sampo jahresbericht 2009

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Jahresbericht des Sampo Vereins

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  • 1S a m p oJahresbericht

    2009

  • 2 3

    Liebe Mitglieder und Sampo Freunde,Das Jahr 2009 war fr Sampo in gewisser Weise ein Besinnungsjahr. Grndlich hat der

    Vorstand an Substanzfragen von Sampo gearbeitet und sich so vom Umkreis seinen

    Statuten genhert. So wie der Umkreis von Pflanzen auf diese wirkt, so wirkt sich der

    Umkreis von Sampo auch auf die Aufgabenstellung von Sampo aus. Wir fragten uns,

    welche Themen auf Sampo, aber auch die Menschheit zukommen werden und wie

    Sampo hier vorbereitend und untersttzend wirken kann und muss. Die Statuten wur-

    den deutlicher formuliert, klarer fokussiert und auf die Zukunft ausgerichtet. An der

    kommenden Mitgliederversammlung prsentieren wir hierzu unseren Vorschlag.

    Sampo bekennt sich deutlich zu seinen spirituellen Wurzeln der Anthroposophie. Die

    damit verbundenen Werte sollen in Zukunft strker zum Ausdruck kommen. Dabei

    sucht Sampo auch den Dialog und die interdisziplinre Zusammenarbeit unterschiedli-

    cher Denkanstze. Eine unserer Kernfragen lautet, wie Sampo zu einer ganzheitlichen

    Forschung und Kunst beitragen kann, wo sich Kunstschaffen als lebendig wesenhaftes

    Gestalten und Wissenschaft in knstlerisch durchdrungenem Denken kundtun und

    sich ergnzend begegnen knnen.

    Eine grosse Herausforderung sehen wir bei Sampo darin, adequate Projekte zu finden,

    die inhaltlich und substanziell zu den Aufgaben von Sampo passen.

    Der Vorstand beschloss, nur noch fest zugesprochene finanzielle Beitrge an Projekte

    zu vergeben. Damit glauben wir die Projekte besser zu untersttzen, unabhngig wie-

    viel Spenden fr ein spezielles Projekt eingegangen sind.

    Die Sampo Vorhaben knnen nicht ohne die grosszgige finanzielle und ideelle Un-

    tersttzung seitens unserer Mitglieder, Freunde und Spender ermglicht werden. Der

    Vorstand dankt fr die vielen Spenden und Mitgliederbeitrge, die wir 2009 erhielten,

    herzlichst.

    Ihr Sampo Vorstand

    Tanja Baumgartner, Johannes Greiner, Greet Helsen, Benjamin Kohlhase-Zllner,

    Reinhard Leuthold, Eduard Willareth

  • 2 3

    Im Biolandbau erhlt das Milchvieh viel Bewegungs-freiheit. Immer mehr Bio-khe in Laufstllen genies-sen noch mehr Freiheiten als ihre Kolleginnen, die im Stall noch angebunden werden. Fr diese Freihei-ten im Laufstall zollen die meisten Tiere jedoch einen hohen Tribut: In aller Regel werden ihnen die Hrner entfernt, um die Ver-letzungsgefahr und das Unfallrisiko zu vermindern auch auf Biohfen.Die FiBL-Forscherin Clau-

    Claudia SchneiderProjektleiterin beim FiBL

    dia Schneider hat dieses Problem aufgegriffen und nach Wegen gesucht, wie die Tiere ihre Hrner behalten und trotzdem im Laufstall leben kn-nen, ohne ihre Mitkhe zu gefhrden oder unter deren Hrnern leiden zu mssen. Sie hat ber 60 Laufstlle mit behornten Khen in der Schweiz und in Sddeutschland unter die Lupe genommen. In einer experimentellen Untersuchung hat sie die Auswirkungen erhhter Platzangebote in ver-schiedenen Stallbereichen geprft.Zwei Faktoren sind fr die problemlose Haltung horntragender Tiere im Laufstall entscheidend: der Laufstall selbst und das Management. Beim Bau des Laufstalles sind ver-schiedene Regeln zu be-achten, damit die Tiere gar nicht in Situationen kom-men, in denen sie sich mit Hilfe ihrer Hrner Raum verschaffen mssen.

    Ziel des Managements behornter Herden ist das Verhindern von Konkur-renzsituationen unter den Tieren und von Unruhe in der Herde. Ein gutes Ma-nagement kann zum Teil sogar stallbauliche Mngel kompensieren.

    Den Bericht fi nden Sie un-ter folgender Adresse im Internet: www.sampo.ch

    Sampo konnte dieses Projekt mit 5.000 CHF untersttzen.

    Beratung fr die Haltung vonhorntragenden Khen inLaufstllen

    Abgeschlossene Projekte

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    Pedro Guiraud Komponist

    Sampo frderte das Pro-jekt Musik zum 1. Myste-riendrama des Komponis-ten Pedro Guiraud.

    Pedro GuiraudGeboren 1979 in Buenos Aires, Argentinien. Von 1997 bis 2006 Musikstu-dium mit Schwerpunkt Querfl te und Kompo-sition an verschiedenen Musikhochschulen von Buenos Aires und Madrid.Parallel dazu von 1997 bis 2001 Schauspielstudium.Sein Interesse an der Ver-

    Komposition zum 1. MysteriendramaMusik zum 1. Mysteriendrama von Rudolf Steiner

    bindung von Musik, The-ater und Literatur, sowie eine starke Beziehung zur Anthroposophie haben ihn seit Jahren beschftigt und den Wunsch in ihm geweckt, Musik zu den Mysteriendramen zu kom-ponieren.

    Seit 2007 wohnt er in Basel und hat am Goethe-anum das Grundstudium sowie das Aufbaustudium absolviert. Zurzeit unter-richtet er Musiktheorie und Orchesterunterricht an der Rudolf Steiner Schule in Aesch.

    Am 25. Mai 2009 fand die Urauffhrung seiner Komposition in der Rudolf Steiner Halde (Goethea-num) statt.

    Sampo wird auch 2010 die Musik fr das 2. Drama durch Pedro Guiraud mit-fi nanzieren.

    Frderung 2009 durch Sampo: 5.000 CHF

    Projekte 2009

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    Sampo frderte das Mys-teriendramen Ensemble Basel. Das Mysteriendrama Der Seelen Erwachen wurde im September im Kulturhaus Scala in Basel zur Auffhrung gebracht.

    Zum Entstehen der Kom-position der Mysterien-dramen sagt Rudolf Stei-ner im Buche ber die Mysteriendramen: Ich kann die Versicherung geben, dass nichts von dem, was ich hinterher an dieses Mysterium an-knpfen werde, und von dem ich doch weiss, dass es darin ist, mir bewusst war, als die einzelnen Bil-der gestaltet wurden. Die Bilder wuchsen so aus sich heraus, wie die Bltter ei-ner Pfl anze. Man kann gar nicht solch eine Gestalt vorher dadurch hervor-bringen, dass man zuerst die Idee hat und diese dann in die ussere Gestalt umsetzt. Es war mir immer recht interessant, wenn so Bild fr Bild geworden ist, und Freunde, welche die

    Viertes Mysteriendrama von Rudolf Steiner Auffhrung in der Scala Basel

    Projekte 2009

    einzelnen Szenen kennen gelernt haben, sagten, es sei merkwrdig, dass es doch immer anders komme, als man es sich vorgestellt habe.

    Es ist ein grosses Ge-schenk, ber viele Jahre mit Menschen an dieser Arbeit bleiben zu drfen. Auch ist es sehr, sehr hilf-reich, dass diese Arbeit in einem freien Rahmen sich entwickeln konnte und weiter entwickeln kann. Nach jeder Auffhrung wird immer wieder neu beraten, ob berhaupt und wie wir weiterfahren wollen. So sind in den letzten fnf Jahren schon drei Auffhrungen frei im Scala Basel auf die Bhne gekommen.

    Den ausfhrlichen Bericht von Matthias Mller fi nden Sie unter: www.sampo.ch

    Frderung 2009 durch Sampo: 5.000 CHF

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    Getreide ist eines der Hauptnahrungsmi t te l des europischen Kultur-raums. Die heute vorhan-denen neueren Zuchtsor-ten sind wohl erfreulich auf zahlreiche Einzelwerte gesteigert worden wie Ertragseffi zienz, Stand-festigkeit, Nhrwert und Backeigenschaften.Jedoch, so nach usse-rungen Rudolf Steiners, wrden sie nicht mehr die notwendigen Krfte dem Menschen geben, um das Geistige auch im Physischen manifest

    Prof. em. Reinhard Leuthold, Vorstandsmitglied Sampo

    machen zu knnen. Es geht um das knftige spirituelle Wirksamwer-den der Menschen bis in den Willen. Steiner weist anlsslich seines landwirt-schaftlichen Kurses auf knftige Neuzchtungen aus Wildgrsern, welche noch junge, unverdorbene Lebenskrfte beinhalten. Ein solches Wildgras knn-te der im Mittelmeerraum verbreitete Haarweizen (Dasypyrum) sein. Dasy-pyrum ist versuchsweise auch schon konventionell als Erneuerungsquelle in bestehende Weizensorten eingekreuzt worden. Das ist aber nicht, was Steiner meinte. Er mchte die Technik der Kreuzung berwinden und eine ganzheitlich neue Nah-rungspfl anze in die Welt setzen. Man msste der Pfl anze in menschlich anteilnehmender Beglei-tung und unter Einbezug kosmischer Wirksamkeiten den Weg weisen, dass sie sich aus ihrer ureigenen Wesensgestalt heraus den neuen Umweltbe-dingungen und knftigen

    Nahrungsbedrfnissen gemss entwickelt, an-stelle sie mit erzwungenen Kreuzungsversuchen auf materieller Basis verndern zu wollen. Eingekreuzte Gene ergeben der Pfl anze ein Patchwork von Merk-malstrgern und keine harmonischen Vernde-rungen aus sich heraus. Neueste Erkenntnisse der Biologie zeigen heute auf, dass Vernderungen in Organismen nicht, wie bis-her behauptet, das blosse Produkt von Zufallsmutati-onen im Erbmaterial sind, sondern, dass Umkrei-seinfl sse nachhaltig auf die Erbgestalt einwirken knnen. Man bezeichnet dieses Phnomen als Epi-genetik. Somit sind die Angaben Rudolf Steiners, die sich mit der Zchtungs-frage beschftigen, nicht mehr grundstzlich durch die Genetik widerlegt.Eines der aktuellen kleine-ren SAMPO Projekte ist die Herausgabe einer Brosch-re von Marius Hrner ber Grundlagen, Geschichte und neustem Forschungs-stand zu diesem heute

    Das DasypyrumGetreide der Zukunft

    Projektvorschau 2010

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    hchst aktuellen Thema anthroposophisch orient-ierter Getreidezchtung aus Wildgrsern. Mari-us Hrner ist einer der kompetentesten Forscher auf diesem Gebiet und steht mitten in eigenen Versuchsreihen mit vielver-sprechenden Erfolgen. Die Broschre wird Grundlage sein zur Finanzbeschaf-fung fr ein grsser an-gelegtes SAMPO Dasypy-rum Projekt unter seiner Leitung. Wir mchten die Wildgraszchtung als ein Kernprojekt von SAMPO begleiten.

    Reinhard Leuthold

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    Fr uns Sampovorstnde ist es wichtig, junge Menschen fr Forschungsfragen zu begeistern und Jugend-forschungsprojekten zu untersttzen, da wir es fr wichtig erachten jungen Menschen gerade die Arbeit an goetheanistisch bzw. anthroposophischen Forschungsfragen nher zu bringen. Sampo mchte daher ab 2010 auf diesem Feld aktiv werden.

    Gerade in den Steiner Schulen gibt es zahlreiche

    Benjamin Kohlhase Vorstandsmitglied Sampo

    Gelegenheiten, sich mit einem Forschungsgebiet vertie