PDF: Picker Report 2013 - Report_Kurzversion... · Die Patientenperspektive zählt. Picker Report 2013…

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<ul><li><p>Die Patientenperspektive zhlt.</p><p>Picker Report 2013 ZENTRALE FAKTOREN DER PATIENTEN- UND </p><p>MITARBEITERZUFRIEDENHEIT</p><p> - Kurzversion -</p></li><li><p>Faktoren der Patientenzufriedenheit</p><p>Einleitung und ZielDie wissenschaftliche </p><p>Evidenz belegt vielfach, </p><p>dass Patienten- und Mitarbeitererfahrungen wesentliche Indikatoren fr </p><p>die Versorgungsqualitt </p><p>liefern.</p><p>Ergebnisse</p><p>Die Pflegepersonal- sowie die Arzt-Patient-Interaktion erwiesen sich als die zentralen Faktoren fr die Gesamtzufriedenheit der Patienten. Ihr prozentualer Erklrungsbeitrag zur Gesamtzufrie-denheit liegt bei 61%. Den grten Handlungsbedarf sehen Patienten bei der Vorbereitung auf die Entlassung, der Einbe-ziehung der Familie und der Arzt-Patient-Interaktion, alles The-men, die ihren Fokus auf der rztlichen Kommunikation und Interaktion mit dem Patienten haben (Abbildung 1).</p><p>Methode</p><p>Analysiert wurden Rckmeldungen von 111.835 Patienten anhand von Picker- Befragungen in 197 verschiedenen Krankenhusern im Zeitraum 2009-2012. Es handelte sich um poststatio-nre, postalische Befragungen mit dem Picker-Patientenfragebogen. Die durch-schnittliche Rcklaufquote lag bei 55%.</p><p>Patienten und Mitarbeiter sind zentrale Schlssel- figuren, wenn es um die Qualitt der Gesundheits-versorgung geht. Die strategische Krankenhaus-fhrung wird jedoch nach wie vor grtenteils von medizinisch-prozessualen und wirtschaftlichen Kennzahlen dominiert. Die wissenschaftliche Evidenz belegt, dass Patienten- und Mitarbeitererfahrungen wesentliche Indikatoren fr die Versorgungsqualitt </p><p>Ziel der vorliegenden Analyse ist die Ermittlung der Schlsselindikatoren fr eine gute Versorgungs- qualitt aus Sicht der Patienten und Mitar-beiter, die erlebte Qualitt, sowie die Unter-suchung des Zusammenhangs der Faktoren.</p><p>*prozentualer Anteil der Patienten, die fr den jeweiligen Faktor ber eine suboptimale Versorgungssituation berichten</p><p>Abbildung 1: Problemhufigkeiten aus Sicht der Patienten</p><p>liefern.</p><p>10%</p><p>15%</p><p>16%</p><p>17%</p><p>17%</p><p>18%</p><p>18%</p><p>21%</p><p>22%</p><p>30%</p><p>47%</p><p>0% 10% 20% 30% 40% 50%</p><p>Sauberkeit</p><p>Subjektiver Behandlungserfolg</p><p>Pflegepersonal-Patient-Interaktion</p><p>Aufklrung und Information ber op. Eingriff</p><p>Allgemeine Ausstattung</p><p>Essen</p><p>Aufnahmeverfahren</p><p>Zimmeratmosphre</p><p>Arzt-Patient-Interaktion</p><p>Einbeziehung der Familie</p><p>Vorbereitung auf Entlassung</p><p>Problemhufigkeit *</p></li><li><p>Faktoren der Mitarbeiterzufriedenheit</p><p>50%-65% der rzte und Pflegekrfte haben </p><p>aus subjektiver Sicht zu wenig Zeit fr die Interaktion mit </p><p>Patienten und Angehrigen.</p><p>Zusammenhang zwischen Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit</p><p>Methode</p><p>Analysiert wurden Rckmeldungen von 10.441 Pflegekrften und 4.211 rzten aus Picker-Befragungen in 71 verschie-denen Krankenhusern zwischen 2009 und 2012. Es handelte sich um postali-sche Befragungen mit dem Picker- Mitarbeiterfragebogen. Die durch-schnittliche Rcklaufquote lag bei 54%.</p><p>Ergebnisse</p><p>Fr rzte spielen die Fhrungs- und Unternehmenskultur, das Verhltnis zu direkten Vorgesetzten sowie zu den direkten Kol- legen die wichtigste Rolle fr die Arbeitszufriedenheit. Ihr pro- zentualer Beitrag zur Erklrung der Arbeitszufriedenheit betrgt 49%. Fr die Pflegekrfte stehen die Fhrungs- und Unterneh-menskultur, Arbeitsbelastung sowie die Bedingungen der Patien-tenversorgung im Vordergrund (prozentualer Erklrungsbeitrag 58%). Von den Themenbereichen, die fr die Arbeitszufriedenheit</p><p>beider Berufsgruppen ma-geblich sind, wird vor allem die Fhrungs- und Unter-nehmenskultur sehr kritisch erlebt (Abbildung 2). Bei den Bedingungen der Pati-entenversorgung sehen 46% der Pflegekrfte und 39% der rzte Handlungsbedarf. Von beiden Gruppen wird insbe-sondere die verfgbare Zeit fr die Kommunikation und Interaktion mit Patienten und Angehrigen und eine an den Patientenbedrfnis- sen ausgerichteten Versor- gung sehr kritisch beurteilt, hier berichten zwischen 50% und 65% des Personals ber deutliche Probleme.</p><p>Methode</p><p>Analysiert wurden Berichtsdaten aus 29 Krankenhusern, die zwischen 2006 und 2012 sowohl eine Patienten- als auch eine Mitarbeiterbe-fragung im Abstand von hchstens einem Jahr durchgefhrt haben. </p><p>Ergebnisse</p><p>Es besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Einschtzung der Pflegeperso-nal-Patient-Interaktion und den Bedingun-gen der Patientenversorgung aus Sicht der Pflegekrfte. Je besser die Pflegekrfte diese Bedingungen einschtzen, umso besser be-urteilen die Patienten die Interaktion mit den Pflegekrften (Pearsons r = 0,54, p&lt; 0,001) (Abbildung 3). Gleiches gilt fr die Patienten- erfahrungen mit der Arzt-Patient-Interaktion und der Einschtzung der Bedingungen der Patientenversorgung durch die rzte (Pearsons r = 0,64, p&lt; 0,001) (Abbildung 4).</p><p>Abbildung 2: Problemhufigkeiten aus Sicht der Pflegekrfte und rzte</p><p>Eingeflossen sind Angaben von mehr als 27.300 Patienten sowie von ca. 4000 rzten und 11.000 Pflegekrften.</p><p>20%</p><p>13%</p><p>18%</p><p>36%</p><p>29%</p><p>31%</p><p>38%</p><p>28%</p><p>39%</p><p>54%</p><p>50%</p><p>57%</p><p>15%</p><p>17%</p><p>19%</p><p>21%</p><p>28%</p><p>31%</p><p>36%</p><p>38%</p><p>46%</p><p>47%</p><p>48%</p><p>49%</p><p>0% 10% 20% 30% 40% 50% 60%</p><p>Dienstplanung</p><p>Zwischenmenschlicher Umgang</p><p>Verhltnis zu direkten Kollegen</p><p>Koordination und Organisation</p><p>PC-Arbeitspltze</p><p>Beschftigungsbedingungen</p><p>Verhltnis zu direkten Vorgesetzten</p><p>Arbeitsumgebung/Ausstattung d. Arbeitspl.</p><p>Bedingungen der Patientenversorgung</p><p>Personalqualifizierung</p><p>Fhrungs- und Unternehmenskultur</p><p>Arbeitsbelastung</p><p>Pflege rzte</p></li><li><p>Picker Institut Deutschland gGmbH </p><p>Kieler Strae 2</p><p> 22769 Hamburg</p><p> Telefon: +49 (0)40 22 75 95 70</p><p>Telefax: +49 (0)40 22 75 95 71</p><p>E-Mail: info@pickerinstitut.de</p><p>www.pickerinstitut.deCopyright 2013 @ Picker Institut Deutschland gGmbH. Alle Rechte vorbehalten. PRshort 2013V1</p><p>Zusammenfassung</p><p>Fr die Zufriedenheit der Patienten ist das Verhltnis zu den betreuenden Pflegekrften und rzten ma-geblich. Kommunikation, Empathie, Respekt und Information sind fr sie um ein Vielfaches wichtiger als das Essen oder die Zimmeratmosphre. Die grten Probleme sehen die Patienten bei der Vorbereitung auf die Entlassung sowie bei allen weiteren Faktoren mit starkem Fokus auf rztlicher Kommunikation. Fhrung ist ein zentrales Thema fr die Arbeitszufriedenheit sowohl der rzte als auch der Pflegekrfte, wenn auch in unterschiedlicher Ausprgung.</p><p>Darber hinaus gehend sind die Prioritten unterschiedlich. Whrend fr rzte die mit dem beruflichen Fortkommen verknpften Interaktionen und Strukturen innerhalb der eigenen Berufsgruppe bedeutsam sind, spielt fr Pflegekrfte neben der Arbeitsbelastung und den Bedingungen der Patientenversorgung vor allem die Fhrungs- und Unternehmenskultur eine wichtige Rolle fr die Arbeitszufriedenheit. Die Zufrie-denheit der rzte und Pflegekrfte mit den Bedingungen der Patientenversorgung steht in signifikantem Zusammenhang mit der Betreuung und Behandlung durch diese Berufsgruppen aus Sicht der Patienten. </p><p>Abbildung 3: Zusammenhang zwischen der Pflegepersonal-Patient-Interaktion aus Sicht der Patienten und den Bedingungen der Patienten- versorgung aus Sicht der Pflegekrfte </p><p>Abbildung 4: Zusammenhang zwischen der Arzt-Patient-Interaktion aus Sicht der Patienten und den Bedingungen der Patientenversorgung aus Sicht der rzte</p><p>Fr Verantwortliche und Handelnde bedeutet dies: Patienten- und Mitarbeiterorientierung drfen nicht zu Lippenbekenntnissen in Leitbildern und Marketingaktionen verkommen. Reale Patienten- und Mitarbeitererfahrungen mssen Eingang in die Qualittsziele der Kranken- huser finden und als Steuerungselemente effektiv genutzt werden.</p><p>0</p><p>5</p><p>10</p><p>15</p><p>20</p><p>25</p><p>30</p><p>0 10 20 30 40 50 60</p><p>Arz</p><p>t-Pa</p><p>tien</p><p>t-In</p><p>tera</p><p>ktio</p><p>n(%</p><p> Pro</p><p>blem</p><p>huf</p><p>igke</p><p>it)</p><p>Bedingungen der Patientenversorgung (rzte)(% Problemhufigkeit)</p><p>0</p><p>5</p><p>10</p><p>15</p><p>20</p><p>25</p><p>0 10 20 30 40 50 60 70</p><p>Pfle</p><p>gepe</p><p>rson</p><p>al-P</p><p>atie</p><p>nt-</p><p>Inte</p><p>rakt</p><p>ion</p><p>(% P</p><p>robl</p><p>emh</p><p>ufig</p><p>keit)</p><p>Bedingungen der Patientenversorgung (Pflege)(% Problemhufigkeit)</p></li></ul>