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  • DEBUSSYPrlude LAprs-midi dun Faune

    RACHMANINOW2. KlavierkonzertSymphonische Tnze

    GERGIEV, DirigentTRIFONOV, Klavier

    Dienstag14_02_2017 20 Uhr

  • HAUPTSPONSOR

    UNTERSTTZT

    VA L E RY G E RG I E V Y U JA WA N G

    MNCHNER PHILHARMONIKER

    BRAHMS: KONZERT FR KLAVIER UND ORCHESTER NR.1 D-MOLL OP.15

    MUSSORGSKIJ: BILDER EINER AUSSTELLUNG (INSTRUMENTIERUNG: MAURICE RAVEL)

    D I R I G E N T

    K L AV I E R

    OPEN AIR KONZERTE

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    SONNTAG, 16. JULI 2017, 20.00 UHR

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  • CLAUDE DEBUSSYPrlude LAprs-midi dun Faune

    SERGEJ RACHMANINOWKonzert fr Klavier und Orchester

    Nr. 2 c-Moll op. 18

    1. Moderato2. Adagio sostenuto

    3. Finale: Allegro scherzando

    SERGEJ RACHMANINOWSymphonische Tnze op. 45

    1. Non allegro 2. Andante con moto (Tempo di valse)

    3. Lento assai Allegro vivace

    VALERY GERGIEVDirigent

    DANIIL TRIFONOVKlavier

    118. Spielzeit seit der Grndung 1893

    VALERY GERGIEV, ChefdirigentZUBIN MEHTA, Ehrendirigent

    PAUL MLLER, Intendant

  • 2

    Der Traum in der Flte des Fauns

    PETER JOST

    Claude Debussy: Prlude LAprs-midi dun Faune

    CLAUDE DEBUSSY(18621918)

    Prlude LAprs-midi dun Faune(Vorspiel zu Der Nachmittag eines Fauns)

    LEBENSDATEN DES KOMPONISTEN

    Geboren am 22. August 1862 in Saint-Germain-en-Laye (Dpartement Yvelines / Region Paris); gestorben am 25. Mrz 1918 in Paris.

    ENTSTEHUNG

    Debussys Komposition ist der Versuch einer musikalischen Annherung an die 1876 publizierte, 110 Alexandriner umfas-sende Ekloge LAprs-midi dun Faune (Der Nachmittag eines Fauns) des franz-sischen Symbolisten Stphane Mallarm (18421898). Ursprnglich war die um 1891 begonnene Komposition als sympho-nisches Triptychon geplant und wurde noch im Frhjahr 1894 als Prlude, Interlude

    et Paraphrase pour LAprs-midi dun Faune angekndigt. Zur Ausfhrung ge-langte aber nur der erste Teil, das im Sep-tember 1894 beendete Prlude.

    WIDMUNG

    Im Druck widmete Debussy das Werk dem Komponisten Raymond Bonheur (18611939), seinem Freund und ehemaligen Mit-schler am Pariser Conservatoire National de Musique. Das handschriftliche Particell widmete er Gabrielle (Gaby) Dupont (18661945), seiner Lebensgefhrtin von 1890 bis 1898, im gleichen Monat, in dem er seine erste Frau Rosalie (Lilly) Texier heiratete: ma chre et trs bonne peti-te Gaby la sre affection de son dvou Claude Debussy / Octobre 1899 (Meiner lieben und vortrefflichen kleinen Gaby ihr in aufrichtiger Zuneigung ergebener Clau-de Debussy / Oktober 1899).

    URAUFFHRUNG

    Am 22. Dezember 1894 in Paris in der Sal-le dHarcourt (Orchester der Socit Na-tionale de Musique unter Leitung von Gustave Doret).

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    Claude Debussy: Prlude LAprs-midi dun Faune

    Marcel Baschet: Claude Debussy (1884)

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    Claude Debussy: Prlude LAprs-midi dun Faune

    STHETISCHE WAHLVERWANDTSCHAFT

    1884 gewann Claude Debussy den begehr-ten Rom-Preis als krnenden Studien-abschluss am Pariser Conservatoire, brach aber den sich anschlieenden Aufenthalt in der Ewigen Stadt bereits im Mrz 1887 vorzeitig ab, um nach Paris zurckzukeh-ren. Er wandte sich in den folgenden Jah-ren verstrkt den literarischen Zirkeln der franzsischen Hauptstadt zu und kam im Herbst 1890 in Kontakt mit Stphane Mal-larm, der ihn fr die Mitarbeit an einer szenischen Fassung von LAprs-midi dun Faune gewinnen wollte ein Projekt, das zwar nicht verwirklicht wurde, aber letztlich Debussy die Anregung zu seinem gleichnamigen Orchesterwerk gab.

    Offenbar begegneten sich hier zwei Knst-ler mit hnlichen Vorstellungen von knst-lerischer sthetik ein von Musik inspi-rierter Dichter und ein literarisch aufge-schlossener Musiker, die zahlreiche ge-meinsame Vorlieben hatten und sich gegenseitig zu schtzen wussten. Mal-larm, der sich in der Regel ber musikali-sche Werke, die seine Gedichte als Vorlagen benutzten, sehr zurckhaltend uerte, war von Debussys kompositorischer Um-setzung tief beeindruckt und notierte in sein Druckexemplar des Prlude die fol-genden synsthetischen Verse: Sylvain dhaleine premire, / Si ta flte a russi, / Ous toute la lumire / Quy soufflera De-bussy ! (Waldgott, wenn schon mit dem ersten Atem / Deine Flte erfolgreich war / Hre all das Licht, / das Debussy ihr noch einhauchen wird !).

    POSIE PURE

    Mallarms Dichtung lehnt sich vordergrn-dig noch an die Schfer-Szenerien der klassizistischen Parnasse-Lyrik an: eine idyllische Landschaft auf Sizilien an einem Sommernachmittag mit einem Faun, der trumend die Vorstellung eines ihn verlo-ckenden Nymphenpaars und die blhende Natur um ihn herum beschwrt. Aber der Durchbruch zu einer vllig neuen literari-schen Richtung, zur posie pure des Symbolismus, zeigt sich in der Durchfh-rung des Themas wie auch in der Form. Die knstlerische Gestaltung ist nicht mehr an die Nachahmung der Natur gebunden, son-dern schafft sich im Traum ihre eigene Welt; das Dichten selbst wird jenseits der Abbildung von Realitt zum Thema der Dichtung, wobei quasi musikalische Mit-tel wie suggestive Klangbezge, wohl kal-kulierte Rhythmen, kunstvolle Pausen zum Einsatz gelangen.

    Mallarm war vor allem deshalb so angetan von Debussys Musik, weil er zunchst be-frchtet hatte, der Komponist versuche eine illustrative bertragung seiner Verse. Aber gerade das vermied Debussy: Im Prlude geht es um die Umsetzung der Stimmung des Gedichts, nicht seiner Handlungsmotive, um vage Andeutungen, nicht um konkrete Beschreibungen. Die von Mallarm beschworene Szene, die einschl-fernde Hitze des Sommernachmittags und die schwl-laszive Sphre der Begierden und Empfindungen werden durch eine traumverlorene, oszillierende Musik ver-mittelt. Auf die Nachfrage eines Musikkri-tikers uerte Debussy: Ist mein Prlude LAprs-midi dun Faune nicht vielleicht das, was in der Flte des Fauns von seinem

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    Claude Debussy: Prlude LAprs-midi dun Faune

    Lon Bakst: Figurine fr Vaslav Nijinsky, der in Sergej Diaghilews Ballett-Version des Prlude den Faun tanzte (1912)

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    Claude Debussy: Prlude LAprs-midi dun Faune

    Traum zurckgeblieben ist ? Genauer ge-sagt: es ist der allgemeine Eindruck der Dichtung !

    MAGISCHE SCHWEBEZUSTNDE

    Die Wahl der Soloflte als Trger des Hauptgedankens, mit dem das Stck be-ginnt, ergibt sich aus dem traditionellen Attribut der Faune, der Shne des rmi-schen Waldgottes Faunus, den man spter mit dem griechischen Hirtengott Pan gleichsetzte. Dieser Hauptgedanke von einem Thema mag man angesichts der lo-ckeren, unsymmetrischen Fgung kaum reden besteht aus einer wiederholten, chromatisch ab- und aufsteigenden Bewe-gung sowie einer nachfolgenden diatoni-schen Wendung und enthlt damit keimhaft das komplette motivische Material des ganzen Stcks. Zunchst unbegleitet ex-poniert, kehrt der Komplex in zehn Varian-ten wieder, dabei jedes Mal auf andere Weise harmonisiert. Die Anlage als Variati-onswerk wird jedoch durch andere Form-modelle berlagert: durch die Sonaten-satzform aufgrund einiger durchfhrungs-artiger Abschnitte sowie durch die Bogen-form, die sich durch den stark kontras- tierenden Mittelteil ergibt.

    Daraus resultiert unter formalem Aspekt ein eigenartiger Schwebezustand, der durch Rhythmik und Harmonik, vor allem aber durch besondere Instrumentation noch zustzlich bekrftigt wird. Letztere ist betont transparent und leicht gehalten; bezeichnenderweise sieht die Besetzung zwei Harfen und ein reichhaltiges Holzbl-serensemble vor, verzichtet aber auf Trom-peten, Posaunen, Tuben und Pauken. Der ganz neuartigen Klanglichkeit des Prlu-de, das trotz aller Vorbehalte gegenber Schlagworten immer wieder als Geburts-

    stunde des musikalischen Impressionis-mus bezeichnet wurde, konnte sich auch das Publikum der Urauffhrung nicht ent-ziehen. Die Begeisterung war so gro, dass das Stck unmittelbar wiederholt werden musste.

  • 7

    Sergej Rachmaninow: 2. Klavierkonzert

    Der Weg ins Innere

    LARISSA KOWAL-WOLK

    Sergej Rachmaninow: 2. Klavierkonzert

    SERGEJ RACHMANINOW(18731943)

    Konzert fr Klavier und Orchester Nr. 2 c-Moll op. 18

    1. Moderato2. Adagio sostenuto3. Finale: Allegro scherzando

    LEBENSDATEN DES KOMPONISTEN

    Geboren am 20. Mrz (1. April) 1873 auf Gut Semjonowo sdlich des Ilmensees, von wo Rachmaninows Familie kurz nach seiner Geburt auf Gut Oneg bersiedelte (Gouver-nement Nowgorod / Russland); gestorben am 28. Mrz 1943 in Beverly Hills / Kali-fornien (USA).

    ENTSTEHUNG

    Den zweiten und dritten Satz seines c-Moll- Konzerts schrieb Rachmaninow nach ber-windung einer schweren psychischen Krise im Sommer 1900 auf dem Gut der Familie Kreutzer in Krasnenkoje (Russland). Im

    Anschluss an die Vorauffhrung dieser bei-den Stze im Dezember 1900 entstand im Frhjahr 1901 als letzter, noch fehlender Satz der Kopfsatz des Klavierkonzerts; er wurde gegen Ende 1901 vollendet.

    WIDMUNG

    Nikolaj Wladimirowitsch Dahl (18601939) gewidmet, einem angesehenen Nervenarzt und Psychiater, der Rachmaninow nach den schweren Depressionen behandelte, die er im Anschluss an die 1897 stattgefundene, verunglckte St. Petersburger Urauffh-rung seiner 1. Symphonie d-Moll op. 13 erlitt. Das Klavierkonzert entstand als ers-te Komposition nach der erfolgreich ver-laufenen Hypnose-Therapie.

    URAUFFHRUNG

    Am 27. Oktober (10. November) 1901 in Moskau (im Rahmen eines Philharmoni-schen Konzerts unter Leitung von Alexan-der Siloti; Solist: Sergej Rachmaninow); den zweiten und dritten Satz hatten Siloti und Rachmaninow bereits im Dezember 1900 im Rahmen einer Moskauer Wohl-ttigkeitsveranstaltung aufgefhrt.

  • 8

    Sergej Rachmaninow: 2. Klavierkonzert

    AUSWEG