klimabündnis zeitschrift frühjahr 2012

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Zeitschrift des Klimabndnis sterreich. Mit Infos, Portrts und Berichten von und ber Klimabndnis-Gemeinden, Klimabndnis-Kindergrten & Schulen sowie Klimabndnis-Betrieben.

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  • z e i t s c h r i f t v o n k l i m a b n d n i s s t e r r e i c h 01/2012

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    Unsere Betriebe Klimabndnis-BetriebeBetriebe im Klima-Check ... S. 3Betrieb am Rio Negro ... S. 5Betriebe: Da, wo das gute Brot herkommt ... S. 7

    anders Wirtschaftengreen economy: Worthlse oder Chance? ... S. 13

  • 2mit langjhriger Erfahrung aus einer Interessenver-tretung auf nationaler und EU-Ebene ist beim Klima-bndnis fr EU-Projekte zu Energieeffizienz und Ent-wicklung erneuerbarer Energiekonzepte fr lndliche Regionen zustndig. Martina Nagl (r.), langjhrige Kli-mabndnis-Mitarbeiterin, vormals Regionalstellenlei-terin in Niedersterreich und seit 2011 im Vorstand des Europischen Bodenbndnis bernahm mit Beginn 2012 die Leitung der Regionalstelle im Burgenland.

    klimaintro

    Medieninhaber, Herausgeber, Verleger: Klimabndnis sterreich, Htteldorfer Strae 63-65 / Top 9-10, A-1150 Wien, T: 015815881, E: office@klimabuendnis.at Redaktion: Emil Benesch, Brigitte Dra-beck, Friedrich Hofer, Hannes Hller, Johann Kandler, Christian Salmhofer, Anna Schwerzler, Robert Stgner, Andreas Strasser, Sonja Whrenschimmel AutorInnen: Maria Hawle, Katharina Munk Graphik & Layout: Andreas Strasser Anzeigen: Elfriede Hecher Druck: aPrint, Klagenfurt, mit Druckfarben auf Basis nachwachsender Rohstoffe Papier: Recyclingpapier aus 100% Altpapier Erscheinungsweise: viermal jhrlich Offenlegung laut 25 Mediengesetz: Die Zeitschrift klima-bndnis dient der Information aller PartnerInnen, MitarbeiterInnen der beigetretenen Gebiets-krperschaften, der tragenden Organisationen, der miteingebundenen Initiativen und Gruppen sowie allgemein an den Themen Klimaschutz, Umwelt- und Entwicklungspolitik Interessierter. Wien 2012 fr alle Beitrge bei Klimabndnis sterreich.

    Kindergrten und Schulen: Niedersterreich: Kindergrten: Rabenstein/Augasse, St. Plten Kupferbrunn, Tradigist, Kindergruppe Waldkinder Maria Anzbach. Hauptschulen: Allentsteig, Modellschule Kirchberg a. Wechsel. Volksschulen: Allentsteig, Echsen-bach, Gerersdorf bei St. Plten, Gpfritz a.d. Wild, Gro-mugl, Hflein a.d. Hohen Wand, Kilb, Purkersdorf, St. Geor-gen a. Ybbsfelde und Schwarzenau. Obersterreich: Kindergrten: Krenglbach, Neuhofen i. Innkreis. Volksschulen: Neuhofen i. Innkreis, Kremsdorf, Pollham, St. Agatha/Bad Goisern und Wartburg o.d. Aist.

    In sterreich haben sich alle Bundeslnder, ber 920 Stdte und Gemeinden, ber 670 Betriebe und rund 290 Schulen und Bildungseinrichtungen dem Klimabndnis angeschlossen.

    Betriebe: Niedersterreich: Druckhaus Schiner GmbH (Krems). Obersterreich: DHM Maschinenschlosserei Mitterhu-ber, Moser GmbH/Lftungstechnik, Raiffeisenbank Wels Sd reg. Gen.m.b.H. Filiale Eberstalzell, Salon Kohler, Strasser Holzbau GesmbH (alle Eberstalzell), 4YOUgend, Bellaflora Gartencenter GmbH, k.uk. Hofbckerei/Fritz Rath, Movie-mento Gaststtten- und Betriebs GesmbH (Gelbes Kroko-dil, Solaris), MBSL Gastro GmbH/Wirt am Graben, Xiling Natur und Seide (alle Linz), Bellaflora Gartencenter GmbH (Filialen Mauthausen und Steyr), Vendler & Partner GmbH, Druckstore Bernard GesmbH (Ried i. Innkreis), Moser GmbH (Ried i. Traunkreis), Team Gruber GmbH (Steinerkirchen a. d. Traun), EHS Einfinger, Franz Einzinger GmbH, Landwirt Hohensinn, Thebert Metallbau GmbH (alle Tumeltsham), Tourismusverband Inneres Salzkammergut (Zentrale und Geschftsstellen Bad Goisern, Gosau, Hallstatt, Obertraun). Steiermark: Schloss Thannegg (Grbming-Moosheim). Wien: Sdwind Agentur / Verein fr Entwicklungspolitik.

    Gemeinden: Niedersterreich: Enzenreith. Obersterreich: Kirchschlag bei Linz und Stadl-Paura.

    Willkommen im Klimabndnis!

    Neu im Klimabndnis: Neu bei Klimabndnis Obersterreich und im Re-daktionsteam der Zeitschrift klimabndnis ist Sonja Whrenschimmel (l.). Die Modedesignerin, die schon bei der WearFair mitarbeitete, bernimmt in Ober-sterreich die ffentlichkeitsarbeit. Georg Priesner (m.) GREEN EcONOMY statt GREENING EcONOMY!

    Green Economy das ist eines der zwei Hauptthemen beim dritten World Sum-mit vom 20.-22. Juni dieses Jahres in Rio de Janeiro, Brasilien. Die erste Welt-Konferenz in Rio vor 20 Jahren gilt als wichtiger Wegbereiter der internationa-len Umweltpolitik, da nicht nur erstmals weltweiter Umwelt- und Naturschutz

    propagiert, sondern auch eine nachhaltige Entwicklung als Ziel formuliert wurde. Die Konferenz brachte au-erdem zwei bedeutsame globale Abkommen auf den Weg, die Klimarahmenkonvention und die Konvention ber die biologische Vielfalt. Das Klimabndnis organi-siert, untersttzt von der ADA (Austrian Development Agency), die Initiative der sterreichischen Umwelt- und Entwicklungsorganisationen mit dem Titel Rio+20 Gerechtigkeit in einer endlichen Welt. Dabei sollen in

    mehr als 40 Konferenzen, Workshops und Diskussionspanels die groen The-men auf konkrete sterreichische Beispiele heruntergebrochen und Mut zum Wandel gemacht werden (siehe www.rioplus20.at).Erfreulicherweise bekennen sich in sterreich immer mehr Betriebe zum Kli-maschutz und nutzen das Know-how des Klimabndnis. Bereits 1997 haben wir unser Engagement zum umfassenden Klimaschutz von Gemeinden auf lokale Unternehmen ausgeweitet. Heute gibt es sterreichweit bereits 675 Klimabndnis-Betriebe, die auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit setzen. Das Klimabndnis hat in allen Bereichen ExpertInnen, die mit den Klimabndnis-Betrieben Klimaschutzmanahmen ausarbeiten. Nach 2-3 Jahren wird die Umsetzung der Manahmen evaluiert. In dieser Ausgabe finden Sie dazu einige Beispiele.Wir achten dabei sehr darauf, dass das Schlagwort Green Economy von gro-en Unternehmen und Konzernen nicht zu einem Greening Economy wird. Dabei wird nur auf einzelne (sinnvolle) Initiativen des Konzerns hingewie-sen, whrend in groen Bereichen des Umweltschutzes, der sozialen Grund-rechte, einer fairen und gerechten Ressourcenverteilung weiterhin groe De-fizite herrschen.Wie man alte Techniken und Handwerk auch in modernen Zeiten nutzen kann, zeigt ein Blick zu unseren indigenen PartnerInnen am Rio Negro. Warir heit das Kunsthandwerk, das zeitlos und gewinnbringend zugleich ist (sie-he S. 5). Aus erster Hand berichten davon Maximiliano Menezes und camila Barra. Die beiden VertreterInnen unserer indigenen Partner vom Rio Negro werden uns von 16. April bis 5. Mai besuchen wir laden Sie herzlich ein bei unseren Veranstaltungen dabei zu sein.Viel Spa beim Lesen!

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    Titelfoto: Frau Gilda Barreto, leitet das Kunsthandwerksprojekt am Rio

    Negro sie hat es mit viel Enga-gement geschafft, Produktion und Verkauf gewinnbringend zu organi-sieren (s. Seite 5)

    Peter MolnarGeschftsfhrer Klimabndnis sterreich

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  • Das Klimaschutz-Potential in Betrie-ben ist riesig. Egal in welcher Bran-che, wei einer, der bereits ber 115 Klimabndnis-Betriebe analysiert und evaluiert hat. Georg Spiekermann ist seit dreieinhalb Jahren Betriebeberater in Obersterreich.

    Am SchreibtischAm Anfang steht immer die Recherche. Wir holen uns von den Betrieben die En-ergierechnungen und wenn mglich vom Energieversorger den Stromlastgang und werten beides aus. Damit bekommen wir schon einmal einen interessanten ber-blick, so Spiekermann. Je genauer die Angaben, desto mehr Einsparungungen finden wir. Erhoben wird auch das Mo-bilittsverhalten der MitarbeiterInnen.

    Im BetriebNach dem Grobcheck folgt die Begehung im Betrieb. Der Blick hinter die Kulissen ist immer am interessantesten. Das kn-nen ganz einfache Sachen sein. Beim letz-ten Mal waren fast ein Drittel der Fenster gekippt und das mitten im Winter. Der Start liegt dabei meist ganz oben, am Dach. Dort finden sich Anlagen, wie die Rckkhler von Klimaanlagen oder auch Dachrinnenheizungen. Ist der Feuchte- oder Temperatursensor falsch eingestellt, knnen schon einmal Ko-

    Der Klima-Check in BetriebenBetriebeberater des Klimabndnis: v.l.: Robert Prll (Salzburg), Klaus Grininger (Obersterreich), Benedikt Scheiber (Tirol) und Anja Stenglein (Steiermark).

    sten von 1.000 Euro anfallen. Beson-ders aufmerksam wird der Betriebe-berater bei Getrnkeautomaten: Ein Kaltgetrnkeautomat verbraucht fast so viel Strom wie ein Einfamilienhaus. Allein die Werbebeleuchtung eines Cola-Automaten bentigt bis zu 1.300 kWh im Jahr. Dann gehts in die Details. Die Stromlastgnge werden besprochen und Einsparpotentiale gesichtet: Ein Watt kostet einen Euro das ist auch den wenigsten bekannt. Der erste Blick im Auenbereich fllt auf den Fahrradstnder. Der gehrt di-rekt zum Eingang. Dort sollte der Chef sein Rad abstellen noch besser, gleich neben dem Betriebsfahrrad. Evaluiert werden im Rahmen des Klima-checks nicht nur die Emissionen aus En-ergie und Mobilitt, sondern auch Akti-vitten in den Bereichen Beschaffung, Produktdesign, Umweltmanagement, Motivation der MitarbeiterInnen sowie die Klimabndnis-Partnerschaft mit in-digenen Vlkern im Amazonasgebiet.

    Am ZielBasierend auf diesem Klima-check wird gemeinsam mit dem Betrieb ein Ma-nahmenkatalog erarbeitet. Spiekermann: Das individuelle Klima-schutzziel jedes Klimabndnis-Betriebes wird auf seine Rahmenbedingungen und Mglichkeiten, wie beispielsweise Branche und Gre abgestimmt und vereinbart. Hannes Hller

    info! www.klimabuendnis.at

    Wie Klimabndnis-Betriebe berprft, beraten und begleitet werden.

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    Ziel des Projekts Betriebe im Klimabndnis ist ein mageschneidertes Programm fr Be-triebe, die Energie sparen, Kosten senken und da-mit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wol-len. Jeder Betrieb, unabhngig von Branche und Gre, kann mitmachen. Klima