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  • Determinanten der Ausgabenentwicklung im Krankenhauswesen by Hans-Werner WachtelReview by: Gnter NeubauerFinanzArchiv / Public Finance Analysis, New Series, Bd. 43, H. 1 (1985), pp. 208-210Published by: Mohr Siebeck GmbH & Co. KGStable URL: http://www.jstor.org/stable/40911991 .Accessed: 16/06/2014 06:13

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  • 208 Besprechungen

    dem Krankenhaus fr eine patientengerechte Darbietung seiner Leistungen" Anreize zu bieten. Gleichzeitig sieht das Konzept die Beseitigung der Marktzutrittsbarrieren vor, so da auch private Anbieter in den Markt eintreten knnen.

    Im Hinblick auf die politische Durchsetzbarkeit kommt der Autor zu dem Schlu, da eine Umorientierung des Krankenhauses hin zum Unternehmen durchaus realisier- bar ist und unter den politischen Bedingungen der Bundesrepublik Deutschland die Alternativen auch politisch realisierbar seien. Grere Widerstnde seien jedoch von den Interessensgruppen zu erwarten, insbesondere von der Ministerialbrokratie, die einen Teil ihrer Aufgaben verlieren wrde.

    Mit der vorliegenden Schrift beschreibt Joachim Wiemeyer ausfhrlich die Entwick- lung des Krankenhauswesens in der Bundesrepublik Deutschland bis 1970 sowie die Wirkungsweise des Krankenhausfinanzierungsgesetzes im Hinblick auf die Steuerung des Krankenhauswesens. Gleichzeitig entwickelt er eine konomische Theorie des Ge- sundheitswesens, Alternativen in der Krankenhausplanung und -finanzierung sowie ein Konzept zur Neugestaltung des Krankenhauswesens.

    Schwachstellen des Krankenhauswesens, insbesondere die daraus resultierende Forde- rung nach Anreizsystemen, werden mit unterschiedlichen Schwerpunkten in den letzten Jahren verstrkt diskutiert. Ergebnisse dieser Diskussion schlagen sich bereits in Exper- tengutachten wie auch in den Gesetzesentwrfen zur Novellierung der Krankenhausfi- nanzierung des Bundes und der Lnder nieder. Mit einer Novellierung des Krankenhaus- finanzierungsgesetzes ist sptestens 1985 zu rechnen. So gesehen ist diese Schrift als ein Beitrag zu werten, der die Forderung nach mehr Markt und mehr Wettbewerb im Krankenhaus wesen" untersttzt und gleichzeitig den wettbewerbstheoretischen Hin- tergrund dazu darstellt.

    Im Rahmen der noch nicht abgeschlossenen Diskussion um die Neuordnung der Krankenhausfinanzierung und -planung liegt es daher in der Beurteilung der Entschei- dungstrger fr die Gestaltung des Gesundheits- und Krankenhauswesens zu prfen, ob und wieweit die beiden Konzeptionen zur Neugestaltung (gemeinwirtschaftliche Kon- zeption; marktwirtschaftlich-wettbewerbliche Konzeption) als Grundlage oder als Ergnzung fr eine Neuordnung der Krankenhauswirtschaft herangezogen werden knnen.

    Barbara Schmidt- Rettig

    Hans- Werner Wachtel: Determinanten der Ausgabenentwicklung im Krankenhauswe- sen. Duncker & Humblot. Berlin - Mnchen. 1984. 332 Seiten.

    Die Krankenhuser der Bundesrepublik entwickeln sich mehr und mehr zum gewichtig- sten Ausgabenposten des Gesundheitswesens und erweisen sich zugleich einer Politik der Kostendmpfung als besonders schwer zugnglich. Dies liegt nicht zuletzt daran, da die Grnde der Ausgabenentwicklung noch nicht hinreichend empirisch belegt sind. Ziel des vorzustellenden Buches ist es nun, eine empirische Fundierung der Determinan- ten der Ausgabenentwicklung der vergangenen Jahrzehnte zu liefern. Im Mittelpunkt steht die statistische Analyse einzelner Einflugren. Damit soll Wissen erarbeitet wer- den, das fr eine umfassende kausale Erklrung Voraussetzung ist. Doch verzichtet der Autor bewut auf eine theoretische Verknpfung der Einzelergebnisse und damit auf die Entwicklung eines geschlossenen Reformvorschlages.

    Die Arbeit wurde am Lehrstuhl von Th. Thiemeyer als Dissertation angefertigt und 1983 mit einem Gesundheitskonomie-Preis ausgezeichnet.

    Im ersten Kapitel gibt der Verfasser einen berblick ber die Ausgabenentwicklung von 1958 bis 1980. Im Ergebnis zeigt sich, da die Krankenhausausgaben in Relation zum Bruttosozialprodukt, insbesondere nach einer Preisbereinigung, eine bemerkens- werte Konstanz" (S. 55) aufweisen. Ein ganz anderes Bild vermittelt freilich die Aus- gabenentwicklung je Krankenhausfall und je Krankenhaustag, wo jhrliche Zuwachs-

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    raten bis zu 25% auftreten. Hieraus lt sich vermuten, da es sich um einen schlecht gesteuerten Bereich handelt, da nicht die Leistungsausdehnung, sondern die Kostenstei- gerung pro Leistungseinheit die Ausgabenentwicklung charakterisiert.

    In den folgenden Kapiteln analysiert Wachtel einzelne Ursachenbndel der Aus- gabenentwicklung. Zunchst betrachtet er die Bereitstellung von Krankenhusern, dann die Inanspruchnahme und schlielich, als Schwerpunkt, den Proze der Leistungserstel- lung.

    Die Bereitstellung von Husern und damit Struktur und Zahl der Krankenhausbetten werden in der Bundesrepublik von staatlichen Bedarfsplanungen auf Lnderebene fest- gelegt und via Investitions- und Bauprogrammen auch von den Lndern realisiert. Damit wird das staatliche Verhalten zu einer qualitativen Einflugre, der freilich Wachtel statistisch schwer beikommen kann. Leichter lt sich ein Zusammenhang zwischen Bettendichte und Ausgaben im Zeitablauf nachweisen. Doch rumt Wachtel selbst ein, da sich aus dem engen Zusammenhang von Bettendichte und Ausgaben pro Kopf keine unmittelbaren Konsequenzen ableiten lassen.

    Den Bestimmungsfaktoren der Inanspruchnahme ist das dritte Kapitel gewidmet. Als Magren der Inanspruchnahme werden die Zahl der Behandlungsflle und die Zahl der Behandlungstage gewhlt. Es ergibt sich: Fr den Zeitraum von 1958 bis 1980 steigen die Krankenhausflle pro 100 Einwohner um 48%, die Krankenhaustage pro 100 Einwohner bleiben hingegen annhernd konstant, da die Behandlungsdauer pro Patient betrchtlich sank. Um die Grnde fr diese Entwicklung aufzudecken, wren vor allem geeignete Morbiditts- und Mortalittsstatistiken erforderlich. Da solche nicht vorliegen, versucht Wachtel, ber eine Aufgliederung der Bezugsgre Bevlkerung in Subpopulationen Hinweise auf Ursachen zu erarbeiten. Zu diesem Zweck werden die Magren fr die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen, die Angehrigen der Mitglieder, die Rentner und die Angehrigen der Rentner getrennt dargestellt. Es zeigt sich, da den Rentnern eine herausragende Rolle zukommt; sie sind jene Bevlke- rungsgruppe, deren Inanspruchnahme von Krankenhusern bei weitem am schnellsten gewachsen ist. Daraus folgert Wachtel, da pekunire Steueranstze, falls sie aus- gabendmpfend wirken sollen, vor allem auf diese Gruppe zielen mten, eine Gruppe, die berwiegend zu den sozial Schwachen zu rechnen ist. Dieses wichtige Ergebnis mahnt alle Reformer, die ber mehr Markt Problemlsungen suchen, die sozialen Nebeneffekte nicht zu gering einzuschtzen.

    Im 4. Kapitel wendet sich Wachtel dem betrieblichen Leistungserstellungsproze im Krankenhaus als mglicher Ursache der Ausgabenentwicklung zu. Am Anfang wird die Frage nach der Wirtschaftlichkeit von Krankenhusern gestellt. Hier meint Wachtel offensichtlich, ohne einen betrchtlichen Zeittribut an den Wirtschaftlichkeitsbegriff nicht zur Sache kommen zu drfen. Neues wird jedenfalls dadurch nicht in die Diskus- sion eingebracht. Dies trifft auch fr die Errterung der Wirkungen des vollpauschalier- ten Plegesatzes auf das wirtschaftliche Verhalten der Krankenhuser zu. Die als Indika- tor herangezogene Verweildauer wird zu eng gesehen. Einmal gab es eine betrchtliche Kompensation durch die Fallzahlenentwicklung, wie der Autor auch vermerkt; zum anderen hat sich die Verweildauer zu einer wichtigen Kontrollgre der Krankenkassen entwickelt. Rumte man den Krankenkassen mehr Autonomie bei den Pflegesatzver- handlungen ein, knnten auch die Bedenken Wachtels gegen eine berschuerzielung in bedarfsorientierten Krankenhusern zerstreut werden. Rationalisierungsinvestitionen gewnnen als Motor fr die berschuerzielung von selbst jene zentrale Bedeutung fr die Wirtschaftlichkeit, die ihnen blicherweise zukommt. Und da noch betrchtliche Rationalisierungsreserven in den Krankenhusern versteckt sind, weist der Autor nach, indem er Ergebnisse von externen Wirtschaftlichkeitsprfungen in Hessen auswertet. Insgesamt kann dieser Abschnitt des Buches weniger befriedigen. Wachtel verfngt sich zu sehr im Terminologischen und verliert dabei den Blick fr die wirtschaftliche Leistungserstellung des Aggregats Krankenhuser und fr vorhandene berbetriebliche Steuerungsdefizite.

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  • 210 Besprechungen

    Neben der Wirtschaftlichkeit wird die

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