Soziale Arbeit ohne Grenzen - Open Access LMU ?· von Sr. Basina Kloos wirkungslos. Sie zeigt am Leitbild…

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<ul><li><p>Soziale Arbeit ohne Grenzen </p><p>E i n einheitliches C a r i t a s - L e i t b i l d der europischen Caritasverbnde gibt es nicht, so die These von D r . E r n y G i l l e n , D i r e k t o r der C a r i t a s L u x e m b u r g . E r stellt i n seinem K o m -mentar und einem Grundsatzbeitrag zwei Anstze fr das Selbstverstndnis von C a r i -tasarbeit heraus, die sich i n den letzten J a h r e n i n den westlichen Lndern Europas eta-bliert haben: die E i n r i c h t u n g s - und die Animationscaritas. Seine Thesen standen i m M i t -telpunkt des Seminars von Caritas Europa*" i m F e b r u a r 1 9 9 3 i n L u x e m b u r g zum T h e m a : Sozio-caritative E i n r i c h t u n g e n der C a r i t a s - Konzepte und i h r e Umsetzung", das i n diesem H e f t erstmals dokumentiert wird. Hintergrnde und Ergebnisse der T a -gungfat D r . Thomas Becker i n seinem B e i t r a g y) Ost und West suchen Caritas-Leitbild" zusammen. 302 </p><p>Kommentar </p><p>Erny Gillen Caritas verbnde in Europa Annherungsversuche 299 </p><p>Caritas-Leitbilder in Europa </p><p>Thomas Becker Ost und West suchen Caritas-Leitbild 302 </p><p>Erny Gillen Caritas-Leitbilder in Europa 304 </p><p>Schwester Basina Kloos Management franziskanisch 314 </p><p>Roger Vermaerke Caritas in Belgien: Die Konkurrenz wchst 317 </p><p>Werner Scholz Caritas in St. Plten: Die Basis bringt's 318 </p><p>Norbert Kieliger Das Selbstverstndnis der Caritas Schweiz 320 </p><p>Caritas-Leitbilder in Europa </p><p>Von oben verordnete Leitbilder bleiben nach Meinung von Sr. B a s i n a Kloos wirkungslos. Sie zeigt am Leitbild ihres eigenen Ordens, der Franziskanerinnen von Waldbreitbach, wie allgemeingltige Grundstze zu-sammen mit den Mitarbeitern von Einrichtungen er-arbeitet und umgesetzt werden knnen. 20 Kranken-huser, 13 Altenheime, ein heilpdagogischer Hort und das eigene Mutterhaus waren in den Organisa-tionsproze einbezogen: M a n a g e m e n t franziskanisch. </p><p>314 </p><p>I n Belgien wchst die K o n k u r r e n z : Nachdem die Ca-ritas dort viele Jahrhunderte hindurch einflureichster Trger sozialer Einrichtungen war, zeigt sich nun, da immer strker auch andere Anbieter sozialer Dienste auf den Markt drngen. In der Politik verliert die Ca-ritas sukzessive ihren Einflu. Diese Entwicklung zeigt Roger V e r m a e r k e , Generalsekretr der Caritas Vlaanderen/Belgien, 317 </p><p>300 Caritas 94 (1993), 7 </p></li><li><p>Michel Fauqueux Cite Saint-Pierre" in Lourdes - eine Bleibe fr die Armen 323 </p><p>Viktor Grech Auf Malta arbeiten Laien wie Profis 327 </p><p>Auf die Mithilfe der Basis und auf das Engagement ehrenamtlicher Mitarbeiter in den Pfarreien sttzt sich die C a r i t a s i n der Dizese St. Plten. W e r n e r Scholz, Vizeprsident der Caritas sterreich, stellt deren Eigenheiten und Strukturen heraus. 318 </p><p>Die Caritas Schweiz versteht sich als Mischform von Einrichtungs- und Animationscaritas. Ihre Arbeits-weise zeigt N o r b e r t Kieliger von der Zentrale der C a -ritas Schweiz auf. Er nennt Beispiele, wie das neue Leitbild der Caritas Schweiz in der Flchtlingsarbeit umgesetzt wird. 320 </p><p>Wie Animationscaritas aussehen kann, beschreibt der Leiter der C i t e S a i n t - P i e r r e " i n Lourdes, M i c h e l F a u -queux. Pilger knnen hier gemeinsam mit Armen Gemeinschaft erleben. 323 </p><p>Drogenschtige heilen heit auch, sie wieder in die Gesellschaft eingliedern. Victor G r e c h , Direktor der Caritas Malta, beschreibt das Konzept der Rehabilita-tionszentren fr Suchtkranke: A u f M a l t a arbeiten E h r e n a m t l i c h e wie Profis 3 2 7 </p><p>Texte </p><p>Caritas internationalis Fr eine Kultur der Solidaritt 334 </p><p>BONNsozial </p><p>Wolf gang Hener Sozialhilfe Geld vom BMFuS Arbeitslosigkeit Gewalt gegen Behinderte 336 </p><p>Berichte und Informationen </p><p>Nach dem 218-Urteil: Pldoyer fr Beratung 337 </p><p>Auslnderfeindlichkeit 338 </p><p>Neusser Caritas verbnde managen Pfarrarchive 339 </p><p>Schwarzes Theater" mit geistig behinderten Menschen 339 </p><p>Buchbesprechungen 342 </p><p>Caritas 94 (1993), 7 301 </p></li><li><p>BONNsozial </p><p>Kaltmiete einen Betrag ein, der auf der Wohn-geldstichprobe 1990 fr die alten Lnder ba-siere. Grnewald: Wrde man diese hhere Miete einbeziehen, entstnden in den jungen Lndern eine hohe Zahl von Nachzahlungsan-sprchen". </p><p>Arbeitslos durch Werkvertrge </p><p>Dringender Handlungsbedarf herrscht nach Ansicht aller Fraktionen des Ausschusses fr Arbeit und Sozialordnung, des Wirtschaftsaus-schusses und des Stdtebauausschusses des Bundestags in der Frage des Mibrauchs aus-lndischer Werks Vertrags- und Saisonarbeiter, beim Lohn- und Arbeitsrechtsdumping und bei illegalen Beschftigungsverhltnissen. Alle drei Ausschsse uerten sich entsprechend bei der Beratung eines SPD-Antrags (Bundestags-D r u c k s a c h e 1 2 / 3 2 9 9 ) zu dieser Problematik. Die Sozialdemokraten verlangen unter ande-rem, die Zahl der im Jahresdurchschnitt in Deutschland beschftigten Arbeitnehmer aus Osteuropa auf 100000 zu begrenzen. Die Kern-forderung des SPD-Antrags geht dahin, die Bundesregierung aufzufordern, die Regie-rungsvereinbarungen mit den osteuropischen Staaten mit dem Ziel zu kndigen, da statt dessen Fachkrfte aus diesen Staaten mit einer auf regelmig 18 Monaten befristeten indivi-duellen Arbeitserlaubnis in der Bundesrepublik </p><p>beschftigt werden knnen. Es wurde berichtet, da im Baugewerbe deutsche Arbeitnehmer entlassen wrden. Mit Werkvertragsarbeiter-Kontingenten aus osteuropischen Lndern un-terbten die Firmen dann ihre Konkurrenten. Es gehe nicht an, da es in Ostdeutschland zwei Kategorien von Arbeitnehmern gebe, nmlich die regulren Krfe mit Kostenaufwand von 70 Mark pro Stunde und den Werkvertragsarbeit-nehmer, der schon fr 30 Mark zu haben ist. </p><p>Keine besondere Gewalt gegen Behinderte </p><p>Die Bundesregierung erklrt in ihrer krzlich verffentlichten Antwort ( B u n d e s t a g s - D r u c k -sache 1 2 / 4 6 8 2 ) auf eine Anfrage der Gruppe PDS/Linke Liste ( B u n d e s t a g s - D r u c k s a c h e 12/4558), ihr lgen keine Erkenntnisse darber vor, da Behinderte in strkerem Ma als an-dere Brger Opfer von Gewalttaten sind*. Im brigen habe die Bundesregierung stets klarge-macht, da die Eingliederung Behinderter auf allen Gebieten des Lebens in weitestmgli-chem Umfang verwirklicht werden mu". Ge-walttaten gegen behinderte Menschen hlt sie fr eine besonders verwerfliche Straftat". Ab-schlieend verweist die Regierung auf die aktu-ellen Beratungen der Gemeinsamen Verfas-sungskommission, ein Verbot der Diskriminie-rung Behinderter in das Grundgesetz aufzu-nehmen. </p><p>Nach dem 218-Urteil: Pldoyer fr Beratung </p><p>Am 28. Mai hat der Zweite Senat des Bundes-verfassungsgerichts sein mit Spannung erwarte-tes Urteil zu der durch den Einigungsvertrag notwendig gewordenen Neufassung des 218 in der vom Bundestag im Juli 1992 beschlosse-nes! Fassung verkndet. Das Urteil erlaubt dem </p><p>Gesetzgeber wohl, auf indikationsbestimmte Strafandrohungen fr Abtreibungen zu ver-zichten. Aber er stellt zugleich klar, da es dem Staat nicht freisteht, den Schwangerschaftsab-bruch ... als nicht rechtswidrig, also erlaubt, anzusehen". Das jetzige Schutzkonzept einer Beratungsregelung kann demnach nur unter dem Gesichtspunkt als verfassungskonform </p><p>Caritas 94 (1993), 7 337 </p></li><li><p>Berichte und Informationen </p><p>gelten, als Drohungen mit strafrechtlichen Sanktionen offensichtlich ungeeignet sind, das ungeborene Leben wirksam zu schtzen. Das Urteil gibt dem Gesetzgeber aber gleichwohl auf, das Unrecht der Ttung anders als durch das Strafrecht zum Ausdruck zu bringen. Mit dieser Klrung entfllt der wichtigste Grund, die Mitwirkung der katholischen Bera-tungsstellen an der Beratung nach dem noch zu novellierenden neuen Gesetz ber den Schwan-gerschaftsabbruch aufzukndigen. Das Festhalten an der grundstzlichen Rechts-widrigkeit von Abtreibung hat zur Folge, da die Kosten nicht von den Krankenkassen ber-nommen werden drfen; stellt der Arzt keine besondere Indikation fest, mssen die Betroffe-nen selbst bezahlen. Auch dies entspricht einer u. a. von Gremien und Vertretern der Kirche in der Vergangenheit hufig erhobenen Kritik. Die Gewhrung von Sozialhilfe in Fllen wirt-schaftlicher Bedrftigkeit wird allerdings aus-drcklich nicht beanstandet. Einzige Bedingung fr die Straffreiheit eines Abbruchs bliebt, da drei Tage vor dem Ein-griff eine Beratung in einer anerkannten Stelle stattgefunden hat. Der damit besttigte Wegfall einer Indikations-feststellung durch eine andere Person, aber auch die Herausnahme aus der Automatik einer Versicherungsleistung sind dazu geeignet, die Eigenverantwortlichkeit der Frau gegenber Institutionen zu strken. Wenn Beratung als In-standsetzen, eine eigene Entscheidung zu fl-len, verstanden wird, ist nach dem Urteil die Arbeit der kirchlichen Beratungsstellen im Rahmen der gesetzlichen Beratung noch viel wichtiger als bisher. Auch darin, da die Richter vorschreiben, da die Beratung ergebnisoffen, aber zielorientiert auf den Schutz den ungeborenen Lebens hin" sein mu, trgt es einem Einwand Rechnung, der von kirchlicher Seite schon an der Bera-tungspraxis nach dem bisher geltenden Indika-tionsmodell vorgetragen wurde. Eine Sorge mu knftig eher nach der Richtung gehen, da Orientierung auf den Schutz des ungeborenen Lebens hin von jeder Art der Ausbung von Druck deutlich unterscheidbar bleibt. Die Verpflichtung, da die Kirche ihr Bera-tungs- und Hilfeangebot in diesem vor allem fr Fraun, aber auch fr Mnner existentiell wich-</p><p>tigen Bereich aufrechterhlt bzw. sogar noch verbessert, gilt nach dem Urteil von Karlsruhe erst recht. Ein Ausstieg aus der gesetzlichen Be-ratung macht die Kirche unglaubwrdig. Denm die Beratung ist in der Regel die letzte, oft ber-haupt die einzige Chance, die komplizierten urad zustzlich unter Zeitdruck stehenden Konflikt-situationen aufzuhellen und zusammen mit den betroffenen Frauen Auswege zu errtern urad ihnen Hilfen anzubieten. Ein konsistenter Einsatz der Kirche zum Schutz des ungeborenen Lebens wird sich frei-lich nicht auf die Beratung in Konfliktfllen be-schrnken knnen. Er mu sich vielmehr auch nachdrcklich um die Vermeidung von Notla-gen bemhen, insbesondere durch Sexualerzie-hung, durch Strkung der Bereitschaft zu Ver-htung und durch die Ermutigung des Verant-wortungsbewutseins bei den mnnlichen Part-nern. </p><p>K o n r a d H i l p e r t </p><p>Ein klares Nein" wird immer seltener </p><p>Rund ein Viertel der Bundesbrger hlt die Pa-role Auslnder raus" fr berechtigt. Dies geht aus einer Infas-Studie vom Herbst letzten Jah-res hervor, die sich mit dem Thema Auslnder in Deutschland auseinandersetzt. Grund: Gut ein Drittel der Deutschen sieht sich im eigenen Land gegenber den Auslndern in der Defen-sive. Auslnder und Asylbewerber werden von 36 Prozent der West- und 38 Prozent der Ost-deutschen als gefhrliche Konkurrenz auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt angesehen. Den-noch bezieht nur die Hlfte der Brger eine klare Stellung, sieht jedoch die eigene ausln-derfeindliche Grundhaltung immer wieder durch Einzelbeispiele besttigt. Mnner sind nach Aussagen der Infas-Studie viel anflliger, ins rechte Lager abzudriften als Frauen. Eine groe Rolle spielt auch der Bildungsgrad. Je hher dieser ist, und je grer die damit ver-bundene Schichtzugehrigkeit, desto grer ist auch die Immunitt gegen auslnderfeindliche Thesen. Laut Infas ben Rechtsparteien in Ost und West auf die Arbeiterschaft eine hhere Anziehungskraft aus, als auf Angestellte und Beamte. In Westdeutschland tendieren aber auch Selbstndige berdurchschnittlich hufig nach rechts. Viele der potentiellen Rechts -</p><p>338 Caritas 94 (1993), 7 </p></li></ul>