Hören, um zu fühlen. Fühlen, um zu ?· Sr. M. Basina Kloos, Marienhaus-Stiftung, wies pointiert auf…

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  • Das Magazin der Kommende Dortmund

    Hren, um zu fhlen.

    Ausgabe 02/2015

    Fhlen, um zu handeln.

    Zur Finanzierung des Sozialen |Dienstgemeinschaftstag 2015 in der Kommende Dortmund

    Besttigung der Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen | Evaluationsstudie zu den Sozialen Seminaren

    Katholische Krankenhuser als pastorale Orte |German-CIM 2.0 gestartet

  • kpunkt

    Hren, um zu fhlen.Fhlen, um zu handeln.

    Wer nicht hren will, muss fhlen. So kennen wir den Erziehungsgrundsatz unserer Altvorderen, mit dem ungehrigen Kindern oft fhl- und sprbar die Meinung gegeigt wurde. Die Zeit krperlicher Zchtigung ist Gottlob! vorbei. Aber funktioniert deswegen schon demonstratives Weghren bei unliebsamen Themen und mutwilliges berhren unangenehmer Wahrheiten?

    Auf dem Handy lassen sich unwillkommene Botschaften mit einem einzigen Klick wegdrcken, und wem das Fernsehprogramm in der virtuellen Welt nicht passt, der wechselt einfach den Kanal. Aber in der wirklichen Welt funktioniert das nicht. Da lsst sich das, was ist, nicht einfach leugnen oder ausblenden. Was verdrngt wird, kommt wieder und meldet sich oft umso nachhaltiger zurck. Dann rcht es sich, wenn man den Kopf in den Sand steckt und den Tatsachen nicht ins Auge blickt.

    Lebenskunst im persnlichen wie im gesellschaftlichen Leben fordert genau das Gegenteil: Hinschauen statt wegsehen. Wahrnehmen, was ist. Hren, um zu verstehen! Das mag mhsam und anstrengend sein, manchmal auch unangenehm. Aber es ist die Voraussetzung, um handeln zu knnen und initiativ zu werden agieren statt reagieren.

    Der Hrende ist daher mehr als nur ein dekoratives Element im Eingang der Kommende. Der doppelte Gestus des konzentrierten Hinhrens wie des tatkrftigen Ausschreitens hat programmatischen Charakter. Nur wer die Wirklichkeit wahrnimmt, kann sie gestalten und ist in der Lage, die Welt zu verndern. Hren, um zu fhlen. Fhlen, um zu handeln. Dafr steht die Kommende, aufnahmebereit und handlungsfhig, auch bei unliebsamen Themen und unangenehmen Wahrheiten. berzeugen Sie sich selbst!

    2

    Prlat Dr. Peter KlasvogtDirektor des Sozialinstituts Kommende Dortmund,Herausgeber kpunkt

    Impressum

    Herausgeber: Sozialinstitut Kommende DortmundPrlat Dr. Peter KlasvogtRedaktion: Detlef HerbersRedaktionsanschrift:Sozialinstitut Kommende DortmundRedaktion kpunktBrackeler Hellweg 14444309 Dortmund

    Erscheinungsweise: 2 x pro Jahr als Beilage der Ruhr NachrichtenKonzept / Gestaltung / Bildredaktion:freistil*, Werl, www.freistil-design.deFotos: Sozialinstitut Kommende Dortmund, Seite 3: Fotolia KzenonDruck: Lensing-Wolff GmbH + Co. KG,Dortmund

    Titelthema

    Mit dem neuen Flchtlingsprojekt reagieren die Kommende und ihre Stiftung beneVolens auch auf den Wunsch von Papst Franziskus, Flcht-lingen Unterknfte bereit zu stellen.Das Flchtlingsprojekt Integration jugendlicher Flchtlinge steht unter dem Motto: Beratung Beherbergung Betreu-ung Bildung.

    Ziel ist es, den jungen Menschen eine schnelle und umfassende Integra-tion in Dortmund zu ermglichen. Neben der akuten Not, Flchtlingen Wohnraum zur Verfgung zu stellen, entwickelt das Projekt Beratungs-angebote fr Flchtlinge, bietet Sprach- und Integrationskurse an und will darauf aufbauend Wege in den Arbeitsmarkt ermglichen.

    Mglich ist der umfassende Projekt-ansatz durch ein breites Netzwerk der Untersttzung. Die KommendeDortmund und ihre Stiftung be-neVolens werden u.a. durch den Caritasverband Dortmund, die Vincenz-Jugendhilfe, die Auslands-gesellschaft, die Stiftung

    Mitte November sind 18 junge Flchtlinge im Alter von 18-25 Jahren in das Reinoldushaus der Kommende-Stiftung beneVolens eingezogen. Erzbischof Hans-Josef Becker wird die Flchtlinge aus Brgerkriegs-gebieten am 22. November 2015 whrend des Kommendefestes 2015 feierlich begren.

    Kommende und beneVolens starten Flchtlingsprojekt

    Welcome!

    helpandhope und die Handwerks-kammer beraten und untersttzt. Die Reinoldigilde zu Dortmund e.V. hat eine ideelle und finanzielle Unter-sttzung in Aussicht gestellt. Sehr angenehm und konstruktiv ist auch die Zusammenarbeit mit den Mit-arbeitern und Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung Dortmund.

    Die bisherigen Erfahrungen in der Projektvorbereitung spiegeln die hohe Bereitschaft in der Bevl-kerung wider, den Flchtlingen zu helfen. Sie ermutigen in positiver Weise das Engagement, den jugend-lichen Menschen eine Zukunft bei uns zu schaffen. Fr die Stiftung beneVolens ein weiterer Baustein der Arbeit, die unter dem Motto Jugend frdern. Zukunft gestalten steht.

    Die Kommende-Stiftung beneVolens wrde sich ber Spenden zur Frde-rung der Projektanliegen sehr freuen (siehe Seite 5).

    Die hohe Zahl von Flchtlingen fhrt zurzeit auch zu schnellen Anpassungen im Sozialrecht. Die Veranstaltung gibt einen berblick ber die Sozialleistungen fr Flcht-linge, die Zugangsvoraussetzungen und die Bedeutung des Asylverfahrens fr den Bezug der jeweiligen Sozialleistun-gen. Der Studientag wendet sich an Mitarbeiter und Mitar-beiterinnen in der Sozialberatung. Dienstag, 16. Februar 2016, 9:00-16:00 Uhr, Kommende DortmundInfo: sozialinstitut@kommende-dortmund.de

    Studientag SozialrechtSozialleistungen fr Flchtlinge

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    Kommende und beneVolens starten Flchtlingsprojekt

    Welcome!

    Unten: Groes Interesse der Fachf-fentlichkeit. Verantwortliche aus dem Pastoral und dem Gesundheitswesen in der Fachtagung zu German-CIM 2.0.

    Katholische Krankenhuser als pastorale Orte

    Wollen die christliche Identitt von katholischen Krankenhusern im Erzbistum Paderborn strken (v. links): Domkapitular Dr. Thomas Witt (Vorsit-zender Dizesan-Caritasverband), William R. Brinkmann (St. Louis), T. Dean Maines (Veritas Institute, Minneapolis), Brigitte von Germeten-Ortmann (Gesundheits- und Altenhilfe Dizesan-Caritasverband Paderborn), Sr. M. Basina Kloos (Marienhaus Stiftung, Neuwied), Weihbischof (em.) Manfred Grothe, Kommende-Direktor Dr. Peter Klasvogt, sowie Dr. Thomas Gnther (Leiter German-CIM).

    Entwickelt und erprobt wurde das Instrument, das ursprnglich aus den USA stammt, in einem dreijhrigen Projekt an katholischen Krankenhu-sern. Wichtig war dabei die Anpas-sung an das deutsche Gesundheits-wesen.

    Die katholischen Krankenhuser im Erzbistum Paderborn sollen pastorale Orte sein, an denen die Patienten in ganzheitlicher Weise Gesundung an Krper, Geist und Seele erfahren. Dies betonte Caritas-Direktor Josef Lttig bei der Internationalen Fach- tagung German-CIM 2.0 am 26./27.Oktober 2015 in der Kommende Dortmund. Die Veranstaltung fand ein reges Echo weit ber das Erzbistum Paderborn hinaus. Nach dem Verstndnis von German-CIM 2.0 umfasst das christliche Profil das gesamte strategische und operative Handeln einer Einrichtung wie z.B. eines Krankenhauses. Christliches Profil knne nicht ausschlielich einer spezifischen Berufsgruppe (z.B. Seelsorge) oder einem Gremium (z.B. Ethikkomitee) zugeordnet werden, wie Dr. Thomas Gnther, Leiter von German-CIM 2.0, in der Tagung betonte. Vielmehr mssten alle Mitar-beitenden im Krankenhaus ange-fangen von der Geschftsfhrung bis zur Mitarbeiterin an der Basis um die christliche Identitt der Einrichtung wissen und entsprechend die tgliche Arbeit profiliert gestal-ten. Ein solch hoher Anspruch knne Wirklichkeit werden, wenn auf allen Ebenen des Krankenhauses die Mitarbeitenden durch geeignete Fort-

    Mit einer internationalen Fachtagung wurde das Instrument German-CIM 2.0 fr den Regelbetrieb im Erzbistum Paderborn gestartet. Dahinter verbirgt sich ein Verfahren, mit dem Organisationen in systematischer Weise das eigene christliche Profil erheben, durch die Mitarbeitenden selbst bewerten und durch gezielte Manahmen weiterentwickeln knnen.

    German-CIM 2.0 gestartet

    und Weiterbildungsangebote in das christliche Verstndnis der Einrichtung kontinuierlich begleitet werden. Das Ziel von German-CIM 2.0 sei die Ausbildung engagierter Mitarbeiter, die als Wertebotschafterinnen und Wertebotschafter die christlichen Werte der Einrichtung in das eigene Handeln authentisch bersetzen.

    Ein Trger, der nicht trgt, ermutigt und sttzt, nimmt in einer kirchlichen Einrichtung seine Rolle nicht wahr. Sr. M. Basina Kloos, Marienhaus-Stiftung, wies pointiert auf die zentrale Rolle der Trger fr Umsetzung eines christlichen Profils im Krankenhaus hin. Weihbischof Manfred Grothe, Paderborn, betonte die besondere Bedeutung der katholischen Kranken-huser fr die Kirche. Diese sollen pastorale Orte sein, an denen fr die Patienten, Angehrigen und

    die Mitarbeitenden die Kirche gegenwrtig ist und die christliche Botschaft erfahrbar wird. Als Wurzel und Lebensader habe die christliche Identitt die Geschichte und das Handeln des katholischen Kranken-hauses bis heute geprgt.

    Aktuell sehen sich die katholischen Krankenhuser vor groe Herausfor-derungen gestellt. Gesundheitspoli-tische Rahmenbedingungen, demo-grafische Vernderungen sowie ein verndertes religises Glaubensbe-wusstsein der Menschen, auch der Mitarbeitenden, beeinflussen nach-haltig das Handeln von Gesundheits-einrichtungen. Die katholischen Krankenhuser mssen sich dem Anspruch stellen, in dieser Situation das christliche Profil authentisch underfahrbar zu leben. German-CIM 2.0 hilft dabei, auch wenn es kein Wundermittel ist, mit dem christliche Werte- und Profilbildung verabreicht werden knnen, so nochmals Weih-bischof Grothe. Es ist aber ein seriser und verantwortungsvoller Versuch, sich dem Thema der christ-lichen Identitt im katholischen

    Krankenhaus systematisch und nachhaltig anzunhern und dieses wichtige Anliegen sowohl in die strategischen Entscheidungsprozesse als auch in die operative Arbeitsebene einflieen zu lassen.

    Ausfhrliche Informationen zu German-CIM 2.0 bietet die Website www.german-cim.de.

    Aus der Kommende

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    Soziales Seminar Husen

    14 Schlerinnen und zwei Schler des neunten Jahrgangs nehmen an dem Kurs teil. Whrend eines zwlf-wchigen Praktikums knnen sie jeweils an einem Tag in der Woche verschiedene Berufe und das Leben und Arbeiten im Wohn- und Pflege-zentrum St. Josef kennenlernen und ausprobieren.

    Die Schlerinnen und Schler sind mit Freude dabei. Am Anfang hatten einige aber auch die bange Frage, wie das wohl geht mit alten, pflege-bedrftigen Menschen: Wie soll ich mich verhalten? Kann ich das? Im Unterricht und in Seminartagen in der Kommende wurden sie auf das Betriebspraktikum vorbereitet, auch um ihnen die ngste und Unsicher-heiten zu nehmen. Am Anfang des Projekts stand ein Benimm-Kurs, der den Schlerinnen und Schlern viel Spa gemacht hat. In Seminaren der Kommende haben sie ein Kom-munikationstraining durchlaufen und Leitlinien zum Umgang mit alten und pflegebedrftigen Men-schen erarbeitet.

    Das Projekt wird von der Kommende-Stiftung beneVolens finanziell ge-

    frdert. Perspektivisch werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Schlerinnen und Schler kn-nen fr sich frhzeitig die soziale Arbeit als berufliche Perspektive entdecken. Sie erfahren aber auch, welche Voraussetzungen fr die Arbeit in der Pflege ntig sind. Das motiviert fr den schulischen Erfolg. Fr den Caritasverband und das Pflegezentrum St. Josef andererseits knnten sie mgliche zuknftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein. So leistet das Projekt einen Beitrag, prventiv einem Fachkrf-temangel in der Pflege vorzubeugen.

    Die Kommende Dortmund und die Hauptschule Dortmund-Husen er-weitern mit dem neuen Projekt ihre langjhrige Kooperation. Seit Jahren arbeiten sie mit den Angeboten des Sozialen Seminars, den Ausbildungs-patenschaften zur Berufsfindung und einem deutsch-polnischen Austausch zusammen. Die Zusam-menarbeit frdert gezielt junge benachteiligte Menschen und strkt ihren sozialen Zusammenhalt. Das gemeinsame Engagement ist mitt-lerweile Vorbild fr weitere Koopera-tionen mit anderen Hauptschulen.

    Soziale Berufe der Mensch im MittelpunktHauptschler entdecken soziale Berufe

    Mit viel Engagement und Spa im Kommunikationstraining: Teilnehmer/-innen des neuen Projekts

    Hauptschler entdecken soziale Dienstleistungsberufe. So knnte das neue Projekt berschrieben werden, das die Hauptschule Dortmund-Husen, die Kommende Dortmund, der Caritasverband Dortmund und das Wohn- und Pflege-zentrum St. Josef Dortmund-Derne mit dem neuen Schuljahr gestartet haben.

    Schulleiter Rolf Piepel

    Rolf Piepel ist Schulleiter an der Katholischen Hauptschule Dort-mund-Husen. Wir haben ihm Fragen zum neuen Projekt gestellt:

    k.punkt: Warum engagiert sich die Katholische Hauptschule Husen im Bereich der Pflegeberufe?

    Piepel: Wir haben sehr gute Erfah-rungen in der praxisnahen Bildungs-arbeit mit unseren Jugendlichen.

    Die Beschftigung mit sozialen Berufen in Zusammenarbeit mit der Caritas bietet unseren Schlern einen neuen Blick auf alte Men-schen.

    k.punkt: Warum ist dieses Angebot fr Schler wichtig?

    Piepel: Viele unserer Schlerinnen haben eine Nhe zu beruflichen Aufgaben, die mit Menschen zu tun haben. Im Bereich der Altenpflege erffnen sich gute Chancen, in einem attraktiven Umfeld langfris-tig beruflich ttig zu sein. Sie sollen das Berufsfeld von innen nher erleben, um sich fr eine solche Ttigkeit als Berufsziel entscheiden zu knnen.

    k.punkt: Wie sind die ersten Reakti-onen der Schler auf dieses Projekt?

    Piepel: Sie freuen sich auf den Um-gang mit alten Menschen. Sie sind sehr aufgeschlossen und neugierig und sie mchten sich in der Berufs-praxis zeigen und beweisen.

    Im Bereich der Altenpflege erffnen sich gute Chancen,

    Fotolia Kzenon

  • Groe Besttigung der Arbeit mit benachteiligten JugendlichenEvaluationsstudie zu den Sozialen Seminaren

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    Soziale Seminare mit benachteiligten Jugendlichen haben eine lange Tradition in der Kommende Dortmund. Die Kom-mende-Stiftung beneVolens hat zum Erfolg dieses einmaligen Angebots der langfristigen politisch-sozialen Bildung eine wissenschaftliche Evaluationsstu-die in Auftrag gegeben. Das Ergebnis ist eine groe Besttigung fr die Arbeit der Kommende und ihrer Stiftung.

    Werden die Ziele der Sozialen Seminare erreicht? Ist das Angebot nachhaltig er-folgreich? Die Stiftung beneVolens hatte das renommierte Forschungsinstitut Faktor Familie beauftragt, eine Evaluati-onsstudie zu diesen Fragen zu erstellen. ber ein Jahr begleiteten die Wissen-schaftler drei Soziale Seminare und fhrten qualitative Interviews mit den Schlerinnen und Schlern, den Schul-leitungen und den Seminarleitungen durch. Das Ergebnis der Evaluationsstu-die bescheinigt der Kommende und der Stiftung beneVolens einen groen Erfolg mit den Sozialen Seminaren.

    Alle Beteiligten beschreiben die Sozialen Seminare als ein besonders wertvolles Angebot. Der Anspruch, benachteiligte Jugendliche in ihren Kompetenzen und Wissen zu frdern, wird eingelst. Die Schler sagen, dass sie an Selbstsicher-

    heit gewonnen haben, sensibler in ihrem Sozialverhalten geworden sind und sie vom Seminar auch beruflich profitieren werden. Auch die Schulleitungen und beteiligten Lehrer schtzen am Angebot, dass es den Schlern hilft, ihr Leben verantwortungsbewusst, moralisch und solidarisch zu fhren. Die methodische Gestaltung der Kurse gefllt den Be-teiligten sehr gut und ist eine wichtige Ergnzung zum Schulunterricht. Alle empfehlen die Teilnahme am Sozialen Seminar ausnahmslos.

    Fr die Stiftung beneVolens ist die Studie eine groe Ermutigung, ihre Akti-

    Aus der Kommende

    Nach dem erfolgreichen Besuch des So-zialen Seminars erhalten die Schler ein ausfhrliches Zertifikat, das ihnen ihr Engagement z.B. fr Bewerbungen be-scheinigt.

    vitten weiter auszubauen. Und sie hat eine Folgestudie zur langfristigen Wir-kung des Sozialen Seminars in Auftrag gegeben: Wie bewerten ehemalige Teil-nehmer das Soziale Seminar? Bleibt die positive Wirkung auch Jahre nach der Teilnahme? Wie hilfreich war es in der weiteren persnlichen und beruflichen Entwicklung?

    Christlich-islamischer Dialog Erzbischof Hans-Josef Becker begrt Dialogpartner in der Kommende

    Der diesjhrige Empfang der Dialogpartner im christlich-islamischen Dialog aus den fnf katholischen (Erz-) Bistmern in NRW fand im September in der Kom-mende Dortmund statt. Dialog der Befreiung war der interreligise Austausch berschrieben.

    Uns verbindet das soziale Engagement, betonte der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Be-grung. Der gemeinsame Einsatz fr Gerechtigkeit und ethisches Handeln setze gegenseitiges Verstehen voraus.

    Dem dienen auch die traditionellen jhrlichen Treffen der Dialogpartner aus den islamischen Verbnden, der Christ-lich-Islamischen Gesellschaft und der beiden groen christ-lichen Kirchen. Schon seit 2003 finden sie im Wechsel auf Einladung eines der beteiligten Bistmer statt.

    Waren am Dialog beteiligt (v.l.): Emin zel, Rat der Muslime in Paderborn, Prlat Dr. Peter Klasvogt, Kommendedirektor, Hlya Ceylan, Christlich-Islamische Gesellschaft, Rafet ztrk, Verband DITIB, Dr. des. Muna Tatari, Universitt Paderborn, Erzbischof Hans-Josef Becker, Prof. Dr. Margit Eckholt, Universitt Osnabrck und Pastor Dr. Markus Kneer, Ansprechpartner fr Fragen des Islam im Erzbistum Paderborn.

    Die Stiftung frdert: Soziale Seminare Berufliche Integration von Haupt- schlern und Hauptschlerinnen Ausbildungspatenschaften Seminare zur Suchtprvention Jugendprojektwochen in Mittel- & Osteuropa

    beneVolens freut sich ber Ihre Untersttzung:beneVolens-Kommende-StiftungStichwort StiftungBank fr Kirche und Caritas PaderbornIBAN: DE25 4726 0307 0017 8503 00BIC: GENODEM1BKC

    www.kommende-stiftung.de

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    Aus der Kommende

    Rappelvoll war es beim diesjh-rigen Dienstgemeinschaftstag in der Kommende. Denn das diesjh-rige Thema, die Finanzierung des Sozialen, bewegt die kirchlichen Mitarbeitervertreter und die Dienst-geber gleichermaen: Gelingt es dem deutschen Wohlfahrtsstaat noch, die Risiken des Lebens hin-reichend abzusichern? Oder ist die zunehmende Rede von Eigenver-antwortung und Selbsthilfe ein Indiz fr die Krise des Sozialstaats, ein Ausdruck des Endes der gesell-schaftlichen Solidaritt? Werden die Lebensrisiken auf das Individuum verlagert?

    Zur Diskussion hatte die Kommende drei namhafte Experten eingela-den: Staatssekretr Karl-Josef Lau-mann, Patientenbeauftragter der Bundesregierung, Dr. Hanno Heil, Vorsitzender des Verbandes Ka-tholischer Altenhilfeeinrichtungen in Deutschland, und Prlat Dr. Antonius Hamers, Leiter des Katho-lischen Bros Nordrhein-Westfalen. Vertieft wurde anschlieend die De-batte in fnf Arbeitsgruppen zu der Situation in Pflegeeinrichtungen, Krankenhusern, Kindertagesein-richtungen, Jugend-, Erziehungs- u. Familienhilfe sowie der Behinder-tenhilfe im Gesprch mit Praktikern und Vertretern aus Behrden und Verwaltung.

    Seine Ausfhrungen fanden rege Nachfragen. Dr. Hanno Heil im Pausengesprch mit Teilnehmern des Dienstgemeinschaftstags.

    Zur Finanzierung des Sozialen

    Staatssekretr Karl-Josef Laumann widersprach dem Eindruck, der Staat wrde sich aus der Finanzie-rung des Sozialen zurckziehen. Die Ausgaben fr den Gesundheits-bereich seien im Gegenteil konti-nuierlich gestiegen. Die aktuelle Zuwanderung von Flchtlingen sei doch ein Beleg fr die positiven so-zialen Bedingungen in Deutschland. Sorge bereite ihm zur Zeit vor allem

    Dienstgemeinschaftstag 2015 in der Kommende Dortmund

    Es geht um eine ganzheitliche kologie, um die Verbindung von Armutsbekmp-fung und Umweltschutz. Wie realistisch ist die Vision von einem guten Leben fr alle Menschen? Mssen wir uns ganz von der Wachstumswirtschaft verab-schieden, um die Mutter Erde, unser gemeinsames Haus nicht endgltig zu zerstren? Wie lsst sich der Klimawan-del noch stoppen?

    Die neue Ausgabe von Amosinterna-tional stellt die erste vielbeachtete Enzyklika von Papst Franziskus vor. Fnf Autoren nehmen sie aus verschiedenen Perspektiven unter die Lupe: aus ko-logischer, konomischer und klimawis-senschaftlicher Sicht, dazu mit Blick auf die sdamerikanischen Hintergrnde

    Laudato si Amosinternational zur ersten Umweltenzyklika

    und auf die Vergleichbarkeit mit hn-lichen Positionen der evangelischen Kirche.

    Neben den Beitrgen zum Schwer-punktthema bietet die neue Ausgabe einen Bericht zu den franzsischen Sozialwochen 2015 in Paris. Sie stan-den unter dem Thema Religionen und Kulturen Ressourcen fr die eine Welt. Die Seiten arts & ethics sind bei allen Ausgaben dieses Jahres dem Fo-tozyklus Vom Menschen zum Flcht-ling vom Flchtling zum Menschen gewidmet. Die Bilder und Texte hat die Dortmunder Fotoknstlerin Corne-lia Suhan zusammengestellt.

    die Betreuung lterer behinderter Menschen nach dem Verlust ihrer Eltern. Wie gewhrleisten wir, dass behinderte Menschen auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben fhren knnen? Einen ungewhnlichen Zu-gang zu dem Thema Finanzierung des Sozialen whlte Dr. Hanno Heil in einem weit gespannten historischen Bogen. Zwei gegen-stzliche Mentalitten stnden sich gegenber: das der Ehre und Konkurrenz sowie das Gegenmodell des Shalom, der Kooperation, die das Heil des anderen im Blick be-halte. Der christliche Glaube achte auf das gesellschaftliche Gesamt-gefge. Konkurrenzdenken und Partikularinteressen einer einzelnen Gruppe sind mit dem Glauben nicht zu vereinbaren. Prlat Dr. Antonius Hamers berichtete daran anschlie-end, wie in der alltglichen Poli-tikberatung die Kirchen sich zum Wohle der Brger und Brgerinnen in sozialen Fragen einmischen.

    Angeboten wird der Dienstgemein-schaftstag von den beiden Fachbe-reichen der Mitarbeitervertretung und der Dienstgeberseminare. Beide Bereiche der Kommende bieten Schu-lungen zum kirchlichen Dienstrecht an. Jenseits der berechtigten Interes-senunterschiede dient die Veranstal-tung dazu, den gemeinsamen Dienst in der Kirche zu frdern und ihm Ausdruck zu verleihen.

    Kirche und Politik im Gesprch. Staatssekretr Karl-Josef Laumann im Austausch mit dem Leiter des Katholischen Bros NRW, Prlat Dr. Antonius Hamers.

    Die Zeitschrift Amos-international wird von der Kommende Dortmund und der Arbeitsgemeinschaft deutschsprachiger Sozial-ethiker herausgegeben. Chefredakteur ist Dr. Richard Geisen.

    Heftbestellung und Abo: www.amosinternational.de. Auf der Website wird das neue Heft Laudato si nher vorgestellt.

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    Kirche und Politik im Gesprch. Staatssekretr Karl-Josef Laumann im Austausch mit dem Leiter des Katholischen Bros NRW, Prlat Dr. Antonius Hamers.

    Kommende-Forum

    Ein Unikum in Deutschland, aber ein wichtiges Angebot. Denn Steu-erberater sind im Alltag mit vielen ethischen Fragen konfrontiert. Dieses Jahr stand die Ethik in der Kanzleifhrung im Fokus.

    Praxisnah, am Beispiel konkreter Flle aus dem Alltag, wurden die ethischen Konflikte diskutiert. Mo-derator Prof. Dr. Axel Pestke, Berlin, ermunterte die Teilnehmer, Fragen der Ethik aus eigenem Antrieb, jenseits der Leitplanken des Rechts zu klren. Die Herausforderungen der Praxis sind vielschichtig, ob im Umgang mit Mitarbeitern oder Mandanten oder der Honorargestal-tung. So entwickelte sich eine rege Diskussion und es gab ein breites Spektrum an Meinungen.

    Meistens brauchen ethische Ent-scheidungen eine sensible Prfung des Einzelfalls. Unterschiedlich be-werteten die Teilnehmer, ob sie ein Bordell oder kommerzielle Wahrsa-gerei als Mandant akzeptieren wr-den. Allerdings waren sie sich einig, dass Zwang und Gewalt in einem

    Ethik und Steuerberatung?

    Betrieb oder Lohnsteuer-Umgehung zur Trennung vom Mandanten fh-ren wrden.

    Soll man ethische Leitlinien ber bestehende Berufsordnungen ver-bindlich niederschreiben? Volker Kaiser, Prsident der Steuerberater-kammer Westfalen-Lippe, konnte

    sich einen allgemein verbindlichen ethischen Berufskodex fr die 95.000 Kanzleien in Deutschland nicht vorstellen. Schon wegen der Vielfalt der Positionen, begrndet aus dem eigenen Gewissen, religi-sen Leitlinien oder humanistischen Orientierungen scheint dies nicht praktikabel. Aber die einzelne Kanz-lei kann fr sich passende Leitlinien festlegen, und damit den Mitarbei-tern auch gegenber Mandanten den Rcken strken.

    Marcus Tuschen, Prsident des Steuerberaterverbandes Westfalen Lippe, machte in seinem Schluss-wort deutlich, dass eine Veranstal-

    Das

    QuizJetzt mitmachen und gewinnen!

    Senden Sie den ausgefllten Coupon an:Sozialinstitut Kommende Dortmund Redaktion kpunkt Brackeler Hellweg 144, 44309 Dortmund

    Mitmachen knnen alle Personen auer Mitar-beiter der Kommende Dortmund und deren Angehrige. Alle Gewinner werden telefonisch oder schriftlich benachrichtigt. Eine Auszahlung der Gewinne in bar ist nicht mglich. Der Rechts-weg ist ausgeschlossen. Nur vollstndig ausge-fllte Coupons nehmen an der Verlosung teil.Einsendeschluss: 15. Dezember 2015

    Einfach die zutreffenden Antworten ankreuzen, Coupon ausfllen und an die Kommende Dortmund schicken!

    Name

    Alter

    Strae

    1. Der Steuerberatertag zum Berufs- ethos 2015 hatte zum Thema:A Die Ethik der KanzleifhrungB Fragen der ErbschaftsteuerC Die Steueroasen in Europa

    2. Karl-Josef Laumann ist:A Patientenbeauftragter der Bundes- regierungB Staatssekretr im Umwelt- ministerium NRWC Vorsitzender der Stiftung beneVolens

    3. Die neue Ausgabe der Zeit schrift Amosinternational hat das Schwerpunktthema:A Das fnfzigjhrige Jubilum von

    tung wie der Steuerberatertag zum Berufsethos dabei helfe, zu einer reflektierten freiwilligen und dann auch gelebten Selbstverpflichtung zu gelangen.

    Beteiligte des Steuerberatertags zum Berufsethos 2015 (v.l.): Prsident Marcus Tuschen, Detlef Herbers, Prof. Dr. Armin Schneider, Prsident Volker Kaiser und Prof. Dr. Axel Pestke.

    Mal was ganz anderes! So lautete das zufriedene Resmee eines Steuerberaters nach dem 4. Steuerberatertag zum Berufsethos. In Kooperation mit dem Steuerberaterverband Westfalen-Lippe e.V. ldt die Kommende Dortmund zu ethischen Fragen in der Steuerberatung ein.

    Vierter Steuerberatertag zum Berufsethos

  • Verein der Freunde der Kommende e. V.

    Sozialinstitut Kommende DortmundBrackeler Hellweg 144 | 44309 DortmundTelefon (02 31) 20 605-0 | Telefax (02 31) 20 60 5-80sozialinstitut@kommende-dortmund.dewww.kommende-dortmund.de

    kpunkt dankt fr die freundliche Untersttzung:

    Termine in der Kommende Infos

    Kommende-Aktuell

    Die wachsende Spaltung in Arm und Reich. Ursachen und Lsungsanstze.Vortrag : Dr. Andreas Fisch, Kommende DortmundWann: Montag, 30. November 2015, 18:00 20:30 Uhr

    Profilierte Querdenker im Interview

    Demographie oder Demagogie? Wie mit Bevlkerungsdaten Politik gemacht wird.Gesprchspartner: Prof. Dr. Gerd Bosbach, Professor fr Statistik und empirische Wirtschafts- und Sozialforschung an der Hochschule Koblenz, Standort RemagenWann: Donnerstag, 10. Dezember 2015, 19:30 21:45 Uhr

    Kommende-Forum

    Nachhaltigkeit und Klimawandel. Was hat die Klimakonferenz von Paris gebracht?Gesprchspartner: Michael S. Duesberg, Hilden/Luxemburg, Vorstand der KOWORLD AG, Prof. Dr. Christian Rehtanz, Dortmund, Leiter des Instituts fr Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft an der TU DortmundWann: Donnerstag, 17. Dezember 2015, 18:00 20:30 Uhr

    Grundkurs Katholische Soziallehre fr Lehrer/innen

    Die Katholische Soziallehre aus historischer Perspektive.Referent: Dr. Stefan Klug, Kommende DortmundWann: 11. bis 12. Februar 2016

    Ihnen gefallen der kpunkt und die Arbeit der Kommende?Wir frdern das Sozialinstitut Kommende Dortmund und freuen uns ber Ihre finanzielle Untersttzung:

    Verein der Freunde und Frderer der Kommende e.V.Brackeler Hellweg 144, 44309 Dortmund

    Bank fr Kirche und Caritas PaderbornIBAN 25 4726 0307 0014 6202 00BIC GENODEM1BKC

    Weitere Informationen unter www.kommende-dortmund.de

    Neuerscheinung: Verantwortung fr das gemeinsame Haus Europa.ber Werte wird viel diskutiert, aber es dominiert die Wirtschaft, auch in Europa. Nationale Eigeninteressen und nationalistische Miss-tne, so scheint es, schaffen zunehmend ein Klima schleichender Entsolidarisierung.

    Dagegen melden sich renommierte Persn-lichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Ge-sellschaft zu Wort, die daran erinnern, dass Europa mehr ist als eine Whrungs- und Wirt-schaftsunion. Anstatt ber eine mangelnde Prge- und Gestaltungskraft des Christlichen, die innere Distanz der Kirche zu zeitgens-sischer Kultur und Medien und die selbst auf-erlegte Zurckhaltung beim sozialethischen Engagement in Wirtschaft, Politik und Gesell-schaft zu klagen, fordern sie vielmehr dazu auf, sich fr das gemeinsame Haus von Europa zu engagieren und gesellschaftliche Verantwortung zu bernehmen, damit Europa mehr und mehr eine Wertegemeinschaft wird, im Dienst an der Weltgesellschaft.

    180 SeitenKartoniert 19,90 E (D)ISBN 978-3-89710-615-4Bonifatius Buchverlag

    Peter Klasvogt | Stefan Klug (Hg.)Europa Wertegemeinschaft oder Wirtschaftsunion? Zur Prgekraft des Katholizismus in Mitteleuropa

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