Die Träume des Don Bosco

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Die Trume des Hl. Don Bosco

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<p>Trume Don Boscos</p> <p>1</p> <p>Die Trume des Hl. Don BoscosINHALTSVERZEICHNISINHALTSVERZEICHNIS ....................................................................................................... 1 Vorwort .................................................................................................................................... 2 DER ERSTE TRAUM EIN HIMMLISCHER AUFTRAG ................................................ 3 DIE RABEN ............................................................................................................................. 4 REBHHNER UND WACHTELN ......................................................................................... 5 DAS GEBET UND DIE TUGEND .......................................................................................... 7 DER TEUFEL VERLEITET ZU ZERSTREUUNGEN ........................................................... 8 DIE PROZESSION ZUM MARIENALTAR ........................................................................... 8 DIE GEFAHRVOLLE MEERFAHRT .................................................................................. 10 DIE KATZEN AUF DEN BETTEN ...................................................................................... 14 DIE ZIEGENBCKLEIN ...................................................................................................... 15 DER HIRT UND SEINE HERDE .......................................................................................... 15 DAS FEGFEUER ................................................................................................................... 18 DAS NEUJAHRSGESCHENK ............................................................................................. 20 DIE JUNGEN VON LANZO ................................................................................................. 25 DER GROSSE WEINSTOCK ............................................................................................... 26 DIE HLLE ........................................................................................................................... 31 DIE SCHLINGEN DES TEUFELS ....................................................................................... 39 AUS EINEM RMISCHEN BRIEF DON BOSCOS ............................................................ 40 SPTBERUFE ....................................................................................................................... 41 DIE SCHLACHT MIT DEN HEUGABELN ......................................................................... 41 DIE HHNER ........................................................................................................................ 44 DER SCHILD DES GLAUBENS .......................................................................................... 46 DER WILDE STIER .............................................................................................................. 50 DOMINIKUS SAVIO ERSCHEINT ..................................................................................... 53 DIE SANFTMUT DES HEILIGEN FRANZ VON SALES .................................................. 59 DIE FERIEN .......................................................................................................................... 60 DER HEILIGE FRANZ VON SALES UND DIE SALESIANER ........................................ 61 LILIEN UND ROSEN ........................................................................................................... 63 UNTER DEM SCHUTZMANTEL MARIENS ..................................................................... 64 LUDWIG FLORIN ANTON COLLE .................................................................................... 66 DIE SALESIANISCHE GESELLSCHAFT ........................................................................... 68 DIE KASTANIEN.................................................................................................................. 71 DIE ENTWICKLUNG DER KONGREGATION ................................................................. 72 GROSSER MISSIONSTRAUM VON SDAMERIKA ....................................................... 73 Der Traum von den zwei Sulen im Meer .............................................................................. 79 Don Boscos Vision ber die Zukunft der Kirche ................................................................... 79</p> <p>Erluterung der Quellenangaben, die den einzelnen Trumen in Klammern beigefgt sind. Lem. und rmische Ziffer = Bandnummer der offiziellen Lebensbeschreibung des heiligen Johannes Bosco Memorie Biografiche di San Giovanni Bosco von Johann Bapt. Lemoyne Eugenio Ceria. Arabische Ziffer = Seitenzahl des betreffenden Bandes.</p> <p>Trume Don Boscos</p> <p>2</p> <p>Vorwortber die Trume Don Boscos ist schon viel gesprochen und auch geschrieben worden. Man legt ihnen nmlich prophetische Bedeutung bei, weil sich in der Tat vieles ereignet hat, was der Heilige im Traum gesehen und gehrt hatte. In bescheidener Weise nennt Don Bosco die im Schlaf erhaltenen Offenbarungen aber nur Trume. Diese Trume des Heiligen haben zwei besondere Merkmale: 1. Sie springen nicht von einer Sache auf die andere wie das bei Trumen in der Regel geschieht sondern sie behandeln den Gegenstand sehr grndlich und ernst. 2. Wir finden bei Don Bosco auch nichts Sinnlos-Phantastisches wie in gewhnlichen Trumen. Der Heilige erhielt im Schlaf Erklrungen, Weisungen und Mitteilungen ber Sachen, die zum Teil schon bald darauf eintraten. Ferner kann gesagt werden: Don Bosco erhielt in seinen Trumen Kenntnis ber verborgene und zuknftige Ereignisse, sowie ber rein innere Angelegenheiten, ber Gewissenssachen. So konnte er sich mit Ereignissen befassen, die noch in weiter Ferne lagen, und mit Orten, die bis dahin niemand kannte. Im Jahre 1880 trumte er z. B. von einer blitzartigen Reise von Cartagena nach Punta Arenas. Am 4. September desselben Jahres erzhlte er diese im Traum erlebte Fahrt den Mitgliedern des 3. Generalkapitels in Valsalice. Vier Einzelheiten davon sind der Erwhnung wert: 1. Don Bosco beschrieb den Lauf der Kordilleren, Tler, Seen, hgeligen Landschaften und Gebirgsketten, die allen Geographen der damaligen Zeit unbekannt waren. Don De Agostini stellte spter auf seiner berhmt gewordenen Expedition alles genau so fest, wie Don Bosco es getrumt und berichtet hatte. 2. Der Heilige beschrieb sensationelle Eisenbahnlinien durch wste Gegenden. Heute ist der Traum in Erfllung gegangen. Die Bahnstrecken fhren von Nord nach Sd den Anden entlang und auch schon durch das Gebirge. 3. Ferner sprach Don Bosco von reichen Bodenschtzen wie Kohle, Petroleum, Blei und Edelmetallen, die sich in jenem Gebirge befinden sollten. In der Tat fand man schon bald darauf Petroleum in Comodore-Rivadaria im Chubut. Am 16. Dezember 1907 stie man auf eine reiche Petroleumquelle, als man nach Wasser bohrte. Ferner sind Petroleumquellen bei Salta und Ingny entdeckt worden. Kohle wurde bei Espuyen und bei Punta Arenas gefunden. Heute frdert Argentinien schon weit mehr als 10 000 Tonnen Erze im Jahre zutage. 4. Vom Feuerland-Archipel sagte Don Bosco: Einige dieser Inseln sind von zahlreichen Eingeborenen bewohnt, andere sind mit Schnee und Eis bedeckt, wieder andere sind unfruchtbar, kahl, steinig und daher unbewohnt. Im Osten befinden sich zahlreiche Inselgruppen, die von Eingeborenen bewohnt sind. De Agostini weist mit seinem berhmt gewordenen Reisebericht an Hand von Kartenmaterial nach, da Don Bosco im Traume die Wirklichkeit geschaut hatte. Er fand dort wirklich vor: a) eine mit Steppen bedeckte Ebene, die von Onas bewohnt war; b) die Kordillerenzone mit Schnee und Eis bedeckt und c) die Gruppe zahlreicher Inseln im Osten von Indianern bewohnt. Menschlich gesprochen kann niemand unentdeckte Gebiete mit einer solchen Genauigkeit beschreiben, wie Don Bosco es auf Grund seiner Traumgesichte vermochte. Oft befate sich Don Bosco in seinen Trumen mit dem, was ihm am Herzen lag und ihn bewegte. Besonders war es das Seelenheil seiner Jungen wie auch das von Vlkern, die noch nicht zum Christentum bekehrt waren. Er selbst wre ja sehr gerne hinausgezogen, um als Missionar Seelen zu retten. Gott fhrte ihn aber andere Wege. Er gab ihm ein so ausgedehntes und ideales Arbeitsfeld, da der seeleneifrige Priester und Erzieher seine ganze Kraft zur Bewltigung der Aufgabe einsetzen mute. Infolge seiner gewaltigen Arbeitsleistung starb Don Bosco vorzeitig, obwohl er eine sehr widerstandsfhige Gesundheit besa. Die meisten Trume des Heiligen befassen sich mit Gefahren, die dem Seelenheil seiner Jungen drohten. Diese Tatsache berechtigt zu der Annahme, da er sich groe Sorge um das ewige Heil seiner Schtzlinge machte, da er die Gefahren kannte und den Feind alles Guten in verschiedenen Gestalten sah. Das alles enthalten die meisten seiner Trume, die er den Jungen erzhlte und an die er auch Belehrungen und Ermahnungen knpfte. Don Bosco empfand aber auch durch seine Traumgesichte viel Freude und Trost. Besonders freute ihn, die gewaltige Entwicklung seiner Kongregation vorauszusehen, und er sprach davon mit prophetischer Voraussicht. Das alles berechtigt zu der Annahme, da es sich bei seinen Gesichten nicht um gewhnliche Trume handelt. Dr. Theodor Seelbach Provinzial</p> <p>Trume Don Boscos</p> <p>3</p> <p>DER ERSTE TRAUM EIN HIMMLISCHER AUFTRAG(Lemoyne 1, 123-125) In seinen Memoiren berichtet Don Bosco selbst ber den ersten visionren Traum, den er bereits in frher Jugend hatte: Als ich ungefhr neun Jahre alt war, hatte ich einen Traum, der mir mein ganzes Leben lang tief im Gedchtnis haften blieb. Im Traume schien es mir, als befnde ich mich unweit meiner Heimat, auf einem sehr gerumigen Hof. Auf diesem hatte sich eine groe Schar Jungen versammelt. Viele von ihnen liefen munter umher, lachten und spielten; nicht wenige aber fluchten. Als ich ihr Fluchen vernahm, strzte ich sofort auf sie los. Ich wollte sie mit Schlgen und Schelten zum Schweigen bringen. In dem Augenblick erschien ein hoheitsvoller Herr. Er stand im Mannesalter und war sehr schn gekleidet. Ein weier Mantel umhllte seine ganze Gestalt. Sein Antlitz leuchtete so stark, da ich ihn nicht anzublicken vermochte. Der Herr redete mich freundlich mit meinem Namen an und gab mir die Anweisung: Stelle dich an die Spitze der Jungen! Und er fgte noch hinzu: Nicht mit Schlgen, sondern mit Milde, Gte und Liebe mut du dir diese zu Freunden gewinnen. Fange daher sofort an, sie ber die Hlichkeit der Snde und ber den Wert der Tugend zu unterrichten. Ganz verwirrt und erschrocken gab ich zur Antwort, ich sei ein armer, unwissender Knabe und nicht fhig, mit diesen Jungen ber Religion zu sprechen. In dem Augenblick hrten die Jungen mit dem Lachen, Lrmen und Fluchen auf und scharten sich alle um den Herrn, der soeben gesprochen hatte. Fast ohne zu wissen, was ich tat, sagte ich: Wer sind Sie eigentlich, da Sie mir etwas Unmgliches befehlen? Der Herr antwortete: Gerade weil dir diese Aufgabe unmglich erscheint, mut du sie durch Gehorsam und Erwerb der Wissenschaft mglich machen. Darauf fragte ich ihn: Aber wie und wo kann ich mir das ntige Wissen aneignen? Seine Antwort lautete: Ich werde dir eine Lehrmeisterin geben. Unter ihrer Leitung wirst du gelehrt werden. Ohne sie ist alles Wissen Torheit. Wer sind Sie berhaupt, fragte ich noch einmal, da Sie in dieser Art zu mir sprechen? Der Herr antwortete: Ich bin der Sohn derer, die du dreimal am Tage grest, wie deine Mutter dich gelehrt hat. Darauf wagte ich zu sagen: Meine Mutter hat mir verboten, mich ohne ihre Erlaubnis mit Personen zu unterhalten, die ich nicht kenne. Bitte nennen Sie mir daher Ihren Namen. Da sagte der Herr: Frage meine Mutter nach meinem Namen! In dem Augenblick sah ich neben ihm eine Dame von majesttischem Aussehen. Sie war mit einem Mantel bekleidet, der ber und ber so strahlte, als wre er mit hell leuchtenden Sternen best. Der Herr sah, da ich in meinen Fragen und Antworten immer verwirrter wurde und gab mir ein Zeichen, mich der Dame zu nhern. Diese fate mich liebevoll bei der Hand und sagte zu mir: Schau mal! Ich blickte auf und nahm wahr, da alle Jungen verschwunden waren. An ihrer Stelle aber sah ich eine Menge Ziegenbcklein, Hunde, Katzen, Bren und viele andere Tiere. Die Dame sprach weiter: Schau, dies ist dein Feld, hier mut du arbeiten. Werde demtig, stark und tapfer; denn was du an diesen Tieren geschehen siehst, das sollst du an meinen Kindern tun. Hierauf blickte ich um mich und sah, da an Stelle der wilden Tiere ebenso viele sanfte Lmmer erschienen. Diese hpften vergngt umher und blkten munter, als wollten sie den Herrn und die Dame herzlich begren. Immer noch im Traum begann ich zu weinen und bat die Dame, sich verstndlicher auszudrcken; denn ich begriff nicht, was das alles bedeuten sollte. Darauf legte sie freundlich ihre Hand auf meinen Kopf und sagte: Zur gegebenen Zeit wirst du alles verstehen. Als sie das gesagt hatte, wurde ich durch irgendein Gerusch geweckt, und alles war verschwunden. Ich war wie betubt. Mir war, als tten mir meine Hnde noch von den Schlgen weh, die ich ausgeteilt hatte. Mein Gesicht schien von den Ohrfeigen zu schmerzen, die ich von den Lausbuben erhalten hatte. Zudem beschftigten sich meine Gedanken mit der erhabenen Person und der Dame sowie mit dem Gehrten und Gesagten, so da ich in jener Nacht keinen Schlaf mehr finden konnte. Am folgenden Morgen erzhlte ich meinen Traum im Familienkreise. Jeder der Angehrigen uerte seine Meinung dazu. Der Bruder Josef sagte: Du wirst einmal ein Hirte von Ziegen, Schafen oder sonstigen Tieren. Meine Mutter meinte: Wer wei, ob er nicht Priester werden mu. Anton brummte sehr trocken: Vielleicht wirst du einmal ein Ruberhauptmann. Die Gromutter aber beschlo das Thema, indem sie sagte: Man darf auf Trume nichts geben. Ich selber stimmte der Meinung meiner Gromutter zu, doch konnte ich den Traum nie aus dem Gedchtnis bringen. (Lem. 1, 244)</p> <p>Trume Don Boscos</p> <p>4</p> <p>Als Johannes Bosco 16 Jahre alt war, wiederholte sich der Traum. Er selber erzhlte ihn folgendermaen: Im Traum sah ich eine vornehme Dame auf mich zukommen. Sie fhrte eine beraus groe Herde an. Als sie nahe bei mir war, redete sie mich mit folgenden Worten an: Schau, Johannes, diese ganze Herde vertraue ich deiner Obhut an. Da fragte ich: Wie soll ich es anstellen, so viele Schafe und Lmmer zu hten und zu betreuen? Wo finde ich die ntigen Weiden, auf die ich sie fhren knnte? Die Dame antwortete mir: Habe keine Angst; ich werde dir beistehen. Darauf verschwand sie. (Lem. 1, 305) Mit 19 Jahren wiederholte sich der erste Traum noch einmal. Im Traum sah Johannes Bosco eine erhabene, majesttische Person, die wei gekleidet war und in hellem Glanz erstrahlte. Der vornehme Herr war damit beschftigt, eine beraus zahlreiche Jungenschar zu leiten. Er wandte sich an Johannes und sagte: Komm her, stelle dich an die Spitze dieser Jungen und fhre du sie an! Darauf antwortete Johannes Bosco, er sei nicht fhig, so viele Tausende von Jugendlichen zu unterrich...</p>