Autorität und Akzeptanz - uni- ?· Autorität und Akzeptanz Das Reich im Europa des 13. Jahrhunderts…

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<ul><li><p>Autoritt und Akzeptanz</p><p>Das Reich im Europa des 13. Jahrhunderts</p><p>Herausgegeben von Hubertus Seibert,Werner Bomm und Verena Trck</p><p>Jan Thorbecke Verlag</p></li><li><p>Gedruckt mit Untersttzung der Marga und Kurt Mllgaard-Stiftung im Stifterverband fr die Deutsche Wissenschaft </p><p>Fr die Schwabenverlag AG ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Mastab ihres Handelns. Wir achten </p><p>daher auf den Einsatz umweltschonender Ressourcen und Materialien. Dieses Buch wurde auf </p><p>FSC-zertifiziertem Papier gedruckt. FSC (Forest Stewardship Council) ist eine nicht staatliche, </p><p>gemeinntzige Organisation, die sich fr eine kologische und sozial verantwortliche Nutzung </p><p>der Wlder unserer Erde einsetzt. </p><p>Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek </p><p>Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbiblio-</p><p>grafie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet ber http://dnb.d-nb.de abrufbar.</p><p>Alle Rechte vorbehalten </p><p> 2013 Jan Thorbecke Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern </p><p>www.thorbecke.de </p><p>Umschlaggestaltung: Finken &amp; Bumiller, Stuttgart </p><p>Umschlagabbildung: Eike von Repgow, Sachsenspiegel, Universittsbibliothek Heidelberg, </p><p>Cod. Pal. germ. 164, fol. 21r ( Universittsbibliothek Heidelberg) </p><p>Druck: Memminger MedienCentrum, Memmingen </p><p>Hergestellt in Deutschland </p><p>ISBN 978-3-7995-0516-1</p></li><li><p>Inhalt </p><p>Inhalt</p><p>Gert Melville Prolog . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .11</p><p>Jan Keupp Autoritt und Akzeptanz Fragestellungen und Zielsetzungen . . . . . . . . . . . . . . .17</p><p>Autoritt durch Gemeinschaft</p><p>Jrgen Dendorfer Autoritt auf Gegenseitigkeit Frstliche Partizipation im Reich des 13. Jahrhunderts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27</p><p>Robert Gramsch Autoritt im Netzwerk der Frsten. Friedrich II. und Heinrich (VII.) im Anerkennungswettstreit (12311235) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43</p><p>Jochen Johrendt Zwischen Autoritt und Gehorsam: Papst und Kardinalskolleg im 13. Jahrhundert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65</p><p>Gerold Bnnen Ratsherrschaft und Autoritt Zur Funktionsweise stdtischer Herrschaftspraxis im 13. Jahrhundert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91</p><p>Autoritt durch Verfahren</p><p>Hubertus Seibert Autorittswechsel: Wahlverfahren in Kirche und Reich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107</p><p>Karl-Heinz Spie Formalisierte Autoritt: Entwicklungen im Lehnsrecht des 13. Jahrhunderts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137</p></li><li><p>8 Inhalt </p><p>Thomas Wetzstein Die Autoritt des ordo iuris. Die Absetzung Friedrichs II. und das zeitgenssische Verfahrensrecht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149</p><p>Stefan Burkhardt Verhandelte Autoritt? Friedrich II. und die oberitalienischen Kommunen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 183</p><p>Autoritt durch Wissen</p><p>Martin Kintzinger Gelehrte Autoritt. Das spte Mittelalter und die Anfnge der europischen Wissensgesellschaft. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .203</p><p>Rainer Christoph Schwinges Gelehrte Bischfe im spten Mittelalter Neue Autoritten in der Reichskirche? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .223</p><p>Gerald Schwedler Ausgelschte Autoritt. Vergangenheitsleugnung und Bezugnahme Rudolfs von Habsburg zu Staufern, Gegenknigen und der salischen Niederlage am Welfesholz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .237</p><p>Gerd Althoff Ppstliche Autoritt im Hochmittelalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .253</p><p>Autoritt durch Inszenierung</p><p>Jrg Peltzer Bildgewordene Autoritt: Annherungen an einen Vergleich der Siegel der Reichsfrsten und der Earls im 13. und 14. Jahrhundert . . . . . . . . . .267</p><p>Eleni Tounta Autoritt im Kontakt der Kulturen. Die Darstellung von Majestt in Byzanz und Sizilien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .285</p><p>Peter Kurmann Steingewordene Autoritt. Herrschaft und Heilsvermittlung in der Gotik des 13. Jahrhunderts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .309</p></li><li><p> 9Inhalt</p><p>Giancarlo Andenna Autorit in discussione. Movimenti pauperistici soppressi nel XIII secolo. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .327</p><p>Bernd Schneidmller Das rmisch-deutsche Reich im Europa des 13. Jahrhunderts. Ein Schlusswort. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .343</p><p>Abbildungsnachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .353</p><p>Register. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .355</p></li><li><p>Jan Keupp</p><p>Autoritt und Akzeptanz Fragestellungen und Zielsetzungen</p><p>So weh dir, Welt, Du ble Welt. / Um dich ists wahrlich schlecht bestellt, / Du gibst uns allen Grund, uns zu beklagen, / Du lsst uns bluten gnadenlos, / Gott wei es lngst, mein Zorn ist gro, / Dein Anblick ist ja kaum noch zu ertragen das 13. Jahrhundert beginnt mit einem Lamento1. In den ersten Jahren des anbrechenden Skulums hat Wal-ther von der Vogelweide diese Verse geschmiedet. Zu wehklagen hatte der Snger vie-lerlei: Der Geiz triumphiere ber die Milde, Treue, Wahrheit und Recht seien geschwun-den. Welt, du stehst so schndlich da, / dass ich es nicht begreifen kann!2, so sthnte er, Die Sonne hat den Glanz verloren, / Unredlichkeit ihren Samen ausgestreut3. Gewalt regiere, Gerechtigkeit schwinde, und selbst die Geistlichkeit sei dem Betrug verfallen: Es tut mir wirklich herzlich leid, / bedenke ich denn, wie man lebte / in der Welt in alter Zeit!4 Der Papst selbst verkehre die rechte Lehre, die Richter das Recht, Besitz trium-phiere ber Glauben und Ehre, Adel und Weisheit seien entzweit. Wo das Ansehen des Reiches sinke, da steige der Stolz der Frsten; niemand sei mehr hochgemut, und einst-mals stolze Ritter trgen buerliche Kleider. Selbst das Gleichgewicht der Generationen sei aus den Fugen geraten. Einst da war die Welt so schn, / und nun vor Schmach kaum anzusehen, so seufzte der Spruchdichter5. Denken und Handeln der Herr-schenden habe sich verkehrt. Mit seiner hfischen Art sei der Dichter daher zum Toren geworden, zum ber flssigen Relikt lngst vergangener Zeiten: Mit den treuen alten Sitten / ist man in der Welt nun ganz verloren, so sein resignatives Fazit6.</p><p>Doch nicht nur Walther von der Vogelweide schlug elegische Tne an. Vielstimmig ist der Chor der Dichter und Snger, die im Verlauf des 13. Jahrhunderts ihr Klagelied ber die Schlechtigkeit der Zeiten ins Land hinaustrugen7. Die Welt insgesamt war nie krnker, als sie es in diesen Tagen ist, verkndete Reinmar von Zweter, und sie werde </p><p>1 Walther von der Vogelweide, Leich, Lieder, Sangsprche, hg. von Christoph Cormeau, Berlin 141996, 10, III, 16 (L 21, 10): S w dir, Welt, wie bel d stst! / waz dinge d alzan begst, / die von dir sint ze ldenne ungenme! / d bist vil nch gar ne scham. / got weiz wol, ich bin dir gram, / dn art ist elliu worden widerzme. (Nachdichtung der Gruppe Van Langen)</p><p>2 Ebd., 10, III, 1215: Welt, d stst s lasterlchen / daz ich ez niht betiuten mac. / triuwe und wrheit sint vil gar bescholten, / daz ist ouch aller ren slac.</p><p>3 Ebd., 10, IV, 7f. (L 21, 25): Diu sunne ht ir schn verkret / untriuwe ir smen z gerret.4 Ebd., 92, IV, 1ff. (L 120, 7): Ez tuot mir inneklchen w, / als ich gedenke, wes man phlac / in der werlte </p><p>wlent .5 Ebd., 10, IX, 7f. (L 23, 26): Hie vor d was diu welt so schne, / n ist si worden als hne.6 Ebd., 60, II, 5f. (L 90, 23): Mit den getriuwen alten siten / ist man n ze der welte versniten.7 Vgl. zur Zeitklage in der volkssprachlichen Literatur: Rudolf Koch, Klagen mittelalterlicher Di-</p><p>daktiker ber die Zeit, Gttingen 1931; Martin Behrendt, Zeitklage und laudatio temporis actiin der mittelhochdeutschen Lyrik (Germanische Studien 166), Berlin 1935; Ulrich Mller, Un-tersuchungen zur politischen Lyrik des deutschen Mittelalters (Gppinger Arbeiten zur Ger-manistik 55/56), Gppingen 1974; Hansjrgen Linke, Der Dichter und die gute alte Zeit. Der Stricker ber die Schwierigkeiten des Dichtens im 13. Jahrhunderts, in: Euphorion 71, 1977, S. 98105.</p></li><li><p>18 Jan Keupp</p><p>schlechter von Tag zu Tag, ergnzte Friedrich von Sonnenburg8. Ihr einstmals strahlen-des Licht sei nahezu verloschen, meinte Heinrich von Meien, genannt Frauenlob9. Der Marner gar verstieg sich zu dem wenig frommen Wunsch: Gott steh mir bei, dass meine Kindern mgen alt nicht werden, / da es doch heute steht so jmmerlich auf Erden10. Wieder wird dieses Wehklagen durch ein weites Spektrum vermeintlicher Missstnde begrndet: Rauben, Brennen, arglistige Ratschlge, das sei nun die bevor-zugte Sitte. Das einstmals glatte Recht sei im Streit aufgeweicht, die Priesterschaft habe die Stola mit dem Schwert vertauscht. Gold statt Glauben schlielich regiere die Welt: Was zgerst Du noch Antichrist, / wo nun die Welt geldgeil geworden ist?, fragte in escha tologischer bersteigerung der Dichter Reinmar von Zweter11.</p><p>Den Versen der mittelhochdeutschen Dichter lieen sich mhelos vergleichbare uerungen der zeitgenssischen Historiographie zur Seite stellen, die den Verfall des Kaisertums, ja des deutschen Ansehens insgesamt betrauerten12. Vom Standpunkt des modernen Medivisten aus lassen sich diese Zeitklagen mhelos als literarische Topoi entlarven und als traditionsgebundener Reflex eines gattungstypischen Motivs beiseite legen. Was tut die Welt gemeiniglich? Sie altert und verschlimmert sich!, so heit es lapidar im Werk des Spruchdichters Freidank13. Dass die Welt schlecht und die Jugend verdorben sei, derartige Stze kann man zu allen Zeiten vernehmen, sie stellen gera-dezu eine Konstante nicht nur mittelalterlicher Historiographie dar14. Dennoch verstellt ein solches Verdikt die Sicht auf die Hintergrnde des scheinbar zeitlosen Seufzens. Die Stimmen der Vergangenheit ernst zu nehmen bedeutet hingegen, sie an die grundle-genden Entwicklungslinien einer Epoche rckzubinden und auf ihre Wirkung im kon-kreten Handeln von Gruppen und Personen zu berprfen. Gesucht wird in den Ein-zelbeitrgen dieses Bandes daher in der Tradition der Forschungen Stefan Weinfurters der Brckenschlag zwischen gelebter und gedachter Ordnung. </p><p>8 Die Gedichte Reinmars von Zweter, hg. von Gustav Roethe, Leipzig 1887, S. 190, 8f.: diu werlt wart nie gemeiner crankeit vester, denne si ist b disen zten; Die Sprche Friedrichs von Sonnenburg, hg. von Achim Masser (Altdeutsche Textbibliothek 86), Tbingen 1979, S. 16: Diu welt, diu bset n von tage ze tage diz sih ich wol, (...) Diu werlt hat sich gekrenket sere nu bi minen tagen, / die werlt diu wirt noch boeser vil, hoere ich die wisen liute sagen.</p><p>9 Frauenlob, Leichs, Sangsprche, Lieder, hg. von Karl Stackmann/Karl Bertau, 2 Bde. (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Gttingen, philologischhistorische Klasse, 3. Folge, 119/120), Gttingen 1981, VII, 29 (Ett. 250): der werlte licht ist worden blint, daz mit glaste luchte.</p><p>10 Der Marner. Lieder und Sangsprche aus dem 13. Jahrhundert und ihr Weiterleben im MeisterDer Marner. Lieder und Sangsprche aus dem 13. Jahrhundert und ihr Weiterleben im Meister-sang, hg. von Eva Willms, Berlin/New York 2008, Ton 4, 2, S. 152: Got helfe mir, daz min kinder niemer werden alt, / sit daz es in der werlte ist so jmerlich gestalt.</p><p>11 Die Gedichte Reinmars von Zweter (wie Anm. 8) 134, 1: Wes smest dich, Endecrist, daz d niht kumst, st al diu werlt so gar schazgtec ist.</p><p>12 So etwa zur Schlacht von Bouvines das Chronicon Montis Sereni, hg. von Ernst Ehrenfeuchter, in: MGH SS 23, Hannover 1874, S. 130226, S. 186: Ex quo tempore nomen Teutonicorum satis constat apud Gallicos viluisse. Bekannt ist gleichfalls das Erschrecken des Alexander von Roes ber die Tilgung des Kaisernamens aus dem Frbittentext des kurialen Missale, vgl. Alexander von Roes, Memoriale de prerogativa Romani imperii, hg. von Herbert Grundmann/Hermann Heimpel (MGH Staatsschriften des spteren Mittelalters 1, 1), Hannover 1958, S. 93: Quo viso, ve-hementer obstupui.</p><p>13 bers. nach Karl Simrock, Freidanks Bescheidenheit. Ein Laienbrevier, Stuttgart 1867, S. 37.14 Eine diachrone Auswahl vergleichbarer uerungen bei Thesaurus proverbiorum medii aevi. </p><p>Lexikon der Sprichwrter des romanischgermanischen Mittelalters, Bd. 13: Weinlese zwlf, hg. vom Kuratorium Singer der Schweizerischen Akademie der Geistes und Sozialwissenschaften, Berlin/New York 2002, S. 42ff.</p></li><li><p>19Autoritt und Akzeptanz</p><p>Das Wehgeschrei der Dichter soll daher nicht ungehrt verhallen. In Walther von der Vogelweide soll freilich keineswegs erneut der Snger des Reiches beschworen werden, der mit prophetischer Weitsicht und nationalem Pathos den Zerfall einer Zen-tralmacht und ein Abgleiten des Reiches in den vermeintlich unseligen Partikularis-mus beklagte15. Bekr dich, bekre! Wer in der Vergangenheit die alte Meistererzhlung vom Verfall deutscher Kaiserherrlichkeit weiterspinnen wollte, der fhrte wie selbst-verstndlich den mahnenden Ruf des Minnesngers im Munde16. Begreift man indes die Zeitklagen nicht als politische Wegweiser fr die Gegenwart, sondern analysiert sie als zeitgebundene Symptome ihrer Epoche, so erffnen sich vernderte, differen-ziertere Deutungsperspektiven. In dieser Lesart sind die Stimmen der Snger nicht Anzeiger fortschreitender Dekadenz, sondern in erster Linie Indikatoren einer epo-chal wirksamen Dynamik. </p><p>Was auf den ersten Blick als larmoyantes Skulum erscheint, prsentiert sich bei nherem Hinsehen als Zeitalter des rasanten Wandels. Wo das Dahinschwinden be-whrter Normen beschworen wurde, zeigt sich der Aufstieg alternativer Ordnungskon-figurationen. Nahezu jedem der Klageworte lsst sich bei nherem Hinsehen eine alter-native, ins Dynamische gehende Deutung abringen. Die schatzgitigkeit der Welt kann auf eine Beschleunigung von Geld und Warenstrmen bezogen werden, das Schwin-den des guten alten Rechts auf eine gelehrte Rationalisierung von Norm und Verfahren. Freidanks Beschwerde, die Frsten wrden nunmehr selbst fr Sonne, Wind und Re-gen Zins verlangen, liee sich als Beleg fr territorialpolitische Verdichtungsprozesse anfhren17. Und was Dichter schlielich als Lge, Betrug und Intrige bezeichneten, wre gem Norbert Elias gar als Ausweis fortschreitender Zivilisation und Affektkon-trolle zu verstehen18. Die Zeitklagen des 13. Jahrhunderts werden unter verndertem Blickwinkel als Bestandteil kontrovers gefhrter Legitimittsdiskurse erkennbar, hin-ter deren Fassade sich eine tiefgreifende Transformation des sozialen und politischen Ordnungsgefges erahnen lsst. </p><p>15 Vgl. Roland Richter, Wie Walther von der Vogelweide ein Snger des Reiches wurde. Eine sozial und wissenschaftsgeschichtliche Untersuchung zur Rezeption seiner Reichsidee im 19. und 20. Jahrhundert (Gppinger Arbeiten zur Germanistik...</p></li></ul>

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