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  • Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband - Bayerische Landesunfallkasse Geschäftsbereich I – Prävention Bildungswesen

    Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen

    - Gesetze, Definitionen und

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  • Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband - Bayerische Landesunfallkasse Geschäftsbereich I – Prävention Bildungswesen

    Was ist ein biologischer Arbeitsstoff ?

  • Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband - Bayerische Landesunfallkasse Geschäftsbereich I – Prävention Bildungswesen

    Biologische Arbeitsstoffe ?!?

    § 2 BioStoffV: Biologische Arbeitsstoffe sind

    Mikroorganismen einschließlich gentechnisch veränderter Mikroorganismen, Zellkulturen und humanpathogener Endoparasiten, die beim Menschen Infektionen, sensibilisierende oder toxische Wirkungen hervorrufen können. Ein biologischer Arbeitsstoff (...) ist auch ein mit transmissibler, spongiformer Enzephalopathie assoziiertes Agens, das beim Menschen eine Infektion oder eine übertragbare Krankheit hervorrufen kann.

  • Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband - Bayerische Landesunfallkasse Geschäftsbereich I – Prävention Bildungswesen

    XPrionen

    XStuhl, Urin

    X„Blutegel“

    XLeiche, Leichenteile

    X„Rinderbandwurm“

    XSpeichel, Sputum

    XPenicillin

    XPenicillium notatum

    XLabormaus

    XIsolierte DNA

    XHI-Virus

    XMycotoxin A

    XAspergillus fumigatus

    XBlut

    XHepatitis-A-Virus

    XE. coli K12 GVO

    XE. coli K12

    NeinJaSpezies

    Biologischer Arbeitsstoff ?

  • Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband - Bayerische Landesunfallkasse Geschäftsbereich I – Prävention Bildungswesen

    Biologische Arbeitsstoffe 1

    • Mikroorganismen

    – Viren

    Variola (Pockenvirus) (Foto: CDC)

    – Pilze

    Aspergillus (Gießkannenschimmel) (Foto: CDC / Dr. Ajello)

    Salmonella spec. (Foto: CDC / Janice Carr)

    - Bakterien

  • Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband - Bayerische Landesunfallkasse Geschäftsbereich I – Prävention Bildungswesen

    Biologische Arbeitsstoffe 2

    � Zellkulturen

    Zellkultur (Foto: CDC / Dr. Chen)

    Bandwurm (Foto: CDC / Dr. Melvin)

    � Humanpathogene Endoparasiten

    � TSE-Erreger

    Gehirngewebe bei BSE (Foto: APHIS)

  • Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband - Bayerische Landesunfallkasse Geschäftsbereich I – Prävention Bildungswesen

    KEINE (!!) biologischen Arbeitsstoffe

    � Toxine

    � Allergene – Blütenpollen – Tierhaare – Federn – Schimmelpilzsporen – Holzstäube

    Tierhaare sind keine biologischen Arbeitsstoffe ( Foto: CDC / Gathany)

  • Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband - Bayerische Landesunfallkasse Geschäftsbereich I – Prävention Bildungswesen

    Einstufung - Biologische Arbeitsstoffe

    - Fähigkeit beim gesunden Menschen Krankheiten auszulösen

    - durchschnittliche Schwere der Erkrankung

    - Fähigkeit, Epidemien auslösen zu können

    - Vorhandensein und Wirksamkeit geeigneter Prophylaxe

    - Weitere Beurteilungskriterien (Infektionsweg, Infektiösität, Überlebensfähigkeit der Keime)

    Klassifikation nach Humanpathogenität: (nur Infektiösität)

  • Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband - Bayerische Landesunfallkasse Geschäftsbereich I – Prävention Bildungswesen

    1 Unwahrscheinlich, dass diese Erreger beim Menschen eine Krankheit verursachen

    2 • Erreger die eine Krankheit beim Menschen hervorrufen können und

    eine Gefahr für Beschäftigte darstellen könnten. • Eine Verbreitung in der Bevölkerung ist unwahrscheinlich. • Eine effektive Vorbeugung oder Therapie ist normalerweise möglich

    3 • Erreger die eine schwere Krankheit beim Menschen hervorrufen können

    und eine Gefahr für Beschäftigte darstellen können.

    • Die Gefahr einer Verbreitung in der Bevölkerung kann bestehen.

    • Normalerweise ist eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung möglich

    4 • Erreger die eine schwere Krankheit beim Menschen hervorrufen können

    und eine ernste Gefahr für Beschäftigte darstellen.

    • Die Gefahr einer Verbreitung in der Bevölkerung ist unter Umständen groß.

    • Normalerweise ist eine wirksame Vorbeugung o. Behandlung nicht möglich.

  • Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband - Bayerische Landesunfallkasse Geschäftsbereich I – Prävention Bildungswesen

    Risikogruppe 1 - Beispiele

    • Pilze – Saccharomyces cerevisiae (Bierhefe)

    • Viren

    • Bakterien – Lactobacillus bifido

    – Lambda Phagen

    – Geschwächte Viren, die als Impfstoffe verwendet werden

    Impfstoff (Foto: CDC / Dr. Fields)

    – Escherichia coli K12

    Escherichia coli K12 (Foto: CDC)

  • Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband - Bayerische Landesunfallkasse Geschäftsbereich I – Prävention Bildungswesen

    Risikogruppe 2 - Beispiele

    – Clostridium tetani

    • Pilze – Candida albicans

    • Viren

    – Hepatitis-A-Virus

    • Bakterien

    Candida albicans (Foto: CDC / Brinkman)

    – Legionella spp.

    Legionella pneumophila (Foto: CDC / Dr. Fields)

    • Humanpathogene Endoparasiten

    – Toxoplasma gondii Toxoplasmose (Foto: CDC)

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    Risikogruppe 3 - Beispiele

    • Pilze – Coccidioides immitis

    • Viren – Gelbfiebervirus

    • Bakterien – Yersinia pestis

    – Mycobacterium tuberculosis Mycobacterium tuberculosis (Foto: CDC / Dr. Butler, Carr)

    • Protozoen – Trypanosoma cruzi

    Raubwanze als Überträger der Chagaskrankheit (Foto: CDC / WHO)

  • Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband - Bayerische Landesunfallkasse Geschäftsbereich I – Prävention Bildungswesen

    Risikogruppe 3**

    • Einige biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3 sind mit ** gekennzeichnet (sog. „3**-Organismen“).

    • Besonderheit hier: Diese biologischen Arbeitsstoffe sind nicht über den Luftweg übertragbar.

    • Das Infektionsrisiko für die Beschäftigten ist begrenzt.

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    Risikogruppe 3** - Beispiele

    • Humanpathogene Endoparasiten – Plasmodium falciparum (Malaria)

    • Viren – HI-Virus – Hepatitis B-Virus

    • TSE-Erreger (Prionen) – BSE – Creutzfeld-Jacob Erkrankung

    Zecke (Foto: CDC / Loftis,Nicholson, Reeves, Paddock)

    – Zentraleurop. Zeckenenzephalitisvirus (FSME)

  • Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband - Bayerische Landesunfallkasse Geschäftsbereich I – Prävention Bildungswesen

    Risikogruppe 4 - Beispiele

    – Lassa-Virus

    • Bislang wurden nur Viren dieser höchsten Risikogruppe zugeordnet

    • Viren

    – Pocken-Virus (Variola major)

    – Ebola-Virus

    Ebola-Virus (Foto: CDC / Murphy)

  • Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband - Bayerische Landesunfallkasse Geschäftsbereich I – Prävention Bildungswesen

    Tätigkeiten

    Tätigkeiten (...) sind das

    - Herstellen und Verwenden biologischer Arbeitsstoffe, - insbesondere das Isolieren, Erzeugen und Vermehren, - das Aufschließen, das Ge- und Verbrauchen, - (...) - das innerbetriebliche Befördern, - Lagern einschließlich Aufbewahren, - das Inaktivieren und Entsorgen.

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    Tätigkeiten

    Die Biostoff-Verordnung unterscheidet zwischen sogenannten

    „gezielten Tätigkeiten“

    und im Gegensatz dazu den

    „nicht gezielten Tätigkeiten“

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    Gezielte Tätigkeiten

    Gezielte Tätigkeit liegt vor, wenn

    die biologischen Arbeitsstoffe mindestens der Spezies nach bekannt sind,

    die Exposition der Beschäftigten im Normal- betrieb hinreichend bekannt oder abschätzbar ist.

    die Tätigkeit auf einen oder mehrere biologische Arbeitsstoffe unmittelbar ausgerichtet ist und

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    Gezielte Tätigkeiten

    Forschungslabor

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    Nicht gezielte Tätigkeiten

    Fehlt nur eines der drei Kriterien für gezielte Tätigkeiten, handelt es sich immer um

    nicht gezielte Tätigkeiten

    im Sinne der Biostoffverordnung

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    Beispiele für nicht geziel