Technik bewegt

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Zeitung zur Impulswoche anlsslich der Feierlichkeiten "150 Jahre Ziviltechniker" in sterreich. Herausgegeben von der Initiative Baukulturvermittlung und Arch+Ing sterreich. Konzept, grafische Gestaltung, Fotografie, Illustration: Zeughaus Werbeagentur GmbH

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  • Initiative Baukulturvermittlung

  • Von: Initiative Baukulturvermittlung

    Betreff: technik bewegt oder warum sollen wir uns fr Technik interessieren

    Datum: 10. Oktober 2010 08:14:23 MESZAn: Schlerinnen und Schler in der 8. oder 9. Schulstufe

    Hallo!

    Dieses Extrablatt hat eine Auflage von 150.000 Stck. So viele Schlerinnen und Schler gibt es im Alter von 14 15 Jahren

    in sterreich.

    Fr Euch knnte es interessant sein, wie viele verschiedene Berufe es rund um die Technik gibt und dass man in Physik, Ch

    emie,

    Mathematik, Geografie, Geometrie oder Technisches Werken Sinnvolles lernt, was spter in solchen Berufen auch zu brauch

    en ist.

    In sterreich sind die freiberuflichen TechnikerInnen unter dem Begriff Ziviltechniker zusammengefasst. Dieser Begriff ist etwa

    s ganz

    besonderes und schon 150 Jahre alt. Darum feiern die Ziviltechniker jetzt ein Jubilum.

    Das ist auch der Grund warum es die Impulswoche technik bewegt vom 11. bis 15. Oktober gibt

    . In vielen Bundeslndern werden fr

    Schlerinnen und Schler in Eurem Alter verschiedene Workshops abgehalten. Dabei erfahrt ihr in spannenden Experimenten

    was sich mit

    Lften oder Wrmedmmung verndert, wie eine Geodtische Kuppel gebaut wird oder wie Grundstcke vermessen und Br

    cken, die

    auf Prinzipien von Leonardo da Vinci zurck gehen, konstruiert werden.

    Man glaubt nicht, wie viele verschiedene Bereiche zur Technik gehren! Welche es sind, knnt ihr in diesem Extrablatt erfahr

    en. Und auch,

    dass es ganz viele Jobs in diesem Feld gibt, die mit einer Lehre oder Matura oder mit einem Studium an einer Fachhochschu

    le oder

    Universitt zu machen sind. Also viel Vergngen beim Durchblttern wnscht

    eure Initiative Baukulturvermittlung

    PS: Initiative Baukulturvermittlung, das ist schon wieder ein komischer Begriff: Das sind Menschen, die in allen Bundeslnde

    rn ein Anliegen

    haben: Die gebaute Umwelt, die jeden immer umgibt, jungen Leuten verstndlich und interessant nher zu bringen. Dazu ges

    talten wir

    Workshops und andere Aktivitten oder eben diese Zeitung!

    --Initiative Baukulturvermittlungwww.baukulturvermittlung.atKrugerstrae 17/2, 1010 WienT: +43 1 513 08 95

  • ZiviltechnikerInnen. Was machen die denn?

    BauwesenInterview mit Christian Aste

    Warum haben Sie diesen Beruf gewhlt? Der Tragwerksplaner und Konstrukteur mu mit beiden Bei-nen am Boden stehen, der Architekt darf schweben.

    Wir Bauingenieure spren die Schwerkraft und die Schneelast und das Erdbeben, wir wissen, wie sich das Tragwerk anstrengt und sich chzend verformt und wir berechnen die Grenzen und gehen aus s-thetischen und konomischen Grnden knapp an diese heran.

    Die Baupraxis beginnt mit der Realisierung. Plne sind Trume im Kopf, spter auf Papier, in diversen Mastben. Die Bauausfhrung aber ist der Mastab 1:1, der existentiell Wichtigste, da knnen Feh-ler schon sehr weh tun.

    Was ist das Interessanteste in/an diesem Beruf ? Ob wir unsere Projekte lieber am Berg oder Tal oder in der Stadt re- alisieren, ist nicht so wichtig. Aber gute Architektur und Khnheit kann fr einen Konstrukteur schon sehr motivierend und herausfor-dernd sein.

    Nun kommt in der weiglnzenden Einsamkeit der Berge gegen-ber einem Talprojekt noch einiges an Adrenalin dazu: Ausgesetzt-heit, Witterungsumschwnge, hohe Windgeschwindigkeiten, kurze Bauzeit, Grndung meist im Permafrost, Transportwege, etc. Und mit dem Grad der Schwierigkeit steigt nach getaner Arbeit auch die Be-friedigung ber die erbrachte Leistung. Insofern bringen Projekte am Berg uns doch dem individuellen Zenith vielleicht rascher nher.

    Prof. DI Christian Aste, Zivilingenieur fr Bauwesen, Innsbruck

    VermessungswesenInterview mit Christoph Sturm

    Warum haben Sie diesen Beruf gewhlt? Die Mglichkeit sowohl in freier Natur als auch im Bro arbeiten zu knnen, war sehr verlockend, das Interesse an Mathematik und EDV war bei der Berufswahl nicht von Nachteil und die Voraussetzung von Genauigkeit, Exaktheit und Geduld war vorhanden.

    Was ist das Interessanteste in/an diesem Beruf ? Katastervermessung, also Vermessung von Grundstcken, Bauver-messung im Hoch-, Tief- und Eisenbahnbau, Industrievermessung, Bauaufnahmen von Gebuden fr Planungen, wie Innenaufnahmen, Fassadenaufnahmen, Satellitenvermessung, geografische Informati-onsaufbereitung, Aufbau und Betreuung von geografischen Informa-tionssystemen und noch vieles mehr.

    DI Christoph Sturm, Ingenieurkonsulent fr Vermessungswesen, Salzburg

    mehr Interviews (und Bilder) auf der bernchsten Doppelseite.

    Vermessung Eisbrgehege Zoo Wuppertal, Foto: moffi www.flickr.com/people/95436304@N00

    Sprungschanze Bergisel, 2002, Architektur Zaha Hadid Statik: Christian Aste, Foto: Aste

  • Es gab Pro-bleme

    mit Gitti, die

    gerade fnfzehn

    war, und sich weigerte,

    die Klasse zu wiederho

    len.

    Sie wollte ganz mit der

    Schule

    aufhren und zum Zirk

    us gehen.

    Zum Zirkus? Das hat s

    ie bestimmt

    nicht gesagt, sagte de

    r Landvermesser

    zu seinem Vater. Der Va

    ter hatte ihn angeru-

    fen, weil er sich keinen

    Rat mehr wusste. Wir

    beide, deine Mutter un

    d ich, wissen nicht meh

    r, was

    wir mit ihr machen sol

    len. Sie will nicht mit u

    ns ber

    ihre Zukunft reden.

    Dann rede mit ihr be

    r etwas ande-

    res, sagte sein Sohn, g

    ib ihr das Gefhl, dass

    sie etwas wert

    ist. Wir sind mit uns

    erem Latein am Ende. M

    ach du das!, sagte

    der Vater. Von dir hl

    t sie viel, du bist sowies

    o der Einzige, von dem

    sie etwas hlt. Ich arb

    eite, sagte der Landve

    rmesser. Sie kann zu m

    ir

    kommen, aber dann m

    uss sie mich zur Arbeit

    begleiten. Ist vielleicht

    gar keine

    schlechte Idee, in der

    frischen Luft fhlt man

    sich nicht eingesperrt

    . Gitti reiste

    zu ihrem Bruder in die

    andere Hlfte es Land

    es. Er holte sie vom Ba

    hnhof ab, trug

    seine Arbeitskleidung,

    eine gelbe Jacke mit ro

    ten Streifen, die in der

    Dunkelheit leuch-

    ten, hnlich wie die von

    Straenarbeitern. Bis

    t du jetzt bei der Mll

    abfuhr?, sagte

    Gitti und zeigte auf se

    ine Jacke. So hnlich

    , sagte der Bruder. Gi

    ttis Haare standen ab

    wie Antennen, ihre Au

    gen waren heftig mit K

    ajal umrandet, ihr Gesi

    cht wei geschminkt.

    Und du,

    sagte der Landvermess

    er, kommst du gerade

    von den Auerirdische

    n? Genau, sagte Git

    ti. Und was

    machen wir jetzt? Sie

    fuhren ein Stck. Der

    Landvermesser holte d

    ie Gertschaften aus de

    m Auto. Das

    hier sagte er, ist ein T

    achymeter, den brauch

    e ich zum Vermessen. W

    ir erfassen jetzt die sich

    tbaren Gegen-

    stnde und Sachve

    rhalte an der Erdo

    berflche. Genau

    so gut kannst du r

    ussisch mit mir spr

    echen, sagte Gitt

    i.

    In dem Moment, wo

    es Eigentum gibt, muss

    es eine Grenze geben,

    und die werden wir jetz

    t ausloten. Stell dir alle

    s

    als Dreieck vor, hrst d

    u mir zu, Gitti? Dein

    Gesicht auch als Drei

    eck?, fragte Gitti. W

    ir brauchen drei

    Informationen, sagte

    der Bruder. Sie stande

    n auf einer freien

    Wiesenflche. Be

    weg dich nicht, s

    agte er zu ihr. Sie

    hielt

    eine Messstange und m

    achte Faxen damit. Bit

    te, sagte der Bruder,

    beweg dich nicht, sons

    t kann ich nicht arbeite

    n. Atmen

    ist auch nicht erlau

    bt?, fragte Gitti.

    Es gefiel ihr, den B

    ruder bei seiner A

    rbeit zu begleiten.

    Zu Mittag setzte

    n sie sich auf gesta

    pelte

    Holzbretter und aen

    ihre Jause. Das Gute b

    ei dieser Arbeit ist, das

    s es einen Anfang und e

    in Ende gibt. Morgen z

    um Beispiel vermesse

    ich, wie weit eine Mau

    er hinausreichen darf.

    Ich mchte lieber mi

    t Menschen arbeiten,

    sagte Gitti. Die knn

    en zurckreden und dir

    Schwierigkeiten mach

    en, Dinge geben dir in

    allem recht. Trotzdem

    wre mir das zu langw

    eilig. Hast du eine Id

    ee, was aus dir werden

    knn-

    te? Weit du, das ist

    mit fnfzehn viel zu fr

    h, darber zu entscheid

    en. Ich wei ja nicht e

    inmal, wer ich selbst b

    in, ob ich morgen die g

    leiche bin,

    Mein

    Brud

    er, d

    er

    Land

    verm

    esse

    r

    Monika Helfer ist Schriftstellerin und schreibt alles, was ihr

    in den Sinn kommt.

    Von Monika Helfer

  • sind Typen gefragt. Darauf soll-test du dich aber

    nicht verlassen, Gitti.

    Sich auf einen Zufall zu

    verlassen, ist genau so unsi-

    cher wie der Zufall selber. Also

    ich glaube an Zuflle, und wenn

    man sein gesamtes Hirnschmalz darauf

    verwendet, an etwas Bestimmtes zu glau-

    ben, richtet sich der Hirnfokus genau auf den

    Zufall. Ist das deine eigene Philosophie?, fragte

    der Bruder. Weit du, sagte Gitti, das wrde man ja

    nicht meinen, aber ich denke wahnsinnig gern nach. Und

    wenn ich auf etwas draufgekommen bin, fhle ich mich richtig

    gescheit. Schaust du nie in dich hinein? Was meinst du mit in

    sich hineinschauen? Deine Innenansicht. Wie sieht es in dir

    aus? Weit du ber deine Wnsche Bescheid, siehst du manchmal

    einen Wunsch im Licht eines anderen Wunsches? Was liest du denn

    gerade fr ein Buch?, fragte der Bruder. Ich lese