Geschichte der deutschen Sprache

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Geschichte der deutschen Sprache. Die Kanzleien als Akteure des Sprachausgleichs im Frhneuhochdeutschen. Wie gehen wir inhaltlich vor?. Zur Terminologie: Kanzleisprache ber die Notwendigkeit der Entstehung von Kanzleien: die deutschsprachige Beurkundung - PowerPoint PPT Presentation

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<ul><li><p> Geschichte der deutschen SpracheDie Kanzleien als Akteure des Sprachausgleichs im Frhneuhochdeutschen</p></li><li><p>Wie gehen wir inhaltlich vor?Zur Terminologie: Kanzleispracheber die Notwendigkeit der Entstehung von Kanzleien: die deutschsprachige Beurkundung Zur Funktion und Ttigkeit von KanzleienDie Bedeutung der Kanzleien fr den Sprachausgleich</p></li><li><p>Wie gehen wir methodisch vor?Rot heit: ein neuer Gliederungspunkt wird besprochen.Grn heit: Wir treffen ein Fazit fr den vorhergehenden Gliederungspunkt.</p></li><li><p>Zur Terminologie: KanzleispracheBegriff seit 18 Jh. wissenschaftlich gebruchlich</p></li><li><p>Zur Terminologie: Kanzleisprachemeint geschriebene Sprache der stdtischen, frstlichen und kaiserlichen Kanzleien im Sptmittelhochdeutschen und Frhneuhochdeutschen (ca. 1200 bis ca. 1650)</p></li><li><p>Zur Terminologie: Kanzleispracheerwchst aus sptmittelalterlichen Schreibsprachen bzw. Schreibdialekten, birgt Hinweise auf gesprochene Sprache, dahufig gedacht zur ffentlichen Vorlesung bzw. Proklamation, oft beginnend mit allen, die es hren oder lesen</p></li><li><p>Zur Terminologie: Kanzleisprachetextsortenorientiert auch Urkunden- oder Geschftssprache genannt, wobei sichletzterer als allgemeinerer Begriff versteht, da spter verschiedene Textproduzenten, z.B. Handelskontore, Gerichte, hinzukommen</p></li><li><p>Zur Terminologie: KanzleispracheKanzleisprache ist ein seit dem 18. Jh. wissenschaftlich gebruchlicher Begriff. Er meint die geschriebene Sprache der frstlichen, kaiserlichen und stdtischen Kanzleien im Sptmittelhochdeutschen und Frhneuhochdeutschen. Zugrundeliegende sptmittelalterliche Schreibdialekte reflektieren auch die gesprochene Sprache. </p></li><li><p>ber die Notwendigkeit der Entstehung von Kanzleien </p><p>Wichtigster zugrundeliegender Prozess: die Beurkundung was hat es damit auf sich?</p></li><li><p>ber die Notwendigkeit der Entstehung von Kanzleien </p><p>schriftliche Beurkundung in Latein seit dem Merowinger-Reich existentRechtsprechung jedoch weitestgehend mndlich und in deutscher Sprache </p></li><li><p>ber die Notwendigkeit der Entstehung von Kanzleien </p><p>Zunahme der Schriftlichkeit im 13 Jh., messbar an ausgestellten Privaturkunden im</p><p>12. Jh.vs.13 Jh.ca. 8000ca. 70000* (davon 4500 deutsch) *entspricht damit im 13 Jh. beinahe dem Neunfachen </p></li><li><p>ber die Notwendigkeit der Entstehung von Kanzleien </p><p>Urkunden werden im 13. Jh. zu kleinerem Anteil schon volkssprachig ausgestellt, zu grerem Teil jedoch noch in Latein</p></li><li><p>ber die Notwendigkeit der Entstehung von Kanzleien </p><p>deutschsprachige Urkunden nicht bloe bersetzungen aus dem Lateinkomprimierte Festhaltung von Ergebnissen mndlicher Verhandlungenvolkssprachige Urkunde im deutschen Sprachraum neuartig, erstes Aufkommen im alemannischen Raum (Konstanz, Zrich, Straburg, Freiburg, Basel)</p></li><li><p>ber die Notwendigkeit der Entstehung von Kanzleien </p><p>Welche Ursachen hat das wachsende Aufkommen von deutschsprachiger Beurkundung?</p></li><li><p>ber die Notwendigkeit der Entstehung von Kanzleien </p><p>wachsende Bedeutung des niederen Adels und der Stdtebrgerwachsende Komplizierung juristischer und wirtschaftlicher Prozesse Funktionswandel der Urkunde im Prozess der Beweislegung (fr genauere Ausfhrungen dazu bitte das Script zum Referat anfordern)seit 13 Jdt. verstrkt Schiedsgerichtsverhandlungen, Protokollierung von Argumenten und Urteilen in Volkssprache blich </p></li><li><p>Turmwchter beim Leisten eines Eids</p></li><li><p>Zolle nicht, was Du trgst</p></li><li><p>Rechtsprechung und -durchsetzung</p></li><li><p>ber die Notwendigkeit der Entstehung von Kanzleien </p><p>ber das Aufkommen deutschsprachiger Beurkundung </p></li><li><p>ber die Notwendigkeit der Entstehung von Kanzleien </p><p>viele Stdte beginnen auf Eigeninitiative mit der volkssprachigen Beurkundung (Regensburg 1259, Augsburg 1272, Nrnberg 1287)Im 13.Jh. immer noch ein groer Einfluss des Klerusim 14 Jh. betrchtliche Steigerung des Vorkommens deutschsprachiger Urkunden, die sich schlielich gegenber lateinisch ausgestellten Urkunden durchsetzen</p></li><li><p>ber die Notwendigkeit der Entstehung von Kanzleien Beispiel an der Beurkundung durch die Kaiserliche Hofkanzlei von Ludwig 4., dem Bayern (Herzog von Oberbayern, Pfalzgraf bei Rhein), 1281 bis 1347: 88,6% deutsch bei Empfngern/Adressat aus dem Bayrischen 72% aller als Knig oder Kaiser ausgestellten Urkunden deutsch 55% deutsch beurkundet bei Adressaten aus schwbischen, ostfrnkischen Gebieten nur 25% bei brigen deutschsprachigen Gebieten berhaupt nicht deutsch bei fremdlndischen Adressaten</p></li><li><p>ber die Notwendigkeit der Entstehung von Kanzleien Im 13. Jh. stieg die Zahl der ausgestellten Privaturkunden drastisch an. Neben vermehrt volkssprachigen waren auch vor allem in Latein verfasste Urkunden stark prsent. U.a. bedingt durch die Herausbildung und Festigung der Stnde, den wachsenden Einfluss des Adels und der Stdtebrger, die Herausbildung eines komplexen Wirtschaftssystems und ein erweitertes Rechteverstndnisses wuchs aber die Nachfrage nach schriftlichen, klar formulierten, volkssprachigen und verstndlichen Inhalten. </p></li><li><p>Zur Funktion und Ttigkeit von Kanzleienim 14 Jh. Herausbildung von Zentralstellen der Landes- oder Stadtverwaltungen zur Organisation des gesamten Schreibwesens sog. Kanzleienim 13. Jh. beurkunden hingegen hufig noch Klosterschreiber oder Empfnger stellen Schreiber selbst, einige Stdte haben bereits Stadtschreiber, die Kanzleien aufbauen (mehr zur differenzierten Rolle des Stadtschreibers im Script zum Referat)</p></li><li><p>Zur Funktion und Ttigkeit von Kanzleienin Kanzleien angestellt sind besoldete, unter Eid stehende Kanzleischreiber (Wort seit 15. Jh. belegt) ursprnglich Kleriker, seit 15. Jh. juristisch gebildete Laienin frstlichen Kanzleien einem Kanzler unterstehendDienstbezeichnungen lokal stark abweichend (Kanzlist, Sekretr, Notar, je nach Ort Stadt-, Land-, Klosterschreiber, oft auch Stadtklerk)</p></li><li><p>Zur Funktion und Ttigkeit von KanzleienAufgaben von Kanzleischreibern: Fhrung von Rechnungsbchern, Herstellung von Reinschriften, Abfassung von Konzepten und Protokollfhrung beim Rat oder bei Gericht. oft auch Gesandte oder Begleiter von Gesandtschaften, Kriegsschreiber</p></li><li><p>Zur Funktion und Ttigkeit von Kanzleien Auffallend istGelehrsamkeit der Schreiber oft vielsprachig, Deutsch, Latein, Englisch, Franzsisch, Italienischihr Bezug zu Literatur und Kultur sozialpolitisches Engagement</p></li><li><p>Zur Funktion und Ttigkeit von Kanzleien Allgemeine Merkmale der Kanzleispracheviele sprachliche Mittel aus der Rechtsspracheumfangreicher Wortschatzkomplexer Syntax, syntaktisch klar gegliedertreichhaltig an Konjunktionen und Partikeln zur sprachlichen Strukturierung </p></li><li><p>Zur Funktion und Ttigkeit von KanzleienWhrend im 13. Jh. noch vorwiegend Kleriker und einzelne, periodisch beauftragte Stadtschreiber Schreibttigkeiten und Beurkundungen ausfhrten, wurde das Schreibwesen mit Beginn des 14. Jahrhunderts in Lndern und Stdten zunehmend in Kanzleien zentralisiert. Diese Kanzleien wiesen sehr unterschiedliche Strukturen auf. Angestellte Schreiber verfgten i.d.R. ber einen hohen Bildungsgrad. Oft waren sie laienhafte Anhnger der oder ausgebildet in den Geisteswissenschaften. Neben vielen anderen war es eine der Hauptaufgaben der Kanzleischreiber, fr jeweilige Rechtsparteien gleichlautende Urkunden herzustellen. Insbesondere Stadtschreiber bzw. in stdtischen Kanzleien ttige Schreiber </p></li><li><p>Die Bedeutung der Kanzleien fr den SprachausgleichKaiser Maximilian, und Kurf. Friedrich, H. zu Sachsen etc. haben im rmischen Reich die deutschen Sprachen also in eine gewisse Sprache gezogen. (aus den Tischreden)gemeint sind die grten Kanzleien, die kaiserliche Kanzlei Maximilians und die kurschsische Kanzlei</p></li><li><p>Die Bedeutung der Kanzleien fr den SprachausgleichHerkunft des Schreibers im 13. und 14 Jh. deutlich aufflliger als im 15. und 16 Jh.zum Ende des 16. Jh. dominiert der Schreibusus (besonders in hher organisierten Kanzleien)von den Stadtkanzleien initiieren vor allem nordbayrische und oberfrnkische den Sprachausgleich - durch verstrkte Integration von mitteldeutschen Einflssen und Beziehungen in den Raum Augsburg, Eger, Leipzig, Prag</p></li><li><p>Die Bedeutung der Kanzleien fr den SprachausgleichSprachausgleich breitet sich zunchst ber die stlichen Reichsgebiete in den mitteldeutschen Raum aus, erst spter auch in den politisch zersplitterten WestenSprachausgleich legt zu Beginn des 16. Jh. den Grundstein fr die Entwicklung und Durchsetzung des Hochdeutschen aus dem Frhneuhochdeutschen wurde von vielen frstlichen, auch stdtischen Kanzleien nachhaltig gefordert, um insbesondere auch Verwaltungsprozesse zu vereinfachen </p></li><li><p>Die Bedeutung der Kanzleien fr den Sprachausgleichin der Schweiz heute noch blich fr Bezeichnung von Stabsstellen von Regierungen, vgl. Gemeindekanzlei, Staatskanzlei oder Bundeskanzleiin sterreich heute Begriff fr Verwaltungseinrichtungen, z. B. des Bundesheeres, vgl. Sicherheitskanzlei, Kanzleischreiberu.a. auch in D. heute noch gebruchliche Bezeichnung fr Rechtsanwaltsbros und Notariate</p></li><li><p>Die Bedeutung der Kanzleien fr den Sprachausgleich Trotz des nicht linearen Verlaufs des Sprachausgleichs und gewisser Hemmnisse (siehe Script), sind kleine wie hher organisierte Kanzleien allesamt als die Wegbereiter fr die deutsche Verwaltungssprache und das Neuhochdeutsche allgemein zu betrachten. </p></li><li><p>Urkunde von 1002 Schenkungsurkunde ber ein Landstck und drei Priester von Heinrich II an den St. Johannes Stift in Wrzburg</p></li><li><p>Urkunde von 1513 von Maximilian I an Hierssl, Jude Auftrag, eine Geldschuld auszusetzen </p></li></ul>

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