Nummer 17 · 27. April 2008 MUTTER ROSA P VII - ?· Sr. Basina Kloos BMVA, Generaloberin der Waldbreit-bacher…

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  • wrdige Mit-schwestern hat-

    te sie eingeweiht.Sie besa kein ei-

    genes Zimmerund auch keine

    Privatsphre. Ver-mutlich schrieb sie,

    wenn sie Hausbesu-che bei Kranken ma-

    chen sollte. Sie wareine gute Kranken-

    schwester. Es ist aberbelegt, dass sie nur zu

    den wirklich Krankenging. Wurde sie zu

    Kranken geschickt, dieihrer Ansicht nach ihrer

    Hilfe nicht so dringendbedurften, dann besuchte

    sie zum Beispiel zwei ehe-malige Ordensschwestern,

    die ausgetreten waren undin Robach wohnten. Diese

    htte sie niemals mit Erlaubnis derVorgesetzten aufsuchen drfen.

    Ein weiteres Problem war fr sie dieBeschaffung von Papier. Damals hat-ten Ordensschwestern keinen freienZugang zu Papier und Tinte. Eine ihrerNichten erinnerte sich, dass sichSchwester M. Marzella am meistenfreute, wenn sie ihr Papier geschenkthat.

    Kontakt zu den Trierer Bischfen

    Schwester M. Marzella stand in brief-lichem Kontakt mit dem Trierer BischofMichael Felix Korum und seinem Nach-folger Franz-Rudolf Bornewasser. Beidenahmen sie ernst und waren interes-siert an ihren Aufzeichnungen. BischofKorum erteilte der Ordensleitung sogardie Anweisung, Schwester M. Marzella

    gengend Papier zur Verfgung zu stel-len, als er erfuhr, dass diese nicht wei-terschreiben konnte, weil sie kein Pa-pier hatte. Er hatte ihr 1915 den Auftragerteilt, die Grndungsgeschichte undLebensgeschichte Mutter Rosas sowiealle auergewhnlichen Begebenheitenaufzuschreiben. Auch dieses Manu-skript wurde zusammen mit weiterenSchriftstcken heimlich aus SchwesterMarzellas Zelle entwendet. Bischof Bor-newasser schlielich veranlasste, dassSchwester M. Marzella ihm alle Auf-zeichnungen zuschickte. In einem Briefvom 25. Mai 1927 besttigte der Bischofder damaligen Generaloberin Schwes-ter M. Menna Schfer den Erhalt derAkten.

    Noch in demselben Jahr starbSchwester M. Marzella ganz pltzlichwhrend ihrer Exerzitien am 13. Sep-tember 1927 an einer Lungenentzn-dung. Sieben Manuskripte hatte sieangefertigt, das letzte blieb unvollen-det, alle anderen sind ebenfalls unvoll-stndig. Vermutlich wurden sie ent-wendet, bevor sie weiterschreibenkonnte, oder belastende Teile wurdenvernichtet. Schwester M. Marzella hat-te Mutter Rosa versprochen, ber dieAufzeichnungen zu wachen, und soll-ten sie verloren gehen, diese erneutanzufertigen. An dieses Versprechenhielt sie sich. Dafr hat sie Verachtungund Ausgrenzung erlitten, man hat sieals geistig anormal bezeichnet. Unddennoch blieb sie ihrem Auftrag treuund hat Wege gefunden, die Lebensge-schichte Mutter Rosas und die Grn-dungsgeschichte des Ordens fr dieNachwelt zu sichern. Nach ihrem Todbergab Bischof Franz-Rudolf Borne-wasser die gesamten Schriften Gene-raloberin Schwester M. Menna Sch-fer, die dafr sorgte, dass die Manu-skripte erhalten blieben.

    Nummer 17 27. April 2008 PAULINUS VIIMUTTER ROSA

    Ulrich Schmitz FFSC,

    Generalsuperior der

    Franziskanerbrder vom

    Heiligen Kreuz, Hausen

    Das Wort: Ich muss in dieTiefe gehen, wenn der Wi-derstand immer grer wird,wurde auch fr Mutter Rosazur Lebens- und Liebesrich-tung. An ihrem ganzen Le-ben ist abzulesen, dass einzigdie Richtung wichtig ist undbereits einen innewohnen-den Sinn hat. Es kommtletztlich darauf an, dass wirauf etwas zugehen, undnicht so sehr darauf, dass wirankommen.

    Georg Ludwig Braun,

    Prsident des Deutschen

    Industrie- und Handels-

    kammertages

    Denn eines ist klar: Wir kn-nen den Tod nicht tabuisie-ren. Wir mssen ihn zurckin unser Leben holen unduns darber klar sein, dasswir die Verantwortung frunser Leben und unser Ster-ben tragen. Dabei gehrt zurWrde des Menschen eineindividuelle Sterbebeglei-tung ganz so, wie es auchMutter Rosa Flesch gelebtund geleistet hat.

    Sr. Basina Kloos BMVA,

    Generaloberin der Waldbreit-

    bacher Franziskanerinnen

    Die Liebe zur Kirche hatte Ro-sa Flesch tief verinnerlicht.Sie betete fr den Papst undlitt fr ihn. Ob sie mit denheutigen Erkenntnissen, demvernderten Gottesbild nochzu allem schweigen wrde,wage ich zu bezweifeln. Aufder Spurensuche ihrer im Ge-bet errungenen Haltungenglaube ich, dass sie heute inden Spuren Jesu Christi vonseiner Reich-Gottes-Praxis he-rausgefordert ihre Stimme imGlaubenszeugnis erhebenwrde fr alle, die vor der T-re des Glaubens stehen. Sie isteine Charismatikerin der offe-nen Tr und macht uns unru-hig, wenn wir so manche T-ren schlieen wollen. Wer dieKirche liebt, setzt sich ein undzugleich aus. Mutter Rosa hatdas getan. Darin ist sie unserbleibendes Vorbild. Ihr Feuerbrennt weiter, in den Herzenunserer Schwestern und inden Herzen der Menschen, diein unseren Einrichtungensich den Menschen in Notund Krankheit zuwenden.

    Stimmen

    Bischof Franz Rudolf Bornewasser

    (19221951)

    Bischof Felix Korum (18811921).

    Fotos: Archiv Paulinus

    Auszge aus den erhaltenen Niederschriften Sr. M. Marzella Schumanns.

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