. Eine Reise, die sorgfltig geplant war, und die dennoch, den Lebensrealit-ten entsprechend, ganz anders verlaufen und auch noch nicht zu Ende ist. Geplant war eine Studie, die sich mit den vernderten Anforderungen an Zusam-menarbeit und damit an Fhrung beschftigt. Eine Vorstudie verdichtete in 2007 folgende Thesen:R Internationalisierung und Virtualisierung der Organisationen schreiten voran.R Organisationen vernetzen sich mehr.R Neue Kommunikationsmedien beschleunigen die Kommunikation und Kommunikationswege verndern sich stndig.R Kunden werden anspruchsvoller.R Die Vernderungsgeschwindigkeit der Mrkte und Organisationen nimmt weiter zu.R Ansprche der Mitarbeiter an die Fhrung steigen.R Organisationen begegnen diesen Vernderungen mit neuen und/oder zur klassischen Hierarchie ergnzenden Organisationsformen, beispielsweise Matrixorganisationen, virtuellen Teams, interna-tionalen Teams.Die schon bekannten Thesen zeigten uns, dass auch eine umfangreichere Befragung keinen zustzlichen Erkenntnisgewinn bringen wrde. Die Erfahrungen der Krise manifestierten diese Thesen dann nach-haltig auch ohne weitere Studie! Doch wie wird es weiter gehen? Worauf mssen sich Fhrungskrfte von morgen vorbereiten? Antworten wollten wir aus den Unternehmen, von denen, die es betrifft: erfahrene Fhrungskrfte aus den mittleren oder hheren Managementebenen und Stabsmitarbeiter aus Personal- und Organisationsent-wicklung. Die Idee entstand, eher implizites Wissen dieser Zielgruppe aufzugreifen statt mit einem vorge-fertigten detaillierten Fragebogen quantitative Ergeb-nisse zu generieren. Aus den Thesen oben entwickel-ten wir eine Bildmetapher siehe Kasten , die als Einstieg und Stimulanz zu ausfhrlichen Interviews ber die Zukunft von Fhrung dienten. Die Gesprche fanden von Oktober 2009 bis Mrz 2010 statt.[Einleitung]Die Fhrung der Organisation ist wie das Gehirn des Individuums.Es gibt eine Vielzahl von Systemen und Wegen, wo und wie kommuni-ziert und Entscheidungen getroffen werden. Neben dem Gehirn und den Nervenbahnen gibt es z.B. das Hor-monsystem und selbstorganisierte Prozesse, wie z.B. das Immunsystem.Reaktionen der Teilsysteme erfolgen zum Teil autonom und sehr schnell und gelangen unter Umstnden nicht sofort ins Bewusstsein. Damit sind sie nur verzgert fr bewusste Entschei-dungen verfgbar.Neben bewussten Erfahrungen und Wissen gibt es auch unbewusste Erfahrungen und Wissen, die aber ebenfalls Entscheidungen und Verhal-ten des Systems beeinflussen. Auch hier stellt sich die Frage, wie in einer derartig komplexen, vielschichtigen und sich schnell verndernden Situa-tion erfolgreich gefhrt werden kann.[Bild AadR]4 5Die Befragung wurde in einer Phase durchgefhrt, die noch von der Krise der Finanzmrkte geprgt war. Jedoch haben wir versucht, diesen Einfluss beiseite zu lassen. Die Auswertung der Ergebnisse hat uns von der Richtung her nicht verwundert. berrascht hat uns allerdings die Deutlichkeit der Aussagen. Fhrungs-krfte heute stehen mehr denn je unter einem enor-men Druck. Arbeitsdruck, Leistungsdruck, Vernde-rungsdruck und Weiterentwicklungsdruck verstrken sich gegenseitig. Verloren gegangen sind oft Leich-tigkeit, der Spa und die Freude daran, Menschen zu fhren und ein Unternehmen voran zu bringen.Die Mehrheit der befragten Fhrungskrfte fand sich in der Metapher wieder und in angeregten Diskussionen dazu entstanden Themen, wie Fhrung ist nicht nur Kopf, also rational, sondern Emotionen sind wichtig, und alle Teile mssen gesund sein, damit die Organisation erfolgreich ist.Das Bild des menschlichen Organismus regte an, darber nachzudenken, dass Fhrung nicht nur im Gehirn stattfindet, dass Menschen wie Organisa-tionen Warnsignale manchmal berhren, was es fr ein gesundes Wachstum braucht, wie Immun-schwche auch in Organisationen entsteht und dass es Parallelen in Stresssituationen bei Individu-en und Organisationen gibt.[Prmissen] [Befunde _1]Neue Bilder, die in den Gesprchen entstanden, spiegelten dieselben Phnomene. Komplexitt, Geschwindigkeit und Hektik beispielsweise fhrten zu Analogien mit den New Yorker Verkehrsstrmen. Oder der Schwarm und die Schwarmintelligenz, wo die Fhrung einen Impuls gibt, aber Bewegung auch ohne Fhrung entsteht. Oder die Organisation wurde wie ein kosystem betrachtet, in dem viele Elemente ineinander greifen und nachhaltig funkti-onieren mssen. Das Bild der Fhrungskraft scheint sich dabei gewandelt zu haben, denn es werden nur wenige Metaphern genannt, in denen Fhrung eine zentrale Rolle spielt, wie beispielsweise bei einem Spinnennetz.Vielen Interviews gemeinsam waren folgende Beschreibungen der Unternehmenswirklichkeit:R Vernderungen durch Wachstum, Restruktu-rierung, Downsizing, Verlagerung, Marktkoordi-nierungR Geschwindigkeit und Schnelllebigkeit zwingt zu kurzfristigerem ReagierenR Instabilitt, Fehlen eines festen Platzes und guter Regeln fhren zu UnsicherheitR Komplexitt durch organische Formen, Rollen, Prozesse, InhalteR Mehr Einfluss von Stakeholdern, wie Kunden, Eigentmern, Gesellschaft, Wettbewerb R Groe Datenmengen und Informationsfluten mssen bewltigt werdenR Neue KommunikationsmedienR Globalisierung bedeutet virtuelle Organisations-formen, andere Kulturen, InternationalittR Demographische Auswirkungen - Mangel an guten Mitarbeitern, War for Talents, ltere Mitarbeiter werden sprbar.Diese Realitt in vielen Organisationen bleibt nicht ohne Auswirkungen. Insbesondere bei den Fhrungskrften fhrt das zu unterschiedlichen Reaktionen, nur wenige davon sind konstruktiv! Informationen zur Vorgehensweise und zum KontextBefragt wurden 85 Fhrungskrfte (mittleres und hheres Management mit mindestens 5 Jahren Fhrungserfahrung) und erfahrene Stabsmitarbeiter aus den Bereichen Personal- und Organisations-entwicklung.Die Interviews wurden face to face oder telefonisch gefhrt, sie hatten eine Dauer von 30-120 Minuten.Die Befragung hatte einen qualitativen Charakter, d.h. sie kann keinen reprsentativen und statistisch berprfbaren Anspruch anmelden, zeigt aber nach unserer Einschtzung Trends auf, die wir auch auerhalb des Befragungszeitraums und in unseren Trainings- und Beratungssettings immer wieder antreffen.Die Befragung wurde im Zeitraum Oktober 2009 bis Mrz 2010 durchgefhrt, ein Zeitraum, der in vielen Unternehmen, in der Presse, wie in der gan-zen ffentlichen Wahrnehmung von der Finanz-/Wirtschaftskrise geprgt war. Dies hat sicherlich Einfluss auf die Befragung, auch wenn wir in der Befragung versucht haben, dieses Thema auszu-klammern.6 7Reaktionsmuster des Fhrungsverhaltens:RckzugBeispiele fr inneren und ueren Rckzug sind: Verlust an Identifikation und Engagement, Verun-sicherung und Stagnation, Vorsicht und Distanz, Rckgang der Kommunikation, Vertrauensverlust, Versagensangst und gesundheitliche Beeintrch-tigung, Fluktuation.AggressivittBeispiele sind: Druck ausben, Gehorsam verlangen, Eigeninteressen durchsetzen, Zunahme von Kritik und Konflikten, technokratische Kontrolle, Abwehr-haltung.AusblendenBeispiele sind: Verharren in alten Denkmustern, Ignorieren von Vernderungen, Schein-Rationalitt, Kaschieren von Unsicherheit, operative Hektik, den Blick fr das Ganze und fr das Wesentliche verlieren.beranpassungBeispiele sind: Absicherung, formale Umsetzung, Re-agieren, kein Hinterfragen, Versiegen der Innovations- und Gestaltungskraft, Selbstaus-beutung, Erschpfung.Neben diesen vier hinderlichen Reaktionsmustern fanden wir in der Untersuchung auch hilfreiche Umgangsweisen mit der derzeit erlebten Unter-nehmensrealitt. konstruktiver UmgangBeispiele sind Freirume selbst gestalten, Freude an der eigenen Arbeit, in Strategie investieren, mehr Verstndnis fr einander, Kooperationen eingehen, aktive Suche nach Orientierung.[Befunde_2] beranpassung [8 Prozent] Ausblenden [11 Prozent] Aggressivitt [18 Prozent] konstruktiver Umgang [16 Prozent]Verlassen der Situation [47 Prozent][Fhrungsverhalten: Prozentuale Aufteilung der Verhaltenskategorien][Bild AadR]8 9Wir haben die beobachteten Verhaltensweisen verschiedenen Kategorien zugeordnet Erschreckt hat uns bei der Auswertung der hohe Anteil destruktiver Verhaltensweisen, die aus unserer Erfahrungen dann kritisch sind, wenn sie ber einen lngeren Zeitraum andauern. Denn dann fhren sie sowohl bei dem Individuum als auch bei der Organisation zu einer erheblichen Belastung. Stresssymptome sind die Folge, nicht nur beim Einzelnen, sondern auch das Unternehmen kann in einen Organisationsstress geraten. Auffallend war, dass die Befragten, insbesondere, wenn sie ber ihre Kollegen und ihr Umfeld sprachen, die Situa-tion als dster und kritisch beschrieben.Doch bei der Beschreibung des erlebten Fhrungs-alltags ist es nicht geblieben, sondern auf die konkrete Frage, was Fhrung und Organisationen zuknftig brauchen, gab es klare Wnsche:R Zu etwas bergeordnetem beizutragenR Sinnstiftend ttig zu seinR In einer Werte-basierten Fhrungs- und Zusammenarbeitskultur zu arbeitenR Einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leistenR Eine gute Work-Life-Balance herstellen zu knnenR Gesundheitsaspekte in den Arbeitsalltag mehr zu integrierenR Selbstfhrung zu strkenR Stabile Zonen in der Instabilitt aufzubauen und zu sichernR Verstrkt Netzwerke zu nutzenR Neue flexiblere Organisationsformen mit mehr Gestaltungsfreiraum fr den Einzelnen zu ermglichenR Moderne Kommunikationsmedien sinnvoll einzusetzenAus den Antworten wird ersichtlich, dass Fhrungs-krfte gestrkt werden mssen! Damit meinen wir nicht, dem oft zu hrenden Ruf nach einem charismatischen Fhrer Rechnung zu tragen. Wir sind vielmehr davon berzeugt, dass Fhrungskrf-te im Dialog mit ihren Mitarbeitern mehr denn je Orientierung geben, gestalten und Verantwortung bernehmen mssen. In unserem Verstndnis dient der Fhrungsauftrag dazu, R den wirtschaftlichen Erfolg und die nachhal-tige Zukunftssicherung des Unternehmens zu gewhrleisten,R Bedingungen zu schaffen, damit alle Fh-rungskraft und Mitarbeiter bestmglich daran mitarbeiten knnen, undR ber den wirtschaftlichen Erfolg des eigenen Unternehmens hinaus etwas Sinnvolles fr die Gesellschaft zu schaffen.Die Handlungsfelder sind deutlich. Und es gibt be-reits viele Indikatoren, wie sich Zugnge zu diesen Handlungsfeldern erschlieen lassen, beispielsweise durch gute Kooperation, Rhythmus, Intuition und Loslassen knnen.Unter dem herrschenden Druck und Stress, dem Gefhl von Ohnmacht und berforderung sind diese Zugnge hufig versperrt und der Blick ist eher defizitorientiert. Wichtige Ressourcen, wie Lust, Leichtigkeit, Energie und Spa, bleiben auf der Strecke.[Befunde_3]Befragung und Auswertung sind abgeschlossen, doch die Expedition in die Zukunft Fhrung geht weiter. Die Gesprche mit den Fhrungskrften haben uns stimuliert, sich dem Thema Zukunft Fhrung noch einmal anders zu nhern und wir laden am 26. November zum Forum Zukunft_Fhrung(s)kunst nach Hamburg. Neben der von uns entwickelten Metapher haben auch die befragten Fhrungskrfte Bilder entwickelt, wie Organisati-onen heute funktionieren. Sind sie als Organisa-tionsindividuen wie Verkehrsstrme in New York, ein Orchester, Spinnenetz, ein Baum? Knstler des Projektes BauArt vom gemeinntzigen Verein Kunst und Kultur fr alle e.V. Hamburg gestalten diese und eigene Bilder zum Thema Fhrung und Organi-sation. Gemeinsam mit Knstlern, Fhrungskrften und Mitarbeitern aus Personal- und Organisations-entwicklung wollen wir unsere Reise fortsetzen. Im Dialog und kreativen Miteinander wollen wir herausfinden, wo und wie Fhrung mit Freude und Leichtigkeit auch in Zukunft mglich ist.[Expedition]10Coverdale Team Management Deutschland GmbH, Boosstrae 3, 81541 Mnchen, Telefon: +49 89-651283-0, Fax: +49 89-651283-29, germany@coverdale.com, www.coverdale.de[Bild: Martin Kleemann]mailto: germany@coverdale.comhttp://www.coverdale.de