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Die aktuelle Ausgabe des SFSN befasst sich mit den Auswirkungen des automatischen Informationsaustausches (AIA) auf das Schweizer Private Banking.

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  • KPeople 2010 | 03 01

    SWISS FINANCIAL SERVICES

    NEWSLETTER

    Special Edition

    Banking

    Juli 2014

  • 02 SwiSS Financial ServiceS newSletter Juli 2014

    Inhalt04

    07

    10

    18

    20

    26 30

    34

    35

    Finanzplatz Schweiz wohin?interview mit Prof. aymo Brunetti

    Automatischer Informationsaustausch (AIA) aus eU-Sicht

    Erwartungen der Schweizerischen Bankiervereinigung interview mit Patrick Odier

    Pinnwand

    US Tax Programendgltiger abschluss des Steuerstreits?

    Internationale Steuerabkommen und AIA treiber der Konsolidierung im Schweizer Private Banking?

    Kontakte

    GIPS 2010: erste Erfahrungswerte

    Pinnwand

    Kontakte

    Automatischer Informationsaustausch (AIA)Bald realitt fr die Banken in der Schweiz?

    Geldwschereibekmpfung

    bersicht der geplanten neuerungen

  • liebe leserinnen, liebe leser

    Das grenzberschreitende schweizerische Private Banking ist im wandel von einer alten in eine neue und transparente welt. Geschftsmodelle, die vor ein paar Jahren noch bestens funktioniert haben, knnen heute kaum noch in der gleichen Form gelebt werden. Das Bankkundengeheimnis einst der Fels in der Brandung des schweizerischen Bankwesens steht zumindest fr auslndische Kunden zur Disposition und wird kaum mehr ber lange Zeit so bestehen bleiben.

    Das Stichwort lautet automatischer informationsaustausch (aia). ist dadurch das schweizerische Private Banking seinen ruf als Zufluchtshafen los oder bedeutet dies gar das ende des grenzberschreitenden schweizerischen Private Bankings? nein! auch wenn die neue welt anspruchs-voller sein wird, hat das schweizerische Private Banking nach wie vor grosse chancen, ihre Marktfhrerschaft aufrechtzu-erhalten. Professionalitt, Know-how, verlsslichkeit und poli-tische Stabilitt zhlen zur Swissness.

    Die Finanzkrise hat einzelne Staaten dazu bewogen, den Druck auf sogenannte Steueroasen markant zu erhhen, um Gelder fr ihren jeweiligen maroden Staatshaushalt zu generieren. andererseits kam seitens OecD der Druck nach Steuertransparenz in Form eines aia. Bis ende Jahr soll ein definitiver vorschlag fr einen weltweit anwendbaren Stan-dard vorliegen. Markus lange zeigt in seinem artikel auf, wie weit die entwicklungen auf eU-ebene vorangeschritten sind. wie uns Prof. aymo Brunetti in seinem interview erlutert, kann ein aia erst in Kraft treten, wenn die altlasten berei-nigt sind. Die Schweiz wird gut bedient sein, bei den abzu-schliessenden vertrgen mit einzelnen Staaten auf Gegen-recht zu pochen, um Forderungen wie etwa freier Marktzu-gang durchzusetzen. Diesen fordert auch Patrick Odier und legt die erwartungen der Schweizerischen Bankiervereini-gung an die Politik dar. ihm ist wichtig, dass das Prinzip der gleich langen Spiesse durchgesetzt wird.

    Die rolle der Schweizer Banken beleuchtet Jrg Birri in seinem Beitrag. im Mrz 2014 hat die eU einen aia fr die Zinsbesteuerung beschlossen. wie weit abgeltungssteuerab-kommen und Zinsbesteuerungsabkommen damit vereinbar sein werden, ist noch nicht bekannt.

    Die steuerliche auseinandersetzung mit den USa ist zurzeit in aller Munde. Das abkommen zwischen der Schweiz und den USa vom august 2013 kann die Banken in der Bereinigung der vergangenheit hart treffen. Ob mit dem abkommen und Fatca die steuerliche vergangenheit endgltig besiegelt werden kann, beleuchtet Michael Schneebeli in seinem

    Beitrag. ein wichtiger Player im internationalen Konzert ist auch die FatF. Sie hat bereits im Februar 2012 ihre ange-passten empfehlungen zur Bekmpfung der Geldwscherei verffentlicht. aus Sicht der autoren Pascal Sprenger und Michle Steinmann ist der wichtigste Punkt Steuerdelikte, die in Zukunft als vortat zur Geldwscherei eingestuft werden knnten.

    wenn man die entwicklungen nher verfolgt, kann man sich fragen, ob die internationalen Steuerabkommen und der aia nicht als treiber der Konsolidierung in der schweizerischen Privatbankenlandschaft gesehen werden mssen. christian Hintermann gibt seine einschtzung zu dieser thematik ab.

    wir hoffen, ihnen mit dem vorliegenden Swiss Financial Services newsletter einige Denkanstsse und inspirationen fr ihr tgliches Geschft zu geben.

    Herzlichst ihr

    Philipp rickert Head of Financial Services, KPMG Schweiz

    Editorial

  • 04 SwiSS Financial ServiceS newSletter Juli 2014

    Finanzplatz Schweiz wohin? Interview mit Prof. Aymo Brunetti

    interviewer: Philipp rickert und Hans Stamm

  • 05

    Die expertengruppe 2 zur weiterentwicklung der Finanzmarktstrategie hat ihre arbeit aufgenommen. welches sind ihre Ziele?

    Ziel der expertengruppe ist es, gemss dem Mandat des Bundesrates inputs fr die weiterentwicklung der Strategie fr die Finanzmarktregulierung zu geben. Gegenber den Strategievorschlgen, wie sie im Bericht vom 6. Juni 2013 zur Frage aia versus abgeltungssteuer und zum Marktzutritt in europa prsentiert wurden, wird diese expertengruppe thematisch breiter sein. Die expertengruppe soll eckpfeiler fr die zuknftige strategische ausrichtung erarbeiten und dann dem Bundesrat vorlegen. es geht dabei um grundstzliche strategische Fragen und nicht um operative aspekte. Dabei geht man von der grundstzlichen wirtschaftspolitischen Philosophie aus, dass der Staat notwendige regulierungen mit mglichst geringen Hindernissen und Hemmnissen umsetzt, die gegenber Banken im ausland zu wettbewerbs-nachteilen fhren knnten. im vergleich zur ersten experten-gruppe, in der die Branche ber Hearings eingebunden wurde, sind in der expertengruppe 2 sowohl Privatwirtschaft wie auch Behrden als Mitglieder vertreten.

    wie sehen Sie die globale entwicklung zur einfhrung eines aia auf globaler ebene (G20) und wie schtzen Sie eine Konsensbereitschaft unter den Mitgliedern dieser Gruppe ein? wie sehen Sie den weiteren Prozess?

    Der aia wird innerhalb der OecD und der G20 momentan sehr rasch vorangetrieben und ein vorschlag fr den globalen Standard liegt inzwischen auf dem tisch. Bei der Umsetzung ist zu beachten, dass ein automatischer informationsaus-tausch ohne vergangenheitslsung fr die Schweizer Banken, aber auch fr die auslndischen Steuerbehrden sehr proble-matisch wre.

    nehmen wir an, der aia werde am 1. Januar 2019 in Kraft treten. werden dann nicht kurz davor Milliarden an Schwarz-geldern abgezogen?

    Mit dem austausch ab einem gewissen Stichdatum wird auch die steuerliche vergangenheit dieser Gelder kaum mehr geheim zu halten sein. es ist deshalb auch im interesse der Partnerlnder, dass man die nachbesteuerung undeklarierter vermgen vorher geregelt hat. Unsere expertengruppe schlug ein rahmenabkommen mit der eU vor, das die vergan-genheit regelt. Die Details wren dann bilateral zu verein-baren. ein solches abkommen knnte auf dem Modell einer abgeltungssteuer basieren.

    welche mglichen auswirkungen auf den Schweizer Finanz-platz sehen Sie durch das regulierungswerk MiFiD ii?

    wie bereits im Bericht der expertengruppe festgehalten, htte eine MiFiD ii regelung in der Fassung, wie sie bis vor Kurzem vorlag, eine hohe Hrde fr den Marktzugang zum europi-schen Markt dargestellt. Zum Glck hat sich das Blatt in der Zwischenzeit ein wenig zugunsten der Schweiz gewendet: Der Marktzugang fr Banken aus Drittstaaten (also auch der Schweiz) wird weniger restriktiv ausfallen, als zu befrchten war. Der wichtigste Punkt ist natrlich der Umstand, dass exporte von Finanzdienstleistungen in die eU grundstzlich noch mglich bleiben und dass kein Filialzwang fr das Geschft mit eU-Privatkunden mehr bestehen soll, das heisst, keine verlagerung aller relevanten ttigkeiten in den entspre-chenden Mitgliedstaat notwendig ist.

    Ob einzelne Mitgliedstaaten individuell dennoch verschrfte Zugangskriterien veranlassen werden, ist zurzeit noch nicht bekannt und kann deshalb noch nicht beurteilt werden. Das wird auch von verhandlungen mit diesen lndern abhngen. welche genauen anforderungen das einzelne eU-Mitglieds-land an die Organisation einer Bank aus einem Drittstaat dabei verlangen wird, bleibt abzuwarten. wenn dann jedes land individuelle Forderungen an auslndische Drittstaaten stellen wrde, knnte dies natrlich organisatorisch und tech-nisch zu nicht zu vernachlssigenden Kosten fhren.

    Bei der einfhrung eines aia stellen sich verschiedene verfahrensprobleme. welche informationen sollen genau geliefert werden? wie ist gewhrleistet, dass die vertraulich-keit im nachbarstaat sichergestellt ist und die Daten nicht Unbefugten in die Hnde geraten?

    erfreulich ist, dass das Prinzip der reziprozitt zur anwen-dung kommen wird, d.h. dass nicht mehr Daten an das ausland geliefert werden, als die Schweiz im Gegenzug auch von auslndischen Behrden erhalten wird. Dass die USa hier einen Spezialfall darstellen (vgl. Fatca), ist nicht von der Hand zu weisen.

    Kein automatischer Informationsaustausch ohne Vergangenheits-bewltigung.

    Der Marktzugang fr Banken aus Drittstaaten (also auch der Schweiz) wird weniger restriktiv ausfallen, als zu befrchten war.

  • 06 SwiSS Financial ServiceS newSletter Juli 2014

    Finanzplatz Schweiz wohin?

    wie soll MiFiD ii Kunden schtzen? Die Banken sprechen vom drohenden Papiertiger. Um eine echte Strkung der Position des Kunden gehe es kaum.

    Die Folgen der Finanzkrise haben gezeigt, dass es im Kunden-schutz nicht zum Besten steht, Stichwort lehman Brothers oder Madoff. Die Kunden waren hufig nicht hinreichend darber informiert, was fr risiken in wertpapieren steckten, die man ihnen verkaufte. eine verschrfung wird es geben, das ist klar. wie weit man beim knftigen Kundenschutz gehen muss, darber gehen die Meinungen stark ausei-nander. Die entwicklung der eU in dieser Frage knnen wir nicht beeinflussen. Ziel des Schweizer Finanzdienstleistungs-gesetzes (Fidleg) muss es sein, den Schutz zu verbes

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