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  • RechtshinweisAlle Rechte, auch die der bersetzung sowie des Nachdruckes und jede Art derphonetischen Wiedergabe, auch auszugsweise, bleiben vorbehalten. Rechtsan-sprche sind aus vorliegendem Material nicht ableitbar.

    VerteilerhinweisDiese Informationsschrift wird von der Schsischen Staatsregierung im Rahmenihrer verfassungsmigen Verpflichtung zur Information der ffentlichkeit heraus-gegeben. Sie darf weder von Parteien noch von deren Kandidaten oder Helfern imZeitraum von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung ver-wendet werden. Dies gilt fr alle Wahlen. Erlaubt ist jedoch den Parteien, dieseInformationsschrift zur Unterrichtung ihrer Mitglieder zu verwenden.

    Schsische Landesanstalt fr Landwirtschaft

    ImpressumHerausgeber: Schsische Landesanstalt fr Landwirtschaft

    August-Bckstiegel-Strae 1, 01326 DresdenInternet: WWW.LANDWIRTSCHAFT.SACHSEN.DE/LFLAutoren: Uta Beckmann

    Dr. Hartmut KolbeFachbereich Bodenkultur und Pflanzenbau

    Redaktion: Schsische Landesanstalt fr LandwirtschaftFachbereich Bodenkultur und PflanzenbauDr. Hartmut KolbeTelefon: 0341 / 91 74 - 149Telefax: 0341 / 91 74 - 111e-mail: Hartmut.Kolbe@leipzig.lfl.smul.sachsen.de

    Redaktionsschluss: Februar 2002Fotos: Titelblatt: Herr Dr. KolbeAuflagenhhe: 150 ExemplareSchutzgebhr: 2,50

    Informationenfr Praxis und Beratung

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  • Inhaltsverzeichnis

    1 Einleitung ............................................................................................................. 22 Produktionsrichtungen.......................................................................................... 33 Klima und Witterung ............................................................................................. 44 Boden................................................................................................................... 65 Fruchtfolge ........................................................................................................... 66 Dngung............................................................................................................... 87 Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung.......................................................... 148 Sorte................................................................................................................... 149 Aussaat .............................................................................................................. 1610 Bestandesdichte................................................................................................. 1811 Reihenentfernung............................................................................................... 1912 Unkrautregulierung............................................................................................. 2213 Krankheiten und Schdlinge .............................................................................. 2314 Ernte................................................................................................................... 2615 Wirtschaftlichkeit des Anbaus ............................................................................ 2816 Anbautelegramm................................................................................................ 3117 Literaturbersicht................................................................................................ 32

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    1 Einleitung

    Die Besonderheiten beim Anbau von Mais im kologischen Landbau liegen in denhohen Nhrstoff- und Vorfruchtansprchen, den genauen Erfordernissen bei der Un-krautregulierung und in den zum Teil ungnstigen Umweltwirkungen wie der erhh-ten Neigung zu Bodenerosion und Bodenverdichtung. Auerdem ist die empfindlicheJugendentwicklung im Maisanbau ein Problem. Die jungen Maispflanzen bleiben infast jedem Jahr im Wachstum infolge ungnstiger Witterungsbedingungen (niedrigeTemperaturen, Staunsse, Trockenheit) sowie durch das geringe Aufschlussverm-gen fr Stickstoff und Phosphor zurck. Hellgrne Blattfarbe zeigt N-Mangel, blauvi-olette Verfrbung P-Mangel an. Aufgrund der relativ geringen Nhrstoffversorgungbleiben die Maispflanzen in der Jugendphase im Vergleich zu den Unkrutern in derKonkurrenzkraft zurck. Probleme bei der Unkrautregulierung sowie ungengendeErnteertrge und Qualitten knnen die unausweichliche Folge sein.

    Andererseits zeichnet sich Mais durch seine hohe Energiekonzentration aus, die vonkeiner anderen Futterpflanze erreicht wird. Daher kann Mais im kologischen Land-bau als willkommene Komponente bei der Rationsgestaltung in der Rindviehftterungangesehen werden. Weitere Vorteile liegen in der leichten Konservierbarkeit sowieder nur einmaligen Ernte im Jahr im Vergleich zur mehrfachen Ernte beim Anbau vonzum Beispiel Kleegras.

    In einer Ausarbeitung des Deutschen Maiskomitees (DMK, 2001) wird die Bedeutungdes Maisanbaus im kologischen Landbau umschrieben. Sie kann als einleitendeLektre empfohlen werden. In der vorliegenden Broschre wird erstmals eine aus-fhrliche Beschreibung aller praxisrelevanten Gesichtspunkte zum Anbau von Kr-ner- und Silomais im kologischen Landbau vorgenommen. Neben diesen Grundla-gen der Maisproduktion werden Versuchsergebnisse und Erfahrungen zur richtigenWahl des Aussaattermins, der Reihenweite, der Unkrautregulierung und zur Dn-gung vorgestellt, die zu einer weiteren Verbesserung des Anbauverfahrens fhrensollen.

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    2 Produktionsrichtungen

    Als Produktionsrichtungen werden auch im kologischen Landbau Grnmais, Krner-sowie Kolbenmais (Corn-Cob-Mix, Lieschkolbenschrot) und Silomais genutzt. BeiKrnermais wird ein hoher Kornertrag mit voll ausgebildeten, ausgereiften Krnernund geringem Bruchkornanteil angestrebt. Bei der Erzeugung von Corn-Cob-Mixund Lieschkolbenschrot wird ein mglichst hoher Ertrag an verdaulicher Energieangestrebt. Bei der Ernte fallen Krner, Spindelbruchstcke und ein geringer Anteilder Restpflanze an. Die Spindel- und Lieschblattanteile und damit auch die Rohfa-sergehalte knnen in weiten Grenzen schwanken (REINHARDT et al., 2001):

    - 7 % Rohfaser: Krner, Spindeln- 7 10 % Rohfaser: Krner, Spindeln, ca. 10 % Lieschbltter, 5 % Restpflanze- 12 13 % Rohfaser: Krner, Spindeln, ca. 40 % Lieschbltter, 10 % Restpflanze- 15 % Rohfaser: Krner, Spindeln, ca. 60 % Lieschbltter, 15 % Restpflanze.

    Lieschkolbenschrot besteht aus den geernteten Krnern, den gesamten Spindelnund dem grten Anteil an Lieschen und oberen Teilen der Restpflanze. Da die roh-faserreichen und nhrstoffarmen Stngel der Maispflanzen fehlen, ist Lieschkol-benschrot ebenfalls als ein Kraftfutter mit hohen Energieanteilen anzusehen. DurchAbsieben der rohfaserreichen Teile kann der Rohfasergehalt von 10 15 % auf ca.8 % abgesenkt werden.

    Beim Anbau von Silomais ist ein hoher Ertrag an Trockenmasse (TM) mit einemOptimum an verdaulicher Energie und Nhrstoffkonzentration (NEL) das Ziel. Silo-mais wird als Ganzpflanze geerntet. Durch entsprechende Variation der Schnitthhekann der auf dem Feld verbleibende Stoppelanteil erhht, die Rohfasergehalte ver-ringert und die Energiedichte erhht werden.

    Als weitere Form ist der Gemengeanbau mit anderen Futterpflanzen zur Nutzung alsFrischfutter oder als Silage bekannt. Negative Effekte, wie Bodenerosion, Nhrstoff-austrag und spezifische Unkrautprobleme, knnen durch Gemengeanbau begrenztwerden (HEYLAND & WERNER, 1988). Weitere Vorteile des Gemengeanbaus lie-gen in einer greren Artenvielfalt, einer Auflockerung der Fruchtfolge, Frderungdes Bodenlebens, phytosanitren Effekten und in einer besseren Tragfhigkeit desBodens. Hohe Saatkosten, Auflauf-Risiko der Ansaat, ungengende Unkrautunter-drckung und Folgeverunkrautung knnen als Nachteile des Gemengeanbaus ange-sehen werden. Eine typische Mischkultur ist das sogenannte RESELE-Gemenge mitzum Beispiel folgender Zusammensetzung (Saatgutmenge/ha):

    - 20 kg Ackerbohnen- 15 kg Hafer- 12 kg Erbsen- 12 kg Sonnenblumen- 15 kg Mais.

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    Dieses Gemenge zielt auf die Kombination von eiwei- und energiereichem Futter abund wird als Ganzpflanzensilage genutzt. Untersuchungen solcher Mischkulturenergaben im Vergleich zum Maisanbau als Reinkultur keine Mehrertrge und dieEnergiedichte hatte sich in der Regel verringert (unter 6 MJ NEL/kg TM bei einemTM-Gehalt von unter 30 %). Auch mehrjhrige Versuche von KREUZ (1966) habengezeigt, dass Mischanbau von Silomais mit eiweireichen Futterpflanzen zur De-pression des Gesamtertrages fhrte. Neuere Untersuchungen ergaben, dass beimMischanbau mit Sonnenblumen und Nutzung in der Milchviehftterung offensichtlichber eine spezifisch vernderte Zusammensetzung des Milchfettes eine bessereButter-Streichfhigkeit erreicht werden kann. Einen berblick ber den Futterwertvon Maisernteprodukten gibt Tabelle 1.

    3 Klima und Witterung

    Mais ist in der Auflauf- und frhen Jugendphase nur gering kltevertrglich, es kannoft zum Wachstumsstillstand kommen. Bei Temperaturen von unter 10 C ist danndie Konkurrenzkraft der an dieses Klima besser angepassten Unkruter meistensgrer. Dementsprechend betrgt die mittlere Aufgangsdauer 18 20 Tage bei einerBodentemperatur von etwa 10 13 C, whrend bei Temperaturen von 15 18 Cnur noch 8 10 Tage bentigt werden. Im Verlauf der Jugendentwicklung von Maisbesteht demgegenber eine verhltnismig gute Frostvertrglichkeit bis 4 C.

    Eine zgige Jugendentwicklung durch hhere Temperaturen fhrt zu einem schnelle-ren Bestandesschluss, womit die Unkrautkonkurrenz dann gering bleibt. Durch-schnittstemperaturen von mindestens 13,5 C von Mai bis September sind fr einenerfolgreichen Maisanbau notwendig, da er hohe Wrmeansprche in der vegetativenund zum Teil auch whrend der generativen Phase aufweist. Zwischen der Schoss-phase und dem Rispenschieben im Juli setzt bei gnstigen Bedingungen fr etwa 5Wochen ein sehr starkes Wachstum von 7 - 10 cm pro Tag ein. Kurz

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