Auf einen Blick - Landesinstitut für Schule Bremen ?· Auf einen Blick – Fragen zur Einschätzung…

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Auf einen Blick Fragen zur Einschtzung des sprachlichen Ist-Stands

Weltwissen erweitern aktiven und passiven Wortschatz frdernKennt das Kind den Unterschied zwischen Haus-Htte-Burg, Apfelsine-Clementine, Meer-See-Fluss?Wei das Kind, wofr unterschiedliche Alltagsgegenstnde verwendet werden?

Mgliche Frderziele: Die Kinder lernen, ihre konkreten Erfahrungen in Worten auszudrcken. Die Kinder erwerben differenzierte innere Bilder und die entsprechenden Benennungen (Hauptwrter, Ttigkeitswrter, Eigenschaftswrter, Farbwrter, Zahlwrter, )

Sprache kommunikativ und zielgerichtet einsetzenIst das Kind in der Lage, andere Kinder zu seiner Geburtstagsfeier einzuladen und ihnen seine Geschenkwnsche mitzuteilen?

Mgliche Frderziele: Die Kinder nutzen Sprache, um den Kontakt zu anderen Menschen herzustellen, aufrecht zu erhalten oder auch zu beenden. Die Kinder nehmen sprachlich Einfluss auf andere. Die Kinder nutzen Sprache zum Wissenserwerb und zur Informationsbermittlung.

Grammatikalische Formen kennen lernen und gebrauchen lernenWie macht das Kind deutlich, dass der Besuch von Oma aktuell ist, letzte Woche stattfand oder erst bermorgen sein wird?Kann das Kind gezielt Fragen stellen und eindeutig beantworten?

Mgliche Frderziele: Die Kinder verwenden verschiedene Zeitformen (Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft, z.B.: ich bin ich war ich werde sein, ich fahre ich bin gefahren/ich fuhr ich werde fahren, ) Die Kinder bilden Aussagestze, Fragestze, Befehlsstze, einfache Hauptsatz-Nebensatz- Konstruktionen. Die Kinder gebrauchen die bestimmten Artikel (der, die, das), Fragewrter (wer, wo, wie, was, warum, wann, womit, ) und Prpositionen (auf, unter, neben, zwischen, in, vor, hinter, ).

Auf einen Blick Fragen zur Einschtzung des sprachlichen Ist-Stands

Zweitspracherwerb Bezge zur Erstsprache herstellenIst das Kind in der Lage, deutschen Gesprchen zu folgen, sich gegebenenfalls selber einzubringen? Verfgt das Kind ber einen ausreichenden deutschen Wortschatz, um eigene Mitteilungsinhalte und Mitteilungsabsichten sprachlich darzustellen?

Mgliche Frderziele: Die erstsprachlichen Kompetenzen des Kindes treffen auf Wertschtzung und werden aufgegriffen (z.B.: Du lernst Wrter in unserer Sprache und wir lernen Wrter in deiner Sprache.) Das Kind zeigt Interesse an der deutschen Sprache. Das Kind beteiligt sich sprachlich aktiv an den Spiel- und Lernangeboten.

Phonologisches Bewusstsein ausbildenKann das Kind einzelne Wrter (Schlsselwrter) aus einer Geschichte oder einem Lied heraushren?Kann das Kind seinen Vor- und Zunamen in Silben zerlegen?Kann das Kind Reimwrter finden bzw. Erkennen?

Mgliche Frderziele:Das Kind erlebt, dass sich unsere gesprochene Sprache aus einzelnen Wrtern zusammensetzt; dass sich Wrter aus einzelnen Silben zusammensetzen; dass Silben sich aus einzelnen Lauten zusammensetzen.

Prliterale Erfahrungen stiftenZeigt das Kind Interesse an Buchstaben, Zeichen und/oder Symbolen?Tut das Kind so, als ob es schreibt?Hat das Kind Interesse an Geschichten und Bchern?

Mgliche Frdeziele: Die Kinder werden an gebundene Textsorten (wie: Reime, Sprche, Lieder, Gedichte, Geschichten hren und erzhlen) herangefhrt. Die Kinder setzen sich mit den Vorluferkompetenzen des Lesens und Schreibens auseinander (wie: Zeichen und Symbole im Umfeld suchen und deuten, eine eigene Schrift entwickeln, den eigenen Namen schreiben, )

Altersadquate Sprache der vier-, fnf- und sechsjhrigen Kinder Die nachfolgenden Angaben beziehen sich auf die erstsprachlichen Kompetenzen der Kinder und machen gleichzeitig deutlich, welche sprachlichen Kompetenzen von Erstklsslern erwnscht oder sogar erwartet werden.

Das vierjhrige Kind kann auch schwierige Laute wie R richtig bilden, sagt seinen vollstndigen Namen, versteht Adjektive besser (schn, hsslich, gut, bse, ), erzhlt kurze Geschichten, fragt nach dem Warum, Wieso, Weshalb, kann ein aktuelles Ereignis nachvollziehbar berichten, beherrscht die Mehrzahlbildung und Wortbeugung im Groben, bildet einfache Stze syntaktisch (Satzbau) korrekt, kann eine Vergangenheitsform korrekt einsetzen, verbindet gelegentlich Haupt- und Nebenstze, kann in einem Bilderbuch Zusammenhnge erkennen und beschreiben, verwendet Steigerungsformen (grer am grten), beginnt seine uerungen den Situationen anzupassen.

Das fnfjhrige Kind kann seine Gefhle sprachlich ausdrcken, antwortet in vollstndigen Stzen, kann mit anderen Gedanken austauschen, fragt nach der Bedeutung von unbekannten Wrtern, spricht alle Laute und Lautverbindungen klar und deutlich, kann regelmige grammatikalische Endungen und Wortbeugungen korrekt bilden, kann Verse auswendig lernen, kann kurze Nachrichten (Telefon) weitergeben, bindet Orts- und Zeitangaben syntaktisch (Satzbau) korrekt in den Satz ein,

kann nahvollziehbar vom Wochenende oder vom Urlaub erzhlen, kann seinen Vor- und Zunamen in Silben zerlegen, kann lange von kurzen Wrtern unterscheiden, interessiert sich fr fremde Sprachen, spielt mit Sprache (Quatschwrter und Geheimsprachen erfinden, verkehrte Welt, Rtsel, Witze, Gerusche produzieren, ), versteht mehrteilige Anweisungen situationsunabhngig und ohne Hilfe.

Das sechsjhrige Kind kann Unter- und Oberbegriffe differenzieren (Banane Obst), spricht mit grammatikalisch korrekten Wortendungen und -beugungen (z.B.: springen sprang, Kuh Khe und nicht Kuhe), verwendet die passenden Artikel, kann unterscheiden, ob Wortpaare sich reimen oder nicht reimen, reimt selber, kann lange und auch zusammengesetzte Wrter in Silben zerlegen (Kar-tof-fel-sa-lat, Ge-burts-tags-ge-schenk), kann Vokale als Anfangslaute eines Wortes erkennen (A/ffe, O/ma, E/sel), schreibt Buchstaben, Wrter, Namen ab, besitzt einen umfassenden Wortschatz, mit dem es seine Gefhle, Gedanken, Wnsche, Erfahrungen, Beobachtungen und Fragen differenziert und eindeutig mitteilen kann.

Sprachfrdergruppen (Tutoring) die Spracherzieher/in vertieft und frdert den Umgang mit sprachlichen Formen

Sprachfrdergruppen (Tutoring) die Kinder lernen kennen, probieren aus und sammeln eigene Erfahrungen

Spiel- und Lernangebote im Gruppenalltag die Kinder lernen im gemeinsamen Spiel miteinander und voneinander

sprachliche Formen und Strukturen exemplarisch und modellhaft ben das Repertoire der Kinder an sprachlichen Formen und Aus- drucksmitteln erweitern die Kompetenzen der Kinder im Umgang damit ausbauen und festigen

z.B. die besonderen Anforderungen eines Interviews an den Umgang mit Sprache thematisieren sprachliche Gestaltungs- mglichkeiten aufzeigen

angeleitete Lernaktivitten, wie ... ein Ausflug eine Theaterauffhrung ein ICH-Buch ein Interview

Kommunikation und Spracherwerb zusammen spielen und lernen

aus: Pyramide Cito group / Dr. Jef J. van Kuyk

Lernziele und Kompetenzbereiche l

Weltwissen erweitern, aktiven und passiven Wortschatz frdern

Sprache kommunikativ und zielgerichtet ein- setzen

Grammatikalische Formen kennen und gebrauchen lernen

Zweitspracherwerb & Bezge zur Erst-sprache herstellen

Phonologisches Be-wusstsein ausbilden

Prliterale Erfahrungen stiften

n Lernebenen

Kindgerechte Aktivitten

zusammen Fuball spielen, Regeln lernen

Mannschaften whlen,Training

Berichterstattung In welchen Lndern wird Fuball gespielt?

Anfeuerungsrufe einstudieren

Turnierliste erstellen,Tricots gestalten

Sprachhandlungen Absprachen treffen, Infos geben,Regeln erfragen

Wnsche uern,berzeugen

Kommentieren: Wer macht was, wann, wo, mit wem, ?

fragen und berichten,Vereinsnamen benennen

in Silben zerlegen und rhythmisieren

Vereinslogo gestalten,Spielername und Zahl abschreiben

Methoden und Materialien

Regelheft, Fotos, Andenken von Spielen

Mein rechter, rechter Platz ist leer

Ich sehe was, was du nicht siehst!Bilderbuch erzhlen lassen

WM-Sammelhefte, Verwandte befragen

Abzhlverse,Kindernamenrhythmisch gehen, klopfen

Werder-Logo,Vorlagen zum Abschreiben

Thema: Kita-FuballturnierBeispiel zum Umgang mit der Arbeitshilfe zur Sprachfrderung

Exemplarische Entwrfe fr drei Sprachfrderprojekte

Die nachfolgenden drei Entwrfe fr Sprachfrderprojekte sind Anregungen: Sie wurden in Zusammenarbeit mit bereits praktizierenden Sprachfrderinnen erarbeitet. Die Beispielprojekte knnen durchgefhrt, erweitert und verndert oder auch als Orientierung fr ein eigenes Sprachfrderprojekt genutzt werden.

Die anschlieenden Lernangebote Nr. 01 bis Nr. 18 sind praktische Beispiele fr eine zielgerichtete Auswahl von Spielen und Materialien und deren methodischer Umsetzung.

Lernziele und Kompetenzbereiche l

Weltwissen erweitern, aktiven und passiven Wortschatz frdern

Sprache kommunikativ und zielgerichtet ein- setzen

Grammatikalische Formen kennen und gebrauchen lernen

Zweitspracherwerb & Bezge zur Erst-sprache herstellen

Phonologisches Be-wusstsein ausbilden

Prliterale Erfahrungen stiften

n Lernebenen Kindgerechte Aktivitten

Leitfrage: Welche kommunikative Kompetenz wird hier gefrdert?

eine Fotoreportage machen

Sprachhandlungen

Leitfrage: Welche speziellen sprachlichen Handlun-gen sind hier notwendig und sinnvoll?

Naturbegriffe erarbei-ten und verfestigen

(Laich Kaulquappen, Lampenputzer, Binsen, Wiesenschaumkraut, Wasserfluss, Strmung, Tiede)

die Ergebnisse protokollieren und dokumentieren

die Sammlung der Expo-nate beschriften und prsentieren

Erzhlen und Berichten in Satzform

bersetzen = wie heit das in anderen Sprachen?

Wasser-, Natur- und Tiergerusche imitieren

Bildunterschriften und -texte her-stellen (drucken, nachmalen, abschreiben etc.)

Thema: Ausflug in die Wmmewiesen Blatt 1Entwurf eines Frderprojekts

Sprach- und sprechfrderliche Aktivitten Ausflug in die Wmmewiesen zum Sammeln von Steinen, Pflanzen und Tieren Sichten und Bestimmen des Materials Experimente mit dem gesammelten Material verschiedene Dokumentationsformen ausprobieren (Fotos, Tonaufnahmen, Portfolio usw.)

Lernziele und Kompetenzbereiche l

Weltwissen erweitern, aktiven und passiven Wortschatz frdern

Sprache kommunikativ und zielgerichtet ein- setzen

Grammatikalische Formen kennen und gebrauchen lernen

Zweitspracherwerb & Bezge zur Erst-sprache herstellen

Phonologisches Be-wusstsein ausbilden

Prliterale Erfahrungen stiften

n Lernebenen Methoden und Materialien

Leitfragen:Welche linguistischen Teilfertigkeiten mssen gestrkt werden, damit das Kind aktiv kommunizieren kann?

Mit welchem Spiel/Material/Lernangebot kann ich mein Frderziel am besten untersttzen?

Nr. 01 Von der Kaulquappe zum Frosch

Benennen als Vorbung fr das Beschreiben in Worten:

Wie heit das? = Nomen

Was macht das? Was kann das? = Verben

Wie sieht das aus? Welche Eigenschaften hat das?= Adjektive

Nr. 02Teekesselchen

Etwas mit Worten darstellen,- ohne dass das Beschriebene anwesend ist,- ohne dass das Beschriebene beim Namen genannt wird,- sodass von dem Beschriebenen ein konkretes Bild entsteht.

Nr. 03Malen nach Worten

Ausprobieren und Kennenlernen von Mglichkeiten, Informationen und Absichten zu ver-schlsseln und zu entschlsseln

RegelnReihenfolgen OrdnungenVerknpfungen

Nr. 04Die Raupe Nimmersatt

Man spricht nicht nur Deutsch.

Eine Sache kann verschiedene, d.h. verschieden klingende Namen haben.

Bestimmte Dinge gibt es nur in einer Spra-che.

Nr. 05Reim dich oder ich fress dich

Kleine lautliche Vernderungen knnen groe inhalt-liche Unterschiede nach sich ziehen.

Die Verstndlichkeit steht und fllt mit der Genauigkeit.

Nr. 06Kindergarten-Scrabble

Sprache hat eine Lautform und eine Schriftform.

Alle Buchstaben kann man sprechen und hren.

Wer etwas bewah-ren mchte, muss es aufschreiben.

Thema: Ausflug in die Wmmewiesen Blatt 2Entwurf eines Frderprojekts

Sprach- und sprechfrderliche Aktivitten Ausflug in die Wmmewiesen zum Sammeln von Steinen, Pflanzen und Tieren Sichten und Bestimmen des Materials Experimente mit dem gesammelten Material verschiedene Dokumentationsformen ausprobieren (Fotos, Tonaufnahmen, Portfolio usw.)

Lernangebot 01: Von der Kaulquappe zum FroschThema: Ausflug in die Wmmewiesen

Lernfeld: Weltwissen und WortschatzLernziel: Informationen zum Thema Tier- und Pflanzenwelt der berschwemmungs-wiesen zusammentragen, Naturbegriffe kennenlernen Was brauche ich dazu? Sachbcher und Nachschlagewerke wie: Kinder- oder Bilderlexika, Bilder oder Bilderbcher zum Thema: Natur, Pflanzen und Tiere (hier: Frsche, Kaulquappen,), das Leben im Teich usw.

Was mache ich damit? Den Kindern werden diverse Bcher, Lexika, Bildbnde usw. zum Recherchieren = Nachschlagen, Nachschauen, Durchblttern, Vergleichen usw. zur Verfgung gestellt. Die Kinder suchen in den Bchern nach Bildern, Zeichnungen, Texten usw. zu den Themen, die sie gerade recherchieren dabei durchsuchen sie die zur Verfgung gestellten Bcher, Lexika, Alben usw. nach entsprechenden Bildern und dazugehrigen Informationen = Texten. Die Kinder suchen nach Bildern, Zeichnungen, Texten usw. zu bestimmten Stichworten wie z.B. Frosch, Kaulquappe, Teich. Die Erzieherinnen helfen, assistieren und stehen mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um Stichwrter, Texte o. . und das Lesen fr das Erlangen von Informationen unerlsslich ist.

Worauf kommt es an? Sie lernen, dass es Bcher zu bestimmten (Sach-) Themen gibt und dass es Sachbcher, Lexika (Nachschlagewerke), Bildbnde usw. gibt. Die Kinder erfahren, dass diese Bcher nach ganz besonderen Themen geordnet und sortiert sind und einen ganz speziellen Aufbau haben, der z.B. das Suchen nach Stichworten, wie Frosch, Kaulquappe o. ., ermglicht. Die Kinder lernen den Zusammenhang von Bildinformation und Text/Information kennen und nutzen.

Wo finde ich das? gehrt zum Inventar des Kindergartens ansonsten: Bcherei, Buchhandel, Internet usw. siehe auch: Kopien im Anhang

Lernangebot 02: TeekesselchenThema: Ausflug in die Wmmewiesen

Lernfeld: Kommunikativer und zielgerichteter SpracheinsatzLernziele: Naturbegriffe umschreiben, Beschreibungen verstehen

Was brauche ich dazu? Vorbereitete Bildkartenpaare, Fotos o. . wie z.B. eine Birne & eine (Glh-) Birne; eine Maus und eine (Computer-) Maus.

Was mache ich damit? Je zwei Kinder erhalten eine Karte/ein Foto, auf dem eine Birne & eine Birne, eine Maus und eine Maus (s.o.) dargestellt bzw. abgebildet sind. Die Kinder sind aufgefordert, das, was darauf dargestellt oder abgebildet ist, zu beschreiben genauer: zu umschreiben, ohne das Dargestellte beim Namen zu nennen oder das Dargestellte zu zeigen. Die anderen Kinder mssen das, was die beiden beschreiben oder umschreiben, erraten.

Worauf kommt es an? Das auf den Karten oder Fotos Dargestellte bzw. Abgebildete muss beschrieben oder genauer: umschrieben werden, ohne es beim Namen zu nennen. Das Beschr...