Energie-Zukunft in unserer Heimat - TWS ?· über die Zukunft der Energieversor-gung wird viel diskutiert…

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  • Energie-Zukunft in unserer Heimat

    Eine Information zum geplanten Windpark Buchck

    er

    Liebe Brgerinnen und Brger,ber die Zukunft der Energieversor-gung wird viel diskutiert in Gammer-tingen und an vielen anderen Orten in Sddeutschland. Fakt ist, dass mit dem Beschluss zum Atomausstieg in Deutschland ein gewaltiges Umbau-projekt begonnen hat. Das geht uns alle an: Sie, die Stdte und Gemein-den, die Politik und uns als Unterneh-men, die hier in Gammertingen einen Windpark errichten mchten. Energiewende findet vor Ort stattAber ein Windpark vor den Toren von Gammertingen? Diese Frage treibt viele Menschen in der Stadt und den Ortsteilen um. Anlass geben die Prfungen, ob eine Flche im Bereich des Gewanns Buchcker sdlich von Kettenacker als Standort geeignet ist. In einer ffentlichen Veranstaltung

    haben wir Ihnen die Eckpunkte eines mglichen Windkraftprojektes vor-gestellt. In den Diskussionen haben Sie uns Impulse gegeben, die in die Planungen mit einflieen werden.

    Noch ist die Bauentscheidung nicht gefallen zunchst mssen die Rahmenbedingungen geprft werden. Dazu gehren die Bestandsaufnahme und Bewertung von Flora und Fauna sowie die Prfung der tatschlichen Windverhltnisse vor Ort. Auerdem werden Auswirkungen auf die Men-schen vor Ort detailliert untersucht. Erst wenn diese Daten sowie eine Genehmigung nach Bundesimmissi-onsschutzgesetz vorliegen, ist eine Entscheidung mglich.

    Mehr Informationen fr BrgerDas Windkraftvorhaben Buchcker knnte ein Puzzleteil der Energiewen-de werden und knftig mageblich zur Energieversorgung der Region

    beitragen. Wenn es ein solches Pro-jekt vor Ihrer Haustr gibt, bentigen Sie Informationen. Deshalb werden wir Sie knftig ber den aktuellen Stand des Vorhabens auf dem Laufen-den halten immer dann, wenn es wichtige, neue Informationen gibt.

    Mit freundlichen Gren im Namen der Partner

    Bernt Afalg

    Helmut Hertle

    Jakob Huber

    Manfred Schaller

  • Windkraft mit Kpfchen planenIn Norddeutschland haben sich die Brger nicht nur lngst an den Anblick von Windrdern gewhnt, sondern schtzen sie als Wirtschaftsfaktor. In Baden-Wrttemberg stellt man sich noch die Frage: Ist diese Art der kostrom-Erzeugung auch im Sden wirtschaftlich sinnvoll und unter wel-chen Bedingungen?

    Das Angebot an Wind ist in etlichen Gebieten Baden-Wrttembergs fr den wirtschaftlichen Betrieb von Windkraftanlagen ausreichend. Das Land hat einen Windatlas erstellt, der eine erste Einschtzung darber gibt, wo wie viel Wind weht.

    Standorte gelten prinzipiell als ge-eignet fr den Betrieb von Windkraft-anlagen, wenn die mittlere jhrliche Windgeschwindigkeit mindestens zwischen 5,5 und 6,0 Meter je Se-kunde in 140 Metern Hhe ber dem Grund betrgt. Baden-Wrttemberg hat vor allem in den Hhenlagen von Schwarzwald und Schwbischer Alb geeignete Standorte fr Windkraftan-lagen.

    Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, rund zehn Prozent des Strombedarfs auf diese Weise zu erzeugen. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn weitere Windparks gebaut werden. Ende 2012 gab es rund 400 Anlagen im Land. Rein rechnerisch sind aber dreimal so viele notwendig. Der Bau von Windkraftanlagen in unserer Region reduziert auch den Aufwand fr den Ausbau des Hchst- und Hoch-spannungsnetzes vom Norden durch die Republik nach Sden.

    Wichtige Daten vor Ort ermittelnBevor eine Bauentscheidung fllt, sind zahlreiche Untersuchungen notwendig. Da sind zum einen die politischen Rahmenbedingungen, in diesem Fall das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Lange war nicht klar, ob dessen Reform durch die aktuelle Bundesregierung Auswirkungen auf Windkraftprojekte an Land haben wird. In Gammertingen wird es nach heutigem Stand keine wesentlichen Vernderungen durch das neue EEG geben.

    Bleiben die Standortfaktoren, die die Partner jetzt Punkt fr Punkt durch-gehen. Naturschutz-Experten prfen derzeit, ob und inwieweit sich die geplanten Windkraftanlagen auf Flora oder Fauna auswirken. Und noch ein weiterer wichtiger Aspekt muss geklrt werden: die tatschlichen Windver-hltnisse im Gewann Buchcker. Der Windatlas Baden-Wrttemberg bietet nur einen ersten Nherungswert fr geeignete Windstandorte. Solange keine Daten aus Anlagen im Umfeld vorliegen, die auf den zu planenden

    Standort bertragen werden knnen, muss eine Windmessung durchgefhrt werden. Deshalb werden voraussicht-lich ab der zweiten Jahreshlfte mithil-fe eines Windmessmastes die tatsch-lichen Windverhltnisse ermittelt und dann mit langjhrigen Wetterdaten abgeglichen. Erst wenn diese Daten vorliegen, kann eine Bauentscheidung getroffen werden das dauert min-destens ein Jahr.

    Was genau ist in Gammertingen geplant?Die derzeitigen Planungen im Gewann Buchcker gehen von vier Windkraftanlagen aus. Mit einer Leistung von etwa zehn Megawatt knnen diese jhrlich Strom fr rund 6.000 Haushalte erzeugen. Die Nabenhhe der Anlagen ist mit bis zu 140 Meter veranschlagt, die Rotorbltter sollen rund 60 Meter lang sein. Die Entfernung zum Ort haben die Partner auf 1.000 Meter erhht. Das Land empfiehlt bei Wohngebieten einen Abstand von 700 Metern, zu Mischgebieten 400 Meter.

    2012

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    2013

    Gemeinderat stimmt Grn-dung Windkraft gesellschaft zu. Eintragung ins Handels-register 2015 geplant.

    Projektstart: Neuer Flchennut-zungsplan fr Gammertingen

    Neues Landes-planungsgesetz

  • Enger Schulterschluss mit dem NaturschutzDie Schwbische Alb ist ein einzig-artiger Lebensraum fr Pflanzen und Tiere. Derzeit klren Fachgutachter, welche Vgel und Fledermuse im Gewann Buchcker unterwegs sind und ob sich Windkraftanlagen mit deren Gewohnheiten vereinbaren lassen.

    Im Zuge eines Genehmigungsverfah-rens fr Windkraftanlagen schreibt der Gesetzgeber eine Reihe von Umweltprfungen vor. So erfassen seit Mrz Naturschutzexperten die Lebensrume von Vgeln. Zum einen sind dies Kleinbrter wie Buchfink und Kohlmeise, die wegen ihrer geringen Flughhe nicht empfindlich auf Windkraftanlagen reagieren, je-doch durch den Bau gestrt werden knnten. Zum anderen sind das 24 Vogelarten, die sich bei der Nah-rungssuche in greren Flughhen bewegen. Dazu gehrt der Rotmilan. Zwischen Mrz und Oktober beob-achten die Gutachter alleine diese Vogelart insgesamt 150 Stunden. Sie klren, welche Flugwege die Vgel whlen, wo sie nisten, rasten, wo

    ihre Jagdreviere liegen und ob die Windkraftanlagen dabei Hindernisse darstellen wrden.

    Auch Fledermusen gilt eine hohe Aufmerksamkeit. In 22 Begehungen zwischen Frhjahr und Herbst kund-schaften Experten das Vorkommen der nachtaktiven Suger aus. Mit mobilen Detektoren erfassen sie Ultraschall, mit dem sich die Tiere orientieren, und bestimmen die genaue Art. Stationre Horchboxen im Wald ergnzen das Vorgehen. Zustzlich wird der Windmessmast mit einer sogenannten Horchbox ausgerstet, um das Vorkommen von hochfliegenden Fledermusen zu klren. Abgerundet werden die Unter-suchungen durch die Kartierung von Wochenstuben sowie Baumhhlen im Winterhalbjahr. Veranschlagt ist fr diese Manahmen eine sechsstellige Summe. Im Zuge der Ausarbeitung ei-nes neuen Flchennutzungsplans hat der Gemeindeverwaltungsverband (GVV) ein zweites Expertenteam mit Beobachtungen der Vogelarten in sei-nem Zustndigkeitsgebiet beauftragt.

    Das sind die PartnerGemeinsam geht es besser die-ser Meinung sind vier Unternehmen, die zusammen das Windkraft-Projekt Buchcker planen. Die Gammertin-ger Energie- und Wasserversorgung (GEW), die Stadtwerke Sigmarin-gen, die Technischen Werke Schus-sental (TWS) aus Ravensburg und die EnBW Baden-Wrttemberg AG engagieren sich alle fr die Region und fr die Menschen dort. Die EnBW bringt auerdem viel Know-how im Bereich Windkraft mit. Um gemeinsam handeln zu knnen, planen die Partner eine gemeinsa-me Gesellschaft. Die Grndung der Gammertinger Windenergie GmbH & Co. KG wurde bereits vom Gam-mertinger Gemeinderat genehmigt. Bevor die Partner den Bauantrag einreichen, wird die Gesellschaft offiziell gegrndet.

    ImpressumHerausgeber: EnBW Energie Baden-Wrt-temberg AG, Kronenstr. 26, 70173 Stuttgart; Gammertinger Energie- und Wasserversor-gung GmbH; Technische Werke Schussental GmbH&Co. KG; Stadtwerke Sigmaringen (Eigenbetrieb der Stadt Sigmaringen)V.i.S.d.P.: Manfred Haberzettel, EnBW Redaktion: Stefanie Klumpp, EnBW; Bettina Eilers-Hussler, trurnit PressewerkFotos: Fotolia (S.3 unten, Seite 4 oben), HerausgeberLayout: Elsa Ascione, www.mondmilch.de Druck: Princoso Druckerei-Netzwerk

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    2014

    2015

    Aufstellen Windmessmast

    2016 frhestmgliche Inbe-triebnahme des Windparks

    Start kologische Gutachten Gewann Buchcker und Umgebung

  • kostrom in der Region zu erzeugen ist Teil des Konzepts, das die vier Partner beim ge-planten Windpark Buchcker verfolgen. Wir haben Helmut Hertle gefragt, wie er die Zu-kunft dieser Art der Energieer-zeugung beurteilt.

    Welches Potenzial hat Wind-kraft?Die Ressource Wind ist un-erschpflich und kostenlos. Von der technischen Seite her gehrt Windkraft auerdem zu den effizientesten Mglich-keiten, Strom zu produzieren. Etwa 50 Prozent der Energie, die auf die Rotorbltter trifft, wird in Strom umgewandelt. Ein Ottomotor im Auto setzt nur

    Interview mit Helmut Hertle, Technischer Geschftsfhrer der TWS

    Windkraft ist hocheffizient

    maximal 40 Prozent der Ener-gie um.

    Macht das auf der Schwbi-schen Alb Sinn?Ab etwa einer Windgeschwin-digkeit von 5,5 Metern pro Sekunde wird die Nutzung von Windkraft interessant. Heute ermglichen speziell konzipier-te Anlagen auch den wirtschaft-lichen Betrieb im Binnenland, zu der ich die Alb zhle. Dort bremsen Erhebungen und die Vegetation den Wind in den bodennahen Ebenen aus ganz anders als in Kstenregi-onen. Aufgabe der Planer ist es, den passenden Anlagentyp zum geplanten Einsatzort zu finden.

    Wie sehen Anlagen fr unsere Region aus? Im Wald und in hgeligen Gebieten muss der Rotor weiter weg vom Boden positioniert werden, denn dort nimmt der Wind erst in greren Hhen richtig Fahrt auf. Anlagen mit

    Nabenhhen von 140 Metern sind heute erprobt und gut zu errichten. Zudem sind die Rotorflchen grer, das er-hht die Auftrittsflche fr den Wind.

    Hat sich die Technik in den ver-gangenen Jahren verndert?Ja! Es gab in letzten 20 Jahren einen riesigen Innovations-schub. Die Materialien und auch die Konstruktionen haben sich verndert. Hatten wir frher starre Gebilde, ist heute die Gondel am Mast drehbar gelagert. So stehen die Roto-ren immer im Wind. Da die einzelnen Rotorbltter um ihre Lngsachse verstellbar sind, kann die Drehzahl auch bei wechselnden Windgeschwin-digkeiten weitgehend konstant gehalten werden. Ganz grob kann man sagen, dass sich die Nennleistung der Windkraft-anlagen in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt hat. Diesen technischen Fortschritt sollten wir nutzen.

    Baden-Wrttemberg hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 die Emission von schdlichen Treibhausgasen um 20 Prozent zu verringern, bis 2050 um 90 Prozent. Der Ausbau der Windkraft ist dafr von elementarer Bedeutung.

    Selbst wenn Deutschland nur die niedrigen Ziele anstrebt, zu denen sich alle EU-Lnder verpflichtet haben, muss der Aussto an Klimagasen jedes Jahr um weitere 20 Millionen Tonnen reduziert werden. Als heimi-sche Energiequelle leistet Wind im Zusammenspiel mit weiteren erneuer-baren Energien zudem einen wichti-gen Beitrag, das Land von Energie-importen und fossilen Energietrgern unabhngig zu machen.

    Energiewende fr den Klimaschutz 35,8 Millionen Tonnen klimaschd-liches Kohlendioxid hat allein die Windkraft 2012 in Deutschland eingespart.

    Steuerung vor OrtDank des technischen Fortschritts kann Windkraft auch in Sddeutsch-land einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Baden-Wrttemberg hat 2012 mit dem neuen Landesplanungsge-setz den Kommunen ein wichti-ges In strument an die Hand gegeben, den Ausbau der Windkraft selbst zu steuern. Gemeinden und Stdte, die in ihrem Ge-biet Konzentrationszonen fr Windkraft mit Flchennut-zungsplnen ausweisen, drfen

    die brigen Flchen als Ausschluss-gebiete definieren. Findet dies nicht statt, knnen genehmigte Windkraft-anlagen berall errichtet werden.

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