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  • Beitrge zum Raps- und Weizenanbau Mitteilungen der Landesforschungsanstalt fr Landwirtschaft und Fischerei

    Heft 53

  • Impressum Herausgeber: Landesforschungsanstalt fr Landwirtschaft und Fischerei Dorfplatz 1/OT Glzow 18276 Glzow-Przen Telefon: (03843) 789-0 Fax (03843) 789 111 Internet: http://www.lfamv.de E-Mail: poststelle@lfa.mvnet.de. Redaktionskollegium: Dr. P. Sanftleben, Dr. H. Heilmann, Dr. K.-U. Katroschan,

    C. Khn Die Verantwortung fr die Beitrge liegt bei den Autoren.

    Titelfoto: Institut fr Pflanzenproduktion und Betriebswirtschaft Herstellung: Landesamt fr Innere Verwaltung MV, Schwerin Glzow im Februar 2014

    ISSN 1618-7938

    Diese Druckschrift wird im Rahmen der ffentlichkeitsarbeit der Landesforschungsan-stalt fr Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern unentgeltlich abgege-ben. Sie ist nicht zum gewerblichen Vertrieb bestimmt. Sie darf weder von Parteien noch von Wahlwerberinnen/Wahlwerbern oder Wahlhelferinnen/Wahlhelfern whrend eines Wahlkampfes zum Zweck der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt fr Bun-destags-, Landtags- und Kommunalwahlen sowie fr Wahlen zum Europischen Parla-ment. Missbruchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen und an Informationsstnden der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben par-teipolitischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist gleichfalls die Weitergabe an Dritte zum Zwecke der Wahlwerbung. Unabhngig davon, wann, auf welchem Weg und in welcher Anzahl diese Schrift der Empfngerin/dem Empfnger zugegangen ist, darf sie auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl nicht in einer Weise verwendet werden, die als Parteinahme der Landesregierung zugunsten einzelner poli-tischer Gruppen verstanden werden knnte.

    Die Mitteilungen der Landesforschungsanstalt fr Landwirtschaft und Fischerei sind auch ber die Internetseiten http://www.lfamv.de) abrufbar.

  • III

    Inhaltsverzeichnis Stagniert der Zchtungsfortschritt beim Winterweizen? ........................................... 5

    Volker Michel

    Erfolgreich Winterweizen anbauen Stellschrauben in der Produktionstechnik ..................................................................................................... 10

    Eckhard Lehmann, Andrea Ziesemer

    Gestaltung des Anbauverfahrens von Hybrid-Wintergerste unter den natrlichen Bedingungen in MV ................................................................................. 29

    Eckhard Lehmann, Birgit Burmann

    Der Einfluss des Saattermins auf die Ertragsbildung von Winterraps Ergebnisse aus Versuchen und Praxis ..................................................................... 39

    Ralf-Rainer Schulz, Andrea Ziesemer

    Stickstoffdngung von Raps nach N-Herbstaufnahme (Biomassemodell) ............ 47Ralf-Rainer Schulz

    Ergebnisse von Blattdngungsversuchen in Winterraps ........................................ 54Ralf-Rainer Schulz

    Auswirkungen von Ernteverzgerungen auf den Ertrag und die Qualitt von Winterraps .................................................................................................................... 58

    Ralf-Rainer Schulz

    Ergebnisse aus einem langjhrig stationren Versuch zur Dngung mit Phosphor und Kali am Standort Glzow ................................................................... 65

    Eckhard Lehmann; Petra Karsunke

    Ertrags- und Qualittswirkung der N-Dngung in Abhngigkeit vom Grunddngungssystem .............................................................................................. 76

    Eckhard Lehmann

    Ackerbauliche und betriebswirtschaftliche Untersuchungen differenzierter Bodenbearbeitung unter Praxisbedingungen ........................................................... 88

    Eckhard Lehmann, Klaus Parr

    Bodenbearbeitungsversuch mit verschiedenen Fruchtarten auf Sand .................. 96Ralf-Rainer Schulz

    Durchwuchsvermeidung und richtige Sortenwahl garantieren Qualitt von HOLLi-Raps ................................................................................................................ 103

    Ralf-Rainer Schulz, Andrea Richter

    Bewertung einer Stickstoffdngung zu Winterraps im Herbst .............................. 110Ralf-Rainer Schulz, Andrea Ziesemer

  • 5

    Stagniert der Zchtungsfortschritt beim Winterweizen?

    Volker Michel

    Abstract: During the first years after 1990, wheat yield increased considerably in the region of Mecklenburg-Western Pomerania. However, since around the turn of the century, the yield level remained approximately constant varying around an ordinary level. Many involved persons la-ment a loss of breeding progress as major cause for yield stagnation. Data of long term variety trials were analysed to separate the special breeding effect from the sum of all other effects (environmental effects as well as effects of the intensity of production). The present investiga-tion shows a significant breeding progress during the whole period. Development of farm yields would be more disadvantageous without a continuously ongoing genetic improvement of wheat.

    Ertragsentwicklung und Zchtungsfortschritt Wird Zchtungsfortschritt hinterfragt, so reduziert sich die Diskussion sehr schnell zu einseitig auf die Durchschnittsertrge in der Praxis. Hierzu muss einiges vorweg geschickt werden:

    (I) Zchtung zielt auf den Gesamtkomplex der Wert bestimmenden Eigenschaften ab - also ne-ben dem Kornertrag auch auf Qualittseigenschaften, Resistenzen, Standfestigkeit, Winterfes-tigkeit, Reifestaffelung u.v.m. (natrlich mit differenzierter Gewichtung). Die massive Ausdeh-nung des Weizenanbaus setzte die Flankierung durch Sorten mit verbesserten ertragssichern-den Eigenschaften voraus. Je mehr Zuchtziele aber gleichzeitig beachtet werden mssen, des-to geringer fllt bei gleichem Zchtungsaufwand der Zchtungsfortschritt fr eines dieser Merk-male je Zeiteinheit aus. Dieser Zusammenhang ist in der Selektionsphase der Zchtung unauf-lsbar. Die hufige Aussage, dass z. B. Resistenzen o. . urschlich Ertrag kosten, ist daher so nicht allgemeingltig. Vielmehr gilt: wenn in der Selektion verstrkt auf Resistenz o. . geachtet werden muss, so kann dies nicht mit unverminderter Selektionsschrfe und damit Zuchtfort-schritt beim Ertrag einhergehen - wenn am Ende eine Sorte zur Zulassung brig bleiben soll.

    Trotz dieser Vorabdiskussion wird im Folgenden vorrangig die Ertragsentwicklung diskutiert!

    (II) Die Ertragsentwicklung in der Praxis basiert auf einem vielfltigen Wechselspiel von Um-welteffekten, Intensittsniveau u.v.m. Die Zchtung ist zwar einer der wesentlichen Faktoren, aber eben doch nur ein Faktor von vielen. Es ist nicht ohne weiteres mglich, aus Praxisertr-gen die Frage des reinen Zchtungsfortschrittes von der allgemeinen Ertragsentwicklung zu isolieren. Die nachfolgende Analyse versucht trotzdem, diese Frage zu beantworten: Gibt es - ungeachtet der scheinbar stagnierenden, von starken Schwankungen begleiteten Ertrge -Zchtungsfortschritt beim Ertrag oder stagniert auch der Zchtungsfortschritt?

    Die Auswertung bezieht allerdings zu diesem Zeitpunkt nur Ertragsdaten bis 2011 und Sorten-zulassungen bis 2010 ein!

    Abbildung 1 zeigt die Ertragsentwicklung von Winterweizen in Mecklenburg-Vorpommern seit 1991. Entsprechend dem hufig zu beobachtenden Ansatz, lineare oder quadratische Trend-funktionen durch solche Punktewolken zu legen, sind auch hier diese beiden Anstze enthalten und werden hinterfragt. Die Funktion fr den linearen Trend ist ausgewiesen. Der quadratische Trend suggeriert, dass das Ertragsmaximum bereits berschritten ist. Der Autor ist allerdings der Ansicht, dass in diese Kurzzeittrends zu viel Aussage hineingelegt wird. Die berschreitung eines Maximums ist hier in keiner Weise abzusichern. Insbesondere kommt es regelmig zu berinterpretationen, wenn ein Extremjahr Veranlassung gibt, Trendrechnungen zu aktualisie-ren (Ursache: bei einem linearen Trend haben das erste und das letzte Jahr den grten Ein-fluss auf den Anstieg). So fhrten Trendrechnungen nach den Ernten 1999 und 2001 zu vllig berzogenen Ertragsprognosen, whrend die Diskussion z. B. nach 2007 ebenso berzogen pessimistisch war.

    Mit Augenma lsst sich eigentlich nur feststellen: In der ersten Pentade der 90er Jahre gab es einen Ertragsanstieg unter den neuen Bedingungen auf das jetzige Niveau. Seit Mitte der 90er gibt es eine Seitwrtsbewegung im Wesentlichen auf gleichem Niveau - in Normaljahren zwi-schen 70 und 80 dt/ha im Landesdurchschnitt. In Vorzugsjahren knnen die 80 dt/ha geknackt

  • 6

    werden. Deutliche Unterschreitungen der 70 dt/ha sind ausnahmslos mit Witterungsunbilden zu erklren (Trockenheit, Auswinterungsjahre, Schlechtwetterperioden zur Ernte). Diese Nega-tivjahre erschweren einerseits die Herleitung eines Trends, andererseits ist in diesem Zeitab-schnitt nicht zu belegen, dass Witterungsextreme dieser Art klar zunehmen.

    Abbildung 1: Entwicklung der Praxisertrge von Winterweizen in Mecklenburg-

    Vorpommern (Quelle: BEE)

    An dieser Stelle muss aber noch einmal betont werden, dass diese Praxisertrge nicht mit der Entwicklung des Zchtungsfortschrittes zu verwechseln sind. Es stellt sich die Frage, welchen Anteil folgende Entwicklungen - unabhngig von der Zchtung - auf den durchschnittlichen Er-trag gehabt haben knnen:

    Intensittsrcknahme,

    Wirtschaftlichkeit,

    Sortenresistenzen (vgl. anfllige Sorten wie Ritmo und Contur zu aktuellen, deutlich re-sistenteren Sorten),

    Weizenausdehnung (seit 1991 fast Verdopplung!),

    Ausweitung auf Grenzstandorte,

    Fruchtfolgestellung (um 17 % Selbstfolge; zunehmend Weizen nach Mais),

    Erhhung des allgemeinen Befalls-Potenzials,

    Saatzeitspanne grer als pflanzenbaulich optimal,

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