max weber 20.12.2014

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  • Max Weber und die

    Burschenschaft Allemannia zu Heidelberg

    ?

    X X X

    Wolf Reinbach

  • Max Weber und die Burschenschaft Allemannia Heidelberg

    von Dr. med. Wolf-Diedrich Reinbach

    Burschenschaft Allemannia Heidelberg, (SS 1968, GB. 1321)

    Heidelberg, 1999 - 2014

  • 1. Auflage: Juni 2000 (20 Exemplare) 2. (korrigierte) Auflage: November 2000 (20 Exemplare) 3. (unvernderte) Auflage: Januar 2003 (20 Exemplare)

    4. (illustrierte) Auflage: (2014 - ungedruckt)

    Dem Andenken meines Vaters

    Prof. Dr. med. Wolfgisbert Reinbach (11. Oktober 1911 1. Mai 1994),

    aktiv bei der Burschenschaft Allemannia Heidelberg SS 1931, Ehrenband der Burschenschaft Germania Erlangen SS 1977,

    der mir das Archiv der B. Allemannia erschlossen hat

    und der die hier dargestellten Zusammenhnge nicht mehr erfahren konnte.

  • Inhaltsverzeichnis

    Vorwort Teil I: Familire Bindungen Max Webers an Heidelberg

    und die dortige Burschenschaft Allemannia S. 1 - Die Shne des Komponisten Felix Mendelssohn

    Bartholdy, die Beschreibung der Geschichte Griechenlands, die Firma "AGFA", familire Zusammenhnge, eine reprsentative Villa am Heidelberger Neckarufer und die Burschenschaft Allemannia zu Heidelberg S. 1

    - Bedeutende Mitglieder der Allemannia Heidelberg S. 1 - Die Verwandtschaft der Mendelssohn Bartholdys mit

    Max Weber S. 2 - Die verwandtschaftlichen Beziehungen, die die Brder

    Karl und Paul Mendelssohn Bartholdy sowie Max Weber zu ihrem Eintritt in die Allemannia fhrten S. 3

    - Die Familie Mendelssohn Bartholdy S. 3 - Die Anfnge der jetzigen Burschenschaft Allemannia

    zu Heidelberg S. 5 - Die Brder Karl und Paul Mendelssohn Bartholdy am

    Beginn der Geschichte der Allemannia S. 9 - Werdegang und Bedeutung von Karl Mendelssohn

    Bartholdy S. 12 - Werdegang und Bedeutung von Paul Mendelssohn

    Bartholdy S. 14 - Das Fallensteinsche Haus in Heidelberg Ziegelhuser

    Landstrae 17, familirer und gesellschaftlicher Treffpunkt S. 16

    - Verwickelte Verwandtschaftsverhltnisse S. 20 - Die Beziehungen zur Familie von Georg Weber S. 22 - Drei Allemannen gleichzeitig als Universittsrektoren S. 32 - Die weiteren Zusammenhnge in Berlin S. 33

    - Franz Oppenheim, Generaldirektor der AGFA 1898-1925 S. 33

    - Max Webers Beziehungen zur B. Allemannia vor seinem Eintritt S. 34

    - Die Bedeutung Albrecht Mendelssohn Bartholdys S. 38

    Verwandtschaftsverhltnisse der Familien Souchay, Mendelssohn Bartholdy, Wach, Oppenheim, Fallenstein, Weber (2 x) und Schnitger (graphische bersicht) S. 40/41

    Teil II: Max Webers Weg zur Burschenschaft Allemannia S. 42 - Die Verantwortung Marianne Webers bei der

    Herausgabe der Jugendbriefe - Marianne Webers Unkenntnis der Verhltnisse in Burschenschaften S. 42

    - Marianne Weber - Tochter eines Burschenschafters (Eduard Schnitger, B. Teutonia Jena 1863) S. 44

    - Max Webers Kontakte zu Verbindungen in Heidelberg zu Beginn seines Studiums im SS 1882 S. 45

    - Max Webers ambivalentes Verhltnis zur Burschenschaft Allemannia vor seiner Aktivenzeit (SS 1882) und whrend seiner Aktivenzeit (WS 1882/83 und SS 1883) S. 63

    - Die Hintergrundsituation in der Burschenschaft Allemannia (1871-1886) S. 77

    - Die gespannte Situation im SS 1883 S. 79 - Zwei Berichte aus authentischer Quelle S. 81 - Die Bedeutung des langsam wachsenden

    Antisemitismus S. 89 - Die innere Situation in der Allemannia seit 1871 S. 93 - Die finanzielle Situation der Allemannia S. 95 - Die Burschenschafter in Max Webers nherer

    Verwandtschaft S. 102 - Max Webers weiterer Weg als Allemanne S. 102

  • - Max Webers Austritt aus der Burschenschaft Allemannia S. 103

    - Reaktionen aus der Allemannia auf den Austritt Max Webers S. 104

    Zeittafel SS 1882 - SS 1883 S. 111 25. Stiftungsfest der Allemannia SS 1882 S. 120 Namenregister S. 126 Literatur und Quellen S. 135 Der Autor S. 143

    Vorwort

    Max Weber ist wohl das berhmteste Mitglied der Burschenschaft Allemannia zu Heidelberg gewesen. Seine geistesgeschichtliche Bedeutung ist unumstritten. Seine Mitgliedschaft bei der Burschenschaft Allemannia ist in der ffentlichkeit bekannt. Wenig bekannt sind heute aber Korporationen und das Leben in ihnen. So kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Anfragen bei der Burschenschaft Allemannia, was denn ber die Zugehrigkeit Max Webers bei ihr bekannt sei, ob es denn Dokumente gebe, die seine Aktivitt bei der Allemannia belegen, was denn die Burschenschaft Allemannia fr eine Vereinigung sei und nach vielem anderen mehr. Seine Mitgliedschaft lt sich nicht mehr durch Originaldokumente belegen, da das Archiv der Burschenschaft Allemannia zu Heidelberg seit der Besetzung Heidelbergs durch die Amerikaner 1945 entwendet worden ist. Es gibt jedoch sehr unterschiedliche Zeugnisse, welche zusammengebracht doch ein Bild von Max Webers Aktivenzeit erstehen lassen, auch ein Bild von seiner nicht ganz gewhnlichen Haltung zu seiner Verbindung. Der Verfasser ist in der glcklichen Lage, erstens das Leben in derselben Korporation seit 1968 erfahren zu haben und immer noch zu erleben und das Archiv der Allemannia dadurch genau zu kennen. So war es mglich, eine Reihe von Zusammenhngen aufzudecken. Besonders aufschlureich fr Wax Webers Weg zur Allemannia sind die verwandtschaftlichen Beziehungen zu neun frheren Mitgliedern dieser Verbindung, vor allem zu den Brdern Karl und Paul Mendelssohn Bartholdy, den Shnen des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy, und zur Familie des Gymnasialprofessors und Geschichtsschreibers Georg Weber. In der ffentlichkeit waren diese Beziehungen bisher nicht bekannt (Teil I dieser Abhandlung). Vor allem aber ein Vergleich der "Jugendbriefe" Max Webers mit den Daten aus dem Personalarchiv der Allemannia bringt einige interessante Aspekte ans Licht (Teil II dieser Abhandlung).

  • Der Zweck dieser Abhandlung ist, den Max-Weber-Forschern, die immer wieder nach der Beziehung des Gelehrten zu der Allemannia fragen, eine Informationsschrift gerade zu diesem Thema zu geben. Da dabei manchmal korporationsspezifisches Grundwissen erklrt werden mu, bitte ich alle Leser aus den Reihen der studentischen Korporationen zu entschuldigen.

    Heidelberg, 7.11.1999 Wolf-Diedrich Reinbach

    Vorwort zur illustrierten Neuauflage

    Im Jahre 2001 erhielt der Verfasser die Bitte des Vereins der Studentenhistoriker, fr diesen im Herbst in Soest einen Vortrag ber den Inhalt dieser Schrift zu halten. Zu diesem Zweck wurden einige Bilder zur Illustration des Vortrags angefertigt. Der Vortrag wurde im April 2002 noch einmal auf dem Haus der Allemannia gehalten. Es entstand die Idee, diese Bilder bei einer Neuauflage in den Text einzubeziehen. Das erfordert Zeit, die einem beruflich am Krankenhaus ttigen Assistenzarzt nicht in dem Mae zur Verfgung steht, in dem es fr diesen Zweck erforderlich ist. Weiterhin hat der Verfasser zwischen 1984 und 2006 das gesamte Personalarchiv der Burschenschaft Allemannia berarbeitet und zum 150. Stiftungsfest im April 2006 als Goldenes Buch der Burschenschaft Allemannia herausgegeben (ca. 1200 Seiten mit fast 2000 Personaleintrgen). In der Neuauflage dieser Arbeit ber Max Weber sind bei Erwhnung von Mitgliedern der Allemannia die Referenznummern im Goldenen Buch (GB. + Zahl) der Allemannia angegeben; z.B. Max Weber (GB. 334). Das Goldene Buch der Allemannia kann bei dieser zum Preis von 40,- erworben werden. Im brigen wurden nur einige kleine Fehler ausgebessert, minimale Ergnzungen vorgenommen sowie die zahlreichen Funoten vom Ende des Textes in den laufenden Text auf das Ende der jeweiligen Seite verschoben.

    Heidelberg, den 7.11.2007 Der Verfasser

  • 1

    Teil I Familire Bindungen Max Webers an Heidelberg

    und die dortige Burschenschaft Allemannia

    Die Shne des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy, die Beschreibung der Geschichte Griechenlands, die Firma "AGFA", familire Zusammenhnge,

    eine reprsentative Villa am Heidelberger Neckarufer und die Burschenschaft Allemannia zu Heidelberg

    Bedeutende Mitglieder der Allemannia Heidelberg In den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens war eine ausgesprochen hohe Anzahl spterer berhmter Gelehrter oder auch fhrender Persnlichkeiten aus Verwaltung und Wirtschaft als Studenten in der Burschenschaft Allemannia Heidelberg aktiv. Die bekanntesten Namen sind (die hier genannten Wissenschaftler sind allesamt Ordinarien gewesen): Name Ttigkeit - Franz Adickes (GB. 168 b / 351) Oberbrgermeister in Frankfurt - Friedrich Berwerth (GB. 260) Mineraloge - Gerhard Bunnemann (GB. 124) Oberbrgermeister in Bielefeld - Theodor Eimer (GB. 171) Zoologe - Adolph Emmerling (GB. 104) Agrikultur- und Biochemiker - Theobald Fischer (GB. 166) Begrnder der wiss. Geographie - Otto (von) Gierke (GB. 55) Rechtsgelehrter und -lehrer - Hermann Hitzig (GB. 108) klassischer Philologe - Hugo Kronecker (GB. 71) Physiologe - Otto Lenel (GB. 205) Rechtsgelehrter und -lehrer - Moritz Litten (GB. 188) Internist - Edgar Loening (GB. 168 a / 193) Rechtsgelehrter und -lehrer - Richard Loening (GB. 199) Rechtsgelehrter und -lehrer - Otto Lubarsch (GB. 322) Pathologe

  • 2

    - Otto Mayer (GB. 192) Begrnder des Verwaltungsrechts - Karl M