Elementares Fluor in der Natur

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<ul><li><p>T R E F F P U N K T FO R SC H U N G</p><p>Chem. Unserer Zeit, 2012, 46, 274 278 www.chiuz.de 2012 Wiley-VCH Verlag GmbH &amp; Co. KGaA, Weinheim 277</p><p>G I B T E S D O C H :</p><p>Elementares Fluor in der NaturFluor als reaktivstes Element kommt in der Natur nicht elementar, sondern nur in gebundener Form vor. So wurde es bisher gelehrt. Doch die Aussage muss revidiert werden: Mnchner Wissenschaftlerhaben im Stinkspat, einem Calciumfluorid-Mineral, vor kurzem perFestkrper-NMR-Spektroskopie erstmals in situ elementares Fluor nachgewiesen [1].</p><p>Der Stinkspat verstrmt beim Zer-kleinern einen intensiven und offen-bar unangenehmen Geruch. berdessen stoffliche Basis diskutiertenschon Friedrich Whler und (18001882) Justus von Liebig (18031873)und viele Chemiker nach ihnen. Sowurden neben elementarem Fluorauch Iod, Ozon, Phosphor-, Arsen-,Schwefel- und Selenverbindungen,Chlor, hypochlorige Sure und fluo-rierte Kohlenwasserstoffe fr den Ge-ruch verantwortlich gemacht. Der di-rekte Nachweis, dass Fluor im Stink-spat eingeschlossen ist und nicht erst</p><p>beim Zerkleinern entsteht, gelangaber erst vor Kurzem der Arbeits-gruppe um Florian Kraus. Mit Hilfeder 19F-NMR-Spektroskopie konntensie das Fluor in seiner natrlichenUmgebung identifizieren und so dierund 200jhrige Diskussion um dieUrsache des Geruchs beenden.</p><p>Calciumcluster durch BestrahlungAuffllig am Stinkspat ist aber nichtnur sein Geruch, sondern auch seinedunkle Farbe (Abbildung),denn chemisch reiner Fluss-spat CaF2 ist eine farbloseVerbindung. Bei knstlicherBestrahlung mit -, - und Laserstrahlung beobachtetman eine Farbvernderungins Blauviolette sowie dieBildung von Calciumclusternund Gasblasen. Bercksich-tigt man nun, dass Stinkspatimmer vergesellschaftet mitnatrlichen Einschlssen vonUran oder Thorium gefundenwird, so mssen die letztenPuzzleteile nur noch zusam-mengefgt werden: Die kon-stant ionisierende Strahlungder Uraneinschlsse im Mi-neral spaltet CaF2 in Calciumund Fluor. Das Cal cium bil-det Cluster, die die dunkleFarbe des Minerals hervorru-fen; das Fluor liegt in kleinenEinschlssen vor und bleibtso in elementarer Form er-halten. </p><p>[1] J. Schmedt auf der Gnne, M. Mangstl und F. Kraus, Angewandte Chemie, DOI:10.1002/ange.201203515.</p><p>Andrea Fischer, Berlin</p><p>PERSPEKTIVE MINT-BERUFE |Die Absolventen-Zahlen in Mathema-tik, Informatik, Naturwissenschaftenund Technik den MINT-Fchern zusteigern, ist das erklrte Ziel des Bun-desministeriums fr Bildung und For-schung. Eine der Manahmen ist einerund 80seitige Broschre, in der Ausbil-dungs- und Studienmglichkeiten vor-gestellt werden. Dazu berichten exem-plarisch Menschen in MINT-Berufenber ihre Ausbildung und ihren Beruf.Zu den Protagonisten gehrt der be-kannte Physiker und FernsehmoderatorHarald Lesch, aber auch normaleStudenten und Absolventen von Ausbil-dungsberufen stellen ihre Fcher vor. </p><p>Darber hinaus gibt es eine ber-sicht ber die vom Bundesministeriumfr Bildung und Forschung und denForschungsorganisationen untersttz-ten MINT-Fdermanahmen sowie eineSammlung von Internetangebotenrund um das Thema MINT-Frderung.</p><p>Die Broschre kann im Internet aufder Seite http://www.bmbf.de/de/mint-foerderung.php als pdf heruntergela-den werden.</p><p>Abb. Reines CaF2 ist farblos, der natrlich vorkommendeStinkspat (z.B. in Wlsendorf in der Oberpfalz) enthlt nebenCalciumclustern, die die Farbe verursachen, auch Einschlssevon elementarem Fluor. </p><p>Besuchen Sie Ch</p><p>iuZ auf Faceboo</p><p>k:</p><p>www.facebook.</p><p>com/ChemieInU</p><p>nsererZeit</p></li></ul>