Politische Information heute – und ein Blick in die Zukunft Weiterbildungskurs Politische Kommunikation 12. September 2008, Universität Zürich – IPMZ transfer.

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Folie 1 Politische Information heute und ein Blick in die Zukunft Weiterbildungskurs Politische Kommunikation 12. September 2008, Universitt Zrich IPMZ transfer Prof. Andreas Ladner Folie 2 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Begriffsklrung (1) Was ist politische Information? -Information ber Politik -Politisch gefrbte Information Folie 3 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Begriffsklrung (2) Wozu braucht es/man politische Informationen? -Teilnahme am politischen Prozess -Sicherung von Untersttzung fr Politik -Kampf um Macht und Whlerstimmen -Kampf um Deutungshoheit Folie 4 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Information der Behrden Oskar Leimgruber Bundeskanzler von 1944-1951 Folie 5 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Aktuell Mitteilungen aus der Verwaltung Folie 6 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Folie 7 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Folie 8 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Folie 9 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Folie 10 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Folie 11 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Folie 12 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Folie 13 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Folie 14 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Folie 15 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Folie 16 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Anschauungsbeispiel 1 TA-Online vom 29.8.2008 Folie 17 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Anschauungsbeispiel 2 Kampagne zur Einfhrung einer Energie-Etikette fr Neuwagen, Feb. 2003 Folie 18 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Gesetzliche Grundlagen: Bundesverfassung Artikel 180 Bundesverfassung Regierungspolitik Abs 2. Er (der Bundesrat) informiert die ffentlichkeit rechtzeitig und umfassend ber seine Ttigkeit, soweit nicht berwiegende ffentliche oder private Interessen entgegenstehen. Folie 19 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Gesetzliche Grundlagen: Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz (RVOG) von 1997 Artikel 10 RVOG Information der ffentlichkeit: 1Der Bundesrat gewhrleistet die Information der Bundesversammlung, der Kantone und der ffentlichkeit 2Er sorgt fr eine einheitliche, frhzeitige und kontinuierliche Information ber seine Lagebeurteilungen, Planungen, Entscheide und Vorkehren. 3Vorbehalten bleiben die besonderen Bestimmungen zum Schutz berwiegender ffentlicher oder privater Interessen. Artikel 11 Kommunikation mit der ffentlichkeit: Der Bundesrat pflegt die Beziehungen zur ffentlichkeit und informiert sich ber die in der ffentlichen Diskussion vorgebrachten Meinungen und Anliegen. Folie 20 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Abstimmungsinformationen Ein historischer Einschnitt war die Einfhrung des Abstimmungsbchleins. Nachdem der Bundesrat seit den fnfziger Jahren vereinzelt sogenannte Bundesbchlein herausgegeben hatte, wandte er sich ab 1978 regelmssig mit diesem Massenversand direkt an die Stimmbrger und erklrte seine Position. Zwei Motive waren ausschlaggebend. Ende der Siebziger war die Stimmbeteiligung markant gesunken; mittels besserer Information hoffte man, die Brger wieder an die Urne zu locken. Zweitens erlebte das Mittel der Volksinitiative in den siebziger Jahren eine eigentliche Renaissance. Die Anti-AKW-Bewegung, die Umweltschtzer usw. verlegten den politischen Kampf auf die Strasse. (Engeler/Somm, Weltwoche 38/04) http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=8727&CategoryID=73 Folie 21 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Ein kleiner Test Ich zeige Ihnen jetzt vier Arten von Kampagnen. Welche Kampagne gehrt nicht zu dieser Gruppe? Folie 22 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Abstimmungskampagnen Folie 23 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Prventionskampagnen Folie 24 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Politische Kampagnen Folie 25 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Wahlkampagnen Folie 26 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Meinungsbildung und Definitionsmacht (zwischen objektiver Analyse und politisch motivierter Interpretation) Waldsterben, Asylproblem, Jugendgewalt, Klimaerwrmung, Vogelgrippe etc. Die Hhen und Tiefen des Bundesrates und der Bundesrte Wem haben wir das zu verdanken? (Gutmenschen und Neoliberale) Was bedroht unsere Demokratie und unsere politischen Institutionen? (Zauberformel, Volkswahl des Bundesrates u..) Folie 27 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | retenir Politische Information ist nicht gleich Information! Es wird immer schlimmer! Der Zerfall der politischen ffentlichkeit. (?) Folie 28 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Beispiele Folie 29 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Kurze Ursachenforschung: Der Wandel Die Gesellschaft wandelt sich Die Politik wandelt sich Die technologischen Mglichkeiten wandeln sich Was beeinflusst was? => Was sind die Auswirkungen auf die politische Information? Folie 30 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Die Reaktion der Parteien: Politisches Marketing und Amerikanisierung Folie 31 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Grundmuster der politischen Kommunikation in der Schweiz 19. Jahrhundert bis Ende 1960er Jahre: Zeitungen waren mehrheitlich Parteibltter Mitte der 1960er Jahre: 370 politische Zeitungen, nur 237 offizielle Organe von Parteien, aber von den 133, die sich als unabhngig und neutral ausgeben, sind wohl kaum mehr als 5 wirklich unabhngig (Gruner 1964). Parteipolitisches Engagement der Journalisten Der ffentliche Diskurs entstand aus den liberalen, radikalen, konservativen, demokratischen und sozialistischen Stimmen = Aussenpluralismus Folie 32 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Auswirkungen der Parteipresse auf die Parteiorganisationen Die Ausbildung einer starken Parteiorganisation und die Bindung an ein Parteiorgan stehen in einem wechselseitigen Verhltnis (Gruner 1964: 286). Je enger die Bindung an ein Parteiorgan, desto geringer der organisatorische Apparat. These: Anhaltende Bedeutung der Parteipresse bis Mitte der 1960er Jahre mit stabilen Bindungen der Leser an die Parteiorgane hat die Herausbildung von Parteiorganisationen mit Mitgliederstrukturen lange Zeit behindert (Gruner 1964) Folie 33 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Niedergang der Parteipresse Erst seit 1968 begannen sich die Zeitungen von den Parteien zu emanzipieren. Fusionen: parteigerichtete Bltter werden durch unabhngige ersetzt. Z.T. Fusion von Parteiblttern alter politischer Gegner => Binnenpluralismus Folie 34 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Beispiele aus Blum (1996: 203): Die Sdostschweiz ("Neue Bndner Zeitung" (demokratisch), "Freie Rtier" (freisinnig) und "Bndner Tagblatt) "National-Zeitung" (freisinnig, dann non-konform) und die "Basler- Nachrichten" (liberalkonservativ, dann liberal) zur "Basler Zeitung" "Vaterland" (christlich-demokratisch) und das "Luzerner Tagblatt" (freisinnig) zuerst zur "Luzerner Zeitung", dann die "Luzerner Zeitung" und die eher etwas progressiven parteiunabhngigen "Luzerner Neusten Nachrichten" zur "Neuen Luzerner Zeitung Le Temps aus dem Journal de Genve et Gazette de Lausanne und Nouveau Quotidien Folie 35 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Abkoppelung von politischen Akteuren und Medien Akteure mssen sich Prsenz in Medien erkmpfen/finanzieren Kommerzialisierung Medien: Redaktionsstatute versuchen die kommerziellen Interessen der Verlage zurckzubinden. Gefahr des Konzernjournalismus (Bsp. TA-Media: TA TV3/Tele Zri) Folie 36 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Fr Parteien bedeutet Entkoppelung von der Presse: Sie verlieren ein wichtiges Sprachrohr Sie verlieren ein wichtiges Medium zur Einbindung von Parteisympathisanten Sie sind auf teure Werberume angewiesen, oder mssen mit Ereignissen (Pseudoereignissen) eine Berichterstattung generieren. Folie 37 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Aufschwung der parteieigenen Organe Folie 38 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Und heute: Das Internet Folie 39 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Politisches Marketing und Amerikanisierung der Politik Folie 40 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Marketing (Herkunft) bergang vom Verkufermarkt (Nachfrage bersteigt das Angebot) zu einem Kufermarkt. Product, price, promotion and place! Folie 41 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Politisches Marketing Definition politisches Marketing: () the application of marketing principles and procedures in political campaigns (). The procedures involved include the analysis, developement, execution, and management of strategic campaigns () in response to the needs and wants of selected people and groups in a society (Newman 1999: xiii) Folie 42 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Elemente des politischen Marketings (1) Ziel- und Strategieplanung Marktsegmentierung und targeting Meinungsforschung Issue management Kandidaten- und Parteienimages Event management Vgl. Blunier 2006: 13 Folie 43 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Elemente des politischen Marketings (2) Personalisierung Fundraising Politische Werbung Online-Marketing Politisches Consulting Spin doctors Konkurrenzorientierung Vgl. Blunier 2006: 13 Folie 44 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Erste Probleme Verlagerung von der Angebots- zur Nachfrageorientierung (Problem: Zielgruppenpopulismus) Intensivierung der Beziehung zu den Medien (Instrumentalisierung der Medien und Mediatisierung der Politik) Folie 45 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Vergleich zwischen marktwirtschaftlichem und politischem Marketing (1) Der politische Markt ist ziemlich geschlossen (wenig neue Anbieter) In der Politik werden in erster Linie kollektive Gter angeboten Die Organisationsbeschaffenheit einer Partei unterscheidet sich von derjenigen eines Unternehmens Der politische Markt ist kein Wachstumsmarkt, sondern in seiner Grsse gegeben Die Kunden, d.h. Whler, knnen sich dem politischen Markt entziehen Vgl. Blunier 2006: 16 Folie 46 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Vergleich zwischen marktwirtschaftlichem und politischem Marketing (2) Wahlen werden nur periodisch abgehalten, whrend kommerzielle Mrkte kontinuierlich laufen Es bestehen unterschiedliche Zielsetzungen (auch eine tiefe Wahlbeteiligung kann von Vorteil sein) Politische Kommunikation steht unter grsserem Zeit- und Gelddruck Die politischen Akteure sind stark auf News und unabhngige Medien angewiesen Politische Kampagnen sind verletzlicher fr Angriffe verschiedener Gruppen Vgl. Blunier 2006: 16 Folie 47 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Amerikanisierung von Wahlkmpfen (vgl. Radunski 1980: 151) Der Kandidat ist wichtiger als die Partei. Die Wahlkampffhrung liegt bei professionellen Spezialisten. Den Wahlkampagnen liegen umfangreiche Studien zugrunde. Der Wahlkampf bedient sich verstrkt elektronischer Medien. Folie 48 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Weitere Indikatoren (Schulz 1997: 186 ff., Mller 1999: 40) Entertainisierung der Politik (Talkshow-Campaigning) Negativecampaigning als fester Bestandteil des Wahlkampfes Inszenierung von Pseudoereignissen zur Beeinflussung der Medien Folie 49 | IDHEAP Andreas.Ladner@idheap.unil.ch | | 06/03/2014 | Institutionelle und kulturelle Hrden Konkordanz (

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