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  • Die Entstehung der Unarten.indd 1Die Entstehung der Unarten.indd 1 25.01.2010 14:16:54 Uhr25.01.2010 14:16:54 Uhr

  • Robert Griesbeck, geboren 1950, studierte Grafik-Design, Infor-mationssthetik und Politologie und arbeitet seit dreiig Jahren als Grafiker, Buchherausgeber und Autor. Er hat Kinderbcher, Romane und Sachbcher geschrieben, Zeitschriftenkonzepte ent-wickelt und war als Chefredakteur fr diverse Magazine ttig.

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  • Robert Griesbeck

    DieEntstehung

    derUnarten

    Warum es so viele Schaumschlger,Nervensgen und Dumpfbeutel gibt

    WILHELM HEYNE VERLAGMNCHEN

    Die Entstehung der Unarten.indd 3Die Entstehung der Unarten.indd 3 25.01.2010 14:16:55 Uhr25.01.2010 14:16:55 Uhr

  • Verlagsgruppe Random House FSC-DEU-0100 Das fr dieses Buch verwendete FSC-zertifizierte Papier Holmen Book Cream liefert Holmen Paper, Hallstavik, Schweden.

    Originalausgabe 04/2010

    Copyright 2010 by Wilhelm Heyne Verlag, Mnchen,in der Verlagsgruppe Random House GmbHPrinted in Germany 2010Redaktion: Dunja Reulein, MnchenUmschlaggestaltung: Nele Schtz Design, MnchenSatz: C. Schaber Datentechnik, WelsDruck und Bindung: GGP Media GmbH, Pneck

    ISBN 978-3-453-60139-0

    www.heyne.de

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  • Homo sapiens

    Ramapithecus

    Homo immorabilus

    Homo infantilius

    Homo instruens

    Homo sapiens

    Homo humoricus

    Homo superstitius

    Homo dux

    Der Stammbaum der Unarten

    Homo meno distanze

    AustralopithecusHomo erectusSchimpanse

    Orang -Utan

    Gibbon

    Gorilla

    Partnervermittler TV-Abzocker, Morgen-Moderatoren,Werbetexter, Charity Ladys, Talkshow-Gste

    Fuballanalysten, Stilberater, Nannys, Feministen, Ostalgiker, Mlltrenner

    Politisch Korrekte, Urgesteine, Laubblser, Eventmanager,Fitnesstrainer, Heimatsucher, Messies, Elitekinder

    Arbeitsplatzvernichter, SUV-Fahrer,

    Privatpolizisten, Wir-Menschen,

    Global Player, Verkehrsplaner,

    Zapper

    Coaches, Derivatehndler, Unternehmensberater,

    Diktatoren, Handyterroristen,

    Ditberater,Experten,

    Statistiker, Betroffenheitshausierer

    B-und C-Promis, Heizpilzraucher, Humoristen, Fremdschmer,Sprachverwirrte

    Astrologen, Esoteriker, Verschwrungstheoretiker,

    Groraummagier, Endzeitpropheten,

    kophobiker

    Grenze der Arten und Unarten

    Homo magus

    Dryopithecinen

    Experimentalkche, Extremsportler,

    Light-Menschen, Schnppchenjger,

    Rekordhalter

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    Vorwort

    Was wren wir ohne den Naturforscher Charles Robert Darwin und seine Evolutionstheorie? Wir wrden heute noch daran glauben, dass Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen hat, zusammen mit all ihren Bewohnern den Seeigeln, Galapagosfinken, Plattwrmern, Leoparden, See-gurken, Walrssern, Stubenfliegen, Rauhaardackeln und Menschen. Wir hieen auch noch Menschen und nicht, wie wir uns heute korrekterweise bezeichnen Homo sapiens. Der kluge, weise Mensch entwickelte sich aus ein paar Vorfahren, unter anderem aus dem Homo sapiens idaltu, dem Homo sapiens balangodensis und dem Homo sapiens neanderthalensis. Nach der biologischen Systematik ist der Mensch ein hheres Sugetier aus der Ordnung der Prima-ten. Er gehrt zur Unterordnung der Trockennasenaffen und dort zur Familie der Menschenaffen.

    Aber es war ein schwerer Denkfehler Darwins anzuneh-men, dass die Entwicklung der menschlichen Rasse zu sei-ner Zeit schon beendet gewesen wre. Dabei htte er sich das doch denken knnen, schlielich bedeutet Evolution ja Entwicklung, und wer wollte schlielich annehmen, dass eine Entwicklung ausgerechnet in dem Moment abge-schlossen wre, in dem man ihr auf die Schliche gekom-men ist!

    Charles Darwin kam 1809 im englischen Shrewsbury zur Welt und studierte Medizin, Theologie, Biologie und

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    Geologie. Als Zweiundzwanzigjhriger machte er sich auf eine Reise, die fast fnf Jahre dauern und zur Initialzn-dung seiner Evolutionstheorie werden sollte. Auf der HMS Beagle, einem Vermessungsschiff der Royal Navy, fuhr der junge Darwin einmal um die ganze Welt und verffent-lichte 1839 darber einen Reisebericht. Mit seiner Theorie ber die Entstehung der Korallenriffe und weiteren geolo-gischen Schriften erlangte er in wissenschaftlichen Kreisen erste Anerkennung als Geologe.

    Doch es dauerte noch 20 Jahre, bevor er sein Haupt-werk beendet haben sollte. 1837 begann Darwin mit der Niederschrift seiner berlegungen in Notizbchern, den Notebooks on Transmutation. Unter der Notiz I think skizzierte er erstmals seine Idee vom Stammbaum des Le-bens und von der Anpassung all seiner Mitglieder an den Lebensraum durch Variation und natrliche Selektion in verschiedene Arten. ber 20 Jahre lang trug er Belege fr diese Theorie zusammen. Darwins berlegungen zur Ent-stehung der Arten waren begleitet von einer breitgefcher-ten Recherche in den Bereichen Medizin, Psychologie, Na-turwissenschaften, Philosophie, Theologie und politische konomie. Das Ziel Darwins war es, die Entstehung von Arten auf naturwissenschaftliche Grundlagen zu stellen.

    1859 erschien endlich das Werk, das wir als Die Entste-hung der Arten kennen, das natrlich (Wissenschaftler!) im Original einen bedeutend lngeren und ausfhrlicheren Titel trgt: On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or The Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life. In diesem Buch legte Darwin seine Evo-lutionstheorie schlssig dar und beschrieb im Einzelnen die Vernderlichkeit der Arten, die gemeinsame Abstammung aller Lebewesen, die nderung durch kleinste Schritte, die

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    Vermehrung der Arten und die natrliche Selektion als wichtigsten Mechanismus der Evolution.

    Heute stellt die von Darwin begrndete und seitdem stndig weiterentwickelte Evolutionstheorie fr die Biolo-gie das grundlegende Paradigma dar: Durch sie werden alle biologischen Teildisziplinen Zoologie, Botanik, Verhal-tensforschung, Embryologie und Genetik unter einem einheitlichen Dach versammelt. Darwins Werke, allen voran Die Entstehung der Arten und Die Abstammung des Menschen, lsten schon kurz nach ihrem Erscheinen eine Flut der unterschiedlichsten Reaktionen aus. Darwins Theo rien berhren ja nicht nur biologische Grundfragen, sie haben auch weitreichende Auswirkungen fr die Theo-logie, Philosophie, Psychologie und Politik. Vor allem beim Klerus stieen die Theorien auf groen Widerspruch. Dass der Mensch keine eigenstndige Schpfung ist, sondern ein Evolutionsprodukt wie Millionen anderer Arten, steht schlielich im Widerspruch zur christlichen Lehre ebenso wie zu den Auffassungen vieler philosophischer Schulen. Wo war der Schpfer auf einmal geblieben? Und welche Stellung hatte der Mensch pltzlich in der Natur?

    Darwin, der in seiner Jugend immerhin Theologie stu-diert hatte, wurde im Alter nicht zuletzt wegen dieser An-griffe zum Agnostiker. Htte er gar geahnt, dass die Evo-lution des Homo sapiens in der Zukunft zur Entwicklung der Unarten fhren wrde, wre das fr ihn wahrschein-lich der endgltige Beweis gewesen, dass es keinen Gott gibt. Denn welches klar denkende, hhere Wesen erschafft solche Unarten wie Latte-macchiato-Mtter, Verschwrungs-theoretiker, Baumarkt-Mnner, Couch-Potatos, Betrof fen-heitshausierer, Charity Ladys, Telefonterroristen und On-line-Betrger?

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    Die Anti-Darwinisten, die sich heute Kreationisten nen-nen und die Schpfungsgeschichte der Bibel wrtlich nehmen, bestehen allerdings immer noch darauf, dass die interna-tional akzeptierte Grundlage der biologischen Entwicklung eine Lge ist. Warum sie so eisern daran festhalten, da-fr hatte ein anderer groer Wissenschaftler eine plausible Erklrung. Sigmund Freud, der Vater der Psychoanalyse, bezeichnete die Evolutionstheorie als eine der drei Krn-kungen der Eigenliebe der Menschheit. Und eine solche Krnkung ist nicht auszuhalten, jedenfalls fr naive Krea-tionisten, die Darwin zu Unrecht vorwerfen, er htte be-hauptet, der Mensch stamme vom Affen ab.

    Der Zoologe und Genetiker Theodosius Dobzhansky for-mulierte 1973 den treffenden Satz: Nichts in der Biologie ergibt einen Sinn auer im Licht der Evolution.

    So gesehen, wird auch die Entwicklung der Unarten einen Sinn ergeben. Warten wir es ab.

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    Aficionados

    Frher waren Aficionados auch schlicht als Liebhaber be-kannt oder einfach als Leute, die gerne mal eine gute Zi-garre rauchen. Aber das reicht heute nicht mehr. Beispiel Zigarre: Man braucht zwei Meter Zigarrenliteratur im Schrank, einen Humidor und ein gediegenes Fachwis-sen, man muss sich mit den speziellen Anznderitualen auskennen, echte Havannas importieren und lssige Hand-haltungen ben, um heutzutage als Zigarrenraucher auch einen hohen sozialen Status zu erringen. Einfach nur Zigar-ren rauchen, weil sie einem schmecken,