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  • Teilnehmer und Themen

    Andr Buttler (Mnster):einfach, leicht, minimal:

    Begriffe der Wertung im Kontext sthetischer Diskurse

    Die vielschichtigen Bedeutungsebenen der oben aufgefhrten wertenden Begriffe stellen fr die(musik-)wissenschaftliche Betrachtung ein enormes Problem dar. So hat aus sprachphiloso-phischerPerspektive der Satz Dieses Stck in einfach. eine ganz klare Bedeutung, wenn er beispielsweise voneinem jugendlichen Instrumentalschler geuert wird. Schreibt man diesen Satz allerdings TheodorW. Adorno zu, bekommt er eine vllig andere Bedeutung.Es besteht also als Voraussetzung fr die Betrachtung und Bewertung von Simplizitt in der Musik dieunbedingte Notwendigkeit, sich der verwendeten Begriffe im Klaren zu sein. Das heit, dass vor jederwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Themenkomplex eine klar abgrenzende Definitionder Begriffe einfach, leicht und minimal stehen muss. In meinem Vortrag mchte ich eine kurze und exemplarische bersicht ber die Verwendung dieserund hnlicher Begriffe in Geschichte und Gegenwart geben. Dabei sollen die Betrachtungen nicht zumZiel haben, sich auf eine endgltige Definition der Begriffe zu einigen. Vielmehr sollen sie auch im Hinblick auf die bevorstehenden Diskussionen whrend des Symposiums fr die vielschichtigen Bedeutungsebenen sensibilisieren.Vita

    Andr Buttler, geboren 1993 in Gelsenkirchen, erhielt in jungen Jahren Unterricht in Komposition undMusiktheorie bei dem ungarischen Komponisten Istvn Nagy. Noch whrend der Schulzeit studierte erals Jungstudent an der Folkwang Universitt der Knste Integrative Komposition bei Gnther Steinke,wo er auch Workshops, u. a. beim Ensemble recherche, besuchte. In den Jahren 2008, 2009 und 2010war er Preistrger des Bundeswettbewerbs Komposition und nahm an den Preistrger-Meisterkursenauf Schloss Weikersheim teil. Dort lernte er bei namenhaften Komponisten wie Martin ChristophRedel, Theo Brandmller, Dieter Mack, Anette Schlnz oder Sebastian Stier. 2008 und 2009 wurde erfr seine Leistungen beim Bundeswettbewerb Komposition vom Bundesministerium fr Bildung undForschung zum Tag der Talente nach Berlin eingeladen und nahm aus den Hnden der damaligenMinisterin Annette Schavan die Auszeichnung entgegen. Zudem wurde er 2010 von der Musikschuleder Stadt Marl fr besondere Verdienste um die Musikschule sowie vom Wirtschaftsclub Marl alsMarls Bester in der Kategorie Herausragende musikalische Leistung ausgezeichnet. 2013 erhielt die Kino-Dokumentation Seelenvgel, zu der er Musik beisteuerte, den Adolf Grimme-Preis. 2014 war er Stipendiat des ersten Europischen Musikautoren-Stipendiums (EMAS) der GEMA

  • und nahm hierbei an einem Filmmusik-Workshop bei dem Komponisten Ulrich Reuter in Dresden teil.Nach dem Abitur reiste Andr Buttler nach Ecuador, um dort fr den Verein Musiker ohne Grenzen e.V. an einer Musikschule in einem Armenviertel in Guayaquil Klavier, Schlagzeug, Violoncello,Musiktheorie und Didaktik zu unterrichten. Darber hinaus grndete und leitete er dort einSinfonieorchester, das whrend der Schulferien erfolgreich ein Konzert spielte. Bis heute engagiert ersich ehrenamtlich bei dem Verein.Nach seiner Rckkehr nach Deutschland begann Andr Buttler ein Bachelor-Studium derMusikwissenschaft und der Philosophie an der Westflischen Wilhelms-Universitt Mnster. Bereits in seinem zweiten Studienjahr wurde er als Tutor fr Harmonielehre und Musikalische Analyseam Institut fr Musikwissenschaft eingestellt. Mit seiner Abschlussarbeit Annherung an einewahrnehmungssthetische Musikanthropologie erffnete er ein vllig neues Forschungsfeldinnerhalb der Musikwissenschaft, indem er Gemeinsamkeiten verschiedener Musikkulturen aufanthropologische Begebenheiten zurckfhrte. Zurzeit befindet er sich im Master-StudiumMusikwissenschaft. Im Mrz 2017 bestand er die Eignungsprfung an der Musicube academy in Bonnund wird dort ab Juni zustzlich zum Musikwissenschafts-Master Filmmusik studieren.2016 bernahm er in der Nachfolge von Wolfgang Endrs die knstlerische Leitung desSinfonieorchesters Marl. Unter seiner Leitung benannte sich das Orchester in Junge VielharmonieMarl um. Adrian Alban (Frankfurt):

    Gegen diese aufgeblhte Musikzivilisation

    Einfachheit in nationalsozialistischen Musiksthetiken

    Ausgehend von den Monographien zur Geschichte der deutschen Musik von Josef MllerBlattau(1938) und Otto Schumann (1940) soll der sthetischen Kategorie Einfachheit im Musikverstndnisnationalsozialistischer Musikwissenschaftler nachgegangen werden. Einfachheit gilt beiden als einIdeal nationalsozialistischer Musik. Durch die Einfachheit grenze sie sich zum einen von deraufgeputzten Salonmusik, kitschigen Unterhaltungs musik, und dem gemeinen Schlager und zumanderen von der so gefhlsbelasteten, in ihren ueren Mitteln imporgesteigerten berspitztenGeistreicheleien der Sinfonik ab. Die Forderung nach Einfachheit in der nationalsozialistischenMusiksthetik weist mit ihrer lustfeindlichen Zurckweisung der Unterhaltungsmusik und dergeistfeindlichen Zurckweisung der Kunstmusik direkt zum Kern der nationalsozialistisch Ideologie.Vita

    Adrian Alban studiert seit 2008 an der Goethe-Universitt Frankfurt am Main Philosophie undMusikwissenschaft. Er arbeitete als studentische Hilfskraft am Institut fr Musik wissenschaft der

  • Goethe-Universitt Frankfurt am Main und in der Zentralredaktion des Rpertoire International desSources Musicales und ist Mitglied des Arbeitskreises kritischer Musikwissenschaftler*innen Frankfurtam Main.2017 erlangt er voraussichtlich den Magister Artium in Musikwissenschaft und Philosophiemit einer Arbeit ber Theodor W. Adorno und Arnold Schnbergs A Survivor from Warsaw.Sarah Avischag Mller (Gttingen):

    Einfachheit und Natrlichkeit: Hren im Landschaftsgarten des 18. Jahrhunderts

    Dass Einfachheit im 18. Jahrhundert kein Negativurteil ber Musik darstellte, sondern eine zentrale musiksthetische Forderung war, ist in der Forschung bekannt. Studien wie etwa Karsten MackensensMonographie zur Simplizitt im musiksthetischen Schrifttum dieses Jahrhunderts zeigen, dass umKriterien fr das sthetisch Einfache in Abgrenzung zum Einfltigen und in Aufwertung vonBegriffsfeldern um das Leichte und Natrliche gerungen wurde. In der Musik wurde zum Beispiel inder Gattung Idylle eine einfache musikalische Faktur im Zusammenhang mit dem Thema Naturerprobt. Meine Untersuchung fragt nun nach Mglichkeiten, ber das historische Hren von EinfachheitAufschluss zu gewinnen. Der Hypothese folgend, dass der Komplex Einfachheit und Natrlichkeit auchdie Praxis des Hrens bestimmte, suche ich Naturrume als Hrrume auf, um solche Mglichkeitendes Hrens auszuleuchten. Dafr bietet sich der Brckenschlag zur sthetik des Landschaftsgartensan, in der hnlich wie in der Musik nach Mglichkeiten artifizieller Natrlichkeit und versteckterKnstlichkeit gestrebt wurde. In verschiedenen Diskursen, Natursthetik, Musiksthetik und inKompositionen fr Grten suche ich nach Zeugnissen von Hrerlebnissen im Garten, um einerwechselseitigen, vielleicht sogar zirkulren Begrndung von Natrlichkeit und Einfachheit durch Klangund Raum auf die Spur zu kommen. Dabei zeigt sich ein Spannungsverhltnis zwischen Naturklangund Musik im Gartenraum. Die Akteure wenden ihr Hren normativ in verschiedene Richtungen: Maldient Musik als Folie fr das Hren von Naturklang, mal dient Naturklang als Vorlage fr dieKompositions- und Musizierpraxis. Einfachheit wird so als sthetische Kategorie transparent, diekeinesfalls einfach ist, sondern die Debatte um das Verhltnis von Natur und Kunst bis in die Praxis desHrens hineintrgt.Vita

    Sarah Avischag Mller studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Kulturwissenschaft an derLudwig-Maximilians-Universitt Mnchen. 2012 schloss sie mit einer editionsphilologischenBachelorarbeit dort ab. Einen Masterstudiengang in Musicology schloss sie 2014 an der UniversittOxford ab.Ihre Forschungen zur Masterarbeit beschftigten sich mit der musikalischen Anekdote als Textsorte in

  • den frhen Jahrgngen der Leipziger Allgemeinen musikalischen Zeitung. Seit September 2015 ist sieWissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl fr historische Musikwissenschaft amMusikwissenschaftlichen Seminar Gttingen. Ihr Promotionsprojekt trgt den Arbeitstitel "Musik,Klang, Natur: die Landschaftsgrten im 18. Jahrhundert". Ihre Interessensschwerpunkte sind die Musikdes 16.-19. Jahrhunderts, Historiographie der Musik(wissenschaft), Sozialgeschichte/Diskursgeschichte des brgerlichen Musiklebens, Klang, Landschaft und Kulturgeschichte der Natursowie sthetik. Jakob Gtz (Hamburg/Leipzig):

    Einfachheit und Komplexitt in der Wahrnehmung und Bewertung

    musikalischer Stimuli

    - ein offener Werkstattbericht aus der empirischen Forschung -

    Im Rahmen meines Dissertationsprojekts habe ich unter anderem zwei Studien zur Hrwahrnehmungund Bewertung musikalischer Stimuli aus dem Bereich der zeitgenssischen klassischen Musik undder Rockmusik durchgefhrt. Zwar ist der thematische Hintergrund meines Projekts ein gnzlich anderer (Umgang mit Musik ausder DDR und den Neuen Bundeslndern nach 1990), jedoch lassen sich aus besagten Studien einigeinteressante Gedanken und empirische Anstze zum Spannungsfeld Musik und Einfachheit und damitzum Symposiumsthema ableiten, die ich sehr gern vor- und zur Diskussion stellen wrde. Nebensicherlich vielen zu erwartenden theoretischen Anstzen und Modellen wre eine empirischeHerangehensweise vielleicht nicht uninteressant fr unsere Auseinandersetzung mit dem Thema.Konkret fasse ich zwei Ebenen ins Auge: 1) Wahrnehmung und Bewertung musikalischer Stimuli hinsichtlich Komplexitt un

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