Ferd. Baron Droste, Bericht über die XVIII. Versammlung der deutschen Ornithologen-Gesellschaft. 1870

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<ul><li><p>Aquila pennata Gml. 305 </p><p>Bd. XIV., p. 64 und Dr. Th. v. Heuglin - - Ornithologie yon Nord- ost-Afrika, p. 48 -- beobaehtet haben. </p><p>12) Die Nahrung besteht aus M~tusen und VSgeln, doch vor- herrschend ersteren. Dasselbe ist gleichfalls schon yon A. Nau- mann - - Bd. XIII., p. 64 und Dr. Th. v. Heuglin -- Omithologie yon Nordost-Afrika, p. 48 -- beobachtet worden. </p><p>Schliesslich fiige ich noch die Verbreitung des Aquila pennata Gml. als Brutvogel bei: </p><p>Afrika, Europa, Asien nach Baron Dr. J. W. v. M i i l l e r - J. f. O. 1854, p. 401. </p><p>I. h f r i ka , Sudan nach Dr. Alfred Brehm -- ibid. 1853, p. 75. </p><p>West-Afrika nach Dr. G. Hartlaub -- ibid. 1853, p. 385. Nubien, Kordofan, am Senegal, Marocco nach Baron Dr. J. W. </p><p>v. Mfiller -- ibid. 1854, p. 385, 388, 389, Nr. 25 und 26. Egypteu nach Dr. Th. v. tteuglin (Benachriehtigungen und </p><p>Noten zu Antiaori's Katalog) -- ibid. 1867, p. 199. Algerien nach Major Loehe, Bericht der XIV. Versammlung </p><p>(mitgetheilt yon Alex. v. Homeyer) - - ibid. 1862, p. 26. Algerien nach L. Taczanowski (Notea yon Dr. Th. v. Heug- </p><p>lin) - - ibid. 1870, p. 37, 384. II. Asien. Ceylon nach Dr. G. Hartlaub -- ibid. 1854, </p><p>p. 154. t]imalaya nach Dr. Stoliczka - - ibid. 1868, p. 24. III. E ur o p a. Russland nach Prof. Kessler (Ob Brutvogel ?) </p><p>- - ibid. 1853, p. 189. Frankreich, Provence, Oesterreich, Ungarn, Siebenbih'gen, Ser- </p><p>bien, Bosnien, Grieehenland, Spanien naeh Baron Dr. J. W. v. Mtiller - - ibid. 1856, p. 214. </p><p>Griechenland nach Dr. Krtiper -- ibid. 1862, p. 315. Stid-Russland nach Forstmeister H. GSbe l - ibid. 1870, p. </p><p>197, 198. Bar th , den 8. Januar 1872. </p><p>Ferd. Baron Droste~ Bericht fiber die XVIII. Versamm- lung der deutsehen Ornithologen-Gesellsehaft. 1870. In meiner , ,E r innerungssehr i f t an die Versammlung </p><p>der deutschen Orn i tho logen zu Gi i r l i t z" babe ich in der Naehschrift obige Schrift kurz erwiihnt. Wie ich durch eine Zu- schrift des Herrn Verfassers unterrichtet bin, fasst derselbe meine </p><p>Cab. Journ, f. Ornith. XX. Jahrg, No. 118. Juli 1872. ~0 </p></li><li><p>306 E. F. v. Homeyer : </p><p>Naehsehrift als einen persSnlichen Angriff auf und da ist es mir Bedttrfniss, zu erkl~tren, dass mh" diese h_bsicht sehr fern gelegen hat. Es waren nur sachliche Bemerkungen und Vertheidigung Naumann's, die ich beabsichtigt hatte, es lag mir darchaus fern, tterrn v. Droste und sein eifriges Streben ffir die Wissenschaft ab- schw~tchen zu wollen. </p><p>Was reich damals bewog, der immerhin verdienstlichen Arbeit entgegen zu treten, war die geringe Pier,t, mit der Naumann darin behandelt worden ist. </p><p>Es hat sich in neuerer Zeit -- und nach meiner Ueberzeu- gung, nieht zum Vortheil der Wissenschaft - - ein Streben heraus- gestellt, ~hnliche Arten zu vereinigen, die schliesslich fast Partei- sache geworden ist. Der tief unterrichtete und hochbegabte Meister </p><p>9 dieser Richtung - - der leider nicht mehr unter den Lebenden weilt - - wurde yon manehen seiner Jtinger dabei noch iiberboten, damit nur bIiemand glauben mOge, dass auch sie zu den v e r r u f e a e n A r t e n z e r s p 1 i t t e r e r n gehSren k(innten. Viele dieser Irrthlimer liegen schon heute klar zu Tage, fiber andere wird die Zeit ent- seheiden, aber die Nachtheile des leichtfertigelt Zusammenwerfens werden sehr lange noch stSrend fortwirken. Bei der sehr scharfen Unterscheidung, die bTaumann in letzter Zeit beobachtete, richteten sich viele Angriffe gegen denselben und verstiessen nicht selten in der Form gegen die Pieti~t, die wir unserm grossen Meister schul- dig siad. Es soil damit keineswegs eine gewisse Unfehlbarkeit ffir )laumann beansprucht werden, vielmehr ist es naturgem~ss, dass auf Grundlage des Naumann'schen Werkes welter gebaut wird. Aber Umsieht und Rtieksicht bei Beurtheilung unseres Meisters dtirfen wir wohl erwarten. </p><p>Es sei mir vergSnnt, etwas niiher in die Besprechung der ver- handelten Gegensti~nde einzugehen. </p><p>Zu pug. 20. Die ExempIare yon Aquila clanga, wovon Nau- mann seine s uud Besehreibungen gab, babe iQh ge- sehen und waren unzweifelhaft echte clanga. Der schSne pr~ich- tige alte Vogel stammte aus Griechenland; yon den jungen VSgeln war der eine im Anhaltischen erlegt und wurde auf der Versamm- lung zu CSthen 1~45 vorgezeigt. Das Vorkommen dieses 5Stlichen Vogels in Deutschland gehSrt zu den sehr seltenen Ereignissen. </p><p>Zu pug. 22. Schon vor 25 Jahren habe ich Telmatias galli- nula mehrmals nistend gefunden. In meiner Sammlung hefinden sich mehrere selbst erbeutete noch nicht ganz fltigge Junge. Ein </p></li><li><p>Ferd. Baron Droste, Bericht tiber die XVIII. Versamml. etc. 307 </p><p>Nest mit 4 unbebrtiteten Eiern, von denen Baldamus 1 oder 2 er- hielt, land ich selbst. Die Alte lief nur wenige Szhritte ab und ging sofort wieder auf alas Nest, so dass ein Irrthum unm6glich war; ich habe das aueh bereits fr~iher erwiihnt. </p><p>Das Werkehen enth~tlt nun zwei sehr scNttzbare Mittheflungen. Pag. 33. J . P. van Wickevoort-Crommelin tiber das Vor- </p><p>kommen einiger V6gel in Holland. Pag. 39. Noten yon Dr. Finsch tiber Baron Droste's ,,Vogel- </p><p>welt Borkums". Pag. 46. Robert Collett, V6gel Norwegens. Pag. 52. v. Droste (KSnigsberg), Ornithologische Notizen aus </p><p>Ostpreussen. Es ist gewiss ein Irrthum, C/ygnus mz~sicus als Brutvogel far </p><p>Pommern aufzuftihren. Es ist nur C. olor, der noch sehr sparsam, Aalbeker See (bei Ueckel~atinde), auf Rtigen etc. nistet. Frtther wurde er in circa 8 Paaren auf dem Putzarer See bei Anclam ge- funden. Die Jungen wurden regelm~issig geliihmt and dana, wenn der See eine feste Eisdecke hatte, eingefangen. Die Brutpaare, obgleich sie sehr gehegt wurden, konnten sich daher nicht wieder ersetzen, doch sollen noch einzelne wilde Paare vorkommen. </p><p>Pag. 55. Baron K6nig tiber Wtirtembergisehe Teiche und Seen. Pag. 56. W. Meves, Reise zur Onega-Bucht. Eine sehr interessante Mittheilung. An der Onega-Bucht warden Emberiza rustica, pusilla, Zi- </p><p>~nosa cinerea und Sylvia lanceolata gefunden. Zu letzterer bemerkt v. Dooste: ,,ist locustella". - - C. L. Brehm </p><p>und ich haben frtiher dieselbe Ansicht ausgesproehen, begriindet auf ein Exemplar des Berliner Museums, angeblich Originalexem- plar yon Pallas, welches Sich in der That davon kaum unterschei- det. Die echte Sylvia lanceolata ist jedoch damit nicht zu ver- wechseln. Wir haben dieselbe in jtingster Zeit mehrfiiltig aus der Gegend des Baikal-Sees erhalten. </p><p>Pag. 62 giebt v. Droste eine kritische Ylusterung der periodi- schen Winterg/iste und der Irrg/iste Deutschlands mit noch einigen Un.terabtheilungen. Es wird wohl kaum m(iglich sein, diese Un- terabtheilungen einzuhalten, zumal nach den verschiedenen Lokali- t/tten sich bier und dort die Sache doeh ganz anders stellt. </p><p>.Surn la n~sorla. In einem Zeitraum yon 40 Jahren sind mir in Pommern nur zwei Exemplare, beide in verschiedenen Jah- ren in derselben Gegend vorgekommen. Es h~ingt dies wohl mit </p><p>20* </p></li><li><p>308 E. F. v. t Iomeyer : </p><p>der Richtung des u und den Stationen zusammen, welche die verschiedenea hrten haben. Es scheiat mir daher nicht ge- rechtfertigt, den .~ngaben bTaumann's zu widersprechen, tier doch positive Beobachtungen erwahnt. </p><p>Ampelis garrulu~, v. Droste sagt pag. 65: ,,Trotz seiner jahrweisen ungemeiaen Hiiufigkeit vermisst man ihn oft langer als 10 Jahre, sogar in den K~istenlaudera and Di~aemark". Das ist ein Irrthum, der sich seit langer Zeit yon einem Autor zum andern fortschleppt. Der Seidenschwanz zieht alljahrlich, nur detmt er seine Ziige mehr oder weniger welt aus. Hier im 5stlichea Pommern babe ich ihn allj~thrlich seit 30 Jahren beobachtet und es ist noch keiu Jahr verflossen, wo er nicht wenigstens einzeln bemerkt ware. In Vorpommern, welches einen ganz andern Vogel- zug hat, als die hiesige Gegend, erscheint er schon viel seltener. </p><p>Corythus enucleator. Kommt in Ostpreussen in den mei- sten Jahren, wenn auch einzeln, vor. Grosse Massen erscheinen allerdings selten. </p><p>Zoxia ~aenioptera war im Winter 1845--46 in den bSh- misch-sachsisehen Grenzgebirgen ausserordentlieh zahlreieh. </p><p>Plectrophanes calcaratus. Es kann daritber ziemlich dasselbe gesagt werden, als yon Surnla nisoria. </p><p>J~inota montium. Ist in Vorpommern in jedem Jahre eine ganz gemeine Erscheinuug. </p><p>Trlnga maritima. Auf dem Friihjahrszuge doch in grossen Mengen stets an der Westktiste yon Schleswig-Holstein, auch regel- massig an der hollandisch-franzSsischen Ktiste, geht er sehr welt nach Sttden, wean auch manche in Norwegen iiberwintern. Es ist daher zu vermuthen, dass die Inseln der hIordsee doch 5fter yon ibm besucht werden. </p><p>An der Ostsee geh5rt er allerdings zu den grSssten Seltenheiten. Somateria dlspar. Ist bei Danzig, KSnigsberg und Pillaa </p><p>5fter vorgekommen. Mir sind mindestens 10--12 Exemplare be- kannt, welche in die Sammlungen kamen. Alte Mannchen erschei- hen verhaltnissmassig selten, Weibchen und Junge werden yon Unkundigen zu leicht mit den Weibchen der Anas glacialis ver- wechselt. </p><p>ToSanus s~agna${lis ist wiederholt bei Danzig erlegt. Ueber die Turdus-Arten wird es wohl bald miiglich sein, </p><p>etwas Bestimmtes zu sagea, da fortwahrend ganze Reihenfolgen yon </p></li><li><p>Ferd. Baron Droste, B~richt fiber die XVIIL Versamml. etc. 309 </p><p>Sibirien eingesendet werden~ und will ich daher meine Bemerkuugen bis auf eine sp~ttere Zeit verschieben. </p><p>Pag. 84. Zu Phyl lobasi leus superc~liosus ist zu be- merken, dass bisher noch keiner der Nordasiaten, wie v. D. meint, in Deutschland beobaehtet worden ist. Vergl. Cab. Journ. f. Orn., I. Jahrgang. </p><p>Pag. 86. F, mberiza rustics. Im Berliner~useum ein alter Frfihjahrsvogel aus dem Voigtlande. </p><p>Pag. 88. Zimicola pygmaea. Erscheint jedes Jahr auf den westlich Rtigen gelegenen Inseln, jedoch sehr sparsam und fast stets an dersetben Stelle. Bile land ich ihn an der offenen Meereskfiste. </p><p>Pug. 91. Turdus minor. Angeblieh in Pommern erlegt. (v. D.) Davon ist mir nie das Geringste bekannt geworden. (v. H.) Uebrigens kennt man bereits 7 Arten kleine Drosseln (T. </p><p>minor). A lauda tartarica. Frfihling 1829 bei GSrlitz? (v. D.) In der Saramlung tier Giirlitzer naturforsehenden Gesellsehaft </p><p>befindet sich kein solehes Exemplar, auch ist nichts yon dem Vor- kommen bekannt. (v. H.) </p><p>Einige Zweifel, welehe v. D. fiber das Vorkommen dieses oder jenes Vogels hegt, m(igen theilweise begrfindet sein, jedoch ist da- bei, ausser dera bereits oben Gesagten, noch zu bemerken, dass der Vogelzug nicht ffir alle Zeiten derselbe bleibt, er andert so- wohl in der Richtung - - durch Ver~tnderung der Lokalit~it - - als auch in der Ausdehnung. Es ist daher wohl mSglich, dass in friiherer Zeit Falco islandicus oder F. gyrfalco 5fter nach Deutsch- land gekommen ist, als es heute der Fall ist. </p><p>Die VerSffentlichung des kleinen Buehes ist immerhin ein dankenswerthes Unternehmen, zumal es viel Anregendes enth~ilt. </p><p>Warbe low, den 23. M~irz t872. E. F. v. Homeyer . </p><p>Anmerkung. Herr v. Droste Sagt p. 7"2 beim Jagdfalken: ,,l'~au- mann's Angaben sind leider in Bezug auf das Vorkommen seltener GEste iiberall unznverl~ssig". Das ist jedenfalls zu viel gesagt. Es ist zwar sehr zu bedauern dass Naumann die Qucllen, aus dencner schSpfte, nicht iiberall speciell angegeben hat. allein in den meisten FEllen liegen l~au- mann s Angaben 8iehere Thatsachen zam Grunde, auch namentlieh da, wo dieselben auf eigener Beobachtang beruhcn. Wet das Gliick hatte, mit Naumann in freier Natur zu wandern, der konnte sich sehr bald iiberzeugen, wie sicher seia Auge uad Ohr noeh in hohen Jahren ihn leitete. D.O. </p></li></ul>