Olympia-Qualifikation ist das Hauptziel - kanu.de ?· Kirchbach: „Ich habe schon immer gute Erinne-rungen…

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  • News der Kanurennsport-Nationalmannschaft im TEAM KUNSTSTOFF - Ausgabe September 2003

    Olympia-Qualifikation ist das HauptzielKanurennsport-Weltmeisterschaften vom 10.-14. September in Gainesville/USA

    Andreas Dittmer mit Ziel WM-Titel

    Nach letzten Vorbereitungen imBundesleistungszentrum in Duisburgsind die Athleten und Trainer desDKV-Rennsportteams inzwischennach Gainesville aufgebrochen, demRegattakurs der Olympischen Spielevon 1996. Olympia steht auch bei denbevorstehenden Welttitelkmpfen imBlickpunkt, denn in den USA mssendie Startpltze fr die Spiele imnchsten Jahr erkmpft werden. Inso-fern ist das diesjhrige Championatauch fr das DKV-Team keine nor-male WM: Unser Ziel war von An-fang an, mglichst in allen Disziplinendie Qualifikation fr Athen zu errei-chen. Das bedeutet fr die Athleten,die den Deutschen Kanu-Verband inGainesville vertreten, sich in den Ein-erdisziplinen unter den ersten achtund in den Zweier- und Vierer-disziplinen unter den ersten sechs zuplatzieren, ein zugegeben uerstanspruchsvolles Vorhaben, wennman bedenkt, wie eng die Weltspitzein vielen Disziplinen mittlerweile zu-sammengerckt ist, unterstreichtChefbundestrainer Josef Capousek.Zudem sei in der Vorbereitung durchAusflle einzelner Athleten leidernicht alles hundertprozentig nachPlan gelaufen, so der Chefcoach beieinem bisherigen Fazit: Ich will nichtlamentieren, aber es macht sichschon bemerkbar, wenn z. B. im K4der Herren verletzungs- bzw. krank-heitsbedingt drei Sportler hinter-einander ausfallen und dadurch einkontinuierliches Training kaum mg-lich ist. Auch die Vorbereitung desHerren-Zweiers ber 1000m ist ineiner wichtigen Phase durch eineVerletzung von Marco Herszel beein-trchtigt gewesen. Aber wie gesagt,wir mssen damit leben und sehen,dass wir das Beste daraus machen.

    An unserem Ziel Olympiaqualifikationwerden wir erstmal keine Abstrichemachen, auch wenn es in einigenDisziplinen sehr schwer werden wird,so z. B. im C2 ber 500m, wo wir unserst nach langem berlegen und in-tensiven Tests entschieden haben,ein Boot an den Start zu bringen, soder Chefbundestrainer.

    Insgesamt sofern keine unvorher-gesehenen Entwicklungen einenStrich durch die Rechnung machen sieht die Einsatzkonzeption folgendeStarts der DKV-Athleten in Gainesvillevor:Bei den Damen wird Katrin Wagnerber 500m im K1 sowie im K2 mitihrer Potsdamer KlubkameradinManuela Mucke die Olympia-qualifikation anstreben und darber

    hinaus den K1 ber 1000m besetzen,wo sie letztes Jahr in Sevilla Vizewelt-meisterin wurde. Im K2 ber 1000mwird ebenfalls das Vizeweltmeister-Boot von Sevilla, Manuela Mucke /Nadine Opgen-Rhein (Essen) an denStart gehen. Im K4 ruhen die deut-schen Hoffnungen ber die 500- undber die 200m-Distanz auf dem neu-formierten Boot mit Maike Nollen(Berlin)/ Judith Hrmann (Karlsruhe)/Carolin Leonhardt (Mannheim) undNadine Opgen-Rhein. Weitere Diszi-plinen werden bei den Damen nichtbesetzt.

    Im Kajak der Herren bereiten sich dieTitelverteidiger im K2 ber 500mRonald Rauhe (Berlin) / Tim Wies-ktter (Potsdam) auf den Start ber500 und ber 200m sowie Sprint-weltmeister Ronald Rauhe auch imK1 ber 200m vor. Auerdem werdenim K1 die Essener Jan Schfer undLutz Altepost ber 1000m bzw. 500mversuchen, die Olympiaqualifikationzu schaffen. Fr den K2 ber 1000msind Tim Huth / Marco Herszel (beideMagdeburg) vorgesehen, und im K4ber 1000 und ber 500m nimmt dasVizeweltmeister-Quartett von Sevilla,Andreas Ihle / Mark Zabel / BjrnBach (alle Magdeburg) und StefanUlm (Berlin) die Auseinandersetzungmit der Weltelite auf. Im K4 ber die200m-Distanz gehen voraussichtlichJan Schfer / Tim Huth / MarcoHerszel und Bjrn Goldschmidt(Karlsruhe) an den Start.

    Im Canadierbereich wird der Neu-brandenburger C1-Olympiasieger undWeltmeister Andreas Dittmer versu-chen, seinen Titel ber 1000m zuverteidigen und darber hinaus ber500 und 200m an den Start gehen.

  • Die WM-Vorbereitungen sind beendet,im Bundesleistungszentrum in Duis-burg wurde bis zur Abreise noch anden Feinheiten der WM-Form gefeilt.Dass in die Trainingsmanahmen dervergangenen Monate so mancheHiobsbotschaft von krankheits- undverletzungsbedingten Ausfllen platz-te, davon will sich das Team unmittel-bar vor der WM nicht beirren lassen.Grundstzlich ist die Stimmung inder Mannschaft trotz manchen Handi-caps in der Vorbereitung gut, betontAktivensprecher Stefan Ulm, der auchwhrend des in zwei Gruppen durch-gefhrten Vorbereitungslehrganges inKienbaum die gesamte Zeit dabeiwar. Mein Eindruck ist z. B. von denDamen, die ja ohne Verletzungs-probleme geblieben sind, dass alleBoote gut trainiert haben und vondaher durchaus optimistisch zur WMfahren. Von den Athleten, denen diegrten Chancen eingerumt wer-den, ist Andreas Dittmer angesichts

    Wir fahren guter Dinge nach GainesvilleAktivensprecher Stefan Ulm:

    seiner stabilen Leistungen in dieserSaison ebenfalls gut drauf, und auchder Kajak-Zweier ber 500m, RonnyRauhe und Tim Wiesktter hat nachdem Ausfall von Tim im zeitigen Frh-jahr zuletzt deutlich aufsteigende Ten-denz gezeigt und einen Leistungs-schub in den letzten Vorbereitungs-manahmen verzeichnet. Ich traueden beiden zu, dass sie bei der WMwieder zu alter Form auflaufen, hofftStefan Ulm fr seine Teamkameraden.

    Auch der Berliner selbst und seineKollegen vom 4er-Kajak sehen sichauf einem guten Weg: Wir habendurch die Ausflle von Mark Zabel,Bjrn Bach und auch von mir selbst inder Vorbereitung zwar nicht alles wieerhofft geschafft, aber nach hintenraus hatten wir zumindest das Ge-fhl, dass das Boot wieder zu laufenbeginnt. Die Trainingseinheiten zumSchluss in Kienbaum haben unsjedenfalls Mut fr die WM gemacht.

    Die WM im Fernsehen(bertragungen von Eurosport)

    Donnerstag, 11. Sept.: 22.00 Uhr1. Wettkampftag (live)

    Freitag, 12. Sept.: 9.30 Uhr1. Wettkampftag (Aufz.), 17.15 Uhrund 21.00 Uhr 2. Wettkampftag (live)

    Samstag, 13. Sept.: 22.45 Uhr3. Wettkampftag (live)

    Sonntag, 14. Sept.: 9.30 Uhr3. Wettkampftag (Aufz.), 20.30 Uhr(Aufz.) und 21.30 Uhr (live)4. Wettkampftag

    Die WM im Internet:www.LanierCanoe2003.org

    DieGainesville-Erfahrenen im WM-Team

    Andreas Dittmer, 1996 Olympiasie-ger im C2 ber 1000m mit GunarKirchbach:

    Ich habe schonimmer gute Erinne-rungen an denamerikanischenKontinent, ob das1994 bei der WM inMexiko, 1997 inKanada oder 1996bei den Olympi-schen Spielen in

    Atlanta war. Die Erinnerung an dieSpiele von Atlanta ist natrlich einebesonders schne, zumal es damalsmeine erste Olympia-Teilnahme warund dann mit Gold im C2 auch gleicheine so erfolgreiche. Viele derpositiven Eindrcke von damalsrcken jetzt wieder ins Bewusstseinund ich freue mich , wieder inGainesville an den Start gehen zuknnen. Auch wenn es diesmal im C1ist, habe ich ein gutes Gefhl dabei.Mein Ziel ist, den Erfolg von damalsnun im Einer zu wiederholen.

    Manuela Mucke, 1996 Olympia-siegerin im K4 ber 500m:

    Gainesville wareine sehr schneErfahrung fr mich,erstens, weil wirgewonnen haben,und zweitens, weiles eine wunder-schne Wettkampf-strecke ist. Ichfreue mich schon,

    nach sieben Jahren erneut dortfahren zu knnen, wenn auch ineinem anderen Boot. (An dieserStelle rief beim Telefonat mit ManuelaMucke aus dem Hintergrund ihreZweierpartnerin Katrin Wagner: Ichauch!)

    Mark Zabel, 1996 Olympiasieger imK4 ber 1000m:

    Ich habe sehr guteErinnerungen an1996, als wir mitdem K4 denOlympiasieg errin-gen konnten.Wenn ich jetztwieder dorthinfahre, dann hoffeich, dass es nach

    all den Widrigkeiten mit Krankheit undVerletzung in der Vorbereitung aufder Olympiastrecke von 1996 den-noch hnlich gut luft wie damals.

    Der Silber-K4 von Sevilla: Nach schwieriger Saison soll es in Gainesville besser laufen.

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    News der Kanurennsport-Nationalmannschaft im TEAM KUNSTSTOFF - Ausgabe September 2003

    Die Hoffnungen im C2 ber 1000mtrgt das Neubrandenburger DuoThomas Lck / Stefan Ute. Im C2ber 500m vertreten den DKV nun-mehr Thomas Lck und der Pots-damer Peter Hrnig. Nicht besetztwerden der C2 ber 200m sowie dieC4-Disziplinen.

    Viel Zeit fr die unmittelbare WM-Vorbereitung blieb den Athleten undTrainern in Duisburg zwar nicht mehr,dennoch ist bis zur Abreise desTeams am 5. September noch einmalvor allem in den Mannschaftsbootenam optimalen Zusammenspiel, an derFeinabstimmung und an der Spritzig-keit gearbeitet worden, um noch daseine oder andere Zehntel herauszu-holen.

  • Neulinge mit Selbstvertrauen und ZuversichtDamen-Team

    Neben international erfahrenen underfolgreichen Athleten gehren aucheinige junge, noch zum Nachwuchszhlende Talente zum diesjhrigenWM-Rennsportteam. Die jngstensind die Mannheimerin CarolinLeonhardt (18) sowie die KarlsruherinJudith Hrmann (20). Beide hattensich mit starken Leistungen bei dernationalen Qualifikation nachdrcklichfr das Damen-Team empfohlen undbei der Internationalen Regatta inDuisburg zusammen mit MaikeNollen und Nadine Opgen-Rhein imK4 das WM-Ticket erkmpft.Htte ihnen zu Beginn der Saisonjemand gesagt, welch spannendeWochen und Monate mit Hhen undTiefen, berraschenden Erfahrungenund lehrreichen Erkenntnissen vorihnen liegen, sie htten es wohl kaumgeglaubt.

    Mit der erfolgreichen nationalenQualifikation begann die vor-olympische Saison fr beide nachMa, und auch die wichtige Phasedanach, die Integration ins National-team, gelang ihnen ohne Probleme.Das lief alles super, wir sind vonAnfang an voll gut aufgenommenworden, so Carolin Leonhardt rck-blickend auf diese Zeit, und auchJudith Hrmann zeigte sich angetanvom offenen, freundlichen Klima imKontakt zu den erfahreneren Kolle-ginnen: Mucki (Manuela Mucke- d. A.) ist z. B. gleich auf uns zuge-kommen.

    Dann kam der erste internationaleTest Ende Mai bei der Weltcupregattain Szeged, wo bei weitem nicht alleTrume aufgingen, weder fr beide

    zusammen mit Maike Nollen undManuela Mucke im Vierer mit Platzfnf im Finale und wohl auch nicht frCarolin und Manuela im Zweier. AlsDritte beraus achtbar schluge