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John Stott

Der christliche Glaube

Eine Einfhrung

Die englische Originalausgabe erschien unter dem Titel Basic Christianity. New Edition bei Inter-Varsity Press, Nottingham/England; John Stott 2008

Aus dem Englischen bersetzt von Hans-Werner Durau.

Die zitierten Bibeltexte ohne Quellenangabe sind der Bibelbersetzung Neues Leben. Die Bibel, 2002 und 2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten entnommen.

Wo abweichend davon andere bersetzungen verwendet wurden, sind sie jeweils mit den entsprechenden Abkrzungen hinter den Bibelstellen gekennzeichnet:

Elberfelder Bibel, 1985/1991/2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten, (ELB)

Einheitsbersetzung der Heiligen Schrift, 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart, (E)

Gute Nachricht Bibel, revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, 2000 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. (GNB)

Bibeltext der Neuen Genfer bersetzung, Copyright 2009 Genfer Bibelgesellschaft. Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten. (NG)

2010 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, WittenUmschlag und Illustration: Marion Lchtenborg, OldenburgSatz: Christoph Mller, HattingenDruck: CPIEbner & Spiegel, UlmISBN 978-3-417-26316-9Bestell-Nr. 226.316

5

Inhalt

Vorwort von Rick Warren ................................................................7

Einleitung .........................................................................................9

Kapitel 1: Der richtige Zugang .......................................................13

Teil 1: Die Person Jesus Christus

Kapitel 2: Was Jesus ber sich selbst sagt ......................................27Kapitel 3: Die Persnlichkeit des Jesus Christus ...........................44Kapitel 4: Die Auferstehung von Jesus Christus ............................56

Teil 2: Was wir brauchen

Kapitel 5: Die Tatsache und das Wesen der Snde ........................75Kapitel 6: Die Konsequenzen der Snde ........................................87

Teil 3: Was Jesus Christus getan hat

Kapitel 7: Der Tod von Jesus Christus ......................................... 101Kapitel 8: Die Rettung durch Jesus Christus ................................120

Teil 4: Wie wir antworten knnen

Kapitel 9: Die Kosten berschlagen ........................................... 131Kapitel 10: Die Entscheidung ....................................................... 147Kapitel 11: Christ sein ..................................................................158

9Einleitung

Einleitung

Nein zu Kirche und Gemeinde, ja zu Jesus Christus. Diese Wor-te beschreiben, was eine groe Zahl von Menschen, vor allem jun-ger Menschen, heute empfindet. Sie sind allem gegenber feindlich gesinnt, was nach Institution aussieht. Sie knnen das Establishment und dessen tief verankerte Privilegien nicht ertragen. Und sie lehnen nicht ohne eine gewisse Berechtigung die Kirche ab, da sie sie als hoffnungslos verdorben durch solche bel ansehen.

Aber was sie ablehnen, ist die Kirche, wie sie sie gegenwrtig vor-finden, und nicht etwa Jesus Christus selbst. Und zwar deswegen, weil sie einen Gegensatz zwischen dem Grnder des Christentums und dem derzeitigen Zustand der Kirche empfinden. Darum sind viele so kritisch und gehen auf Abstand. Jesus Christus er selbst und seine Lehren hat dabei nichts von seiner Ausstrahlung verlo-ren. Denn erstens war Jesus selbst ein Anti-Establishment-Typ und manche seiner Worte hatten revolutionre Zwischentne. Seine Ide-ale scheinen absolut ehrenwert zu sein. Er strahlte Liebe und Frieden aus, wo immer er auch war. Und zweitens: Er lebte, was er predigte.

Aber hatte er auch recht?Eine beachtliche Zahl von Menschen auf der ganzen Welt wchst

immer noch in christlichen Elternhusern auf, in denen Jesus Chris-tus und der christliche Glaube als selbstverstndliche Wahrheit vo rausgesetzt werden. Doch wenn sich mit dem Erwachsenwerden die Kritikfhigkeit dieser Menschen entwickelt, halten es viele fr einfacher, dem Glauben ihrer Kindheit den Rcken zu kehren. Sie wollen sich nicht die Mhe machen, herauszufinden, ob der christli-che Glaube wahr ist oder nicht.

Sehr viele andere Menschen wachsen nicht in einer christlichen Umgebung auf. Stattdessen bernehmen sie die Lehren des Islam, des Hinduismus oder Buddhismus oder gar vllig atheistisches Gedankengut.

Doch beide Gruppen entdecken, sofern und sobald sie etwas ber Jesus lesen, dass von ihm eine Faszination ausgeht, der man sich nicht so leicht entziehen kann.

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Darum ist der Anfangspunkt unserer berlegungen die histori-sche Gestalt des Jesus von Nazareth. Mit Sicherheit hat er gelebt. Darber kann es keine ernsthaften Zweifel geben. Seine Existenz als historische Person ist durch heidnische wie christliche Schreiber belegt. Und was auch immer sonst ber ihn gesagt wird: Jesus Chris-tus war ein wirklicher Mensch. Er wurde geboren, er wuchs heran, er arbeitete und schwitzte, ruhte sich aus und schlief, a und trank, litt und starb wie andere Menschen. Er hatte einen echten menschlichen Krper und echte menschliche Gefhle.

Aber knnen wir wirklich glauben, dass er in gewissem Sinne auch Gott war? Ist die Gttlichkeit von Jesus nicht ein pittores-ker christlicher Aberglaube? Gibt es irgendwelche Belege fr die erstaunliche christliche Behauptung, dass der Zimmermann aus Nazareth der einzigartige Sohn Gottes war?

Diese Frage ist von grundlegender Bedeutung. Wir knnen uns nicht um sie herumdrcken. Wir mssen ehrlich sein. Wenn Jesus nicht Mensch gewordener Gott war, dann ist das Christentum ganz und gar diskreditiert. Wir stehen dann lediglich vor einer weiteren Religion mit einigen schnen Vorstellungen und einer erhabenen Ethik die einzigartige Unverwechselbarkeit des Christentums ist aber dahin.

Es gibt tatschlich Belege fr die Gttlichkeit von Jesus gute, starke, historische und hufige Belege, denen ein aufrichtiger Mensch zustimmen kann, ohne intellektuellen Selbstmord zu bege-hen. Es gibt die sehr bemerkenswerten Behauptungen von Jesus ber sich selbst, die khn und gleichzeitig unaufdringlich sind. Dann ist auf seinen einzigartigen Charakter hinzuweisen, seine Strke, seine Freundlichkeit, seine kompromisslose Gerechtigkeit, seine zrtliche Barmherzigkeit, seine Sorge fr Kinder und seine Liebe fr die, die am Rand der Gesellschaft stehen. Seine Selbstbeherrschung und sein Selbstopfer haben die Bewunderung der Welt hervorgerufen. Aber sein grausamer Tod war nicht sein Ende. Es wird behauptet, dass er vom Tod auferstanden sei, und die Indizien fr diese Auferstehung sind besonders berwltigend.

Wenn wir nun davon ausgehen, dass Jesus wirklich der Sohn

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Gottes war: Besteht der christliche Glaube im Wesentlichen nur daraus, dass man dem zustimmt? Nein! Denn man muss auch der Frage nachgehen, wozu er gekommen ist. Was wollte er erreichen? Die Bibel sagt, dass er in die Welt [kam], um Snder zu retten (1. Timotheus 1,15). Jesus von Nazareth ist der vom Himmel gesand-te Retter, den wir alle brauchen. Uns muss vergeben werden, und wir mssen Freunde des beraus heiligen Gottes werden, von dem uns unsere Snden trennen. Wir mssen von unserer Selbstsucht befreit und gestrkt werden, um so zu leben, wie wir es unter den Mast-ben Gottes fr richtig halten. Wir mssen lernen, andere zu lieben Freunde wie Feinde. Das ist gemeint, wenn wir von Heil oder Rettung sprechen. Dafr will uns Jesus Christus durch seinen Tod und seine Auferstehung gewinnen.

Geht es also beim christlichen Glauben im Wesentlichen darum, zu glauben, dass Jesus der Sohn Gottes ist, der als Retter der Welt zu uns gekommen ist? Nein, nicht einmal das. Es reicht nicht, zu akzeptieren, dass Jesus gttlich ist, dass wir gerettet werden mssen und dass das, was er fr uns getan hat, dafr gengt. Es geht beim christlichen Glauben nicht nur darum, was wir glauben, sondern auch darum, wie wir uns verhalten. Unser intellektueller Glaube mag ber allen Zweifel erhaben sein; aber wir mssen ihn auch in die Praxis umsetzen.

Was mssen wir folglich tun? Wir mssen uns mit Herz und Ver-stand, Seele und Willen, mit unserem Zuhause und unserem Leben persnlich und vorbehaltlos Jesus anvertrauen. Wir mssen uns vor ihm demtigen. Wir mssen ihm als unserem Retter vertrauen und uns ihm als unserem Herrn unterwerfen. Und ferner mssen wir unseren Platz als treue Mitglieder einer Gemeinde einnehmen und uns in unserer Umwelt als verantwortungsbewusste Brger zeigen.

Darum geht es beim christlichen Glauben, dem Thema unse-res Buches. Doch bevor wir damit anfangen, uns die Belege dafr anzuschauen, warum Jesus Christus Gott ist, mssen wir innehalten. Das ist deshalb wichtig, um uns zu vergewissern, dass wir berhaupt den richtigen Zugang zum christlichen Glauben whlen. Christen behaupten, dass wir in Jesus Christus Gott finden knnen. Dieser

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Behauptung nachzugehen, wird weit unkomplizierter sein, wenn uns erstens klar wird, dass Gott selbst uns sucht, und zweitens, dass wir wiederum Gott suchen mssen.

13Kapitel 1: Der richtige Zugang

KAPITEL 1

Der richtige Zugang

Am Anfang schuf Gott Diese ersten Worte der Bibel sind mehr als nur der Einstieg in die Schpfungsgeschichte oder das erste Buch Mose (Genesis). Sie bieten den Schlssel fr unser Verstndnis der ganzen Bibel. Sie besagen, dass in einem in der Bibel begrndeten Glauben Gott die Initiative ergreift.

Die Sache ist die: Wir knnen Gott niemals berraschen, geschweige denn ihm zuvorkommen. Er macht immer den ersten Schritt. Er steht immer am Anfang. Bevor es uns gab, war Gott schon am Werk. Be