Beiträge zur Kenntnis der Bestanteile von Taxus Baccatal (Eibe).pdf

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BEITRGE ZUR KENNTNISDER BESTANDTEILE VON

|8ig

TAXUS BACCATA L(EIBE)INSBESONDERE

!|I8

BER DAS

TAXIN

|[VON DER

j!

EIDGENSSISCHEN TECHNISCHEN HOCHSCHULE IN ZRICHZUR ERLANGUNG DER

|

;:;

WRDE EINES

DOKTORS DER TECHNISCHEN WISSENSCHAFTENGENEHMIGTE

|;

U

PROMOTIONSARBEITVORGELEGT VON

jj

jj()

DEMOSTHENES JATRIDESDIPL. TECHN. CHEMIKER

AUS LARISSA

(GRIECHENLAND)

)( jM

REFERENT:

HERR

PROP. DR. E. WINTERSTEIN

: :

::

KORREFERENT:

HERR PROF. DR. H. STAUDINGER

tf

-oiaNr. 276

: :

::

0

ZRICH

1921v.

BUCHDRUCKEREI C.

OSTHEIM

| j I!:

DUFOURSTRASSE 56

A

Leer

-

Vide

-

Empty

Meinen lieben Elternin Dankbarkeit

Vorliegendesemester

Arbeit wurde in der Zeit bis

vom

Winter im

1919/20

Sommersemesterder

1921

agrikulturchemischenEs sei mir

Laboratorium

Eidgenssi

schen Technischen Hochschule

ausgefhrt.

gestattet, meinem hochverehrten Lehrer,Herrn

Prof. Dr. E. Wintersteinfr das rege Interesse und die wertvolle bei meinen

Untersttzungdieser

Untersuchungen

auch

an

Stelle

meinen herzlichsten Dank

auszusprechen.

Durchfhrung vorliegender Arbeit wre liebenswrdigen Beistand1 der Forst beamten unseres Landes mglich gewesen, da wir fr die Herstellung des Taxins, dessen Untersuchung den Hauptgegenstand dieser Arbeit bildet, sehr grosse Mengen Nadeln der Eibe (Taxus baccata)Die

nicht ohne den

bedurften.Es seiunseren uns

daher

besten Dank fr das freundliche

gestattet, folgenden Herren Entgegenwhrend der Dauervon ca.

kommen,Die

dessen wirzu

uns

drei Semestern

erfreuengrosser

hatten, auszusprechen.

Lieferung:

haben wir insbesonderedanken Herrn C. C.

Mengen Eibenzweige folgenden Herren zu ver

Tuchschmid, Stadt-Forstmeister Zrich. Cadotsch, OberfrsterGrenchen. der

Th. Weber, Oberforstmeister des Kt. Zrich.

Forstverwaltung

O.M.

Siebenmann, Kreisoberfrster Solothurn. Egert, Kreisoberfrster Balsthal, Solothurn.de

L.

Torrent, Forstmeister der BrgergeWnterthur.

meinde Solothurn. D.

Arnold, Stadtforstmeister,

F. Delacoste, Inspecteur forestier Monthey. H. Fleisch, Kreisforstmeister Zrich.H.

Eiselin, Ispettorezona.

Forestale in

Capo,

Bellin-

Schlatter, Forstinspektor, Aigle, Kt. Waadt.

6

Inhalts-VerzeichnisSEite

Ueber die Verbreitung der EibeGeschichtliche Angaben ber die Giftwirkung der Eibe..

78

Vergiftungen VergiftungenB.

von

Tieren

durch

Eibennadeln Eibennadeln

13 16

Ftterungsversuchevon

Menschen

durch

....

20 24

A. Ueber diequantitative Zusammensetzung der Elbenbltter

Literaturangaben ber das Taxindes

,2628

C. Darstellungdener

Taxinsdes

Quantitative BestimmungBltter

Taxingehaltes verschie32

Untersuchung der Eibenfrchte Untersuchung anderer TaxusartenD. UntersuchungI.

3435

des

Taxins...

3535 36

Physikalische und chemische Eigenschaften II. Fllungs- und Farbenreaktionen III. Optisches DrehungsvermgenIV. Elementarzusammensetzung

3737 38 38 39 39 39 43

V. MolekulargewichtsbestimimungVI. Untersuchung einiger Salze des Taxins E. Spaltungsversuche des Taxins I. Durch

Belichtung

II. Durch Suren III. Durch LaugeIV. Durch

direktes

Erhitzen

44 45 46

V. Reduktionsversuche VI. Acetylierung VII. VIII.

Reaktionen auf

die

Karbonylgruppe

48 48 49

Bestimmung der MethoxylgruppeMethylierung

IX. Bromierungsversuche X. Erschpfende XL Oxydationsversuche

5052 52 54

a) Mit Wasserstoffsuperoxyd b) Mit Salpetersure c) Mit Kaliumpermanganat F. Physiologische WirkungG. Zusammenfassung der gewonnenen Resultate....

5559

68

Ueber die Verbreitung der Eibe.Die Eibe oder

Ibe,

franz.zu

If, engl. Yew,

ist in

Europa undvon

Asien beheimatet.ber fnf Meter

Sie zhlt

den ltesten Bumen Deutschlands.

Es findet sich nmlich in Hennersdorf bei Grlitz eine Eibe und elf Meter

Hhe, Umfang vorsichtiger Berechnung mehr als 1400 Jahre betrgt. Die Unter suchung von Holzresten vorgeschichtlicher Fundstcke in Deutsch land, Dnemark, Schweden und Norwegen zeigte, dass sie aus Eibenholz bestanden, dass also der Baum schon in prhistorischen Zeiten in den genannten Lndern heimisch war. Das feste Holz der Eibe war besonders als Bogenholz geschtzt; das Zeichen y und yr im Runenalphabet bedeutet gleich zeitig Eibe und Bogen. Frher war die Eibe in ganz Europa sehr weit verbreitet. Zahlreiche Flurnamen, die im Deutschen mit ib, im Schwedischen mit id, im Polnischen mit eis zusammengesetzt sind, geben uns Kunde vort der ehemaligen Verbreitung dieses Baumes. Seit langer Zeit ist die frher hufig in Europa vorkommende Eibe im Verschwinden begriffen. Ein Eibenwald befindet sich nur in Oberbayern bei Paterzell, der mehr als 2600 Stmme umfasst. Nach Sc h i r a r *) tritt die Eibe in Deutschland nur als Zier- oder Parkbaum auf. In der Schweiz ist sie in manchen Gegenden sehr doch existiert eine Gefahr des Aussterbens nicht und wird hufig,'

deren Alter nach

auch nicht nach P. kleinen Werke Vo

Vogler2)g1e r'

sobald eintreten.

Ich entnehme dem

s

die

Eibe Areal

in

der

Schweiz.

Dasam

beginnt St. Gallen und Appenzell,

der

Eibe

Angaben ber die Verbreitung der ausgedehnste zusammenhngende nrdlichen Abhang der Kantoneeinerseits ber die

wo

sie besonders reichlich entwickelt ist. zerstreut

Von da zieht sie sich

mehr

Berge

des

Toggenburgs*) Schi2) P. Vo

und des Tsstales bis gegen Winterthur undPharmac. Zeitschr. 86 (1898).

Rap-

rar,

g 1 e r, Die Eibe

(Taxus baccata)

in der

Schweiz,

p, 5

(1905).

8

perswil, andererseits das Rheintal hinauf bis ber Ilanz hinaus, mit Abzweigungen an den Wallensee ins Prttigau, Schanfigg und Hin Weitere Zentren des Alpenabhanges finden wir am terrheintal. Vierwaldstttersee, Thunersee und Rhonetal von Martigny bis zum Genfersee. Im Mittelland geht ein kontinuierlicher Zug lngs dem ganzen Abfall gegen d^s Mittelland; da und dort die inneren Ketten berhrend. Das Mittelland ist arm an Eiben. Einzig die Albiskette bei Zrich bildet ein eigenes, etwas grsseres Zentrum; zwei kleinere finden wir noch im Thurgau: Immenberg und Nord abhang des Seerckens. Im transalpinen Gebiet ist die Eibe zerstreut ber die Tessiner-Alpen; reichlich vertreten im Sottocenere. Die Eibe war frher in der Schweiz hufiger gewesen; aber die Verwendung des Baumes als Nutzholz einerseits und die Ausrottung wegen ihrer Gefhrlichkeit fr Weide- und Zugtiere anderer seits haben zu ihrem allmhlichen Verschwinden beigetragen. DerBaum hat aber trotzdem sein Gebiet im grossen und ganzenten knnen.

behaup

Geschichtliche

Angabenden

ber die

Giftwirkungist schonseit

der Eibe.*)Dass die

Eibe unter

Giftpflanzen zhlt,

lngerer Zeit bekannt. Galen, der bekannte Arzt des Altertums, nennt sie,S m i 1 ax. Theophrast3), im vierten Jahrhundert vor Christi Geburt der die Eibe M y 1 o s nennt, berichtet, dass der Genuss der Eibenfrchte unschdlich sei, whrend die Bltter nicht den Wiederkuern, wohl aber Pferden und Eseln den Tod brchten. Nikandros4) nennt den Baum S m i 1 o s (a/x'do) behauptet, dass dessen Saft unbedingt tdlich wirke und empfiehlt als Gegengift einen Becher unvermischDer Knig der Eburonen soll sich nach Angaben von ten Weins. JuliusCsar6) mit Taxus vergiftet haben. Ja sogar der Geruch3) Theophrast's Naturgeschichte der Gewchse, bersetztK. Sprengel, 1, 103 (1882).von

*) Alexipharmaka, Leipzig, Vers 611 u. f., 310 (1856). 5) De bello Qallico, 6, 31. *) Diese kurze Literatuxzusammenfassung entnehme ich der trefflichen Zusammenstellung von P. Ehrenberg und Q. v. Romberg die Land Im brigen verweise ich auf wirtschaftlichen Versuchs-Stationen (1913).die 50 Seiten lange Abhandlung.

9

wird

fr Lucrez von Papinius gefhrlich gehalten. Statius6) frchtet den Taxus seines Saftes halber, Vergil7) schreibt die Vergiftung des Honigs den Bienen zu, die den Taxus besuchen, trotzdem nach Angaben Columella's8) die Eibe von den Bienen verschmht wird. O v i d 9) will, dass der Weg zu der Unterwelt durch von Eiben vergifteten Nebeln fhre, bei Sex-

tius10) leuchtet eine Furie mit brennenden Eibenzweigen dien Schatten auf ihrem Weg zu der Unterwelt, bei Plinius dem A elter en endlich wird angegeben, dass nicht nur die Beeren, sondern auch die aus Eibenholz angefertigten Gefsse, die zum auf bewahren von Wein dienen, ihren Inhalt zu einem tdlichen Gift Andere aberglubische Angaben finden wir bei verwandeln. S e x t i u s n) wieder, der berichtet, dass der in Arkadien wachsende Baum S m i 1 a x (a/ulka) so giftige Eigenschaften! besitze, dass unter ihm schlafende Menschen unbedingt sterben mssten, dass jedoch die giftigen Eigenschaften verschwnden, sobald in den Eibenstammeinta

Kupfernagel eingeschlagen r c h12), der noch hinzufgt,

wird.

Dasselbe wiederholt P1

u