Die Zukunft und Gegenwart von Apps in den Augen von Digital Natives

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FastBridge fhrt regelmig Fokusgruppen mit Digital Natives zu relevanten digitalen Themen & Trends durch. Hier geht es um die Nutzung von und Ansprche an Mobile Apps.

TRANSCRIPT

  • 1

    Die Zukunft und Gegenwart von Apps

    oder: wie Digital Natives mit Apps umgehen und was sie ber den Trend zum Unbundling denken

  • 2

    Studiendesign

    Methode: Fokus-Gruppen

    Auswertung: Methode zur Auswertung von qualitativen Daten nach Mayring

    Grundgesamtheit: 9 junge Probanden; durchschnittlich 21 Jahre

    Besitz: alle besitzen ein Smartphone; 4 besitzen einen Tablet PC; 2 nutzen den Tablet PC von anderen Personen mit

    Thema|Inhalte: App Nutzung und der Trend zum Unbundling

    Durchfhrung: FastBridge | Research in Kooperation mit dem Studiengang Media- und Kommunikationsberatung der FH St. Plten

  • Management Summary

    Das Smartphone ist zum stndigen Wegbegleiter der Digital Natives geworden und erfllt sehr vielfltige Aufgaben.

    Apps spielen eine zentrale Rolle bei der Nutzung von Smartphones.

    Freunde, Medien und Stbern im App Store sind die hufigsten Quellen fr neue Apps.

    Entscheidende Faktoren fr den Download: Preis-Leistungsverhltnis, Mehrwert und Bewertungen.

    Digital Natives sind aufgrund ihrer intensiven Nutzung sehr anspruchsvolle Nutzer. Hlt eine App nicht was sie verspricht, wird sie gelscht sie wissen, dass das Angebot gro ist.

    Werbung in Apps wird nicht grundlegend abgelehnt, aber es werden hohe Ansprche an Relevanz, Format und Kontext gestellt.

    Der Trend zum Unbundling, also zur Trennung verschiedener Funktionen einer App in eigenstndige Apps wird kritisch betrachtet besonders vor dem Beispiel des Facebook Messanger.

  • 4

    Es sind einfach schon die alltglichen Dinge des Lebens, fr die man die Apps nutzt.

    Die Zukunft und Gegenwart von Apps

    oder wie Digital Natives mit Apps umgehen und was sie ber den

    Trend zum Unbundling denken

  • 5

    An App a Day

    Die tgliche Nutzung von Apps ist fr die befragte Gruppe der Digital Natives selbstverstndlich.

    Apps machens halt einfach leichter, das Leben.

    Zumindest vier Apps werden von jedem Befragten genutzt von manchen jedoch sogar mehr als zehn.

  • 6

    Das Smartphone und Digital Natives - unzertrennbar

    Mein Smartphone ist

    mein stndiger Begleiter

    der wichtigste Alltagsgegenstand fr mich

    immer mit dabei

    ein iPhone, immer dabei und ein Allesknner/Alleswisser

    mein Gehirn

    ein iPhone und immer mit dabei ein Device des

    tglichen Lebens geworden

  • 7

    Apps gehren zu einem Smartphone

    Ein Smartphone ohne Apps ist

    fr mich persnlich unvorstellbar

    wohl das Smartphone einer lteren Person

    kein Smartphone! Fr mich definiert sich ein Smartphone ber Apps!

    langweilig

    nur ein Telefon

    kein Smartphone

    nur zum telefonieren gut

  • 8

    Funktionalitt und Mehrwert sind das Herz einer App

    Eine ideale App muss

    mir einen Mehrwert liefern und bersichtlich sein

    einwandfrei funktionieren

    einen wirklichen Nutzen haben

    einfach zu bedienen sein

    kostenlos sein, geringen Speicherplatz brauchen und Mehrwert bieten

    einfach aufgebaut sein und schnell zu verwenden

    ntzlich sein

    mir weiterhelfen und leicht zu bedienen sein

  • Es gibt viele Wege auf neue Apps aufmerksam zu werden Freunde, Medien und einfaches stbern im App Store werden gerne als Quellen genutzt

    Artikel in Zeitungen

    App Store Vorschlge

    Empfehlungen von Freunden

    Durchsuchen des App Store

    Werbung im Internet

    Postings in Facebook

    Medien

    Bildnachweis: creativity103.com

    Der Weg zur neuen App

  • 10

    Bewertungen von Apps bilden Meinungen

    Apps Bewertungen werden ernst genommen selbst bewertet wird eher nach einer direkten Aufforderung der App, jedoch selten.

    Die groe Auswahl an Apps fhrt zu hoher Konkurrenz. Bewertungen sind willkommene Entscheidungshilfen, ob eine App installiert wird oder nicht.

    Die haben alle nur einen Stern gehabt und die hab dann halt nicht installiert, weil ich halt Angst gehabt hab, dass das irgendein Bldsinn ist () wenn die nicht 4 Sterne haben, dann lad ich sie nicht runter.

  • 11

    Download

    Die wichtigsten Faktoren fr die Entscheidung zum Download einer App

    Das Preis-Leistungsverhltnis: Am ehesten sollten die Apps kostenlos angeboten werden. Muss jedoch dafr gezahlt werden, wird der Nutzen abgewogen.

    Der Mehrwert: Eine App, die in ihrer Verwendung keinen Mehrwert verspricht bleibt uninteressant

    Gute Apps Bewertungen: Bewertungen im App Store werden gerne als Referenzpunkt herangezogen

    Wenns weniger als vier Sterne hat lad ichs nicht runter.

  • Eine App muss halten was sie verspricht

    Digital Natives sind versierte und anspruchsvolle Nutzer wenn eine App nicht hlt was sie verspricht, oder in ihrer Funktionalitt minderwertig ist, wird sie gelscht.

    Dumme Spiele lscht man dann nach einem Tag wieder. Da hat man dann seine Daten preisgegeben fr nix und wieder nix

    Etwas wo man sich dann die Pro-Version runterladen muss, damit es dann gscheit funktioniert, das lscht man dann halt auch wieder

    Oder Spiele, die dich locken, es ist gratis und du ladest es runter und es ist ur super und dann musst du die nchsten Level kaufen dann lsch ichs auch gleich

  • 13

    Was Digital Natives bei Apps am meisten strt

    durchgehende Updates.

    dass sie sich als sinnlos herausstellen

    lange Ladezeiten

    Pop-up Werbung

    zu hohe Kosten

    fehlerhafte Updates

    hoher Akkuverbrauch

    Unbersichtlichkeit

    Bei Apps strt mich

  • 14

    Werbung in Apps

    Werbung in Apps wird Groteils als nervig empfunden. Sie wird jedoch akzeptiert wenn bestimmte Dinge beachtet werden:

    Kostenloser Inhalt

    Zum Thema passend

    Eher kleinformatig bzw. nativ eingebundenen

    Qualitative Formate

    Bei manchen Apps ist es gar nicht so uninteressant wenns wirklich Kontext gebunden ist, aber es gibt halt wenige Apps, wo das wirklich gut funktioniert.

    Am schlimmsten find ichs, wenn das [die Werbung] dann so aufpoppt und wirklich den Content berlagert. Wenn das nicht irgendwas hochwertiges

    ist, oder auf mich zugeschnitten ist, dann interessiert mich das nicht.

  • 15

    Mobile Werbung muss nicht nervig sein

    Native Ads auf Facebook, die gut in den News Feed integriert sind, werden im allgemeinen akzeptiert.

    Persnlich abgestimmte Werbung auf Facebook wird recht positiv aufgenommen nur wenn das Tracking nicht gut funktioniert, fllt es negativ auf.

    Ich find Facebook Werbung ist weniger strend als so Fremdkrper Werbung.

    Einerseits ist es [personalisierte Werbung] schn, aber andererseits () wenn ich einmal wo drin war und dann monatelang das selbe seh gehts mir schon wieder auf die Nerven.

  • 16

    Mobiler Browser vs. App

    Der mobile Browser wird auch stark genutzt, doch Apps werden grundstzlich eher bevorzugt, wre da nicht das Problem mit dem Speicherplatz und der Vielfalt an Informationen und Funktionen, die durch Apps nicht abgedeckt werden knnen.

    Da wrd ich lieber die App verwenden, aber [wegen dem Speicherplatz] nehm ich die mobile Seite wieder.

    Ich glaub um sich zu informieren geht man einfach ins Internet, weil Informationen so weitreichend sind () dafr hab ich dann einfach kein App.

    Bildnachweis: FreeDigitalPhotos.net von jscreationzs

  • 17

    Eine gute mobile Seite schaut aus wie eine App.

    Fr Digital Natives ist es besonders strend auf Websites zu gelangen, die nicht fr mobile Endgerte optimiert sind und sie sehen hier einen von vielen Vorteilen von Apps.

    Vorteile der App gegenber der mobilen Website

    Zugriff und Login

    Zugriffsgeschwindigkeit

    Krzere Ladezeiten von Inhalten

    Auf das mobile Gert angepasste Formatierung

    Weil, beim App ist es schon darauf ausgelegt auf den kleinen Bildschirm () und bei den mobilen Webseiten ist es meistens so, da muss ichs noch hinziehen und rberschieben.

  • 18

    Der verfgbare Speicherplatz schrnkt die App-Nutzung ein

    Speicherplatz ist ein wichtiges Gut und ein entscheidender Grund warum manche Apps ausgemustert werden.

    Auch Sachen die ich nicht so oft brauch, also nicht 5mal am Tag sondern 2mal in der Wochen, dann [verwende ich eher den mobilen Browser] eben wegen dem Speicherplatz.

    Auf welche App verzichtet werden kann entscheidend auch die Hufigkeit der Nutzung.

  • 19

    Social Media & Kommunikation

    Nachrichten & Zeitungen

    Navigation

    Fotobearbeitung & -sharing

    Freizeit & Spiele

    Facebook Messenger

    derStandard

    Horizont

    Angry Birds

    YouTube

    Facebook

    Instagram

    Snapchat

    WhatsApp

    Pics Art Organisation

    Notepad Wunderlist

    Susi.at Wetter.at

    Pou Google Maps

    Scotty Runtastic

    Welche Apps nutzt diese Gruppe?

    A1

    Finanzen & Shopping

    Merkur Raika App

    Bipa Kleiderkreisel

  • 20

    Der Trend zum Unbundling Eine kurze Einfhrung

    Der Begriff: Unter Unbundling (deutsch: Entbndelung, Zerlegung) wird in unterschiedlichen wirtschaftlichen Bereichen verschiedenes verstanden. Im Bereich der Nutzung mobiler Applikationen beschreibt Unbundling die Trennung verschiedener Funktionen einer App in eigenstndige Apps.

    Der Hintergrund: Der allgemeine Trend zur mobilen Nutzung verndert auch die Nutzungssituation von Programmen und Plattformen.

    Die Idee:

    Spezialisierte Apps knnen nur eines das dafr sehr gut.

    Es ist einfacher mehrere verschiedene Apps fr spezielle Situationen zu nutzen, als in vielen Submenpunkten einer App zu navigieren.

    Es ist leichter fr Konsumenten eine schnelle Beziehung zu einer einfachen und schnellen App aufzubauen und diese in ihren Alltag einzubinden, als den Umgang mit einer vielfltigen App erlernen zu mssen.

    Es ist schneller und kosteneffizienter eine Single-Purpose App zu entwickeln und diese anhand von detaillierten Nutzungsdaten zu optimieren als eine bestehende App zu verndern.

    Quelle: medium.com; linkedin.com/

  • 21

    Single-Purpose vs. Multi-Purpose Apps

    Multi-Purpose Apps sind bei Digital Natives allerdings beliebter: Sie werden als praktischer wahrgenommen.

    Mehrere Apps brauchen mehr Speicher

    Mehrere verknpfte Apps verlangsamen die Ladezeiten

    Durch viele Apps wird der Homescreen und die App Sammlung unbersichtlicher

    Ich brauch dann halt nicht zwei Sachen [wenn alle Funktionen in einer App sind].

    Wenn man dann so hin-und-her switched, dann hat man wieder so viele Programme offen, dann wird das Handy schon von Haus aus langsamer, dann muss man wieder alles zu machen das hat eher mehr Nachteile als Vorteile.

  • 22

    Aber es kommt immer darauf an

    Wie neue Apps im Zuge des Unbundling den Nutzern zugnglich gemacht werden kann vieles ndern: Zwang ist der falsche Weg und kann sogar das Image schdigen.

    Spezialisierte Apps werden nicht per se als schlecht empfunden, doch die Qualitt ist entscheidend fehlender Mehrwert ist eine Todsnde.

    Mich strt auch einfach die Art und Weise, wie [Facebook] die Leute dazu gezwungen haben den Messenger runterzuladen () und seither hab ich auch ein schlechteres Bild davon.

    Wenn wir jetzt Facebook als Beispiel nehmen: Da war man mit einem Klick bei den Nachrichten und da ist es unntig [eine eigene App daraus zu machen].

    Was ich gut find () ist der Seitenmanager* von Facebook. () So etwas ist dann auch sinnvoll.

    *Beschreibung des Facebook Seiten Manager im Google Play Store

  • 23

    Facebook Messenger kommt nicht gut an

    Die getrennte Funktion des Facebook Messenger wird von allen Befragten als unntig und nervig empfunden. Dass hat in erster Linie mit dem fehlenden Mehrwert der neuen App zu tun.

    Dieser Facebook Messenger ist das dmmste was sie je gemacht haben.

    So nervig.

    Was mich strt, ist dass man sich auch nicht mehr abmelden kann.

    Fehlende individuelle Einstellungsoptionen verschlechtern die Nutzererfahrung.

  • 24

    Updates gehren zu Apps dazu, aber nicht automatisch fr jeden

    Die meisten Befragte nutzen Updates in jedem Fall und erleben es nahezu als To-Do

    In manchen Fllen werden Updates eher reflektiert, sodass Bewertungen die Entscheidung beeinflussen, ob das Update genutzt wird oder nicht.

    Verweigerer nutzen die Updates nur wenn es sein muss, denn solange noch alles funktioniert, werden keine Updates zugelassen

    Mich nervt das so wenn da zwei [Updates zur Verfgung] steht. Das ist so wie unerledigt, mach das jetzt () Hauptsache diese Zahl ist weg.

    Einfach Update, Update, Update ok.

    () manchmal ist es so, dass es nach dem update nicht mehr so gut funktioniert, oder abstrzt und dann installier ich das Update gar nicht.

  • 25

    Notifications

    Benachrichtigungen, die von Apps automatisch an den Nutzer geschickt werden, werden eher negativ empfunden. Es hngt letztlich von der Dringlichkeit ab und wird daher in erster Linie in Kommunikations-Apps zugelassen.

    Fr Spieler von Gelegenheitsspielen kann es auerdem ein Thema sein um ber den Fortschritt informiert zu werden.

    Ultra nervig.

    So Dinge wo man halt reagieren muss, in einer gewissen Zeitspanne.

    Ja, Facebook Messenger und WhatsApp hab ich eingestellt.

  • Fazit & Ausblick

    Das Smartphone und die Nutzung von Apps gehrt fr Digital Natives zum Alltag.

    Apps machen das Leben leichter: Sie helfen sich selbst zu organisieren, mit anderen zu kommunizieren und dienen zum Zeitvertreib.

    Durch die hufige und versierte Nutzung werden hohe Ansprche an Apps gestellt: Ist eine App in ihrer Funktionalitt minderwertig oder fehlt ein eindeutiger Mehrwert wird die App gelscht Die Nutzer wissen, dass es viele Alternativen gibt.

    Im Vergleich zum mobilen Browser werden Apps allgemein viele Vorteile zugeschrieben. Der vorhandene Speicherplatz am Endgert ist ein wichtiger Grund, warum Apps gelscht werden obwohl sie gerne genutzt werden.

    Beachtet man bei mobiler Werbung gewisse Dinge (z.B. kein berlagerndes Format) wird diese eher akzeptiert. Besonders Native Ads wie im Facebook News Feed werden eher angenommen.

  • Fazit & Ausblick

    Tracking und daraus resultierende personalisierte Werbung wird positiv

    aufgenommen sofern das Tracking gut funktioniert und nicht zu aufdringlich wird. Notifications werden sehr selektiert zugelassen. Das Prinzip des always on scheint

    auch bei Digital Natives an Grenzen zu stoen, wenn es als anstrengend empfunden wird stndig online aktiv sein zu mssen.

    Der Trend zum Unbundling wird eher skeptisch aufgefasst. Alles in einer App zu haben wird als praktischer empfunden. Besonders die Einfhrung des Facebook Messenger wird als negativ Beispiel gesehen.

    Der Trend zum Unbundling wird von Gren wie Facebook, LinkedIn und Fousquare vorangetrieben, doch mit gemischten beziehungsweise negativen Gefhlen von den Nutzern angenommen. Ob dieser Trend anhlt und wie sich sowohl die App-Landschaft als auch die Nutzung weiterentwickeln bleibt abzuwarten.

  • Dankeschn

    find FastBridge Austria on

    Mag.(FH) Barbara Klinser-Kammerzelt, MBA

    | Head of FastBridge

    | barbara.klinser@fastbridge.at

    Mag. Valerie Weichhart

    | Media Research

    MMag. Daniela Hahn

    | Media Research

    Die Studie wird durchgefhrt und aufbereitet von:

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