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  • Das Gelbe Blatt Der Gemeindebrief der ev.-luth.

    Kirchengemeinden Enge und Stedesand Nr. 81 Oktober 2009 - Januar 2010

    Sei stille dem HERRN und warte auf ihn. (Psalm 37,7)

  • 31.Oktober 1517. Martin Luther schlägt seine 95 Thesen an die Schloßkirche zu Wittenberg. Was zunächst wie eine Einladung zu einem Gelehrtenstreit aussieht, sollte im Nachhinein die Welt verändern. Etliche Schriften Luthers sollten folgen, aber letztich alle nur zu dem einen Zweck: um der zentralen Schrift, dem wichtigsten Buch der Welt, zu neuer Autorität zu verhelfen: der Bibel, Gottes geoffenbartem Wort.

    Weit hatte sich eine korrumpierte römisch-katholi- sche Kirche davon entfernt. Unechte Namenschristen mit hohen kirchlichen Titeln und Ämtern verfolgten echte wiedergeborene Gottesmänner und Gottesfrauen. Statt lebendiger Gottesbeziehung wurden abergläubisch verstandene Sakramente als Weg zum ewigen Leben gehandelt. Statt auf Christus und sein Werk am Kreuz zu vertrauen spielten sich Menschen als Heilsmittler auf, nannte sich einer gar gegen das ausdrückliche Gebot Jesu (vgl. z.B. Mt 23,9) “Heiliger Vater” und

    “Stellvertreter Christi”. Und Gottes Wort selber, an dem alles hätte geprüft werden können, war nur den wenig-

    sten zugänglich. Es war verborgen hinter Klostermauern, in einer Sprache, die nur die wenig- sten verstanden. Genau hier setzte Martin Luther dann auch an: das Wort muß unter die Leute, in ihrer Sprache, sie müssen es selber lesen und verstehen können. Er übersetzte dann auf der Wartburg das Neue Testament, später dann sollte das Alte folgen. Mehr als alles ande- re hat die Ausbreitung des Wortes Gottes die Erneuerung der Kirche befördert.

    Denn darum geht es letztlich: Nicht um Menschen, nicht um Martin Luther. Es geht darum, daß Gottes Wort hörbar wird. Gottes Wort allein ist Regel und Richtschnur, so heißt es heute noch in unseren Bekenntnissen. ”Sola scriptura”, “allein die Schrift” hat wirkliche Autorität, sie ist allen menschlichen Beschlüssen und Vernunftüberlegungen weit überlegen, da sie göttlich inspiriert ist und sein persönliches Wort an uns. Im Letzten ging es in der Reformation um diesen Kampf; Was steht höher: Traditonen und Regeln oder Gottes offen- bartes Wort? Der Kampf ging um die Wahrheit des Wortes Gottes.

    Und er wird weitergeführt bis heute. In einer Welt, die die Bibel zu einem Stück “Weltliteratur” macht, Jesus zu einem bloßen “Vorbild”. In einer Welt, die die berichteten Fakten in der Bibel zu “Bildern”, “Metaphern” und “Mythen” stempelt. In der die Bibel viel- leicht noch einen Platz im Regal hat, und im Religionsunterricht Harry Potter gelesen wird: da geht der Kampf wieder um die Wahrheit des Wortes Gottes.

    Ist es richtig, was uns dieses Wort sagt: Gibt es Gott wirklich und greift er in die Geschichte ein? Hat er wirklich die Welt erschaffen oder sind wir das Produkt von Energie, Materie, Zufall und Zeit? Ist Jesus der einzige Weg zum Heil? Gehen alle verloren, die ihn ablehnen und sein Opfer auf Golgatha am Kreuz verachten? Hat die liberale Theologie recht, die dem Zeitgeist folgend alle wesentlichen Glaubenssätze verlassen, die Autorität der Bibel

    Liebe Gemeinde

  • verworfen und “das Christentum” zu einer Moral-Philosophie für ein schöneres Diesseits umgedeutet hat? Wieso reden dagegen die, die die Bibel ernst nehmen, auch im 21. Jh. immer noch von Sünde und Erlösung, von Erettung und ewigem Leben, von Buße, Bekehrung und Wiedergeburt im Heiligen Geist? Hört sich das alles nicht ziemlich schräg an in einer Welt, die mit sich selber genug beschäftigt ist oder sich fragt, ob Madonna oder Shakira oder sonstwer wieder einen Neuen hat?

    Um das herauszubekommen, gibt es einen guten Weg. Nein, keine Übungen der New-Age-Spiritualität, sondern lesen. Nimm und lies. Nimm Dir die Bibel und lies. Beginne mit dem Neuen Testament und frage nach Gottes Wahrheit. Am besten betest Du vorher. Und dann beginnst du zu lesen, jeden Tag einen Abschnitt, Unterstreiche, was dir wichtig ist. Mache Fragezeichen, wo du was nicht verstehst. Frage nach. Aber lies. Bleibe hartnäckig, laß Dich nicht entmutigen, du hast es hier oft mit Vollwertkost zu tun, die Bibel ist kein Fast Food. Wenn Du wirklich nach Gott und der Wahrheit suchst, wirst du sie hier finden. Das haben unzählige Menschen erlebt. Wievielen Menschen hat das lebendige Wort Gottes das Leben grundlegend verändert.

    Ich bin einer von ihnen. Als ich im Alter von 14 begann, darin zu lesen, ließ es mich nicht mehr los. Ich hatte mit “Kirche” nichts am Hut, aber ich spürte: was mir hier begegnet, ist die Wahrheit. Unendlich viel höher als alle menschliche Vernunft oder Philosophie. Ich hatte damals nur einen Bruchteil verstanden, aber ich habe verstanden: Ich muß Jesus finden und ihn in mein Leben bekommen. Denn es geht immer nur um Jesus allein. Auch in unserer Kirche. Martin Luther nannte das “solus Christus” (allein Christus).

    Wir sind Kirche unter Gottes Wort oder wir sind nicht Kirche. Wir sind Kirche auf Christus gegründet oder wird sind nicht Kirche. Wenn wir nur ein religiöser Verein zur Pflege kirchlicher Traditionen oder zum Hochhalten von Bildungs- und Erziehungidealen sind, voll durchtränkt mit der Weisheit dieser Welt, dann wird es wieder Zeit für eine neue Reformation, zurück zu den Ursprüngen, zurück zu Christus.

    Es grüßen euch aus dem Pastorat in Enge Pastor Thomas Reimers Pastorin Anja Nickelsen-Reimers

    P.S.: Wenn Du beginnst die Bibel zu lesen, dann paß auf, daß Dir keine Fälschung untergejubelt wird. Auch das gibt es nämlich leider: “Übersetzungen”, die den ursprünglichen Text an wichtigen Stellen bewußt manipulieren, um “eigene Erkenntnisse” hinzuzufü- gen.

    Es muß nicht der alte Luthertext sein, aber es kann nur drin- gend gewarnt werden vor der sogenannten “Bibel in gerechter Sprache”, der “Volxbibel” oder der Neuen-Welt-Übersetzung der Zeugen Jehovas. Bei Fragen diesbezüglich kannst Du Dich auch gerne an uns wenden.

    "Wer in der Bibel zu lesen beginnt, der stellt die üblichen Fragen: ungeduldige,

    unverständige, hochmütige Fragen. Alle diese Fragen bleiben ohne Antwort.

    Wer trotzdem weiterliest, dem beginnt die Bibel ihre Fragen zu stellen. Wer ihnen nicht ausweicht, findet das Tor zum Leben."

    (Horst Bannach)

  • Aus dem Gemeindeleben

    650 Jahre Kirchspiel Enge Viele Menschen von nah und fern waren erschienen,

    um an der Jubiläumswoche der Enger Kirchengemeinde teilzunehmen. Im Eröffnungs-Festvortrag in der Enger Kirche erinnerte Albert Panten noch einmal in lebendiger Weise (kleinere ironische Seitenbemerkungen inbegriffen) an das kirchliche Leben im Lauf der Jahrhunderte. Grußworte und Gratulationen folgten. Die extra zum Jubiläum erstellte Festschrift ging weg “wie warme Semmeln”, so daß in den Folgetagen neue Exemplare gedruckt werden mußten.

    Der Chor tat ein Übriges zum Gelingen dieses Abends. Vielen Dank noch einmal von dieser Stelle aus!

    Nach der gelungenen Eröffnung kamen Interessierte in der Woche selbst dann zu verschie- denen Anlässen zusammen, etwa zum biblischen

    Kochen (und Essen), zum Baumpflanzen, zu einer Kirchen- und Orgelführung. Die Festwoche endete am Sonntag. Nach einem Gottesdienst in der vollbesetzten Enger

    Kirche blieben noch viele bei wunderschönem Wetter auf dem Kirchplatz, um bei Kaffee und Kuchen dem Posaunenchor zu lauschen, noch einmal

    den alten - nun restaurierten - Diavortrag von Pastor Schneider zu erleben, oder Julia und Thomas Rossow auf Saxophon und Keyboard zu hören oder an der

  • Verlosung teilzuneh- men. Am Ende waren sich alle einig: Die Vorberei- tung des Festes war anstren- gend, aber das Ergebnis hat alle Mühe gelohnt.

  • Einschulungs- und Familiengottesdienst in Enge

    Ein großer Tag für die kleinen Enger Kinder: die Einschulung. Da ist es gut, wenn man eine große Schultüte mit Überraschungen bekommt. Noch besser ist es, wenn man weiß, daß Gott immer da ist, gerade auch, wenn man vielleicht ein wenig ängstlich ist. Auf dem Foto sehen wir einige von den neuen Erstklässlern vor dem Altar der Enger Kirche.

    Ende Oktober wurde dann zum Familiengottesdienst eingeladen (Foto: Rieke läutet), diesmal mit dem leider immer aktuellen Thema: “Streiten und vertragen”. Da hat wohl jeder seine eigenen Erfahrungen. Im Gottesdienst ging es darum, wie man sich wieder vertragen kann und was eigentlich Jesus zu dem ganzen Thema sagt.

    Auf dem Foto sehen wir zwei Kinder, die sich gerade ziemlich gestritten haben. Schließlich gelingt es ihnen aber doch, über

    den eigenen Schatten zu springen, eine “Brücke” zueinander zu bauen und einen neuen Anfang ihrer Freundschaft zu machen.

    Posaunenchor auf dem Kirchentag in Bremen Viele Bläser waren auf dem Kirchentag in Bremen, unter ihnen auch die vom Enger Posaunenchor. Beim Abschluß- gottesdienst des Kirchentags spielten dann alle Chöre zusammen.

  • Aus den Kirchenvorständen Wiederwahl von Pastorin Anja Nickelsen-Reimers

    Am 9. Juli war es auch für Anja soweit. Nach 10 jähriger Amtszeit (durch Erziehungsurlaub etwas später als bei Thomas) stand der Rückblick auf die bisherige Amtszeit an, verbunden mit der Entscheidung über eine weitere Zusammenarbeit.

    Dazu versammelten sich beide Kirchenvorstände unter der Leitung des neuen Propsten Dr. Kay-Ulrich Bronk im Gemeindehaus in Enge. Es kam zu einem ausführlichen Austausch über die geleistete Arbeit.

    Am Ende folgte die einstimmige Entscheidung, die Zusammenarbeit “sehr gerne” weiterführen zu wollen.

    Ein Gemeinde